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Floaters: Im Sog des Meeres
Floaters: Im Sog des Meeres
von Katja Brandis
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein brisantes Thema, spannend verpackt, 3. März 2015
Mit Floaters Im Sog des Meeres nimmt sich Katja Brandis einmal mehr eines drängenden Umwelt-Themas an, verpackt in einen spannenden und actionreichen Jugend-Abenteuer-Roman.

Den pazifischen Müllstrudel, mittlerweile so groß wie Mitteleuropa, gibt es schon seit Jahren, wird aber in den Medien selten thematisiert – und kaum hatte ich das hier geschrieben, gab es dazu heute einen ganzseitigen Artikel in unserer Tageszeitung Wow !

Malika und Danilo sind Zwillinge, beide lieben die See und interessieren sich für alles, was damit zu tun hat. Geprägt durch die Jahre ihrer Kindheit und Jugend, die sie mit ihren Eltern als „Yachties“ auf den Weltmeeren verbracht haben, fühlen sie sich „an Land“ nicht besonders heimisch und vermissen das Meer. Nun, im Jahr 2030, haben sie gerade ihre Schulabschlüsse hinter sich gebracht und es gelingt ihnen auf den Schiffen von Lesser anzuheuern, einem Millionär, der mit drei speziell hierfür umgebauten Schiffen das Meer säubern und den Müll recyceln will.

Der knapp 17-jährige Arif arbeitet als Schiffsjunge auf einem alten Fischerboot, ein mühseliges Unterfangen in den überfischten Meeren. Das Boot wird von Piraten versenkt, als einzigen Überlebenden fischen ihn selbige Piraten aus den Trümmern. Er darf bei ihnen bleiben, allerdings erst mal übel rumgeschubst und gelegentlich verprügelt. Doch Arif fügt sich ein und erobert sich, pfiffig wie er ist, dort einen Platz. Einen Platz, von dem er nicht sicher ist, ob er ihn wirklich haben möchte. Auf der einen Seite fasziniert ihn die Freiheit des Piratenlebens, er fühlt sich stark und unabhängig, doch er hat auch ein Gewissen.

Lesser und seine Crew erreichen den großen Müllstrudel und staunen nicht schlecht, als sie erkennen, dass sie dort nicht allein sind. „Floaters“ nennen sich die Menschen, die mal mehr, mal weniger friedlich von und mit dem Plastikmüll im Pazifik leben – und dann gibt es noch besagte Piraten…

In der Folge überschlagen sich die Ereignisse, Malika und ihre Freunde müssen um ihr Leben kämpfen. Steht Arif, der Pirat wider Willen, wirklich auf ihrer Seite? Auf einer ausgemusterten ehemaligen Bohrinsel kommt es schließlich zum showdown.

Abenteuer, Action sowie eine zarte Liebesgeschichte bilden den spannenden Rahmen für die zentrale Botschaft des Buches: Plastikmüll ist eine Katastrophe für die Umwelt, insbesondere die gigantischen Mengen, die in den Ozeanen landen. Eine Stelle schockiert ganz besonders: „Albatrosse können nicht unterscheiden, ob sie einen kleinen Tintenfisch oder einen Flaschendeckel aus dem Meer gefischt haben. Sie verfüttern ein Plastikteil nach dem anderen an ihre Jungen und wissen nicht, dass sie ihre Küken dadurch töten. Die verhungern mit einem Magen voller Müll.“

Auf den ersten Blick mögen die Figuren ein bisschen schablonenhaft wirken, doch nach und nach offenbaren alle ihre Stärken und Schwächen, die „Guten“ wie die „Bösen“.

Vor allem zu Beginn werden viele Informationen zum Thema geliefert. Ich habe schon überlegt, ob es zu viel sein könnte für die Zielgruppe, aber zum einen sollte man die Jugend nicht unterschätzen, es geht schließlich um die Welt ihrer Zukunft. Und zum anderen rückt zunehmend das Abenteuer in den Vordergrund. Für ein Jugendbuch geht es ganz schön zur Sache was Gewalt und Kämpfe betrifft.

