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Rezensionen verfasst von
PureNarcotic (Berlin)

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Ghost In The Ruins - A Tribute To Criss Oliva
Ghost In The Ruins - A Tribute To Criss Oliva
Preis: EUR 15,20

5.0 von 5 Sternen Göttlich!, 7. Januar 2015
Der Metalsektor ist bekanntlich nicht gerade arm an herausragenden Livealben, doch eines überragt meiner Meinung nach bei aller Klasse sämtliche "Live after Deaths", "Unleashed in the Easts" oder "Decade of Aggressions": Es ist Savatages Tribut an ihren tödlich verunglückten Originalgitarristen Criss Oliva mit dem Titel "Ghost in the Ruins".

Was uns die Oliva-Brüder Jon (voc) und Criss (g), verstärkt um Rhythmusgitarrist Chris Caffery, Basser Johnny Lee Middleton und dem eisenhart zuschlagenden Steve "Doctor Killdrums" Wacholz (schaut euch die alten Livevideos an; take THAT ihr volltriggernden blastbeatenden Deathcorebubis!) abliefern ist schlichtweg METAL in roher ungehobelter Perfektion.
Die gleich zu Beginn rausgehauenen Monstersongs "City Beneath the Surface", "24 Hours Ago" und "Legions" geben die Marschroute vor und übertreffen locker die weiß Gott nicht schwachen Studioversionen. Die Band ist perfekt eingespielt. Jon singt, kreischt und schreit sich die Seele aus dem Leib. Sein Bruder spielt, vom Cafferys tighter Rhythmusgitarre beflügelt, wie entfesselt auf, Middleton groovt tight und der kultige Doctor Killdrums drischt auf seine Felle und Becken ein als gebe es kein Morgen. Wahnsinn! Songs wie in Stein gemeißelt! Auch die gefühlvolle epische Seite der Band kommt mit Songs wie "Strange Wings", "Hounds", "Gutter Ballet" und "When the Crowds are Gone" voll zur Geltung. Größtenteils auf der unübertroffenen "Gutter Ballet"-Tour mitgeschnitten glänzt die Band mit einer fast perfekten Setliste (lediglich Songs von "Power of the Night" werden vermisst) und ist unüberhörbar auf dem absoluten Zenith ihres Schaffens. Wie unglaublich geil war diese Band mal!
Zwar ist auch Savatages melodischere Zak Stevens-Ära sicher nicht zu verachten, aber was man hier geboten bekommt ist schlichtweg nicht von dieser Welt!

PS: Es ist jammerschade dass das "Live Devastation"-Album von der Band zurückgehalten wurde. Qualitativ spielt es nahezu in derselben Kategorie und hat eine deutlich andere Setlist mit reichlich "Power of the Night"-Stoff zu bieten.


The Last Ship
The Last Ship
Preis: EUR 6,99

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "The Last Ship" ist eigentlich genau das Album..., 24. September 2013
Rezension bezieht sich auf: The Last Ship (Audio CD)
...das ich mir von Sting schon immer gewünscht hatte.
Narrativ, extrem persönlich, zwischen Folk, Jazz, Pop, Broadway, Einflüssen von Kunstmusik und Volkslied und - für mich als absoluten "Soul Cages"-Liebhaber besonders interessant - mit deutlichen Reminiszenzen in puncto Flair und Thematik in Richtung seines 1991er Albums. Wer jedoch nun aber beginnt, auf schmissige Popsongs wie "All this Time" zu hoffen, wird sicherlich enttäuscht werden, was allerdings schon ein Blick ins Booklet anhand umfangreicher balladenhafter Texte aufzeigt. Schließlich enthält "The Last Ship" ja auch etatmäßige Musical-Songs und ist deswegen nicht unbedingt mit den Alben von 1985 bis 2003 zu vergleichen.
Stings Neue vereint vielmehr die Einflüsse aller seiner vergangenen Projekte der letzten 10 Jahre, von Ausflügen in die Renaissance über Folk bis zu Orchesterbearbeitungen. Sicher keine Musik zum Nebenbeihören (Texte und Musik bilden hier eine besonders starke Einheit), sicher auch ohne sofort hervorstechende Ohrwürmer, aber sicher auch äußerst reflektierte Musik mit Langzeitwirkung, brillant eingespielt (herausragend: Kathryn Tickell und Dominic Miller) und präsentiert in überragender Klangqualität.

