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Rezensionen verfasst von
Mr. Beaker (Duisburg)

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Solo
Solo
Preis: EUR 21,78

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dies ist nicht einfach ein Vonda Shepard-Album..., 12. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Solo (Audio CD)
...es ist DAS Album von ihr!
Das, auf das ich immer gewartet hatte. Nur Vondas Stimme und ihr Klavier. Wunderbar gesungen und gespielt, intensiv, emotional, berührend, egal ob die tausendmal gehörten Ally-Stücke oder die anderen. Schwachstellen gibt es keine. Einziger Wermutstropfen ist die mit nicht mal 40 Minuten arg kurze Spieldauer. Da hilft nur eins: den Player auf Endlosschleife stellen, Augen zu und wegträumen...


Flags
Flags
Preis: EUR 15,49

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schönes vom anderen Ende der Welt, 29. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Flags (Audio CD)
Im letzten Sommer und Herbst kam hierzulande kaum eine durchschnittliche Radiostunde ohne das Lied "Something in the Water" von der neuseeländischen Sängerin Brooke Fraser aus. Wer aber auf dem Album, von dem es stammt, mehr Ohrwürmer dieses Kaliber erwartet, könnte überrascht sein. Fröhliche und düstere Lieder, getragene und temperamentvolle, üppig und dezent arrangierte halten sich etwa die Waage, alles getragen von Frasers in tiefen Lagen sehr weicher, in höheren Lagen klarer werdender Stimme, die an Norah Jones, Dido und Alison Sudol erinnert. Dazu gut, in einigen Passagen sogar brilliant geschriebene Texte, die eine kluge, nachdenkliche und tief in ihrem christlichen Glauben verwurzelte junge Frau offenbaren, die etwas zu sagen hat und Songtexte nicht nur als unvermeidliches Beiwerk betrachtet. In einigen Liedern wie dem sehr stillen "Ice On Her Lashes" wird der Hörer durch die zurückgenommene Instrumentierung geradezu gezwungen, sich auf die Hauptsache, Frasers Stimme und die Geschichte, die sie erzählt, zu konzentrieren. Neben den bereits genannten sind meine Favoriten das hymnische, von einem treibenden Rhythmus auf Akustikgitarre und Schlagzeug getragene "Orphans, Kingdoms", das mit epischer Wucht erzählte und toll arrangierte "Crows and Locusts" sowie der bewegende Titeltrack "Flags" über die Ungerechtigkeit in der Welt, der BF als Antwort und Trost Motive aus der Bergpredigt entgegensetzt.


The House
The House
Preis: EUR 6,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein House mit vielen Türen, 3. August 2011
Rezension bezieht sich auf: The House (Audio CD)
Nach dem für meinen Geschmack weniger gelungenen Album "Pictures" und den Ankündigungen auf Katies Homepage fürchtete ich für das neue Werk "The House" schon das Schlimmste. Noch mehr in Richtung Dancepop, o je... Um so überraschter war ich dann, dass sich das Album als durchaus passabel erwies und die stilistischen Änderungen überschaubar geblieben sind.

Vor allem zeigt sich KM experimentierfreudig und musikalisch vielfältiger denn je - bei einer solchen Wundertüte ist es völlig normal, dass einem manche Stücke besser gefallen und andere weniger. Und Katies Stimme und Gesangstechnik heben sie ohnehin weit aus der Masse der übrigen Top100-Popsängerinnen heraus, solange sie nicht versucht, die Grenzen zu überschreiten, die ihrem Organ nun mal hinsichtlich Umfang und Volumen gesetzt sind. (Wer schon mal auf einem Konzert war, weiß übrigens, dass sie im Gegensatz zu vielen anderen in der Lage ist, dieses gesangliche Können auch 1:1 live abzurufen.)

