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Rezensionen verfasst von
Pirker Christian "christianpirker" (Klagenfurt)
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Einführung in die qualitative Sozialforschung (Beltz Studium)
Einführung in die qualitative Sozialforschung (Beltz Studium)
von Philipp Mayring
  Taschenbuch
Preis: EUR 16,95

11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die optimale Einführung in die qualitative Sozialforschung, 9. April 2009
Das Buch habe ich mir vor einigen Jahren gekauft und ich habe es immer wieder zur Hand genommen. Laut Selbstbeschreibung ist es eine übersichtliche und leicht verständliche Einführung in die Denkhaltung und die Methoden der qualitativen Sozialforschung, die für Studierende aller sozial- und humanwissenschaftlichen Disziplinen geeignet ist." Ich denke, dass diese Beschreibung sehr treffend ist!

Der Aufbau des Buches ist sehr übersichtlich und logisch nachvollziehbar. Genauso übersichtlich und verständlich ist auch der Inhalt des Buches. Mayring versteht es, ein an sich trockenes und schwieriges Thema sehr verständlich und leicht leserlich zu beschreiben. Dafür gebührt im speziell Lob und Anerkennung. Weiters hat er in seinem Buch großartige und sehr nützliche Abbildungen, die Inhalte zusammenfassen und Zusammenhänge klar darstellen. Das ist ein weiterer Vorzug dieses Buches.

Christian Pirker


Die acht Todsünden der zivilisierten Menschheit
Die acht Todsünden der zivilisierten Menschheit
von Konrad Lorenz
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

