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Rezensionen verfasst von
F. Ring

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Zeitoun
Zeitoun
von Dave Eggers
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

5 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Leider langweilig, 7. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Zeitoun (Gebundene Ausgabe)
Keine Frage, Zeitouns Schicksal und Lebensgeschichte hat es auf jeden Fall verdient erzählt zu werden - aber wieso in dieser nüchternen, langweiligen und beinahe schon lieblosen Art und Weise? Keine Spur mehr von Eggers' traumwandlerisch sicheren Gespür für den richtigen Ton und der nahezu kongenialen Verwebung verschiedener Ebenen wie in "Weit Gegangen", kein Funken mehr an schreiberischer Kreativität, nichts, nach A passiert einfach B und dann noch C und am Schluss wissen wir daß auch in den USA können schlimme Dinge passieren können. Aber wo ist hier das "Buch" abgeblieben?

Figuren kommen und gehen (bin ich der Einzige der sich fragt wo denn der Familienhund zu guter letzt abgeblieben ist?) ohne daß der Leser sich wirklich für sie interessiert. Genauso bleibt einem leider auch Zeitoun, seine Frau und seine Kinder als Personen sonderlich fremd, ihr Schicksal ist es das einen das Buch weiterlesen lässt, aber nicht die Personen an sich. Wenn es denn gerade halbwegs passt kommen noch ein paar Details aus Zeitouns Zeit in Syrien hinzu, aber auch hier wirkt das ganze schon beinahe wiederwillig "aus der Nase gezogen". Kathys (Zeitouns Frau) Perspektive ist exakt die selbe wie die ihres Mannes, und so findet man sich ein ganzes Buch lang in einer merkwürdig unausgegorenen Mischung aus Reportage und Tatsachenroman wieder, vermißt aber die Qualitäten beider Genres. Vor allem aber vermißt man die Genialität die sich bislang durch Eggers' Namen auf dem Umschlag ankündigte.

Schade. Beim nächsten Mal dann hoffentlich wieder.


Reise durch einen einsamen Kontinent: Unterwegs in Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien und Chile
Reise durch einen einsamen Kontinent: Unterwegs in Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien und Chile
von Andreas Altmann
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

26 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wer andere Leute Idioten nennt ist meist selbst einer, 17. Dezember 2009
Interessant wie Herr Altmann es schafft, einmal um den halben Globus zu reisen, und dann doch nur ein Buch über sich selbst abzuliefern. Und dieses Selbstportrait ist nicht mal sonderlich facettenreich: Huh, ich bin so schlau und belesen (die Südamerikaner nicht), huh, ich trau mich was und geh auch in die Viertel wo die bösen Jungs wohnen (und hab's voll überlebt, war aber schon auch irgendwie krass), huh, ich kann so gut Spanisch daß ich euch Lesern das gar nicht alles übersetzen muss (wenn ihr nicht so genial seid wie ich, müsst ihr halt in die Volkshochschule, obwohl das ja voll uncool ist), huh, wenn ich Elke Heidenreich zitiere kann ich gleich mal total aus dem Zusammenhang gerissen erwähnen daß sie ein Buch von mir besprochen hat (hat mir Mutti damals sogar auf VHS aufgenommen), huh, um 4 Uhr Nachts kommt auch in so unzivilisierten Gegenden endlich eine Sartre-Doku im Fernsehen (und ich bin hier natürlich der einzige der das zu schätzen weiß), huh, immer diese furchtbaren Gringos überall (und überhaupt, Touristen, was wissen die schon?). Diese Liste könnte man noch ewig fortsetzen, aber in so hoher Konzentration möchte ich das hier Niemandem zumuten. In einer Tour werden profanste Vergleiche zwischen dem Autor (schlau, gebildet, wagemutig) und dem gemeinen Südamerikaner (faul, unwillig, religiös) gezogen und am Schluss, wen wundert's, ist Herr Altmann eine noch viel coolere Sau als vorher. Erschwerend kommt hinzu daß er seine Kritik nicht einmal ehrlich stehen lassen kann, sondern sich zum Schluss - wie bei einem dummen Kind das aber trotzdem irgendwie "total lieb" ist - dann doch noch etwas positives oder sympathisches über die jeweilige Person aus den Fingern saugen muss - wär ja dann auch irgendwie wieder total deutsch wenn man Südamerika nicht doch wenigstens irgendwie gut finden würde. Und der Autor wohnt ja schliesslich wie ich inzwischen gefühlte 380 Mal unterbreitet bekommen habe in PARIS (total mondän!!! überhaupt nicht deutsch!!!). Wie man schon merkt, ich würde dieses Buch absolut niemandem empfehlen. Wer sich für Südamerika interessiert sollte auf keinen Fall dieses Buch lesen und lieber schnell selber hinfahren.

Den zweiten Stern gibt es im Übrigen dafür daß ich mich schon seit langem nicht mehr so wunderbar aufregen konnte wie über dieses Buch, ich habe es (haareraufenderweise) wirklich verschlungen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 11, 2011 2:42 PM MEST


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