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Rezensionen verfasst von
Rappel "1974ra"

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Ein Pakt mit dem Teufel: Roman
Ein Pakt mit dem Teufel: Roman
von Anne Perry
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Super spannend, etwas konstruiert, 27. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Ein Pakt mit dem Teufel: Roman (Taschenbuch)
19. Jh, viktorianisches Zeitalter: an der Themse wird die Leiche einer Frau gefunden. Sie ist bestialisch ausgeweidet, die vermeintliche Täterin schnell gefunden. Aber - stimmt das Motiv oder steckt hinter den Morden eine Intrige, die in höchste Tegierungskreise geht?
Immer klarer wird, dass Opiumhandel hinter den Morden steckt - der damals noch legal ist, aber eingeschränkt werden soll. Das würde eine Menge Menschen um eine Menge Geld bringen ...
Die Geschichte ist ausgesprochen spannend und gut erzählt. Ein Schwachpunkt ist sicher die Glaubwürdigkeit - manches ab der Story ist wohl etwas an den Haaren herbeigezogen ... Die Tusammenhänge wirken manchmal stark konstruiert, man glaubt der Autorin nicht immer.
Dennoch haben meine Mutter und ich das Buch beide verschlungen und in einem Zug durchgelesen - und auf das Gebannt- und Gespanntsein kommt es bei einem Krimija schließlich an!


Einfach Genial (Spiel), Reiseedition für Zwei
Einfach Genial (Spiel), Reiseedition für Zwei

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wirklich einfach und recht unterhaltsam, 15. September 2012
Gute Spiele für Zwei sind recht dünn gesät. Das ist eines. Die Regeln sind nichtschwer, nach einmal durchlesen hat man sie verstanden. Trotzdem ist das Spiel auch nach mehreren Durchläufen noch nicht langweilig, weil der Spielverlauf immer anders ist. Glücksfaktor und Strategie halten sich schön die Waage, man muss ein bisschen Hirn einsetzen, um zu gewinnen, aber nicht so viel, dass man nicht plaudern nebenher könnte ... Mir und meinem Sohn (14) gefällt dasSpiel sehr gut. Einen Stern Abzug gibt's, weil die Reiseedition zwar klein und handlich ist, aber die Steine nicht gut vor dem Verlieren gesichert sind. Vor allem die Stecker zum Rechnen der Punkte fallen sehr leicht raus - und da sie sehr klein geraten sind, findet man sie auch nicht leicht wieder. Leute mit klobigen Händen oder ältere Menschen könnten sich auch beim Halten schwertun. Sonst aber wirklich toll!


Brichtst du auf gen Ithaka...: Sämtliche Gedichte Griechisch - Deutsch
Brichtst du auf gen Ithaka...: Sämtliche Gedichte Griechisch - Deutsch
von Konstantinos Kavafis
  Gebundene Ausgabe

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein toller Dichter, ein schönes Buch, 9. September 2012
Vorweg, dieses Buch hat fast 5 Sterne verdient. Der Wernutstropfen liegt in den Übersetzungen, die zwar nicht schlecht, aber auch nicht immer zufriedenstellend sind. Klar, Maches davon ist auch GeschmCkssache ... aber yia und okeanos hätte ich beispielsweise lieber mit Erde und Ozean übersetzt gehabt denn mit Welt und Meer. Das sind Feinheiten, aber darum geht es doch letztendlich auch in der Lyrik.
Sonst ist dasBuch großartig, schöner Einband, schöne Aufmachung.
Es enthält alle Gedichte von Kavafis, die er zu Lebzeiten autorisierte, rechts immer das griechische Original, links die deutsche Übersetzung. Auch wenn ich mit den Übersetzungen nicht immer glücklich war, helfen sie doch enorm, dieOriginale zu verstehen, wenn man, wie ich, im Neugriechischen nicht gerade sattelfest ist (habe gutes B1 Niveau).
Besonders gut gefallen haben mir die historischen Hintergründe zu den Gedichten im Anhang, die ruhig noch etwas ausführlicher ausfallen hätten dürfen, und Angaben zu Entstehungszeit etc. Auch den Einführungsaufsatz fand ich sehr hilfreich.
Dass die Gedichte dieses griechischen Weltklassedichters wunderschön sind, steht außer Frage. Wer Lyrik mag, wird Kavafis lieben. Die Bandbreite seiner Werke reicht von einfühlsamem - Tod, jugend, Alter, ... über sozialkritisches bis hin zu historisierenden Baladen. Eine gewisse Schwere haben sie alle gemein, sind aber nie trostlos. Mein Liebling ist Cheria, Kerzen ...