Erwachsene Leser könnten die Geschichte als etwas zu vordergründig empfinden, mir ging es jedenfalls manchmal so. Doch ich denke, für jugendliche Leser ab 13 Jahren passt der Erzählstil.

Rein erzählerisch haben mir andere Bücher von Katja Brandis besser gefallen, doch auch Floaters ist empfehlenswert, nicht zuletzt wegen des so brisanten Themas.

Man sollte auf keinen Fall vergessen das Nachwort zu lesen und vielleicht auch mal die Stichworte „Müllstrudel“ oder „Plastik im Meer“ googeln.


Todesurteil: Thriller
Todesurteil: Thriller
von Andreas Gruber
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannung pur, 28. Februar 2015
Rezension bezieht sich auf: Todesurteil: Thriller (Taschenbuch)
Ein großartiger Thriller! Ich hab das Buch aufgeschlagen und war augenblicklich gefesselt .

Zwei Handlungsstränge laufen lange Zeit parallel. In Wien ermitteln Staatsanwältin Melanie Dietz und das Wiener Bundeskriminalamt in einem ebenso undurchsichtigen wie grauenvollen Entführungsfall. Die vor einem Jahr verschwundene zehnjährige Clara taucht plötzlich wieder auf, nackt, abgemagert, völlig verstört und mit einem entsetzlichen Tattoo auf dem gesamten Rücken.

Für Sabine Nemez ist ein lang gehegter Traum in Erfüllung gegangen, sie darf in Wiesbaden beim BKA als Kriminalkommissaranwärterin an der Akademie für hochbegabten Nachwuchs studieren – bei dem Star-Profiler Maarten S. Sneijder. Dieser analysiert mit seiner Studentengruppe ungelöste Verbrechen. Doch es bleibt nicht bei der reinen Analyse und schnell stecken Nemez und Sneijder bis über beide Ohren in weiteren Ermittlungen, die sie selbst in Lebensgefahr bringen.

Was die Spannung angeht, gab es für mich keine Unterschiede zwischen den Aktionen in Österreich und in Deutschland. Bei jedem Wechsel musste ich die ersten Sätze mehrfach lesen, so versunken war ich in das jeweilige Geschehen . Ein bisschen lieber war ich jedoch bei Sneijder und Sabine in Wiesbaden. Schon in Todesfrist mochte ich die beiden und es gefiel mir, sie hier nun ein wenig besser kennen zu lernen, zu verfolgen wie Sabine ihr Potential und ihr Selbstbewusstsein entwickelt, wie sie Sneijder ebenbürtiger wird. Zudem haben die Dialoge zwischen den beiden für mich großen Unterhaltungswert. Ebenso interessierten mich die Informationen zu den Strukturen und der Arbeit des BKA, sowie die Einblicke in die Psyche von Profilern - eine gruselige Vorstellung, sich in die kranken Fantasien von psychopathischen Tätern hineindenken zu müssen. Dafür muss man wohl geboren sein.

Der Erzählstil des Autors, seine klasse Figuren (auch in den Nebenrollen) und die hervorragenden, glaubwürdigen Dialoge machen seine Thriller so lesenswert für mich. Humor, Ironie und Sarkasmus geben seinen Geschichten genau den Hauch von Leben und Leichtigkeit, den es braucht um die Brutalität und das Grauen dieser Verbrechen ertragen zu können. Eigentlich stehe ich nicht mehr auf solche psychopathischen Horror-Szenarien, es sei denn, Andreas Gruber hat sie geschrieben .