Wer gerne Anspieltips hat: "The Last Ship", "And Yet", "August Winds", "So To Speak".


The Raven That Refused to Sing
The Raven That Refused to Sing
Preis: EUR 9,99

6 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Fleißarbeit, 10. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: The Raven That Refused to Sing (Audio CD)
Steven Wilsons Schaffen habe ich über all die Jahre mit wirklich großem Interesse verfolgt. Spätestens mit "Fear of a Blank Planet" hat er für mich allerdings seinen Zenith überschritten. Die immer distanzierteren, produktionstechnisch und instrumental zwar perfekteren, melodisch und kompositorisch aber immer beliebigeren Songs empfand ich als jemand, der "Stupid Dream" für Wilsons unübertroffenes Meisterwerk hält, als Ärgernis. Die Hinwendung zum Progressive Rock der 60er und 70er auf seinen letzten beiden Soloalben konnte ich dann endgültig nicht mehr nachvollziehen. Warum muss ein so außergewöhnlich kreativer Musiker, der in "seiner" bisherigen Stilecke nahezu unbegrenzte Möglichkeiten zur Entfaltung hat, Althergebrachtes unbegingt (in leicht erneuertem Gewand) nochmal präsentieren? Die nahezu messianische Sphäre, in die Wilson genau aus diesem Grund häufig erhoben wird, ist für mich nicht nachzuvollziehen.

Der "Rabe", Wilsons aktueller Solostreich, hat neben einer furios aufspielenden Band auch einen Sound zum Niederknien auf der Habenseite (das muss man ihm lassen). Diese großen Pluspunkte sind allerdings auch die Krux des Albums, denn weder Wilsons irgendwie indifferenter Gesang sowie die eigentlichen Songs sind dieser Übermacht auch nur annähernd gewachsen. Speziell beim Songwriting hat man das Gefühl, alles schonmal dezidiert genauso bei Wilsons Seventiesvorbildern gehört zu haben, was die ausladenden Instrumentaljams eher noch hervorheben als verschleiern. Auch der beste Song, "The Watchmaker", verleitet einen eigentlich nur dazu, mal wieder "The Cinema Show" aufzulegen.

Merke: You can't beat the original!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 28, 2014 6:47 PM CET


Queensryche (Limited Mediabook Edition)
Queensryche (Limited Mediabook Edition)
Preis: EUR 18,73

9 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Queensryche 2.0 b), 21. Juni 2013
Zwei Monate nach Geoff Tates "Frequency Unknown" legen nun also seine alten Bandkumpane nebst Neusänger Todd LaTorre mit ihrem selbstbetitelten Album nach.
Tates "F.U." krankte trotz teilweise guter Songs an einer schwachen Mannschaftsleistung, wohingegen "Queensryche" (also...das Album, nicht die Band, wobei die teilweise auch, die mit dem neuen Sänger, nicht die mit dem Originalsänger und den Mietmusikern, und schon gar nicht die '83er EP; allein die Terminologie ist sichtbar mehr als verwirrend...) im Vorfeld mit großem Tamtam von Journaille, Band und Tate-enttäuschten Fans als große Rehabilitation, Rückkehr zu den Klassikern, die Rettung schlechthin gefeiert wurde.

Na, flugs angeschmissen die Platte: Ein in typischer "NM 156"-Manier betont "strange" betiteltes Intro (muss eigentlich nur ich hier an Trevor Rabins unsäglichen "Con Air"-Soundtrack denken?), dann der erste, schon vorab bekannte Song "Where Dreams Go To Die". Und, man muss es der Band lassen, sie hat teilweise Wort gehalten. Das Stück erinnert tatsächlich an eine kompaktere Version so mancher "Promised Land"-Songs, verbunden mit der metallischeren Herangehensweise von seligen "Operation: Mindcrime"-Zeiten. Das beeindruckt erstmal (toller, irgendwie "beefy" Sound) und versöhnt die geschundene Fan-Seele oberflächlich, kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Songwriting doch zu keiner Zeit an die Großtaten der Vergangenheit anknüpfen kann. Der Chorus ist nett, aber keinesfalls zwingend. LaTorre imitiert Tate, klingt allgemein vielleicht etwas "grittier" (was gut zum aggressiveren Bandsound passt), schafft es aber nicht, echte Emotionen zu transportieren. Nach dem zweiten Chorus zerfasert sich der Song durch unnötige Reharmonisationen (James-Last-Mollsubdominante, dass ich dich auf einem Queensryche-Album mal höre hätte ich auch nicht gedacht) und "spoken words"-Einschübe, die bei derart kompakten Songs eigentlich keinen Platz haben.

