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Rezensionen verfasst von
javelinx
(TOP 100 REZENSENT)   

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The Fence And Then The Trees
The Fence And Then The Trees
Preis: EUR 2,49

4.0 von 5 Sternen Nichts für Zartbesaitete oder Romantikfans, 5. April 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Fence And Then The Trees (Kindle Edition)
Jack Carber ist ein ziemlich harmloser Kleinkrimineller, der sich mit Versicherungsbetrug über Wasser hält. Trotz einer gewissen Gerissenheit ziemlich gutgläubig, erwischt es ihn völlig kalt, als ihn seine Komplizen übers Ohr hauen und er durch einige unglückliche Zufälle in einem Hochsicherheitsgefängnis für schwere Jungs landet und auch noch mit einem der gefährlichsten Typen überhaupt in eine Zelle gesteckt wird. Seine Chancen, halbwegs unbeschadet wieder rauszukommen, schwinden beinahe stündlich...

Bisher haben mir die Bücher von JF Smith ziemlich gut gefallen, selbst die Kriegsgeschichten in LATAKIA waren trotz der Kampfeinsätze vom Gewaltnivau her immer noch eher gemässigt. Auf eine Gefängnisgeschichte war ich neugierig, und zunächst schien es absehbar, wie die Handlung läuft, wenn zwei mehr oder weniger gefährliche kriminelle Typen in einer Zelle landen. Was dann tatsächlich passiert, hat mich total überrumpelt und fast von Anfang an aus meiner Komfortzone herausgeschleudert.

Jack, ein eher harmloser Kleinkrimineller, der nach dem Tod seiner geliebten Eltern auf die schiefe Bahn geraten ist, landet in einem Knast für harte Jungs. Seinen Schock, was ihm dort widerfährt, kann der Leser ab dem ersten Schritt hinter Gittern mitverfolgen - und die Story hat es in sich, hier wieder einem rein gar nichts geschenkt. Zunächst denkt Jack noch ziemich naiv, er könnte sich in der Hackordnung mit seiner Menschenkenntnis als Schwindler, der sich nicht scheut, die Fäuste zu schwingen, irgendwie durchmogeln. Weit gefehlt. Es dauert nicht lange, bis er zwischen die rivalisiernden Gangs gerät, und ihm bleibt nichts erspart - Gewalt, Vergewaltigung, die Wachen, die wegschauen, Erniedrigung und sogar Verstümmelung - es gibt kein Entkommen. Diese bittere Lektion muss er durchlaufen, vor er seinen Zellenmitbewohner Adder auch nur annähernd kennenlernt. Und Adder ist der Schlimmste von allen - ein muskelbepackter Riese, der kein Wort redet und einen bei der geringsten vermeintlichen Beleidigung, ohne eine Miene zu verzeihen, einfach krankenhausreif schlägt. Sogar die Wärter haben vor ihm Angst und nähern sich ihm nur mit einem Taser bewaffnet. Was nachts in der Zelle stattfindet, lässt sich mit Worten fast nicht beschreiben. Jack sucht krampfhaft nach einem Ausweg, aber zwischen den rivalisierenden Gangs und den abgestumpften Wachen scheint niemanden zu interessieren, was ihm widerfährt.

Die Story schildert schonungslos den Gefängnisalltag, und obwohl man sich nur zu gut vorstellen kann, wie realistisch dies dargestellt wird, war ich mehrmals kurz davor, mit Lesen aufzuhören. Gewalt ist nicht mein Ding, Realismus hin oder her, und wie aus diesem brutalen Hintergrund noch die vermutete Liebesgeschichte entstehen sollte, war mir ein Rätsel. Zunächst habe ich nur weitergelesen, weil mir bisher alle Bücher des Autors gefallen haben - und irgendwann will man dann wirklich wissen, wie Jack, der auch im Knast eine gewisse Grundanständigkeit nie verliert, Adder überlebt. Der ist eine Größe für sich und fasziniert auf eigene schreckliche Weise. Mich hat er an den Indiander aus "Einer flog übers Kuckucksnest" erinnert, auch die brutale Parallelwelt im Gefängnis hat mich an die Geschichte erinnert. Ich wurde fast gegen meinen Willen in die Geschichte weiter hineingezogen und wollte wissen, ob und wie Jack da wieder rauskommt, was es mit Adder auf sich hat, und wie es mit den beiden weitergeht.

Und hier hat J.F. Smith dann auch abgeliefert - welche Geschichte hinter der scheinbar stoischen und unerschütterlichen Fassade Adders steckt und was Jack alles tut, um ihn aus seiner Erstarrung zu lösen, ist überzeugend geschildert und lässt einen nicht kalt. Die Geschichte lebt inmitten von roher Gewalt und dem Überlebenskampf von den vielen kleinen Dingen - wie Jack sich neben Adder auf seinen Stammplatz setzt und als einziger nicht von ihm umgenietet wird, über die Origami-Tiere, die er faltet, bis hin zu den Dingen, die er bereit ist, für andere zu tun, trotz allem, was ihm im Gefängnis widerfährt.