Mein Fazit:
In Todesurteil geht es um eine ganze Reihe irrwitziger und abartiger Verbrechen, die auf den ersten Blick (und auch auf den zweiten und dritten) überhaupt nicht miteinander in Verbindung zu bringen sind. Durchgehende Spannung fesselt den Leser an diesen brillant konstruierten und in sich schlüssigen Thriller. Sie läuft nicht nur auf einen finalen Showdown hin, sonder bietet schon „unterwegs“ Höhepunkte, die einem den Atem stocken und um die Protagonisten fürchten lassen
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 7, 2015 12:55 PM CET


Das Licht der Welt: Historischer Roman
Das Licht der Welt: Historischer Roman
von Daniel Wolf
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine großartige Fortsetzung, 6. Januar 2015
Die Fortsetzung von „Das Salz der Erde“ ist Daniel Wolf nach meinem Dafürhalten perfekt gelungen. Wiederum über 1.100 Seiten unterhaltsames und informatives Lesevergnügen, ohne irgendwelche Längen – das muss man so erst mal hinkriegen, großes Kompliment!

Man trifft lieb gewonnene Personen wieder, lernt neue kennen und lieben, verachten und hassen. Über die Jahre hinweg meint es das Schicksal nicht immer gut mit Varennes Saint Jacques und seinen Bewohnern. Mit ihnen durchlebt der Leser einiges an Höhen und Tiefen.

Rémy, der Sohn von Michel und Isabelle ist für mich hier die wichtigste und auch meine liebste Figur mit all seine Stärken und Schwächen. Er bleibt sich treu von Anfang bis Ende, seine intelligente Ironie sowie die mit und von ihm geführten Dialoge zählen zum meinen Highlights in diesem Buch.

Einen weiteren Höhepunkt bilden für mich die Streitgespräche zwischen den Mitgliedern im Rat von Varennes. Deren Auseinandersetzungen und Diskussionen hätten langweilig sein können in ihrer Ausführlichkeit, aber so authentisch und lebensnah wie sie geschildert werden, ist es für mich das reine Vergnügen gewesen ihnen zu folgen. Mich hat verblüfft, wie demokratisch es damals zuging, wie die Ratsherren, zumindest einige, auch mit Niederlagen umgehen und wie sich das Rechtsempfinden wandelt und entwickelt. Irgendwie scheinen sie mir ihrer Zeit deutlich voraus.

Tatsächliche historische Ereignisse, Personen und Informationen fließen gekonnt mit ein, Prolog und Epilog runden die Geschichte perfekt ab.

Auf das Ausschmücken von brutalen, bluttriefenden Szenen wird weitgehend verzichtet, trotzdem wird nichts beschönigt und wenn angebracht, findet der Autor klare Worte.

Daniel Wolf erzählt seine Geschichte in einer für mich sehr angenehmen Sprache, bildhaft und mitreißend, aber doch nicht so überbordend, dass man sich davon erschlagen fühlt.

Ich bedanke mich für die vielen spannenden und interessanten Lesestunden, die ich in Varennes Saint Jacques und mit ihren Bewohnern verbringen durfte. Im Gegensatz zu manch anderem Leser, hat mir hat diese Fortsetzung noch besser gefallen als der erste Teil, vielleicht mit etwas weniger Action, aber runder und stimmiger. Der Abschied ist nicht leicht gefallen.


Marmorkuss
Marmorkuss
von Jennifer Benkau
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,95

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mitreißender und spannender Genre-Mix, 28. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Marmorkuss (Gebundene Ausgabe)
Dieses mitreißende moderne DornröschenDrama lässt sich gar nicht so einfach einem bestimmten Genre zuordnen.

Historisch wird hier mit Fantasy, Zeitreise, Krimi und aktuellem sozialen Brennpunkt zu einer spannenden Geschichte verknüpft: Atemberaubende Spannung und Action auf der einen Seite (ja, es fließt auch Blut, wie gewohnt geht die Autorin nicht gerade zart mit ihren Figuren um) und auf der anderen eine romantische Liebesgeschichte mit wunderschönen Liebesszenen voller Poesie und ganz ohne Kitsch, dafür mit einer gehörigen Portion ironisch-sarkastischem Humor.

Für mich war Marmorkuss eine starke Geschichte, in großartiger und berührender Sprache erzählt, phasenweise mit einem interessanten, ungewöhnlichen Stilmittel (welches hier aber nicht erklärt werden soll).