40 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es geht nicht um Eislutscher!, 7. Oktober 2003
Der Titel „Die acht Todsünden der zivilisierten Menschheit" lässt schon einiges über den Inhalt erahnen und das Gefühl der Endzeitstimmung kommt wohl zu recht auf. In den 70er-Jahren, mit der ständigen bewussten Bedrohung durch Kernwaffen, war „Das Ende" wohl ziemlich nahe. Heute spüren wir die atomare Bedrohung nicht mehr so stark, obwohl sie an sich immer noch und sogar noch mehr da ist.
Wenn man das Buch aufmacht und hineinliest, fällt einem das zugleich beruhigende „optimistische Vorwort" auf. Wie auf einem Schlag ist es nicht mehr das Gefühl der Offenbarung des Untergangs, sondern ein Funken Hoffnung, wenn das erste Wort im Text „Optimistisches" lautet.
Genauso ist der Charakter des Vorworts, es hat eine beruhigende und Zuversicht schaffende Wirkung. Der letzte Absatz des Vorworts drückt das bildlich aus: „Es wäre überheblich, zu glauben, dass das, was man selbst sicher weiß, nicht auch den meisten Menschen verständlich gemacht werden kann. Alles, was in diesem Buch steht, ist viel leichter zu verstehen als z.B. Integral- und Differentialrechnung, die jeder Oberschüler lernen muss. Jede Gefahr verliert viel von ihrer Schrecklichkeit, wenn ihre Ursachen erkannt sind. So glaube und hoffe ich, dass dieses Büchlein ein wenig beitragen kann zur Verminderung der die Menschheit bedrohenden Gefahren." (Seite 8 f.)
Inhaltsverzeichnis:
Optimistisches Vorwort 7
I. Struktureigenschaften und Funktionsstörungen lebender Systeme 11
II. Überbevölkerung 19
III. Verwüstung des Lebensraums 23
IV. Der Wettlauf mit sich selbst 32
V. Wärmetod des Gefühls 39
VI. Genetischer Verfall 51
VII. Abreißen der Tradition 68
VIII. Indoktrinierbarkeit 84
IX. Die Kernwaffen 106
X. Zusammenfassung 107
Literaturverzeichnis 111
Das Inhaltsverzeichnis zeigt bereits die breite Auswahl an Themen, die Konrad Lorenz in diesem Buch behandelt und sie zu acht Todsünden der zivilisierten Menschheit zusammenfasst.
Es sind eben keine acht Todsünden, die von Gott als solche vorgegeben sind, sondern Todsünden, die der „zivilisierte" Mensch begeht ohne sich dessen wirklich und ausreichend bewusst zu sein.
Konrad Lorenz ist in seinem Element als Biologe, wenn er im ersten Kapitel über die Struktureigenschaften und Funktionsstörungen lebender Systeme schreibt. Obwohl das Thema nicht einfach ist, versucht Lorenz es so einfach wie möglich darzustellen. „Die Ethologie behandelt also das tierische und menschliche Verhalten als die Funktion eines Systems, das seine Existenz wie seine besondere Form einem historischen Werdegang verdankt, der sich in der Stammesgeschichte, in der Entwicklung des Individuums und, beim Menschen, in der Kulturgeschichte abgespielt hat. Die echt kausale Frage, warum ein bestimmtes System so und nicht anders beschaffen sei, kann seine legitime Antwort nur in der natürlichen Erklärung dieses Werdegangs finden." (Seite 11). Dieses Zitat ist einerseits eine zentrale Aussage des 1. Kapitels und stellt andererseits eine der wesentlichen Grundlagen für das Verständnis der im Buch beschrieben Probleme dar. Konrad Lorenz behandelt in diesem Kapitel u.a. auch noch das Thema „Regelkreis" und stellt die entscheidende stabilisierende Funktion des „negativen Feedbacks" dar. Ich wage es nicht, die gesamte Funktionalität eines Regelkreises hier in einem Satz darzustellen, aber es sei davor gewarnt, „negatives Feedback" aus einem Regelkreis zu entfernen, weil das System dann nur zu leicht außer Kontrolle geraten kann und wird. Wenn man den Fuchs der Hasen frisst als negatives Feedback für das System Hasen sieht, dann kann man sich ausmahlen, was passiert, wenn der Fuchs „ausfällt" und die Hasen sich unendlich vermehren.
Im 2. Kapitel, Überbevölkerung, geht Konrad Lorenz an ein zentrales Problem der zivilisierten Menschheit heran, das zugleich die erste Todsünde der zivilisierten Menschheit ist. „Die maßlose Vermehrung der Menschen als erstes zu besprechen, empfiehlt sich schon deshalb, weil so manche der später behandelten Erscheinungen ihre Folge sind." (Seite 19). Eine Folge dieser Überbevölkerung, besonders in Städten ist das Phänomen „not to get involved". Man möchte sich nicht einmischen und möchte nicht betroffen sein, somit kann es schon passieren, dass jemand verprügelt oder vergewaltigt wird ohne dass die Passanten eingreifen. Der Alltag zeigt dieses Problem nur zu oft auf. Konrad Lorenz geht davon aus, dass der Mensch für das massenhafte Zusammenleben auf engem Raum nicht geschaffen ist.
Im 3. Kapitel, Verwüstung des Lebensraums, zweite Todsünde, behandelt Lorenz den Irrglauben, dass die Natur unerschöpflich sei. Mittlerweile haben wir Europäer schon ein wenig dazugelernt, aber die Menschheit verwüstet den Lebensraum Tag für Tag weiter. Auch bei uns wird mit der Natur in Wahrheit noch immer sorglos umgegangen.
Im 4. Kapitel, Der Wettlauf mit sich selbst, wäre ein typischer positiver Regelkreis. Im gegenseitigen Wettbewerb der Menschen, Organisationen und Nationen geht es um schneller, höher, stärken und jedenfalls um mehr bzw. sogar viel mehr. Die Menschen leiden unter der Beanspruchung unter dem Stress. Doch das System fordert weiterhin mehr und noch viel mehr.
Im 5. Kapitel, Wärmetod des Gefühls, wird es sehr persönlich. „Schon in grauer Vorzeit haben die Weisen der Menschheit ganz richtig erkannt, dass es für den Menschen keineswegs gut ist, wenn er in seinem instinktiven Streben nach Lustgewinn und Unlustvermeidung allzu erfolgreich ist. Schon in alten Zeiten haben es die Menschen hochentwickelter Kulturen verstanden, alle unlustbringenden Reizsituationen zu vermeiden, was zu einer gefährlichen, wahrscheinlich sogar oft zum Untergang einer Kultur führenden Verweichlichung führen kann. Seit altersher haben die Menschen herausgefunden, dass man die Wirkung lustbringender Situationen durch besonders schlaue Zusammenstellung der Reize steigern und durch deren ständigen Wechsel vor der Abstumpfung durch Gewöhnung bewahren kann, und diese Erfindung, die in jeder höheren Kultur gemacht wurde, führt zum Laster, das indessen kaum jemals ebenso kulturvernichtend wirkt wie die Verweichlichung." Wir kennen das aus unserem Alltag, dass wir nicht jeden Tag unsere Lieblingsspeise essen können, ohne uns davon „satt zu essen". Wenn alles immer da ist und zur Selbstverständlichkeit wird, dann kann das schon zum Problem werden. Wie viele Menschen suchen heute nach dem „Kick", wenn sie zu Drogen greifen oder an Gummiseilen hängend von Brücken springen, einfach um wieder einmal was Besonderes zu spüren, zu neudeutsch ein besonderes „Feeling" zu haben.
Im 6. Kapitel, Genetischer Verfall, beschreibt Lorenz die Probleme, die aus mangelnden Selektionsbedingungen entstehen können bzw. aus dem Glauben an den Behaviorismus entstehen können. „In einer österreichischen Zeitung las man jüngst [Anm. 1972!] die Schlagzeile: Siebzehnjähriger wird aus Angst vor den Eltern zum Mörder. Der Bursche hatte nämlich seine zehnjährige Schwester vergewaltigt und, als sie drohte, es den Eltern zu sagen, erwürgt. Die Eltern mögen in komplexer Verkettung der Wirkungen daran wenigstens teilweise Schuld getragen haben, ganz sicher aber nicht dadurch, dass sie dem Jungen zu viel Angst einflößten." (Seite 57)
Im 7. Kapitel, Abreißen der Tradition, beschreibt Lorenz die Probleme, die daraus entstehen, dass die Jugend die alte Generation einfach ablehnt. Nur durch Tradition war es der Menschheit möglich, sich so schnell und so schnell so „hoch" zu entwickeln. „Die Methode jedoch, mit welcher unter dem vielen Angebotenen das Festzuhaltende ausgewählt wird, ist offenbar in Art- und Kulturentwicklung dieselbe, nämlich Auswahl nach gründlicher Erprobung." (Seite 68)
Im 8. Kapitel, Indoktrinierbarkeit, geht es unter anderem um die Gleichschaltung großer Menschenmassen durch die Mode. Aber nicht nur die Massenmenschen sind leicht indoktrinierbar auch Wissenschafter sind es, wie Lorenz in diesem Kapitel ebenso nachweist. „Die gefährliche modische Indoktrinierbarkeit der Wissenschaft, die der Menschheit die letzte Stütze zu rauben droht, hätte nie zustande kommen können, wenn nicht die in den ersten vier Kapiteln besprochenen Kulturkrankheiten ihr den Weg gebahnt hätten. Die Überbevölkerung mit ihrer unvermeidlichen Entindividualisierung und Uniformierung, die Naturentfremdung mit dem Verlust der Fähigkeit zur Ehrfurcht, der kommerzielle Wettlauf der Menschheit mit sich selbst, der in utilitaristischer Denkungsart das Mittel zum Selbstzweck macht und das ursprüngliche Ziel vergessen lässt, und nicht zuletzt die allgemeine Verflachung des Gefühls, sie alle finden in den die Wissenschaften betreffenden Dehumanisationserscheinungen ihren Niederschlag, sie sind deren Ursache und nicht deren Folge." (Seite 105)
Im 9. Kapitel, Die Kernwaffen, fasst sich Lorenz kurz, er handelt das Thema auf nur einer Seite ab. Obwohl es damals wohl die am Stärksten spürbare Bedrohung war, verweist er darauf, dass sie von den acht Bedrohungen am leichtesten Vermeidbar sei. „Man braucht sie nur nicht herzustellen oder nicht abzuwerfen." (Seite 106).
Am Ende seines Buches steht die Zusammenfassung, die noch einmal die einzelnen Probleme darstellt und insbesonders auf die Zusammenhänge verweist. Wie für eine wissenschaftliche Arbeit üblich steht ganz am Ende das Literaturverzeichnis.
*** Mein Fazit ***
Auch wenn das Buch schon 30 Jahre alt ist und die Welt sich scheinbar so viel verändert hat, so ist der Inhalt der acht Todsünden der zivilisierten Menschheit noch immer hochaktuell. Das Buch ist mit 110 Seiten, sehr dichtem Inhalt, gut lesbar und der Preis von € 7,90 stellt kein finanzielles Hindernis dar.
Somit kann ich das Buch allen Lesern voll und ganz empfehlen, ob sie nun Wissenschafter oder „normale" Menschen sind. Das Buch ist trotz des schwierigen Inhalts leicht lesbar und wohl ebenso leicht verständlich. Wir sollten die acht Todsünden ernst nehmen, auch wenn vermutlich noch ein paar dazugekommen sind. Der einzelne Mensch kann die Todsünden zwar nicht wegschaffen, aber er kann durch ein entsprechendes Bewusstsein besser damit umgehen und sich und andere vor den Gefahren besser schützen.
Ich bin im Besitz der ungekürzten Taschenbuchausgabe, die bei Piper bereits in der 20. Auflage, Juli 2003 erschienen ist. Somit scheinen das Buch doch schon einige Menschen gekauft und gelesen zu haben, aber anscheinend immer noch zu wenige.
Ich wollte in meinem Beitrag nicht alle einzelnen Inhalte aufdecken (was ja auch nicht nötig ist), um die Spannung beim Nachlesen erhalten zu können.