Die Story ging mir lange nicht aus dem Kopf. Das eBook ist sicher nichts für Fans von Romantik und zarten Liebesbeziehungen, aber wer eine realistische Geschichte mag, die den Leser nicht schont, sollte dieser eine Chance geben.


The Experiment
The Experiment
Preis: EUR 3,99

3.0 von 5 Sternen Die Erwartungen eher enttäuscht *2.5 Sterne*, 31. März 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Experiment (Kindle Edition)
Wie wäre es, wenn eine fremde Kultur aus dem Weltall auftaucht und von der Erdbevölkerung als Bedrohung aufgefasst wird? Und was wäre, wenn es eine Möglichkeit gäbe, einen Menschen gentechnologisch so zu verändern, dass er als Eingeborener durchgehen kann, und diesen bei den Aliens einzuschleusen, um sie zu unterwandern und auszuspionieren?

Dies sind die Grundideen dieser M/M-SciFi-Romanze, die zunächst einige Erwartungen, vor allem bei SF-Fans, erwachen lässt. Zunächst stört es auch nicht, dass die Kultur der Fremden technologisch deutlich weiter entwickelt ist als die der Menschen, die auf einer verschmutzen, verarmten, und überbevölkerten Erde leben, was natürlich Begehrlichkeiten auf die intakte Natur der Welt der Caeorleianer weckt. Dass diese im Einklang mit der Natur leben, homosexuellen Beziehungen offen gegenüberstehen, hochgewachsen, gutaussehend, und blauhäutig sind, macht sie umso interessanter, und dass sie lange Fangzähne haben und Blut trinken, stört beim Lesen nicht besonders.Bis dahin ist der Plot spannend und weckt Lust auf mehr.

Allerdings konzentriert sich die Handlung immer mehr auf den Gay-Romance-Anteil und ergeht sich in den sadistischen und widerwärtigen Versuchen der menschlichen Ärzte, die an dem Projekt beteiligt sind, und legt mehr Gewicht auf die sexuelle Beziehung der beiden Hauptfiguren, als auf die Kultur der Aliens, in die die Hauptfigur Ryker ohne Vorwarnung hineingeworfen wird.

Damit wird vom SF-Anteil der Handlung her soviel Potential verschenkt, dass man zumindest als SF-Fan nur enttäuscht sein kann (wobei ich gern zugebe, als Fan von C.J.Cherryh und ähnlichen Autoren vielleicht für einen unbekannten Autor mit zu hohen Erwartungen an die Geschichte herangegangen zu sein, nachdem der Anfang sich sehr vielversprechend angehört hat).
Die Handlung entwickelt noch einige spannende Momente und Konflikte, die sich flüssig lesen lassen, überzeugt aber auch beim Beziehunsanteil nicht immer. Besonders gestört hat mich, dass Ryker, der fünf Jahre lang misshandelt und in jeder Hinsicht gefoltert wurde, beim Anblick des ersten Aliens sofort eine sexuelle gefärbte Bindung mit ihm eingeht - ohne Kennenlernen, ohne Sprachkenntnisse, ohne jeden vorherigen Kontakt mit der Kultur, und dass er bis zum Schluss mehr ein exotisches Objekt als ein gleichwertiger Partner ist.

Weder vom SF-Anteil noch von der Liebesgeschichte her kann das eBook vollständig überzeugen. Wer gern exotische Geschichten liest, kann sich dennoch auf kurzweilige Art unterhalten lassen, wenn man nicht allzu kritisch die einzelnen Elemente hinterfragt.


The Immortal Circus: Act Two (Cirque des Immortels)
The Immortal Circus: Act Two (Cirque des Immortels)
Preis: EUR 4,99

3.0 von 5 Sternen Der Zirkus gerät in Bewegung, 31. März 2014
Drei Monate sind vergangen, seit der "Cirque des Immortels" von einer Reihe rätselhafter Todesfälle und einem heimlichen Kampf erschüttert wurde. Nach den ganzen dramatischen Vorfällen haben sich die Reihen der Unsterblichen so sehr gelichtet, dass Vivienne nun schon zum engsten Kreis gehört. Das hat nicht nur Vorteile, denn von den neuen Artisten wird sie mit Misstrauen beäugt, und dass sie damit nur noch enger unter Beobachtung steht, macht ihre Suche nach Antworten nicht einfacher. Als ein Gast sie bei einer Vorstellung anspricht und offensichtlich wiedererkennt und ein neuer Todesfall geschieht, kommen die Ereignisse mehr in Fahrt, als ihr lieb ist, die Frage wird immer drängender, ob sie wirklich ihre Erinnerungen zurückhaben will...

