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robotgeorgie "robotgeorgie" (Wien)
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)   

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Schindlers Liste (2 DVDs)
Schindlers Liste (2 DVDs)
DVD ~ Liam Neeson
Preis: EUR 6,97

7 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der vielleicht wichtigste Film aller Zeiten..., 28. Januar 2005
Rezension bezieht sich auf: Schindlers Liste (2 DVDs) (DVD)
Lange Zeit war Spielberg von sogenannten (meist selbsternannten) "Kritikern" als Regisseur, der bloß zu anspruchsloser Filmkost fähig sei, disqualifiziert. Die dreißig Jahre bis zum heutigen Zeitpunkt (Spielbergs erster großer Spielfilm "Duell" datiert aus dem Jahre 1971) haben freilich das Gegenteil bewiesen, kaum ein anderer Regisseur der Gegenwart kann auf ein ähnlich vielfältiges Gesamtwerk verweisen.
Über den Film "Schindlers Liste" selbst müssen eigentlich keine Worte mehr verloren werden, die ihn in seiner Gesamtheit gar nicht erfassen könnten: Er und seine Botschaft stehen für sich selbst, da bedarf es auch keiner Rezensionen im klassischen Sinn oder einer Klassifizierung in "gut" oder "schlecht". Filme, die mehr als nur Botschaft, sondern auch Erinnerung, Mahnung, und Berührung sind. Verfilmte Geschichten und deren Künstler kann man mit Auszeichnungen und Filmpreisen küren, doch 'Geschichte' selbst kann man nicht beurteilen, das Grauen der Vernichtung noch viel weniger. Auch Stanley Kubrick versuchte sich in den 90ern an dem Thema des Holocaust ("Arian Papers", nach dem Roman "Lügen in Zeiten des Krieges" von Lousi Begly), zu einer Zeit als Spielberg mit den Recherchen zu "Schindlers Liste" beschäftigt war. Thomas Keneally's Roman wurde von Spielberg in einer eindringlichen, berührenden und zutiefst hoffnungsvollen Weise - inmitten der Trauer, des Todes, der Vernichtung - adaptiert, große Anerkennung gewinnt freilich auch Kameramann Janusz Kaminski für seine schwarz/weiß-Fotografie des Films, die nur in einer kurzen Sequenz von einem roten Mantel durchbrochen wird, wie ein Kerzenschein das Dunkel durchbricht. Unvergesslich das schauspielerische Ensemble des Films, die uns gleichsam Menschlichkeit und Menschenverachtung zeigen. Mit "Schindlers Liste" wurde Spielberg aber endlich jede Annerkennung zuteil, die ihm in den Jahren zuvor verwehrt worden war - etwa mit dem Epos "Die Farbe Lila", welches zwar für 11 Oscars nominiert war, bei der Verleihung aber sträflich ignoriert wurde.
Der Film wurde, zwecks einer niederigen Kompressionsrate, auf 2 DVDs aufgeteilt und bietet so Referenzqualität was Ton und Bild anbelangt. Zudem findet sich auf der zeiten Disc die berührende 75minütige Dokumentation "Die Stimmen der Liste" die auf Interviews mit den Schindler-Juden beruht - "Schindlers Liste" ist Zeitgeschichte, nicht Hollywood.


Der letzte Kaiser
Der letzte Kaiser
DVD ~ John Lone
Wird angeboten von GMFT
Preis: EUR 9,99