Auch das folgende "Spore" legt gut los, nervt aber spätestens im Chorus. Trotz seines über die Jahre reduzierten Stimmumfangs beginnt man, Geoff Tate für sein Melodiegespür und seine Phrasierungen zu vermissen. Auch das Arrangement wirkt irgendwie unschlüssig.

"In This Light" nimmt erstmals das Tempo etwas raus, gefällt durch hübsche Gitarren-Synth-Texturen. Wieder selbes Problem: Ganz nett, aber wirklich zwingende Gesangslinien sind Mangelware. Wieder wird zum zweistimmegen Solo angesetzt. Ist Wilton der Meinung, das in jedem Song auf Biegen und Brechen unterbringen zu müssen? Käsiger Refrain. Irritierende Screams im Hintergrund, wieder Doppelleadgitarren und Ende. Schade. Wäre mehr drin gewesen.

"Redemption", bekannt aus Funk und Fernsehen, Quatsch, Streams und Sampler, rauscht relativ teilnahmslos an einem vorbei. Pseudo-Hymnen-Chorus der nicht aufgeht und besonders im Albumkontext gehörig zu nerven beginnt, weil wir das bei den gehörten Songs ebenfalls hatten. Ui, Wilton lässt die Harmonien im Solo weg!

"Vindication" legt ordentlich los (Doppelleads gleich im Intro), tolle Drums, dann wieder stilistisch völlig unpassender Chorus. LaTorre tut mir langsam leid. Schreibt dem Mann schlüssige Songs! Wilton harmoniedudelt um sein Leben. Ok, Lundgren vielleicht auch. Mann, diese käsigen Refrains!

Nochmal Synthie-Intro (bei reichlich 35 Minuten Spielzeit kann man das ja auch durchaus mal machen), dann bei "A World Without" nochmal Tempo rausgenommen. Düstere Atmosphäre. Der Chorus soll groß werden, schafft es wegen zu unschlüssiger Gesangslinien und Taktwechsel nicht. Wenigstens greift man trotz Synthieorchester im Background nicht so stark in die melodische Kitschkiste. Die lauten Drums beginnen langsam etwas zu nerven.

"Fallout" erinnert strukturell wie qualitativ stark an "Redemption". Schönes Solo. Der Chorus kommt besser auf den Punkt, würde ohne Chöre und Soundeffekte aber noch eindrucksvoller wirken. Jetzt wird auch offenbar, dass die Band ihren Ideen nicht allzustark zu vertrauen schien und deswegen jede Unschlüssigkeit im Arrangement durch Soundeffekte zuzuballern versuchte.

"Open Road" schaltet nochmal einen Gang runter, episch, atmosphärisch, gut.

Fazit: Ich habe, wie bei "Frequency Unknown" auch, kein schlechtes Album gehört, jedoch auch keines, das es auch nur im Ansatz mit den wirklich großen Queensryche-Alben bis einschließlich "Promised Land" aufnehmen kann. während Tates Album die stärkeren Songideen (und den in meinen Augen ausdrucksvolleren Sänger) verbuchen kann, hat "Queensryche" (also...das Album, nicht die Band, wobei die teilweise auch, die mit dem neuen Sänger, nicht die mit...aber das hatten wir schon) eine wesentlich bessere Produktion, eine stärkere instrumentale Umsetzung aber auch schwächere Songs mit teilweise äußerst unpassenden Arrangements, die durch Soundeffekte und Spurenoverkill künstlich aufgeblasen wurden.