Im zweiten Teil der stimmungsvollen Serie um den besonderen Zirkus geht es fast nonstop zur Sache, die Ereignisse überschlagen sich manchmal förmlich. Neben dem hohen Tempo gibt es nun endlich auch erste Antworten auf die vielen ungelösten Fragen um Viviennes Vergangenheit und Herkunft, und sowohl die Andeutungen, dass da einiges Schlimmes vorgefallen sein könnte, als auch die Frage, wie es nun weitergeht, sorgen für viel Spannung. Dieser Teil der Geschichte ist klasse geschrieben und überzeugt durch viel Zirkusatmosphäre und Tempo. Auch die besondere Magie der Kontrakte, an die die Artisten gebunden sind, spielt wieder eine wichtige Rolle und ist gut ausgeführt.

Weniger überzeugend entwickelt sich die Beziehung zwischen Vivienne und Kingston; obwohl er als "sex god" beschrieben wird, vermittelte die Geschichte wenig von dem Prickeln zwischen den beiden, auch die späteren Konflikte und die Vertrauenskrise zwischen den beiden konnten mich wenig mitreissen. Gleichzeigtig entfernt sich die Handlung zusehends weg von der magisch-mysteriösen Atmosphäre des Zirkus und mündet in einem klassischen Fantasy-Plot um verschiedene Fae-Fraktionen, den man von vielen anderen Geschichten her kennt. Das ist zwar ordentlich gemacht, aber eben auch nichts Besonderes. Damit kommt es zusammen mit der weiteren Entwicklung zwischen Vivienne und Kingston zu einem Einbruch, den auch die Antworten, die man in dieser Folge über Viviennes Geschichte endlich bekommt, nicht wettmachen können.

Damit kann die Geschichte in zwei wesentlichen Punkten nicht völlig überzeugen. Mir wäre lieber gewesen, A.R.Kahler hätte den Plot weiter auf den Zirkus konzentriert und hätte sich weiterhin getraut, ausgetretene Fantasy-Pfade zu verlassen und sich auf seine besondere Welt, in der er sich als Artist auch bestens auskennt, zu konzentrieren. Trotz dieser kleineren Kritikpunkte lohnt es sich, die Serie zu lesen, und ich werde auf jeden Fall Teil 3 lesen, den man wie die anderen Folgen bei amazonPrime ausleihen kann.


Confessions of a Courtesan
Confessions of a Courtesan
Preis: EUR 3,01

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Viel besser als erwartet, 26. März 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Confessions of a Courtesan (Kindle Edition)
Die junge Lizzie führt ein behütetes und ziemlich sorgloses Leben im London des 18. Jahrhunderts. Ihr Dasein ändert sich schlagartig, als ihr geliebter Vater stirbt und sie fast mittellos zurücklässt. Hatte Lizzie anfangs noch Illusionen, sich mit einem normalen Job als Dienstmädchen oder Gouvernante durchzuschlagen, scheint ihr Glück noch einmal eine Wendung zum Guten zu nehmen, als ihr ein Bekannter eine scheinbar respektable Stellung anbietet. Lizzies Verliebtheit erlebt ebenso einen herben Schlag wie ihre naive Gutmütigkeit. Sie landet in einem Freudenhaus, und wenn sie eines gelernt hat, ist es der Leitsatz der Kurtisanen: Verlieb dich nie in einen Kunden...

Dieser historische Roman war von Anfang an eine positive Überraschung. Die Hauptfigur wird einem schon nach den ersten Seiten vertraut, und mit faszinierten Grausen erlebt man mit, was man wie einen heranrollenden Güterzug kommen sieht: das mittellose Mädchen, naiv und vertrauensselig, landet im Bordell, und all ihre jungmädchenhaften Träume und Hoffnungen werden brutal zunichte gemacht. Wäre dies ein typisches Historical, würde die Heldin irgendwie tugendhaft bleiben und wie Pretty Woman von einem adligen, reichen Wohltäter aus ihrer misslichen Lage gerettet werden.

Dass die Autorin nicht in diese Falle tappt, macht den Reiz der Geschichte aus - jetzt wird es nämlich erst richtig interessant. Mit bemerkenswerter Nüchternheit und Sachlichkeit wird der Alltag hinter dem lasziven Glanz des Bordells geschildert - nicht nur die eiserne Härte der Madame, sondern auch der Umgang der Mädchen untereinander und wie wenig glanzvoll dieses Leben ist.

Nun wäre der Zeitpunkt für Lizzie, in Selbstmitleid zu verfallen und sich ihrem Schicksal zu ergeben - weit gefehlt. Es wird noch interessanter, denn Lizzie nimmt ihr Schicksal in die Hand und beschliesst, wenn schon Kurtisane, dann richtig- mit den geeigneten Gönnern und strategischem Geschick. Dieser Teil der Geschichte ist glänzend in Szene gesetzt, und immer wieder wird es fast tragisch, als Lizzie immer wieder doch nah dran ist, die eiserne Kurtisanenregel zu brechen, und immer wieder enttäuscht wird.

Der Schluss steht der bisherigen Handlung in nichts nach, auch hier bleibt sich die Heldin auf ihre Art treu, koste es, was es wolle. Wie ihr endgültiges Leben aussieht und ob und wer sich an ihrer Seite findet, ist unerwartet und spannend.
Wer gern historische Romane liest und die gängigen Strickmuster nicht mehr sehen kann, sollte dennoch der Geschichte eine Chance geben. Ich werde jedenfalls nach weiteren Werken der Autorin Ausschau halten.


