Profil für Pillkahn (innovation-review.de) > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Pillkahn (inno...
Top-Rezensenten Rang: 4.279
Hilfreiche Bewertungen: 485

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Pillkahn (innovation-review.de)

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-18
pixel
50 Schlüsselideen der Zukunft
50 Schlüsselideen der Zukunft
von Richard Watson
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

4.0 von 5 Sternen "...sondern wir bekommen damit eine Möglichkeit, unsere Überzeugung zu überdenken." (S.3), 8. September 2014
Warum es genau 50 sind? Es liegt wohl am Konzept der 'Schlüsselidee', welches in allen möglichen Bereichen Anwendungen findet (Religion bis Kunst, sogar Genetik). Das ist etwas seltsam. Denn ansonsten ist es eine gute Idee, mal nicht von den 'wichtigsten' Zukunftstrends oder Megatrends oder sonstwas für Trends zu sprechen. Der Autor formuliert es im Vorwort wunderbar: Es geht beim Blick in die Zukunft nicht darum, Recht zu haben sondern darum, die eigenen Überzeugungen zu reflektieren. Das klingt vernünftig, gerade wenn man sich vergegenwärtigt, dass wir die Zukunft sowieso nicht genau vorhersagen können.
Jedes der Themen hat irgendwie sicher seine Berechtigung und jedes wird auf 3 bis 4 Seiten dargestellt. Dabei sind die Themen in 10 Themenfelder grubbert (z.B. technologischer Wandel oder Gesundheit und Wohlbefinden usw.). Das Buch gibt einerseits einen guten Überblick im Ganzen und zum anderen wird auch jedes Thema so ausführlich behandelt, dass man eine Idee davon bekommt, worum es geht (und jeweils noch garniert mit Sprichwörtern oder Zitaten).
Einzig die Auswahl erscheint manchmal etwas unglücklich, da stehen 'Demographischer Wandel' (09) neben Weltraumlifts (39) - also kalter Kaffee neben Utopien (oder Nuklearterrorismus neben Ressourcenverknappung).
Man kann es jedoch jedem empfehlen, der sich mit 'Schlüsselideen' der Zukunft beschäftigt und der bereit ist, Überzeugungen in Frage zu stellen.


Der 5-Minuten-Manager: Die wichtigsten Management-Theorien auf den Punkt
Der 5-Minuten-Manager: Die wichtigsten Management-Theorien auf den Punkt
von James McGrath
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Stellen Sie die Bedürfnisse Ihres Unternehmens/Ihrer Organisation stets über Ihre eigenen ..." (S.28), 15. Juni 2014
Inhalt: Die Grundannahme des Buches ist, dass Manager wenig Zeit haben. Immer rastlos und immer im Stress kommt die Manager-Kaste kaum dazu sich mit dem wichtigsten aller Themen zu beschäftigen: dem guten Management! Dem kann man nur zustimmen und es ist tatsächlich zu vermuten (und zu hoffen), dass der gehetzte Homo Manager das Angebot der Autoren annimmt.
Dies listen die - ihrer Meinung nach - wichtigsten Management-Theorien (immerhin 89!) in leicht zu verdauenden Häppchen (5 Minuten!) auf. So einen Überblick zu haben ist sinnvoll und nützlich, wobei man sich sicher über die Auswahl streiten kann. Ob Johara Fenster oder OODA dazugehören? Aber das mag Geschmacksache sein.
Diskussion: Die Darstellung der einzelnen Theorien auf drei Seiten ist für einen Überblick ganz gut und positiv ist der Versuch, jeweils die Anwendbarkeit darzustellen. Das gelingt zwar nicht immer - auch deshalb weil sich einige der Theorien widersprechen. Manchmal fehlt es auch an Tiefe aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es schon fast an ein Wunder grenzt, wenn Manager ihre Funktion, ihren Führungsstil und ihr Verhalten derart reflektieren, dass solche Theorien unterstützen können. Zu hoffen, dass es auf Grund der Lektüre zu Veränderungen im Management kommt - es wäre zu schön um wahr zu sein.
Weiterhin fällt auf, dass ein Großteil der zur Auswahl stehenden Theorien (Fayol, Taylor, Herzberg, Maslow ...) schon recht alt sind - im Industriezeitalter entstanden. Sie mögen heute noch Anwendung finden. Aber auch hier habe ich die Erfahrung gemacht, dass gerade in Wissens-und Forschungs-intensiven Bereichen noch wie im Industriezeitalter gemanagt wird, obwohl andere Ansätze sinnvoller wären. Da hätte ich mir mehr gewünscht.
Empfehlenswert für alle lern- und veränderungswilligen Manager!