Manduchai - Die letzte Kriegerkönigin: Roman
Manduchai - Die letzte Kriegerkönigin: Roman
von Tanja Kinkel
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach großartig!, 15. Dezember 2014
Bei meiner Entscheidung für dieses Buch hatte ich irgendwie einen Roman mit mehr Handlung und Abenteuer erwartet, vielleicht wegen der „Kriegerkönigin“ im Titel ;) . Doch Manduchai hat mich nicht eine lang Sekunde enttäuscht. Diese Fülle erstklassig recherchierter historischer Fakten und die so lebendig herausgearbeiteten Figuren ließen jede einzelne der fast 600 Seiten zu einem Lesegenuss werden.

Frauen dominieren diesen Roman. Starke Frauen sowohl in den Haupt- als auch in den Nebenrollen. Tanja Kinkel berichtet von Manduchai, der Mongolin, und Wan, der Chinesin aus dem Reich der Mitte, beide Frauen so verschieden wie ihre Völker, ihre Herkunft und ihre gesellschaftliche Position. Entscheidende Gemeinsamkeit ist ihre herausragende Intelligenz und die Fähigkeit sich selbst zurückzunehmen um Männer nach ihren Vorstellungen und zum Wohl ihrer Völker zu lenken. Wan fällt dieses Intrigenspiel leichter, sie ist damit aufgewachsen, gründet sich doch quasi das ganze Gesellschaftssystem der Chinesen darauf.

Manduchai ist zutiefst geprägt durch Vater und Mutter. Ehrlich, aufrichtig und gerecht, egal was es sie persönlich kostet, geht sie durch ihr Leben. Trotzdem zeigt auch sie durchaus eine Begabung für subtile, zweckdienliche Intrigen, besonders dann, wenn sie ihr unabdingbar erscheinen in ihrem Bestreben dem mongolischen Volk seine einstige Größe zurück zu geben.

Erzählt wird nicht immer fortlaufend, oft in größeren Zeitabständen. Die Autorin wirft Schlaglichter auf wichtige und prägnante Situationen, in der Regel historisch belegt. Diese schildert sie derart hochinteressant und detailliert, dass die Figuren wunderbar ausgeleuchtet und für den Leser greifbar werden. Obgleich es oft recht politisch zugeht, Taktik und Ränke das Leben der handelnden Figuren bestimmen, wird es wegen des großartigen Erzählstils niemals langweilig oder langatmig.

Eines meiner Highlights waren die in unglaublich subtilen Andeutungen geführten Gespräche zwischen Manduchai und Önbolod. Und natürlich die immer wieder aufblitzende humorvolle Ironie.

Bei einem Werk von fast 600 Seiten mag es merkwürdig klingen, aber irgendwie blieb ich mit dem Gefühl zurück, ohne viele Worte unendlich tief und intensiv in die Welt der Mongolen und der Verbotenen Stadt im 15. Jahrhundert eingetaucht zu sein, ganz besonders in die Gedankenwelt der beiden Hauptfiguren.

Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung für diesen großartigen Roman!


Bevor die Nacht kommt
Bevor die Nacht kommt
von Simon Jaspersen
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eigenwillig, aber wert, dass man sich darauf einlässt, 9. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Bevor die Nacht kommt (Taschenbuch)
Auf dem Klappentext hinten heißt es in einem Zitat: „Ein kenntnisreiches Gesellschaftsporträt der 1920er Jahre, eine psychologisch raffinierte, herrlich düstere Kriminalgeschichte“.
Wie kenntnisreich das Gesellschaftsporträt ausfällt, kann ich nicht so gut beurteilen, aber eine psychologisch raffinierte, düstere Kriminalgeschichte war es für mich definitiv auch.

Es beginnt als klassischer Krimi, die Polizei fahndet nach einem brutalen Serienkiller, bekommt aber sukzessive eine politische Dimension, die einen immer größeren Raum einnimmt. Etwa zum gleichen Zeitpunkt als das letzte Mordopfer gefunden wird, verschwindet eine junge Frau, die zunächst nur von ihrem Bruder vermisst und gesucht wird.