73 von 78 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Wichtiger Hinweis!, 22. Januar 2005
Rezension bezieht sich auf: Der letzte Kaiser (DVD)
Achtung: Diese Rezension bezieht sich nicht auf den Film selbst, sondern seine Umsetzung auf diese DVD. Aus dreierlei Gründen muß von einem Kauf dieser DVD dringendst abgeraten werden:
1) Die DVD bietet keinen Originalton (englisch/mandarin/japanisch) sondern nur eine deutsche Synchrontonspur. Alternativ bietet sich die UK-Version an, die auch über das bessere Bild verfügt.
2) Das fehlen jeglicher Extras. Vorbildlich ist auch hier die UK-Version ("The Last Emperor" ist ebenfalls bei amazon.de erhältlich) mit 2 DVDs und umfangreichen Bonusmaterial.
3) Für den Cineasten wohl am schmerzlichsten: "Der letzte Kaiser" wurde in Technovision 1:2,35 Format gedreht, der DVD-Transfer bietet allerdings nur ein beschnittenes 1:1,85 Bild, es fehlt also gut 1/3 des Formats (müßi zu erwähnen, daß auch hier die UK-version die bessere Wahl ist).


Filme der 90er
Filme der 90er
von Jürgen Müller
  Taschenbuch

2 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Filme der 90er Jahre: Independent und neue Helden., 22. Januar 2005
Rezension bezieht sich auf: Filme der 90er (Taschenbuch)
Die 90er Jahre motivierten filmmäßig nicht mehr jene Aufbrüche, die Regisseure wie Francis F. Coppola, George Lucas oder Steven Spielberg in den 70ern und 80ern gesetzt hatten, dennoch wäre es nachlässig zu behaupten, die Neunziger stünden nur für effektvolles, teures und computergeneriertes Blockbuster- und Mainstream-Kino.
Natürlich, das gab es auch: "Terminator 2" schaffte es dabei sogar, eine anspruchsvolle Meta-Ebene zu finden, und "Speed" war trotz des dünnen Plots ein sehr unterhaltsamer Streifen. Zwar war die Digitalisierung des Filmischen spätestens mit "Matrix" der Wachowski-Brüder selbst von konservativen Filmwissenschaftlern nicht mehr wegzudenken, zwar hatte George Lucas mit den 'erneuerten' Versionen der "Star Wars" Trologie seinen eigenen Kultstatus entmystifiziert, aber beschränkte sich der filmische Output nicht bloß auf Bits und Bytes. Im Gegenteil. "Pulp Fiction" zeigte gekonnt, wie Independent-Produktionen massenkompatibel sein können, Steven Spielberg erlangte mit "Schindlers Liste" seinen (längst fälligen) Oscar-Ruhm und James Cameron schuf mit "Titanic" das vielleicht letzte große Epos im klassischen Hollywood-Stil. Vorbei war jedenfalls die Zeit klassischer 80er Jahre-Heldenmotive wie "Top Gun" oder "Flashdance", das Publikum verlangte nach härterer Kost, und bekam sie freilich auch. Paul Verhoeven beschäftigte mit "Total Recall" und "Basic Instinct" Moralapostel wie die Filmzensurbehörde, David Fincher verblüffte mit düsterem Still bei "Alien 3" und "Sieben" und Sam Mendes brilliantes "American Beauty" zerstörte an der Wende zum neuen Jahrtausend auf schonungslose Weise den american dream. Und natürlich waren da noch die computergenerierten Saurier aus "Jurassic Park" und ein liebenswerter Tölpel namens "Forresr Gump".
Darüber, und über einiges mehr, erzählt dieses Buch. Viele dieser Filme werden mittlerweile als 'Kult' gehandelt, dabei ist erst ein knappes Jahrzehnt seit ihrem Entstehen vergangen. Wird das Filmbusiness schlellebiger? Vielleicht, vor allem aber waren es, wie in den Jahrzehnten zuvor, letztendlich engagiert gemachte Filme, originell erzählte Geschichten sind eben zeitlos, während überbudgetierte Filme unter eine Inflation an Ideen leiden. Ein insgesamt nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch toll gestaltetes Werk über die Filme der 90er Jahre und ihre Schöpfer, ihre Schauspieler, ihre Helden.


