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Rezensionen verfasst von
Mr. Beaker (Duisburg)

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What to Do With the Daylight
What to Do With the Daylight
Wird angeboten von Music-Shop
Preis: EUR 18,44

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Abwechslungsreiches Debüt, 26. Januar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: What to Do With the Daylight (Audio CD)
Dieses erste Album von Brooke Fraser als eigenständiger Künstlerin (außerhalb von Hillsong United) ist ihr stilistisch bislang vielseitigstes. Da stehen zauberhaft-intensive Klavier- und Streicherballaden ("Arithmetic", "Scarlet") neben kraftvoll-melodischem Rockpop ("Better", "Mystery"), da wird mit (Soft-)Jazz experimentiert, da gibt es Ausflüge in den R'n'B ("Still in Love") wie in den Reggae. Sehr reizvoll dazu die frische, jugendliche Stimme (BF war Anfang 20, als das Album aufgenommen wurde), die hier noch mehr als auf den späteren Alben an Norah Jones erinnert. Der Anspruch, Texte der besseren Art zu schreiben, war schon damals vorhanden. Wir hören hier eine talentierte junge Singer/Songwriterin, die, noch auf der Suche nach ihrem eigenen Stil, unbekümmert die verschiedensten Richtungen ausprobiert. Allen, denen "Flags" gefallen hat, kann ich guten Gewissens den Kauf der beiden früheren Alben empfehlen. "What To Do With Daylight" lässt in Teilen schon die heutige Brooke Fraser erahnen, hält aber auch ein paar Überraschungen parat.


Albertine
Albertine
Preis: EUR 20,62

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Speak to me in the light of the dawn..., 26. Januar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Albertine (Audio CD)
Dieses Album beweist mindestens ebenso eindrucksvoll wie "Flags", dass Brooke Fraser mehr kann, als Ohrwürmer wie "Something in the water" zu komponieren. Es bietet Singer-Songwriter-Pop vom Feinsten mit schönen, hauptsächlich von Klavier und Akustikgitarre getragenen Melodien sowie gehaltvollen Texten, von denen einige tief im christlichen Glauben verwurzelt sind, vorgetragen mit samtweicher Stimme. An Brooke Frasers Gesang gefällt mir besonders, dass sie nicht nur eine Gangart kennt, sondern über ein breites Spektrum an Ausdrucksmöglichkeiten verfügt, von pianissimo ("The Thief") bis volle Power.
Höhepunkte des Albums sind aus meiner Sicht der Titeltrack und Track 6/7 "CS Lewis Song/Epilogue", die allein die Anschaffung des Albums wert sind. "Albertine" ist eines der bewegendsten Lieder, die ich kenne. Es erzählt von Brooke Frasers Begegnung mit einem Kriegswaisenkind in Ruanda, und man bekommt unweigerlich Gänsehaut, wenn sie singt "Now that I have seen, I am responsible...". Das Lied beginnt mit einem ganz einfachen Gitarrenmotiv und steigert sich zu einem unwiderstehlichen Folkrocksong. Auch der "CS Lewis Song" fängt verhalten an, nur ein paar Klavierakkorde, aber wie Brookes Stimme im Brückenteil des Liedes Flügel bekommt, muss man einfach gehört haben. Die anderen Stücke haben es dagegen ein bisschen schwer (vor allem das zarte "Faithful" direkt nach dem grandiosen "CS Lewis Song/Epilogue"), obwohl sie nicht schlecht sind. Weitere Anspieltipps sind... ach egal, eigentlich alle. Wem "Flags" gefiel, der sollte sich auch die beiden anderen Alben von Brooke Fraser gönnen.