Erzählt wird in mehreren Perspektiven, die man nicht sogleich durchschaut und die ihren Teil zur Vielschichtigkeit dieser Kriminalgeschichte beitragen.

Der Autor entwickelt einen gut durchkonstruierten Plot, knifflig und zunehmend spannend, der dem Leser Konzentration abverlangt, für mich war es nicht immer ganz einfach zu folgen und die Zusammenhänge herzustellen. Lange tappt man im Dunkeln, doch nach und nach werden die Fäden verknüpft und es zeichnet sich ein Komplott ungeahnten Ausmaßes ab.

Was mich bei anderen Büchern schon oft genervt hat, dass nämlich alles und auch jeder Gedanke lang und breit vorgekaut und „vorgedacht“ wird, trifft hier absolut nicht zu. Aufmerksames Lesen und Mitdenken ist gefordert Augenzwinkern .

Hauptfiguren sind der junge Psychiater Dalus und der kurz vor seiner Pensionierung stehende Oberkommissar Mohrfels. Zwei grundverschiedene Typen, die anfangs eher gegeneinander, im weiteren Verlauf dann auch miteinander. Generell fand ich den Handlungsstrang mit Mohrfels besser nachvollziehbar, denn die Geschehnisse mit und um Dalus hatten für mich einen leicht surrealen Touch. Aber auch das ist absolut stimmig, im Nachhinein gesehen. Je länger ich über dieses Buch nachdenke, desto genialer erscheint es mir.

Sprach- und Erzählstil sind eigenwillig, eher sperrig und selten gefällig. Man gewöhnt sich daran, er passt zum Roman. Trotzdem hätte er nach meinem Empfinden etwas runder sein dürfen, einige auffallende Wortwiederholungen wären leicht zu vermeiden gewesen.


Welt in Flammen
Welt in Flammen
von Benjamin Monferat
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,95

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spannende Mischung von Abenteuer, Action und historischem Hintergrund, 7. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Welt in Flammen (Gebundene Ausgabe)
Welt in Flammen!
Schon der Titel ist emotional, voller Symbolik und mitreißend wie der ganze Roman. Spannend und mit einem ebenso ungewöhnlichen wie eindrucksvollen Schauplatz. Die letzte Fahrt des Simplon-Orient-Express im Jahr 1940 wird zu einem perfekten Symbol für das in Auflösung befindliche alte Europa.

Auf dieser Reise von Paris nach Istanbul werden verblüffende Allianzen und „Mesalliancen“ geschlossen, unzählige Dramen nehmen ihren Lauf, kaum einer der Reisenden ist tatsächlich was er zu sein scheint bzw. vorgibt und wie zu erwarten, erreichen auch nicht alle den Zielort.

Man spürt auf jeder Seite das Engagement und die intensive Recherche des Autors. Der historische Hintergrund ist gut dargestellt und wirkt authentisch, verblasst aber gelegentlich neben der vordergründigen Action -die jedoch zugegebenermaßen das Buch zu einem prallen Lesevergnügen macht.

In diese Geschichte wurde unglaublich viel hineingepackt an spannender Handlung und interessanten Figuren. Für mich fühlte es sich an, als hätte man locker mehrere Bücher füllen können, wollte man ihre Schicksale in Vergangenheit und Zukunft auserzählen. So wirft der Autor ein Schlaglicht auf die Gesellschaft und ihre Menschen, von Flüchtigkeit und Veränderung geprägt. Er schildert Einzelschicksale, stellvertretend und als Sinnbild für die Zeit und ihre Strömungen. Eine anspruchsvolle Aufgabe, die ihm gut gelingt, wenn auch für meinen Geschmack mit etwas zu viel Pathos und Action.