Der Weg nach vorn
Der Weg nach vorn
von Bill Gates
  Taschenbuch

11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Buch hat mich damals schwer beeindruckt, 12. Februar 2003
Rezension bezieht sich auf: Der Weg nach vorn (Taschenbuch)
Ich bekam im Jahr 1995 das Buch von Bill Gates "Der Weg nach vorn" geschenkt. Obwohl ich schon damals kein Fan von Microsoft war, was mir damals noch mehr Menschen übel genommen haben, als heute, las ich das Buch voller Interesse.
Interessant ist dabei, daß mich ein befreundeter Philosoph und Historiker (!) auf dieses Buch aufmerksam gemacht hat. Er war von diesem Buch so beeindruckt, daß ich es mehr oder weniger lesen mußte, um mit ihm diskutieren zu können. Dieser Philosoph hat auch noch einen landwirtschaftlichen Betrieb, den er kurz danach mit einem Internetanschluß ausstattete, was für das Jahr 1995 noch eine außergewöhnliche Sache war.
Bill Gates, geb. 1955 in Seattle, war damals noch Chairman und Chief Executive Officer (CEO) der Mircosoft Corporation. Bei der Erstellung des Buches wurde er von zwei Personen "unterstützt". Nathan Myhrvold, promovierte Physiker und seit 1986 bei Microsoft, war damals Vice President und leitete die Abteilung für die Entwicklung moderner Technologien. Der Journalist und Pulitzer-Preisträger Peter Rinearson kennt Gates seit 1982. Damals verfaßte er das erste umfangreiche Zeitungsportrait über Gates und Microsoft. Er sorgte sicherlich dafür, daß das Buch auch für Laien lesbar wurde.
Für mich war damals vor allem die Auseinandersetzung mit IBM, die in diesem Buch einen breiten Bereich einnimmt von Ineteresse, weil ich damals mit diesem Unternehmen und über dieses Unternehmen eine Studie machen durfte. Zugleich war damals der Führungswechsel bei IBM. Lou Gerstner hat damals einen weit- und tiefgehenden Veränderungsprozeß begonnen. Gates setzte sich mit der Geschichte IBMs auseinander und versuchte sicherlich aus den Fehlern IBMs zu lernen. Er beschreibt auch in dem Buch, warum er bewußt Mitarbeiter von gescheiterten und krisengeschüttelten Unternehmen zu Microsoft holte. Es ging ihm darum, daß er auch Leute mir dieser Erfahrung in seinem blühenden Unternehmen hatte.
Weiteres beschäftigt sich das Buch mit der Informationsgesellschaft und deren Ausiwrkungen auf die Wirtschaft und den Alltag. Es werden aber auch die Risiken eines solchen strukturellen Wandels für die einzelnen betroffenen Unternehmen aufgezeigt. Dazu findet man auf Seite 101 aber ein aussagekräftiges Zitat:"Ich möchte beweisen, daß ein erfolgreiches Unternehmen sich selbst erneuern und seinen Platz an der vordersten Front behaupten kann."
Der Information Highway wird laut Gates unentbehrlich, "weil er eine Kombination aus Information, Bildung, Unterhaltung, Einkauf und privater Kommunikation bieten wird." Diese Aussage war 1995 noch ziemlich revolutionär, weil vor allem in Europa das Internet noch in den Kinderschuhen steckte und weitgehende noch im rein akademischen Bereich bzw. in größeren Unternehmen genutzt worden ist. Die meisten privaten Haushalte hatten für das Internet noch gar kein Bewußtsein.
Die Behandlung des Themas Informationsgesellschaft war nicht nur Stoff für einen Bestseller, sondern ein zentrales Thema in der Unternehmensentwicklung von Microsoft. Im Nachwort sieht man deutlich die Unsicherheit und Ängste, die es bei Microsoft damals gab: "Es ist ein bißchen beängstigend, daß im Zuge der Weiterentwicklung der Computertechnik kein Unternehmen imstande war, den führenden Rang, den es in einer Epoche besaß, in der folgenden Epoche zu behaupten." Nach dieser Regel hätte auch für Microsoft, das in der PC-Epoche führend war, die Stunde geschlagen. "Ich möchte diese Regel durchbrechen", meinte Gates als Antwort auf diese Bedrohung.
Das Buch war 1995 sicherlich revolutionär. Für "Laien" ist es manchmal nicht ersichtlich, warum die Autoren sich so intensiv mit Fragen der Unternehmensentwicklung und insbesonders mit IBM auseinandersetzen. Somit kann ich verstehen, wenn einige Leute das Buch nicht so gut finden. Mittlerweile gibt es davon auch ein Taschenbuch, das ich zum Nachlesen doch noch empfehlen kann. Ich denke, daß man im Jahr 2003 nun schon etwas mehr darüber sagen kann, wo und wie weit Gates recht hatte und wo er sich getäuscht hat.


