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Rezensionen verfasst von
Roman Moehlmann "www.roman-moehlmann.de" (Wuppertal)
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Babylon 5 - Vergessene Legenden
Babylon 5 - Vergessene Legenden
DVD ~ Bruce Boxleitner
Wird angeboten von Topbilliger
Preis: EUR 21,21

9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wiedersehen mit Folgen...?, 28. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Babylon 5 - Vergessene Legenden (DVD)
"Babylon 5" ist zurück auf den Fernsehschirmen, und das ist erst einmal eine mehr als positive Nachricht. Die Originalserie gehört noch immer zum besten, was im TV- und SciFi-Bereich jemals gezeigt wurde, und nach den traurigen und leider letztlich erfolglosen Spin-Off-Versuchen ("Crusade" und "Legend of the Rangers") schafft es nun gerade die Rückbesinnung auf alte Werte, auf's neue zu überzeugen.
Kleine, feine Geschichten um die bekannten und liebgewonnen Charaktere (in diesem Fall Sheridan, Lochley und Galen) präsentiert uns Serienschöpfer JMS hier, wirft ein paar spannende Fragen auf und schneidet interessante Themen an, die zum Diskutieren einladen - löblich, denn den einfachen Weg ist "Babylon 5" nie gegangen.
Dass das ganze sich natürlich nicht so episch und ausladend wie die Originalserie gibt, ist klar. Ziel dieser DVD ist es schließlich, das erste Volume (von hoffentlich vielen folgenden) einer neuen Anthologieserie zu sein, die lose oder nur hin und wieder verknüpfte Kurzgeschichten aus dem bekannten "Babylon 5"-Universum erzählt. "Voices of the Dark" wäre in diesem Fall nur die erste von vielen "Lost Tales", wie das ganze im Original heißt.
Und das schöne ist, was zuletzt bei "Legend of the Rangers" alles daneben gegangen ist, hat man hier richtig gemacht: Bereits ab dem wunderschönen Intro fühlt man sich wieder Zuhause, und auch der Rest ist stimmig. Musik, Effekte, Schauspieler, alles stimmt und macht Laune. Über einige wenige Logiklücken und das ab und an sichtbare geringe Budget kann man getrost hinwegsehen, wenn man bereit ist, sich zwei interessanten Sciencefiction-Kurzgeschichten in Episodenform zu widmen.
Für "B5"-Einsteiger ist das ganze allerdings eher wohl weniger geeignet, als Bonbon für die Fans der alten Serie dafür sicher umso mehr.
Hoffentlich gibt's bald mehr davon!


Das Echo aller Furcht: Roman
Das Echo aller Furcht: Roman
von Tom Clancy
  Taschenbuch

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der vielleicht beste Clancy., 4. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Das Echo aller Furcht: Roman (Taschenbuch)
"Das Echo aller Furcht" (engl. OT: "The Sum of all Fears") ist der vielleicht beste aller bisherigen Romane von US-Technothriller-Autor Tom Clancy. Sicherlich ist er der ambitionierteste, ausgefeilteste und detailverliebteste von allen.

Abgesehen von der vielfach angesprochenen, bis ins kleinste Detail ausgearbeiteten Darstellung der Funktionsweise einer terroristischen Atombombe hat dieser verdammt dicke (!) Thriller auch noch eine Menge mehr zu bieten: Eine akribische Exposition aller Handlungsstränge, die Clancy-typisch lange parallel nebeneinander laufen, ohne vor dem letzten Drittel des Buches groß in Verbindung zu stehen; glaubhaft agierende Figuren, die glücklicherweise größtenteils ohne das Superheldentum und den sabbernden Patriotismus manch anderer Clancy-Werke auskommen; und natürlich einen packenden Showdown, der neben der spannenden Passage mit Hauptfigur Ryan und dem russischen Präsidenten am virtuellen heißen Draht auch die Military-Fans mit einigen Flugzeugträger-Sequenzen, einem U-Boot-Gefecht und einer Panzerschlacht mitten in Berlin bedient.

