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Magic 2015
Magic 2015
Preis: EUR 0,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen mangelhafte vorstellung, 28. April 2015
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This review is from: Magic 2015 (App)
Ich habe schon seit dem letzten Herbst die app auf meinem kindle fire HDX . Gratisspiel funktioniert einwandfrei. Aber kaum will man theros also die erste Welt freischalten stürzt das Spiel ab... hab es dann neu installiert. Hat nichts gebracht also hab ich meine Hoffnung in ein Update gesetzt dass den Fehler der ja häufiger aufzutreten scheint behebt. Nun vier updates später hab ich neue Karten die ich nicht verwenden kann aber beim Versuch neue Kampagnen freizuschalten immer noch der crash....

Ziemlich schwache Leistung..... die eigentlich 0 Punkte wert wäre aber erstens geht das ja leider nicht und zweitens ist es eben magic also ein gnadenpunkt. Und das neue magic soll nicht mal mehr für Android rauskommen..... das nenn ich kundenfreundlichkeit


Sündenfall: Roman
Sündenfall: Roman
von Anya Lipska
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wie weit würdest du gehen, um ein Geheimnis zu wahren..., 14. Januar 2013
This review is from: Sündenfall: Roman (Taschenbuch)
Janusz Kiszka verdient seinen Lebensunterhalt mit vielen mehr oder weniger legalen Geschäften. Unter anderem erfreut er sich unter den polnischen Einwanderern als Privatdetektiv einiger Beliebtheit. Doch als sein Priester ihn bittet, eine spurlos verschwundene, junge Frau aufzuspüren, stolpert er bei seinen Ermittlungen in einen dunklen Sumpf aus Intrigen und Mord. Die Ermittlungen bringen Janusz schließlich selbst in Lebensgefahr. Aber nicht nur das, auch die Polizei beginnt unangenehme Fragen zu stellen, seit die ehrgeizige Polizistin Natalie Kershaw eine seiner Visitenkarten aus dem Mund eines der Mordopfer gezogen hat. Janusz aber lässt sich davon nicht abschrecken und folgt den Spuren bis in eine kleine Stadt in Polen, wo er im Keller eines ehemaligen Mitglieds der kommunistischen Staatssicherheit auf Dokumente stößt, die nicht nur einen angesehenen polnischen Politiker in eine sehr unangenehme Lage bringen würden. Darum wird auch alles daran gesetzt, jeden zu vernichten, der um diese dunklen Geheimnisse weiß …

Leichtes Bedauern ist wohl das vorwiegende Gefühl, das mich nach der Lektüre ergriffen hat. Denn obwohl es sich beim Debütroman „Sündenfall“ von Anya Lipska um einen wirklich gut durchdachten und grundsoliden Kriminalroman handelt, der eine erfrischende Abwechslung zu den Krimis, die ich sonst für gewöhnlich lese, darstellt. Darum möchte ich mit den doch zahlreichen positiven Aspekten anfangen:
Die Figuren, allen voran Janusz und Natalie, sind wirklich eine Klasse für sich. Voll innerer Dämonen versuchen beide auf ihre Weise den Fall zu lösen. Sie sind vielschichtig gestaltet und man merkt ihnen an, dass die Autorin sich einige Mühe damit gegeben hat, sie authentisch zu machen, was ihr auch hervorragend gelungen ist. Janusz ist nicht der typische Held, den man sonst so aus Krimis kennt. Er macht eher sein eigenes Ding und hält sich dabei nicht immer ganz genau an die geltenden Gesetze. In dieser Beziehung ist Natalie ihm gar nicht so unähnlich. Auch sie dehnt und biegt die Vorschriften, wenn sie es für nötig hält. Und dass sich beide dadurch gelegentlich in eine unschöne Situation manövrieren, gibt dem ganzen Roman einen erfrischenden Anstrich, der die Jagd nach den bösen Buben auf unterhaltsame Weise vorantreibt.
Aber auch bei den Nebenfiguren gibt es keinen Grund zur Klage. Sie sind sorgsam konzipiert und die Autorin hat einiges an Mühen daran gesetzt, dass die wahren Bösewichte sich durch ihren Charakter nicht zu schnell zu erkennen geben. Dies hat zumindest bei mir im hinteren Drittel für das eine oder andere Aha-Erlebnis gesorgt.

Generell war die der gesamte Fortgang der Geschichte präzise durchdacht und an genau den richtigen Stellen akzentuiert, wobei die Autorin den Spannungsbogen der Geschichte auf einem permanent hohen Niveau gehalten hat. Auch hat sie im Bezug auf das Legen falscher Fährten einiges an Raffinesse bewiesen und so die wahren Beweggründe und Drahtzieher lange im Verborgenen halten können. Es war wirklich erfrischend, einen Kriminalroman zu lesen, bei dem der Ausgang beziehungsweise die Täter nicht schon gegen Mitte des Buches ganz offenkundig waren.
Am besten hat mir allerdings das Ende gefallen. Es war angenehm anders und hat der Geschichte zu einem würdigen Abschluss verholfen.

Leider, leider, leider hat der Roman für meine Begriffe aber ein Manko, das sich fast durch den ganzen Roman zieht, was umso bitterer ist, weil man es leicht hätte beseitigen können. Denn da der Protagonist und auch die Mehrheit der zentralen Figuren polnische Wurzeln haben, ist es natürlich nicht verwunderlich, dass gelegentlich polnische Begriffe oder Wendungen in den Text eingebaut sind. Dagegen ist auch an sich überhaupt nichts einzuwenden, sorgt es doch dafür, die Stimmung des Romans noch zu verstärken und dem Leser ein Gefühl für die Personen zu geben, die sich da in ihrer Muttersprache unterhalten.
Es war allerdings wirklich schade, dass es keinerlei Glossar oder ähnliches gab, in dem die ganzen Anreden, Begriffe und Wendungen dann auch für den nicht-polnisch-sprechenden Leser übersetzt gewesen wären. Also musste ich jedes Mal mein Handy zu Rate ziehen, um mir das Wort übersetzen zu lassen. Und das hat dann auf die Dauer nicht nur den Lesefluss extrem gestört und somit dafür gesorgt, dass ich vor allem zu Anfang keinen rechten Zugang zur Geschichte gefunden habe, sondern es hat auch ein wenig genervt. Mit Fortschreiten der Geschichte hatte ich dann zwar die meisten Worte intus, mein Ärger vom Anfang hat mich allerdings noch ziemlich lange beim Lesen begleitet und so den Genuss der ansonsten wirklich gut durchdachten und ausgeklügelten Geschichte etwas gestört.

Gelesen hab ich es aber bis zum Schluss und war auch froh darüber, dass ich mich von diesem Manko nicht habe abschrecken lassen, denn hat man diese Widrigkeit erst einmal einigermaßen umschifft, wartet ein temporeicher Roman auf einen, der für den Leser die eine oder andere unvorhergesehene Wendung auf Lager hat und ihn somit für die kleinen Mängel mehr als entschädigt.