Rethinking the Future
Rethinking the Future
von Rowan Gibson
  Gebundene Ausgabe

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Managementwissen kurz und bündig, 12. Februar 2003
Rezension bezieht sich auf: Rethinking the Future (Gebundene Ausgabe)
Rowan Gibson ist Unternehmensberater und beschäftigt sich mit der Entwicklung internationaler Marketingstrategien und Top Management Präsentationen. Er ist in London geboren und lebt mit seiner deutschen Frau und seinen beiden Söhnen in der Nähe von Düsseldorf.
Das Buch ist ein Sammelwerk von Beiträgen einiger der renommiertesten Wirtschaftsdenker der ausgehenden 20. Jahrhunderts.
Es gliedert sich in die Bereiche:
Überdenken von Prinzipien
Überdenken der Wettbewerbssituation
Überdenken von Kontrolle und Komplexität
Überdenken von Führungskompetenz
Überdenken der Marktbedingungen
Überdenken der Welt
Ein Zitat:
"Die Kapitel enthalten eine Fülle an provokativen, erhellenden Ideen, guten Fragen, neuen Einsichten und alternativen Denkweisen über den Konkurrenz- bzw. Kooperationskampf der Zukunft. Unternehmensführer und Unternehmensstrategen, die in einem derart turbulenten und revolutionären Umfeld Erfolg suchen, sind selbst schuld, wenn sie an diesem Buch vorbeigehen!"
(Aus dem Vorwort von Alvin und Heidi Toffler)
Inhaltsverzeichnis:
Vorwort
Danksagung
Rethi nking Business (Rowan Gibson)
Sinn und Bedeutung im Ungewissen (Charles Handy)
Paradigmen und Prinzipien (Stephen Covey)
Vorteile für den Wettbewerb von morgen (Michael Porter)
Wachstumsstrategien (C.K. Prahalad)
Innovative Wettbewerbsbasis (Gary Hamel)
Über Management hinaus (Michael Hammer)
Konzentration auf Engpässe (Eli Goldratt)
Durch das Nadelöhr (Peter Senge)
Zur "Vorhut von Anführern" gehören (Warren Bennis)
Kulturen und Koalitionen (John Kotter)
Fokussieren in einer Welt der Unschärfen (Al Ries & Jack Trout)
Skizzen: Märkte der Zukunft (Philip Kotler)
Von Nationalstaaten zu Netzwerken (John Naisbitt)
Zur Zukunft des Kapitalismus (Lester Thurow)
Die neue Biologie des Unternehmens (Kevin Kelly)
Das Buch hat knapp 390 Seiten und liefert in kurzer und klarer Form eine Auswahl der (damals) neuesten und noch immer aktuellen Ansätze im Bereich Managementwissen.
Handy: "Für mich ist das Größte und Befriedeigndste im Leben eine Sinngebung, die über den einzelnen hinausgeht. Wenn Sie sich selbst als Lebenszweck genügen, wird Ihr Leben rasch an Sinn verlieren." (S. 63)
"Mein Rat wäre: Behlaten Sie die Vergangenheit in (vielleicht sogar ruhmvoller) Erinnerung, aber lösen Sie sich von der Vergangenheit. Lassen Sie nicht zu, daß die Vergangenheit Ihrer Zukunft im Wege steht. Denn die Zukunft wird anders sein. Wir müssen unseren Umgang mit der Vergangenheit verlernen, um mit der Zukunft umgehen zu können." (S. 64)
Porter: "Es muß für ihre Konkurrenz unlogisch oder schwierig sein, es Ihnen in all Ihrem Vorgehen gleichzutun; andernfalls gerät Wettbewerb zu einem alle Beteiligten zerstörenden Konkurrenzkampf." (S. 96)
Prahalad: "Bedenken Sie, was alles hätte geschehen können, wenn die Unternehmen ihr 'überflüssiges' intellektuelles Potential, von dem sie sich so einfach getrennt haben, genutzt hätten, um neue Märkte für morgen auszudenken oder neue Kernkompetenzen aufzubauen, die ihnen auf solchen Märkten zu einem Wettbewerbsvorteil verhelfen könnten." (S. 108)
Hamel: "Darüber hinaus bin ich zutiefst überzeugt, daß ein Unternehmen, das die Zukunft verstehen möchte, die für die zukunft wirklich wichtigen Erkenntnisse weitgehend außerhalb der eigenen Branche suchen muß." (S. 130)
Senge: "Der Status eines Lernenden wird gleichgesetzt mit Unwissenheit und Inkompetenz. Nicht viele Spitzenführungskräfte können damit leben." (S. 211)
Bennis: "Führungspersönlichkeiten müssen lernen, eine soziale Architektur zu entwickeln, die genialen Leuten mit ausgeprägtem Selbstbewußtsein zu erfolgreicher Zusammenarbeit und zur Entfaltung der eigenen Kreativität motiviert." (S. 223)
Alle jene, die nicht in den letzten fünf Jahren ein managementorientiertes Studium an einer zumindest guten Universität oder Fachhochschule abgeschlossen haben bzw. sich ohnedies intensiv mit dieser Frage beschäftigen, können hier auf wenigen Seiten Managementwissen nachlesen.
Vor allem Praktiker finden hier das Managementwissen in komprimierter Form und müssen nicht lange wissenschaftliche Abhandlungen lesen.


