Profil für loteq > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von loteq
Top-Rezensenten Rang: 56.899
Hilfreiche Bewertungen: 123

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
loteq (Regensburg/Germany)

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2
pixel
Reunion:Live in Tokyo
Reunion:Live in Tokyo
Preis: EUR 66,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Drive Inn, 19. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Reunion:Live in Tokyo (Audio CD)
UK – ja da war doch mal was...nach dem Split von King Crimson Mitte der 70er formierten sich John Wetton und Bill Bruford mit neuen Mitstreitern unter eben diesem Namen und veröffentlichten ihr gleichnamiges Debütalbum. Prog-Rock, Fusion-Jazz, Ambient, New Wave und Arena-Rock waren nur einige Stilrichtungen, die sie auf dem großartigen Album tangierten. Nach einem weiteren Longplayer mit anderem Line-up sowie einigen Single-Veröffentlichungen verschwand die Band wieder vom Radarschirm, bis Eddie Jobson vor einigen Jahren diverse neue Projekte mit UK-Bezug (u. a. UKZ) startete und auch die alten Glanztaten ihren zweiten Frühling erlebten.

Disc 1 des „Live in Tokyo“-Packages (2011er Performance mit Jobson, John Wetton, Drum-Berserker Marco Minnemann und dem universellen Gitarristen Alex Machacek) startet mit dem markanten Stakkato-Riff von „In the dead of night“. In der Live-Situation knallt die dreiteilige Suite vom Debüt-Album mit mächtigen Halleffekten, tiefem Bass-Grummeln und unheilvollem Intro natürlich rein. UK sind hier dem Sound von Doom-Rockern wie NIN, Tool oder den späten King Crimson recht nah. Als hätten sie schon immer so zusammen gespielt, das Holdsworth-Solo sitzt perfekt, Wetton und Minnemann grooven als gäbe es kein Morgen und Jobson schafft mit minimalistischem Equipment den Spagat zwischen angenehmem Retro-Feeling und zeitgemäßen Arrangements. „Danger money“ gewinnt in der Quartett-Version deutlich an Drive; die beiden Longtracks „Starless“ (von King Crimson’s „Red“) sowie „Carrying no cross“ schrauben den Drama-Faktor noch weiter in die Höhe. Disc 2 ist mit Ausnahme der Minnemann-Sternstunde „One more red nightmare“ eher den introspektiven Klängen vorbehalten: Nach dem Einstieg mit Jobson’s gewohnt virtuosem „Violin solo“ begeistert „Nevermore“ mit dem klassischen Synthi-Gitarre-Duell im Mittelteil und psychedelischen TD-„Rubycon“ Anklängen. Das wüste Jazz-Prog Material von „Caesar’s...“ und „The only thing she needs“ kommt deutlich organischer und druckvoller als in der Studioversion daher. Und John Wetton? Hat sich im Laufe des Konzerts stimmlich so weit eingefunden, dass er am Schluss eine ergreifende Version von „Rendezvous 6:02“, begleitet nur von Jobson am Synthi, zum Besten geben kann.

Die musikalische Performance des besprochenen Konzerts ist brillant und man wünscht sich, dass die Vier mal zum gemeinsamen Songschreiben zusammenkommen und das Kapitel UK in dieser Form weiterführen. 5 Sterne für die Musik und den Repertoire-Wert...für den matschigen Sound möchte ich (leider) nur einen Stern vergeben. Entweder verstehe ich Jobson’s Vorstellung von Live-Sound überhaupt nicht oder der stilecht gewandete Musikprofessor hat sich in seinem Bestreben, vom Mixing bis zum Mastering alles selber zu machen, übernommen. Klar kann und soll eine Live-Performance nicht wie eine Studioplatte klingen, aber hier stimmt fast gar nichts: Kaum Höhen, die Drums meist weit zurückgemischt, Bässe diffus und waberig, die Synthis wie Kristalle unter einer dicken Staubschicht. Hat zwar manchmal durchaus seinen Reiz (der breite Plattwalz-Sound steht „In the dead of night“ gut), an den meisten Stellen aber geht die Spannung im Morast unter (etwa beim Crescendo von „Alaska“ oder den Drum-Attacken von „One more red nightmare“). Ich habe die 2013er Version des Albums (Avalon MICP-90070), remastered von Jobson selbst, und diese liegt klanglich auf ähnlich enttäuschendem Level wie der MP3-Download. Wer eine Idee hat, welche Version des Albums, das in x Varianten (u. a. 2011er/2013er, JP-/KR-Import, 2xCD/2xSHM-CD+USB/DVD) erschienen ist, soundtechnisch die Beste ist, möge sich melden :-)
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 25, 2014 10:05 AM CET


