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Beiträge von Steffen Rutter
Top-Rezensenten Rang: 3.883
Hilfreiche Bewertungen: 345
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Rezensionen verfasst von Steffen Rutter (Singapore)
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2.0 von 5 Sternen
"success is not a random act" (S.155), 20. Mai 2013
"out.li.er 1: something that is situated away from or classed differently from a main or related body 2: a statistical observation that is markedly different in value from the others of the sample" (S.3) Malcom Gladwell's 'Outliers - The Story of Success' ist ein ausgesprochen unterhaltsames, populärwissenschaftlich informatives und sprachlich leicht verständliches Standardwerk. Es findet sich weltweit in nahezu jedem Bahnhofs- und Flughafenbuchladen. Das Thema hat seit Veröffentlichung des Werkes im Jahre 2008 nichts an Aktualität verloren. Die dargestellten Schicksale und Ereignisse sind interkulturell sehr eingänglich, was die weltweite Verbreitung des Buches zu erklären hilft. Für mich ein ideales Bezugsobjekt für Geschäftsessen irgendwo zwischen Washington, Berlin und Singapur. Wie die bucheinleitende Definition der 'Ausreißer' schon verspricht, werden in 'Outliers - The Story of Success' zahlreiche statistische Übersichten präsentiert. Besser kann man deskriptive Statistik nicht vermitteln. Die gewählten Beispiele sind so abwechslungsreich, dass das Lesevergnügen nicht auf der Strecke bleibt: Sportliegen, Flugzeugabstürze, Blutfehden, Anwaltskanzleien, Intelligenzquotiente und nicht zuletzt die ultimative Erklärung des Erfolges von Bill Gates. Aus Sicht des Autors ist "success [..] not a random act. It arises out of a predictable and powerful set of circumstances and opportunities" (S.155). Erfolg ist demnach kein Zufall. "Intelligence has threshold." (S.80) Erfolg ist also auch kein Ergebnis von Talent und Begabung. "[..] success arises out of the steady accumulation of advantages: when and where you are born, what your parents did for a living, and what the circumstances of your upbringing were all make a significant difference in how well you do in the world." (S.176) Das Sein bestimmt das Bewußtsein, die Umgebung das Potential, die Zeit die Möglichkeiten. Die Geschichte erinnert stark an die Diskussion zur "Gnade der späten Geburt". Ein spannendes und lesenswertes Buch. Das einzige was fehlt ist das "so what". Ein Problem der deskriptiven Statistik, die leider gänzlich ungeeignet ist, zukünftige Entwicklungen vorherzusagen. Eben ein ideales Bezugsobjekt für selbstreferentiellen Smalltalk bei Geschäftsessen irgendwo zwischen Washington, Berlin und Singapur.
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4.0 von 5 Sternen
Der Golf unter den Rasierern!, 19. Mai 2013
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Der Philips PT 739/18 PowerTouch gehört zu den Basismodellen der einschlägigen PowerTouch Produktserie. Er eignet sich für eine klassische Trockenrasur ohne Verwendung von Rasierschaum oder -gel. Der Hersteller bietet für eine kombinierte Nass- und Trockenrasur auch drei weitere Produktserien an: AquaTouch, SensoTouch und SensoTouch 3D. In der Formgestaltung und Handhabung unterscheiden sich die Produkte der PowerTouch Serie meines Erachtens nicht sonderlich. Die Geräte liegen gut in der Hand, alle Bedienelemente sind mit einer Hand leicht zu beätigen und ausgesprochen funktional. Die Reinigung des Schneidesystems mit Pinsel oder alternativ mit klarem Wasser geht unkompliziert und schnell. Die Rasierleistung ist erwartungsgemäss sehr gut. Die drei beweglichen Scherköpfe passen sich den Unebenheiten des Gesichts gut an. Die Rasierqualität ist selbst bei diesem Einsteigermodell hervorragend. Durch Netz- und Akkunutzung ist er jederzeit verwendungsfähig. Die lange Ladezeit von bis zu 8 Stunden ist kein Mangel. Laufruhe ist zufriedenstellend. Alles in allem ein gutes Gerät das seinen Preis verdient. Ich habe vergleichend auch den Philips PT923/18 Rasierer PowerTouch Pro getestet. Die wesentlichen Unterschiede sehe ich in der Ladedauer und in einer etwas ausführlicheren Ladestandsanzeige. Die eigentliche Rasierleistung ist vergleichbar, wenn auch etwas angenehmer im Gefühl. Der Philips PT 739/18 PowerTouch kommt ohne größeres Zubehör wie Ladestation und Reisebeutel. Ob man für diese Dinge den höheren Preis zahlen möchte, bleibt letztlich jeden selbst überlassen.