Alles Zufall: Die Kraft, die unser Leben bestimmt
Alles Zufall: Die Kraft, die unser Leben bestimmt
von Stefan Klein
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen „Sich mit dem Zufall zu beschäftigen lehrt Bescheidenheit.“ (S.146), 11. Juni 2014
Oberflächlich betrachtet sehen wir im Zufall die Dinge die wir uns nicht erklären können: „Unserem Wesen entspricht es, zielgerichtet zu denken und zu handeln; wir können und wollen nicht glauben, dass sich das Universum so offenkundig sinnlos verhält.“ (S.24) Mit dieser Monografie ist dem Autor eine umfassende Darstellung des Themas ‚Zufall’ gelungen. Es wird klar, dass Zufall kein so einfaches Phänomen ist. Wir erleben Überraschungen (aka Zufälle) nur, „weil unsere Intelligenz nicht breit genug ist, um den Plan der Welt in all seinen Einzelheiten zu verstehen.“ (S.48). Anders gesagt, Zufälle gäbe es nicht, würden wir die Welt, alle Zusammenhänge und alle Einzelheiten bis ins Detail verstehen. Und je weiter wir uns von der Gegenwart Richtung Zukunft entfernen desto wahrscheinlicher ist das Auftreten von Zufällen. Ausflüge in die Physik und Psychologie machen das Buch besonders lesenswert. Unser Hirn macht uns oft einen Strich durch unsere ‚zufallsfreie’ Welt. „Was wir uns besser ausmalen können, erscheint uns wahrscheinlicher.“ (S.207)
Zusammenfassend lässt sich sagen: „Je komplizierter die Welt wird, die wir uns schaffen, desto schwerer können wir deshalb die Folgen unseres Tuns voraussehen...“ (S.278)
Neues braucht Irritation und Experimente sind oft wichtiger als Effizienz (Kap. 16) Ein wirklich kluges Buch!


Das Ende des Zufalls: Wie Big Data uns und unser Leben vorhersagbar macht
Das Ende des Zufalls: Wie Big Data uns und unser Leben vorhersagbar macht
von Rudi Klausnitzer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 21,90

2.0 von 5 Sternen "Zufall als Erklärungsnotstand, aber nicht als Weltenprinzip" (S.19), 11. Juni 2014
Es gab Zeiten, da wurde dem Computer prophezeit, man könne nun die Zukunft berechnen, es wurden Modelle entwickelt und es wurde viel gerechnet. Aber irgendwann setzte sich die Erkenntnis durch, dass man die Zukunft eben nicht so einfach berechnen kann (obwohl die Volkswirtschaftler es immer noch nicht glauben wollen und regelmäßig scheitern!). Später kamen dann noch Kybernetik und dann auch die Neurowissenschaften/Neuromarketing. Immer das gleiche Muster: Jetzt endlich gelingt es uns, die Zukunft ist vorhersagbar. Regelmäßig kommt dann nach dem Hype die Ernüchterung. Bei Big Data wird es wohl ähnlich sein. Noch sind die Erwartungen groß, dass es Big Data nun richten wird. Aber was ist dran an dem Hype? Das Buch folgt dem Hype, liefert jedoch enttäuschend wenig Substanz zu einer Diskussion und Aufklärung (immerhin zeigt Klaunitzer, dass das Thema noch wenig verstanden wird und das sich noch viel ändern wird. Das ist gut!)
Trotz der vielen Literaturquellen hatte ich jedoch oft das Gefühl hier schreibt ein Medienprofi, der vom Thema aber wenig versteht. Das geht schon beim Thema 'Zufall' los: Richtig ist, dass Einstein an Braun schrieb er glaube nicht dass der Alte würfele. Leider irrte sich Einstein (und das räumte er später auch ein!), aber das wird gar nicht erwähnt. Fakt ist, der Zufall ist ein wichtiger Bestandteil der Physik/Quantenmechanik/Naturwissenschaft (Bsp: Schrödingers Katze). Zufall ist weit mehr als der Rest des nicht Erklärbaren! Es gibt gute Bücher, die den Zufall nicht als Über sondern als Segen darstellen (Stefan Klein: Alles Zufall).
Fasst man den Begriff des Zufalls weiter als die recht eindimensionale Sicht im Buch, stellt man schnell fest, dass Big Data immer auf Daten aus der Vergangenheit zurück greift. Das zwar immer besser, aber daraus abzuleiten, dass nun die Zukunft vorhersagbar wird, erscheint mir recht naiv. Man vernachlässigt alles Neue und glaubt, einfache Dichotomien (Durst-trinken, Sex-schwanger, müde-schlafen) reichen für ein 'vorhersagbares Leben'.
Das Buch sollte man mit Vorsicht 'genießen' Schön zu lesen aber zu plakativ.