Fazit

Mit „Sündenfall“ hat man sicher keine leichte Lektüre für zwischendurch in der Hand, man erfährt dafür aber einiges über die polnische Geschichte und Kultur. Zusammen mit einer ausgeklügelten Geschichte hat man hier einen Roman vor sich, den man, wenn man die Zeit investieren möchte, durchaus genießen kann. Krimifans, die sich von dem fehlenden Glossar nicht abschrecken lassen, dürften den Erstling der Autorin daher durchaus zu schätzen wissen.


Versuchung (Crossfire, Band 1)
Versuchung (Crossfire, Band 1)
von Sylvia Day
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zieh dich warm an, Mr. Grey!, 14. Januar 2013
Eva Tramell ist jung, intelligent und weiß genau, was sie will. Ihr oberstes Ziel ist, ihren neuen Job in einer New Yorker Werbeagentur erfolgreich zu meistern, ganz ohne die Hilfe ihres einflussreichen, reichen Stiefvaters. Doch als sie in der Eingangshalle des Crossfire-Buildings mit dem attraktiven Gideon Cross zusammenstößt, scheint ihre Welt ins Wanken zu geraten. Denn er strahlt eine nahezu unwiderstehliche Anziehung auf sie aus. Doch sie weiß genau, dass sie der Entschluss, ihrer körperlichen Neigung für den schwarzhaarigen Magnaten nachzugeben, nur ins Unheil stürzen wird. Denn sein dominantes Wesen und seine unverblümte Art lassen nichts Gutes für die Zukunft ahnen. Und dann war da auch noch ihre eigene, wenig schöne Vergangenheit, die wie ein unheilvoller Gefährte im Dunkeln lauert und nur darauf wartet, sie wieder in die Abgründe zu reißen, denen sie nur mit viel Mühe und der Unterstützung ihres Mitbewohners Cary entkommen konnte.
Und trotz aller guten Vorsätze erliegt sie dem gefährlichen Charme von Gideon Cross und ihrer eigenen Leidenschaft.

Meinen größten Befürchtungen zum Trotz konnte ich bereits nach den ersten paar Seiten feststellen, dass der Auftaktband zur Crossfire-Trilogie erfreulicherweise kein neuaufgelegtes „Shades of Grey“ werden würde. Zu sehr unterschieden sich die Wesenszüge der beiden Protagonistinnen voneinander.
Wo das kleine Mauerblümchen Ana aus der „Shades of Grey“-Reihe vor allem im zweiten Band eine wahrhaft blasse und kaum bemerkenswerte Figur abgegeben hat, da erstrahlt Eva Tamrell in einem lodernden Feuer. Kein Mauerblümchen, keine kleine Jungfrau, die es zu deflorieren gilt. Sie ist schlagfertig, wortgewandt und weiß in so ziemlich jeder Lage, was sie will, auch wenn sie manchmal etwas zu stur ist, um sich das einzugestehen. Sie ist erfrischend unterhaltsam und schlagfertig und braucht sich hinter der dominanten Männerrolle, die Gideon zuteilwird, sicher nicht verstecken. Sie weiß sich gegen seine starke Präsenz zu wehren und sorgt so für wesentlich spannungsgeladenere verbale Schlagabtausche, als man diese in den „Shades of Grey“-Büchern finden würde.
Und obgleich über Gideons Vergangenheit im ersten Band noch nicht so viele Details bekannt geworden sind, wurde auch in seinem Wesen eine Tiefe geschaffen, die sehr gut mit der von Evas Charakter harmoniert.
Sie geben ein kompliziertes, aber meines Erachtens doch ziemlich glaubhaftes Pärchen ab, das sich trotz all der Leidenschaft und knisternden erotischen Momente mit so mancher Hürde auseinandersetzen muss. Und obgleich es einige kleine Parallelen gibt, so wirkt der Roman frisch und neu und überraschenderweise sehr unterhaltsam.
Als Leser kann man sehr schnell in die Tiefen der Handlung eintauchen und durch die abwechslungsreichen, keinesfalls immer stereotyp aufgezogenen Szenen vermag es die Autorin, einen an die Geschichte zu fesseln, sodass man das Buch kaum noch aus der Hand legen mag.

Obgleich der Roman seinem Namen als Erotikbestseller mit vielen prickelnden erotischen Szenen der beiden Protagonisten durchaus alle Ehre macht und derartige Begegnungen auch eindeutig die Handlung der Geschichte bestimmen, ist auch die zugrundeliegende Geschichte durchaus interessant. Nichts besonders Innovatives zugegebenermaßen, aber doch unterhaltsam und ansprechend aufgearbeitet und mit sehr viel Potential nach oben.
Einige sprachliche Formulierungen sind mir während der Lektüre zwar etwas negativ ins Auge gestochen, haben aber den Lesefluss nicht weiter gestört. Im Hinblick auf die einzelnen Szenen und den Charakter unserer beiden Protagonisten haben sie aber ins Gesamtgefüge hineingepasst, sodass dies nicht als wirklicher Mangel gelten kann, sondern lediglich als eine persönliche Geschmackssache.

Die Autorin macht einem aber mit dem Auftakt definitiv Lust auf mehr. Vor allem hat sie nach der wirklich herben Enttäuschung, die ich mit der Lektüre des zweiten Teils der „Shades of Grey“-Trilogie erlebt habe, meine Hoffnung geweckt, dass sich in diesem Genre nicht nur platte, lieblose Geschichten tummeln, deren Autoren darauf zu hoffen scheinen, dass sich ihre Bücher allein deswegen verkaufen werden, weil 90% der Seiten mit plump aufbereitetem erotischen Inhalt bedruckt wurden.

Fazit

„Crossfire: Versuchung“ ist ein gut geschriebener Erotikroman, der vor allem in dem Punkt sicher nicht enttäuscht. Aber auch die sonstige Geschichte vermag grundsätzlich zu überzeugen. Die beiden Protagonisten in Kombination mit ihren vielen großen und kleinen Schwächen machen aus dem Auftaktroman aus der Feder von Sylvia Day einen überdurchschnittlich guten Vertreter des Genres, den man sich ruhig einmal genauer ansehen sollte.