Alles in allem ist "Das Echo aller Furcht" eine gelungene, runde, ausgereifte Sache, interessant für alle, die etwas für Politthriller, Militärliteratur und Spionageschinken übrig haben. Zugegeben, durch die ersten zwei Drittel des Buches muss man sich ab und an schon etwas durchkämpfen, einige vertretbare Kürzungen hätten der stellenweisen Zähigkeit schon entgegengewirkt - gänzlich langweilig wird der Text aber nie.

Bleibt noch zu sagen, dass mit diesem Roman leider auch der Höhepunkt der Jack-Ryan-Reihe erreicht ist. Auch wenn "Ehrenschuld" und "Befehl von Oben" sicher noch halbwegs lesbar und unterhaltsam sind, geht es nach "Das Echo aller Furcht" mit der Reihe leider spürbar bergab, die hier und in den vorherigen Roman etablierte Qualität wird bedauerlicherweise nicht mehr erreicht.


Wahre Helden: Roman
Wahre Helden: Roman
von Terry Pratchett
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,00

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vielen Dank, Terry!, 9. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Wahre Helden: Roman (Gebundene Ausgabe)
"Wahre Helden", oder: "Eine Hommage von Terry Pratchett an die Scheibenwelt, ihre Figuren und nicht zuletzt ihre zahllosen Fans"!

Dieser wirklich tolle Bildband ist randvoll mit zahlreichen Illustrationen von Paul Kidby, die jedem Scheibenwelt-Fan das Herz höher schlagen lassen. Ach ja, zwischen den superben Motiven findet sich auch noch ein gelungener Roman, der einige der beliebtesten Scheibenweltfiguren in den Mittelpunkt rückt (von diversen Cameo-Auftritten ganz zu schweigen) und mit dem drohenden Untergang der Welt auch noch einen entsprechend epischen Rahmen spinnt. Und mit dem üblichen Pratchett-Witz ist das ganze auch noch versehen - Heldenmut, Politik, Religion, alles wird augenzwinkernd betrachtet, die Anspielungen auf antike Sagen und einschlägige Filme brauchen nicht extra erwähnt zu werden.

Erwähnen sollte man allerdings, dass dieses (zugegebenermaßen inhaltlich recht kurze) Buch eher nicht für Scheibenwelt-Einsteiger geeignet ist, sondern sich klar an den langjährigen Leser und Fan richtet, denn nur der kann alle Facetten und Seitenhiebe erkennen und würdigen.

Vielen Dank, Terry!


Das Gilgamesch-Epos: Der älteste überlieferte Mythos der Geschichte
Das Gilgamesch-Epos: Der älteste überlieferte Mythos der Geschichte
von Hermann Ranke
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 8,00

27 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Alt, aber gut..., 9. Mai 2007
Alt, aber gut, so könnte man das Gilgamesch-Epos zusammenfassen, jene über 4000 Jahre alte Erzählung über den egozentrischen Sumererkönig Gilgamesch, der zusammen mit seinem Freund, dem Tiermenschen Enkidu, verschiedene Abenteuer elebt, nach dessen Tod aber an seine eigene Sterblichkeit und Endlichkeit erinnert wird und schließlich ihm Kreise der Götter und Urahnen nach Antworten über das Leben sucht.

Beeindruckend, wie viele noch immer aktuelle Themen des menschlichen Denkens, Handelns und Fühlens bereits im vielleicht ältesten großen Epos der Geschichte (in Keilschrift auf Steintafeln verfasst) bereits angesprochen und behandelt werden (von Parallenen zwischen dem Urahn Utnapischtim und dem biblischen Noah ganz zu schweigen...).

Für jeden Literatur-Interessierten auf jeden Fall sehr interessant!