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5.0 von 5 Sternen
Kalte Schulter - heißes Herz!, 12. Mai 2013
"Das menschliche Gehirn, in dem so vieles Platz hat, ist offenbar nicht in der Lage, das Wesentliche so zu speichern, daß es verfügbar bleibt." (S.122) Der Beweis für diese Aussage findet sich in meinem Bücherregal, wo sich mittlerweile drei Ausgaben von 'Die kalte Schulter' wissend aneinander reihen. Die Hoffnung wächst, dass ich - vergesslich wie ich bin - in einem Jahr die vierte Ausgabe kaufe, lese und mich wieder neu begeistern lasse. Denn eigentlich kauft man mit 'Die kalte Schulter' gleich mehrere Bücher in einem. So zeichnen sich die ersten vier Kapitel durch eine eindringlich sarkastische Kommentierung des Lebens aus. "Unablässig wird getötet, dachte Wank, und je kleiner das Lebewesen, umso kleiner die Reue. Sie setzt frühestens beim Eichhörnchen ein, das man im Rückspiegel zucken sieht. Schnecken und Frösche zählen nicht. Igel kaum. Ein Reh zählt mehr als ein Fuchs, und ein Rehbock mehr als ein Reh." (S.45) Männliches, Allzumännliches wird in den Raum gestellt. "Die Männer, die im Pissoir neben ihm stünden und ihr Wasser so abließen, wie sie wahrscheinlich auch lebten, nämlich sicher, scharf und entschieden: die beneide er." (S.37) Und nicht zuletzt braucht Wahrheit einen Mutigen, der sie ausspricht: "[..] daß die Mütter einen Großteil des Weltunglücks verursachten und daß die These von der Friedfertigkeit der Frau eine der unverschämtesten Soziallügen war. Schließlich waren es auch die Mütter, die ihre Kinder jeden Morgen aus dem Bett zerrten und unter Androhung ernstlicher Nachteile zur Schule schickten, obwohl sie haargenau wußten, daß ihnen dort der Rest gegebn wurde. Die Mütter sorgten für die schlaftrunkene Wehrlosigkeit der Kinder, und die Lehrer konnten dann ungestört an den halbwegs Betäubten herumhämmern." (S.26) "Man könnte meinen, ich sei teilnahmslos, dachte Wank, dabei bin ich nur unzuständig." (S.34) Anders als in den folgenden zwei Kapiteln, in denen die Trivialität eines Wladimir Kaminer mit höchster Verantwortung und Zuständigkeit bis ins groteske Detail erforscht wird. Die Beschreibung der Nachbarschaftsfeier ist zu gut, um aus ihr hier zu zitieren. Den Höhepunkt dieses sprachlich einwandfreien Werkes sehe ich in den letzten zwei Kapiteln. Hier wird eine Liebeserfahrung aus männlicher Sicht so tiefgehend beschrieben, dass ich sie jedes Mal doppelt lese. Die Liebe in ihrer selbstreferentiellen Natur, in ihrer Widersprüchlichkeit, in ihrer Unfassbarkeit und in ihrer Kurzlebigkeit. Und wie ein roter Faden zieht sich die männliche Selbsthinterfragung bis zum Ende durch das Werk. "Das ist es, dachte Wank, was mich von den wirklichen Männern unterscheidet: sie treffen Maßnahmen, sie haben, bevor ich das Unheil begriffen habe, das Unheil im Griff und regeln die Folgen." (S.141)
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4.0 von 5 Sternen
"[E]in Mann ist Mann. Er ist nicht immer ganz Herr seiner selbst." (S. 73), 12. Mai 2013