Books & Braun: Die Janus-Affäre
Books & Braun: Die Janus-Affäre
von Pip Ballantine
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Fortsetzung, die es in sich hat!, 30. Dezember 2012
Fulminant, spannungsgeladen und unterhaltsam von der ersten bis zur letzen Seite, genauso habe ich den ersten Band „Das Zeichen des Phönix“ in Erinnerung behalten und dementsprechend gespannt war ich natürlich, ob Pip Ballentine und Tee Morris die hohen Erwartungen, die dieser überaus gelungene Auftakt geweckt hat, auch gerecht werden können. Und es ist den beiden wirklich gelungen, denn die „Janus-Affäre“ steht ihrem Vorgänger in nichts nach, im Gegenteil: Die Geschichte der beiden Agenten wird fast nahtlos aufgegriffen und an bereits bestehende Handlungsstränge angeknüpft, auf deren Fortschreiten ich nach Lektüre des ersten Teils sehnlichst gewartet habe. Aber diese Stränge drängen sich dabei keineswegs in den Vordergrund. Sie sind verflochten mit einem ganz neuen Hauptstrang, der den knochenleeren Leichen aus dem ersten Band in nichts nachsteht. Wieder verschwinden Leute, wieder scheint die Ursache übernatürlich zu sein, und trotzdem kommt während der Lektüre keinen Moment lang das Gefühl auf, bereits bekannte Muster vorgesetzt zu bekommen. Die Geschichte hält ihr angenehm hohes Spannungslevel bis zur allerletzten Seite, ohne dass die Handlung eintönig erscheint.

Geschuldet ist dies zu einem nicht geringen Teil den beiden wirklich herausragend konzipierten Protagonisten, Wellington Books und Eliza Braun. Den Autoren ist es gelungen, ihre schon in Band eins wirklich wunderbar herausgearbeitete charakterliche Tiefe mit noch mehr Leben zu füllen. Beide haben noch einige Facetten – sowohl positive als auch negative – dazu gewonnen. Es wurden bereits angedeutete Geheimnisse ihrer Vergangenheit gelüftet und dafür viele neue Fragen aufgeworfen.
Ihre Zankereien und Interaktionen sind wie immer detailreich ausgestaltet, schlagfertig und es bereitet einfach nur eine wahre Freude sie mitzuerleben. Auch ihre nicht unbedingt einfache zwischenmenschliche Beziehung hat nach vielen spannungsgeladenen Höhen und Tiefen eine neue Ebene erreicht, die im Folgeband noch für einiges an Zündstoff sorgen wird. Aber auch die Nebencharaktere sind wunderbar vielschichtig ausgestaltet und fügen sich nahtlos ins Geschehen. Sie ergänzen die beiden doch überaus starken Protagonisten ganz ausgezeichnet und verhelfen der Geschichte zu einer harmonischen Mischung aus Spannung und gelegentlichem Herzklopfen.

Dadurch entsteht eine ausgewogene Mischung aus spannungsgeladener Verbrecherjagd, herzerwärmenden zwischenmenschlichen Konflikten und politischen Intrigen, in deren Mitte wie immer unser ungleiches Agentenduo für einigen Wirbel sorgt.

Aber nicht nur die Figuren, auch die Geschichte ist wirklich gut durchdacht. Alles Wichtige wird erwähnt, ohne dass man sich als Leser von Informationen erschlagen fühlt. Die Welt, welche die beiden Autoren erschaffen haben, ist tiefgründig und detailreich dargestellt, so dass es einem als Leser ganz leicht fällt, in die Tiefen der Geschichte einzutauchen und sich vom Geschehen voll und ganz mitreißen zu lassen. Ein durch und durch herausragendes Buch, dem hoffentlich schon sehr bald ein würdiger dritter Band folgen wird.

Fazit

Mit „Die Janus-Affäre“ ist den Autoren ein wirklich würdiger Nachfolger der „Books & Braun“-Reihe gelungen, der meine hohen Erwartungen sogar noch übertroffen hat. Mit viel Witz, Charme und einer gehörigen Portion Spannung entführen die Autoren den Leser in die Welt des Steampunks, aus der man gar nicht mehr zurückkommen will. Nicht nur für Fans des Genres ein durchaus lesenswertes Buch!


Kein Kuss unter dieser Nummer: Roman
Kein Kuss unter dieser Nummer: Roman
von Sophie Kinsella
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Herzerwärmende Frauenliteratur, 23. Dezember 2012
Die neuste Schöpfung der Bestsellerautorin Sophie Kinsella wartet schon mit einem aufregenden Auftakt auf. Kein langes Herumreden um den heißen Brei, keine seitenlange Vorstellung der wichtigsten Charaktere. Nein, man wird als Leser gleich mitten in die Handlung geworfen und auch wenn ich mich zunächst über die etwas übertriebene Panik der Protagonistin Poppy Wyatt gewundert habe, so sind doch die ersten Szenen ganz typisch für ihren Charakter. Ohne dass es vieler Worte zu ihrem Wesen bedarf, beschreibt ihr Handeln sie doch so genau, dass man sich schon nach dem ersten Kapitel ein relativ klares Bild von ihr machen kann. Sie ist liebenswert, aber irgendwie etwas zerstreut und bemüht, es allen recht zu machen. Und viel wichtiger: Ihre charakterliche Skizzierung auf den ersten Seiten verspricht einen humorvollen und abwechslungsreichen Roman, der es einem schwer machen wird, das Buch aus der Hand zu legen. Und im Großen und Ganzen ist die Autorin diesem Versprechen auch sehr gut nachgekommen. Denn was sich auf dem Leser auf den 460 Seiten da bietet, ist zwar keine hohe literarische Kunst, aber ein buntes, unterhaltsames Treiben voll zwischenmenschlichen Problemen und Missverständnissen rund um der Deutschen liebstes elektronisches Helferlein: das Handy.
Es ist aus dem Leben der meisten schon nicht mehr wegzudenken, aber was passiert, wenn eben dieses gestohlen wird? Gerade dann, wenn man verzweifelt auf einen Anruf wartet?
Poppy Wyatt ist genau in dieser Situation und ihre Lösung des Problems ist zugegebenermaßen etwas unorthodox, aber für den Leser ein wahrer Segen, denn was sich aus ihrem „Glücksgriff“ entwickelt, ist nicht nur eine ganz neue zwischenmenschliche Beziehung, in der zwei scheinbar komplett gegensätzliche Charaktere aufeinander treffen, sondern auch eine humorvoll gestaltete Reflexion der modernen Gesellschaft, in der die meiste Kommunikation über das Handy läuft.

