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Rezensionen verfasst von
M. Rech (Berlin)
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Propaganda: Die Kunst der Public Relations
Propaganda: Die Kunst der Public Relations
von Edward Bernays
  Broschiert
Preis: EUR 16,90

39 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeitlos, 10. April 2008
Anhand von zahlreichen Beispielen veranschaulicht und durch eine klare Gliederung zugänglich gemacht, breitet Bernays die Bedeutung oder vielmehr Notwendigkeit von Öffentlichkeitsarbeit für Regierungen, Wirtschaftsunternehmen, soziale Bewegungen, die Wissenschaft und sogar für die Kunst vor uns aus. Die Abläufe zwischen der unbewussten Aufnahme gezielt gesetzter Reize bis hin zu deren Wirkung (und konkreten Auswirkungen) werden genau erläutert.

Die Unverfrorenheit, mit der der Autor die inneren Zusammenhänge zwischen Emotion und Manipulation, zwischen Gruppenidentitäten und gezielt steuerbaren Konsumgelüsten darlegt, kann einem sogar unsympathisch werden. Dass unsere Selbstwahrnehmung als Individuen eine (heute von der Werbung mehr denn je gepflegte) Illusion ist und wir im Grunde nur leicht zu beeinflussende Bestandteile der Masse sind, die von einer (natürlich völlig zu Recht diese Position einnehmende) Elite gelenkt werden, ist für Bernays ganz selbstverständlich. Und leider ist seine kühle Argumentation teilweise nachvollziehbar. Vielleicht hat er doch recht, und nur so ist menschliches Zusammenleben zu organisieren?

Interessanterweise spricht dieser erfolgreiche PR-Spezialist, ein Mann der Praxis, die Frage nach einer Ethik von Propaganda an. Denn die Manipulation von Meinungen ist für an sich nichts Verwerfliches, im Gegenteil – es kommt ja nur darauf an, in den Dienst welcher Sache man sich stellt; und gelogen werden darf natürlich nicht! Jeder durchschnittliche Medienkonsument (also jeder) sollte sich heute darüber im Klaren sein, als wie unverbindlich diese noblen Ansprüche zu bewerten sind. Schon bei Edward Bernays, einem der ersten und prominentesten Vertreter seiner Branche, einem Gründervater der PR, funktionierte offensichtlich der Mechanismus, die eigene Rolle so zu relativieren, dass praktisch jede Handlung gerechtfertigt werden kann.

Ein empfehlenswertes historisches Buch - mit zeitlosen Fragestellungen und Überlegungen, die ausgesprochen gut zu den gegenwärtigen gesellschaftlichen Trends passen.

Zu loben ist auch nach hervorragende Nachwort, das eigentlich wie eine Einführung funktioniert und viel wertvolle Hintergrundinformation bietet.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 24, 2014 5:19 PM MEST


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