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Rezensionen verfasst von
Baran Friedrich Fundermann
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Live 2012
Live 2012
Preis: EUR 7,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 9 Jahre nach Live 2003, 16. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Live 2012 (Audio CD)
Coldplay Live 2012 wirkt schon fast Absurd wenn man Live 2003 im Hinterkopf behält. Alles wirkt groß, mächtig gerade zu Euphorisch. Die ruhigen Momente von damals - sie sind fast weg. Statt melankolischer ruhiger Musik mit nettem Ambiente gibt es Entertainment. Es ist eine Show. In der Mitte Coldplay und drumherum wir - ja wir die Zuschauer. Alles Schreit gerade zu nach Coldplay und das ist Absurd.

Die ruhige Band von damals wirkt in diesem Epos schon fast wie ein König. Und die Zuschauer wie Untergebene die das wiedergeben was vorne gesungen wird. The King is Dead - Long live the King.
Um eines vorweg zu nehmen Coldplay ist und bleibt Coldplay. Sie mutieren nur von der Club und Konzert Band zu einem der größten Rockbands der Welt. Konzert war gestern - heute sind es Stadien.

Und so klingt auch die Musik - BIG. Das mag dem einen oder anderen nicht gefallen, schließlich sind viele von uns mit Coldplay "aufgewachsen". Die Indie/Alternative-Band die damals mehr ein Geheimtipp war, wurde ganz schnell zur Popikone des Millenniums. Dont 'Panic, Shiver, Yellow, Spies und Bigger Stronger. So haben wir sie kennen und lieben gelernt. Ruhige Musik die damals genau richtig war. Die heute in großen Zeiten von U2,Red Hot Chilie Peppers und Co. schon fast unter gehen. A Rush of Blood to the Head folgte und das Konzept es schien weiter geführt zu werden. X&Y war für viele die erste Ernüchterung - zu viel Elektronik, zu wenig ruhige akustische Momente.

Doch mit Viva la Vida wurde das Eis gebrochen. Farbe kam ins Spiel. Alles wirkte lebendiger - nicht mehr so Still, verängstigt und zurückhaltend. Mylo Xyloto sprengte diese Farben. Es ist das typische Stadionalbum - es ist Live 2012.

Doch wie wirkt Coldplay Live 2012?

Coldplay Live 2012 ist viel mehr als nur eine Musikdvd so wie es Live 2003 war. Die Musik wirkt bombastisch. Wir werden mit Farben gerade zu geblendet. Was bleibt ist ein rausch voller Musik und Entertainment. Riesige Fontänen mit Konfetti in Schmetterlingsform fliegen über und in die Publikumsmenge hinein. Feuerwerk entzündet sich am Anfang und Ende der Show. Doch das wichtigste sind die Zuschauer bzw. die Armbänder die sie tragen. Im Falle der Hauptsetlist in Frankreich 75.000 Armbänder - die auf Befehl leuchten. So wirkt jeder einzelne Zuschauer wie ein Teil des Films.

Der Film schafft es die Band in den Mittelpunkt des Films zu bringen, aber dennoch die Zuschauer als Stars des ganzen zu präsentieren. So ist der Zuschauer ein Teil des ganzen und die Band nur ein Mittel um die Menge in Stimmung zu bringen.
Die Lieder sind selbst nach fast 10 Jahren noch so eingängig wie am Anfang. Und egal ob Alt oder Jung, sie singen alle mit - sind somit auch ein Teil der Musik. Sie stimmen in Viva la Vida ein und lassen in Paradise Chris Martin fast sprachlos werden.

Fängt der Film einmal an so geht der Puls schnell auf 180 - er packt einen sofort. Doch werden diese Momente durch die Interviews der Band (jedes einzelne Mitglied kommt während des Films zu Wort) entschleunigt. Und das tut dem Film echt gut. Die Wahl beides in einem Film zu kombinieren wirkt gerade zu notwendig und vor allem richtig.

Die Kritik:

Coldplay Live 2012 ist ein wirklich toller Film in dem sogar Phil Harvey gewürdigt wird. Er weiß zu begeistern - gerade zu sprachlos zu machen. Was einerseits an der Band selbst, aber vor allem an den Fans liegt die ohne Aufforderung mitsingen oder gar Lieder einleiten.
Doch gefällt mir eine Sache gar nicht die hier als Stilmittel genommen wird. Sei es in Clocks, Every Teardrop is a Waterfall, Charlie Brown oder Paradise - die Animationen bzw. Einblendungen.
Diese mögen zwar konsequent zur Philosophie von Mylo Xyloto beitragen nehmen aber gleichzeitig auch etwas die Stimmung raus. Es wirkt kindisch und ein wenig billig für eine Band wie Coldplay. Zu dem verdecken sie die wunderschönen Momente - einen Teil des Films.