Duell
Duell
DVD ~ Dennis Weaver
Preis: EUR 5,99

7 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spielberg und Metaphern: David vs. Goliath, 22. Januar 2005
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Duell (DVD)
Ein paar Jahre, bevor Steven Spielberg seinen Namen mit "Der weiße Hai" in die Oberliga der Regisseure katapultieren sollte, sorgte er mit der verhältnismäßig kleinen Produktion "Duell" für Aufsehen: Ursprünglich nur für die Ausstrahlung im TV gedacht waren die Reaktionen auf den Film so gewaltig, daß der Film einen Weg in Folge auch in die Kinos schaffte.
Und schon bei diesem 1971 entstandenen Streifen ist die typisch Spielberg'sche Handschrift zu erkennen - als Grundmotiv ein mythisches Szenario (in diesem Falle: David gegen Goliath; später bei "Der weiße Hai" das (Ur-) Monster, bei den "Indiana Jones" FIlmen schließlich die Frage nach dem Übermenschlichem, dem ewigen Leben, dem Glauben), eingebettet in eine temporeiche Handlung (und eine der besten Verfolgungejagden der Filmgeschichte) mit ausgeprägter Bildsprache (schon allein der Beginn des Films). Auch der Schnitt zeigt von handwerklichem Können, wenn er bewußt zur Steigerung der Dramatik beiträgt, ohne dabei je hektisch und übertrieben zu werden, wie bei vielen aktuellen Produktionen. "Duell" lebt aber nicht bloß von seinen Action-Elementen, sondern auch (oder vorallem?) der Form, wie er amerikanische Lebensart zitiert und mitunter auch persifliert, ein Moment der uns auch in späteren Spielberg-Filmen begegnet (insbesondere z.B. in "Unheimliche Begegnung der dritten Art" sowie "E.T.", letztendlich beides auch Filme über eine Reise ). Wie zeitlos das Grundthema von "Duell" ist zeigten zuletzt die Filme "Joyride" und "Jeepers Creepers", die die Szenerie (mysteriöser) Truck vs. (unbescholtenem) Auto zitierten, freilich mehr schlecht als recht.
Höchste Zeit also, daß dieser Film nun auf DVD erschienen ist, erstaunlich, wie wenig gealtert er wirkt. Und die Umsetzung ist trotz nicht gerade üppiger - aber informativer - Extras sehr gelungen.


The Others
The Others
DVD ~ Nicole Kidman
Wird angeboten von derallerletztekrieger
Preis: EUR 8,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Stilvoller Grusel..., 22. Januar 2005
Rezension bezieht sich auf: The Others (DVD)
Die Filmästhetik des Grusel- und Horrorgenres ist seit den 90ern einem Wandel unterworfen: Nicht zulätzt ausgelöst durch die "Scream"-Trilogie folgte eine ganze Reihe von ähnlichen filmischen Ergüssen, die freilich weniger durch Originalität, als mehr durch plumpe Effekte für effektiven, aber nur kurzweiligen Schauer sorgten. Die MTV-Ästhetik des flackernden Bildes ermüdete bald, und die Schauspieler waren austauschbar wie der Inhalt der Geschichte. Auf die eigentliche Funktion des Kinos - das Erzählen von Geschichten, die Miteinbeziehung des Betrachters in die Geschichte, die Faszination bewegter Bilder zu vermitteln, wurde oftmals vergessen.
Regisseur Alejandro Amenábar setzt mit "The Others" ein gutes Beispiel, wie man es anders machen kann - und sollte. Zwar ist die Geschichte an Night M. Shyamalans "The Sixth Sense" orientiert, dennoch gelingt es Amenábar, einen völlig eigenständigen - und vorallem: europäischen - Film abzuliefern. "The Others" überzeugt zunächst vor allem durch seine perfekt komponierten Bilder von Kameramann Javier Aguirresarobe und sein Gespür, die zeitliche und räumliche Atmosphäre der Umgebung (Kanalinsel Jersey, zweiter Weltkrieg, viktorianische Villa) einzufangen. Aguirresarobe entschied sich für das 'europäische' Breitwand-Bildformat und nicht das 'amerikanische' Cinemascope) was die beklemmende Grundstimmung der Bilder (die 'Enge') zusätzlich unterstützt. Subtil wie die Bilder ist auch das Sounddesign, eine der wenigen gelungenen Beispiele dafür, wie man Surround-Sound effektiv zur Verdichtung des Empfindens (und nicht zur bloßen Demonstration der Technik) beitragen kann. Regisseur Amenábar komponierte auch den Score für seinen Film - wie "Halloween"-Regisseur John Carpenter in seinen früheren Filmen.
An den schauspielerischen Leisungen der Protagonisten ist nichts auszusetzen, sie machen ihre Sache gut und glaubwürdig, allen voran natürlich Nicole Kidman. Fast scheint es in den besten Momenten des Films, als wären ihre Personen real existent und nicht bloß Darsteller in einem Film. Insgesamt ist "The Others" ein sehr stilvoller Gruselthriller der fast alle Register zieht, der sich aktueller filmischer Ästhetik wohltuend abhebt und stattdessen mehr an Klassiker wie "Rosemarys Baby" von Roman Polanski erinnert.
Auch die technische Umsetzung der DVD überzeugt: Die sehr gute Bildqualität bringt die Farbgebung des Films perfekt wieder, das räumliche Sounddesign überzeugt auf der englischen Tonspur noch mehr als auf der deutschen. Kleine aber feine Bonus-Features wie Interviews mit Schauspielern und Regisseur sowie nichtverwendete Szenen runden den Film ab, gelungen auch das Artwork des Covers.