A Good and Useful Hurt
A Good and Useful Hurt
Preis: EUR 4,99

3.0 von 5 Sternen Ungewöhnlicher Mix aus Romanze, Serienmörder-Thriller und einem Schuss Dark Fantasy, 26. März 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: A Good and Useful Hurt (Kindle Edition)
Mike hat Jahre gebraucht, um mit seinen verschiedenen Tattoo-Studios seinen Lebensunterhalt finanzieren zu können und dabei sein künstlerisches Können einzusetzen. Als ihn einer seiner Kunden bittet, die Asche eines Verstorbenen in ein Tattoo mit einzuarbeiten, stutzt er zunächst, kommt dem Wunsch aber nach. Als immer mehr Kunden sich melden, will er nicht unbedingt einen Trend daraus werden lassen...

Am Anfang wirkt die Geschichte wie eine von vielen Romanzen, die um die Tattoo-Szene kreisen und in deren Mittelpunkt ein Bad Boy/und/oder gefallener Held stehen und der sich in die neue Mitarbeiterin verliebt. Dass hier eine andere Richtung mit hineinspielt, zeichnet sich ziemlich früh in der Handlung ab - immer wieder gibt es Szenen um einen bestialischen Serienmörder, der sich mit seinen Taten einen perversen Kick holt. Darüber hinaus kommt ein Handlungsstrang mit der Asche der Verstorbenen hinzu, die mit in die Tattoos eingearbeitet werden - eher ungewöhnlich. Da es den Betroffenen zu helfen scheint, glaubt man als Leser eine Weile zu ahnen, wohin die Reise geht.

Mich hat der weitere Handlungsverlauf überrascht; trotz der ungewöhnlichen Wendung nicht unbedingt auf positive Weise. Es geht nicht darum, wie die Angehörigen der Verstorbenen und Mordopfer mithilfe der Asche-Tattoos besser damit klarkommen, ihre Trauer zu überwinden; statt dessen geht die Handlung in eine übersinnliche Richtung, die einige Horror-Elemente hat. Das ist zugegebenermassen originell, war für meinen Geschmack aber so gewalttätig, albtraumhaft dunkel und grausam, dass ich das eBook immer wieder weglegen musste und nur aus Neugier doch noch fertiggelesen habe.

Wer dunkle Fantasy-und Horrorgeschichten mag, kommt hier bestimmt auf seine Kosten - mir war es einfach zuviel, und wer auf eine Bad-Boy-Romanze im Tattoo-Milieu aus ist, sollte besser um diese Story einen Bogen machen und sich etwas Zarteres aussuchen. Ich kann das Buch nicht uneingeschränkt empfehlen.


The Tattered Banner (Society of the Sword)
The Tattered Banner (Society of the Sword)
Preis: EUR 2,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Geradlinige Schwertkämpfer-Fantasy, 25. März 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Der junge Soren schlägt sich seit dem Tod seiner Eltern auf den Straßen von Ostenheim durch und lebt von der Hand in den Mund. Sein grosses Idol ist der Schwertkämpfer Amero, dessen Kämpfe er heimlich in der Arena verfolgt. Als Soren die Chance bekommt, in die Fussstapfen seines Idols zu treten, kann er sein Glück kaum fassen. Der Weg zum Erfolg ist allerdings noch weitaus beschwerlicher als erwartet..

Die klassisch anmutende Sword-and-Sorcery- Geschichte beginnt wie so viele andere auch, die derzeit auf dem eBook- Markt zu haben sind: ein junger Held zunächst unbestimmter Abstammung, der trotz vieler Widrigkeiten seinen Weg geht und sich zu einem aussergewöhnlichen Kämpfer entwickelt, allen Gehässigkeiten der Privilegierten um ihn herum zum Trotz. Da wundert es nicht, wenn er auf wundersame Weise ungeahnte magische Fähigkeiten entwickelt, und man wartet schon fast drauf, dass er trotz einiger heimtückischer Angriffe weitere Heldentaten vollbringt und eine Prinzessin rettet.

Bis zu diesem Punkt ist die Geschichte um den Underdog Soren ziemlich vorhersehbar und erinnert an eine Mischung aus "The King's Blades", ein bißchen "Harry Potter", und "Lord of the White Hell". So gut sie geschrieben ist und so sehr einem der Underdog ans Herz wächst, ist das auch der Punkt, wo man in Versuchung gerät, aufzuhören zu lesen, weil es klar scheint, wie es weitergeht.