In der indischen Stadt Kilkoa bereitet sich 1925 ein Regiment der britischen Armee auf einen Krieg vor. "Es ist bis jetzt noch nicht mitgeteilt worden, welches Land wir mit Krieg überziehen werden." (S. 70) Das Lustspiel 'Mann ist Mann' ist konsistent zu Bertolt Brechts ablehnender Position zu Militär, Soldatentum und Krieg. Die im Werk unwidersprochenen Aussagen von Zivilisten, "[..] Soldaten, die die schlimmsten Menschen auf der Welt sind" (S. 14) oder "Da er ein Soldat ist, kann er keinen Verstand haben." (S. 28), legen diese Auslegung grundsätzlich nahe. Dies ist jedoch kein Pazifisten-Pamphelt! Vielleicht untypisch für Brecht fehlt es 'Mann ist Mann' gänzlich an einer positiven menschlichen Schablone. "Das Gemeinste, was lebt, und das Schwächste ist der Mensch." (S. 71) So liest sich dieses Lustspiel für mich wie eine resignative Charakterstudie mit Verallgemeinerungsanspruch. Die vier britischen Soldaten Uria Shelley, Jesse Mahoney, Polly Baker und Jeraiah Jip zeichnen sich dadurch aus, dass ihnen militärische Generaltugenden wie Kameradschaft, Pflichtentreue und Mut gänzlich abgehen. Schon der einleitend parodierte Raubüberfall auf die Gelbherrnpagode hinterlässt einen verstörenden Eindruck über das Soldatenleben in der britischen Armee. Der Bonze dieser tibetanischen Pagode Herr Wang verkauft dann den gestellten Jeraiah Jip als Gott an die Gläubigen, um die Spendenbeutel zu füllen. "Was mich betrifft, ich war in einem gutgehenden Unternehmen beschäftigt, aber ich habe es verlassen müssen." (S. 80) gesteht der abtrünnige Soldat dann ein. Und nicht zuletzt verlässt der irische Packer Galy Gay seine Frau und seine Heimat, um sich des Essens, des Alkohols und des Wohlergehens willen als eben dieser Jeraiah Jip in den Dienst der britischen Armee zu stellen. "So einer verwandelt sich eigentlich ganz von selber. [..] Das kommt, weil er nichts zu verlieren hat." (S. 37) 'Mann ist Mann' zählt für mich zu den resignativsten Sozialstudien Bertolt Brechts. Und so bleibt für mich die Frage, wie würde ich selbst handeln, wäre ich in einer solchen Situation? "Es ist schon ekelhaft, wenn ein Mammut, nur weil man ihm ein paar Flintenläufe unter die Nase hält, sich lieber in eine Laus verwandelt, als daß er sich anständig zu seinen Vätern versammelt." (S. 78)
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4.0 von 5 Sternen
Verwesung ist der Beginn von etwas Neuem!, 11. Mai 2013
"Eins. Zwei. Acht. Die Ziffern des Zerfalls. In diesem Verhältnis verwesen alle Organismen, ob groß oder klein. An der Luft, im Wasser, unter der Erde. Bei gleichen klimatischen Bedingungen wird eine Leiche im Wasser zweimal so lange brauchen, um zu verwesen, wie an der Oberfläche. Unter der Erde wird es achtmal so lange dauern. Eins. Zwei. Acht. Eine einfache Formel - und eine unveränderliche Wahrheit." (S. 7) Simon Beckett hat mit dem vierten Thriller um den forensischen Anthropologen Dr. David Hunter wieder in die englische Provinz zurückgefunden: das südwestenglischen Dartmoor ([...]) vermittelt wieder eine beklemmende Atmosphäre: Nebel, Regen, Dunkelheit, Moor! Erinnerungen an das Meisterwerk "Kalte Asche" werden wach. Leider wird der forensische Teil diesmal nicht so stark betont, was gerade bei "Leichenblässe" so faszinierend war. Ich würde mal sagen, so viel Agatha Christie gab es noch nie bei einem Simon Beckett. Fazit: lesen, lesen, lesen!