Marketing: Grundlagen marktorientierter Unternehmensführung. Konzepte - Instrumente - Praxisbeispiele. Mit neuer Fallstudie VW Golf
Marketing: Grundlagen marktorientierter Unternehmensführung. Konzepte - Instrumente - Praxisbeispiele. Mit neuer Fallstudie VW Golf
von Heribert Meffert
  Gebundene Ausgabe

29 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Der Meffert", 12. Februar 2003
"Der Meffert" ist jetzt nicht unhöflich gemeint, sondern vielmehr ein Ehrentitel. So wird ein Buch nämlich nur dann genannt, wenn es in der akademischen Welt zu einem Standardwerk geworden ist und im Regelfall auch über mehrere Auflagen verfügt. Bereits in meinem ersten Semester an der Universität war mir „Der Meffert“ ein Begriff.
Ich besitze den Meffert in der 9. Auflage (2000). Die trägt einen äußerst plakativen Untertitel: Grundlagen marktorientierter Unternehmensführung. Konzepte – Instrumente – Praxisbeispiele. Mit neuer Fallstudie VW Golf.
Die 9. Auflage wurde neu konzipiert. Es wurden dabei alle bestehenden Kapitel aktualisiert und ergänzt. Zudem geht Meffert auf die neuen Entwicklungen im Bereich der Neuen Medien und in der Markenpolitik ein. Die VW-Fallstudie soll dem Leser die Möglichkeit geben, die Inhalte des Lehrbuchs am Beispiel des Marketingkonzepts des Golf IV anschaulich nachzuvollziehen.
„Auch andere Autoren, wie zum Beispiel Theodore Levitt, hatten die Notwendigkeit einer Umorientierung von einer ‚kurzsichtigen’ Produktorientierung hin zu einer weitsichtigen Bedürfnisorientierung erkannt (Levitt 1960). Damit war der Wandel des Marketing von einer funktionsorientierten Sichtweise zu einer unternehmensbezogenen Denkhaltung vollzogen.“ (Seite 3)
„In jüngster Zeit hat kaum ein Begriff sowohl die wirtschaftswissenschaftliche Forschung als auch die Unternehmenspraxis dermaßen beschäftigt wie der des E-Commerce (Electronic Commerce). Dabei unterliegt der Begriff einer Vielzahl unterschiedlicher Betrachtungsweisen und Definitionen. Während einige Autoren E-Commerce mit Internet-Marketing gleichsetzen und damit ein sehr breites Begriffsverständnis besitzen, nehmen andere eine engere Begriffsauslegung vor. Als geeignete Kriterien zur Systematisierung und Abgrenzung der verschiedenen Begriffsauffassungen bieten sich die ‚verwendete Technologie’ und die ‚Art der Aktion zwischen den Wirtschaftsobjekten’ an. (vgl. Abbildung 3-242)“ (S. 917)
Das Buch ist mit fast 1.500 Seiten und einem sehr guten Inhalt eines Standardwerkes würdig. Kritik kann ich nur aus einem Grund an einem kleinen Detailbereich üben, weil ich eben dort zu Hause bin und mehr weiß, als im Meffert Platz gefunden hat. Es ist der Bereich der Neuen Medien, der in meinen Augen noch nicht ausreichend abgehandelt ist. Allerdings muss man Meffert als Pluspunkt zusprechen, dass er sich mit diesem Thema bereits befasst haben, während viele seiner Kollegen noch erklärten, warum die Neuen Medien eine nicht ernstzunehmende Modeerscheinung sind.
Wenn man das Buch gelesen hat, kann man zumindest zwischen Marketing, Vertrieb und PR unterscheiden, was in der Praxis nicht immer so klar ist. Da höre ich immer wieder, dass es im Grund das Selbe sei. Diesen Leute rate ich immer, sich zumindest den Meffert zu kaufen, bevor sie über Marketing reden.
Für Studenten der Betriebswirtschaftslehre, insbesonders wenn sie sich im Bereich Marketing spezialisieren möchten, scheint der Meffert ein heißer Tipp für den eigenen Bücherschrank zu sein. Vor allem das erste Kapitel, Marketing als marktorientierte Unternehmensführung, sollten alle BWL-Studenten einmal gelesen haben, um die Zusammenhänge des Marketings besser verstehen zu können.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 5, 2009 3:11 PM MEST