Dennoch sollte man weiter dran bleibne, denn nun wird es erst richtig interessant. Anstatt den strahlenden, tugendhaften Helden zu geben, steigt Soren der Ruhm seiner Kamfkunst zu Kopf. Er lässt sich in Frauengeschichten und dunkle Geschäfte hineinziehen und muss nach einem unglücklichen Kampf eine Strafe auf sich nehmen. Sieht es zunächst noch so aus, als könnte er danach wieder an seine erfolgreiche Laufbahn anknüpfen, verliert er die Beherrschung und die Protektion seiner adligen Gönner, und er findet sich plötzlich wieder sehr nahe an der Existenz in der Gosse, der er einst den Rücken gekehrt hatte.
Diese Wendung vom erfolgreich aufgestiegenen Straßenjungen zum gefallenen Helden macht die Story unglaublich interessant und hat ihr von den zunächst 3 Sternen, die ich dafür vergeben hätte, noch einen weiteren beschert.

Die Handlung endet mit einem Cliffhanger, der neugierig auf die Fortsetzung macht. Nach dem ersten Teil wäre ich bereit gewesen, sie mir unbesehen herunterzuladen; die bisherigen Rezensionen lassen eher eine Enttäuschung erwarten. Ich werde sie dennoch lesen, um zu erfahren, wie es mit Sorens wechselhafter Geschichte weitergeht.


Black Dagger 12. The King (Black Dagger Brotherhood)
Black Dagger 12. The King (Black Dagger Brotherhood)
von J. R. Ward
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,95

12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wiedersehen macht Freude, 25. März 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Bei der Black Dagger Bruderschaft stehen die Zeichen auf Sturm, denn die Intrigen um den Thron des Blinden Königs ziehen sich immer enger und finsterer zusammen, und diesmal gehen die versnobten Adligen der Glymera aufs Ganze. Als wäre dies nicht schon schlimm genug, hat Wrath noch ganz andere Sorgen, denn die tausend Kleinigkeiten der Regierungsgeschäfte fressen ihn förmlich auf, er hat immer weniger Zeit für seine Shellan. Dabei hat er noch nicht einmal mitbekommen, dass Beth ganz andere Vorstellungen von Familienplanung hat als er selber..

Als der neueste Band der Serie überraschenderweise schon ein paar Tage vor dem offziellen Erscheinungstermin in meinem Briefkasten landete, war klar, wie das Wochenende aussehen würde - ich habe auch diese Folge wie immer verschlungen und das Wiedersehen mit all den vertrauten Charakteren sehr genossen. Natürlich kennt man schon einige Handlungselemente, aber die Vertrautheit, die damit einhergeht wie bei einem Wiedersehen mit alten Freunden, macht dies durchaus wett.

Wie schon der Titel verspricht, steht diesmal erneut Wrath im Vordergrund, und nicht nur die immer perfideren Kämpfe, ihn mit allen Mitteln um den Thron zu bringen, nehmen an Fahrt auf - es geht auch um seine Beziehung zu Beth und alles, was mit ihrer Beziehung zusammenhängt. Dieser Handlungsstrang zeigt Wrath von einer sehr "menschlichen" Seite, und er durchläuft eine erhebliche Weiterentwicklung, in der er mit einigen seiner Probleme Frieden findet, und es gibt eine sehr schöne Überraschung am Ende der Geschichte.

Weitere Handlungsstränge drehen sich um Assail und Sola, Trez und IAm, sowie Xcor und Layla, und einige Charaktere haben noch Nebenauftritte, unter ihnen John Matthew und Saxton. Die meisten anderen werden zumindest kurz erwähnt. Angesichts der Tatsache, dass die Serie mittlerweile in die 12. Folge geht, und den vielen Figuren, die inzwischen eingeführt wurden, kann man nicht erwarten, dass alle eine eigene Szene und Handlung bekommen - das würde den Umfang der Bände auf ein immenses Volumen aufblähen und gleichzeitig das Tempo der Handlung zum Stillstand verdammen.
J.R.Ward hat dafür eine akzeptable Lösung gefunden - der Plot geht weiter, die Hauptfiguren machen einige Veränderungen durch, und einige Nebenfiguren wie Layla und Trez wären für weitere Fortsetzungen gut.

Anstatt der vielen, oft relativ ausführlichen Rückblenden in die Vergangenheit von Wrath (dem Vater des jetzigen Wrath), die für meinen Geschmack ruhig etwas kürzer hätten ausfallen dürfen, hätte ich lieber noch mehr Action in der akutellen Zeitlinie der Handlung gelesen. Dennoch hat das Lesen und das Wiedersehen Spaß gemacht, und nachdem sich in den letzten Monaten schon einige paranormale Serien wie Sookie Stackhouse (z.T. etwas unrühmlich) verabschiedet haben, wäre es schön, wenn man noch ein paar weitere Geschichten um die Black Dagger lesen könnte.


Bitterwood (Bitterwood Trilogy)
Bitterwood (Bitterwood Trilogy)
Preis: EUR 0,00

2.0 von 5 Sternen Gute Ansätze, aber die Erwartungen nicht erfüllt, 9. März 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Der Drachenkönig Albekizan regiert mit eiserner Hand über sein Reich. Als es Zeit wird, einen seiner Söhne in einem jahrhundertalten Ritual zum Nachfolger zu bestimmen, will er sich nicht davon abbringen lassen, wie immer einige Sklaven dafür zu opfern. Für ihn wie die meisten anderen Drachen sind die Menschen eine niedere Spezies, die man genausogut ausrotten könnte, auch wenn manche von ihnen wie Haustiere gehalten werden. Allerdings hat Albekizan nicht mit dem mysteriösen Bitterwood gerechnet, der allen Drachen den Tod geschworen hat..

