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Rezensionen verfasst von
Werner Lange-Altos

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1984: in der Übersetzung von Michael Walter
1984: in der Übersetzung von Michael Walter
von George Orwell
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 2013, 1. April 2014
Das Jahr nach der NSA-Affäre ist ein guter Zeitpunkt, mal wieder über 1984 nachzudenken. Lange Zeit bis 1989 waren die politischen Systeme des Ostblocks ein guter Kristallisationspunkt für das Werk Orwells. Das Ausmass der Unterdrückung und die Verhörmethoden könnte man aus dem Buch entlehnt betrachten. Die Werkzeuge des Ausforschens waren, wenn auch technologisch weniger fortschrittlich, ebenso erfolgreich und niederträchtig wie von Orwell dargestellt. Abweichler verschwanden nicht nur körperlich, sondern auch aus den Archiven. Auch glaubte man bei den Führern der Ostblockstaaten und gewissen Anhängern längst inhaltsentleerter Ideologien den nicht vorgetäuschten Glauben an Tatsachen auszumachen, von denen sie wussten, dass sie falsch waren.

Im Jahr 1984 gab es dann eine ganze Reihe von Veröffentlichungen, die uns weismachen wollten, dass die Überwachungsmethodiken des Buches „1984“ schon real seien. Das war wohl Quatsch.

2013 war jenes Jahr, in dem wir in Erfahrung brachten, dass WIR flächendeckend abgehört werden. Damit ist der grosse Bruder dorthin zurückgekehrt, wo Orwell ihn bereits vermutete (Orwells Erfahrungen bei der BBC, Rede über die vier Freiheiten Franklin D. Roosevelts aus dem Jahr 1941 als parodiertes Vorbild für die vier Ministerien von 1984). Es sind nämlich die ozeanischen Staaten (vor allem die USA), die diese flächendeckende Überwachung ohne jegliche Gewissensbedenken in aller Offenheit besorgen. Diese Überwachung findet unter dem bei Orwell bereits bekannten Sicherheitsvorwand (im Jahr 2013 als Schutz vor Terroristen als neuem Gegner) statt, jetzt allerdings mit moderneren Methoden in einer neu vernetzten, technologisch zu 1948 völlig veränderten Welt. Was nun allerdings völlig anders ist als in Orwells Werk: fast niemand der grossen Masse scheint zu leiden, den Bürgern westlicher Staaten ist es ebenso wie deren willfährigen Regierungen offenbar mehr oder weniger vollkommen gleichgültig, dass sie überwacht werden.

Jedenfalls vorerst einmal. Denn viele überlegen sich bereits ab und zu, was man in privaten E-Mails, Blogs und sozialen Netzwerken besser nicht schreiben sollte.


Packard Bell DOTS-C-262G50nkk 25,6 cm (10,1 Zoll) Netbook (Intel Atom N2600, 1,6GHz, 2GB RAM, 500GB HDD, Intel HD, MeeGo) schwarz
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen XP ist installierbar, 12. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Hatte das Netbook (Variante Meego, 2 GB RAM, 500 GB HDD, kein Bluetooth) wegen seines ausgezeichneten Preis-Leistungsverhältnisses gekauft. Meine Erwartungen wurden voll erfüllt. Für ein Gerät dieser Leistungsklasse scheint mir allerdings XP immer noch die beste Lösung zu sein. Habe deshalb Windows XP 32-bit von einer SP3-Slipstream-CD mit eingeschlossenen 32-bit AHCI-Treibern (aus den Windows 7 Treibern von der Packard-Bell-Internet-Seite mittels "setup -a -p laufwerk:\zieldirectory" extrahiert) installiert. Alle erforderlichen Treiber lassen sich im Internet finden. Das letzte Fragezeichen im Gerätemanager für den HDMI-Port kann beseitigt werden, indem man diesem Gerät die bereits zuvor installierten 3600-VGA-Treiber zuweist. Die Installations-CD kann z.B. via NLITE erstellt und z.B. mittels WinSetupFromUSB auf einen bootbaren USB-Stick gebracht werden.