Die Bürokratie
Die Bürokratie
von Ludwig von Mises
  Broschiert

72 von 80 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Bürokratie wurde von Ludwig von Mises gründlich untersuc, 12. Februar 2003
Rezension bezieht sich auf: Die Bürokratie (Broschiert)
"Die Bürokratie" versucht den Zusammenhang zwischen dem Sozial- und Umverteilungsstaat und der zunehmenden Bürokratisierung und Regulierung aufzuzeigen. Mises beweist, daß das eine die Ursache für das andere ist. Noch schlimmer ist aber, daß durch den mächtigen Staatsapparat die Parlamente mehr oder weniger entmachtet werden. Somit wird klar, daß auf diesem Wege auch die Demokratie gefährdet ist.
Zur Veranschaulichung der Problematik möchte ich folgendes Zitat aus dem Vorwort zur Originalausgabe von 1944 bringen: "Die wichtigste Streitfrage in den heutigen sozialen und politischen Konflikten ist, ob die Menschen die Prinzipien von Freiheit, Privatinitiative und individueller Verantwortung verraten und sich stattdessen der Vormundschaft eines riesigen Zwangsapparates - des sozialistischen Staates - ergeben sollten. Sollte autoritärer Totlitärismus die Stelle von Individualismus und Demokratie einnehmen oder nicht? Sollte aus dem Bürger ein Untertan werden, ein Untergebener in einer allumfassenden Arbeitsarmee, gebunden an unbedingten Gehorsam gegenüber den Befehlen seiner Vorgesetzten? Sollte ihm sein wertvolles Vorrecht - Mittel und Ziele zu wählen und sein eigenes Leben zu gestalten - genommen werden?"
Die Grobgliederung des Buches:
Einleitung
1. Gewinnorientiertes Wirtschaften
2. Bürokratisches Wirtschaften
3. Bürokratische Leitung öffentlicher Unternehmen
4. Bürokratische Führung privater Unternehmen
5. Die soziale und politische Bedeutung der Bürokratisierung
6. Die psychologischen Folgen der Bürokratisierung
7. Was kann getan werden?
Schlußfolgerungen
Ludwig von Mises versteht es, auf den 128 Seiten spannend und logisch nachvollziehbar über das Thema Bürokratie und seine Zusammenhänge in unterschiedlichen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Belangen darzustellen. Dazu beschreibt er auch noch die Möglichkeiten der Gegensteurung gegen dieses wachsende Problem.
In seiner Schlußfolgerung rechnet er mit dem Sozialismus ab: "Die Vorkämpfer des Sozialismus nennen sich Fortschrittliche, aber sie empfehlen ein System, das durch starre Einhaltung der Routine und durch Widerstand gegen jede Art Verbesserung gekennzeichnet ist. Sie nennen sich Liberale, doch sie beabsichtigen, die Freiheit abzuschaffen. Sie nennen sich Demokraten und verlangen doch nach einer diktatur. Sie nennen sich Revolutionäre, aber sie wollen den Staat allmächtig machen. [...] Gegen diesen Wahnsinn an Agitation gibt es nur eine Waffe; die Vernunft. Nur gesunder Menschenverstand wird benötigt, um den Menschen davor zu bewahren, zur Beute illusorischer Phantasien und leerer Schlagworte zu werden.
Mises hat mit der "Bürokratie" eine kämpferische Schrift gegen die Gefahren der Verstaatlichung und des Sozialismus geliefert. Seine Vorhersagen sind zum Großteil eingetreten. Zum Glück sind die negativen Konsequenzen aber noch nicht so stark spürbar, wie es Mises befürchtet hat. Alles in allem ist es ein Buch, das ich als absolut lesenswert einstufen möchte. Zielgruppe sind Sozial- und Wirtschaftswissenschafter und alle Menschen, die sich als Demokraten sehen und ihr Leben weitgehend selbstbestimmen möchten.


Kleine Weltgeschichte der Philosophie
Kleine Weltgeschichte der Philosophie
von Hans J Störig
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,60

17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das einführende und dennoch umfassende Sammelwerk zur Geschi, 12. Februar 2003
Ich bin zwar kein Philosoph, aber durchaus an der Philosophie interessiert. So habe ich mich vor ein paar Jahren dazu entschlossen, mir eine "Einführung" in die Philosophie zuzulegen. Die Entscheidung fiel aus unterschiedlichen Gründen auf Störigs "Kleine Weltgeschichte der Philosophie". Neben dem fachlichen Gründen gab es das Buch in meinem Buchklub und da zögerte ich nicht mehr, mir den Störig in meine Bibliothek zu stellen. Es sei an dieser Stelle noch angemerkt, dass die erste Auflage des "Störig" im Jahr 1950 erschienen ist.
Prof. Dr. phil Dr. jur (!) Hans Joachim Störig wurde 1915 geboren. Er war Lektor, Übersetzer und Verlagsleiter, von 1963 bis 1983 Leiter des Lexikographischen Instituts in München. Während seiner Aktivzeit hat er viele weit verbreitete Lexika, Wörterbücher und Atlanten herausgegeben. Von seiner "Weltgeschichte der Philosophie" sind allein in deutscher Sprache über 400.000 Exemplare verkauft worden. Weitere Werke: Kleine Weltgeschichte der Wissenschaft, Knaurs moderne Astronomie, Abenteuer Sprache.
"Dieses Buch wendet sich nicht an Fachphilosophen. Ihnen vermag es nichts Neues zu sagen. Es wendet sich an die vielen, die - ob akademisch gebildet oder nicht - inmitten der Arbeit und Sorge des Alltags und im Anblick der großen geschichtlichen Umwälzungen und Katastrophen unserer Zeit den Versuch nicht aufgeben, sich im Wege selbständigen Nachdenkens mit den Rätseln der Welt und den ewigen Fragen des Menschseins auseinanderzusetzen, und die die Annahme nicht von vornherein zurückweisen, daß die Gedanken und Werke der großen Denker aller Zeiten dabei Rat und Hilfe geben können." (S. 20)
Das Buch ist ein umfangreiches Werk, das man normalerweise nicht einfach durchlesen wird. Man kann in die einzelnen Kapitel quer einsteigen und nach belieben den Betrachtungshorizont erweitern. Der Schreibstil ist einfach und leicht zu lesen. Obwohl es sich um eine "Kleine" Weltgeschichte handelt, so erhält der Nicht-Experte doch auch genügend Detailinformationen.
Störig meint zu seinem Buch im Schlusswort: "Ein Buch wie dieses wird jeder kritische Leser notwendig mit einem Gefühl des Unbefriedigtseins aus der Hand legen: Wie vieles muß doch in einer knappen und populären Darstellung vereinfacht oder übergangen werden!" (S. 727) Im letzten Absatz beschreibt er noch einmal die Rolle der Philosophie in der heutigen Gesellschaft: „Auf der anderen Seite: Gerade bei der Aufgabe, die heute drängenden Menschheitsprobleme zu lösen, steht der Philosophie zwar nicht Entscheidung, aber gewiß Mitsprache zu.“ (S. 728)
Ich besitze das Buch nun seit einigen Jahren und habe die einzelnen Kapitel mehr oder weniger intensiv genutzt. Für mich als "Sozial- und Wirtschaftswissenschafter" waren vor allem die Epochen seit der Aufklärung interessant. Da Störig auch das 20. Jahrhundert gründlich abgehandelt hat, können auch Nicht-Philosophen viel aus dem Buch rausholen.