Once Upon a Time in America (Special Edition )
Once Upon a Time in America (Special Edition )
Preis: EUR 9,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Once Upon A Time...Ennio Morricone, 16. Januar 2005
Komponist Ennio Morricone, der kürzlich seinen 75ten Geburtstag feierte, darf ohne Zweifel zu der ersten Rige an Filmkomponisten gezählt werden - sei es "Spiel mir das Lied vom Tod", "The Untouchables" oder "Der Profi" um nur einige zu kennen.
Die Kunst von Filmmusik liegt darin, der mittels bewegter Bilder erzählter Geschichte einen "Teppich" zu weben, nicht die Kraft der bewegten Bilder zu übertönen, davon abzulenken, sondern vielmehr sie zu ergänzen. Morricone ist seit über vierzig Jahren als Komponist tätig, hat über hundert Filmen seine musikalische Note verpaßt - viele seiner Kompositionen haben längst Kultstatus erreicht, reihen sich unter ebenfalls zeitlose Klassiker wie etwa "Lawrence von Arabien" von Maurice Jarre oder "Vertigo" von Bernard Herrmann (um noch zwei weitere "große" Vertreter zu nennen, deren Werke von unvergänglicher Schönheit sind).
Immer wieder begeistert der italienische Komponist mit eingängigen Melodien, gekonnten Arragements und gekonnter Verdichtung des Bildes durch den Ton.
Der Score zu "Once Upon A Time In America" ist die virtuose Vertonung von Sergio Leones Gangsterepos, variiert das bekannte Thema der Panflöte immer neu, spielt gekonnt mit Melodien der 30er Jahre, läßt jüdische Folkloristik einfließen. Diese neuveröffentlichte CD bietet erstmals auch Stücke, die nicht für die Endfassung des Films verwendet wurden: Eines der drei wirklich großen Crime-Movies der 80er Jahre - neben Martin Scorsese's "Goodfellas" und Brian de Palma's "The Untouchables" - nachdem er länger pausiert hatte, legte Regiesseur Sergio Leone mit "Es war einmal in Amerika" ein jede Dimension sprengendes Gangster-Drama vor: Robert de Niro, James Woods, Joe Pesci, Burt Young, Tuesday Weld und Elizabeth McGovern agieren in einer Erzählung, die einer Abrechnung mit dem 'american dream' gleichkommt, einer schonungslosen Offenbarung von Gier und Korruption, von Macht und Verbrechen, von Gewalt und Verrat.
Das faszinierende an Morricone aber ist, daß seine Kompositionen auch ohne Film "funktionieren" - wenngleich freilich Noodles & Co. vor dem geistigen Auge auftauchen.
Ein wunderbar schönes Album.