Katies Stimme ist besonders dazu geeignet, Emotionen rüberzubringen, mit Gespür für feinste Nuancierungen. In den eher langsamen Gitarrenballaden, auch mit Blues-Einschlag, gelingt ihr das am besten, teilweise brilliant, etwa in "I'd love to kill you" und "The one I love is gone", die fast die Intensität entsprechender Stücke auf ihren ersten beiden Alben erreichen; "Red Balloons" und "No Fear of Heights" fallen dagegen etwas ab. Am entgegengesetzten Ende des House-Flurs steht die Rocknummer "God on Drums, Devil on Bass" - nicht so ganz mein Ding, aber das Stück hört sich schon cool an (die Assoziation eines anderen Rezensenten, James-Bond-Musik, ist sehr treffend). "A Happy Place","Twisted" und "Plague of Love" hören sich ziemlich glatt und kommerziell an, mit Blick auf die Charts geschrieben. Den Kern des Albums bilden die Midtempo-Songs mit teilweise vertrackten Melodien und unkonventionellen, oft zurückhaltenden und Katies Stimme ausreichend Platz lassenden Arrangements, die beim Hören einfach Spaß machen: "The Flood", "A Moment of Madness", "Tiny Alien". Wie es sich gehört, kommt der Höhepunkt zum Schluss - der Titelsong, sicher nicht jedermanns Sache, aber ich finde diese mit angehaltenem Atem und klopfendem Herzen, zwischen Neugier und Schrecken vorgetragene Reise in die geheimsten Ecken der Seele schlicht atemberaubend.

Fazit: In diesem House gibt es Türen sowohl für die Fans der "klassischen" Katie Melua als auch für die, die neue Seiten an ihr entdecken wollen. Erreicht nicht ganz die Klasse ihrer ersten beiden Alben, stellt aber eine deutliche Steigerung gegenüber dem dritten dar. Hörenswert.


Violent Sky
Violent Sky
Wird angeboten von nordicmusik
Preis: EUR 18,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Etwas schwächer als die Vorgänger, aber ok, 3. August 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Violent Sky (Audio CD)
Auf ihrem mittlerweile vierten Studioalbum präsentiert sich die schwedische Sängerin Lisa Miskovsky jünger, moderner, temporeicher als auf den Vorgängeralben "Fallingwater" und "Changes", - leider aber auch ein Stück weit beliebiger, austauschbarer. Denn die Folk/Country- und Singer/Songwriter-Elemente ihrer Musik sind auf "Violent Sky" zwar nicht komplett verschwunden, aber doch im Vergleich zu den beiden Vorgängern zugunsten eines konventionelleren, mehr am Mainstream-Pop (oder auch Elektro-Softpop) orientierten Sounds deutlich heruntergefahren. Dabei ist Lisas Gespür für wunderschöne, komplexe und dabei doch einprägsame Melodien und Arrangements ein wenig auf der Strecke geblieben.

Manches, wie das vorab als Single veröffentlichte "Lover", ist für meinen Geschmack musikalisch etwas simpel gestrickt und wird spätestens beim dritten Hören langweilig. Es ist auch weniger Abwechslung in den Arrangements, nur 2 der 10 Titel heben sich etwas stärker ab. Gut möglich, dass die Handschrift von Joakim Berg fehlt, mit dem zusammen sie die beiden Vorgängeralben produziert hatte.

Der erste Titel "This Fire" ist fast ein Abklatsch von Lisas mit Abstand größtem Erfolg "Still Alive", und damit scheint auch klar zu sein, wie die stilistische Neuorientierung zustande gekommen ist: nämlich mit Blick auf die doch eher jugendliche Zielgruppe der Computerspieler, die Lisa durch "Mirror's Edge" kennengelernt haben.

Aber es gibt durchaus noch die Stellen, bei denen die alte Lisa durchscheint. Mit "Get It On" bedient sie die Fans ihres Debütalbums, "Call Me Anything But My Name" ist im "Fallingwater"-Stil gehalten (allerdings im Tempo etwas schneller), und "Silver Shoes" - der längste Track und mit seiner allmählichen Steigerung das Sahneschnittchen dieses Albums schlechthin (das ihm auch gerade noch mein 4. Sternchen sichert, Nachtrag vom 20.2.12) - ist so etwas wie ein positiver Gegenentwurf zu der düsteren (aber trotzdem hervorragenden) "Madison Avenue" auf "Changes". Wunderbar auch das Schlussstück "A Little High", eine melancholische Gitarrenballade mit viel Halleffekt und einem kanonartigen Ende.

Insgesamt trotz kleiner Abstriche ein schönes und gut hörbares Stück Schwedenpop, das das Niveau der Vorgänger nicht ganz erreicht, - allerdings liegt die Messlatte speziell im Fall von "Changes" auch sehr hoch.


Ins Gesicht
Ins Gesicht
Preis: EUR 19,98

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Debüt der Anna Depenbusch..., 13. April 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ins Gesicht (Audio CD)
.... ist eine Kaufempfehlung vor allem für Hörer, die Anna Depenbusch durch die "Mathematik" kennengelernt haben und nun weitere Facetten dieser ungewöhnlich vielseitigen und ausdrucksstarken Sängerin und Liedermacherin entdecken möchten.