Würde man nun - rein hypothetisch - die besten Songideen beider Parteien mit Tates Gesang und Melodieführung sowie der Produktion der "anderen" Queensryche (abzüglich Chor/Synthie/Soundeffektoverkill) kombinieren hätten wir vielleicht tatsächlich ein Album, das an "Promised Land" anknüpfen könnte. Und das ist wahrscheinlich der beste Aspekt an beiden Veröffentlichungen.
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 22, 2013 5:02 PM MEST


Criteria for a Black Widow
Criteria for a Black Widow
Wird angeboten von thomas-ruecker
Preis: EUR 11,86

5.0 von 5 Sternen Wie unterbewertet kann eine Platte sein?, 28. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Criteria for a Black Widow (Audio CD)
"Criteria For A Black Widow" ist wohl das Annihilator-Album das man mit am wenigsten auf dem Schirm hat, was wohl u.a. daran liegt, dass schon lange kein Song der Platte mehr im Liveprogramm von Jeff Waters und seinen wechselnden Adjutanten auftaucht. An der gebotenen musikalischen Qualität kann's nicht liegen, denn die Platte ist - jetzt kommt's - der schiere Wahnsinn in Tüten. Von den beiden Opening-Brechern "Bloodbath" (diese irren Soli!) und den "Fun Palace"-Sequel "Back to the Palace" (diese mörderischen Riffs!) über das midtempolastigere "Punctured" (hätten die Kalifornier mit dem zackigen M in Namen das Ding auf "Re-Load" gepackt wäre die gesamte Platte mit einem Schlag rehabilitiert), dem dritten (und besten) "Schizos..."-Teil (diese Gitarrenharmonien!), dem melodischeren "Loving the Sinner", dem wüsten Exodus-mäßigen Thrasher "Sonic Homicide" bis hin zum abschließenden Waters-typisch melancholischen Gitarreninstrumental "Mending" gibt es zehnmal konzentrierten Wahnsinn wie ihn die Band (i.e. Waters) danach leider nicht mehr auf die Kette bekam. Randy Rampage, sicher keiner der begnadetsten Sänger, liefert mit seiner rotzigen Stimme den perfekten Gegenpart zum technisch anspruchsvollen, aber immer aggressiven Instrumentalgerüst.
Wer Lust auf "Alice in Hell" in einer moderneren und teilweise etwas straighteren (nicht simpleren!) Version hat MUSS hier zugreifen!


Writ in Water
Writ in Water
Preis: EUR 15,72

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was für ein Juwel!, 24. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Writ in Water (Audio CD)
Ein schöneres, ergreifenderes und humorvolleres Pop-Album habe ich seit langer, langer Zeit nicht gehört! Tieftraurig ("Hexagon"), witzig ("Pluto", "The Na Na Waltz"), obskur ("The Cloud Song" - die Spieluhr!), absurd ("The Goldfish Song", "Grass in Antarctica"), gymnopédistisch-rogers/hammersteinisierend ("My Favourite Things"), hin und wieder zurück, und - vor allem - einfach unvergleichlich wunderschön ("Writ in Water" - der Titelsong sei hier tatsächlich stellvertretend für das gesamte Album genannt).

Wer sich auch nur im entferntesten für (übrigens hervorragend interpretierte und aufgenommene) geistreiche, klavier- und orchesterbasierte Popmusik begeistern kann und dieses Album nicht besitzt, der hat sein Leben verwirkt! Beethoven-Erbsenzähler kommen auch auf ihre Kosten. Versprochen!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 25, 2014 9:46 AM CET


Frequency Unknown
Frequency Unknown
Preis: EUR 21,97

4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Queensrÿche 2.0 a), 24. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Frequency Unknown (Audio CD)
Ok, vorweg: Ich habe keine Lust, für eines der beiden Queensrÿche-Lager aus Sympathiegründen Partei zu ergreifen. Spuckattacken und Verbalinjurien sollen hier also mal außen vor bleiben. Zumindest weitgehend. Denn mit dem unsäglichen "Faust-in-die-Visage-F.U."-Cover des neuen Albums "seiner" Queensrÿche-Version hat Sänger Geoff Tate ordentlich nachgetreten. Mensch, wir sind doch alles erwachsene Leute! Kann man da nicht auf derartige Sperenzen verzichten?
Offenbar nicht. Denn auch die "Gegenseite" um die verbliebenen Originalmitglieder Michael Wilton, Eddie Jackson und Scott Rockenfield hat mit der Entscheidung, ihr neues Album mit dem Bandnamen zu betiteln, meiner Meinung nach genauso unsouverän reagiert. Wie, bitte, kann man einem Album den Titel "Queensrÿche" geben, auf dem mit Tate und Ex-Gitarrist Chris deGarmo die beiden treibenden Köpfe, die den Erfolg und die musikalische Einzigartigkeit der Band damals nahezu im Alleingang begründeten, nicht zu hören sind? Versucht hier jemand krampfhaft, sich zu legitimieren?