Das Vermächtnis der Tempelritter
Das Vermächtnis der Tempelritter
DVD ~ Nicolas Cage
Preis: EUR 7,49

10 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen "Indiana Jones" für Arme, 7. Januar 2005
Rezension bezieht sich auf: Das Vermächtnis der Tempelritter (DVD)
Das Kinojahr 2004 hat es erneut bestätigt: Überraschungen sind in Zeiten von megabudgetierten Blockbusten selten, erfolgreiche Konzepte werden erst gar nicht mehr versucht zu variieren (was evtl. zumindest ein gewisses Output an neuen Ideen bringen könnte), man beläßt es beim schlichten kopieren, wiederholen - und sogenannte (überbezahlte) Stars zählen mehr als gute (originelle) Drehbücher, überbordernde (teure) Action mehr als handfeste (witzige) Dialoge. Einer der üblichen Verdächtigen: Produzent Jerry Bruckheimer, verantwortlich für Machwerke wie "Bad Boys 2", "Pearl Harbour" oder "King Arthur".
Und wiedereinmal bestätigt sich, was schon in der Vergangenheit oft feststellbar war - ein Bruckheimer-Film ist ein armseliger Film - arm an Originalität, seicht in seiner Geschichte, billig in seiner Umsetzung - und es ist bei "Das Vermächtnis der Tempelritter" nicht viel anders.
Grundsätzlich wäre die Idee (zur Geschichte) nicht so schlecht - das Geheimnis um einer legendären Schatz, die Suche nach ihm und das Streben nach Ruhm und Reichtum. Das sind Themen, die die Menschheit von ihrem Anbeginn an begleitet hat, und in der Film- und Literaturgeschichte entsprechend oft zitiert (mal besser, mal schlechter, mal mit mehr Erfolg, mal mit weniger). Die Ausgangsposition für "Vermächtnis der Tempelritter" wäre also nicht so schlecht - aber so wie es umgesetzt wurde, ist es in jeder Hinsicht erbärmlich. Begonnen beim völlig talentfreien Regisseur Jon Turteltaub ("The Kid", "Phenomenon"), dem zu einer aussagekräftigen Bildsprache unfähigen Kameramann Caleb Deschanel ("Timeline", "Der Patriot"), und das sage und schreibe fünf Personen am Drehbuch herumgepfuscht haben, ist der Qualität des Films auch nicht gerade förderlich. Das ist in etwa so, als würde man an und für sich hochwertige Zutaten wie Kalbfleisch, Nüsse, Muscheln, Tomaten und Reis von einem Hilfskoch eines Schnellimbiß-Restaurants zusammenpfuschen lassen, dessen Kochrezepte von einem Trivialschriftsteller in der Midlife-Crisis erstellt wurden. "Das Vermächtnis der Tempelritter" entpuppt sich so als wenig bekömmliche Mischung, mit dem ohnehin schon üblichen Amerika-Patriotismus; schlimm genug, daß der Film sich darin erschöpft "Indiana Jones" zu zitieren ohne je eigenständige Ideen zu entwickeln, verheizt er darüberhinaus Nicolas Cage, Sean Bean, Jon Voight und Harvey Keitel in einer wirren Geschichte voller Plot-Holes, mehr als ein Schweizer Käse Löcher hat - eher amüsiert als gelangweilt läßt man die zwei Stunden Film halt über sich ergehen. Diane Kruger nervt hingegen schon nach zehn Minuten, was ernsthafte Zweifel am Casting aufkommen läßt.
Fazit: Goldene Himbeere, bitte!


