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Beiträge von Chris W.
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Rezensionen verfasst von Chris W. "cw21272" (Köln)
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3.0 von 5 Sternen
The Ward - Carpenter vs. the Script, 2. April 2013
Viele Kritiken und Rezensionen, die ich zu "The Ward" gelesen habe, kommen doch sehr schnell zu einem vernichtenden Urteil. Gemessen an Carpenters richtungsweisenden Werken wie z.B. "Halloween" kann "The Ward" natürlich nur verlieren. Doch wer glaubt ernsthaft, das man sein Leben lang nur Richtungweisendes erschaffen kann? Selbst Regie-Legenden wie Hitchcock, Coppola oder Spielberg haben nicht ausschließlich Meilensteine geliefert. Größter Schwachpunkt von "The Ward" ist meiner Meinung nach eben nicht das filmische Handwerk, sondern das Drehbuch. Die Story ist nun mal nicht innovativ, sondern eher altbacken und hinlänglich bekannt. Der oft bemühte Vergleich mit Stutter Island kommt nicht von ungefähr - und das war schon nicht der erste Vertreter dieser Story. Es verwundert mich schon sehr, das Carpenter sich auf dieses Ding überhaupt eingelassen hat. Aber ok, er tat es - das ist aber schon fast alles, was man ihm vorwerfen kann. Was er aus der schwachen Vorlage, dem begrenzten Budget, dem weitgehend unbekannten Cast und der Zusammenarbeit mit einer Produktionsfirma, die von Genrefilmen keine Ahnung hat herausgeholt hat, ist schon beachtlich. Schnitt und Kameraarbeit sind überdurchschnittlich, der Score von Mark Killian sehr atmosphärisch, die Ausstattung bringt die Sixties mit ganz wenigen Mitteln perfekt rüber und die Location ist stimmig. Doch möglicherweise fehlte Carpenter einfach die Kraft und die Zeit, alle Unstimmigkeiten auszubügeln. Er baute daher eine ganze Menge "billige Horrorfilm-Tricks" ein - so bezeichnete er selbst einmal abwertend substanzlose Schockeffekte. Hinzu kommen einige Längen ab dem zweiten Drittel des Films. Ach, hätte doch der ganze Film die Klasse des ersten Drittels… Einer der großen Schwachpunkte ist für mich, das, für einen Geisterfilm, der Geist selbst 1. zu wenig Raum bekam und 2. nicht überzeugend umgesetzt und inszeniert wurde. Er bleibt eine Randfigur und wurde nicht effektiv eingebunden. Und das Ende - inkl. Auflösung/Twist - kommt zu schnell, zu fahrig - schon ist der Spuk vorbei… bzw. nicht. Und wir alle wissen doch zu gut: das Ende hinterlässt den nachhaltigsten Eindruck. Qualitativ zeigt sich die Blu-Ray auf ordentlichem Niveau. Bild und Ton sind in Ordnung - aber kaum als Referenz zu bezeichnen. Es gibt einige Extras, die die Hintergründe der Produktion beleuchten, allerdings nicht mit einem gut produzierten Making-Off mithalten können. Irgendwie konsequent... Fazit: Eine gealterte Regie-Legende setzt ein sehr dürftiges Script unter ebenso dürftigen Umständen in Szene. Warum? Das bleibt wohl sein Geheimnis. Ergebnis ist ein sehr Old-School-mäßiger Gruselfilm, der handwerklich größtenteils zu überzeugen weiss, routiniert inszeniert ist, sich aber letztlich seiner bedauerlichen Rahmenbedingungen geschlagen geben musste. Schade, denn das hätte John Carpenter sich nun wirklich nicht antun müssen. Abspielgeräte: Sony BDP-S760 Sharp Aquos LC-40LE700E
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
In brightest day, in blackest night…, 18. März 2013