Paratuga kehrt zurück, Erzählungen,
Paratuga kehrt zurück, Erzählungen,
von Jürg Federspiel
  Broschiert

5.0 von 5 Sternen Skurril, 9. September 2012
Zwischen Schmunzeln und Schaudern ist man bei dieser Erzählung hin und hergerissen. Der Ich-Erzähler und sein Halbfreund!!! Partuga: Was sie erleben oder auch nicht, erfahren wir in dieser eher kurzen, aber extrem fesselnden Erzählung. Alles bleibt surreal, die eigentliche Handlung ist gar nicht so wichtig und doch in hôchsten Maße spannend. Da kommt die Tochter Hitlers ins Spiel, die eigentlich Jüdin ist - aber ohne Exil hätten sich ihre Eltern nicht kennen gelernt, also gäbe es sie ohne Hitler nicht ...
Dieses Buch ist nicht zu erklären, man muss es lesen. Ich finde es toll - obwohl ich kein Fan des Surrealismus bin. Aber es ist in all seinem Surrealismus so handfest und witzig. Ein Buch voller Wisersprüche. Unbedingt empfehlenswert!


Jane Eyre (Penguin Classics)
Jane Eyre (Penguin Classics)
von Charlotte Brontë
  Taschenbuch
Preis: EUR 6,60

5.0 von 5 Sternen Ein Klassiker der viktorianischen Zeit, 4. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Jane Eyre (Penguin Classics) (Taschenbuch)
Als Charlotte Brontes 'Jane Eyre' im Jahr 1847 veröffentlicht wurde, war es nicht selbstverständlich, dass Frauen überhaupt Bücher schreiben, und wenn doch, dann meist unter männlichen Pseudonymen und inhaltlich angelehnt an männliche Vorbilder.

'Jane Eyre' dagegen ist einer der ersten echten Frauenromane ' und zwar im besten Sinne des Wortes. Sozialkritisch wird hier die Stellung der Frau an sich, und vor allem die zwiespältige Stellung der arbeitenden Frau aus besserem Hause, dargestellt. Dazu gesellt sich eine rührende Liebesgeschichte, Betrachtungen über Religiosität und ein Plädoyer für angst- und gewaltfreie Kindererziehung.

Jane Eyre ist ein Waisenkind. Ihre Mutter stammt aus einer reichen Familie, wurde aber verstoßen, als sie einen mittellosen Mann heiratete. Als beide kurz nach der Geburt der ersten Tochter starben, kam diese zu Verwandten, die sie zwar aufnahmen, aber nicht akzeptierten. Jane Eyre fällt also schon als Kind zwischen die gesellschaftlichen Schichten. Sie ist kein Dienstbote und keine Hausherrin. Sie ist nichts und damit auch nichts wert. Dementsprechend schlecht wird sie behandelt und schließlich von der Familie weggeschickt.

Sie landet in Lowood School, einer religiösen Bildungseinrichtung für mittellose Mädchen aus sogenannter guter Familie. In dieser caritativen Einrichtung hungert sie, arbeitet hart, erhält aber auch gute Bildung. Und sie findet in der aufopfernden Helen eine Freundin.

Während Jane ihr Schicksal nicht akzeptiert, sondern trotz ihrer schüchternen Art immer wieder mutig auf das Leben zugeht, findet Helen Trost in Gottes Willen. Und der lässt sie schließlich sterben.

Jane steht nach abgeschlossener Ausbildung ein Leben als Lehrerin in Lowood bevor. Doch ihr genügt das nicht. Sie macht einen für die damalige Zeit ungewöhnlichen Schritt: sie inseriert in einer Zeitung um die Stelle einer Gouvernante und findet sie auch. So kommt sie nach Thornfield und lernt ihren Master Mr. Rochester kennen.

Er ist wie sie und doch auf ganz andere Weise eine ungewöhnliche, unkonventionelle Persönlichkeit und die beiden entdecken sehr schnell ihre Sympathie für einander. Doch Mr. Rochester hat ein dunkles Geheimnis, wie es in viktorianischen Romanen kaum fehlen darf.