The Happiness Advantage: The Seven Principles of Positive Psychology that Fuel Success and Performance at Work
The Happiness Advantage: The Seven Principles of Positive Psychology that Fuel Success and Performance at Work
von Shawn Achor
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,60

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen „Common sense is not common action“ (S.146), 11. Juni 2014
Glücklichsein ist das Ergebnis von harter Arbeit und dem daraus resultierenden Wohlstand. Diesen weit verbreiteten Dreiklang stellt der Autor in Frage und auf den Kopf. Am Anfang steht ‚Happiness’ und sie ist Ursache für bessere Leistung, mehr Erfolg, kreativer Ideen usw. - so die These des Autors. Und er fährt viele Geschütze auf, um seine Hypothese zu untermauern. Es überzeugt sogar, auch wenn die Rezepte (wer hätte es gedacht, es sind 7!) auf dem Weg zur ‚Happiness’ manchmal etwas konstruiert wirken (Priming Effekt!). Am Ende der Argumentation sollte zumindest nicht mehr dieses schwarz-weiß oder ‚entweder-oder’ stehen. Vielmehr liegt die Wahrheit – wie so oft – irgendwo zwischen den beiden Extrempunkten und im Idealfall befeuern sie sich sogar gegenseitig.
Diskussion:
Traditionell betrachtet die Psychologie bevorzugt negative Ereignisse als Forschungsgegenstand (Depression, Essstörung, Abhängigkeiten etc) – mit einem 17-1 Ratio zu positiven Themen. Hier geht es also darum, Gutes (Happiness) zu verstärken statt Schwächen zu verhindern.
Wie der Autor darlegt, sollte aufgrund der vielen Studien, die es schon lange gibt und die es belegen, eigentlich klar sein, dass:
- ... das Arbeitsumfeld wichtig für die Innovationsfähigkeit von Unternehmen ist
- ... Chefs und deren pos-neg Ratio eine wichtige Rolle für Innovationen spielen (negativ eingestellte Erbsenzähler und Kontroll- Freaks verhindern statt fördern Innovationen)
- Kreativität Freiräume erfordert und Fehler notwendig und nicht vermeidbar für Innovationen sind.
Insofern ist es verwunderlich, dass die eigene Erfahrung mit großen Organisationen oft das Gegenteil zeigt: trostlose Büros, selbstverliebte Erbsenzähler-Chefs und eine innovationsfeindliche Kultur prägen die Organisation. Ein enormes Potential für Veränderung und Verbesserung tut sich auf.
Zu empfehlen ist das Buch vor allem den vielen Innovationsmanagern, die sich wundern, warum das Unternehmen so wenig innovativ ist


Muße: Vom Glück des Nichtstuns
Muße: Vom Glück des Nichtstuns
von Ulrich Schnabel
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

5.0 von 5 Sternen "Denn ohne eine gewisse Form von Verwirrung entsteht meist auch nichts Neues." (S.236), 7. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Muße: Vom Glück des Nichtstuns (Broschiert)
Nichts zu tun ist gar nicht so einfach, ja fast unmöglich (wie wir schon von Loriot kennen S.117). Selbst wenn man einfach dasitzt und 'nichts tut' werkelt es im Hirn. Durch die Ausflüge in die Vergangenheit - warum angeblich 'Zeit = Geld' ist (B. Franklin S.99) - lernt man, warum die meisten heute aus der Hamsterrad-Perspektive heraus operieren, warum Schlaf so wichtig ist (S.102f) und wie man seinen Arbeitsspeicher im Hirn durch Informationen und Unterbrechungen quasi lahm legen kann (S.71f).
Es lässt sich gut lesen und das Buch erscheint gut recherchiert (jedenfalls werden viele Thesen und Argumente durch Verweise auf Studien und Expertenaussagen belegt).
Es ist kein Ratgeber aber es besticht durch eine Reihe von krachigen Aussagen:
"Der Austausch von Argumenten wird nur noch als Streit kommuniziert, Nachdenken als Zögern verstanden." (Zitat nach Corden, S.189)
"Denn die große Illusion des Reisens besteht in dem Glauben, Muße und Entspannung würden sich quasi von selbst einstellen, sobald wir am Urlaubsort dem Flieger oder dem Auto entsteigen." (S.210)
"Beim Flow geht es gerade nicht um die Arbeitswut des Workaholics,..., sondern vor allem um die Freude am Tun. (S.228)
uvm.
Man kann es denjenigen als Lektüre empfehlen, die "mehr über die großen Linien und weniger über das tägliche Klein-Klein seines Tuns" (S. 217) nachdenken wollen. Ein paar Hinweise zur Unterstützung künftiger 'Muße-Pläne' gibt es auch noch.