Dabei spielt er gekonnt und unterhaltsam mit Klischees. Im Nachwort schreibt Benjamin Montferat: „Bei den wenigsten Figuren, mit denen ich unseren Zug bevölkert habe, handelt es sich um im eigentlichen Sinne historische Persönlichkeiten. Sie sind Vertreter ihrer Zeit, wobei ich mich nach Kräften bemüht habe, sie nicht als Stereotype zu zeichnen.“ Nach meinem Empfinden ist das nicht unbedingt gelungen, doch vor dem Hintergrund „Vertreter ihrer Zeit“ passt es wiederum wunderbar und macht Sinn.

Durch die Vielzahl von Figuren und die mit ihnen verbundenen Handlungsstränge bieten sich Cliffhanger als spannungserzeugendes Stilmittel an. Manchmal jedoch „cliffhangte“ ein Teil des Geschehens so lange, dass ich eine Weile brauchte um mich wieder hineinzufinden.

Der Autor hat definitiv ein Händchen für eindrucksvolle Effekte an den richtigen Stellen. Die Sprache ist von großer Intensität, manchmal einfach großartig, manchmal aber auch, wie bereits erwähnt, zu pathetisch.

Sehr sympathisch war mir der gelegentliche süffisante Humor.

Eine spannende, unterhaltsame und informative Mischung von Abenteuer, Action und historischem Hintergrund.


Vulkantöchter: Roman
Vulkantöchter: Roman
von Steffanie Burow
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen Vulkantöchter, 30. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Vulkantöchter: Roman (Taschenbuch)
Für mich war es beste Unterhaltung. Abenteuer gepaart mit vielfältigen Informationen, einem ordentlichen Schuss trockenem Humor, einer temporeichen Handlung und interessanten Figuren.

Mit ihren vielen Handlungssträngen gestaltet sich die Geschichte sehr komplex und durch die häufigen Wechsel in der Erzählperspektive verliert man die einzelnen Figuren manchmal etwas aus den Augen. Doch die verschiedenen Teile laufen erkennbar auf einander zu und werden kunstvoll miteinander verknüpft.

Die abenteuerliche Reise der Frauen ist gut aufgebaut, auch wenn ich den eigentlichen Grund dafür bis zum Ende nicht so richtig nachvollziehen konnte. Alexandra und das was sie antreibt, ist mir bis zum Ende fremd geblieben, was mein Lesevergnügen aber in keiner Weise geschmälert hat.
Der Blick durch die kritischen, vom Kulturschock getrübten Augen Alexandras auf diesen Moloch Indonesien mit seiner Armut, dem Elend, der Hitze und all seinen Unzulänglichkeiten, ist ein interessanter Schachzug. Und doch atmet jede Seite die Liebe der Autorin zu Land und Leuten, ein reizvoller Gegensatz, wie ich finde.

Zeitweise ist die Geschichte ein hinreißendes Road-Movie und nimmt zum Ende noch mal richtig Tempo auf - nicht, dass es zu irgendeinem Zeitpunkt langweilig gewesen wäre


Valhalla: Thriller
Valhalla: Thriller
von Thomas Thiemeyer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

4.0 von 5 Sternen Spannende Unterhaltung, 18. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Valhalla: Thriller (Gebundene Ausgabe)
Solch einen actiongeladenen und temporeichen Wissenschafts-Thriller habe ich schon seit längerem nicht mehr gelesen. Es war mal wieder an der Zeit und mit Valhalla habe ich einen guten Griff getan.

In ihrem dritten Abenteuer verschlägt es die sympathische Archäologin Hannah Peters aus der tropischen Hitze Kambodschas in die eisige Kälte von Spitzbergen. Mit knapper Not überlebt sie den katastrophalen Ausgang einer Forschungsexpedition. Und doch muss sie noch einmal dorthin zurück. Zum einen um die Welt vor einer grauenvollen Waffe zu bewahren, zum anderen aus einem für sie persönlich ungeheuer wichtigen Grund.