Live - A Retrospective (Limited Edition / CD+DVD)
Live - A Retrospective (Limited Edition / CD+DVD)
Preis: EUR 16,42

4.0 von 5 Sternen CD top, Bonus-DVD Flop, 25. Januar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die CD bietet einen repräsentativen, live gesungenen Querschnitt durch das Shepard'sche Gesamtwerk bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung und stellt damit auch einen guten Einstieg für Neulinge dar. Enthalten sind überwiegend eigene Stücke von Vonda, aber auch einzelne Cover. Das Spektrum reicht von den klassischen Kuschel-Klavierballaden über die soulige Ausgelassenheit von "Sweet Inspiration" bis zum "Radical Light", bei dem Vonda und Begleiter es auch mal richtig krachen lassen. Tolle Zusammenstellung. Die beiliegende DVD mit 6 weiteren Live-Aufnahmen enttäuscht dagegen auf ganzer Linie. Gruselige Bildqualität, und die maximal 3 Sätze langen Kurzstatements von u.a. David Kelley (Ally McBeal-Produzent) und Jackson Browne auf der Hülle als "Interviews" anzukündigen ist eine Frechheit. Auf eine ordentliche Konzert-DVD müssen die Fans von Vonda Shepard weiter warten.


Lisa Miskovsky
Lisa Miskovsky
Preis: EUR 17,78

3.0 von 5 Sternen Lady Stardust rocks!, 25. Januar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lisa Miskovsky (Audio CD)
Dies ist noch nicht die melodieselige Lisa Miskovsky der späteren Alben Fallingwater und Changes. Wir lernen auf diesem Debütalbum die rockige Seite der vielseitigen Schwedin kennen. Es wirkt ursprünglicher, kantiger und weniger blankpoliert als die Folgeveröffentlichungen, was mir an sich gut gefällt. Schöne Songs und ordentlich gespielt. Nur für meinen Geschmack wollen der rockige Sound und die immer etwas jammernd klingende Stimme der Sängerin einfach nicht so recht zusammenpassen. Tut mir Leid, der Stil von Fallingwater und Changes passt besser zu ihr. Wer sich für das Album interessiert, sollte auf jeden Fall versuchen, die mit nicht weniger als 6 Bonustracks auf über 70 Minuten Spieldauer angereicherte Extended-Version zu erwerben.


Solo
Solo
Preis: EUR 20,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dies ist nicht einfach ein Vonda Shepard-Album..., 12. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Solo (Audio CD)
...es ist DAS Album von ihr!
Das, auf das ich immer gewartet hatte. Nur Vondas Stimme und ihr Klavier. Wunderbar gesungen und gespielt, intensiv, emotional, berührend, egal ob die tausendmal gehörten Ally-Stücke oder die anderen. Schwachstellen gibt es keine. Einziger Wermutstropfen ist die mit nicht mal 40 Minuten arg kurze Spieldauer. Da hilft nur eins: den Player auf Endlosschleife stellen, Augen zu und wegträumen...


Flags
Flags
Preis: EUR 7,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schönes vom anderen Ende der Welt, 29. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Flags (Audio CD)
Im letzten Sommer und Herbst kam hierzulande kaum eine durchschnittliche Radiostunde ohne das Lied "Something in the Water" von der neuseeländischen Sängerin Brooke Fraser aus. Wer aber auf dem Album, von dem es stammt, mehr Ohrwürmer dieses Kaliber erwartet, könnte überrascht sein. Fröhliche und düstere Lieder, getragene und temperamentvolle, üppig und dezent arrangierte halten sich etwa die Waage, alles getragen von Frasers in tiefen Lagen sehr weicher, in höheren Lagen klarer werdender Stimme, die an Norah Jones, Dido und Alison Sudol erinnert. Dazu gut, in einigen Passagen sogar brilliant geschriebene Texte, die eine kluge, nachdenkliche und tief in ihrem christlichen Glauben verwurzelte junge Frau offenbaren, die etwas zu sagen hat und Songtexte nicht nur als unvermeidliches Beiwerk betrachtet. In einigen Liedern wie dem sehr stillen "Ice On Her Lashes" wird der Hörer durch die zurückgenommene Instrumentierung geradezu gezwungen, sich auf die Hauptsache, Frasers Stimme und die Geschichte, die sie erzählt, zu konzentrieren. Neben den bereits genannten sind meine Favoriten das hymnische, von einem treibenden Rhythmus auf Akustikgitarre und Schlagzeug getragene "Orphans, Kingdoms", das mit epischer Wucht erzählte und toll arrangierte "Crows and Locusts" sowie der bewegende Titeltrack "Flags" über die Ungerechtigkeit in der Welt, der BF als Antwort und Trost Motive aus der Bergpredigt entgegensetzt.