Anfangs liest sich die Geschichte recht interessant: ein Königreich und eine Gesellschaft, die nur aus Drachen besteht und die Menschen als herrschende Rasse auf dem Planeten abgelöst haben, mit allen Folgen und Konsequenzen - eine erbliche Thronfolge, Traditionen und Unterströmungen, die die bisherige Ordnung in Frage stellen. Damit hebt sich die Geschichte zunächst von den vielen anderen Fantasy-Büchern ab, die man zum Thema Drachen kennt.

Leider wird die Umsetzung dieser Grundidee im Lauf der Handlung immer enttäuschender, denn anstatt einer wirklich neuen Welt, in der die Drachen leben, präsentieren diese sich schnell als schlechte Alternative, die nur die weniger attraktiven Seiten der Menschen mit der Herrschaft von ihnen übernommen haben. Die Charaktere sind schwerfällig in Szene gesetzt und in ihren Eigenschaften einseitig überzeichnet. Der König Albekizan ist ein Tyrann, der starrsinnig auf Traditionen und Machterhalt pocht und dafür seine Söhne aufs Spiel setzt; als er seinen Willen nicht bekommt, setzt er eine Hetzjagd in Gang, bei der die völlige Ausrottung der Menschheit ein willkommenes Nebenprodukt ist. Dafür holt er einen mordlustigen Wahnsinnigen aus dem Kerker, der rund um sich herum jeden vergiftet und der ekelhafte Experimente durchführt, bei denen er Gefangene bei lebendigem Leib aufschlitzt und ausschlachtet.
Als wäre dies nicht schon schwer verdaulich genug, wird der Plot weiter belastet durch eine Reihe religiöser Fanatiker und deren Anhänger, die, anstatt zusammenzuhalten und sich gegen die Drachen zur Wehr zu setzen, einander in den Rücken fällt und damit jeden Rettungsversuch der Menschheit vereitelt.

Wer bis zu diesem Punkt der Handlung nicht aufgegeben hat, bekommt noch eine weitere Wendung des Plots präsentiert, die die Herrschaft der Drachen durch einen dystopischen Ansatz erklärt und nebenbei die Rettung einer Hauptfigur, die anders nicht mehr möglich wäre, aus dem Ärmel zaubert. Damit entsteht anstatt eines Fantasy-Szenarios ein SF-Hintergrund, der die Handlung manchmal etwas absurd erscheinen läßt - die vermeintliche Magie basiert auf Nanotechnologie, ein scheinbar unsterblicher Akteur ist eine Art humanoider Roboter im Stil von R2D2. Hier wurden offensichtlich einige Anleihen sowohl bei "Star Wars" als auch bei den Drachengeschichten von Anne McCaffrey betrieben, was die Handlung leider nicht bereichert.

Obwohl das eBook kostenlos heruntergeladen werden kann und der Anfang der Geschichte ganz vielversprechend erscheint, kann ich sie nicht weiterempfehlen - mir waren die schwerfälligen Charaktere, der unbeholfene Plot und vor allem die hemmungslose Abschlachterei und Gewalt bis hin zum Genozid an der Menschheit genauso zuviel wie der überbordende religiöse Fantatismus. Andere Leser konnten der Story offensichtlich mehr abgewinnen - also im Zweifelsfall selber lesen und eigene Meinung bilden; wer nicht auf Gewalt steht, kann das Buch getrost überspringen.


Words of Radiance (Stormlight Archive)
Words of Radiance (Stormlight Archive)
von Brandon Sanderson
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 15,11

12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine würdige Fortsetzung, 7. März 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Seit Brandon Sanderson mit THE WAY OF KINGS 2010 die Bestsellerlisten stürmte und mit dem ersten Teil der STORMLIGHT ARCHIVES neue Maßstäbe setzte, sind 4 Jahre vergangen - nicht viel, gemessen an der Zeit, die vergleichbare Autoren und Sandersons Vorgänger, Robert Jordan, brauchten, um ihre Geschichten fortzusetzen. Nicht immer hat das Ergebnis völlig überzeugt, und je komplexer der Plot und die Zahl der Akteure, umso höher schien für den Autor das Risiko, sich in dem Plot zu verlieren und den Handlungsbogen zum Erliegen zu bringen.
Die Erwartungen an Teil 2 der Serie waren so hoch, dass es fast unmöglich schien, ihnen noch gerecht zu werden, und eine Enttäuschung für den Leser schien fast vorprogrammiert - wie sollte ein Buch den Erwartungen gerecht werden, das schon an die Spitze der Fantasy-Charts geschnellt war, vor es überhaupt veröffentlicht wurde?