Ijon Tichy: Raumpilot - 2. Staffel [2 DVDs]
Ijon Tichy: Raumpilot - 2. Staffel [2 DVDs]
DVD ~ Oliver Jahn
Preis: EUR 11,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Schwacher Abklatsch der genialen ersten Staffel, 31. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die zweite Staffel hat nicht gehalten, was man sich nach dem Genuss der ersten versprochen hat. Nur noch zwei Folgen, "Shøpping" und "Sepulken verboten", kommen ungefähr an den Witz und die Intelligenz der ersten Staffel heran. Nur diese beiden erinnern auch noch an bestimmte Episoden aus den Sterntagebüchern: die lebenden Möbel der Folge "Shøpping" kann man als aus der 21. Reise entlehnt betrachten, die Wasserlandschaft der Folge "Sepulken verboten" glaubt man samt Trockenzelle aus der 13. Reise entfernt wiederzukennen. Ansonsten muss man wohl - spätestens nach der Tanzeinlage in der Folge "Das Erinnerungsstück" - betrübt feststellen, dass den Autoren die Ideen ausgegangen sind. Auch die Deutung des Begriffs "Sepulken" (als Verb gebraucht, müsste es gemäss der Kosmischen Enzyklopädie eigentlich "sepulieren" heissen) - eines von Lem gehüteten Geheimnisses aus der 14. Reise der Sterntagebücher - kann man nur als Desinteresse an jenem Werk auffassen, dessen Namen die Serie trägt. Auf die 3. Staffel, in der dann Ijon Tichy seine Analoge Halluzinelle heiraten wird, können wir verzichten.


Ain't Got No Home [Best of]
Ain't Got No Home [Best of]
Preis: EUR 15,63

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erstklassig vom ersten bis zum letzten Titel, 29. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ain't Got No Home [Best of] (Audio CD)
Um ehrlich zu sein: Bis vor ein paar Monaten war mir Clarence "Frogman" Henry gänzlich unbekannt. Dann aber schnappte ich in der DVD-Ausgabe einer Fernsehrserie ein paar Takte aus "I don't know why, but I do" auf. Ich hörte die Stelle mehrfach ab, schrieb den Text mit und kam so auf den Titel von Clarence Henry. Über Amazon fand ich schliesslich die hier in Frage stehende CD. Mitgeliefert wird ein ausgezeichnetes 16-seitiges Booklet (natürlich in Englisch), das über den Werdegang der Sängers informiert.

Ich habe das schon öfter festgestellt: während ich mit der Musik, die ein paar Jahre später tonangebend wurde (Rolling Stones etc.), nie etwas anfangen konnte, finde ich leicht Zugang zu melodischen Titeln, die mir zuvor gänzlich unbekannt waren, die aber einer Zeit entstammen, als mein Musikgeschmack geprägt wurde (50-er und Anfang 60-er Jahre).

Die CD enthält vom ersten bis zum Titel erstklassige Aufnahmen einer einprägsamen Stimme aus einer Zeit, als Musik noch Musik war, und zeigt die Entwicklung des Interpreten von 1956 bis 1964. Die ersten Lieder aus den Jahren 1956 bis 1958, zum Teil von Clarence Henry selbst geschrieben, sind Rhythm-and-Blues-Titel, dann ändert sich der Stil. Die Melodien werden ab 1960 melodisch-eingängiger, das Piano gibt (vom 7. bis zum 12. Titel) nach Dixieland-Vorbild den Rhythmus an, aber alle Titel sind kompromisslos gut gemacht. "I don't know why, but I do" (sein kommerziell grösster Erfolg), "Just my Baby and me" und "Your Picture" (Titel 7-9) sind meine Favoriten, aber das ganze Album ist erstklassig. Die Titel 7 und 8 wären noch besser, wenn die Trompete etwas leiser und das Klavier etwas lauter wäre. Die letzten Titel 13-18 bleiben melodisch dominiert, gehen aber wieder mehr, wenn auch nicht sehr ausgeprägt, in Richtung Rhythm and Blues. Man kann sich zurücklehnen, der CD in einer Dreiviertelstunde in einem Zug lauschen und so die musikalisch besseren früheren Zeiten in seine Erinnerung zurückrufen. Wer will, kann die CD auch zum Tanzen auflegen.


Ijon Tichy: Raumpilot - Die Sterntagebücher
Ijon Tichy: Raumpilot - Die Sterntagebücher
DVD ~ Oliver Jahn
Preis: EUR 9,73

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Irrealsatire, 21. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wieder mal hilft einem der Herausgeber eines Videos. Dem Cover der DVD zur ZDF-Serie kann man entnehmen, dass durch die Serie eine "trashige Welt" abgebildet wird, und das Neusprachurteil "trashig" wird von vielen Rezensenten wiederholt.