Verfilmungen von Superhelden-Comics sind schon eine echte Herausforderung - es ist noch nicht besonders lange her, da war dieses Genre eine recht seltsame Nische: meist unbekannte Akteure wurden in schlecht sitzende Kostüme gesteckt und zeigten, wie lächerlich Menschen in bunter Unterwäsche in Realbildern aussehen - vielleicht abgesehen vom 60er-Jahre Batman… aber der ist eine Klasse für sich. Dies hat sich in den letzten Jahren glücklicherweise geändert. An vorderster Front agieren hier Batman, Superman, Spider-Man, X-Men und die Avengers - also DC vs. Marvel, die beiden Platzhirsche unter den Comic-Verlagen. Wobei Marvel deutlich die Nase vorn hat - nicht nur was den rein zahlenmäßigen Output angeht, sondern auch qualitativ. Marvel arbeitet sehr konsequent an der Erschaffung eines eigenen Superhelden-Filmuniversums - und schreibt damit seine Erfolgsgeschichte fort, die DC meistens mindestens eine Nasenlänge voraus war - und weiterhin ist. Green Lantern ist nicht unbedingt DCs größter Superheld, aber er ist schon lange im Geschäft und in den USA populärer als in Europa. Batman hat seinen Höhepunkt erreicht, Superman wird wohl das nächste große Franchise und Green Lantern scheint die etwas undankbare Funktion des Lückenbüßers einnehmen zu müssen. Wobei ich mit meiner letzten Äußerung dem Film vielleicht unrecht tue… Die Verfilmung der Green Lantern-Comics ist nämlich durchaus ambitioniert. Ein Blick in die Extras offenbart den Anspruch und die Liebe zum Detail, der in dieser Produktion steckt - aber auch den Druck, der auf ihr lastete. Den Machern ging es im Wesentlichen um zwei Dinge: 1. das "Green-Lantern-Universum" zeitgemäß umzusetzen und 2. die Fans der Comics zu begeistern. Nicht ganz einfach. Das Budget wuchs von angepeilten 150 Millionen Dollar auf 200 Millionen, dazu das Marketing-Budget von 125 Millionen; immer neue Designer, Konzept-Künstler und Autoren - das muss eine Produktion erst mal verkraften. Das Team um den zweifachen Bond-Regisseur Martin Campbell hatte es offensichtlich nicht leicht. Und hiermit komme ich zurück auf den Titel dieser Rezi - Day and Night… Green Lantern hat sehr helle aber auch leider sehr dunkle Seiten. Zunächst ein paar Anmerkungen zur hellen Seite: Das, was die Comics vorgeben, wurde filmisch nicht nur dicht an den Originalstoff angelegt, sondern sehr sorgsam modernisiert und - was das Green-Lantern-Universum angeht, effektiv verdichtet. Also eigentlich erst mal eine "Coming-Of-Age"-Geschichte eines Spätzünders, der im Verlauf der Handlung "universale Verantwortung" übernimmt. Darstellerisch ist das gut gelöst: Ryan Reynolds macht seinen Job als Green Lantern und dessen Alter Ego Hal Jordan recht gut. Und auch Blake Livlely als Carol Ferris kann überzeugen. Mark Strong als Sinestro ist ok, Angela Bassett ebenfalls, Tim Robbins bleibt unter seinen Möglichkeiten. Und Peter Sarsgaard als Hector Hammond stiehlt dem Rest des Casts mühelos die Show. Weitere Highlights sind einige bestechend schöne Bilder, die uns Welten ausserhalb unseres Universums ausmalen. Und nicht zuletzt Green Lanterns Arbeitskleidung, die zeigt, wie wirklich gelungene Modernisierung eines betagten Comic-Helden aussehen kann - mal abgesehen von der misslungenen Gesichts-Maske. Nun zur dunklen Seite… DC-Comics waren schon immer 'nen Tick naiver als die Marvels - von Ausnahmen abgesehen. Und genau diese Naivität war die große Falle, in die die Macher offensichtlich getappt sind. Dabei ist die Beibehaltung der uramerikanischen Weltpolizeihaltung in Verkörperung des Green-Lantern-Corps unter der Führung der kosmischen Wächter noch nicht mal das eigentliche Problem - obwohl man was draus hätte machen können. Es ist vielmehr die unglaublich lächerliche Figur des "Superbösewichts" namens Parallax. Er ist ein gefallener Wächter - also ein Ex-Chef der Green Lanterns - der, obwohl eigentlich Gutes im Sinn, der "Macht der Angst" (repräsentiert durch die Farbe Gelb) erliegt und nun irgendwie alles vernichten will. Er sieht aber derart albern aus, dass man am Verstand der Macher zweifeln könnte. In einer unwichtigen Power Rangers oder He-Man Folge hätte er bestehen können - nicht aber in diesem Film. Und so schleicht sich - entgegen aller Ambition - ein enormer Trash-Faktor ein, der den Film einfach nur vernichtet. Eingedenk der Ambitionen der Macher schlicht und ergreifend unverständlich. Wenn man sich das Making-Of anschaut, könnte man zu der Auffassung gelangen, hier wird über einen anderen Film gesprochen. Dabei gibt es überaus coole Super-Bösewichte als Vorbild - man denke an Galaktus aus der Feder von Jack Kirby… der konnte sogar philosophische One-Liner raushauen. In den 70ern startete DC einen extrem innovativen Versuch, den "Emerald Knight" zu "entnaivivizieren". Autor Denny O'Neil und Zeichner Neal Adams schicken ihn, Green Arrow und Black Canary auf eine Reise durch die USA, die als sozialer Kommentar der damaligen Situation des Landes gesehen werden kann: Rassismus, Umweltverschmutzung, Selbstjustiz und Drogenmissbrauch waren einige der Themen, denen sich die Superhelden letztlich geschlagen geben mussten. Möglicherweise hätte es dem hier besprochenen Film gut getan, wenn auch auf diese Phase der Comics eingegangen wäre. So ist das Ding einfach zu platt geraten - trotz der vielen hellen Seiten. Die Blu-Ray ist qualitativ nicht zu bemängeln. Bild und Ton sind gehobenes Niveau. Nicht gerade Referenz, dafür sind viele der Bilder zu sehr im Farbraum eingeschränkt - wobei das gerade wieder einen gewissen Reiz ausübt - es ist teilweise sehr bunt - wie halt in einem Comic. Die Macher haben eine Menge an Bonusmaterial zusammengetragen - das Manko: Man feiert sich zu sehr selbst - und überschätzt doch eher, was man geliefert hat. ---- Fazit: Green Lantern hätte durchaus das Zeug für eine überdurchschnittliche Superhelden-Comic-Verfilmung gehabt. Die Macher sind leider der dunklen, sprich: naiven Seite der Vorlage erlegen und haben einen zwar recht ansehnlichen Film zustande gebracht, der sich aber weit unter seinen Möglichkeiten (und dem Anspruch seiner Macher) zu ungewollten Trash entwickelt hat. Schade. Abspielgeräte: Sony BDP-S760 Sharp Aquos LC-40LE700E
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2.0 von 5 Sternen
Zornige Titanen, 15. März 2013
Nun ja, man nehme ein wenig griechische Mythologie und mixe sie ordentlich durcheinander, würze das Ganze mit State-Of-The-Art-FX, besetzte einige Nebenrollen prominent und - Viola, es kommt komischerweise kein guter Film dabei heraus. Woran liegt's? Am schlechten Drehbuch und an mangelndem filmischen Handwerk. Es ist - wieder einmal - nur ärgerlich, das aus einer netten Grundidee, die eigentlich der Phantasie keine Grenzen setzen dürfte, nur Mittelmaß entstanden ist. Grund hierfür dürfte allein im mittelmäßigem Handwerk zu suchen sein. Potenzial gab es doch wohl ausreichend. Der Stoff ist nichts neues, hat man schon des öfteren gesehen. Nur in der Vergangenheit bedeutend besser umgesetzt. Ich erinnere an die genialen Harryhausen-Filme "Sindbads siebente Reise" oder "Jason und die Argonauten" von denen die Macher dieses müden "Werks" einiges hätten abschauen können. Mit dem handwerklichen Know-How damaliger Zeiten und den heutigen technischen Möglichkeiten hätte man einen wirklich sehenswerten