Design of Business: Why Design Thinking is the Next Competitive Advantage
Design of Business: Why Design Thinking is the Next Competitive Advantage
von Roger L. Martin
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen „No good product was ever created from quantitative market research.“ (S.5), 26. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Inhalt: Der Autor entwirft eine hypothetische Organisation, die zukunftsorientiert und innovativ ist, er zeigt an Beispielen was gut für Innovationen ist und was nicht so gut ist.
Am Anfang steht der sogenannte ‚Knowledge Funnel’. Streng genommen geht es um das Lösen von Problemen und das unterliegt einem Muster: Mystery wird zu Heuristic wird zu Algorithms. Neue Problme können nur von Spezialisten gelöst werden (Mystery). Mit der Zeit entstehen Regeln und erfolgversprechende Herangehensweisen (Heuristic). Sind die Mechanismen und Abhängigkeiten verstanden, kann man alles programmieren und jedermann kann es anwenden (Bsp. Navigationsgeräte).
Die Aufgabe von Organisationen ist es nun, so schnell wie möglich zum Algorithmus zu kommen und dabei immer wieder neue Mythen und Mystiken zu untersuchen.
Aber Organisationen sind erst einmal mit viel Trägheit beladen. „...as companies grow, they become comfortable with the administration of business.“ (S.23)
Unterscheidung zwischen zwei grundsätzlichen ‚Schulen’ der Wertschöpfung:
1. Analytisches Denken: quantitative Analyse, Strategie, Stringenz und Präzision
„They are built to maintain the status quo.“ (S.6)
2. Intuitives Denken: Kreativität und Innovation
„The minute you start analyzing and using consumer research, you drive all the creativity out of the product.“ (S.5)
Beide Modelle sind nicht kompatibel und Organisationen müssen sich entscheiden, entweder – oder. Und das hat Auswirkungen auf Strukturen und Prozesse.
„Even as corporate leaders chase the vital, elusive spark of creativity, their organizations’ structures, processes, and norms extinguish it whereever it flares up. Their cultures and routines privilege analysis over intuition and mastery over originality.“ (S.7)
Seine Vorschläge orientieren sich im wesentlichen an Design Thinking.
Diskussion: Ein sehr gutes Buch, der Autor kann auf vielfältige Erfahrungen zurückgreifen und genau das scheint den Unterschied zu machen zu den sonst so oft vorgetragenen Musterlösungen ohne Praxisbezug. Leider taugt das Beispiel RIM (Blackberry) nach der Insolvenz nicht mehr als Vorbild. Dennoch, auch weil es sich sehr gut lesen lässt kann man es sehr empfehlen.


Fritz Kahn
Fritz Kahn
von Thilo von Debschitz
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Ein Eintagsfliegen-Paar sitzt im Abendschein auf dem Griffel einer Tulpenblüte" (S.316), 3. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Fritz Kahn (Gebundene Ausgabe)
Ein Meisterwerk! Den Autoren gelingt es mit dem Band sowohl biografisch das Leben des Fritz Kahn darzustellen als auch dessen Lebenswerk auf fast 400 Seiten zusammen zutragen und zu würdigen. Beides ist recht beeindruckend.
Fritz Kahn muss wohl nicht nur Arzt sondern darüber hinaus ein kluger und interessierter Mensch gewesen sein. Sein Bestreben war es, Wissen verständlich zu machen und er bediente sich dazu der Bildsprache in Kombination verschiedener Metaphern (sehr beliebt weil anschaulich zeigten sich Prozesse aus Industrie und Natur). Zweifelsfrei leistete er einen wichtigen Beitrag dazu, Kompliziertes einfach darzustellen und das in einer Zeit von Bauhaus und Weltkrieg - lange vor Apple und Co. Die Bandbreite seines Wirkens (vom Mensch, über Weltall bis zur Relativitätstheorie...)erinnert an da Vinci und es würde nicht wundern, wenn Filme wie 'Die Reise ins ich' hier ihren Ursprung fanden.
Staunend sitzt man vor Buch und merkt recht schnell, es ist weniger zum Lesen geeignet, sondern eher zum entdecken und wundern und stundenlangen blättern (und ja, es sind seit dem neue Erkenntnisse dazu gekommen, aber auch der Blick in eine andere Zeit ist spanned).
Ein Wermutstropfen ist lediglich die Idee die Texte in englisch, französisch und deutsch zu liefern. Aber egal, wer Gefallen an Technik hat, am Verstehen und Entdecken von Zusammenhängen wird hier seine Freude haben (Wer weiß schon, dass der menschliche Körper in 40 Minuten 1 Meter Haarsubstanz produziert? S.198)