Jane liebt ihn, weil er sie gleichberechtigt behandelt. Als Gouvernante sitzt sie ' und das wird im Buch sehr anschaulich beschrieben ' nämlich zwischen allen Stühlen. Sie ist gebildet wie eine Herrin, aber arm und abhängig wie eine Dienstbotin. Rochester liebt Janes ruhige, unscheinbare Stärke. Er möchte Jane heiraten, verschweigt ihr allerdings, dass er bereits eine Frau hat. Diese ist geisteskrank und im Haus eingeschlossen. Unmittelbar vor der Trauung von Jane und Mr. Rochester kommt die Wahrheit heraus. Jane verlässt Thornfield, baut sich eine neue Existenz auf und kommt zu Geld.

Erst als sie Mr. Rochester auch finanziell einigermaßen ebenbürtig ist, begibt sie sich auf die Suche nach ihm. Am Schluss steht natürlich ein Happy end. Er ist verwitwet, die beiden heiraten und werden glücklich.

Jane Eyre ist eine Heldin ohne Pathos, eine schüchterne Kämpferin, deren einzige Waffe starker Wille ist. Auch wenn die Probleme, die sie überwindet, aus einer anderen Zeit stammen, hat der Inhalt des Buches nicht nur historische Bedeutung. Darüber hinaus ist die Sprache, in der Charlotte Bronte schreibt, wunderschön. Wer kann, sollte das Buch unbedingt im Original lesen!


Lustige Geschichten auf Griechisch
Lustige Geschichten auf Griechisch
von Dimitris Triadafillu
  Sondereinband

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lustig, kurz und relativ einfach, 11. Mai 2010
Die Bücher für Leute, die griechisch lernen, sind dünn gesäht. Wer etwa A2-Niveau erreicht hat, für den sind echte Romane noch zu schwierig und die Lehrbuchtexte aus dem Kurs vielfach schon zu langweilig. Die lustigen Geschichten sind da eine nette Abwechslung. Sie sind kurz und daher schnell mal zwischendurch eingestreut, zumeist recht einfach und machen deshalb auch Spaß. Hohes Niveau den Inhalt betreffend darf man sich natürlich nicht erwarten, aber darum geht es bei diesen Texten, die auch recht gut im Griechischunterricht verwendet werden können, gar nicht.
Die Vokabelerklärungen sind, was ich sehr positiv finde, jeweil direkt beim Text. Man blättert also nicht lange herum. Die Auswahl ist etwas zu hinterfragen. Ohne zusätzlichesw Wörterbuch geht es bei A2-Niveau nicht immer.


Die Eleganz des Igels: Roman
Die Eleganz des Igels: Roman
von Muriel Barbery
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,90

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Philosophisch großartig, menschlich platt, 11. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Eleganz des Igels: Roman (Taschenbuch)
Eine hochintelligente und autodidakt gebildete Concierge (Renee Michel) und ein ebenso kluges 12-jähriges Mädchen (Paloma Josse) machen sich abwechselnd Gedanken über die Welt. Beide versuchen in der realen Welt ihre Intelligenz zu verbergen, beide geben sich ihren Geistesräuschen nur heimlich hin. Erst als ein älterer Japaner (Kakuro Ozu)in das Haus, in dem die beiden leben, einzieht, lüftet sich ihr gemeinsames Geheimnis. Das Bildungstriumphirat, das daraus entsteht - ergänzt noch um eine lebenskluge Putzfrau - ist allerdings nicht von langer Dauer. Als die Geschichte zum Märchen zu werden scheint: reicher eleganter Mann (Ozu) verliebt sich in arme, hässliche aber kluge Sutterainbewohnerin (Michel) - endet der Roman tragisch.

Der Plot an sich, also als Idee, ist hervorragend. Zwei parallel schreibende Außenseiterinnen, die sich in ihren Gedanken über die Welt treffen, streifen, manchmal auch querlegen, ohne überhaupt voneinander zu wissen. So weit ist auch die Ausführung hervorragend: Da wird mit Husserls Phänomenologie jongliert, der Philosoph selbst respektlosest aufs Korn genommen und eine seiner Thesen - wenn auch nicht ganz richtig - aber dafür umso amüsanter - zerpflückt. Das macht Spaß - selbst wenn man Husserl nicht kennt oder Kant oder Hegel, wobei ein bisschen philosophische Vorkenntnis für das Lesevergnügen durchaus von Vorteil ist! An anderen Stellen wiederum sind keine Vorkenntnisse nötig, wenn Alltagsweisheiten brilliant formuliert werden. So wird beispielsweise viel über das Wesen von Katzen gesagt, die doch eigentlich für uns hauptsächlich die Aufgabe haben, bewegliche Dekorationsgegenstände zu sein.

