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Rezensionen verfasst von
L. Fendt
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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen THE ODDS ARE NEVER IN OUR FAVOR, 6. Dezember 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Von vornherein möchte ich gleich anmerken: Ich habe die Bücher gelesen und diese Rezession kann Spoiler enthalten, wer also den Film noch nicht gesehen hat soll doch gefälligst ins Kino gehen und das nachholen.

Nach den Spielen kehren Katniss und Peeta zurück nach Distrikt 12. Von außen betrachten scheint sich ihr Leben um 180° gedreht zu haben. Sie ziehen mit ihren Familien ins Dorf der Sieger, haben mehr als genug Geld und über Hunger müssen sie sich auch keine Sorgen mehr machen. Doch die Erlebnisse in der Arena lassen sich schwer verarbeiten. Albträume und Wahnvorstellungen tauchen immer wieder auf und die anstehende Tour der Sieger macht die ganze Situation nicht besser. Vor allem wenn Präsident Snow klar zu verstehen gibt: Das Kapitol kauft dir das verliebte Mädchen ab, die Distrikte ebenso wenig wie ich. Überzeuge mich.
Auf der Tour wird sie in jedem Distrikt mit den Familien der gefallenen Tribute konfrontiert und macht es schwer Spiele zu verarbeiten und die gute Miene zum bösen Spiel aufrecht zu erhalten. Auch der Versuch das tragische Liebespaar aus Distrikt 12 zu mimen schlägt fehl. Im Gegenteil, sie scheint die Massen immer mehr aufzustacheln. Auch der Plan einer öffentlichen Hochzeit mit Peeta scheint daran nichts zu ändern. Präsident Snow stellt auch klar: du hast versagt.
Alles, was Katniss plant oder jeder Plan in den sie verstrickt ist, scheint zum scheitern verurteilt zu sein.
Präsident Snow möchte die Unruhen in den Distrikten im Keim ersticken und da kommt ihm das anstehende Jubel-Jubiläum, welches alle 25 Jahre unter Sonderregeln steht, gerade recht.

"Am 75. Jahrestag werden als Erinnerung für die Rebellen daran, dass nicht einmal die Stärksten unter ihnen die Macht des Kapitols überwinden können, die männlichen und weiblichen Tribute aus dem bestehenden Kreis der Sieger ausgelost." Präsident Snow

Distrikt 12 hat bisher nur drei Sieger hervorgebracht: Haymitch, Peeta und Katniss.
Für Katniss steht fest, sie möchte Peeta als Sieger aus diesen Spielen raus holen. Allerdings wird es dieses Mal noch schwerer sein. Die anderen Tribute wurden nicht umsonst Sieger. Ob sie nun eine körperliche oder geistige Gefahr darstellen ist egal, um eine reele Chance zu haben müssen Katniss und Peeta Verbündete finden.
Soweit zum Inhalt.

"Die Tribute von Panem - Catching Fire" ist für die Länge von fast 150 Minuten erstaunlich kurzweilig. Es kommt einem garnicht so lang vor, man sieht den Cliffhanger am Ende und denk: was, zweieinhalb Stunden sind schon vorbei? Der Film kommt immer wieder mit neuen Informationen und baut recht schnell einen angenehmen Fluss auf. Ab und zu hätte man sich etwas mehr Zeit für einzelne Szenen nehmen können. Ich würde sagen, ein oder zwei Minuten mehr über den ganzen Film verteilt hätten dem Endprodukt nicht geschadet, aber das ist wirklich "Meckern auf hohem Niveau".

Wie oben auch schon erwähnt müssen Katniss und Peeta Verbündete suchen, was es den anderen Tributen ermöglicht etwas mehr Farbe zu bekommen. Im ersten Teil hat jeder für sich selbst trainiert und sich für die Arena vorbereitet, und nur Wenige konnten etwas mehr sein als ein Randcharakter oder wie ich es gern sage: Kanonenfutter. Diesmal sieht die Situation anders aus. Die Tribute kennen sich schon seit Jahren und es wird mehr untereinander interagiert. Vor allem während der Parade gibt es da so einige witzige Momente (diese Aufzugszene, sie habens echt durchgezogen. Bitte hiermit um eine FSK 16 Version). Dabei merkt man auch, dass jeder Sieger sein Päckchen zu tragen hat und wie verrückt einige sind. Ein kleiner Überblick: Ein Sexgott der den Pferden die Zuckerwürfel stiehlt. Zwei verrückte Genies. Eine Dame mit Reißzähnen. Zwei drogenabhängige Wracks. Einen Mann mit nur einer Hand, der Haymitch den Schnaps weg säuft. Und eine bissige Zicke die sich gern entblößt.
Wo ich grad bei Johanna bin: Ihre und Finnicks Synchronstimme hätte ich anders gewählt. Finnick fand ich etwas zu hart, er muss viel charmanter sein. Clafflins Synchronstimme aus Fluch der Karibik 4, in etwas anderer Tonlage fände ich angebrachter. Und Johanna muss, wie eben erwähnt, bissiger und zickiger sein. Effies Stimme wäre meiner Meinung nach perfekt gewesen. Etwas rauere Tonlage und fertig. "Meckern auf hohem Niveau"

Zur Stammbesetzung möchte ich garnicht viel sagen da es schon oft genug gesagt wurde. Jennifer Lawrence bringt hier eine unfassbar starke Leistung. Josh Hutcherson darf in diesem Teil seinem Charakter mehr tiefe geben und Donald Sutherland ist als Präsident Snow richtig klasse.