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5.0 von 5 Sternen
Ahnung - Mahnung - Warnung, 11. Mai 2013
"Die Heftigkeit der Gefühle der Massen wird besonders bei den ungleichartigen Massen durch das Fehlen jeder Verantwortlichkeit noch gesteigert. Die Gewißheit der Straflosigkeit, die mit der Größe der Menge zunimmt, und das Bewußtsein einer bedeutenden augenblicklichen Gewalt, bedingt durch die Masse, ermöglicht der Gesamtheit Gefühle und Handlungen, die dem einzelnen unmöglich sind. In den Massen verlieren die Dummen, Ungebildeten und Neidischen das Gefühl ihrer Nichtigkeit und Ohnmacht; an seine Stelle tritt das Bewußtsein einer rohen, zwar vergänglichen, aber ungeheuren Kraft." (S. 31) Im Jahr 1895 veröffentlicht, bietet dieses Meisterwerk strukturimmanente Erklärungen für alle Phänomene, welche die Masse gebärt. "In der Masse gleicht der einzelne einem Sandkorn in einem Haufen anderer Sandkörner, das der Wind nach Belieben emporwirbelt." (S. 17) Gustave Le Bon mahnt uns mit diesem theoretisch-empirischen Werk dazu, Massen grundsätzlich ihrem Wesen nach zu begreifen. Überzeugender kann man dem täglichen Stumpfsinn der veröffentlichten Öffentlichkeit nichts entgegensetzen.
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5.0 von 5 Sternen
Mazda MX5 unter den Rasierern, 10. Mai 2013
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Der Philips PT923/18 Rasierer PowerTouch Pro ist der Mazda MX5 unter den Trockenrasierern. Kompromisslos: Der Mazda MX5 klebt am Asphalt, nimmt jede Kurve wie sie kommt und kennt keinen Aussetzer beim Gaspedal. So auch der Philips PT923/18, der gut aufliegt, auch das Kinn perfekt umrundet und bei moderatem Druck mehr Leistung zeigt, als das Handbuch verspricht. Wer hier zu stark aufdrückt, der muss die Folgen tragen, wie ein durchgedrücktes Gaspedal beim Mazda MX5. Hart: Der Mazda MX5 liegt grundsätzlich hart auf der Strasse. Bodenwellen spürt man da schon mal in den Schultern. Und so liegt auch der Philips PT923/18 hart auf der Haut und macht es dem Manne nicht immer leicht. Hier spürt man bei längeren Barthaaren noch das Schneiden. Wie beim Mazda MX5 gilt es daher, je öfter und regelmäßiger man ihn benutzt, desto weniger spürt man seine Härte. Und für die Mercedes-Fahrer unter uns, wenn man vorher warm duscht sind die Barthaare eh etwas weicher und die Rasur dann angenehmer (weniger oder kein ziepen). Praktisch: Der Mazda MX5 ist sparsam und daher etwas für die Art Männer, die dauernd auf der Strasse sind, die mit wenig Gepäck unterwegs sind und die schnelle Ergebnisse brauchen. Nach 20 Minuten ist der Philips PT923/18 vollständig geladen, hält gut eine Woche bei täglicher Rasur und wiegt nicht mehr als ein dicker Proteinriegel. Also auch ohne diese Ladestation und Ladekabel ein erträglicher Reisebegleiter für das Handgepäck. Laut: Der Mazda MX5 ist hörbar, er brüllt manchmal, er versichert seine Existenz. Tja, der Philips PT923/18 hingegen summt nur, ganz leicht, fast schon ein wenig einschläfernd. Aber wer will morgens im Bad schon ein lautes Dröhnen haben? Für mich als U-Bahn-Fahrer ein klarer Kauf.