Umso mehr wird natürlich vom Wesen der Menschne erzählt. Doch leider, wenn es raus aus der Theorie rein ins praktische Erzählen geht, wird vieles platt. Da sind die Charaktäre selbst, die wenig vielschichtig gezeichnet sind, sondern entweder einfach dumm und böse oder klug und gut sind. Die Schilderung der degenierierten, reichen Gesellschaftsschicht des Nobelhauses in dem Madame Renee Michel als Concierge dient, ist sehr platt und klassenkämpferisch. Bis auf wenige Ausnahmen sind alle degereriert und dumm. Die es nicht sind, scheitern (fast) - wie Jean, der nur mit Mühe der Drogensucht entkommt oder Plaoma, die zweite Hauptprotagonistin, deren Ziel es ist, sich an ihem 13. Geburtstg umzubringen und die Wohnung abzufackeln. Ihre Mutter ist dumm und psychotisch, die Schwester snobistisch, ... Auch an Mr. Wunderwuzzi Kakuro Ozu, den Japaner, bei dem schließlich die Fäden der "Guten, Klugen" zusammenlaufen, kann ich nicht glauben. Warum ist nur er so frei von Standesdünkel und Angst vor Gerede? Was macht ihn, der doch eigentlich eher farblos bleibt, zur so starken Person, dass er gesellschaftliche Muster, die bis dahin als unüberschreitbar dargestellt werden, Gräben zwischen arm und reich - mit einem Fingerschnippen überwindet? Auch die Freundschaft zwischen der Putzfrau und der Concierge kann man nicht nachvollziehen.

Dort, wo es menschlich wird, wird die Erzählung blass und schwach. Dort, wo der Roman reale Geschichten erzählt, wird er zur Farce, ist er nicht gut. Wo seine Protagonisten hingegen philosophieren und sich eine Welt abseits der Welt zusammenzimmern, dort ist er köstlich - und so originell, dass ich immer noch 4 Sterne verleihe.

Zu einem letzten Wermutstropfen noch: der Übersetzung. Die mag in vielem gut gelungen sein. In einem nicht: der Grammatik. Madame Michel ist so versessen auf richtige Sprache, auf richtige Gramnmatik, da ist es doch zu dumm, dass der Übersetzerin gleich mehrere Fehler passieren (unter anderem ein Dativ statt eines Genitivs) u.ä. Hier hätte ein besseres Lektorat Wunder wirken können!


Was ist Kunst?: Positionen der Ästhetik von Platon bis Danto
Was ist Kunst?: Positionen der Ästhetik von Platon bis Danto
von Michael Hauskeller
  Taschenbuch

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Philosophie zum Verstehen, 3. Mai 2010
Ob Platon, Aristoteles, Kant, Schiller oder Adorno - dieses Buch macht eindringlich, knapp und klar philosophische Positionen greifbar. Hier erfährt man nicht nur die Position der jeweiligen Philosophen zur Kunst, sondern bekommt einen kleinen Einblick in ihre allgemeinen Denkmuster. Einen ganz kleinen natürlich nur, denn jeder Aufsatz ist nur wenige Seiten lang. Aber dafür sehr pointiert und ein fantastischer Einstieg. Dass nicht alles erklärt werden kann, ist klar. Wer mehr wissen will, soll sich die Originalwerke der Autoren kaufen.


Die Bücherdiebin. Roman
Die Bücherdiebin. Roman
von Markus Zusak
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alles nur beinahe, aber ganz toll, 24. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Bücherdiebin. Roman (Taschenbuch)
Liesel ist die Bücherdiebion. Ihr Bruder schafft es nur beinahe zu den Pflegeeltern, er stirbt am Weg. Liesels bester Freund Rudi schafft es nur beinahe, wie Jesse Owens über alle Laufdistanzen zu siegen. Liesels Pflegefamilie, die Hubers, retten den Juden Max vor den Nazischergen auch nur beinahe.