Film hinkriegen können. Chance vertan. Blasse, klischeehafte Charakterzeichnungen, oberflächliche Motive, gepaart mit schlechtem Storytelling, unmotivierten Handlungssprüngen, schlechten Anschlüssen und einer "Kameraführung", die in einem SF-Film ok gewesen wäre, aber nicht zu einem Stoff passt, der in der Antike angesiedelt ist. Die Hauptdarsteller bleiben blass, Regisseur Liebesman kann wohl besser mit seinen FX-Leuten als mit seinen Darstellern. Da konnten selbst Liam Neeson und Ralf Fiennes nix mehr reissen. Bild und Ton der BR sind in Ordnung und bringen die durchaus sehenswerten Schauwerte gut rüber. Doch was soll's? Mich kann die Produktion nicht überzeugen. Daher kann ich nicht zum Kauf raten - trotz des mittlerweile günstigen Preises von unter 10 Euronen. --- Fazit: Ein eher ärgerliches Mainstream-Spektakel ohne Hand und Fuss. Zorn des Betrachters garantiert. Abspielgeräte: Sony BDP-S760 Sharp Aquos LC-40LE700E
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Hervorragende Umsetzung, 2. Oktober 2012
Twentieth Century Fox legt mit dem Ur-Alien eine vorbildliche Umsetzung eines Klassikers auf Blu-ray vor. Das Bild wurde sehr behutsam restauriert und ist kontrastreich, der Schwarzwert wie er sein sollte, der Bildstand perfekt - so gut hat Alien nur ausgesehen, als ich ihn das letzte Mal im Kino gesehen habe. Der Ton ist ebenfalls gut, hat aber glücklicherweise den Charakter einer älteren Produktion - er wurde also nicht "aufgemotzt", was ich persönlich richtig finde, da es dem Werk entspricht. Das Menu ist liebevoll gestaltet und es gibt einige Extras wie z.B. mehrere Audiokommentare, eine kurze Erläuterung von Ridley Scott zum letzten Director's Cut, Deleted Scenes, die original Kinofassung und die Filmmusik in zwei Versionen und im 5.1-Mix. Ein Making-Of hätte mich persönlich schon gefreut, doch das Fehlen tut meiner Bewertung keinen Abbruch. Fazit: Alien auf Blu-ray bringt den Klassiker bestmöglich ins Heimkino - eine klare Empfehlung. Abspielgeräte: Sony BDP-S760 Sharp Aquos LC-40LE700E
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Erhellend, 15. September 2012
"Befehl aus dem Dunkel" des Regisseurs Ishirō Honda ist der sechste Teil der Godzilla-Serie der japanischen TOHO-Studios und erschien 1965. Anolis sei dank, ist dieses Schmuckstück in einer prachtvollen Ausgabe zu bewundern, die nicht nur die deutsche Kinofassung von 81 Minuten Lauflänge enthält, sondern, auf einer zweiten DVD, auch die komplette japanische Version in seiner ursprünglichen Länge von sage und schreibe 94 Minuten. Hinzu kommt ein wahrhaft erhellender Kommentar von Godzilla-Pabst Jörg Buttgereit und Bodo Traber, die Unmengen wissenswerte Informationen über diesen und verwandte Filme raushauen. Diesmal leider wieder als Off-Kommetar und nicht "On" wie bei der ebenfalls sehr empfehlenswerten Anolis-Veröffentlichung "Guila, Frankensteins Teufelsei". Die Bild- und Tonqualität ist bei Anolis immer vorbildlich, so auch hier. Ein kleines Manko sehe ich bei der etwas zu straffen Befestigung der DVDs - es ist etwas fummelig, die Silberlinge herauszunehmen und man hat Angst, sie zu beschädigen. Und eine Nummerierung würde ich mir auch wünschen. Doch das mindert den Unterhaltungs- und Informationswert dieser Ausgabe nicht. Wie immer volle Punktzahl und die Vorfreude auf weitere Schmankerl! Fazit: "Befehl aus dem Dunkel" - - ein echter Tipp für alle ambitionierten Big-G-Fans. Abspielgeräte: Sony BDP-S760 Sharp Aquos LC-40LE700E
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16 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen
I recall - not much!, 11. September 2012
Vorab möchte ich anmerken, dass ich das Original von Kult-Regisseur Paul Verhoeven mit Arnie und Sharon Stone liebe und mir alle paar Monate wieder zu Gemüte führe. Verhoevens eigenwilliger und manchmal geradezu subversiver Stil hat es mir angetan - nicht alle seine Filme sind gelungen, aber meine Top 3 sind Robocop, Starship Troopers und eben Total Recall. Und mit diesem Bekenntnis gestehe ich auch, nicht unvoreingenommen an des Remake heran gegangen zu sein - aber das ist nunmal das Risiko, dem sich jeder Regisseur und Produzent eines Remakes stellen muss - der Vergleich mit dem Original. Ok, die neue Verfilmung nimmt die Grundzüge auf und variiert sie - allerdings massiv. Das finde ich in Ordnung und hätte mich nicht groß gestört. Muskelpaket wird gegen Womanizer getauscht - na ja, wäre noch erträglich gewesen - aber dieser andauernde Dackelblick von Mr. Farrell nervt irgendwann nur noch… Gut fand ich die Ausdehnung des Fights zwischen Hauser und seiner "Gattin" - das hat doch etwas Würze in die neue Umsetzung gebracht. Dummerweise sind Frau Beckinsale und Frau Biel zwischendurch etwas schwer zu unterscheiden - da hätte man aber in den entsprechenden Abteilungen besser aufpassen müssen. Rekall ist kein Hochglanz-Technologie-Unternehmen (obwohl so dafür geworben wird) sondern ein zwielichtiges Unterfangen, das wie eine Opiumhöhle rüberkommt - nette Idee aber letztlich wenig überzeugend. Sehr vermisst habe ich das Rebellenlager aus dem Original - das Remake bleibt hier doch etwas dünn und verkürzt die Story auf einen eher persönlich anmutenden Zwist zwischen Hauser und Cohaagen. Hmm… flau. Wer aufgepasst hat, dem und der ist Großbritannien als Kolonialmacht aufgefallen - man sieht nen Mini, den Tower und ein paar andere Versatzstücke - aber diese halbherzige Idee wird nicht entsprechend ausgeschlachtet, sondern fast verschämt am Rande behandelt. Wie gesagt, es geht nicht in erster Linie um Widerstand, sondern um ganz persönliche Rachemotive - alles andere ist schmückendes Beiwerk. Ohne Ende genervt hat mich eine Unmenge Szenen, wo es "gerade noch mal gut ging". Da wird aus nem Fenster im X-ten Stock gesprungen, aber man landet sicher im Erdgeschoss. Man springt aus nem Fahrstuhlschacht und landet sicher und wohlbehalten auf nem Vorsprung. Szenen wie diese gibt es ohne Ende - und man verdreht irgendwann die Augen und denkt: "Schon wieder - wie langweilig." Das Design des Remakes hat mich auch nicht sonderlich umgehauen, denn zu sehr hat man sich bei nicht wenigen großen Vorbildern bedient: Blade Runner, Minority Report, I Robot und Das 5. Element. Schwach. Sehr schwach. Der Score hat mich ebenfalls nicht überzeugen können: In einigen Sequenzen gibt es wuchtige Dubstep-Sounds, die sehr gut zur Action und dem Design passen und die Adrenalinausschüttung im Betrachter fördern - nur leider insgesamt viel zu selten… hat da jemand bei Columbia auf die Bremse getreten? War das zu progressiv? Mir persönlich hätte mehr davon gefallen. Fazit: Das Remake des Klassikers scheitert an seiner unentschlossenen Haltung. State-of-the-Art-Bilder, die an 30 Jahre alte Filme erinnern, eine Revolutionsgeschichte, die auf einen Zweikampf hinausläuft, blasse Akteure und unglaublich unglaubwürdige Aktionsequenzen die vielleicht ein Popcorn-Publikum zufriedenstellen können. Dem Original, mit seinen Ecken und Kanten, kann das Remake nicht annähernd das Wasser reichen. Egal, einfach nochmals das Original einlegen und Spaß haben.