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4.0 von 5 Sternen
gerührt, nicht geschüttelt, 10. Mai 2013
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Pro Sicherheit: Das Flügelmesser des Philips HR1604/00 arbeitet grundsätzlich nur, wenn der Einschaltknopf gedrückt ist. Nimmt man den Finger davon, steht das Messer unmittelbar. Durch die leicht tieferliegende Position des Einschaltknopfes kann man auch nicht zufällig oder ungewollt den Stabmixer anschalten, der der Druck bei leichtem Berühren nicht ausreicht. Das Flügelmesser ist sehr scharf, weswegen man die Reinigung besser der Partnerin überlassen sollte, wenn Mann nicht dauernd zum Schwamm-Mörder werden möchte. Und da die Klingen unverdeckt in der Schnittkapsel liegen, ist der Philips HR1604/00 natürlich auch kein Gerät für Minderjährige. Bei der Nutzung "zieht" sich der Mixer unmittelbar zum Gefäßboden, was der Sicherheit dient und zugleich die Gefahr von Spritzern minimiert. Pro Leistung: Gegen 550 Watt ist kein Kraut gewachsen. Der Philips HR1604/00 schneidet, hackt, schäumt grundsätzlich alles auf, was man mit den eigenen Fingern noch gerade drücken kann. Ein paar tiefgefrorene Himbeeren lassen sich also unkompliziert beigeben. Auch grober Speck in einem Gemüsetopf wird zerkleinert, ohne dass sich Fleischfasern um das Flügelmesser legen. Bei beigegebenen Eiswürfeln habe ich den Pürierprozess aber lieber abgebrochen. Für diese Ausbaustufe sollte man sich besser einen Standmixer zulegen. Pro Reinigung: Die Doppelknopfsicherung drücken, den Stab abdrehen, kurz unter warmes Wasser halten und fertig. Meistens jedenfalls. Bei öligen Speisen sollte man schon eine ordentliche Reinigung mit einem Schwamm oder Lappen erwägen (siehe Schwamm-Mörder-Theorem). Pro/Contra Bedienung: Der Philips HR1604/00 ist im Vergleich zu ähnlich bepreisten Stabmixern durchschnittlich laut. Man sollte den mitgelieferten Messbecher von 500ml Füllvermögen als konstruktiven Hinweis der Ingenieure auffassen, und sich auf diese Püriermengen beschränken. Größere Suppentöpfe zu bearbeiten kann schon etwas nervig sein. Das Gewicht ist insgesamt in Ordnung. Die Vibrationen sind erträglich und für die durchschnittlich kurzen Pürierzeiten von 3 bis 10 Sekunden bei maximal 500ml nahezu optimal. Das leider nur ca. 1 Meter lange Kabel kann ärgerlich sein, wenn die Küche nicht mit entsprechenden Steckern beseelt ist. Der Stecker selbst ist schmal und passt daher auch in Schweizer Steckdosen ohne Adapter. Fazit: Optimal für 1-2 Personenhaushalte und Speisen zwischen Raumtemperatur und Kochstufe.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen
Gott ist immer da, wo wir nicht nach ihm suchen., 11. April 2013
"How will you measure your life?" Der Titel dieses 2012 erstmals veröffentlichten Buches von Clayton M. Christensen hatte mich einige Zeit so beschäftigt, dass ich zunächst die einschlägigen Normen des Deutschen Instituts für Normung e.V. studiert habe. DIN 1319-1 hat mir nahe gelegt, dass ich eine Messgröße (mein Leben), ein Messobjekt (mich), ein Messergebnis und eine wahrscheinliche Messunsicherheit berücksichtigen muss. Natürlich bedarf es nach DIN 1319-2 auch eines Messmittels und deren Anwendung, um ein Messergebnis zu bekommen. Letztlich geht es nach DIN 1319-3 um die Ermittlung von Messwerten und um die Auswertung von Messungen. Mir war schon klar, dass eine solch tiefgehende Frage, einer ziemlich komplexen Beantwortung bedarf. Umso erstaunter war ich dann, dass dieses