Ep's 1988-1991
Ep's 1988-1991
Preis: EUR 12,98

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen lips & heaven, 1. August 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ep's 1988-1991 (Audio CD)
dieses 2cd-set ist für mich zweifelsohne einer der wichtigsten veröffentlichungen im jahre 2012. jeder kennt "isn't anything" und "loveless", die zahlreichen ep's und compilation tracks von mbv waren allerdings schon immer schwer erhältlich (so musste man seinerzeit für die import-version von "glider" satte 30 dm hinlegen). "ep's 1988-1991" sammelt nun einen großteil dieser werke und kommt in einem perfekt gestalteten, stabilen fold-out panel mit foto-booklet daher.

spätestens beim blick auf die cover-artworks wird klar, dass die ep's nicht einfach nur als ergänzung zu den alben gedacht waren, sondern eine eigenständige musikalische reise begründen, die sich obsessiv um die beiden themen "enttäuschung und lust" dreht. disc 1 startet mit den fünf songs der ersten ep, und schon diese sind alle volltreffer - der sound von sonic youth circa "sister" auf ein pop-level gebracht und bereits mit anklängen an die späteren experimentellen werke. "slow" mit seinem crunchigen bass-dröhnen und das vordergründig fröhliche "drive it..." retten jede indie-disco. von da an folgt eine depri-hymne nach der anderen; im klassischen hightech-schrott-sound lodert die "emptiness inside" oder schleppt sich "i need no trust" mit monotonem gothic-beat vorwärts. mit "soon" schließlich, das zur zeit des damaligen rave-boom geradezu ein vorzeigestück für "shoegaze goes shoedance" war, beginnt das wüste konglomerat der "glider"-ep, das die gesamte mbv-bandbreite im schnelldurchlauf zusammenfasst. etwas softer als gewohnt beginnt disc 2 mit dem klassiker "to here...", um fortan entweder cocteau twins-artige visionen auszuleben oder sich ganz dem gitarren-mahlstrom hinzugeben. mit dem "instrumental no. 2" beackern mbv das damals neue trip-hop genre a la massive attack, um fortan mit der über 10-minütigen version von "glider" wieder die noise-führerschaft für sich zu beanspruchen. zum schluss gibts dann noch einige kompaktere pop-tracks zu hören, von denen "sugar" mit seiner markanten eröffnungssequenz besonders hervorsticht - die kreativität der band in sachen sounddesign war schier unerschöpflich.

angesichts einer wartezeit auf diese traum-compilation von von über 20 jahren sieht man daher gerne über kleinere makel hinweg: je ca. 30 minuten spielzeit pro disc bleiben ungenutzt (wo bleibt z. b. der track "Map Ref 41°N 93°W" vom wire-tribute sampler?), die cover-artworks tauchen im package mehrfach auf, aber es gibt keine lyrics, liner notes oder irgendwelche weiterführenden informationen zu den tracks. das remastering ist ok, speziell die songs der "loveless"-phase, wie "soon", kommen entschlackt daher und klingen dadurch etwas kompakter und zugänglicher. als gesamtkunstwerk ist "ep's 1988-1991" durchweg gelungen und ebenso essenziell wie die regulären alben aus dieser zeit!


Must Have's Maxis Vol.4
Must Have's Maxis Vol.4
Preis: EUR 8,88

4.0 von 5 Sternen der 80er flashback, 1. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Must Have's Maxis Vol.4 (Audio CD)
nachdem 12" mixes aus den 80ern lange zeit ein schattendasein führten, hat man das potenzial vor einigen jahren wieder erkannt und der markt wird mit compilations geradezu überflutet - neben den "must have maxis" seien nur die compilations von blank & jones, die "the art of the 12""-serie von ztt oder die remasters von new order genannt.