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2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen
Enttäuschend, 28. August 2012
Meine Gaggia hat gerade mal ein dreiviertel Jahr gehalten. Bevor sie mich endgültig im Stich gelassen hat, zickte sie schon mehrfach rum - trotz guter Pflege. Schon beim Auspacken musste ich feststellen, dass die Maschine nachlässig montiert war, so dass ich Schrauben nachziehen musste. Immer wieder zwischendurch musste ich die Maschine öffnen, um z.B. den Schlauch, der zur Abwasserlanze führt wieder festzuziehen. Undiskutabel. Beim Bezug von Espresso "pladdert" die Classic und man ist gewungen, nicht nur die Maschine zu reinigen, sondern auch die nähere Umgebung. Der Esspresso ist ordentlich, die Crema allerdings eher Schaum. Kann sein, dass ich eine Montagsproduktion erwischt habe, aber auch in ihren guten Tagen war ich nicht 100% zufrieden. Als die Maschine endgültig ihren Geist aufgab, versuchte ich Kontakt zum Gaggia-Kundendienst aufzunehmen - vergeblich. Die Kontaktdaten, die ich hier bei Amazon auf dem Herstellerindex nachgeschlagen habe, waren nicht mehr gültig. Auch eine Internet-suche brachte mich nicht weiter, ebensowenig ein Besuch der italienischen Herstellerseite. Schwaches Bild. Amazon hat die Maschine zurückgenommen und anstandslos den Kaufpreis erstattet - hier also mal eine positive Erfahrung. Nenne nun eine Rancilio Sylva mein eigen - was für ein Unterschied. Solide Maschine und perfekter Espresso.
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24 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Mission - all in all - accomplished, 18. Januar 2012
Mission: Impossible Phantom Protokoll, der vierte Teil der Agentenfilmreihe um Ethan Hunt, stand eigentlich nicht besonders weit oben auf meiner Liste - bis ich erfuhr, das der geniale Brad Bird der Regisseur ist. Mit Pixars "Die Unglaublichen" hat Bird einen meiner absoluten Allzeit-Lieblings-Animationsfilme geschaffen und ich wollte einfach wissen, wie er das schon etwas betagte und ausgelaugte Mission Impossible-Thema angehen würde - und meine Erwartungshaltung war dem entsprechend etwas gemischt. Und als "gemischt" würde ich ebenfalls bezeichnen, was ich beim Betrachten des Films empfunden habe: Das bekannte MI-Setting wurde einerseits auf sehr unterhaltsame Weise neu belebt aber von Herrn Bird hätte ich doch mehr erwartet. Zur Handlung möchte ich nur soviel sagen: Es geht um nichts weniger als das Überleben der Menschheit - also durchaus angemessen für einen Superagenten-Thriller. MI4 positioniert sich damit ein weiteres Mal in der Liga der großen Jungs. Als sehr angenehm empfand ich den selbstironischen Ansatz, der den vierten Teil wohltuend abhebt von seinen allzu bierernst-heroischen Vorläufern. Tom Cruise hatte - neben J.J. Abrahams - als einer der Produzenten offenbar das richtige Gespür, denn, neben der obligatorischen Action, hat der Film zwei entscheidende Säulen: 1. Humor, der in den vorangegangenen Teilen eigentlich kaum eine Rolle gespielt hat und 2. Sympathie: Tom Cruise wird wieder "menschlich". Das ist allerdings nicht sein eigener Verdienst - das hat er seinen Mitspielern zu verdanken, allen voran Simon Pegg, der hier zum zweiten Mal den Computer-Nerd Benji Dunn verkörpert' diesmal allerdings - glücklicherweise - exponierter als in Teil 3. Einen großen Reiz bezieht MI4 daraus, das die obligatorischen High-Tech-Gadgets häufig nicht, wie geplant, funktionieren und die Protagonisten dazu gezwungen werden zu improvisieren - und manch eine Aktion kommt schon sehr nah an Slapstick heran. Das sorgt für einige Lacher und das tut dem Film insgesamt gut. Ein weiteres Highlight des Films sind die Passagen, die tatsächlich