Hervorragend zu diesem Thema hat die Autorin ihre Figuren konzipiert und in Szene gesetzt.
Da hätten wir zum einen Poppy, die Protagonistin, die wie schon erwähnt einen einnehmenden und sympathischen Charakter aufweist, mit dem man sich als Leser vielleicht nicht unbedingt identifizieren kann, der einem aber doch ans Herz wächst. Man hofft einfach, dass für sie alles gut
ausgehen wird und man kann auch wunderschön mit ihr mitleiden, wenn sie ihre Besuche bei den Schwiegereltern überstehen muss. Aber auch ein bisschen Fremdschämen kann man sich für sie – mir jedenfalls ist es so ergangen –, muss man doch bei einigen ihrer Aktionen einfach nur den Kopf schütteln. Aber auch diese kleinen Fehler machen ihren Charakter aus, runden ihr Wesen ab und lassen sie so nur noch liebenswerter erscheinen, da sie anders als so manch andere Protagonistin nachvollziehbare und vor allem glaubwürdige Schwächen aufweist.
Auch die beiden Männer in ihrem Leben sind gut durchdacht und bieten nicht nur einen Gegensatz zueinander sondern auch zu Poppys Charakter. Der eine ist ein renommierter, von sich überzeugter Professor, der andere ein etwas kühl wirkender, von seiner Arbeit ziemlich eingenommener Mann, den die Meinung anderer nicht im Mindesten interessiert.
Spannung und viele Lacher sind also in der Geschichte vorprogrammiert und es fällt einem wirklich schwer, das Buch dann wieder aus der Hand zu legen. Zu viele Fragen sind schon von der ersten Seite an offen und die Autorin hält einen wirklich bis zum bitteren Ende hin, ehe sie alle geklärt werden.

Daher fallen auch die wenigen kleinen inhaltlichen Mängel, die man bei genauem Lesen finden kann, nicht wirklich schwer ins Gewicht, da sie sich ausschließlich auf Nebeninformationen beschränken, die zwar in den Hauptstrang eingebunden, aber nicht glatt mit ihm verbunden sind. Warum sowohl Sam als auch Poppy Todesfälle in der der Familie haben mussten, hat sich mir nicht wirklich erschlossen. Es ist nebenbei ein wenig mit eingeflossen, hat sich aber nicht ins Gesamtgeschehen integriert.
Aber das konnte im Lesen mitgenommen werden, man hat sich vielleicht darüber gewundert, ist dann aber zügig zur Geschichte zurückgekehrt.

Fazit

Wer eine kurzweilige, aber dennoch höchst unterhaltsame Abendlektüre sucht, der wird an Sophie Kinsellas neustem Werk „Kein Kuss unter dieser Nummer“ sicher seine Freude haben. Denn trotz einiger kleiner Unstimmigkeiten ist das Buch ein wahrer Lesegenuss, den man einer Freundin guten Gewissens unter den Christbaum legen kann. Für Fans der Autorin ein absolutes Muss!


Fifty Shades of Grey - Gefährliche Liebe: Band 2 - Roman
Fifty Shades of Grey - Gefährliche Liebe: Band 2 - Roman
von E L James
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Einfach ohne Worte..., 5. Dezember 2012
Nachdem Ana sich nicht in der Lage sah, mit Christians ungewöhnlichem Lebensstil klar zu kommen, hat sie ihn verlassen. Doch Christian Grey wäre nicht der Mann, der er ist, wenn er sich davon auch nur im Entferntesten einschüchtern ließe. Ganz im Gegenteil, der etwas komplizierte, gutaussehende Millionär setzt alles daran, seine große Liebe wieder für sich zu gewinnen. Er ist sogar bereit, seinen Lebensstil aufzugeben, wenn sie nur zu ihm zurückkommt und bei ihm einzieht. Doch Ana geht das alles ein wenig zu schnell und auch wenn Christian immer wieder beteuert, dass er für sie sein Leben ändert, so versinkt die junge Journalistin doch zusehends in Selbstzweifeln, ob sie seinen Ansprüchen wirklich auf Dauer genügen kann. Und als wären die zwischenmenschlichen Probleme der beiden nicht schon anstrengend genug, tritt nicht nur Mrs. Robinson, die Frau, die Ana für Christians Probleme allein verantwortlich macht, sondern auch eine ehemalige Sub in das Leben der beiden.
Können die beiden es trotz all dieser Widrigkeiten schaffen, sich ein gemeinsames Leben aufzubauen, oder scheitern sie an der Realität, die die beiden einzuholen droht?

Nun, mir bleibt eigentlich wenig zu sagen über den zweiten Teil der „Shades of Grey“-Reihe von E.L. James. Obwohl es nun schon einige Zeit her ist, dass ich ihn gelesen habe, ist mir immer noch nicht wirklich etwas Positives eingefallen, das man darüber sagen könnte.
Wie schon bei der Lektüre des ersten Bandes war ich auch beim Lesen von Band eins überrascht. Aber im Gegensatz zum zweiten Teil wasr die Überraschung keine gute. Die beiden bitterbös zerstrittenen Protagonisten hatten sich schon nach 15 Seiten wieder lieb, obwohl doch das Ende von Band eins einen nervenaufreibenden und eher langwierigen Versöhnungsprozess versprochen hat. Aber das lief alles sehr seicht ab.
Seicht ist ohnehin das Adjektiv, das die gesamte Geschichte wohl am treffendsten beschreibt. Denn obwohl ein eifersüchtiger Nebenbuhler, eine psychopatische Ex-Sub und als Garnierung Mrs. Robinson das Liebesglück von Ana und Christian zu stören versuchen, kommt dabei kaum Spannung auf. Alles verläuft in linearen Bahnen und man bekommt als Leser immer wieder das gleiche Schema vorgesetzt, das schon beim ersten Mal so durchschaubar und langweilig war, dass man sich wirklich fragen muss, ob die Autorin beim Schreiben einfach keine Lust mehr hatte, oder ob sie ihre Leser schlicht und ergreifend für zu dumm hält, einer komplexeren Handlung zu folgen.
Selbst die zahlreich vorhandenen „hoch erotischen“ Liebesszenen wirken etwas platt und vor allem immer wieder gleich. Von BDSM kaum noch eine Spur.
Auch die von mir beim ersten Band positiv zur Kenntnis genommenen seelischen Probleme wurden komplett verharmlost und man kann fast sagen, lieblos aufbereitet und dem Leser in dem Brei aus Nichtigkeiten so als Zwischengang serviert, damit das halt auch mal aufgelöst wurde.
Ein- oder zweimal ist es der Autorin dann doch gelungen, wenigstens annähernd etwas Spannung aufzubauen, die aber dann kurz darauf durch einen platten Streit oder eine noch plattere Erotikszene wieder negiert wurde.

Was die Gestaltung der beiden Protagonisten betrifft, die ja in Band eins durchaus nicht schlecht gemacht war, so hat sich die Autorin auch hier alle Mühe gegeben, die komplexen Beziehungen und Wesenszüge komplett zu zerschreddern, so dass am Ende ein klischeehaftes Pärchen übrig geblieben ist, das zumindest ich nicht mehr so richtig leiden konnte.

Will man etwas Positives sagen, so habe ich immerhin bis zum Ende durchgehalten, in der Hoffnung, dass sich die Lektüre am Ende doch nicht als vollkommene Zeitverschwendung herausstellen würde. Leider kann ich das nicht unbedingt bestätigen, da das Buch dafür über weite Strecken einfach zu vorhersehbar, zu platt und viel zu eintönig war. Weder die Story noch die Charaktere und schon gar nicht die Umsetzung waren wirklich überzeugend.
Aber der dritte Band steht schon in meinem Regal, da ich die Hoffnung noch nicht so ganz aufgeben mochte, dass die Geschichte zu einem wenigstens annehmbaren Ende kommt, denn wie auch im Vorgängerband sind die Grundpfeiler dafür gesetzt.