Ja, Liesel stielt sogar nur beinahe. Das erst Buch findet sie im Schnee, das zweite rettet sie aus dem Feuer der nationalsozialistischen Bücherverbrennung. Die restlichen stielt sie zwar tatsächlich aus der Bibliothek der Frau des Bürgermeisters, aber die weiß davon und lässt es zu, hinterlegt der Bücherdiebin Liesel sogar Plätzchen und Briefe.

Nur eines tut Liesel ganz: sie gewinnt alle Herzen - das des Lesers, die ihrer Umgebung, ja, sogar das des Todes. Kein geringerer nämlich als der personifizierte Tod erzählt Liesels Geschichte und damit auch die unterschiedlichster Menschen während der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland. Die Geschichte des Landes wird auf das kleine Dorf Molching heruntergebrochen. Hier gibt es Nazis, Wiederständler, Mitläufer, Uninteressierte - wie überall auch. Und sie alle - selbst die Nazibonzen - sind als Menschen geschildert. Umso mehr - gerade weil sie nicht wie Monster daherkommejn - treffen ihre Taten und Sprüche den Leser.Generell gibt es keine billige Klassifikation von Gut und Böse in diesem Buch. Alle sind Menschen - mit Fehlern und guten Seiten, besser oder schlechter, aber nie absolut gut oder böse. Das Buch ist keine "Abrechnung" mit dem Nationalsozialismus. Es zeigt die Greuel im Großen wie im einzelnen Leben, aber auch die kleinen menschlichen Freuden inmitten von Terror und Hunger: Kinderspiele, ein gelutschtes Bonbon - und unheimlich viel Liebe inmitten von ganz viel Hass.

Es ist erstaunlich wie gut einem australischen Autor das Lokalcolorit eines bayrischen Dorfes gelang. Einen Teil trägt dazu sicher auch die hervorragednde Übersetzung bei, wobei ich mich frage, wie Saumensch und Kipferl im Original heißen.

Ich habe das Buch verschlungen, habe geweint und manchmal gelächelt. Und ich werde es bestimmt nochmals lesen, denn es steckt so viel an Geschichte, aber auch einfach Menschlichem darin, dass man gar nicht gleich alles fasst.

Ein ganz besonderes Extra sind die Zeichnungen, die das Buch beinhaltet. Der Geschichte nach fertigt der Jude Max, den Liesels Pflegeeltern bei sich verstecken, sie für Liesel an. Denn nicht nur Wörter haben Macht, wie nicht nur Liesel, sondern auch die Propagandamaschinerie der Nzis weiß, sondern auch Bilder. Schade nur, dass man den Namen der tatsächlichen Zeichnerin nur als Randnotiz im Nachwort erfährt. Das ist aber auch der einzige winzigkleine Mangel, der mir einfällt.


Duden - Im Zweifel für den Genitiv: Die meistgestellten Fragen an die Dudenredaktion
Duden - Im Zweifel für den Genitiv: Die meistgestellten Fragen an die Dudenredaktion
von Dudenredaktion
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein schwacher Abklatsch, 5. Juni 2009
... von Bastian Sicks "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod".
Auch hier handelt es sich um Glossen zu verschiedensten Themen rund um die Stilsicherheit beim Bewegen in der deutschen Sprache. Und zugegeben, die Artikel sind etwas übersichtlicher geordnet als bei Bastian Sick. Hier handelt es sich ja auch nicht um einzelne Zeitungsartikel, die zusammengefasst wurden, sondern um ein durchgeplantes Sachbuch.
Die Inhalte sind klar und einfach aufbereitet, Vorkenntnisse braucht man kaum.So weit so gut.

Beim Lesen fragt man sich aber doch, welchen Zweck das dünne Büchlein denn erfüllen soll. Ein Nachschlagewerk ist es nicht - ein echtes Grammatikbuch auch nicht. Ein Buch, mit dem man auf unterhaltsame Weise quasi so ganz nebenbei auch noch was lernt? Na ja ... hier wird es eben zu einem schwachen Abklatsch von Bastian Sicks Klassiker. Dieses Duden-Bändchen ist nämlich nicht halb so unterhaltsam. Es verfügt kaum über Sprachwitz oder besonders pointierte Formulierungen. Einzig die Illustrationen, deren es erfrischend viele gibt, lockern das Ganze auf.
Ich finde das Buch nicht schlecht. Nochmals kaufen würde ich es aber nicht.


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