Lassen wir das, und zurück zu "Frequency Unknown". Eine ganze Armada von Gastmusikern hat Mr. Tate ins Studio eingeladen, von denen sich Ty Tabor (King's X) im wirklich hervorragenden "In the Hands Of God" am besten profilieren kann. Nein, es ist nicht alles schlecht auf der Platte! Auch "Life Without You", "Everything" und das abschließende "The Weight of the World" können auf Anhieb überzeugen und wären mit einer ausgefeilteren Produktion und sorgfältigeren Arrangements auch auf Alben wie "Empire" oder "Promised Land" nicht negativ aufgefallen.
Diesen Highlights gegenüber stehen allerdings auch Stinker wie "Dare" oder "Slave", deren modernes Riffing zwar in Ansätzen überzeugt, die aber auch mit schrecklich spröden Gesangspartien aufwarten. Mensch, Geoff, man hört doch dass du es kannst wenn du willst!

Einen Bärendienst erweist sich der Sänger schließlich mit der Entscheidung, vier alte Queensrÿche-Klassiker neu aufzunehmen, die es nie und nimmer auch nur ansatzweise mit den Originalen aufnehmen können.

Fazit: Songwriting gut bis sehr gut, Performance schwankend (v.a. die Rhythmusgitarren dürften sauberer und einfallsreicher sein), Arrangements und Produktion unterer Durchschnitt, Re-Recordings völlig misslungen. Da ich mehr Wert auf die Songs als das Drumherum lege: 4 Punkte für das Album, von denen einer für die Verunstaltung der Klassiker wieder abgeht.

(Nachtrag: Nach den Ausschnitten, die ich vom "anderen" neuen Queensrÿche-Album kenne, verhält es sich hier genau andersrum: Songwriting bestenfalls Mittelmaß, dafür stimmt die Produktion.)
Kommentar Kommentare (9) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 8, 2013 5:17 PM MEST


Writ of Eskort
Writ of Eskort
Preis: EUR 18,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen MBWTEYP, die zweite Lange, 6. April 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Writ of Eskort (Audio CD)
Um eines klarzustellen: Wir reden hier über die Band, die bei mir den wohl größten Kredit genießt. Vom "Mäppchen" (2005) vollkommen geplättet, vom Full-Length-Debütmonster "Ignorance & Vision" (2008) restlos begeistert und von der deutlich reduzierteren "Grace..."-EP (2010), nun ja, erfreut, warf das neue Album "Writ of Eskort" schon vor dem ersten Hördurchlauf einige Fragen auf:

- Würde die Band den zuletzt merklich runtergeschraubten kompakteren Bandsound weiterverfolgen oder wieder stärker in Richtung des postmodernen Monsters "I&V" tendieren?
- Wie wirkt sich das Fehlen von Ex-Keyboarder tightEng über die komplette Albumdistanz aus, nachdem zumindest ich bei genannter 2010er-EP Tights prägnante und liebgewonnene Klaviereinsätze durchaus vermisst hatte?
- Was treibt Ex-Gitarrenfräulein Diva Eva D. (die offenbar in Tights Schlepptau von Bord gegangen war)?
- Wie fügt sich Neuklampfer David de Vincent (jaja, ich weiß schon, aber ich finde die Anagrammspielchen witzig) ein?
- Darf man auf Hämmer und Hooks vom Kaliber "Wonderland", "Biology...", "Freezing Scene" oder "Impresario" hoffen?

Und noch bevor man den Gedanken zu Ende gedacht hat, springt einem nach dem Einlegen des neuen Silberlings mit dem Opener "Wild Child" ein absoluter Ohrwurm entgegen, ein locker-flockiger Hit reinsten Wassers, der im Laufe seiner gut sieben Minuten kein einziges Mal abflacht. Sofort fällt auf, dass die Band zwar den homogeneren Charakter von "Grace..." weiterführt, ihrem Gesamtsound aber wieder mehr Tiefe und Opulenz verliehen hat. Ziggy klingt souveräner denn je, und auch Debys Zweitstimmen und Chöre sind auf den Punkt perfekt getimt. Super!