Zu dieser Ausgabe sollte noch angemerkt werden, dass sie außer einem knappen Nachwort leider keinerlei Zusatzinformationen bereithält und man sich diese - übers Internet heutzutage ja komfortabel und kostenlos möglich - ggf. selbst besorgen sollte, um die Geschichte nach bzw. während der Lektüre voll zu erfassen. Der Preis dieser Ausgabe ist für einen schicken "Hardcover-Gilgamesch" natürlich unschlagbar.


Faust
Faust
DVD ~ Will Quadflieg
Preis: EUR 7,99

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Legendär..., 9. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Faust (DVD)
Als legendär zu bezeichnen ist diese absolut gelungene Verfilmung des Goethe-Stückes Faust I, und zwar vor allem aufgrund der darstellerischen Leistungen Gustaf Grüngens' und Will Quadfliegs als Mephisto und Faust. Gründgens gelang es, durch seine Darstellung und Interpretation der Rolle so etwas wie das "Urbild" des Mephistos in der allgemeinen Volksvorstellung zu erschaffen.

Klar, es handelt sich hier unverhohlen um die "Abfilmung" einer Theaterinszenierung und setzt filmische Stilmittel daher nur sehr spärlich ein - dennoch muss das Ergebnis als äußerst gelungen bezeichnet werden.

Zugegeben, wer mit der literarischen Vorlage nichts anfangen konnte, wird sicher auch über diesen Film schwerlich Zugang zum klassischen Goethe-Stoff finden. Für alle, die sich für die Verfilmung klassischer Literatur und Bühnenstücke interessieren, gilt hier jedoch eine uneingeschränkte Empfehlung!

Angesichts dieses Werkes ist es übrigens sehr bedauerlich, dass es Gründgens vor seinem Tod nicht mehr gelang, auch seine Inszenierung des "Faust II" zu verfilmen - schade.


Die Foundation-Trilogie: Foundation / Foundation und Imperium / Zweite Foundation
Die Foundation-Trilogie: Foundation / Foundation und Imperium / Zweite Foundation
von Isaac Asimov
  Taschenbuch

16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großer Science-Fiction-Klassiker - wenn auch angestaubt, 21. April 2006
Isaac Asimovs berühmte "Foundation-Trilogie": Ein Hoch-Klassiker der Science-Fiction, der in Sachen Handlung, Konzeption und Dramaturgie seinesgleichen sucht. Vieles ist bereits über dieses Werk und seine Bedeutung gesagt worden, in kurzen Worten: Eine vielschichtige, durchdachte Zukunfts-Saga, basierend auf dem eigens erdachten soziologisch-mathematischem Konzept der Psychohistorik und einigen weiteren bedeutenden Einfällen zur Macht von Gedankenkräften ab dem Mittelteil, die ich hier nicht weiter spoilern möchte. Die Saga umspannt mehrere hundert Jahre einer zukünftigen Menschheitsgeschichte, verbunden durch ein fein verwobenes Hintergrundkonstrukt.

Asimovs Konzeption und sein sachlicher, detailreicher und immer handlungs-, wirkungs- und zielgesteuerte, teils kriminalistisch exakt anmutende Erzählweise sind schon recht einzigartig in der Literatur, und es macht nach wie vor einfach Laune, den verzwickten einzelnen Geschichten innerhalb der großen Rahmenstory zu folgen. Nicht unter den Tisch zu kehren sind allerdings leider einige asimov'sche Eigenarten, die manche als Schwäche auslegen mögen: Die reine Funktionalität der meisten Charaktere ohne große Persönlichkeitsentwicklungen, die sture Konzentration auf die Logik der Handlung, die stets etwas unterschwellig nach Konstruiertheit schmeckt, das Fehlen durchgehend präsenter Identifikationsfiguren, die starke Angestaubtheit der beschriebenen Technik - aber alles in allem ist dies alles bewusster Bestandteil des Schreibtalents Asimovs, und dem Klassiker-Status des Werkes tun diese Makel keinerlei Abbruch.