Wenn man ein solches Urteil für relevant hält, so muss man fragen, was eine nichttrashige SF-Verfilmung ist. Gut, die Rakete Ijon Tichys der Serie würde im wirklichen Weltraum nicht weit kommen, Captain Kirks raumzeitschnittiges Überlichtgeschwindigkeits-Raumschiff allerdings auch nicht, wenn man mal absehbare Fortschritte der Physik ohne den Skurrilitäten-Baukasten eingefleischter SF-Fans zum Massstab nimmt.

Wer 50 Jahre nach der Erstveröffentlichung der Sterntagebücher auf den Gedanken verfällt, einige ihrer Episoden als Ideengeber für eine Science-Fiction-Serie heranzuziehen, der wird bei der Umsetzung dieser Idee selbstverständlich das Medium Fernsehen im allgemeinen und die 40-jährige Ausstrahlung von Star-Trek-Folgen und vergleichbaren Science-Fiction-Verfilmungen nicht ausser acht lassen können. Den Autoren ist eine der witzigsten und intelligentesten Produktionen gelungen, die das Fernsehen je hervorgebracht hat. Witz und Intelligenz sind eben auch mit Low-Cost-Produktionsmitteln zu erreichen. Auch hier ist der Begriff "trashig" nicht angebracht, wenn auch klar ist, dass ein weniger teddybärhafter Kulup der Ernsthaftigkeit des Themas Kulupenjagd besser gerecht würde.

Die Figur des Raumpiloten und - hier allerdings etwas überzogen - die Ausstattung das Raumschiffs kann man durchaus als eine gelungene Umsetzung der Ideen der siebten Reise (der ersten abgedruckten) Ijon Tichys ansehen. Konkret erinnern sonst nur noch einige wenige Teilepisoden an das Sui-Generis-Werk von Stanislaw Lem.

Episode 1 (Kosmische Kollegen): Vierzehnte Reise (Kulupenjagd)
Episode 2 (Planet der Reserven): Vierzehnte Reise (Reserven)
Episode 3 (Relativistische Effekte): Siebte Reise
Episode 4 (Der futurologische Kongress): Achte Reise

Der Akzent des Raumpiloten, der auch sonst im Weltraum der Serie weit verbreitet ist, hat mich anfangs gestört, bildet aber auch einen Gegenpol zum militärischen Kommandoton der meisten SF-Verfilmungen. Als heiterstes Ereignis der Serie bleiben mir jene Szenen der Episode "Sabotage" in Erinnerung, in der die analoge Halluzinelle "Herrn Tichy" als unausgereiftes Roboter-Modell vorführt. Die Halluzinelle - allein sie spricht in der Serie korrektes Deutsch - ist eine (vermutlich auch dem Fernsehen geschuldete) neue originelle Kreation der ZDF-Serie, in den Sterntagebüchern kommen überhaupt keine weiblichen Haupt- oder Nebenfiguren vor. Die Schaffung der Halluzinellen durch Ijon Tichy wird in der letzten Episode der Serie thematisiert.

Was ist "nichttrashiger", "seriöser" oder "realistischer": SF vom Star-Trek-Typ oder ihre Parodie in der ZDF-Serie? Gut, die Parodie wird nicht realistisch, wenn das parodierte Pendant unrealistisch ist. Da man die Sterntagebücher Stanislaw-Lems auch als SF-Parodie schlechthin verstehen kann, sollte man die Art der Umsetzung durch die Serie nicht nur als gelungen, sondern auch als angemessen bewerten.


Sterntagebücher
Sterntagebücher
von Stanislaw Lem
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Münchhausiaden welcher Wirklichkeit?, 20. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sterntagebücher (Taschenbuch)
Wieder mal hilft einem der Verlag. Die Suhrkamp-Taschenausgabe von 2003 enthält auf der nichtnummerierten Seite 2 eine im Prinzip ausgezeichnete Skizzierung des Inhalts der Sterntagebücher, in der Ijon Tichy als "kosmischer Münchhausen der künftigen Jahrhunderte" charakterisiert wird. Baron Münchhausen trägt aber nicht nur dick auf, seine Lügengeschichten beschreiben fast ausschliesslich Abenteuer, die physikalisch, biologisch und nach jeder Alltagserfahrung unmöglich sind. Wenn der Verlag Ijon Tichy als Münchhausen wahrnimmt, so muss man wohl vermuten, dass man bei Suhrkamp die Überlichtgeschwindigkeitsreisen der Star-Trek-Raumschiffe und die von vergleichbaren Abenteuern berichtende SF-Mainstream-Literatur inzwischen in einem Ausmass für bare Münze nimmt, dass diese als Ersatzwirklichkeit zur Beurteilung der Abenteuer von Ijon Tichy dienen können.