Jeder der die Bücher gelesen hat stellt sich nun die Frage: Wie nah ist der Film am Buch?
Ich wage zu behaupten, dass dieser Film eine der besten Buchverfilmungen ist. Es gab wenig wesentliches was man gestrichen oder geändert hat. Klar saß ich im Kino und dachte mir machmal "schade das und das hät ich zu gern gesehen", aber das sind nur kleine Details oder triviale Sachen die einfach nicht zwingend nötig sind. Eine einzige Szene hätte man vielleicht bringen müssen, nämlich die mit den Flüchtlingen aus Distrikt 8 die Katniss von dem Mythos erzählen, dass Distrikt 13 noch besteht. Dann wäre der Cliffhanger für Nicht-Leser nicht ganz so unvermittelt gewesen. Andererseits kann ich verstehen, dass diese Szene gestrichen wurde. Sie hätte den Film total aus dem Fluss gerissen und auch im Buch fand ich dieses Kapitel so unglaublich langweilig und hab es beim erneuten Lesen einfach übersprungen. Zudem wird die ganze Lage im dritten Teil geklärt, also kann man auch nicht von Deus Ex Machina reden.

Zusammenfassend kann man nur sagen, dass man hier ein wirkliches Meisterwerk auf die Beine gestellt hat und ich mich traue zu sagen: Wenn die letzten beiden Teile dieses Level halten können oder auch nur minimalst toppen, kann man diese Filmreihe mit der "Herr der Ringe" und "The Dark Knight" Trilogie in einem Atemzug nennen. Es wird hier mehr als nur Blockbuster-Popcorn-Kino gezeigt. Uns wird auch etwas Gesellschaftskritik geboten. Die starke Präsens der Medien und unsere Gier nach dem Leid anderer an dem wir uns aufgeilen können. Genauso haben wir hier ein paar Schauspielerische Leistungen die wirklich stark sind. Humor, Action, Gefühl, Story, Anregung zum Nachdenken, ein wunderbarer Cast und noch vieles mehr, in einer harmonischen Mischung machen diesen Film, und die gesamte Reihe, wirklich klasse. Abgerundet wird es für mich davon, dass ich endlich mal wieder Gänsehaut bei einem Film hatte und auch noch immer habe wenn ich an einige Momente denke.

P.S.
Da es immer wieder zu Plagiatsvorwürfen kommt, vor allem in Bezug auf den Film Battle Royal, und mir dieses Thema zum Hals raushängt und ich diese Diskussion langsam Leid bin hier noch ein paar Worte dazu (Hat nichts mehr mit der Bewertung des Films zu tun): Also ich habe den Film "Battle Royal" nicht gesehen, kenne allerdings die Handlung und kann verstehen, dass sich Einige vor den Kopf gestoßen fühlen. Allerdings kann ich nicht verstehen, dass daraus so eine Hetze entsteht. Das Thema einer Fernsehshow, die zur Belustigung von Leuten, auf kosten anderer Produziert wird ist nicht von "Battle Royal" erfunden worden. "Die Truman Show" mit Jim Carrey behandelte dieses Thema bereits 2 Jahre vor erscheinen von "BR" und auch Steven Kings Roman "Menschenjagd" gibt es wider. Aus meinen eigenen Interessen kann ich hier auch "One Piece" nennen welches im aktuellen Story-Abschnitt (über das ganze Jahr 2013) ebenfalls Gladiatorenkämpfe beinhaltet. Auf die Gladiatorenkämpfe die im alten Rom stattfanden, und wohl für viele in der Vergangenheit und Zukunft kreative Vorbilder sein werden, will ich erst garnicht zu sprechen kommen.
Warum also fühlen sich viele von diesem Film so angepisst und betiteln es als "Abklatsch"? Ich hab mich damit mal etwas auseinander gesetzt und bin für mich auf einen recht treffenden Punkt gekommen. Vor 13 Jahren, als "BR" erschien, gab es jugendliche und junge Erwachsene die sich noch nicht wirklich mit diesem Thema auseinander gesetzt haben und wurden durch diesen Film dazu angeregt (andere haben sich wahrscheinlich einfach nur vom japanischen Stil der Gewaltdarstellung berieseln lassen). Nun greifen die Hungerspiele ebenfalls diese Thematik auf und geben einer neuen Generation, die sich mit der ganzen Sache ebenfalls noch nicht auseinandergesetzt haben, die Chance dies mit einem anderen Medium zu tun.
Objektiv können wir dieses Thema "Abklatsch" garnicht bewerten. Wir verbinden mit dem Film oder Buch, das uns ein gewisses Thema, egal welches, näher gebracht hat immer "das ist mein persönliches Original". Ob das chronologisch richtig ist spielt dabei keine Rolle. Ich habe die Tribute von Panem als erstes gelesen/gesehen und hab mich mit der Thematik "Unterhaltung auf Kosten anderer" und ein paar anderen Aspekten nur deshalb auseinander gesetzt. Wenn ich nun "BR" sehen würde hätte ich im Hinterkopf aber immer die Hungerspiele schwirren. Es wird bei so etwas immer um den subjektiven Eindruck gehen.
Wenn jetzt immer noch einer sagt: "was ein Schwachsinn, das ist alles abgekupfert", dem rate ich das Rad neu zu erfinden und wenn er das nicht schafft, sollte diese Person seine Bücher- und Filmsammlung aussortieren und nur noch die Bücher und Filme behalten oder besorgen die, chronologisch gesehen, eine Thematik behandeln und keinerlei inhaltliche Überschneidungen aufweisen. Zudem sollte derjenige seinen Fernseher und PC nur noch gezielt benutzten da viele Plagiate und "Abklatsch-Formate" existieren und er gefahr läuft sich zu ärgern.

Damit noch einen schönen Tag oder guten Abend
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 6, 2014 1:22 AM CET


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