The House
The House
Wird angeboten von Side Two
Preis: EUR 5,92

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein House mit vielen Türen, 3. August 2011
Rezension bezieht sich auf: The House (Audio CD)
Nach dem für meinen Geschmack weniger gelungenen Album "Pictures" und den Ankündigungen auf Katies Homepage fürchtete ich für das neue Werk "The House" schon das Schlimmste. Noch mehr in Richtung Dancepop, o je... Um so überraschter war ich dann, dass sich das Album als durchaus passabel erwies und die stilistischen Änderungen überschaubar geblieben sind.

Vor allem zeigt sich KM experimentierfreudig und musikalisch vielfältiger denn je - bei einer solchen Wundertüte ist es völlig normal, dass einem manche Stücke besser gefallen und andere weniger. Und Katies Stimme und Gesangstechnik heben sie ohnehin weit aus der Masse der übrigen Top100-Popsängerinnen heraus, solange sie nicht versucht, die Grenzen zu überschreiten, die ihrem Organ nun mal hinsichtlich Umfang und Volumen gesetzt sind. (Wer schon mal auf einem Konzert war, weiß übrigens, dass sie im Gegensatz zu vielen anderen in der Lage ist, dieses gesangliche Können auch 1:1 live abzurufen.)

Katies Stimme ist besonders dazu geeignet, Emotionen rüberzubringen, mit Gespür für feinste Nuancierungen. In den eher langsamen Gitarrenballaden, auch mit Blues-Einschlag, gelingt ihr das am besten, teilweise brilliant, etwa in "I'd love to kill you" und "The one I love is gone", die fast die Intensität entsprechender Stücke auf ihren ersten beiden Alben erreichen; "Red Balloons" und "No Fear of Heights" fallen dagegen etwas ab. Am entgegengesetzten Ende des House-Flurs steht die Rocknummer "God on Drums, Devil on Bass" - nicht so ganz mein Ding, aber das Stück hört sich schon cool an (die Assoziation eines anderen Rezensenten, James-Bond-Musik, ist sehr treffend). "A Happy Place","Twisted" und "Plague of Love" hören sich ziemlich glatt und kommerziell an, mit Blick auf die Charts geschrieben. Den Kern des Albums bilden die Midtempo-Songs mit teilweise vertrackten Melodien und unkonventionellen, oft zurückhaltenden und Katies Stimme ausreichend Platz lassenden Arrangements, die beim Hören einfach Spaß machen: "The Flood", "A Moment of Madness", "Tiny Alien". Wie es sich gehört, kommt der Höhepunkt zum Schluss - der Titelsong, sicher nicht jedermanns Sache, aber ich finde diese mit angehaltenem Atem und klopfendem Herzen, zwischen Neugier und Schrecken vorgetragene Reise in die geheimsten Ecken der Seele schlicht atemberaubend.

Fazit: In diesem House gibt es Türen sowohl für die Fans der "klassischen" Katie Melua als auch für die, die neue Seiten an ihr entdecken wollen. Erreicht nicht ganz die Klasse ihrer ersten beiden Alben, stellt aber eine deutliche Steigerung gegenüber dem dritten dar. Hörenswert.


Violent Sky
Violent Sky
Wird angeboten von linkearth-EU
Preis: EUR 74,00

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Etwas schwächer als die Vorgänger, aber ok, 3. August 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Violent Sky (Audio CD)
Auf ihrem mittlerweile vierten Studioalbum präsentiert sich die schwedische Sängerin Lisa Miskovsky jünger, moderner, temporeicher als auf den Vorgängeralben "Fallingwater" und "Changes", - leider aber auch ein Stück weit beliebiger, austauschbarer. Denn die Folk/Country- und Singer/Songwriter-Elemente ihrer Musik sind auf "Violent Sky" zwar nicht komplett verschwunden, aber doch im Vergleich zu den beiden Vorgängern zugunsten eines konventionelleren, mehr am Mainstream-Pop (oder auch Elektro-Softpop) orientierten Sounds deutlich heruntergefahren. Dabei ist Lisas Gespür für wunderschöne, komplexe und dabei doch einprägsame Melodien und Arrangements ein wenig auf der Strecke geblieben.