Musikalisch liegt es näher an ihren Wurzeln im Jazzgesang und verlangt Hörern, die in dieser Musikrichtung nicht ganz so zu Hause sind (z.B. mir), entsprechend mehr Bereitschaft ab, sich darauf einzulassen.

Belohnt wird man dafür mit einem Album der vorwiegend leisen, eher melancholischen Töne, auch wenn Anna Depenbusch in der kraftvollen Soulnummer "Nimm mich zurück" mehr von dem zeigt, was in ihr steckt, und mit gefühlsintensiven Texten. Tonart und Klangfarbe aller Stücke sind recht ähnlich, so dass der eine oder andere Hörer das Album möglicherweise als musikalisch eintönig und langweilig empfinden wird; dabei ist es abgesehen von diesem Punkt durchaus abwechslungsreich, etwa beim "Tango", dem "Schlaflied", dem starken Titeltrack "Ins Gesicht" oder dem gegen Ende fast meditativen "So laut". Auf der anderen Seite kann man aber auch sagen, dass es musikalisch geschlossener, mehr aus einem Guss wirkt als die "Mathematik".

Die Haupt-CD enthält nur 9 gesungene Stücke, aber dafür 3 kurze Instrumentals, die zum einen eine gelungene Überleitung zwischen den Liedern herstellen, zum anderen für eine kleine Atempause beim Hören sorgen. Auf der Bonus-CD finden sich neben dem hübschen 10. Gesangstitel "Tag im Mai", der so leicht und frisch daher kommt wie eben ein Tag im Mai, gleich vier Versionen ihres bis zur "Mathematik" erfolgreichsten Liedes "Heimat", darunter zwei bemerkenswerte Remixe, die dem Lied einen ganz anderen, jeweils eigenen Charakter verleihen.

Fazit: nach anfänglichen Schwierigkeiten ist mir dieses Album ans Herz gewachsen, und ich empfehle es gerne weiter.


Die Mathematik der Anna Depenbusch
Die Mathematik der Anna Depenbusch
Preis: EUR 8,97

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen In Mathe eine Eins, 9. Februar 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Mathematik der Anna Depenbusch (Audio CD)
Anna Depenbusch bewegt sich auf ihrem aktuellem Album mit spielerischer Leichtigkeit zwischen klassischem Liedermacher-Handwerk, Pop und Chanson. Dabei ist ihre Musik aber nicht zur Nebenbei-Berieselung oder zum raschen Konsumieren und Wiedervergessen gedacht, sondern für Leute gemacht, die wirklich hinhören und sich gern in Texte und Musik hineinversetzen. Teenies werden dem Album nichts abgewinnen können.

Musikalisch ist das Album ein Mixtape, bunt und vielfältig wie das Leben selbst, u.a. vom munteren Flohwalzer "Tim liebt Tina" über Blues und Country bis zur großen Orchesterballade mit Klavier und Streichern. Bei den meisten Stücken begleitet sie sich selbst am Klavier. Die komplett deutschen Texte sind durchweg intelligent, sehr persönlich und nehmen den Hörer ein gutes Stück mit, so dass er sich mit seinen Erfahrungen selbst wiederfinden kann, wie es sich für eine gute Liedermacherin gehört. Auch hier gibt es ein weites Spektrum von witzig über zartbitter und melancholisch bis tief traurig. Manchmal steht die eigentliche Geschichte zwischen den Zeilen, so in "Glücklich in Berlin". Für meinen Geschmack sind die Songtexte deutlich handfester und zugänglicher als auf dem manchmal sehr lyrisch-verträumten Vorgängeralbum.

Die beiden roten Fäden, die das Ganze zusammenhalten, sind zum einen die Anordnung der Stücke auf der CD, die gedanklich oder musikalisch jeweils Elemente des vorigen Liedes aufnehmen und weiterspinnen, zum anderen Annas Stimme: einen Hauch näselnd und leicht schleppend, offensichtlich aus der Zeit hängen geblieben, die sie als Backgroundsängerin für Udo Lindenberg verbracht hat, - vor allem aber von einer Intensität und Ausdruckskraft, die man heute selten findet. Die Art, wie Anna Depenbusch ihre Lieder nicht nur einfach so runtersingt, sondern gestaltet und emotional durchlebt, finde ich sehr ansprechend und hebt dieses Album von der Masse ab. Gesangliche Höhepunkte sind z.B. der "Astronaut", in dem sie mit glasklarer und doch kraftvoll-zärtlicher Stimme erstaunliche Höhen erreicht, oder als markanter Gegenpol die "Haifischbarpolka" "Tanz mit mir", in der sie einen sich steigernden Gefühlsrausch entfacht, der den Hörer unwiderstehlich mitreißt.