Fazit

Nach einem doch überraschend positiven ersten Band fiel Band zwei unterm Strich doch wirklich mehr als enttäuschend aus. Aber immerhin kann man sagen, die Autorin blieb ihrer Linie treu und hat beim zweiten Band in jedem Bereich einen gewaltigen Bock geschossen. Ein schwacher Lichtblick bleibt, in der Hoffnung, dass es im letzten Band nur noch besser werden kann …


An und für dich: Roman
An und für dich: Roman
von Ella Griffin
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Buch mit Höhen und Tiefen, 20. September 2012
Eigentlich gibt es kaum etwas, was sich an Saffys Leben ändern sollte. Sie ist erfolgreich in ihrem Job, verdient gut und führt seit nunmehr fünf Jahren eine Beziehung mit dem Serienstar Greg. Aber am Valentinstag wird ihr klar, dass ihr dieses Leben so nicht reicht. Sie will das, was wohl alle Frauen früher oder später wollen: die Frage. Und als Greg ihr trotz eines vielversprechenden Ambientes keinen Heiratsantrag macht, brennen ihr die Sicherungen durch und sie trennt sich von ihm.
Eine Entscheidung, die sie noch so manches Mal anzweifelt und die ihre Freundin Jess mit gemischten Gefühlen aufnimmt. Einerseits konnte sie Greg – der auch ein langjähriger Freund ihres Lebensgefährten Connor ist – noch nie wirklich leiden, andererseits hält die hübsche Blondine aber auch nicht allzu viel von der Ehe. Dies wiederum betrübt Connor sehr, der die Mutter seiner beiden Kinder nur zu gerne heiraten würde.
Aber die Trennung von Greg und Saffy bringt auch für sie einen Stein ins Rollen, der das Leben der Vier gehörig durcheinander wirbelt. Ein Geheimnis jagt das nächste, eine kleine Lüge folgt auf die andere und am Ende droht ein heilloses Chaos, obwohl doch jeder nur nach seinem privaten Glück strebt, das so unerreichbar erscheint …

Ohne große Umschweife steigt man ein in die stressige und erfolgsverwöhnte Welt von Saffy und ihrem langjährigen Lebensgefährten Greg. Doch schnell wird klar, dass nicht alles Gold ist, was da in ihrer Welt glänzt. Was als augenscheinlich seichte Liebesgeschichte beginnt, wird von der Autorin ziemlich schnell um 180° gedreht. Denn von Unbekümmertheit und Liebesgeflüster ist bald schon kaum noch etwas zu sehen, was für viel Abwechslung und eine gehörige Portion Unterhaltung sorgt. Eines ist garantiert: In der ersten Hälfte der Geschichte ist von Langeweile wenig zu spüren, und das merkt man auch als Leser. Hier folgt eine peinliche, brisante, stressige oder einfach nur etwas unglaubliche Situation auf die nächste und fesselt den Leser an jedes einzelne Wort.

Dies ist nicht zuletzt der wunderbar farbenfrohen Mischung an Charakteren geschuldet, die Ella Griffin in ihrem Roman aufeinander treffen lässt. Die etwas zugeknöpfte und erfolgsorientierte Saffy, die sich dennoch nichts mehr wünscht, als dass die vermeintliche Liebe ihres Lebens sie endlich heiratet. Greg, der zwar nicht besonders hoch gewachsen, dessen Ego aber an Größe und Gewicht kaum zu übertreffen ist und der mit seiner fast schon etwas klischeehaft anmutenden Oberflächlichkeit für mehr als nur einen Schmunzler während der Lektüre zu sorgen vermag. Dieses ungleiche Pärchen, dessen Beziehung eigentlich schon von Beginn an zum Scheitern verurteilt war, begleitet der Leser durch die Phasen ihrer Trennung und zeigt so auf menschliche und mitreißende Weise, in welche Höhen und noch viel größeren Tiefen ein Mensch zu stürzen vermag, wenn sich ein festgefahrenes Muster auf einmal ganz unverhofft ändert.
Ich fand es wirklich überaus gelungen, wie die Autorin die mehr oder weniger starke charakterliche Entwicklung der beiden dargestellt hat und vor allem wie sie die beiden Stück für Stück in eine andere Richtung geführt hat.
Sehr gut hat mir auch gefallen, wie sie die Probleme der beiden auf ihre Umgebung bezogen hat. Die Nebenfiguren wurden mehr oder weniger freiwillig in den Strudel des Chaos‘ gezogen und so war es nicht nur ihre Beziehung, die am Ende auf dem Prüfstand stand.
Ein geschickter Schachzug, wie ich sagen muss, vor allem wenn man sieht, wie das befreundete Pärchen Connor und Jess mit ihrer eigenen heraufziehenden Krise umgeht.
Ehrlicherweise muss ich aber sagen, dass mir im direkten Vergleich der beiden ungleichen Paare Jess und Connor mit ihren beiden vorlauten Kindern besser gefallen haben. Sie wirkten irgendwie authentischer, bodenständiger, sodass mir als Leser ihr Schicksal vor allem gegen Ende wichtiger war als das von Saffy und Greg.

Zur Mitte hin kam dann eine für mich völlig unerwartete Wendung, von der ich mir als Leser eigentlich wirklich viel versprochen habe. Und eine ganze Weile sah es dann auch so aus, als könnte man die Spannung kaum noch steigern und man konnte so richtig schön mit den Figuren mitfiebern. Bedauerlicherweise ist es der Autorin dann aber zum Ende hin nicht gelungen, diese Spannung aufrechtzuerhalten und das Buch so zu dem mitreißenden Ende zu bringen, das der Beginn des Buches erhoffen ließ.
Verglichen mit der ersten Hälfte, wirkte das Ende fast ein wenig platt und vorhersehbar. Besonders schade fand ich, dass viele der spannungstragenden Ereignisse, welche die Autorin in Gang gesetzt hat, zu keinem befriedigenden Ende kamen. Mich hätten da einige Dinge zum Ende hin schon noch brennend interessiert, auf die es einfach keine Antwort mehr gab.

Bis auf diese unbeantworteten Fragen und einige etwas langatmige Szenen im hinteren Drittel gibt es aber eigentlich nichts zu beanstanden, sodass ich das Buch auch keinesfalls als schlecht bezeichnen würde. Ein hervorragender Auftakt mit einem mitreißenden Höhepunkt, der leider im Abgang etwas schwächelt. Es ist aber dennoch eine solide Lektüre.