Manches, wie das vorab als Single veröffentlichte "Lover", ist für meinen Geschmack musikalisch etwas simpel gestrickt und wird spätestens beim dritten Hören langweilig. Es ist auch weniger Abwechslung in den Arrangements, nur 2 der 10 Titel heben sich etwas stärker ab. Gut möglich, dass die Handschrift von Joakim Berg fehlt, mit dem zusammen sie die beiden Vorgängeralben produziert hatte.

Der erste Titel "This Fire" ist fast ein Abklatsch von Lisas mit Abstand größtem Erfolg "Still Alive", und damit scheint auch klar zu sein, wie die stilistische Neuorientierung zustande gekommen ist: nämlich mit Blick auf die doch eher jugendliche Zielgruppe der Computerspieler, die Lisa durch "Mirror's Edge" kennengelernt haben.

Aber es gibt durchaus noch die Stellen, bei denen die alte Lisa durchscheint. Mit "Get It On" bedient sie die Fans ihres Debütalbums, "Call Me Anything But My Name" ist im "Fallingwater"-Stil gehalten (allerdings im Tempo etwas schneller), und "Silver Shoes" - der längste Track und mit seiner allmählichen Steigerung das Sahneschnittchen dieses Albums schlechthin (das ihm auch gerade noch mein 4. Sternchen sichert, Nachtrag vom 20.2.12) - ist so etwas wie ein positiver Gegenentwurf zu der düsteren (aber trotzdem hervorragenden) "Madison Avenue" auf "Changes". Wunderbar auch das Schlussstück "A Little High", eine melancholische Gitarrenballade mit viel Halleffekt und einem kanonartigen Ende.

Insgesamt trotz kleiner Abstriche ein schönes und gut hörbares Stück Schwedenpop, das das Niveau der Vorgänger nicht ganz erreicht, - allerdings liegt die Messlatte speziell im Fall von "Changes" auch sehr hoch.


Ins Gesicht
Ins Gesicht

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Debüt der Anna Depenbusch..., 13. April 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ins Gesicht (Audio CD)
.... ist eine Kaufempfehlung vor allem für Hörer, die Anna Depenbusch durch die "Mathematik" kennengelernt haben und nun weitere Facetten dieser ungewöhnlich vielseitigen und ausdrucksstarken Sängerin und Liedermacherin entdecken möchten.

Musikalisch liegt es näher an ihren Wurzeln im Jazzgesang und verlangt Hörern, die in dieser Musikrichtung nicht ganz so zu Hause sind (z.B. mir), entsprechend mehr Bereitschaft ab, sich darauf einzulassen.

Belohnt wird man dafür mit einem Album der vorwiegend leisen, eher melancholischen Töne, auch wenn Anna Depenbusch in der kraftvollen Soulnummer "Nimm mich zurück" mehr von dem zeigt, was in ihr steckt, und mit gefühlsintensiven Texten. Tonart und Klangfarbe aller Stücke sind recht ähnlich, so dass der eine oder andere Hörer das Album möglicherweise als musikalisch eintönig und langweilig empfinden wird; dabei ist es abgesehen von diesem Punkt durchaus abwechslungsreich, etwa beim "Tango", dem "Schlaflied", dem starken Titeltrack "Ins Gesicht" oder dem gegen Ende fast meditativen "So laut". Auf der anderen Seite kann man aber auch sagen, dass es musikalisch geschlossener, mehr aus einem Guss wirkt als die "Mathematik".

Die Haupt-CD enthält nur 9 gesungene Stücke, aber dafür 3 kurze Instrumentals, die zum einen eine gelungene Überleitung zwischen den Liedern herstellen, zum anderen für eine kleine Atempause beim Hören sorgen. Auf der Bonus-CD finden sich neben dem hübschen 10. Gesangstitel "Tag im Mai", der so leicht und frisch daher kommt wie eben ein Tag im Mai, gleich vier Versionen ihres bis zur "Mathematik" erfolgreichsten Liedes "Heimat", darunter zwei bemerkenswerte Remixe, die dem Lied einen ganz anderen, jeweils eigenen Charakter verleihen.