Zwei kleine Anmerkungen: Erstens könnten es Radiopop- und Charts-gewohnte Ohren,die unbedingt die klassische Hookline brauchen, mit der sich ein Lied im Gehörgang einnistet, schwer haben, auf Anhieb Zugang zu finden, denn dazu fehlt es den Melodien streckenweise ein wenig an Eingängigkeit (die ich nach einigen Runden auf dem Player aber überhaupt nicht vermisst habe). Zweitens: Liebe Anna Depenbusch, falls Sie das hier lesen, es ist kein Gesetz, dass sich Songtexte reimen müssen. Manche dem Reimzwang geschuldete arg gedrechselt klingende Formulierung, z.B. die ersten zwei Zeilen des "Liedes vom Kuss", wäre vermeidbar.

Insgesamt aber nur kleinere Kritikpunkte, die am positiven Eindruck des Albums nur geringe Abstriche machen, daher gibt es die Höchststernchenzahl. Eine tolle Leistung von Anna Depenbusch als Komponistin, Texterin, Interpretin und Produzentin. Der sympathischen Hamburgerin wünsche ich, dass sie mit ihrem Album ihren Geheimtipp-Status ablegen kann und einem breiteren Publikum bekannt wird. Auf die Livetournee im Mai freue ich mich.


A Curious Thing (Limited Deluxe Edition)
A Curious Thing (Limited Deluxe Edition)
Preis: EUR 15,32

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungener Zweitling mit kleinen Schönheitsfehlern, 26. März 2010
Auch auf ihrem zweiten Album ist die Schottin mit der edelherben Stimme ihrer bewährten Mischung aus Folk, Pop und Rock treu geblieben. Hinzu gekommen sind vom Sound her aber Einflüsse von Coldplay und U2, die einem großen Teil ihrer Songs mehr Tempo und Power geben, was mir gut gefällt. Schöne Melodien schreibt sie immer noch, egal ob für langsame (die auf diesem Album in der Minderheit sind) oder schnelle Stücke. Dass die neuen Lieder einen Tick weniger radiotauglich sind als auf dem Vorgängeralbum, muss kein Fehler sein, denn seien wir ehrlich: irgendwann konnte man "This Is The Life" oder "Mr. Rock & Roll" nicht mehr hören...
Die Rezensenten, die die unausgewogene Soundmischung und eine gewisse Tendenz zum Überarrangement bemängeln, haben nicht ganz Unrecht. Letztere ist dem Bemühen um einen satteren Klang geschuldet (z.B. "Your Time Will Come"), erhöht andererseits aber die Vorfreude auf hoffentlich kommende stärker akustisch orientierte Live-Versionen.
Erfreulicherweise liegt sowohl der Normal- als auch der Deluxe-Ausgabe des Albums das Booklet mit den kompletten Lyrics bei. Themen und Qualität der Songtexte entsprechen etwa dem Vorgängeralbum, und wie dort blitzen gelegentlich ziemlich gute Gedanken und Formulierungen auf, wie in "This Pretty Face". Ein bisschen mehr Witz und Leichtigkeit, wie sie in diesem Lied durchklingen, würden Amy Macdonald generell gut stehen.
Meine derzeitigen Favoriten: "Don't Tell Me That It's Over", "No Roots", "An Ordinary Life", "Troubled Soul" und der Hidden Track "Dancing In The Dark".
Die beiliegende Live-CD stammt aus einer Zeit, in der Amy hierzulande noch weitgehend unbekannt war. Einen Teil der Stücke gab es zwar bereits auf der Deluxe-Edition von TITL (z.B. "Fairytale Of New York"), aber schon allein der furiose Schlusstrack "Barrowland Ballroom" rechtfertigt das Upgrade von der Normal- auf die Deluxe-Version, wenn man diese Aufnahmen vorher nicht kannte.
Die Pappausstattung ist ein Schwachpunkt, man sollte die CDs daher nach dem Kauf in vernünftige Cases umbetten (kosten ja nicht die Welt).
Nachtrag vom 29.1.2012: Ursprünglich hatte ich dem Album wegen der genannten Schönheitsfehler nur 4 Sterne gegeben. Inzwischen habe ich es aber noch viele Male gehört, und dabei hat es mir so viel Freude bereitet (und tut es immer noch), dass ich die Wertung auf 5 angehoben habe.