an Animationsfilme erinnern: Die Titelsequenz ist großartig, die voran gegangene Szene der Befreiung Ethan Hunts ist grandios choreografiert und auch ein späterer Kampf um einen Koffer in einem automatisierten Parkhaus ist sehr sehenswert - und erinnert deutlich an die Sequenz in der Gepäcksortieranlage aus Toy Story 2. Weniger gut gefallen hat mir, das es einigen Szenen an "Glaubwürdigkeit" gefehlt hat. OK, ein großes Wort in Bezug auf einen derartigen Stoff - aber wenn Herr Cruise an der Fassade des Burj Khalifa herumklettert (wieso nimmt er nicht für das erste Stück einen der Fahrstühle, die Benji kontrollieren kann?) dann will ich, dass es zumindest glaubwürdig aussieht - und das ist hier leider nicht der Fall. Es hat mich doch sehr verwundert, wie es die (wahrscheinlich teuerste) Szene des Films, derart verhunzt in den Endschnitt geschafft hat. Zudem gibt es zu viele der, heutzutage leider üblichen, Schwächen: Nebenstränge werden kurz aufgegriffen, aber nicht ordentlich behandelt oder gar aufgelöst, wichtige Informationen werden nicht filmisch (z.B. über Rückblenden) erklärt, sondern über wenige und zu schnelle Dialoge "abgehakt" und in der Schluss-Sequenz gibt es noch nen unnötigen Schmuse-Twist, auf den ich allerdings - aus Spoiler-Vermeidungs-Gründen - nicht näher eingehen möchte. Und, wie schon eingangs erwähnt: Von Brad Bird hätte ich mehr erwartet. Seine Animationswerke ragen für mich in jeder Hinsicht aus der Masse weit heraus - Drehbuch, Charakterzeichnungen, Eigenständigkeit, Originalität, Humor, Detailreichtum, Anspielungen, Sounddesign, Einsatz der Musik und vor allem das Timing. All das präsentiert Bird in Mission: Impossible ' Phantom Protokoll bei weitem nicht auf dem Niveau, das ich persönlich von ihm erwartet hätte. Vielleicht tue ich ihm aber unrecht, denn die Produktion eines Realfilms unterscheidet sich halt deutlich von der eines Animationsfilms. Zumal die "Altlasten" der Reihe, sowie Tom Cruises Einfluss eine nicht unerhebliche Rolle gespielt haben dürften. Und für einen Realfilm-Erstling kann sich MI4 allemal sehen lassen. Fazit: Mission: Impossible Phantom Protokoll ist ein - trotz einiger Schwächen - sehenswerter Superagenten-Thriller mit viel Tempo und Humor. Von Brad Bird hätte ich mehr erwartet, aber ich glaube, er kann sich im Realfilm-Bereich durchaus noch steigern. Ich bin jedenfalls auf seinen nächsten Film gespannt.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Spuren und Souvenirs aus 20 Jahren, 7. November 2011
Spuren hinterlassen die Jungs aus Brandenburg seit nun mehr 20 Jahren. Seit 20 On the Road - 150 Auftritte pro Jahr, eine Band, die hart für ihren Erfolg kämpft und immer ganz dicht bei den Fans ist. Aus ihren Anfängen als Coverband sind sie längst heraus gewachsen, gereift über die Jahre zu einer eigenständigen Band mit eigenen, deutschsprachigen Texten - SIX hat etwas zu sagen, mal tiefsinnig, mal reflektiert, dann wieder kämpferisch oder einfach einfach nur witzig. Diese Bandbreite zeigen SIX auch auf ihrem neuen Langspieler "Narben und Souveniers". In den 10 geradlinigen Rock-Songs lässt sich Sänger Stefan Krähe ganz schön in die Karten sehen, denn vieles ist offen hörbar autobiografisch. Das ist kein Charts-Blabla - die Texte holen die Zuhörer ab, denn hier geht's um Themen, die uns alle irgendwie und irgendwann auch betreffen. Die Produktion kommt, von der technischen und musikalischen Warte aus gesehen, auf den Punkt: Schnörkels, rockig bis zart, ohrwurmelnd, frisch und mit gutem Songwriting kommt "Narben und Souveniers" daher. Produzent und Basser Robert Gläser hat hier ganze Arbeit geleistet. Und da hier mehrere sehr Airplay-taugliche Tracks geliefert wurden, bin ich