Im folgenden sperrigeren "Stampede" hat auch David de Vincent erstmals größere Einsätze zu verzeichnen, was in einem kurzen aber intensiven Gitarrensolo kulminiert (Blackmore und May sind, dem homogeneren Bandsound entsprechend, nicht mehr so präsent wie auf "I&V", ganz zu Schweigen vom mitunter noch deutlich eklundhigen "Mäppchen").

Wie schon in meiner "I&V"-Rezension vermerkt, fällt es auch diesmal schwer, einzelne Songs herauszuheben. Ich persönlich habe mich besonders über die phantasievollen, gerne mal minimalistischen Streicherarrangements (auffällig in "Sirenes" und dem epischen Höhepunkt "Coward's Opera") gefreut.
Mit "Writ of Eskort" scheint die Band nach einer Phase des überbordenden Ausprobierens und anschließender Reduktion nun angekommen zu sein. "WoE" sollte MBWTEYP zumindest national im Sektor des anspruchsvollen Pop an die Spitze katapultieren, und mit diesem Album im Rücken dürfte das auch durchaus im Bereich des Möglichen liegen.

Ich verneige mich tief vor der Band und beantworte abschließend meine einleitend gestellten Fragen mit "irgendwie beides", "hmm...nicht so negativ, obwohl...aber vielleicht auch nicht", "keine Ahnung", "extrem gut" und "mit leichten Abstrichen: ja".

Kaufen!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 9, 2014 10:34 PM CET


Returns
Returns
Preis: EUR 12,98

8 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen mehr als zwiespältig, 30. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Returns (Audio CD)
Es war wohl DIE Nachricht des Jahres 2008 für alle Jazzfans: Chick Coreas 70er-Jahre-Fusion-Truppe "Return to Forever" findet sich - angestachelt durch großem Zuspruch ihrer alten Livemitschnitte seitens der Youtube-Community - im legendären "Romantic Warrior"-Lineup (also Chick Corea/Al di Meola/Stanley Clarke/Lenny White) für einige Gigs wieder zusammen. Klar, dass eine entsprechende CD/DVD-Nachlese nicht lange auf sich warten ließ.

Um es kurz zu machen: Ich bin maßlos enttäuscht! Dass man eine Wiederbelebung des mitunter charmant-naiven Spirits der Studioaufnahmen von Männern im gesetzteren Alter nicht erwarten kann versteht sich von selbst. Die Vollprofis di Meola (toller erdiger Solidbody-Sound)und Corea (geniale rhythmische Konzepte, inspirierte Impros) lassen gewohntermaßen nichts anbrennen, was aber die Rhythmusgruppe Clarke/White hier abliefert spottet mitunter jeder Beschreibung! Über die Maßen untight und undynamisch holpert man sich durch den Klassiker-Set (besonders grausam: "Duel of the Jester and the Tyrant"), dass man kaum glauben möchte es hier mit DEN Stanley Clarke und Lenny White zu tun zu haben, die als Idole einer ganzen Generation von Bassisten und Drummern in die Annalen eingingen. Fast hat es den Anschein, als hätte man die beiden aus dem verdienten Ruhestand - des lieben Geldes wegen - überhastet zurück auf die Bühne gescheucht. Diese Aufnahmen braucht kein Mensch, sie demontieren nur den verdienten Legendenstatus zweier einst phänomenaler Musiker.

Randnotizen: Der Sound ist glasklar, die Songauswahl des Doppeldeckers ist stimmig, die Verpackung ansprechend. Wer RTF at it's best erleben will hält sich aber besser an die alten Studiowerke.


Ignorance and Vision
Ignorance and Vision
Preis: EUR 18,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Postmoderne Pop-Wundertüte, 16. Juli 2008
Rezension bezieht sich auf: Ignorance and Vision (Audio CD)
Nach zwei Jahren steht - lange angekündigt, oft verschoben - mit "Ignorance & Vision" endlich das Debütalbum der Mannheimer Pop-Postmodernisten in den (virtuellen) CD-Regalen. Eine verdammt lange Zeit, und doch hat sich - soviel sei vorweggenommen - jede einzelne Sekunde des fieberhaften Wartens mehr als gelohnt. Was die Band um Mastermind Ziggy Has über die Distanz von immerhin 68 Minuten abliefert übertrifft schlichtweg jede noch so hoch geschraubte Erwartung.