Fazit:

Coldplay Live 2012 ist ein geglückter Kontrast zu dem was uns Live 2003 schon geboten hat. Wo 2003 noch alles ruhig und familiär wirkte ist Live 2012 eine einzige Show. Es ist mehr als Musik und dennoch Coldplay. Es fühlt sich zu keiner Zeit falsch an. Es ist eher als ob man zusieht wie die Band wächst und sich findet. Wir finden immer noch ruhige Momente wie am Anfang von Yellow und erleben mehr das herzliche was die Band verbindet. Nach diesem Film hat man das Gefühl, man ist der Band ein Stück näher gekommen und gleichzeitig fragt man sich wie sich die Band in den nächsten 10 Jahren wandeln wird. Wie viele Generationen sie noch in ihren Bann reissen wird und wie viele schöne Momente wir mit ihnen noch erleben dürfen.

Dieser Film zeigt mir persönlich aber vor allem eins, dass ich um so mehr Stolz darauf sein kann ein Coldplayer zu sein.


Mylo Xyloto
Mylo Xyloto
Preis: EUR 4,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Album, dass nicht mehr sein will als es ist, 21. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Mylo Xyloto (Audio CD)
3 Jahre nach ihrem letzten Album Viva la Vida will nun die Band Coldplay, mit Mylo Xyloto den Stiel fortführen.
Doch bevor ich auf das Album eingehe, möchte ich erst einmal vermitteln, was Coldplay selbst über ihre Alben gesagt haben.
Parachutes, a Rush of Blood to the Head und X&Y seien laut Chris Martin's Aussage, bzw. die der Band, in sich geschlossene Alben gewesen. Das heißt, die Band wollte mit jedem Album ein in sich stimmiges Kapitel schaffen und dieses auch in sich abschließen. Mit Viva la Vida wollte man jedoch Farbe ins Spiel bringen. Alle anderen Alben seien schwarz und weiß, doch mit Viva la Vida solle endlich Farbe ins Album kommen. Außerdem wollten sie mit Viva la Vida das Album offen halten. Mylo Xyloto ist also so gesehen die Weiterführung zu Viva la Vida und sollte nicht als allein stehendes Album gesehen werden.

Nun zu Mylo Xyloto. Was steckt eigentlich hinter diesem Namen? Das fragen sich wohl sehr viele zur Zeit und um so komischer klingt es, wenn die Band selbst gar nicht weiß, was es zu bedeuten hat.
Es klang für die Band einfach interessant und mochten den Namen. Eine wirkliche Bedeutung hat der Name nicht und dennoch sagte Chris Martin zu welt.de:

"Am Namen Coldplay kleben so viele Klischees, dass wir einen Albumtitel suchten, der erst mal nichts bedeutet. Abgesehen davon, dass er unserer Meinung nach interessant klingt, gab er uns eine freie Fläche, die wir mit Ideen füllen konnten."

Jetzt aber zum eigentlichen Album. Mylo Xyloto ist ein in meinen Augen wirklich tolles Album, dass dennoch auch meinen Erwartungen zum Teil hinterher rennt.
Was mir schon mal sehr gut gefällt ist der Stiel. Dieser "elektronische", aber gleichzeitig instrumentale und akustische Stiel ist konsequent im ganzen Album vertreten. Und noch wichtiger,es ist immer noch Coldplay. Es klingt nicht nach etwas was sie nicht sind, es ist mehr wie eine neue Tür die geöffnet wurde.
Für mich steht Coldplay, als eine Band die sich nicht auf 1 oder 2 Bereiche beschränken, sondern mit jedem neuen Album, neue Seiten der Musik erkunden und somit ihren eigenen Horizont erweitern.

Was man jedoch auch in diesem Album bemerkt, ist der Bass. Dieses Album ist ein richtiges Stadion Album. Dieses Album ist dazu da live gehört zu werden. Zumindest klingt es so für mich, wenn ich Hurts like Heaven oder Charlie Brown höre. Die These, dass dieses Album so zu sagen Viva la Vida 2.0 ist, stützen für mich 2 Argumente. Zum einen ist es Every Teardrop is a Waterfall.
Wer das Lied Viva la Vida hört und dies versucht mit Every Teardrop is a Waterfall zu vergleichen, der merkt viele Parallelen. Beide Lieder bestimmen den Stiel des jeweiligen Albums.
Zum anderen sind es die Lieder schlecht hin, die für die jeweiligen Album bestimmend sind.
So ein gewaltiges Lied gab es weder bei X&Y, noch bei Parachutes und wenn überhaupt, dann nur auf a Rush of Blood to the Head mit dem Song Politik.