Pädagogisches Grundwissen
Pädagogisches Grundwissen
von Herbert Gudjons
  Taschenbuch

55 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gudjons bietet Pädagogisches Grundwissen kurz und bündig, 12. Februar 2003
Rezension bezieht sich auf: Pädagogisches Grundwissen (Taschenbuch)
Unter den Pädagogen und Erziehungswissenschafter gibt es seit einigen Jahren einen Geheimtipp für Studienanfänger und Studenten die zur Diplomprüfung antreten. Beiden wird interessanterweise das selbe Buch empfohlen. Es ist von Herbert Gudjons und heißt "Pädagogisches Grundwissen". Dieses Standardwerk ist mittlerweile in der 7. völlig neu bearbeiteten und aktualisierten Auflage im Verlag Julius Klinkhardt in Bas Heilbrunn/Obb., 2001, erschienen.
Das Buch ist in 12 Kapitel unterteilt, die man aber nicht chronologisch lesen muss. Man kann sogar einzelne Kapitel als Einführung in das jeweilige Fachgebiet hernehmen.
Einleitung: Pädagogisches Grundwissen - wozu?
1. Gliederung der Erziehungswissenschaft
2. Richtungen der Erziehungswissenschaft
3. Methoden der Erziehungswissenschaft
4. Geschichte der Pädagogik
5. Das Kindes- und Jugendalter -Abriss der Entwicklungspsychologie
6. Sozialisation
7. Erziehung und Bildung
8. Lernen
9. Didaktik
10. Das Bildungswesen
11. Außerschulische pädagogische Arbeitsfelder
12. Immer neue Probleme - Aktuelle Herausforderungen der Pädagogik
Für die 7. Auflage wurde das gesamte Buch überarbeitet. Völlig neu formuliert wurde allerdings das 12. Kapitel. Die Herausforderungen der Pädagogik ändern sich eben alle paar Jahre und somit war das auch die richtige Entscheidung, dieses Kapitel neu zu schreiben. Hier scheint vor allem der Punkt "Neue Medien und Medienpädagogik" ein wirklich neuer Aspekt zu sein. Die Punkte "Friedenserziehung - 'Dritte Welt/Eine Welt' - Umweltbildung" und "Interkulturelle Bildung" sind zwar immer noch relevante Themen der Pädagogik, aber nicht so neu, wie es eben die Auseinandersetzung mit den Neuen Medien ist.
Gudjons selbst sieht sein Werk als aktuellen Überblick für Studienanfänger, beim Examen, im Referentariat und nicht zuletzt in der Praxis.
Leseprobe, Seite 126, 5.2. Jugend, 5.2.1. Grundlegende Begriffe: Jugend - Pubertät - Adoleszenz, „Jugend"
„Meist wird heute unter Jugend eine bestimmte Altersphase verstanden (sehr unscharf in der Abgrenzung, in der Regel von 13 bis über 20 Jahre) oder auch eine gesellschaftliche Gruppe („die heutige Jugend"). Letzteres ist so verbreitet wie falsch, denn man kann von der Jugend nicht mehr sprechen, „Jugend gibt es nur im Plural" (Liebau 1990, 6). Ein verheirateter 22-jähriger Klempnergeselle mit einem Kind ist kaum noch Jugendlicher, ein 22-jähriger Student in einer WG schon eher, ein zweimal sitzen gebliebener 22-jähriger Abiturient mit Sicherheit. Und Skinheads haben mit Autonomen so wenig gemeinsam wie Rapper mit Punks. Jugend ist also keineswegs gleich Jugend."
Alles in allem ist das Buch für Studenten und Praktiker im Bereich "Pädagogik" bzw. "Erziehungswissenschaft" zu empfehlen. Es ist ein guter systematischer Überblick über das Thema.
Ich persönlich bedaure, dass sich Gudjons mit dem Themenbereich "Pädagogik und Wirtschaft", wie so viele Pädagogen, nicht oder nur unzureichend auseinandersetzt. Es gibt zwar einen Unterpunkt berufliche Bildung, doch dieses wird in aller Kürze abgehandelt. Auf aktuelle Themen wie "organisationales Lernen" und "Organisationspädagogik" geht er nicht ein. Er hätte zumindest der "Betriebspädagogik", die schon seit mindestens 20 Jahren eine eigenständige Disziplin ist, einen Unterpunkt widmen können.
Trotz dieser Abstriche ist das Buch wirklich empfehlenswert!
Mag. Christian Pirker
Klagenfurt, Österreich