Buch diese Frage eigentlich gar nicht adressiert. "That is not what I intend with this book. There are no quick fixes for the fundamental problems of life. But I can offer you tools that I'll call theories in this book, which will help you make good choices, appropriate to the circumstances of your life." (S. 10) Es geht also nicht um die fundamentale Frage, was man im Leben erreichen will, wie man sein Leben führen will, woran man erkennt, dass man sein Leben so geführt hat, wie man es mochte. Genau genommen ist es eine teilweise durchaus interessante Zusammenstellung von Fallstudien der Harvard Business School, einiger längst veralteter Lehrmeinungen zum Thema Motivation, küchenpsychologischer Meinungen zur Erziehung von Kindern, ein paar wenig unterhaltsamer Anekdoten aus dem Familienleben der Christensens und einer fast magischen Kraft, dass Ganze irgendwie zwischen zwei Buchdeckeln zu pressen. Chapeau! a.) Die Fallstudien sind in der Tat sehr interessant und lehrreich. Die Beschreibung des Niedergangs vom Video/DVD Verleiher Blockbuster (S. 179 ff.) verdeutlicht sehr eindringlich, warum strategische Entscheidungen etablierter Unternehmen den Status-quo vernachlässigen sollten: "[..] failure is often at the end of a path of marginal thinking, we end up paying for the full cost of our decision, not the marginal costs, whether we like it or not." (S. 183) Wer hier ein wenig tiefer in die Materie einsteigen möchte, dem sei das wesentlich bessere Buch 'The Innovator's Dilemma' vom gleichen Autor empfohlen. "Walmart is another great example. Many people think Sam Waltom, Walmart's legendary founder, as a visionary. They assume he started his company with a plan to change the world of retailing. But that's not what really happened. [..] Legend has it, his wife said in no uncertain terms that she would not move to Memphis. [..] That, ultimately, taught Walton the brilliant strategy of opening his large stores only in small towns - thereby preempting competition from other discount retailers." (S. 47) Ein Beispiel für die notwendige Adaptionsfähigkeit von Unternehmensstrategien. b.) Die Essenz der im Werk präsentierten Ratschläge zur Karriereplanung ist: "There's an old saying: find a job that you love and you'll never work a day in your life." (S. 39) Konzentriere Dich auf das, was Dich antreibt. Finde eine Aktivität, in der dieser Antrieb nicht durch schlechte Rahmenfaktoren wie geringe Bezahlung, schlechter Chef etc. untergraben wird. Sei nicht zu verbissen in der Verfolgung eines bestimmten Lebensweges, sondern öffne Dich Optionen, die ein Dein Leben kommen. Etc. pepe. c.) Etwas ärgerlich sind die Kapitel 5 bis 9 unter der Gesamtüberschrift "Finding Happiness in Your Relationships". Hier sticht zu sehr das konservativ-christliche Weltbild des Autors durch. "We decided we wanted our children to have an instinct to oben God." (S. 167) Daher kann auch nur jemand Glück im Leben haben, der 1. verheiratet ist, 2. mit jemanden des anderen Geschlechts, 3. mit demjenigen Kinder hat und 4. wo die Mutter daheim bleibt. Beleidigend empfand ich, dass hier ein Vergleich konstruiert werden soll, zwischen dem outsourcing von Produktionsschritten des Unternehmens Dell an Asus mit dem "outsourcing" der Kinderbetreuung und -erziehung an Krippen und ähnlichem. Auch wenn man das so sieht, so muss man derartige Psydobezüge in der Tat nicht herstellen. Insgesamt ein Buch mit einigen guten Stellen aber insgesamt eher nicht lesenswert.