Ich war ziemlich skeptisch, als ich das neue Werk in die Hand nahm; angesichts der liebevollen Aufmachung von THE WAY OF KINGS mit seinem Cover, den liebevollen Illustrationen und den Skizzen, die an Shallans Zeichungen erinnern sollten, war von vornherein klar, dass eine Kindle-Ausgabe der Fortsetzung nicht in Frage kam. Schon das ästhetische Erlebnis, den erneut über 1000 Seiten langen Band in genauso hochwertiger Aufmachung in die Hand zu nehmen und über das Papier zu streichen, begann mich wieder in die Geschichte hineinzuziehen - und wie bei Teil 1 konnte ich einfach nicht mehr aufhören. Die Geschichte hat mich mehr als einmal um den Nachtschlaf gebracht, ich habe gelesen, bis es gar nicht mehr ging, und wieder waren die vielen Seiten schnell vorbei und haben nach mehr geschrien.

Die Handlung knüpft nahtlos an Teil 1 an und stellt einige der bekannten Hauptfiguren erneut in den Vordergrund, allen voran Kaladin, den ehemaligen Sklaven und Brückenträger von Bridge Four, der inzwischen den Beinamen "Stormblessed" erworben hat und nun die Leibwache des Königs Elhokar stellt. Umringt von seinen Getreuen aus seinem Brückenteam, macht er sich daran, eine neue Kampfeinheit zu formen, die von seinen Idealen getragen wird. Dabei hat er es nicht gerade einfach, denn er steht außerhalb der Kommandostruktur der Lighteyes, nimmt kein Blatt vor den Mund, und macht sich damit nicht gerade nur Freunde. Anfangs scheint die Menge seiner Aufgaben die größte Herausforderung; je mehr die Entwicklungen voranschreiten, umso mehr wird er in die Intrigen und Machtkämpfe gezogen, und während er versucht, seine erwachenden neuen Fähigkeiten zu beherrschen, verliert er immer mehr seine eigenen Werte aus den Augen und wird in die Intrigen hineingezogen.

Wieder stellt auch Dalinar, der als die eigentliche Macht hinter dem Thron besteht, die zweite Hauptfigur der Geschichte dar. Seine Visionen machen ihn immer noch angreifbar und zum Gespött vieler; gleichzeitig vermitteln sie ihm ein überragendes Gefühl von Dringlichkeit und lassen ihn immer weniger daran zweifeln, dass er die Initiative ergreifen muss, um das Königreich vor einer herannahenden Bedrohung zu schützen. Die Hinweise sind allerdings so vage, dass er nur schwer erkennen kann, ob sein Weg der Richtige ist.

Die Dritte im Bunde ist wieder Shallan, die in unerwarteter Weise sehr früh im Plot aus dem Schatten von Jasnah Kholin heraustritt und eine bemerkenswerte Entwicklung durchmacht, die zugleich mit ihrer Vergangenheit einen Großteil der Handlung ausmacht. Mit dieser Überraschung beginnt eine Vielzahl unvorhergesehener Entwicklungen, mit denen man als Leser trotz hoher Erwartungen nicht gerechnet hätte und die das Buch über das Niveau eines Übergangsbuches und auch des Vorgängers deutlich hinausheben. Hatte man noch mit Kaladins Entwicklung vom unterbewerteteten Underdog und verkannten Helden mit moralischen Kämpfen und unerwartetem magischem Potential gerechnet, tritt Shallan ziemlich unerwartet hervor - und mit ihr die nächste Generation, verkörpert vor allem durch Dalinars Söhne, Adolin und Renarin, die sich vom arroganten Duellkämpfer und kampfuntauglichem Nerd weiterentwickeln und die nächste Generation für die kommenden Folgen der Serie in Position bringen. Das Magie-System wird ebenso vertieft und erweitert wie die Kultur der Parshendi und die verlorene Kultur der Knights Radiant, die verlorene Stadt Urishiru, die Bedeutung der Spren und vieles mehr, abgerundet durch die magischen, Matrix-Stil-geprägten Kämpfe und einigen Humor von unerwarteter Stelle.

Das Beste an der Geschichte ist, dass Sanderson nicht mit dem Enthüllen von Geheimnissen geizt - was es mit den Voidbringern auf sich hat, wird ebenso enthüllt wie die Rolle des Assassins in White, auch viele andere offene Fragen werden zumindest soweit beantwortet, dass man am Ende der epochalen Schlacht am Ende des Buches mit einem befriedigten Gefühl zurückbleibt, obwohl man natürlich am liebsten gleich weiterlesen würde. Hier zeigt sich auch, wie sehr sich Sanderson in den letzten 4 Jahren weiterentwickelt hat. Er liefert eine überaus würdige Fortsetzung, die den ersten Band in vielerlei Hinsicht übertrifft und eine Weiterentwicklung der Charaktere ebenso wie des Weltentwufs bietet. Am Schluß bleibt noch ein gewisses ungläubiges Staunen, als sich der Kreis eines wichtigen Handlungsfadens schließt und gleichzeitig doch alles ganz anders ist, als es bisher den Anschein hatte. So muß Fantasy sein.