Business Transformation. Reframing - Visionen und Ziele. Restructuring - Prozesse und Infrastruktur. Renewing - Mitarbeiter und Organisation
Business Transformation. Reframing - Visionen und Ziele. Restructuring - Prozesse und Infrastruktur. Renewing - Mitarbeiter und Organisation
von Gouillart Francis J und James N Kelly
  Gebundene Ausgabe

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Business Transformation bei Gemini, 12. Februar 2003
Das biologische Modell der Business Transformation hat vier Hauptdimensionen, die von den beiden Autoren "Die vier R der Transformation" (Reframe, Festructure, Revitalize und Renew) genannt werden und in einem leicht esoterisch wirkenden organischen Modell dargestellt werden. Die "vier R" sind für das biologische Unternehmen demnach was die "drei R" (Reading, wRiting und aRithmetic = Lesen, Schreiben und Rechnen) für Schüler sind.
Sie definieren Unternehmenstransformation als "die aufeinander abgestimmte Umgestaltung der genetischen Architektur eines Unternehmens, die gleichzeitig - wenn auch mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten - in allen vier Dimensionen - Reframing, Restructuring, Revitalizing und Renewing - durchgeführt wird." (Seite 21)
Reframing (Einstellungsveränderung) bedeutet eine Änderung der mentalen Modelle eines Unternehmens. Reframing erweitert im Sinne dieses Modells das Bewusstsein des Unternehmens und erfüllt es mit neuen Visionen und neuer Entschlusskraft.
Restructuring (Restrukturierung) setzt beim Körper des Unternehmens an. Hier geht es primär um die Wettbewerbsfähigkeit. Auf Dauer sind laut Gouillart und Kelly nur solche Unternehmen gesund, die ihre Gewinne in langfristige Transformationsprogramme investieren.
Revitalizing (Revitalisierung) beschäftigt sich mit der Beziehung zwischen Unternehmenskörper und Umwelt. Laut Gemini ist die Revitalisierung der bdeutendste Faktor, wenn es darum geht, Transformation von bloßer Sanierung zu unterscheiden.
Renewing (Erneuerung) zielt auf die menschliche Seite des Unternehmen (Geist und Seele). Mitarbeiten sollen neue Fähigkeiten erwerben können und neu motiviert werden, damit sich das Unternehmen als Ganzes regenerieren kann. Renewing ist laut Gouillart und Kelly die subtilste und schwierigste, die am wenigsten erforschte und wahrscheinlich wirksamste Dimension im Transformationsprozess.
Ausgewählte Zitate:
"Nur zwei Jahre später präsentierte sich das Unternehmen in völlig anderem Licht. Man machte wieder Gewinne, und das Entwicklungsprogramm für neue Modelle war besser als je zuvor. Der Turnaround bei Rolls-Royce läßt sich vielleicht am besten als das Ergebnis von zwei sich gegenseitig verstärkenden Maßnahmen bechreiben: die Einführung von Meßgrößen und der damit ausgelöste kulturelle Wandel." (Seite 129)
"Erst jetzt setzt sich allmählich die Einsicht durch, dass Lernprozesse die strategisch wichtigsten Aktivitäten in einem Unternehmen sind. [...] Eine Organisation, die alle Lernpotentiale nutzen will - die sich zu einer lernenden Organisation entwickeln will-, muß ein Wissensgebäude errichten, einen Wissensmanagementprozeß installieren und eine technische Infrastruktur dafür schaffen." (Seite 403)
"Der Held ist das Individuum, das die Unverletzlichkeit menschlichen Lebens verkörpert. Für diejenigen Unternehmen, die diesem Faktum gebührend Rechnung tragen, besteht begründete Hoffnung auf ein besseres Morgen." (Seite 434)
Gouillart und Kelly haben für das Jahr 1995 ein sehr modernes und teilweise revolutionäres Buch verfasst. Viele der Neuerungen bzw. Neuheiten, die sie damals zwar nicht erfunden aber doch beschrieben haben, sind heute Standard geworden. So etwa die Balanced Scorecard, organisationales Lernen und Wissensmanagement.


Führen, Leisten, Leben: Wirksames Management für eine neue Zeit
Führen, Leisten, Leben: Wirksames Management für eine neue Zeit
von Fredmund Malik
  Gebundene Ausgabe

18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pflichtlektüre für Manager und am Thema Interessierte, 24. Januar 2003
Fredmund Malik hat mit diesem Werk wohl einen Meilenstein in der Managementliteratur gesetzt. Ich selbst bin im Besitz der 8. Auflage 2000. Weil ich schon während meiner Studienzeit ziemlich alles von Malik gelesen habe, waren mir die meisten Aussagen zwar vertraut, aber es schadet nicht, wenn man sich wieder bewusst mit ihnen auseinandersetzt. So etwa der erste Grundsatz wirksamer Führung, die "Resultatorientierung", die jedem Manager und auch seinen Mitarbeitern wirklich und wirksam weiterhilft. In meinem bisherigen Berufsleben hat sich eben diese Resultatsorientierung immer wieder bewährt und zugleich als höchst wirkungsvoll erwiesen. Die knapp 400 Seiten sollte man gelesen haben, wenn man selbst Manager oder Unternehmer ist bzw. sich für das Thema interessiert. Für Studenten ist es mit Sicherheit eine solide Basis, um rasch wirkungsvolle Kenntnisse im Bereich Management aufzubauen. Als Unternehmensberater empfehle ich meinen Kunden und Seminarteilnehmern immer wieder dieses Buch und es hat bisher noch niemand bereut, das Buch gelesen zu haben. Jedenfalls habe ich diesbezüglich bisher nur positive Rückmeldungen erhalten. Ein m.E. allgemein bedeutendes Zitat möchte ich am Ende meines Beitrags bringen: "Man muss meinen, was man sagt - und so handeln." (S.145.)


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