Les Premiers Symptomes
Les Premiers Symptomes
Wird angeboten von DVD Overstocks
Preis: EUR 9,69

3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Klein, aber fein..., 7. Januar 2005
Rezension bezieht sich auf: Les Premiers Symptomes (Audio CD)
...läßt sich "Les Premiers Symptomes" am treffendsten umschreiben: Mag die Gesamtspielzeit von 33 Minuten gerade noch den Kriterien eines 'Albums' entsprechen sind Air, was die musikalische Qualität anbelangt, über jeden Zweifel erhaben. Nach dem umjubelten "Moon Safari" folgte die Zwischenarbeit "Les Premiers Symptomes", die nahtlos an das vorherige Werk anschließt, und in ein wunderbares Gesamtkonzept eingebettet ist. Allein das Artwork des Covers ist eine gelungene Vorwegnahme dessen, was den Hörer erwartet - eine musikalische Reise zurück in jene Zeit, als analoge Synthesizer ihre Hochblüte erlebten, und Avantgardisten wie Kraftwerk ihre elektronischen Sounds in die Atmosphäre pulsten.
Auf "Les Premiers Symptomes" dominieren zu Beginn herrlich analoge Moog-Sounds, spielen plätschernde Gluckerklänge wie in den 70ern ("Modular Mix" etwa zitiert Elemente aus Kraftwerks "Autobahn") clever gemixt von Alex Gopher und Etienne de Crecy. Die letzten beiden Tracks werden dann deutlich grooviger und rhythmischer, richtig tanzbar, ohne je hektisch zu sein.
Insgesamt ein musikalischer Stil, der abends in gepflegter Clubatmosphäre ebenso deplaziert ist wie vor dem Schlafengehen im heimischen Wohnzimmer, oder morgens am Strand unter Palmen.


DuMont Schnellkurs Hollywood
DuMont Schnellkurs Hollywood
von Burkhard Röwekamp
  Taschenbuch

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hollywood kompakt, 29. Dezember 2004
Rezension bezieht sich auf: DuMont Schnellkurs Hollywood (Taschenbuch)
Filmliteratur gibt es inzwischen nicht wenige, neben James Monacos Standardwerk "Film verstehen" finden sich zunehmend auch spezifische Fachbereiche abgedeckt, so gibt es etwa Bücher zu bestimmten Genres, über das Drehbuchschreiben, über Filme der 70er und 80er und vieles mehr. Warum also nicht ein Buch über Hollywood?
Der Filmmarkt ist gegenwärtig amerikanisch dominiert, gut 90% der Filmware kommt aus den Hollywoodstudios, der "Traumfabrik" wie sie oft auch zitiert wird. Worin liegt diese Dominanz begründet, was ermöglicht(e) sie, wie ist die künstlerische Komponente? Man mag diesem Umstand der amerikanischen Dominanz am Filmmarkt auch kritisch bis ablehnend gegenüberstehen, unbestritten ist: Hollywood hat nicht nur Geschichte geschrieben, Hollywood ist mittlerweile auch Teil der Geschichte. Es waren nicht nur, wie oft geglaubt, Amerikaner die in Hollywood agiert haben, Hollywood war im Gegenteil auch Zufluchtstätte für Vertriebene (Stichwort zweiter Weltkrieg), in jedem Fall aber ein Ort, an dem Ideen und Fantasieren verwirklicht werden konnten. EIne Stätte, wo Geschichten lebendig wurden, in Form bewegter Bilder, epischer Filme, Monumentalwerke. Und beschränken sich nicht bloß auf Klassiker á la "Vom Winde verweht".
Als an den Hintergründen und Entstehungsgeschichten der bewegten Bilder interessierter FIlmfreak kommt man an "Hollywood" von Burkhard Röwekamp somit kaum vorbei. Präzise, ausführlich, informativ und dennoch kompakt und übersichtlich schildert der Autor die Geschichte der Traumfabrik, geht auf technische Details (Stichtworte Techicolor, Cinemascope, etc.) ebenso ein wie die ökomonische Situation der Studios, von den ersten Spielfilmen ("Birth Of A Nation") bis hin zur Digitalisierung des Films ("Star Wars Episode I"). Die "new Hollywood"-Ära wird ebenso gewürdigt wie neue, unkonventionelle Regisseure, auch auf Klassiker und Kultfilme wurde nicht vergessen. Das wichtigste findet sich in diesem Buch, und man könnte dem Autor nicht vorwerfen, er hätte etwas ausgelassen.
Schade nur, und das ist die einzige (negative) Kritik, daß das Buch so kleinformatig geraten ist, den zahlreichen Abbildungen im Buch sowie der Lesbarkweit kommt das nicht besonders zugute.