Eine Anmerkung zum restlichen gleichnamigen Zyklus:

Hier liegt meines Erachtens die einzige große Schwäche in Asimovs Gesamtwerk. Die frühen Erzählungen sind unterhaltsam, die Foundation-Trilogie und die Roboter-Geschichten sind eine Klasse für sich, die Spät-Romane sind gewöhnungsbedürftig (und dem Mythos der Saga wenig zuträglich); doch durchweg negativ auf den Eindruck des asimov'schen Gesamtwerkes hat sich der Wille des alternden Autors ausgewirkt, all seine bedeutenden Geschichten (z. T. durch konstruierte Füll-Romane) in ein und dieselbe chronologische Saga zu quetschen, was sehr, sehr schade ist. Die Einzelbücher werden dadurch natürlich nicht schlechter - aber alles in allem schmälert es den Gesamteindruck überflüssigerweise, was sehr schade ist.

Dennoch: Asimov ist immer eine Leserunde wert!


Der Herr der Ringe 1-3. Die Gefährten / Die zwei Türme / Die Rückkehr des Königs.
Der Herr der Ringe 1-3. Die Gefährten / Die zwei Türme / Die Rückkehr des Königs.
von John Ronald Reuel Tolkien
  Gebundene Ausgabe

15 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen High-Fantasy in Vollendung, 21. April 2006
"Der Herr der Ringe" eben, was soll man mehr dazu sagen?

Tolkiens Hauptwerk ist und bleibt das klassische und zentrale Werk des Fantasy-Genres, darüber gibt es gar kein Vertun. Der phantasiereich schreibende Oxford-Professor hat mit seinem überbordenden Drei-Bände-Werk (plus einem ausführlichem Band mit komplexen Anhängen) das Fantasy-Genre im heutigen Sinne erfunden und im gleichen Rutsch salonfähig gemacht. Dass einige Grundlagen seiner Geschichte auf nordische Mythologie zurückgehen, ist angesichts des ausufernden Hintergrundapparates (Sprachen, Karten, historische Abhandlungen, Stammbäume etc.) nebensächlich - Mittelerde ist der Inbegriff der klassischen Fantasy-Welt, mag sie auch heutzutage etwas angestaubt wirken (was übrigens den klassischen, titanischen Geschmack der Saga nicht wenig unterstützt).

Tolkiens Opus Magnum hat sicherlich auch die oder andere Seite, die nicht jedermanns Sache ist: Der langatmige Hobbit-Prolog etwa, die Tom-Bombadil-Episode, die endlosen, eintönigen Märsche des Frodo-Sam-Gollum-Trios zum Schicksalsberg... keine Frage, es ist nicht alles Gold, was glänzt.

Aber das alles ändert nichts an dem ungemeinen Lesevergnügen, das Tolkiens Helden-Epos um Menschen, Hobbits, Elfen, Zwerge und dunkle Feinde jedes mal wieder erzeugen kann - vom hinlänglich bekannten Aspekt des literaturgeschichtlichen Einflusses ganz zu schweigen.

Ein Wort zur Thematik der Übersetzungen: Kreges Neuübersetzung macht die Erzählung nicht kaputt, fällt mir aber viel zu flapsig und pseudo-modern aus; die etablierte Übertragung von Margaret Carroux ist meines Erachtens vorzuziehen.


Der Herr der Ringe: Die Gefährten / Die zwei Türme / Die Wiederkehr des Königs. 3 Bände.
Der Herr der Ringe: Die Gefährten / Die zwei Türme / Die Wiederkehr des Königs. 3 Bände.
von John Ronald Reuel Tolkien
  Taschenbuch

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen High-Fantasy in Vollendung, 21. April 2006
"Der Herr der Ringe" eben, was soll man mehr dazu sagen?