Eine Stadt unter dem Eis und ein Killer-Virus halten Hannah und ihr Team in Atem. Vor der atemberaubenden Kulisse des Polarkreises entwickelt sich eine durchgehend spannende Geschichte, die den Leser von der ersten Seite bis zum erwarteten Showdown an das Buch fesselt.

Die Thriller-Zutaten sind spannend gemixt, die Actionszenen mitreißend und überzeugend umgesetzt, Informationen und wissenschaftliche Fakten wohldosiert und weitgehend verständlich erklärt. Alles muss ich hier nicht verstehen und/oder hinterfragen, das würde mein Lesevergnügen ehr ausbremsen.

Für einen Roman dieses Genres fand ich den Sprach- und Erzählstil erstaunlich variabel. Manchmal hätte ich mir die Ausgestaltung der Figuren etwas intensiver und weniger schablonenhaft gewünscht (vor allem die der „Bösen“), doch die Mischung von Humor, Gefühl, Information und ein bisschen Gesellschaftskritik hat mir ausnehmend gut gefallen.


Provenzalische Verwicklungen: Ein Fall für Pierre Durand (Die Pierre Durand Bände, Band 1)
Provenzalische Verwicklungen: Ein Fall für Pierre Durand (Die Pierre Durand Bände, Band 1)
von Sophie Bonnet
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

12 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbare Mischung von Spannung, Atmosphäre und Humor, 19. März 2014
Ein weiterer Frankreich-Krimi - mag man sich denken, für mich auf jeden Fall einer, der das Lesen wirklich lohnt.

Pierre Durand hat es nach beruflichen Schwierigkeiten von Paris in die Provinz verschlagen. Hier in Sainte Valérie leitet der ehemalige Commissaire nun die örtliche police municipale und obwohl bereits ein paar Jahre ins Land gegangen sind arbeitet er nach wie vor an seiner Integration. Augenzwinkern

In dieser Geschichte sieht sich Pierre Durand gleich mehrfach in „provenzalische Verwicklungen“ verstrickt. Seine Beziehung mit Celestine befindet sich in Auflösung, eine neue deutet sich an und er verliebt sich in einen renovierungsbedürftigen Bauernhof, der seine finanziellen Möglichkeiten übersteigt. Gleichzeitig sind all seine kriminalistischen Fähigkeiten gefragt, als eine Reihe von bizarr in Szene gesetzten Morden das kleine Städtchen durcheinander wirbelt. Noch dazu werden ihm in beruflicher Hinsicht Knüppel zwischen die Beine geworfen und es gibt Anzeichen dafür, dass er sich in seiner Vergangenheit einen Vorgesetzten zum Feind gemacht, dessen langer Arm noch Jahre später bis in die Provinz reicht.

Die spätsommerliche Atmosphäre dieser bezaubernden Kleinstadt in der Provence hat Sophie Bonnet ganz wunderbar eingefangen. Augenzwinkernd und mit feinem Humor schildert sie die Einwohner von Saint-Valérie so anschaulich, dass man sich als Leser schnell heimisch fühlen kann. So manche der eigenwilligen und liebevoll gezeichneten Figuren wächst einem sofort ans Herz, andere weniger, wie im echten Leben halt ;).

Obgleich es gleich spannend beginnt, kommen die Ermittlungen erst in der Mitte des Romans so richtig in Fahrt. Der Fall wirft eine Menge Fragen auf und erweist sich als komplexer als zunächst angenommen. Doch Durand lässt sich nicht beirren, fügt Puzzleteil an Puzzleteil bis ihm alles klar wird…

Es gibt eine Karte von Sainte Valérie, auf welcher man die Wege von Pierre Durand nachvollziehen kann und ein Glossar mit Erläuterungen zu den französischen Begriffen. Wer sich für die leckeren Rezepte von Charlotte interessiert, findet diese auf der Homepage von Sophie Bonnet. Was will man mehr!

Ein weiterer Fall mit Pierre Durand ist in Vorbereitung und ich freue mich jetzt schon darauf, den mir lieb gewordenen Bewohnern von Sainte Valérie wieder zu begegnen.


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