die "must have maxis"-serie ist eine 'hit-and-miss'-angelegenheit, mit halb-leeren discs und geringer spieldauer, ohne informationen zu den mixes und einer bisweilen zweifelhaften songauswahl wird man eher dazu tendieren, sich selbst eine compilation aus mp3-downloads zu erstellen oder sich nur die cd's der serie anzuschaffen, auf denen die persönlichen favoriten zu finden sind. teil 4 ist für meinen geschmack durchwegs gelungen: der einstieg mit zwei knackigen klassikern von whitney houston und taylor dayne macht definitiv laune auf mehr und die fast 10-minütige version von lisa stansfield's erstem hit "people hold on" ist nicht nur ein highlight des albums, sondern der ganzen spät-80er acid house szene. rick astley und bros liefern gediegenen dance-pop für den floor und man kann nur staunen, wie ausgereift und zwingend die tracks im vergleich zu heutigen teenie-pop stars klingen. über modern talking braucht man nicht viele worte verlieren und der remix ist lediglich eine verlängerte version des originals, aber "my bed is too big" schießt den vogel ab. man kann von bohlen und seinen späteren ergüssen halten was man will, aber mit diesem track war er ähnlich gelagerten titeln wie "french kiss" von lil louis oder "justify my love" von madonna einige jahre voraus. sechs minuten lang macho-posen, stöhnen und japsen über stoischen sequencer-beats und pointierten rhythmus-gitarren garantieren amüsantes late-night listening...


Head Over Heels
Head Over Heels
Preis: EUR 8,97

5.0 von 5 Sternen a bigger bang, 17. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Head Over Heels (Audio CD)
"ist das noch die gleiche band, die ein jahr zuvor die minimalistischen feedback-orgien von 'garlands' eingespielt hat?" mag sich so mancher hörer fragen, der die laufbahn der cocteau twins verfolgt und zum ersten mal in die massiven art-rock soundscapes von "head over heels" eintaucht. der schritt vom 1. zum 2. album ist in der tat einer der erstaunlichsten der band, die sich fortan mit fast jeder wortmeldung neue welten erschloss, ähnlich wie es dead can dance in den '80ern machten.

"head over heels" begeistert in erster linie durch die enorme stilvielfalt, die geschichteten gitarren-linien und den bereits angesprochenen, gleichermaßen aggressiven und atmosphärischen sound - alles noch überraschender, wenn man bedenkt, dass die cocteau twins bei diesem album tatsächlich 'nur' als duo agierten und sich zusammen mit dem bekannten 4ad-gespann fryer/turner auch selber um die studioarbeit kümmerten. vom mysteriösen opener "when mama was moth" mit seinen markanten drum blasts und launischen gitarrenriffs geht die musikalische reise zunächst zu den echo-kaskaden von "five ten fiftyfold" und den fast-pop hit "sugar hiccup", um dann mit "in our angelhood" und "in the gold dush rush" zwei geradlinige rock-stücke aufzufahren. liz fraser ist knapp dran am status als goth diva, das duo schlägt auf auf den folgenden stücken aber eine ganz andere richtung ein - klassischer 'stream of consciousness' prägt das perkussive "the tinderbox", "multifoiled" und "my love paramour" kommen gar als gelungene cross-over experimente daher. der brachiale schlussakkord folgt in form von "musette and drums" - ein flächenbrand mit garlands-mäßigem feedback, diesmal allerdings verpackt in einer bigger-than-life produktion.

das remastering verstärkt im vergleich zum soundtechnisch ohnehin schon sehr guten original-album die bässe und halleffekte nochmals. weggelassen hat man leider die 4 bonustracks auf der erstausgabe der cd, die allesamt sehr lohnend sind und von der ep "sunburst and snowblind" stammten. die bonustracks können auch auf diversen compilations und singles collections erstanden werden, trotzdem schade. interessant, dass ex-bassist will heggie mit seiner formation lowlife und dem album "permanent sleep" fast exakt den sound von "head over heels" aufgriff. das album ist der höhepunkt und gleichzeitig der abschluss der 'rockigen' phase der cocteau twins.


Extractions
Extractions

5.0 von 5 Sternen out walking, 17. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Extractions (Audio CD)
das erste 'richtige' album von dif juz (die 82'er mc "time clock turn back" bestand aus improvisationen und demos und die '83er lp "who says so?" war von der spielzeit her eine ep) bleibt für mich eines der highlights des 4ad labels. dif juz waren vom stil her eine der einzigartigsten bands der '80er, denen damals zwar die gebührende anerkennung ein wenig fehlte, die aber im zuge der post-rock bewegung über eine dekade später wieder entdeckt wurden. dabei sollte erwähnt werden, dass "extractions" eine für dif juz eher untypische platte ist - die band hatte ursprünglich einen recht rohen sound, der zwischen dub, reggae und free jazz lag, krautrock-einflüsse und prog rock-exzesse fast komplett ignorierte und stattdessen an die düsternis der bauhaus-frühphase erinnerte.