Tolkiens Hauptwerk ist und bleibt das klassische und zentrale Werk des Fantasy-Genres, darüber gibt es gar kein Vertun. Der phantasiereich schreibende Oxford-Professor hat mit seinem überbordenden Drei-Bände-Werk (plus einem ausführlichem Band mit komplexen Anhängen) das Fantasy-Genre im heutigen Sinne erfunden und im gleichen Rutsch salonfähig gemacht. Dass einige Grundlagen seiner Geschichte auf nordische Mythologie zurückgehen, ist angesichts des ausufernden Hintergrundapparates (Sprachen, Karten, historische Abhandlungen, Stammbäume etc.) nebensächlich - Mittelerde ist der Inbegriff der klassischen Fantasy-Welt, mag sie auch heutzutage etwas angestaubt wirken (was übrigens den klassischen, titanischen Geschmack der Saga nicht wenig unterstützt).

Tolkiens Opus Magnum hat sicherlich auch die oder andere Seite, die nicht jedermanns Sache ist: Der langatmige Hobbit-Prolog etwa, die Tom-Bombadil-Episode, die endlosen, eintönigen Märsche des Frodo-Sam-Gollum-Trios zum Schicksalsberg... keine Frage, es ist nicht alles Gold, was glänzt.

Aber das alles ändert nichts an dem ungemeinen Lesevergnügen, das Tolkiens Helden-Epos um Menschen, Hobbits, Elfen, Zwerge und dunkle Feinde jedes mal wieder erzeugen kann - vom hinlänglich bekannten Aspekt des literaturgeschichtlichen Einflusses ganz zu schweigen.

Ein Wort zur Thematik der Übersetzungen: Kreges Neuübersetzung macht die Erzählung nicht kaputt, fällt mir aber viel zu flapsig und pseudo-modern aus; die etablierte Übertragung von Margaret Carroux ist meines Erachtens vorzuziehen.


Grundzüge der sozialwissenschaftlichen Statistik: Grundlagentexte Soziologie
Grundzüge der sozialwissenschaftlichen Statistik: Grundlagentexte Soziologie
von Götz Rohwer
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

3 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Na, ich weiß nicht..., 24. Juli 2004
Liebe Herren Rohwer und Pötter, nichts für ungut, aber dieses ist das mit Abstand schlechteste Lehrbuch, das ich jemals gelesen habe. Weder als Vorlesungsbegleitung noch für die Nachbereitung und erst recht nicht für Gelegenheitsleser ist dieses Konglomerat aus vermeintlichem Einführungswissen und bemühten wissenschaftlichen Querverweisen geeignet. Die Bemühung um Leserlichkeit täuscht nicht darüber hinweg, dass das Geschriebene für jemanden, der ohnehin vor univeritärer Statistik-Lehre zurückschreckt, kaum zum besseren Verständnis beitragen wird.
Sorry, keine Empfehlung.


Gespräche in der Sicherheit des Schweigens: Carl Schmitt in der politischen Geistesgeschichte der frühen Bundesrepublik
Gespräche in der Sicherheit des Schweigens: Carl Schmitt in der politischen Geistesgeschichte der frühen Bundesrepublik
von Dirk van Laak
  Taschenbuch
Preis: EUR 49,95