Fazit: Klare Lese- und Kaufempfehlung für die überaus gelungene und qualitativ überzeugende Hardcover-Ausgabe, die neben dem überzeugenden Inhalt außerdem noch viel schönes Buch fürs Geld bietet.


She Has Your Eyes
She Has Your Eyes
Preis: EUR 3,49

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Stimmiger Serienabschluss, 15. Februar 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: She Has Your Eyes (Kindle Edition)
SHE HAS YOUR EYES ist der dritte und abschließende Teil der Geschichte um die Literaturprofessorin Andi Cutrone und ihren Lover/Ex-Escort, David.

In der Geschichte liefert die Autorin ziemlich überraschend eine Fortsetzung der Geschichte um Andi und Devin/David, die zunächst mit ORDINARY WOLRD abgeschlossen schien und einem endgültigen Happy End zusteuerte. Hier wird es nun in der Fortsetzung nochmal richtig interessant, weil die Story da ansetzt, wo die anderen typischerweise aufhören: Er und Sie haben sich gekriegt, liegen einander selig in den Armen, und wenn sie nicht gestorben sind... ja, und dann?

Bei Andi und David scheint es zunächst gut zu laufen: sie haben für sich das richtige Maß an Nähe und Distanz gefunden, wohnen im Haus von Andis verstorbenem Mann in Northampton, und David hätte gerne mehr. Er will heiraten, nur Andi ist - immer noch nicht - bereit dafür.

In die alltägliche Idylle eines heißen Sommernachmittags platzt eine sprichwörtliche Bombe, die die beiden erneut mit Davids Vergangenheit konfrontiert - und mit allem, was unausgesprochen immer noch zwischen ihnen steht. Damit nicht genug, muss sich Andi ebenfalls mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen, und obendrauf auch noch mit dem lieblosen Verhältnis zu ihrer Mutter. Das droht nicht nur die Beziehung zu zerreissen, sondern bringt auch Andi wieder an den Rand des Zusammenbruchs. Haben die beiden überhaupt noch eine Chance, nachdem Andi wieder in ihre alten Verhaltensmuster zurückfällt?

Dieser Blick hinter die Kulissen nach dem "Happily Ever After" bietet ein überraschendes und willkommenes Wiedersehen mit den beiden Hauptfiguren und zeigt, wie brüchig das scheinbar rosarote Glück doch sein kann und wie die Geister, die man gebannt glaubte, immer wieder an die Oberfläche kommen können. Worum es sich dreht, deutet der Titel an - wer es sich nicht schon denken kann, sollte die Story lesen, es lohnt sich. Die Handlung bezieht viel Spannung daraus, dass man wie ein heraufziehendes Unglück fast schon sehen kann, wie die beiden anfangen, ihre Beziehung vor die Hunde gehen zu lassen, und jeder so mit seinen eigenen Gefühlen und Dramen beschäftigt ist, dass er den anderen nicht mehr an sich heranläßt und gleichzeitig das Schlechteste von ihm annimmt.

Manchmal möchte man vor allem Andi schütteln, die keine besonders sympathische Figur abgibt, wenn sie aus Unsicherheit anfängt, wieder um sich zu schlagen; allerdings kommt David nicht viel besser weg. Manche Entscheidungen wirken so dumm, dass sie fast unrealistisch wirken, nur leider kann man sich andererseits nur zu gut vorstellen, wie jemand, der tief verletzt und verunsichert ist, genauso blöd reagieren kann, wie es vor allem Andi tut. Da fällt es manchmal schwer, weiterzulesen, aber man kann genausowenig aufhören.

Neben der Beziehung der beiden geht es in einem zweiten Handlungsstrang um Andis schwierige Beziehung zu ihrer Mutter, die sie noch einmal von Grund auf überdenken muss. Dieses Element birgt noch mehr Entwicklung als die Haupthandlung und rührt mehr als einmal zu Tränen. Man sieht Andi von einer Seite, die manch andere ihrer Dummheiten vergessen lässt, und bekommt einige Denkanstöße, die auch nachdem man das Buch fertiggelesen hat, noch nachwirken. Wie in Teil zwei geht es auch hier um einige schonungslose Wahrheiten des Lebens, vor denen man sich nicht einfach drücken kann; wiederum keine leichte Sommerlektüre für zwischendurch.

Damit bietet auch der dritte Teil der Serie reichlich Stoff zum Nachdenken. Im Gegensatz zu vielen anderen Romanzen, die man liest und sofort wieder vergißt, weil sie so austauschbar in ihren Charakteren und der Handlung sind, bleiben einem Andi und David bestimmt im Gedächtnis. Auch wenn einige Handlungselemente nicht unbedingt überzeugend sind, lohnt es sich die Serie zu lesen und nachdem man fertig ist, die Story zuerst noch einmal sacken zu lassen. Mir wird sie wegen der Denkanstöße bestimmt in Erinnerung bleiben.


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