Fazit

Mit „An und für dich“ liefert uns Ella Griffin einen trotz einiger Schwächen herzerwärmenden Roman über die Höhen und Tiefen in einer Beziehung. Mit viel Witz und Charme versüßen sie und ihre Figuren auch die grauen Herbsttage.


Geheime Tochter: Roman (KiWi)
Geheime Tochter: Roman (KiWi)
von Shilpi Somaya Gowda
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Weg, der dich nach Hause führt..., 22. August 2012
In der drückenden Schwüle bringt die indische Bäuerin Kavita vollkommen allein ein Kind zur Welt und zu ihrem größten Entsetzen haben die Götter ihre Wünsche nicht erhört: Denn abermals haben sie ihr ein Mädchen beschert. Aus Angst, die Kleine würde dasselbe Schicksal ereilen wie ihre Schwester – der Tod durch die Hand eines Angehörigen –, bringt Kavita sie schweren Herzens in ein Waisenhaus, welches ihre einzige Überlebenschance ist.
Fast zeitgleich erfährt das junge Ärztepaar Somer und Kris, dass Somer keine Kinder mehr austragen kann, was vor allem sie, die als Kinderärztin jeden Tag mit Schwangeren und Kleinkindern zu tun hat, hart trifft.
Doch schließlich kann Kris sie überzeugen, ein Kind aus seinem Heimatland Indien zu adoptieren. Aber ist ihre Liebe und Zuneigung wirklich stark genug, die Widrigkeiten und Hindernisse zu überwinden? Viele Klippen gilt es für die beiden Familien zu umschiffen, die eines verbindet: Ein kleines Mädchen, das sich irgendwann auf die Suche nach ihrer Vergangenheit macht und so die beiden Familien auf ihre bisher härteste Probe stellen wird …

Nach all der Fantasy, mit der ich mich in letzter Zeit beschäftigt habe, war ich froh, wieder einmal einen Roman vor mir zu haben, der sich ausschließlich mit tiefgründigen zwischenmenschlichen Problemen beschäftigt. Und auch die Thematik hat es mir schon zu Beginn angetan: ein adoptiertes Mädchen in einem fremden Land, das nach seinen Wurzeln sucht. Dass dieses Mädchen auch noch aus Indien kommt, war ein weiterer Bonuspunkt, den das Buch schon vorab bekommen hat, denn die Autorin, die selbst indische Wurzeln hat, hat in ihrem Buch zwanzig Jahre indische Entwicklung auf eine authentische und mitreißende Art und Weise geschildert, die mir als Leser besonders nahe ging. Fernab von bunten, schillernden Bollywoodillusionen ist das Leben in Indien für die meisten Menschen beschwerlich und arbeitsreich.
Dabei war es vor allem die Mischung an Charakteren und der Wandel in ihrem Leben, der das Buch besonders reizvoll macht.
Geschickt in Szene gesetzt wird das Ganze vom Perspektivenwechsel zwischen den einzelnen Protagonisten. Dabei sind vor allem die Kapitel, die aus Sicht der beiden Mütter Kavitar und Somer geschrieben sind, besonders herzerwärmend. Ängste und Selbstzweifel begleiten ihr mehr oder minder erfolgreiches Leben wie ein Schatten, lassen sie immer wieder straucheln und machen sie einander trotz aller kulturellen Unterschiede doch ähnlich.

Was die charakterliche Gestaltung angeht, hat die Autorin wirklich ein Glanzstück hingelegt. Denn obgleich mir als Leser einige Charaktere nicht zusagen, so wirken sie doch durch und durch authentisch und schlüssig. Auf der einen Seite ist das erfolgreiche Doktorenpaar in Amerika, das aufgrund widriger Umstände keine Kinder bekommen kann und bei dem Bildung und Karriere immer weit oben standen. Auf der anderen Seite der Welt lebt in einem ärmlichen indischen Dorf ein Bauernpaar, das zum zweiten Mal ein Mädchen bekommt. Im Indien der achtziger Jahre ist dies eher ein Fluch als ein Segen. Die zwei starken Frauen dieser Familien werden durch die Geburt des Mädchens einen entscheidenden Wandel in ihrem Leben erfahren. Dabei sind es vor allem ihre kleinen Fehler und Unzulänglichkeiten, die sie so echt wirken lassen, was aber auch für Asha gilt, die sich als adoptiertes indisches Mädchen in Amerika nicht wirklich zu Hause fühlt. Ihr Wandel ist der tiefgreifendste, obwohl ich mit ihrer Art zu Anfang nicht besonders gut zurechtgekommen bin.

Auch das Aufeinandertreffen zweier Kulturen hat dem Buch einen besonderen Charme gegeben, der den Leser an die Seiten fesselt.
Leider konnte die Autorin ihren Stil und ihre authentische Art nicht ganz bis zum Ende durchhalten, sodass der Ausgang der Geschichte nicht ganz so harmonisch war, wie ich es mir gewünscht hätte. Aber alles in allem hat das den Lesegenuss kaum schmälern können.

Fazit

Mit ihrem Debütroman „Geheime Tochter“ hat Shilpi Somaya Gowda einen wirklich tiefgründigen und herzerwärmenden Roman geschaffen, der auf gefühlvolle Weise die Höhen und Tiefen des Familienlebens schildert und dabei nicht nur die alltäglichen Probleme, sondern die halbe Welt überwinden muss.


Books & Braun: Das Zeichen des Phönix
Books & Braun: Das Zeichen des Phönix
von Pip Ballantine
  Broschiert

5.0 von 5 Sternen Ein gegensätzliches Duo, das es in sich hat!, 6. August 2012
Dunkles geschieht hinter der ach so noblen Fassade der Londoner Oberschicht. Denn immer wieder tauchen blutleere Leichen oder Leichen gänzlich ohne Muskeln an den Themseufern auf. Doch die geheime Organisation der Krone, das Ministerium für Eigenartige Vorkommnisse, tut alles als einen nicht weiter verfolgenswerten Zufall ab und verbannt die Akten ins Archiv, wo sie in ein paar Kartons vor sich hin modern. Erst als die schlagfertige, dynamitliebende und vor allem sehr emanzipierte Agentin Eliza Braun ins Archiv strafversetzt wird, bekommen die Fälle die ihnen gebührende Beachtung. Doch während die heißblütige Eliza bereits Feuer und Flamme ist, gilt es zunächst, ihren unfreiwilligen Partner, den Archivar Wellington Books, auf ihre Seite zu ziehen ' oder zumindest dafür zu sorgen, dass er ihr mit seiner pedantischen Art und seiner Liebe für Regeln und Vorschriften nicht in die Quere kommt. Doch was sich hinter den Leichen verbirgt, übersteigt die Vorstellungskraft unserer beiden tapferen Agenten. Denn die Leichen führen sie auf die Spuren einer geheimen, uralten Bruderschaft, die im Verborgenen danach trachtet, das Empire mit allen Mitteln zu Fall zu bringen '

