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Rezensionen verfasst von
Hölzle JosefAspasia
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Im Zeichen des Adlers: Roman
Im Zeichen des Adlers: Roman
von Simon Scarrow
  Taschenbuch

32 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Guter Ansatz, schlechte Ausführung, 24. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Im Zeichen des Adlers: Roman (Taschenbuch)
Zu den Stärken des Buchs gehört sicherlich, dass es für diesen historischen Rahmen nur wenig Romane gibt. Man merkt auch durchaus an der Fülle an Beschreibungen, dass Mr. Scarrow bemüht war dem Leser etwas über das Alltagsleben in der römischen Armee auf unterhaltsame Art und Weise beizubringen. Für einen Laien ist es also duchaus informativ.

Wo man allerdings schwere Mängel feststellen kann sind die schriftstellerischen Fähigkeiten des Authors. Durch das gesamte erste Buch zieht sich eine gewisse Lieblosigkeit. Man gewinnt den Eindruck, dass Mr. Scarrow so viel Handlung und historische Information in dem Buch unter zu bringen versuchte, wie nur irgend möglich. Dies macht das Lesen manchmal äußerst zäh und bisweilen verwirrend. Schwere Fehler empfand ich folgende Punkte:

- Die Handlung ist sehr vorhersehbar. Junger, unerfahrener Rekrut trifft auf hemdsärmligen Veteranen. Man zweifelt an ihm, aber er beweist sich doch entgegen aller Hindernisse.
- Zeit und Raum der Handlung sind manchmal unklar. Bsp: Bei einer Verfolgungsjagd stürzt ein Soldat vom Wurfspeer der Verfolger getroffen, die bereits anstürmen. Der Held eilt zurück um zu helfen. Dann wird eine längere Unterhaltung geführt und zwar in ganzen Sätzen, nicht so, als würde die Zeit drängen. Was die Verfolger zwischenzeitlich tun wird vergessen.
- Adjektive wiederholen sich immer und immer wieder.
- Willkürlich werden historische Begriffe eingedeutscht oder auch nicht. Der Pilum wird Speer genannt(nicht Wurfspeer), der Optio bleibt Optio.
- Perspektive wird beinahe garnicht beachtet. Manchmal wechselt sie mitten im Absatz und man muss erraten, aus welcher Sicht gerade erzählt wird. Manchmal kann der Akteur auch Gedanken lesen, was sein Gegenüber bei dem was er sagt und tut denkt.
- Naturgesetze werden der Handlung zu Liebe gebeugt. Ein Rammbock aus frisch gefällter Kiefer brennt nicht sofort lichterloh, nur weil man brennendes Stroh darauf wirft. Im Winter erst recht nicht.
- Schlußendlich ist die Übersetzung miserabel. Manche englische Ausdrücke wurden wörtlich übersetzt und geben kaum Sinn. Hin und wieder finden klägliche Versuche statt eine etwas altertümliche Sprache zu gebrauchen. "X gewahrte, dass Y geschah." Dann tauchen wieder sehr moderne Ausdrücke auf.

Alles in allem ist das Buch "nett". Aber auch nicht mehr.


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