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Der Konvoi
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von Lukas Hartmann Broschiert |
| Preis: EUR 9,90 |
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3.0 von 5 Sternen
die Ahnung eines großen Romans, 10. April 2013
Am 11. November 1918 wurde im „Wagen von Compiègne“ die Beendigung der Kampfhandlungen zwischen dem Deutschen Kaiserreich und den Streitkräften der Entente vereinbart. "Noch am Vorabend war es ruhig gewesen im Dorfschulhaus, und Samuel hatte sich zur Nacht aufs Stroh gelegt wie schon oft; aber er wusste, dass es bald losgehen würde gegen die Roten. Im Morgengrauen kamen die Befehle." (S. 10) So beginnt der Roman am 12. November 1918 und umspannt die folgenden drei Tage im Leben des Dorflehrers und zum Militär abgeordneten Lanzer Samuel Brülhart. Der Befehl lautet, die Gesandtschaft der Sowjetunion in Bern außer Landes zu schaffen, um revolutionäre Umtriebe in der Eidgenossenschaft abzuschwächen. Aus dieser Rahmensetzung ließe sich nun ein politisches Meisterwerk über die durchaus fragliche Wehrfähigkeit bürgerlicher Demokratien gegen aufbrechende totalitäre Systeme der Massen entwickeln. Ich erträume leidenschaftliche Diskussionen über die historisch unbeantwortete Frage, ob der Zweck die Mittel heiligt? Ich sehe die Kraft einer Idee, deren Zeit gekommen war, an der Konsequenz des status-quo untergehen. Ich weiß, das hier Schlachten der Vergangenheit geschlagen werden könnten. Nun, "Der Konvoi" belässt es bei sporadischen Andeutungen eines solchen Meisterwerkes: "Das Erbrecht ist Diebstahl am Volk." (S. 62) Man könnte aus diesem Befehl auch eine psychologische Reflexion erarbeiten, in denen Lügen, Manipulationen, Täuschungen und Intrigen die Natur des Menschen offenlegen. Man könnte - wenn man wollte - muss man aber nicht. "Ein kleiner schlauer Triumph brachte etwas Füchsisches in die Miene des Wirts. Nein, Herr Leutnant. Wissen Sie, was ich tue? Ich streike. Wenn heute doch überall gestreikt wird, dann streike auch ich." (S. 69). In der Tat, Sehr füchsisch. Man könnte nun auch einen Liebesroman in Anlehnung an die Volksballade "Es waren zwei Königskinder" ersinnen. Es waren zwei Königskinder, die hatten einander so lieb, sie konnten beisammen nicht kommen, das Wasser war viel zu tief. Sinngemäß: Es waren zwei völlig Fremde, die gewonnen einander recht lieb, sie konnten beisammen nicht kommen, die Zeit war einfach nicht reif. "Ich möchte unter vier Augen mit dir sprechen, sagt Samuel leise, beinahe ohne Atem. Ich habe über vieles nachgedacht. Ach so? Helenes Erstaunen klingt gekünstelt." (S: 152) Leider klingt auch diese Nicht-Beziehung der beiden Protagonisten ziemlich gekünstelt. Man vergleiche nur das mögliche Ende - da hört man Glöcklein läuten, da hört man Jammer und Not; hier liegen zwei Königskinder, die sind alle beide tot - mit dem tatsächlichen: "Elena Gogobaridse blieb, als Übersetzerin und Protokollantin, bis zu Lenins Tod im Umkreis des Politbüros. Danach taucht ihr Name nur noch sporadisch auf. Ihre Spur verliert sich in der Zeit der stalinistischen Säuberungen." (S. 193) Nun, mich hat dieser Roman zum Nachdenken, zum Fantasieren, zum Einfühlen angeregt. Nicht weil er das tatsächlich tut, wohl aber, weil er es könnte.
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