Oh,Blue Christmas
Oh,Blue Christmas
Preis: EUR 5,99

24 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht nur zur Weihnachtszeit..., 3. Februar 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Oh,Blue Christmas (Audio CD)
... ist die Christmas-EP von A Fine Frenzy ein Hochgenuss. 6 Stücke sind auf der CD versammelt, darunter 3 Coverversionen ("Oh Blue Christmas", "Winter Wonderland", "Christmas Time is Here") und 3 von Alison Sudol selbst geschriebene ("Red Ribbon Foxes", "Wish You Well", "Winter White").
Im Gegensatz zu den beiden bisherigen Alben ist der Sound hier eher gitarren- als piano/keyboardgeprägt, und wenn man ihn unbedingt in eine Schublade stecken will, geht er am ehesten in Richtung Folk mit Anklängen von Country und Blues. Das Tempo der Songs reicht von langsam bis gehobenem Midtempo. Vor allem bringt die angenehm zurückhaltende Instrumentierung Alisons wunderbar ausdrucksvolle,sanfte, weiche, warme, sich so richtig in die Gehörgänge einkuschelnde Singstimme zur vollen Geltung. Für meinen Geschmack liefert sie hier ihre bislang beste Gesangsleistung ab.
Die Gesamtstimmung ist eine gut ausgewogene Mischung von Fröhlichkeit und Melancholie. Auch wenn die Zusammenstellung insgesamt sehr harmonisch und aus einem Guss wirkt, gefallen mir Alisons eigene Stücke generell einen Tick besser.Wenn ich ein Highlight auswählen müsste, was schwer fällt, wäre es "Red Ribbon Foxes", eines ihrer schönsten Lieder überhaupt.
Das Album selbst ist eher sparsam ausgestattet, im Gegensatz zu "Bomb" immerhin wieder in einem richtigen Case, enthält aber nur Credits für die Musiker und Danksagungen, keine Liedtexte.
Wer gerne aktuelle Weihnachts- und Winterlieder hört, aber die alljährliche "Last Christmas"-Hörnervenfolter satt hat; wer "Cell" mochte, aber von "Bomb" etwas verstört war; und wer einfach nur schöne, harmonische, entspannte, dabei aber keineswegs langweilige Musik von einer der talentiertesten und besten Songschreiberinnen und Sängerinnen unserer Zeit hören möchte, ist mit dieser EP bestens bedient, egal ob als CD oder als Downloadversion.