sicher, schon bald mehr von den Jungs im Radio hören zu können - und damit endlich in der ganzen Republik. Es wäre SIX zu wünschen - verdient haben sie's auf jeden Fall. Die Soundqualität der von amazon angebotenen mp3-Dateien ist absolut ok, 256 kBit/s bei 44,1 kHz da gibt's für mich nix zu meckern. Der Preis geht ebenfalls in Ordnung und der Download funktioniert reibungslos. Fazit: Wenn Du auf ehrlichen, handgemachten deutschen Klartext-Rock stehst, dann ist "Narben und Souveniers" von SIX Dein Ding - - absolut empfehlenswert! -------------------- Abhöre: iTunes auf MacPro 2 x 2.66 GHz Dual-Core über Digidesign M-Box Pro, Mackie Big Knob und B2031 Aktiv-Monitore
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Reno gegen die Kung-Fu-Nazi-Mönche der Apokalypse, 6. November 2011
Also eines ist "Die purpurnen Flüsse 2 - Die Engel der Apokalypse" ganz sicher nicht: Die Fortsetzung von "Die purpurnen Flüsse". Hier wurden lediglich die Zutaten des erfolgreichen Vorgängers benutzt, um die Erwartungen der Zuschauer zu schüren. Im Grunde handelt es sich im Aufbau sogar fast um eine exakte Kopie: Statt einer Eliteuni dient diesmal ein mysteriöser Orden als abgeschottetes System mit dunklem Geheimnis, Reno gibt wieder den lakonischen Kommissar Niémans (diesmal weniger wortkarg) dem der "Zufall", in Form zusammenlaufender Fäden unterschiedlicher Fälle, einen jungen Sidekick zu Seite stellt. Was den Zuschauern hier in 95 Minuten geboten wird, ist schon bemerkenswert phantasievoll: unverwundbare Ninja-Mönche, biblischer Apokalypse-Schnickschnack, ein angeschossener Jesus auf der Intensivstation, Christopher Lee als Nazi-Geheimbündler Heinrich von Garten auf der Suche nach einem verlorenen Schatz des Vatikans, Bunkeranlagen aus dem Zweiten Weltkrieg mit geheimen Mechanismen, die den Pharaonen alle Ehre gemacht hätten und zwei unkaputtbare Helden, die jedes noch so abwegige Plothole mühelos überwinden. Das ist eine vergleichbar krude Mischung wie in Carpenters - völlig unterschätzem - "Big Trouble in Little China". Drehbuchautor Luc Besson und Regisseur Olivier Dahan scheren sich einen Dreck um europäisches Kunstkino und legen hier eine anspruchsbefreite Geisterbahnfahrt ab, die einfach Spaß macht - vorausgesetzt, man mag die verwendeten Trash-Zutaten. Was diese krude Mischung definitiv rettet, ist die eigenwillige Bebilderung des Films und sein Tempo. Dahan serviert uns bizarre Locations und morbide Sets, die er abwechselnd in surreale Lichtstimmungen taucht oder in tristem Dauerregen versinken lässt. Das erinnert an schräge Musikvideos und gruselige Computerspiele - und genau wie diese hat der Film nichts weiter vor, als uns in seine ganz eigene Welt hineinzuziehen. Und das gelingt ihm doch recht effektiv. Und das Tempo ist streckenweise atemberaubend. Besonders hervorzuheben ist eine wirklich gut gemachte Verfolgungsjagd im Parcours-Look. Wie im ersten Film auch enttäuscht das abrupte Ende - hier sorgt der Film einmal mehr für unfreiwilligen Humor bzw. einen faden Nachgeschmack. Technisch hat "Die purpurnen Flüsse 2" einiges zu bieten: Gutes Bild von jedoch nicht gleichbleibender Qualität - hier und da sieht man Unstimmigkeiten in Folge der farblichen Nachbearbeitung und unterschiedlicher Aufnahmeverfahren. Sehr viel besser sind die akustischen Qualitäten: Sehr gute, dichte Tonmischung, überzeugende Soundeffekte und wesentlich passendere Musik als im Vorläufer. Fazit - - Hanebüchener Trash auf technisch hohem Niveau und in stylischem Gewand - Film-Fast-Food für einen unterhaltsamen Abend. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Abspielgeräte: Sony BDP-S760 Sharp Aquos LC-40LE700E
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