Nachdem es nun schon eine ganze Weile her ist, dass ich mir das letzte Mal einen Steampunk-Roman zu Gemüte geführt habe, war ich natürlich auf 'Books & Braun: Das Zeichen des Phönix' sehr gespannt, da ich mit besagtem Genre schon besonders gute, aber auch extrem schlechte Erfahrungen gemacht habe. Zugute halten muss man den Autoren aber zunächst einmal, dass sie sich wirklich darauf verstehen, einen Roman einzuleiten. Da wird nicht lange um den heißen Brei herumgeschrieben, sondern gleich mit der Tür ins Haus gefallen ' im überaus positiven Sinn. Denn die gute Agentin Eliza Braun macht auf den ersten Seiten nicht nur ihren Standpunkt klar, sondern verdeutlicht auch dem Leser, dass ihre charakterliche Gestaltung im wahrsten Sinne des Wortes als 'explosiv' bezeichnet werden kann. Demgegenüber wirkt der gute Wellington 'Welly' Books wie das Musterbeispiel eines belesenen Stubenhockers und das genau Gegenteil zur etwas schießwütigen Eliza. Ein raffinierter Schachzug, der dem Leser, vor allem wenn er sich vor Beginn der Lektüre den Klappentext durchgelesen hat, doch zu denken geben wird, wie diese beiden Extreme sich als Partner zusammenraufen können.
Wie bereits erwähnt, liefern die Autoren mit Eliza und Wellington zwei nicht nur auf den ersten Blick ziemlich gegensätzliche Charaktere. Und dass da einiges an Ärger vorprogrammiert ist, dürfte wohl jedem klar sein. Aber genau dieser Ärger sorgt nicht unerheblich dafür, dass die Lektüre so unterhaltsam ist. Die wilde, etwas ungestüme und vor allem die Regeln sehr weit auslegende Eliza Braun, die mit ihren weniger damenhaften Neigungen für Sprengstoff und Schusswaffen jeder Art wie eine musterhafte Emanze wirkt und der ruhige, seine gesamte Zeit im Archiv verbringende, streng nach Protokoll verfahrende Willington Books. Zwei Charaktere, die facettenreicher kaum sein könnten. Denn neben dem emanzipierten Auftreten der guten Miss Braun verbergen sich auch ziemlich feine Manieren und ein Sinn für guten Geschmack in ihr, während der gute Mr. Braun nicht ganz so ein Stubenhocker zu sein scheint, wie er die Welt glauben machen will. Das ist genau der Stoff, aus dem ein guter Charakter gesponnen werden sollte. Denn die beiden tragen nicht nur offen gewisse Stärken und Schwächen zur Schau, sondern sowohl Eliza als auch Wellington haben noch etwas in der Hinterhand, das sie beide vor dem jeweils anderen, aber auch vor dem Leser zu verbergen versuchen. Ein hübsches Rätsel in ihren jeweiligen Charakter eingebaut, das geradezu dazu auffordert, sich näher mit ihnen zu beschäftigen und ihren Schritten aufmerksamer zu folgen.
Erfrischend und sehr gut gelungen sind vor allem die Szenen, in denen die beiden mit ihren unterschiedlichen Ansichten aneinander geraten und Eliza in der Regel dazu tendiert, Wellington mit irgendetwas, das sie sagt oder tut, extrem zu schockieren.
Wie sich die beiden gegenseitig kennen- und einander zu vertrauen lernen, so lernt sie auch der Leser besser kennen und schätzen. Es ist ein Prozess, der sich häppchenweise auf die gesamte Lektüre verteilt und viele Fragen löst, während noch mehr im Dunkeln bleiben.

Aber nicht nur die Figuren und ihre Entwicklung geben dem Buch seinen Reiz. Nein, auch die um sie herum konzipierte Geschichte ist spannungsgeladen und mitreißend. Auch wenn man ziemlich deutlich erkennt, dass das erste Drittel des Buches sich mehr auf die Charaktere an sich und weniger auf den vor ihnen liegenden Fall konzentriert. Im restlichen Buch ist dies dann doch etwas ausgeglichener: Was aber nicht unbedingt ein Kritikpunkt sein soll, denn dass die beiden eine gewisse Aufwärmphase brauchen, liegt aufgrund ihrer charakterlichen Unterschiede quasi auf der Hand. Und nachdem dies im vorderen Drittel größtenteils abgearbeitet wurde, konnte sich das Geschehen dann umso intensiver mit der eigentlichen Handlung befassen und das 'Zusammenraufen' von Eliza und Wellington war dazu malerisches Beiwerk, das den Fortgang der Geschichte bereichert, aber keinesfalls aufgehalten hat. Gegipfelt hat die ganze Geschichte schließlich in einem doch etwas überraschend kommenden Finale, das zumindest ich nicht ganz in dieser Gestalt vermutet habe und das zwar einige Fragen zu beantworten vermochte, die sich im Laufe der Lektüre angesammelt haben, andere wiederum offen ließ oder gar neu aufwarf. Ein durch und durch gelungener Abschluss also, bedenkt man, dass es sich bei 'Das Zeichen des Phönix' leidglich um den ersten von hoffentlich vielen Romanen der 'Books & Braun'-Reihe handelt. Und so ist es wohl kaum verwunderlich, dass ich mit Spannung den Folgeroman 'Janus-Affäre' erwarte, von dem ich mir vor allem erhoffe, dass er etwas mehr Licht in die Vergangenheit der beiden Protagonisten bringt und das Geheimnis lüftet, das ihr Vorgesetzter zu hüten scheint.

Fazit

Das Steampunk-Duo Ballentine und Morris liefert mit ihrem Auftaktroman zur 'Books & Braun'-Reihe einen ausgewogenen, und mitreißenden Fantasyroman, der den Anforderungen des Genres durchaus gerecht wird. Zwei starke Figuren machen die Geschichte zu einem abwechslungsreichen und spannungsgeladenen Lesegenuss, der einen in freudige Erwartung auf die Folgebände versetzt.


Geheimes Verlangen (Fifty Shades of Grey, Band 1)
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Preis: EUR 8,99

5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Er ist gutaussehend, er ist reich - doch er hat ein Geheimnis..., 1. August 2012
Nicht viele Bücher haben in letzter Zeit für so viel Gesprächsstoff gesorgt wie die Bestsellerromane der 'Shades of Grey'-Reihe. Und darum konnte ich mir die Lektüre des ersten Bandes, 'Geheimes Verlangen', das zugegebenermaßen die Geister zu scheiden vermag, nicht entgehen lassen. Viel wurde darüber diskutiert und so sind auch mir einige nicht wirklich positive Stimmen zu Ohren gekommen, vor allem was die behandelte BDSM-Thematik betrifft, die mich vor der Lektüre etwas zurückschrecken ließen. Meine anfängliche Sorge, dass es in dem Bereich wirklich hart zur Sache geht und die Geschichte dadurch etwas an Niveau verliert, hat sich aber schnell zerstreut.
Denn mit 'Shades of Grey' hat man nur vordergründig einen Erotikroman in Händen, der auf einer zweiten Ebene mit sehr viel Tiefgang und emotionalen Abgründen aufzuwarten weiß.