Klar, Fans der ersten Stunde und "Mäppchen"-Liebhaber werden sich erst mal an den deutlich moderneren,elektronisch geprägten Sound zu gewöhnen haben und die Neuarrangements der bereits bekannten EP-Songs genauestens unter die Lupe nehmen. Aber auch hier ist jede Sorge unbegründet, denn MBWTEYP haben diese Songs im Studio einem dezenten Facelifting unterzogen und deren Magie weitgehend auf das Album hinübergerettet; besonders "Biology Is A Fairytale" entwickelt in der Neuaufnahme sogar ungeahnte Single-Qualitäten.

Aber auch die restlichen Songs fallen kein bisschen ab: Der eröffnende Doppelschlag "Ardous Life"/"Boys & Girls" bringt sofort alle Stärken der Band auf den Punkt: Ziggys und Debys charismatische und phantastisch arrangierte Vocals (was für ein Blending, was für eine stimmliche Vielfalt!), die gleichermaßen songdienliche, vielschichtige wie technisch brillante Gitarrenarbeit von Eva D. (dieser Ausdruck - man höre nur die Brian May-Verneigungen in "Boys..." - Pitch, Ton, Vibrato, alles erste Sahne!), tightENGs abwechslungsreiche, atmosphärische und vollkommen unkitschige Keys, der erfreulich präsente Knurrbass von Tieffrequenz-Schöngeist Donni Bella Luna sowie das akzentuierte Spiel von Monsterdrummer Ray Gattner (den man aber ohnehin live erleben muss). Und all das verpackt in Songs für die Ewigkeit, Mitsing-Melodien, Power und Groove, Groove, Groove...

Einflüsse? Klar, zuhauf: Muse (vor allem die!), Queen, System Of A Down, Kaizer's Orchestra, Supertramp, früher Bowie - um nur die prägnantesten zu nennen. Die Band versucht auch gar nicht diese zu verstecken oder gar zu leugnen, sondern setzt sie geschickt, kompetent (und meist mit einem Augenzwinkern) in Szene.

Großes Lob gilt auch dem Produzenten Philipp Schwär, der die fast unüberschaubare Vielzahl der einzelnen musikalischen Zutaten und Bausteine geschickt unter einen Hut brachte, ohne alles im großen Soundchaos enden zu lassen (vergleichbar mit Dave Jerdens Leistung bei Jane`s Addictions "Ritual de lo Habitual"). Im Gegenteil besticht die Produktion durch eine im Rockbereich selten gehörte Dynamik und Transparenz. Selbst die Soundspielereien des experimentellen collagenhaften Longtracks "Peace Interstellar" (der strategisch geschickt platziert das Album in eine A- und eine B-Seite teilt; wo bleibt eigentlich die Doppel-Vinyl-Edition???) bleiben dadurch auch für Normalhörer noch im erträglichen Maß und bauen geschickt die Spannung bis zur titelgebenden (grandiosen) Earth, Wind & Fire-mäßigen Discofunk-Sequenz auf. Einzig Gattners phantastisches Drumming könnte etwas lebendiger in Szene gesetzt sein.

Dass es hier und da des Eklektizismus mal etwas zuviel wird soll auch nicht unerwähnt bleiben. Ebenso lässt die Version des Bandklassikers und Über-Songs "Wonderland" vielleicht ein wenig die einzigartige Wärme und packende Atmosphäre der "Mäppchen"-Fassung vermissen. Diese Punkte liegen allerdings stark im subjektiven Auge des Rezipienten und sollten deswegen nicht überbewertet werden.

Anspieltipps erübrigen sich bei soviel geballter Klasse eigentlich von selbst. "Ignorance & Vision" muss als Gesamtwerk erlebt und verstanden werden. Dennoch sind die erwähnten "Boys & Girls", "Biology Is A Fairytale" wie auch der Power-Groover "Sahra", das enorm differenziert umgesetzte "Freezing Scene" (tightENG!) sowie die abschließenden (ungewöhnlichen) Balladen "Sate My Appetite" (Deby!) und "Impresario" noch einmal besonders hervorzuheben.


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