Dr. Seltsam oder Wie ich lernte, die Bombe zu lieben (40th Anniversary Limited Edition, 2 DVDs)
Dr. Seltsam oder Wie ich lernte, die Bombe zu lieben (40th Anniversary Limited Edition, 2 DVDs)
DVD ~ Peter Sellers
Wird angeboten von music_fun
Preis: EUR 39,00

15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Mein Führer! I can WALK!", 28. Dezember 2004
"Dr. Seltsam" ist eine exzellent inszenierte, rabenschwarze Komödie, bei einem das Lachen sprichwörtlich im Halse stecken bleiben wird. Nicht umsonst ist der Film längst Kult geworden und war Thema dutzender filmwissenschaftlicher Abhandlungen. Regie-Gott Stanley Kubrick schuf ein Werk, das vor Sarkasmus und Zynismus nur so trieft, in dem die in Wirklichkeit Hilflosigkeit und Lächerlichkeit des Systems, des Milliärs, von Machthabern geradezu triumphalisch enttarnt wird. Kein Wunder, daß der Film bei seinem Erscheinen 1963 für einen handfesten Skandal sorgte, wurde doch die während des kalten Krieges ständig existente Möglichkeit einer millitärischen Eskalation - eines Atomkrieges - wie selten zuvor schonungslos und radikal heraufbeschworen. Peter Sellers spielt etwa herrlich in gleich drei Rollen - es versteht sich fast von selbst, daß man diesen Film in der englischen OV genießen sollte. Allein die Szene am "roten Telefon" ist dermaßen göttlich, daß man sie in Worten hier nicht wiedergeben kann ;-).
"Dr. Seltsam" ist ein perfekt in schwarz-weiß fotografiertes Stück Kino, dabei griff Stanley Kubrick zu völlig neuen Stilmitteln, etwa variiert das Bildformat ganz bewußt zwischen 1:1,33 und 1:1,66, leider wurde dies - auch in der aktuellen Neuauflage - nur unbefriedigend auf DVD transferiert (mancher lernen es offenbar nie...?).
Recht witzig sind die Credits zu Beginn des Films: Ihr Stil findet sich 1:1 in Barry Sonnenfeld's "Men in Black II" wieder, der "Dr. Seltsam" immer wieder als seinen persönlichen Lieblingsfilm bezeichnet hat.
Die DVD bietet ein angenehm ruhiges Bild (vom Formatfehler mal abgesehen) und wurde sehr gut abgetastet. Der gesamte Kontrsatumfang des schwarz-weiß Materials kommt voll zum tragen und gibt dem Film seine ganz besondere visuelle Note, was auf sorgfältige Restaurierung schließen läßt. Als Bonus finden sich auf der zweiten Disc ein ausführliches "Making of...", ein Press-Kit sowie den Kino-Trailer. Der vorliegenden '40th Anniversary Limited Edition' wurde zudem ein schmuckes Booklet spendiert, das großartige Artwork macht dieses 2 DVD-Set zu einem echten Sammlerstück!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 8, 2010 12:02 AM MEST


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