Gefährliche Geliebte
Gefährliche Geliebte
von Haruki Murakami
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Doch ein typischer Murakami, 9. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Gefährliche Geliebte (Taschenbuch)
Von den 4 Romanen, die ich bislang von Murakami gelesen habe, hat mir dieser nicht nur am besten gefallen - er hat mir eines der größten Lesevergnügen bereitet, die ich in den letzten Jahren hatte. Man täte diesem Buch und seinem Autor unrecht, wenn man wie eine legendäre Kritikerrunde sabbernd über die bewussten Seiten herfällt, auf denen der Autor in der Tat kein Blatt vor den Mund nimmt, oder es als Edelporno abtut. Vor allem glaube ich, dass man zu einem tieferen Verständnis dieses Romans kommt, wenn man den simplen Umstand beherzigt, dass er, ähem, von Haruki Murakami ist.
Aber der Reihe nach: In der Geschichte geht es um die Wiederbegegnung des männlichen Ich-Erzählers, der hier Hajime heißt, aber im Prinzip der mit wenigen Variationen immer gleiche Murakami-Protagonist ist, mit seiner Sandkastenliebe Shimamoto. Was mich von den ersten Zeilen an gefangen genommen hat, waren die bittersüße, sanft-melancholische Grundstimmung und die Leichtigkeit, Anmut, Eleganz, mit der Murakami seine Geschichte erzählt. Und die auf den ersten Blick einfache, straffe, streng zeitlineare Erzählweise, die auf alles Überflüssige, allen Schnickschnack, alles, was nicht zu der Geschichte gehört, verzichtet - anders als etwa in der "Schafsjagd", wo Murakami sich doch bisweilen von seiner Fabulierlust überwältigen lässt und die eigentliche Handlung einen allzu langen Anlauf nimmt.
Ich habe aber den Verdacht, dass die "Geliebte" dann vielleicht doch nicht ganz so einfach gestrickt ist. Im "Ende der Welt", in den Bergen hinter der vertrackten letzten Kurve in der "Schafsjagd", in der Geschichte des Katzenflüsterers und weisen Narren Nakata in "Kafka" lauert bei Murakami eine "surreale Traumwelt" (ok, von einem Klappentext geklaut), eine andere Realität, ein Paralleluniversum hinter der alltäglichen Realität; eine Parallelwelt, die genauso real ist wie unsere alltägliche Erfahrung und die nicht etwa einer Halluzination entspringt; und die nur manchmal und nur ganz sachte Spuren in unserer Welt hinterlässt, wie zum Beispiel einen Abdruck in einem Kopfkissen. Und damit sind wir schon mitten in diesem Buch.
Kann es sein, dass es hier genauso ist? Wenn man diesen Gedanken weiterspinnt und das Murakami'sche Konstrukt akzeptiert, machen auf einmal manche vorher rätselhafte Stellen im Buch Sinn, z.B. Shimamotos mehrfaches völlig spurloses Verschwinden. Kann es sein, dass die erwachsene Shimamoto nur in der Parallelwelt existiert und Hajime zwischen den Welten wandert? Dass die Begegnung mit einer Frau, die offensichtlich Ähnlichkeit mit Shimamoto hat, unseren Helden erstmals in das Paralleluniversum zieht? Dass die auf Shimamoto bezogenen Erfahrungen von (Nah-)Tod, Liebe und Verlust in der Parallelwelt in Hajime einen Reifeprozess auslösen, der letztlich auf ein verzögertes, endgültiges Erwachsenwerden hinausläuft, auf das Infragestellen seines bisherigen, genuss- und ichorientierten Lebensstils? Wunderbar offen, mit einem Fünkchen Hoffnung gerät Murakami der Schluss. Man lese dieses Buch, falls möglich, in einem Rutsch durch.


Bomb in a Birdcage
Bomb in a Birdcage
Preis: EUR 5,99

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Neue Höhen, 9. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Bomb in a Birdcage (Audio CD)
Mit diesem Album haben Alison Sudol & Co einen Volltreffer gelandet, der den
Vergleich mit dem Vorgänger nicht zu scheuen braucht. Ja, es ist in Teilen
anders als "Cell" und brauchte eine Runde mehr auf meinem Player, bis ich mit
ihm warm geworden bin. Inzwischen ist es mir aber mindestens genauso ans Herz
gewachsen.

Dass "Bomb" neue Seiten von Alison zeigen würde, hatte sie angekündigt und war
schon an Hand des vorab veröffentlichten "Blow Away" absehbar. Für meinen Geschmack ist das besser, als wenn sie in ihrer eigenen Schönheit erstarrt wäre. Andererseits ist die neue Frenzy aber auch nicht sooo viel anders, dass man sie nicht wiedererkennen würde. Inhaltlich und musikalisch werden einige Motive von "Cell" wieder aufgenommen, z.B. spinnt sie in "World Without" die Geschichte von "Rangers" fort und knüpft mit "New Heights" an "Lifesize" an.

Was ist geblieben? Eine Singstimme zum Niederknien; ein Gespür für schöne Melodiebögen; die häufig piano/keyboarddominierten Arrangements; die kraftvolle, bilderreiche Sprache und ein gewisser gedanklicher Tiefgang, der allerdings auf "Cell" ausgeprägter war.

Was hat sich geändert? Vor allem ist die stilistische Vielfalt deutlich größer geworden, vom folkigen "Happier" über klassische Klavierballaden bis zur witzigen Dancepopnummer "Electric Twist". Viele Stücke klingen heiterer, gelöster oder/und temporeicher und mit mehr Power, letzteres auch als Ausdruck eines neuen, gestärkten Selbstbewusstseins. Den vorläufigen Höhepunkt dieser Entwicklung markiert die grandiose Hymne "Stood Up", das eine Alison zeigt, die Rückgrat hat.

Wunderschöne Melodien, abwechslungsreich arrangiert, emotional, beschwingt und mitreißend, mit poetischen, nicht ganz anspruchslosen Texten, - wer solche Musik mag, sollte unbedingt zu dieser CD greifen.


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