Too Big to Know: Das Wissen neu denken, denn Fakten sind keine Fakten mehr, die Experten sitzen überall und die schlaueste Person im Raum ist der Raum
Too Big to Know: Das Wissen neu denken, denn Fakten sind keine Fakten mehr, die Experten sitzen überall und die schlaueste Person im Raum ist der Raum
von David Weinberger
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen ... als sich die Schwäche der Schlitzschrauben erst nach der Erfindung der Kreuzschrauben offenbarte." (S.124), 23. Dezember 2013
Inhalt: Die Welt ändert sich und das Wissen über die Welt verändert sich auch. Weinberger geht diesen veränderten Zugängen zu Wissen nach. Zwar erfahren wir alle den veränderten Umgang mit Wissen tagtäglich aber der Autor meint, dass sich dadurch auch das Wissen selber und das Denken ändert (hier grätscht Carr mit Shallow rein). Anders als Carr verliert sich Weinberger jedoch nicht in der Kritik über den neuen Zustand, nein, er vergleicht, stellt fest, sucht Analogien und beschreibt vor allem: Immer wieder weist er darauf hin, dass das (verfügbare und genutzte) Wissen viel zu umfangreich, als das man es als Person oder Institution erfassen geschweige denn verarbeiten könnte. Da ist (war) zum einen das Leitmedium BUCH, hier haben Filter (Selektion in Verlag und Bücherei z.B.) für eine Überschaubarkeit gesorgt und führte zur angestrebten. Reduktion: Wir reduzieren das Wissen einfach auf ein Niveau, mit dem unsere Gehirne und unsere Technologien fertig werden können" (S.152)Das neue Leitmedium wird (ist) nun das Internet, die Filter sind anders als bei Büchern. Die Komplexität und die Vielfalt schlägt voll durch und "Es sieht so aus, als würde uns Vielfalt nur so lange gefallen, bis wir ihr wirklich ins Auge sehen." (S.93
Diskussion: Ein gutes Buch, es wirft mehr Fragen auf als es beantworten kann. Es ist ein kompliziertes Thema was durch viele Unsicherheiten geprägt ist. Es gibt viel Gelegenheit zum Nachdenken. Gerade Organisationen, wo noch das Leitmedium Powerpoint vorherrscht, könnten hier jede Menge lernen!


Reverse Innovation
Reverse Innovation
von Vijay Govindarajan
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Reverse innovations are never incremental" (S.187), 17. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Reverse Innovation (Gebundene Ausgabe)
Inhalt: Nicht erst seit Prahalads ,The Bottom of the Pyramid` weiß man, dass die Märkte in aufstrebenden Ländern zahlenmäßig und auch wertmäßig wesentlich größer als die Heimatmärkte der etablierten Industriegiganten sind.
Es erscheint insofern einleuchtend, dass Innovationen nicht nur in den Industrieländern entstehen und von dort in den Rest der Welt exportiert werden, sondern dass sie überall entstehen können und auch überall zur Anwendung kommen können. Das Erstaunen über die Innovationsfähigkeit in Emerging Markets wirkt fast naiv, wie sonst ist es zu erklären, dass sich Industrieunternehmen so schwer tun mit dem Thema ,Reverse Innovation`. Es gibt zahllose Beispiele für das Scheitern des traditionellen ,Innovations-Exports` aber auch positive Beispiele für erfolgreiches innovieren fern der Heimat und der erfolgreichen Vermarktung im Heimatland.
Diskussion: Die Autoren identifizieren 5 Gaps( ) die es zu beachten gilt, will man erfolgreich in der Ferne innovieren und stellen ein Modell zur Einschätzung der Reverse Innovation Fähigkeit vor. Darüber hinaus gibt es jede Menge Hinweise und Vorschläge (z.B. LGT - local growth team, die die Wertschöpfung vor Ort organisieren) für die Anwendung. Es ist ein starkes Plädoyer für Reverse Innovation und es ist überzeugend.


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-18