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein neuer Zugang., 24. Juli 2004
Mit seinem Buch „Gespräche in der Sicherheit des Schweigens. Carl Schmitt in der politischen Geistesgeschichte der frühen Bundesrepublik", im Jahre 1993 an der Fernuniversität in Hagen als Dissertation angenommen, möchte der Autor Dirk van Laak den Versuch eines Einblicks und einer Deutung der deutschen Politik-, Gesellschafts-, Geistes- und Wissenschaftsgeschichte der Nachkriegsära unternehmen; anhand der zwei gegensätzlichen Leitmotive „Gepräche" und „Schweigen" wird am Beispiel Carl Schmitts die intellektuelle Kultur im Deutschland nach 1945 verdeutlicht.
Dirk Van Laak beginnt sein an die 300 Seiten langes Werk mit einer erläuternden Einleitung und schließt die Arbeit mit einem Nachwort. Der Hauptteil besteht aus sieben Kapiteln mit jeweils mehreren Unterkapiteln; dabei ist jeder Textabschnitt in sich in relativer Kürze gehalten ( meist kürzer als 10 Seiten ) und weicht nie vom Thema der Überschrift ab; die Kapitel bauen inhaltlich aufeinander auf und orientieren sich stets an van Laaks in seiner Einleitung entwickelten Leitfaden.
Einzelne Kapitel werden oftmals von philosophischen und politischen Zitaten eingeleitet.
Der Autor arbeitet mit einem umfangreichen Quellen- und Literaturapparat, der neben zahlreichern Schriften von und über Carl Schmitt und die Geschichte der deutschen Nachkriegszeit auch umfangreiche Archivalien wie persönliche Briefe und Einladungsschreiben umfasst, und greift ferner auf Inhalte selbst geführter Gespräche mit intellektuellen Zeitzeugen zurück.
Van Laaks Einleitung bietet einen knapp-präzisen Einblick in die politische Kultur Nachkriegsdeutschlands und nennt als eine Zielsetzung der Arbeit die Präsentation der prägenden intellektuellen Kräfte dieser Ära; die Vorstellung der Person Carl Schmitts als Nazi-Kollaborateur und „Kronjurist" des Dritten Reichs einerseits ( so sein Bild in der Öffentlichkeit ) und seines intellektuellen Gesprächsnetzwerks andererseits leitet über zu van Laaks These, die irritierende Spannung dieser beiden gegensätzlichen Pole erlaube gerade anhand der Leitmotive „Gespräche" und „Schweigen" Rückschlüsse auf wesentliche Merkmale der Intellektuellengeschichte der frühen Bundesrepublik.
Der Autor merkt an, dass angesichts der immer noch kontroversen Diskussion um die Person Carl Schmitt die Trennung mehrerer Ebenen beachtet werden sollte, von Schmitts Denken und Werk über die Rezeption seiner Schriften bis hin zu von ihm selbst gezogenen Verbindungen in seinem Denken und den Schlussfolgerungen anderer aus seinem Denken und Verhalten. Ferner wird auf die Unüberschaubarkeit der Literatur über Carl Schmitt hingewiesen, und angesichts einer Fragestellung nach Wirkungsgeflecht und dem Faktum der Auseinandersetzungen um Schmitts Wirken ausgeschlossen, mehr als einen „Aufriss" der geistesgeschichtlichen Dimensionen liefern zu können; abseits der Analyse institutioneller Entwicklungen möchte der Autor die Bedeutung von Haltungen und informellen Gesprächskreisen einer „Deutungs-Elite" betonen.
Dirk van Laaks „Gespräche in der Sicherheit des Schweigens" ist ein kurzweiliges, informatives und lesenswertes Buch, dass einen gelungenen Einblick in die politische, wissenschaftliche und intellektuelle Kultur des Deutschlands in der Nachkriegszeit bietet. Abseits der bisher ausführlich betriebenen Institutionenforschung betont der Autor anhand der stets ambivalent und facettenreich präsentierten Figur Carl Schmitt die von der Öffentlichkeit weitgehend nur in geringem Maße wahrgenommene intellektuelle Gesprächskreis- und Zirkelbildungen für die wissenschaftliche Kultur der noch jungen Bundesrepublik. Dies stellt, da zum Teil auf persönlich geführten Gesprächen und Archivarbeit basierend, auch im Zusammenhang mit allgegenwärtigen staats- und verfassungsrechtlichen Fragestellungen einen frischen, neuen Zugriff auf die Thematik der intellektuellen Welt im Deutschland nach 1945 dar und liefert zudem Hinweise zu differenzierteren Interpretationsversuchen und Deutungsalternativen das Wirken und die Werke von Carl Schmitt betreffend, dessen juristischer und politischer Einfluss auch nach seiner Rolle im Regime des Dritten Reichs hervorhebenswert und diskutabel bleibt.


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