Der zweite Punkt sind die Übergänge. Was bei Viva la Vida Life in Technicolor war, wurde in Mylo Xyloto mit MX bzw. Mylo Xyloto, M.M.I.X. und A Hopeful Transmission weitergeführt.
Betrachtet man das Album als das was es sein wollte, ist es wirklich ein großartiges Album. Es fühlt sich stimmig an, gibt einem endlich Stadion Atomsphäre und wirkt zu keiner Zeit "falsch".
Aber auch ich musste Ernüchterungen wahrnehmen.

Der Gravierendste Punkt es ist nicht back to the roots. Das war spätestens seit Sommer diesen Jahres klar, als Coldplay auf dem Rock am Ring ihr Debüt gegeben haben. Dennoch finde ich das sehr schade, da noch 2009 von einem akustischen Ansatz geredet wurde. Das kann man der Band jedoch nicht vorwerfen, da dies noch die Entwicklungsphase des Albums war.
Doch 2 große Punkte die mich wirklich am Album enttäuschen ist zum einen, dass Us Against the World kein Duett, wie es live immer mit Will Champion zu hören war, gegeben hat. Das ärgert mich wirklich sehr, da ich davon fest ausgegangen bin und es um so trauriger für mich ist. Zum anderen wurde Moving to Mars, aus der Liste gestrichen. In meinen Augen wäre es besser gewesen, wenn sie Don't Let It Break Your Heart statt Moving to Mars heraus genommen hätten.

Doch kommen wir zu den anderen Liedern. Major Minus ist neben Hurts Like Heaven mein Favorit auf dem Album. Dieses Lied ist für mich das neue Don't Panic und gefällt mir am besten. Ich gehe soweit, dass ich es für persönlich als einer der besten Lieder halte, die Coldplay je produziert haben.
Princess of China dagegen ist ein netter Kontrast und fühlt sich stimmig auf dem Album an. Ich höre es zwar gerne, aber es ist nicht eines der Lieder, die mir ein Grinsen auf mein Gesicht zaubern, wenn ich zum ersten mal ein neues Coldplay Lied höre. Und hier ist der nächste Punkt. Das gewisse Etwas. Es ist zwar vorhanden, es versteckt sich aber derart vor mir, dass es mir schwer fällt es immer wieder in dem Album zu finden. Im übrigen schwächelt das Album spätestens nach Princess of China. Was vorher richtig Laune gemacht hat, wird nun eher fad und zäh.
Up in Flames ist ein Lied, dass mir beim ersten mal die Sprache verschlag und traurig gemacht hat. Es klingt für mich nämlich nach einer Entschuldigung der Band, aufzuhören. Es gab ja schon des öfteren Aussagen der Band, dass dies vielleicht das letzte Album ist und das bestätigte in meinen Augen auch das Lied. Ich glaube ehrlich gesagt auch nicht wirklich an die Trennung von Coldplay, aber dieses Lied fühlt sich etwas danach an. Dinge wie das Ablaufen des 5 Alben Vertrages könnten dies vielleicht sogar bestätigen, naja weiter zum eigentlichen Album.
Up with the Birds, ist für mich ein sehr Cineastisches Lied. Es erinnert etwas an What a Wonderful World und gibt dem Album als solches am Ende noch einmal eine schöne Fassette dazu.

Fazit:

Mit Mylo Xyloto hat Coldplay ihr letztes Album Viva la Vida konsequent weitergeführt. Man könnte sogar sagen, es ist das bessere Viva la Vida. Für das was Coldplay mit dem Album erreichen wollte und für das was es auch geworden ist, ist es wirklich ein sehr gutes Album. Und endlich fühlt man auch die Stadion Musik ohne selbst je auf einem Coldplay Konzert gewesen sein zu müssen.
Würde man mich nach einer Rang Skala der einzelnen Alben Fragen so würde ich die Alben so bewerten: 1. Parachutes/2.X&Y/3.a Rush of Blood to the Head/4. Mylo Xyloto/5. Viva la Vida
Es ist immer noch Coldplay und das ist das, was ich mir am meisten erhofft hatte. Jeder der irgend etwas mit der Band Coldplay und deren Musik anfangen kann, sollte sich dieses Album unbedingt holen. Es ist einfach toll nach 3 Jahren wieder eine bekannte und vertraute Stimme zu hören, die dich an die Hand nimmt und dich über das ganze Album begleitet, um sich danach wieder zu verabschieden. Und spätestens dann weißt du, dass die 3 Jahre eine wirklich lange Zeit waren, aber ihr beide nie weit von einander entfernt wart.


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