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Rezensionen verfasst von
Markus Geyer

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A Tale of Two Sisters (Special Edition) [2 DVDs]
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DVD ~ Im Soo-Jung
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 26,94

8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die spinnen, die Koreaner!, 12. Januar 2006
Mal ehrlich. Ich hab in meinem cineastischen Leben schon einige Horrorfilme gesehen, und seit mich seit der Lektüre (lesen, ihr wisst schon: die Dinger, nach denen man Filme dreht) von Ringu das Asiahorrorfieber gepackt hat, hab ich auch einen Haufen Filme von "da drüben" gesehen.
Momentan ist da sowieso das bessere Hollywood. Bessere Storys, bessere Schauspieler, bessere Klangteppiche ... alles genialer. Und auch wenn ich ein großer Fan von intelektuellen Meisterwerken wie Braindead bin: es nervt, dass Amihorror in 99% der Fälle einfach auf bloßen Ekel und Matschigkeit beruht. Spätestens seit "unser Baby" (immer so Mittags bei RTL) schreckt mich da gar nix mehr.
Dieser Koreaner hier ist mal wieder ein Paradebeispiel für alles, was man ohne viel Blut erreichen kann. Fast in die Hose gemacht hab ich mir. Aber dann doch der Reihe nach:
Soo-Mi und Soo-Yeon, zwei Schwestern, kehren in das Haus ihres Vaters zurück. Es ist nicht mehr das Haus ihrer Eltern, weil ihre Mutter gestorben ist. Viel mehr sei nicht über den Tod verraten, außer vielleicht, dass sich dadurch auch das Zurückkommen begründet: der Schock der grausamen Entdeckung war der Auslöser von schwersten Psychosen und einen langen Klinikaufenthalt. Heilung trat noch lange nicht auf, und die beiden Hauptakteure müssen sich mit allerlei Seltsamkeiten herumschlagen: die böse Stiefmutter, wiederkehrende Erinnerungen, schmerzhafte Verdrängung ... und diese Schritte in der Nacht. Man stelle sich einen Film wie "Mulholland Drive" im Haus von Ju On vor, dann hat man einen groben Einblick in die Spannung, die man Durchleben muss. Und die Unklarheiten: ist da wirklich jeder, was und wer er zu sein vorgibt? Was passierte an jenem verhängnisvollen Nachmittag? Warum dieser Anfall? Was hat es mit dem Schrank auf sich?
Bekleidet von klassischen Musikstücken und gruseligen Geräuscheffekten wird hier wieder mal ein Spannungsbogen aufgebaut, der seinesgleichen sucht. Selbst die alltäglichsten Szenen erscheinen furchtbar und -einflößend. Und der WIRKLICHE Horror, so er irgendwann losgelassen, der stockt den Atem, raubt den letzten Nerv.
Gleichzeitig eine traurige Familiengeschichte, ein spannendes Drama, ein Gruselthriller, eine Geistergeschichte und eine Studie über Verdrändung. Und trotzdem geht nix unter oder verloren.
Kaufen Leute!


Das Mädchen mit dem kalten Blick. Ich war ein Gruftie
Das Mädchen mit dem kalten Blick. Ich war ein Gruftie
von Claudia Eggert
  Taschenbuch

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Realsatire, 31. Oktober 2005
Bei manchen Büchern kommt es darauf an, warum man sie kauft. Man kann getrost die Intention des Autors ignorieren und dem Buch eine völlig neue Bedeutung zumessen. Einem jeden, der sich über die Gruftiszene informieren möchte sei vom Kauf dieses Machwerks abgeraten. Anhänger gewisser weit verbreiteter monotheistischer Offenbarungsreligionen, die den Sieg ihres Gottes über die Dunkelheit und das böse okkultistische von einem Quasi-Augenzeugen berichtet haben möchten, die haben hier schon Glück.
Und die unter uns, die ab und an in die Bild-Zeitung schauen, um etwas zu lachen, die Talkshows einschalten um sich schlauer und schöner zu fühlen – die sind hier am besten aufgehoben. Das Mädchen aus gutbürgerlichem Hause, das (natürlich!) bei ihren Eltern nicht die nötige Beachtung findet und dann so über Drogen und Okkultismus in die Gruftiszene „abrutscht“, und wie alle Gruftis natürlich mit Toten redet (die in dem Fall auch antworten, versteht sich), die mit ihren gruseligen Gruftikräften andere Menschen beeinflussen kann und wie alle Gruftis natürlich nicht nur ein ausschweifendes Sexualleben hat, sondern auch harte Drogen nimmt, nachts auf Friedhöfen sitzt (und mit besagten Toten redet) und böse unchristliche Magie praktiziert – das wird wie oben angedeutet schlussendlich errettet. Ich verrate jetzt zwar das Ende – aber darauf kommt es nicht an. Nicht das WAS, sondern das WIE!
Bibel-Jo, der sie zu Jesus führt, worauf sie nicht nur den ganzen Esoterik doof findet, sondern auch gleich die Pille wegwirft (braucht sie ja nicht mehr) … das ist einfach urkomisch.
Alles in einer betont „jugendlichen“ Art geschrieben, in etwa wie der spießige Großonkel der mit unpassenden Klamotten und flappsigen Sprüchen krampfhaft versucht das Altern zu ignorieren. Immer wieder der Hinweis, dass er früher ja auch ganz ein schlimmer Bursche war, jetzt aber eben in der Heilsarmee ist und armen ungläubigen Jugendlichen den Weg zum Lichte und ungewollten Schwangerschaften zeigt – ein Hinweis, der immer viel zu sehr wie eine Entschuldigung klingt.
Du musst Dich nicht entschuldigen Jo, wirklich nicht. Lange hab ich nicht mehr SO lachen müssen wie bei dieser Lektüre. Einfach toll.


Kollaps
Kollaps
Preis: EUR 19,71

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dada in Berlin, 22. Juli 2001
Rezension bezieht sich auf: Kollaps (Audio CD)
Krach? Nun ... zielgerichteter Krach vielleicht. Die Jungs um Blixa Bargeld nutzten hier auf ihrem ersten Album noch alle möglichen seltsamen tonerzeugenden Mittel - vom Presslufthammer bis hin zur Ukulele. Eine Musik, welche die Welt, alle Auffassungen von Liedgut zertrümmert ... und so die Möglichkeit schafft, dieses völlig neu zu erleben. Und das jedes Mal aufs neue. Bewundernswert, wenn man bedenkt, dass dieses Album 1981 eingespielt wurde. Die Fans von "Silence is Sexy" seien aber gewarnt: "Kollaps" ist purer Industrial. Kaum Melodien, nur Rhythmus, nur Krach.


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