Fazit: nach anfänglichen Schwierigkeiten ist mir dieses Album ans Herz gewachsen, und ich empfehle es gerne weiter.


Die Mathematik der Anna Depenbusch
Die Mathematik der Anna Depenbusch
Preis: EUR 6,60

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen In Mathe eine Eins, 9. Februar 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Mathematik der Anna Depenbusch (Audio CD)
Anna Depenbusch bewegt sich auf ihrem aktuellem Album mit spielerischer Leichtigkeit zwischen klassischem Liedermacher-Handwerk, Pop und Chanson. Dabei ist ihre Musik aber nicht zur Nebenbei-Berieselung oder zum raschen Konsumieren und Wiedervergessen gedacht, sondern für Leute gemacht, die wirklich hinhören und sich gern in Texte und Musik hineinversetzen. Teenies werden dem Album nichts abgewinnen können.

Musikalisch ist das Album ein Mixtape, bunt und vielfältig wie das Leben selbst, u.a. vom munteren Flohwalzer "Tim liebt Tina" über Blues und Country bis zur großen Orchesterballade mit Klavier und Streichern. Bei den meisten Stücken begleitet sie sich selbst am Klavier. Die komplett deutschen Texte sind durchweg intelligent, sehr persönlich und nehmen den Hörer ein gutes Stück mit, so dass er sich mit seinen Erfahrungen selbst wiederfinden kann, wie es sich für eine gute Liedermacherin gehört. Auch hier gibt es ein weites Spektrum von witzig über zartbitter und melancholisch bis tief traurig. Manchmal steht die eigentliche Geschichte zwischen den Zeilen, so in "Glücklich in Berlin". Für meinen Geschmack sind die Songtexte deutlich handfester und zugänglicher als auf dem manchmal sehr lyrisch-verträumten Vorgängeralbum.

Die beiden roten Fäden, die das Ganze zusammenhalten, sind zum einen die Anordnung der Stücke auf der CD, die gedanklich oder musikalisch jeweils Elemente des vorigen Liedes aufnehmen und weiterspinnen, zum anderen Annas Stimme: einen Hauch näselnd und leicht schleppend, offensichtlich aus der Zeit hängen geblieben, die sie als Backgroundsängerin für Udo Lindenberg verbracht hat, - vor allem aber von einer Intensität und Ausdruckskraft, die man heute selten findet. Die Art, wie Anna Depenbusch ihre Lieder nicht nur einfach so runtersingt, sondern gestaltet und emotional durchlebt, finde ich sehr ansprechend und hebt dieses Album von der Masse ab. Gesangliche Höhepunkte sind z.B. der "Astronaut", in dem sie mit glasklarer und doch kraftvoll-zärtlicher Stimme erstaunliche Höhen erreicht, oder als markanter Gegenpol die "Haifischbarpolka" "Tanz mit mir", in der sie einen sich steigernden Gefühlsrausch entfacht, der den Hörer unwiderstehlich mitreißt.

Zwei kleine Anmerkungen: Erstens könnten es Radiopop- und Charts-gewohnte Ohren,die unbedingt die klassische Hookline brauchen, mit der sich ein Lied im Gehörgang einnistet, schwer haben, auf Anhieb Zugang zu finden, denn dazu fehlt es den Melodien streckenweise ein wenig an Eingängigkeit (die ich nach einigen Runden auf dem Player aber überhaupt nicht vermisst habe). Zweitens: Liebe Anna Depenbusch, falls Sie das hier lesen, es ist kein Gesetz, dass sich Songtexte reimen müssen. Manche dem Reimzwang geschuldete arg gedrechselt klingende Formulierung, z.B. die ersten zwei Zeilen des "Liedes vom Kuss", wäre vermeidbar.

Insgesamt aber nur kleinere Kritikpunkte, die am positiven Eindruck des Albums nur geringe Abstriche machen, daher gibt es die Höchststernchenzahl. Eine tolle Leistung von Anna Depenbusch als Komponistin, Texterin, Interpretin und Produzentin. Der sympathischen Hamburgerin wünsche ich, dass sie mit ihrem Album ihren Geheimtipp-Status ablegen kann und einem breiteren Publikum bekannt wird. Auf die Livetournee im Mai freue ich mich.


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