für "extractions" nahm robin guthrie von den cocteau twins auf dem produzentenstuhl platz, der dem einstmals kantigen sound der band die ecken nahm und dafür seine effektgeräte und high-tech equipment auffuhr, das auch auf damaligen produktionen von den cocteau twins, lush oder felt zu hören ist: viel echo und reverb, die instrumente gehen im soundbild ineinander über und die drums sind weit zurückgemischt. die alte experimentierfreude der band ist indes geblieben, das songwriting machte einen quantensprung, und das ganze album scheint aus einer romantischen, dennoch unheilvollen parallelwelt zu kommen. der beginn mit einem fast 8-minütigen saxofon-solo ("crosswinds") ist mehr als ungewöhnlich, das folgende "a starting point" mit seinen schier endlosen melodie-wellen ist schon das erste highlight. im weiteren verlauf wird das tempo etwas rausgenommen, in jedem song warten perlende gitarrenfiguren, dubbige bassläufe und innovative rhythmen, um den hörer schließlich mit "echo wreck" (inklusive einem an den drums völlig entfesselten richard thomas) und dem abgehobenen "gunet" in höheren sphären schweben zu lassen. die friedliche idylle von "soarn" begeistert mit exotischem arrangement und super-prägnantem drum-spiel, bevor "hu" mit bahnhofs-mäßigen field recordings und sägendem feedback einen radikalen einschnitt macht. "re" mit seinen delikaten lead-/rhythmus-gitarren ist einer der besten album-ender aller zeiten - wer hätte jemals gedacht, dass man im beat-combo format SO spielen kann?

die original-lp besteht aus den tracks 1-9, der rest stammt von früheren 12" releases und wurde teilweise remixed, wobei die neuen versionen dem gesamt-flow des albums sehr entgegen kommen. auch wenn überschneidungen mit den compilations "out of the trees" und "soundpool" dadurch unvermeidbar sind - als gesamtwerk ist "extractions" ein nahezu perfektes album und auch nach mehr als 25 jahren noch ein meilenstein des instrumentalen rock.


Budd:She Is a Phantom/+
Budd:She Is a Phantom/+
Wird angeboten von EliteDigital DE
Preis: EUR 17,76

4.0 von 5 Sternen september songs, 24. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Budd:She Is a Phantom/+ (Audio CD)
harold budd ist ein phänomen - er fesselte in den '80er jahren eine ganze hörergeneration mit seinen solo-alben und gemeinschaftsarbeiten mit brian eno und den cocteau twins. anfang der '90er indes schlug er experimentellere wege ein und orientierte sich wieder an seinem früheren avantgarde-ansatz. "she's a phantom" ist - wie die anderen alben "by the dawn's early light", "through the hill" oder "music for 3 pianos" aus dieser zeit - eines seiner 'schwierigeren' werke; er verlor damit vorübergehend die pop-hörerschaft, um sie jahre später mit dem soundtrack zu "mysterious skin" triumphal zurück zu gewinnen.

auf dem vorliegenden album arbeitet er mit dem ensemble zeitgeist zusammen und schafft eine atmosphäre, die man am besten mit dem begriff "düsteres, labyrinth-artiges hörspiel" umschreiben könnte. die phrase "and then i alone am alone" begegnet einem mehrmals direkt oder verborgen während der gesamten laufzeit der platte. die typischen piano-akkorde, holzblasinstrumente, vibraphone und dezente synthi-flächen prägen den sound, der von track zu track bisweilen kauzige sprünge schlägt und den hörer auch gerne mit percussion-einsatz wach rüttelt. wer gerne den klassischen budd-sound hört, ist mit "nearly awakened", "a lazy smile" und "laurel" bestens bedient. bei den kürzeren stücken, die wie sketche anmuten, würde ich mir etwas mehr musikalische substanz wünschen, aber das interessante konzept und das mysteriöse ambiente (angedeutet auch auf dem cover) machen das manko wett.

wer gerne außerhalb der genre-grenzen stöbert, für den bietet dieses werk eine fundgrube an exotischen sounds und stimmungen. meine empfehlung: erst die klassischen budd-alben und die neueren werke mit robin guthrie besorgen, dann mit "she's a phantom" weitermachen.