Geschuldet ist dies vor allem den beiden Protagonisten des Romans, auf deren Gestaltung die Autorin sichtlich viel Mühe verwendet hat. Mühe, die sich in der Komplexität und Tiefe ihres Charakters wiederfindet.
Zum einen wäre da Anastasia Steele, die denkbar harmlos in die Geschichte hineinrutscht. Sie ist irgendwie das Mädchen von nebenan, eine Studentin kurz vor dem Abschluss, die mit ihrer viel wohlhabenderen Freundin Kate eine Wohnung teilt. Sie hält sich weder für besonders intelligent noch besonders schön und obgleich sie einige Verehrer hat, hatte sie bisher noch keinen Freund. Auf der anderen Seite wäre da der attraktive Geschäftsmann Christian Grey, der sich natürlich ausgerechnet in die unscheinbare Anastasia verliebt. Natürlich hat er auch noch ein dunkles Geheimnis in der Hinterhand. Das ist zugegebenermaßen nicht unbedingt das Originellste, was man an Charakterkonstellationen nutzen kann, aber die Feinheiten geben hier den Ton an: Trotz des etwas angestaubten Grundkonzeptes geht die Entwicklung in der Beziehung zwischen Anastasia und Christian einen vollkommen anderen Weg. Dieser liegt in den vielen Details und in dem gedanklichen Tiefgang, mit dem die Charaktere sich selbst und den Leser konfrontieren. Der Zwiespalt, den Anastasia durchlebt, wenn sie in den einsamen Stunden darüber nachdenkt, ob sie sich mit jenem Lebensstil identifizieren kann, die Mühen, die Christian darauf verwendet, Anastasia das zu geben, was sie braucht. Es gibt viele Fragen, die den Leser den ganzen Roman hindurch begleiten und ihn so nicht nur zu einem hocherotischen, sondern auch spannenden Erlebnis machen.
Besonders fasziniert hat mich dabei der Mut der Autorin, einmal keinen Badboy, der eigentlich doch ein guter ist, einzusetzen. Nein, sie hat mit Christian Grey wirklich einen Charakter mit Charakter geschaffen. Dass man sich den nicht unbedingt zum Freund oder Liebhaber auswählen würde, tut seiner Qualität und der Bedeutung für den Roman keinen Abbruch. Er ist kaputt, hat viel durchgemacht und nachvollziehbarerweise einige unschöne Charaktereigenschaften und extreme Neigungen, was sein Sexualleben betrifft. Das macht ihn aber in meinen Augen authentisch. Kein Glitzerschmusevampir oder der typisch tragische Held, der zwar Schlimmes erlebt hat, aber trotzdem heroisch handelt und keine wirklichen charakterlichen Mängel hat.
Auch Ana kann mit dererlei Qualitäten aufwarten. Ich muss zwar ehrlich sagen, dass sie mir als Charakter nicht zu sagt, weil einige ihrer Handlungen einfach nur unmöglich sind. Aber trotzdem ist auch sie ein erfrischend fehlerhafter Charakter, der nicht unbedingt auf Sympathie bauen muss, um zu funktionieren.

Die Erotik kommt, wie nicht anders zu erwarten, sicher nicht zu kurz. Denn Ana und Mr. Grey können im wahrsten Sinne des Wortes nicht die Finger voneinander lassen. Dabei steht das Sinnliche an erster Stelle und nicht Mr. Greys spezielle Vorlieben. Billig wirken die vielen intimen Szenen dabei keinesfalls. Auch die dezent eingefügten Szenen in Christians Spielzimmer gliedern sich harmonisch ins Gesamtkonstrukt des Romans. Sie werden nicht mehr als nötig geschildert und haben hier auch auf der emotionalen Ebene zweierlei Ankerpunkte. Zum einen wird durch sie Greys Seelenleben untermauert, die tiefen, dunklen Abgründe, die schon in seiner Kindheit zu wurzeln scheinen. Zum anderen bilden sie die Grenze, mit der Ana sich nicht nur emotional, sondern auch physisch auseinander setzen muss.
Das Einzige, was mich hier etwas gestört hat, war die doch häufig beanspruchte Phrase, dass Christian Ana 'voll ausfüllt'.

Ein kleiner Kritikpunkt, der mir allerdings aufgefallen ist, ist eine gewisse Linearität beim Aufbau einiger Szenen. Es beginnt leidenschaftlich, danach startet ein harmloses Gespräch, das dann auf die eine oder andere Weise aus dem Ruder läuft und zu einer mehr oder weniger großen Kluft zwischen den Protagonisten führt. Zwar sind die Probleme jedes Mal in ihren Nuancen anders, aber die Gleichartigkeit fällt beim Lesen doch auf. Eine etwas abwechslungsreichere Hinführung an die ernsteren Themen, die seelischen Unzulänglichkeiten wäre hier sehr schön gewesen.

Der stilistische Aufbau hat mir allerdings sehr gut gefallen. Tiefgründige und emotionsgeladene Szenen werden immer wieder durch die E-Mail-Korrespondenz zwischen Anastasia und Mr. Grey aufgelockert. Hier stehen zumeist freche Neckereien im Vordergrund und Anas spitze Zunge kommt hervorragend zur Geltung. Diese Passagen lockern die Gesamthandlung etwas auf, ohne dabei aus dem Rahmen zu fallen. Denn an jedes E-Mail-Gespräch schließt sich mehr oder weniger direkt eine Szene, die mit dem Gemailten in Zusammenhang steht.

Hoch emotional und sinnlich ist der Auftakt der 'Shades of Grey'-Reihe wirklich ein mehr als gelungener Roman, den sich vor allem Genrefans nicht entgehen lassen sollten. Viele Fragen werden aufgeworfen und nur unzureichend beantwortet. Wo eine Hürde überwunden ist, tut sich eine andere auf. Und vor allem die überraschende Wendung am Ende, die Anastasia bei mir einige Sympathiepunkte gekostet hat, macht unglaublich Lust auf die Fortsetzung, auf die wir glücklicherweise nicht mehr allzu lange warten müssen.

Fazit

'Shades of Grey' ist wahrlich ein Roman, der dank einer harmonischen Mischung aus sinnlicher Erotik und tiefgreifenden Seelenabgründen für pures Lesevergnügen in diesem doch wechselhaften Sommer sorgen kann. Eine Tasse guten Tee, eine kuschelige Decke an einem kühlen Abend und einfach genießen!


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