The Pavillon of Dreams
The Pavillon of Dreams
Preis: EUR 16,86

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen die frühen tage...., 22. April 2012
Rezension bezieht sich auf: The Pavillon of Dreams (Audio CD)
...von harold budd, der erst in letzter zeit durch seine zusammenarbeit mit robin guthrie einem breiteren publikum bekannt wurde, sind in der tat exzentrisch, aber dennoch interessant. die cd ist eine compilation verschiedener kompositionen aus den frühen '70ern - fast durchweg lange tracks (zwei davon laufen über 14 minuten) - die zusammen mit dem damaligen roxy music-gespann brian eno und rhett davies 1976 auf tape gebannt wurden. das cd-inlet liefert zu entstehungsgeschichte der songs, hintergründen und beteiligten musikern noch zahlreiche infos.

was ist musikalisch geboten? kurz gesagt: ein sound-konglomerat, das zwischen softem bar-jazz, avantgardistischer neo-klassik, kammermusik und new age angesiedelt ist und mit den späteren werken von harold budd allenfalls die atmosphäre und das langsame tempo gemeinsam hat. song 1 begeistert mit seiner laid-back atmosphäre - saxophon, glockenspiel und piano werden hauchzart gespielt und vielleicht ist dies einer der besten lounge-tracks aller zeiten. gewöhnungsbedürftiger wird es dann in der tat mit "two songs" und "madrigals of the rose angels", choräle und eine solo sopranistin kommen in's spiel. für die laufzeit haben die beiden tracks jedoch ein bisschen wenig zu bieten und man wünscht sich mehr musikalische abwechslung als das endlose wiederholen der phrasen. herausragend dann das letzte stück "juno" - außergewöhnlich düster, mit exzellentem zusammenspiel der musiker, von der komplexität her meilenweit über dem späteren "piano meets synthi"-ansatz. die kraftvollen, ernsten schlussakkorde von budd bleiben noch lange im gedächtnis und schließen perfekt den kreis zum mysteriösen, unheilvollen cover artwork.

wer ein album im stil der budd/guthrie-kollaborationen erwartet, wird sicher enttäuscht sein, wer sich auf eine musikalische reise außerhalb jeglicher genre-grenzen einlassen will, wird "the pavillon of dreams" vieles abgewinnen. auch wenn man's mal gehört haben sollte - im gesamtwerk von budd sicher eine platte for komplettisten.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 2, 2012 12:01 AM MEST


The Virgin Years: 1977-1983
The Virgin Years: 1977-1983
Preis: EUR 21,98

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen always loved a film, 11. April 2012
Rezension bezieht sich auf: The Virgin Years: 1977-1983 (Audio CD)
ich stimme zu, dass dieses cd-set vorallem für td-neueinsteiger geeignet ist, denn diese bekommen als gegenwert einige der herausragenden werke der nimmermüden synthi-pioniere geboten. gibt es auf dem '79er "force majeure" noch dramatischen elektronik-rock mit pink floyd-anklängen zu hören, änderte sich der sound mit dem einstieg von johannes schmoelling in richtung 'synthi pur'. die beiden stücke von '80er album "tangram" sind die highlights, zwei 20-minüter, die in sachen sounddesign, atmosphäre und technologie ein enormes arsenal auffahren. ähnlich gelagert ist das livealbum "logos"; der titeltrack mit seinen endlos schwellenden bass-kaskaden nimmt im mittelteil alptraumhafte dimensionen an. die passende vertonung des kalten krieges liefert "exit" mit seinen düsteren und doch eingängigen exkursionen; zu ende des titeltracks gehen synthi-melodien und maschinengeräusche im regen unter und td wurden zu den neuen stars für soundtracks der besonderen art. dezente new age anklänge und einfachere songstrukturen kennzeichnen schließlich die letzten beiden studioalben der periode, "white eagle" und "hyperborea".

wer die original-alben schon hat, findet außer einigen 7" mixes und leicht verbessertem sound (die original-mixes waren vom standard her bereits sehr hoch) leider nicht viel neues. der soundtrack zu "thief" fehlt komplett, und das fast 45-minütige "logos", sowie "tangram", hat man zerstückelt auf zwei discs verteilt. lohnende singles aus der zeit, wie "das mädchen auf der treppe" oder auch "warsaw in the sun" hat man außen vor gelassen - es ist halt eine reine virgin-compilation und um rares material von anderen labels muss man sich weiterhin selber bemühen.

dennoch ist die 5cd-box ein statement in sachen elektronischer musik. alternativ bieten sich die bereits länger erhältliche compilation "dream sequence" oder auch die box "tangents" mit soundtrack-arbeiten und obskurem material an.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 29, 2012 1:02 AM MEST


Anjunadeep:04
Anjunadeep:04
Preis: EUR 15,64

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen die gute seele des prog-house, 6. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Anjunadeep:04 (Audio CD)
ursprünglich als alternative zur bekannten "anjunabeats"-serie erschienen, geht die "anjunadeep"-compilation nun schon in die 4. runde, diesmal mit jaytech und james grant am mischpult und wie gewohnt mit grandiosem design und luxuriöser digipak-aufmachung.

hinzugekommen im vergleich zu "anjunadeep 03" sind dezente deep house-einflüsse, vorallem in der mitte von disc 1 und beginn von disc 2; der electronica-/trance-einfluss von "anjunadeep 02" ist fast ganz verschwunden. das abenteuer startet mit zwei brillanten tangerine-dream-mäßigen beiträge von dusky und martin roth, greift aber diesen sound erst viel später wieder mit dem soundprank-mix von "afterthought" auf. hier fehlen mir ein bisschen die highlights und der spannungsbogen, der disc 1 von "anjunadeep 03" so überragend machte. etwas überzeugender daher der mix von jaytech, der mit "forma perpetua/boundless energy/overdrive" drei atmosphärische prog-house hymnen und zahlreiche clevere übergänge (etwa von "sorry" zu "alquimia") am start hat.

"anjunadeep 04" ist hörenswert, wobei mir persönlich auffällt, dass die musikalische landschaft recht glatt gebügelt ist und die charaktere der beteiligten soundtüftler nicht so zu geltung kommen wie auf vorangegangenen compilations des labels. wo sind die exzentriker wie paul keeley, michael cassette und 16 bit lolitas, oder hits wie "discobelle"/"the far side"? eine überlegung wert ist außerdem der mp3-download, der je nach download-portal mit bonustracks aufwartet, darunter dem lohnenden "pink houses"-mix von claes rosen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 4, 2012 2:21 AM MEST


FAC. Dance - Factory Records: 12" Mixes & Rarities 1980-1987
FAC. Dance - Factory Records: 12" Mixes & Rarities 1980-1987
Preis: EUR 20,08

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen space groove, 31. März 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
eine compilation von factory records ist immer ein besonderes ereignis. auch mehr als 20 jahre nach dem niedergang des labels strahlt ihr backkatalog sehr hell und hält zahlreiche geniale tracks bereit, die meistens im laufe der 80er jahre in form von 12" singles und ep's unters volk gebracht wurden. wer sich aus kostengründen nicht die originalen 12" platten besorgen will, erhält nach den 4er-boxsets "palatine" und "communications" jetzt noch einmal die möglichkeit, in das factory-universum einzusteigen und sich einige der bahnbrechendsten dance tracks aller zeiten zu besorgen.

der focus liegt gemäß dem titel bei diesem 2cd-set denn auch auf der funk-/house-/elektro-schiene und die 90er jahre des labels werden komplett ausgeklammert (also keine happy mondays, electronic, the other two etc.), lediglich vini reilly's projekt durutti column macht mit zwei typisch geschmackvollen ambient jazz stücken eine ausnahme. herausragend sind der wohlbekannte 12" mix von sections 25's "looking from a hilltop" - seiner zeit fast 10 jahre voraus und eine blaupause für den sound von orbital, das 12-minütige minimal acid house monster "salvation! (nitromix)", die beiden beiträge von a certain ratio und quando quango's multikulturelle visionen, die in "atom rock" absolut auf den punkt gebracht werden (johnny marr von the smiths spielt gitarre und der track knackt jeden dancefloor). von den weniger bekannten bands stechen shark vegas mit ihrer hochglanz-produktion "pretenders of love" und die abecedarians heraus, die mit "smiling monarchs" ein massives stück im stil von a certain ratio auffahren. obskure dub-/worldbeat-exkursionen von biting tongues, blurt und kalima runden das ganze ab. typisch auch hier, wie bei vielen anderen songs auf "fac.dance": vom stil her dance, von den arrangements her klassischer indie-rock. was the clash einst mit ihrem soundkonglomerat erarbeitet hatten, führte das factory label konsequent fort.

leider hat es kein song von new order auf das album geschafft, die mit ihrem stil die 80er prägten wie kaum eine andere factory band (material würde es genügend geben, vorallem von der confusion 12"), und mir fehlen auch beiträge von joy division, die heutzutage auf dem floor mit "transmission", "she's lost control" und "love will tear us apart" präsenter sind als je zuvor. trotz der kleinen einschränkungen aber eine sehr empfehlenswerte zusammenstellung, die zudem noch mit einem killersound aufwartet.


Seite: 1 | 2