Dass raumzeitschnittige Superjumbo-grosse Raumschiffe mit Überlichtgeschwindigkeit oder zeitreisend unsere Galaxis durchkreuzen, ist leider - mir selbst tut es auch weh - wissenschaftliche Hoffnung ohne Zukunft. Gut, man weiss nicht, was die Zukunft bringt, aber mit dieser Weisheit kann man so ziemlich alles und jedes auf dieser Welt und auf anderen Welten begründen. Alle Überlichtgeschwindigkeits-SF beschreibt ohne Ausnahme Münchhausen-Geschichten, wobei man attestieren muss, dass die dargestellten Reisen in einem Teil der Literatur (wie auch bei den Sterntagebüchern) nur als Vehikel für die Diskussion andersgearteter Fragestellungen dienen. Dabei ist dem Rezensenten klar, dass es leidenschaftliche SF-Leser gibt, die den Bezug zur heutigen lächerlichen Physik längst hinter sich gelassen haben, die Raum und Zeit und der überholten Physik unbekannte Phänomene im Lichte fortschrittlicherer Erkenntnisse sehen und denen die Münchhausen-Klassifikation vermutlich besser verständlich ist.

Die Sterntagebücher (erste polnische Ausgabe mit nur einem Teil der Reisen: 1957) sind, soweit es um Reisen mit Tichys Rakete geht, in dieser Klasse ein Werk sui generis, und dieser Münchhausen unter vielen müsste ohne Zweifel viele Leben durchleben, um alle seine Abenteuer abzuarbeiten.

Während die SF-Literatur der Ersatzwirklichkeit die Frage von Überlichtgeschwindigkeits- oder Zeitreisen thematisiert, war Ich-Erzähler Ijon Tichy auf den Planeten bestimmter bekannter oder unbekannter Sterne oder (genaugenommen unsinnig) auf der Hauptverkehrachse des Grossen Bären einfach zugegen. Wie er mit seiner Rakete da dahinkommen konnte, wird nicht thematisiert, auch wenn er mal wieder 30 Jahre unterwegs war. (Wo die Ziele identifizierbar sind, ist klar, dass man unterhalb der Lichtgeschwindigkeitsgrenze in einem Leben nicht dorthin hingelangen kann.) Oder er wird im 27. Jahrhundert Direktor eines Instituts zur Verbesserung der Geschichte, wo er seine durchweg unfähigen Mitarbeiter zur Strafe in verschiedene Epochen der Menschheitsgeschichte verbannt. Heute sind uns diese Mitarbeiter als Philosophen, Dichter, Herrscher, Wissenschaftler oder als andere Grössen dieser Epochen bekannt. Sein an einen Hexenbesen erinnerndes Chronozykel, das ihn ins 27. Jahrhundert trägt, erfüllt ganz offensichtlich seine Aufgabe (im grossen und ganzen, man hat ihm das schlechteste überlassen, das verfügbar war), niemand käme auf die Idee zu fragen, wie dieses aus der Zukunft stammende Gefährt funktioniert. Tichys Reisen sind satirisch gewürzte Parabeln auf die Zukunft von Technologien (Computer, Roboter, Gentechnik), in deren Anfängen wir uns gerade bewegen, oder - vor allem, was Zeitreisen betrifft - eine Parodie auf SF schlechthin. Tölpelhaftigkeit und Unfähigkeit der Menschen (wie auch der Bewohner ferner Planeten), Technologien zu beherrschen, stellen offensichtlich eine der beharrlichsten Konstanten der Geschichte dar. Zugleich ist der Protagonist ein Gulliver, der aus dem Ostblock der 50-er und 60-er Jahre des 20. Jahrhunderts zu Besuchen von Gesellschaftssystemen auf Planeten ferner Sterne aufbricht. Dort trifft er auf Politiker, Geistliche, Philosophen, Ingenieure und besonders gern auf Wissenschaftler oder Forscher (relativ häufig handelt es sich bei allen um Roboter), nur selten ist er jener Haudrauf, als den wir Münchhausen kennen.


Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen (suhrkamp taschenbuch wissenschaft)
Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen (suhrkamp taschenbuch wissenschaft)
von Thomas S. Kuhn
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,00

5.0 von 5 Sternen Bekehrung, 14. Februar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die "Struktur wissenschaftlicher Revolutionen" ist in zweifacher Hinsicht eines der wesentlichen Bücher ist 20. Jahrhunderts. Erstens hat es die Wissenschaftstheorie mit einem grundlegend neuen Modell (Paradigmenwechsel, Inkommensurabilität von Auffassungen unterschiedlicher Paradigmen) verändert, zweitens hat es durch dieses neue Konzept die Wissenschaftstheorie der breiten Öffentlichkeit bekanntgemacht und diesem Wissenschaftszweig in der öffentlichen Wahrnehmung eine vorher nicht bekannte Attraktivität verliehen. Es greift deshalb bei der heutigen Bewertung des Werkes zu kurz, wenn man zu nah über den Buchstaben die Thesen Thomas Kuhns zustimmend oder mäkelnd wahrnimmt, wie es die ersten Wissenschaftler (damals vor allem Physiker) nach der Veröffentlichung im Jahr 1962 getan haben. Thema dieser Rezension ist auch nicht die heutige Wahrnehmung des Essays aus dem Jahr 1962 in Wissenschaftstheorie und Philosophie oder Kuhns spätere Abwandlung verschiedener Begriffe seiner ursprünglichen Veröffentlichung, sondern die Rezeption seiner 1962 publizierten wissenschaftlichen Arbeit im Original (und nicht etwa einer vereinfachenden populärwissenschaftlichen Darstellung) durch die breite Öffentlichkeit.

Der Übergang zwischen zwei Paradigmen (alles, worüber Konsens besteht, und das damit verbundene Weltbild) erfolgt durch eine wissenschaftliche Revolution, altes und neues Paradigma sind inkommensurabel. Weil die wissenschaftliche Geschichtsschreibung heutige Ergebnisse in die Vergangenheit projiziert und der Idee des kumulativen Anwachsens der Erkenntnis frönt, bleiben diese Revolutionen für Wissenschaftler und Öffentlichkeit verborgen. Da der kumulative Fortschnitt nur innerhalb eines Paradigmas stattfindet und durch wissenschaftliche Revolutionen unterbrochen wird, muss man sich von der Vorstellung lösen, dass sich eine Wissenschaft in ihrer Entwicklung kumulativ einer Wahrheit annähert. Wissenschaft führt nirgendwo hin.

Thomas Kuhn belegt seine Thesen durch die Darstellung verschiedener Umbrüche in der Geschichte der Physik, die nach einem Muster erfolgten, das genau mit seinem neuen Ansatz verträglich ist. Dabei ist klar: Mit Kuhns Modell verträgliche Tatsachen findet man nicht rein zufällig in der historischen Forschung. Man muss zunächst den Ansatz kennen (erfinden), dann findet man auch die erforderlichen Belege. Die "Struktur wissenschaftlicher Revolutionen" ist ein Bekehrungsbuch, ein neuer wissenschaftlicher Ansatz und die zugehörigen Belege werden gleichzeitig geliefert, zugleich erfolgt eine Einordnung in Wissenschaftstheorie, Philosophie und Geschichtsschreibung. Die Rezeption durch die breite Öffentlichkeit erfolgt nicht, weil die Beweise so erdrückend sind, sondern weil der theoretische Ansatz neu, einfach, attraktiv und verständlich ist. Nicht alle Aspekte einer Bekehrung müssen voll verstanden werden. Durch die breite öffentliche Rezeption findet zugleich eine Demokratisierung der Wissenschaftstheorie statt, der Leser wird von einem brillanten Ansatz überzeugt und erfährt en passant von ihm (in seiner Mehrheit) zuvor unbekannten, jetzt aber als überholt wahrzunehmenden Vorstellungen verschiedener Disziplinen, die einer Korrektur bedurften.

Viele Intellektuelle, vor allem in den USA, die in den 60er, 70er und 80er Jahren studierten, geben an, dass sie durch das Hauptwerk Thomas Kuhns aus dem Jahr 1962 in ihrem Verständnis darüber, was Wissenschaft ist, entscheidend beeinflusst worden sind. Somit dürfte die "Struktur wissenschaftlicher Revolutionen" zu den am häufigsten partiell gelesenen wissenschaftlichen Texten des 20. Jahrhunderts gehören.

Warum partiell gelesen? Machen wir uns nichts vor: zwar ist der Übergang vom ptolemäischen zum kopernikanischen Weltbild für die meisten von uns noch verständlich, der Übergang von der Newtonschen zur Einsteinschen Mechanik für Physiker noch nachvollziehbar. In wieweit wir den anderen Belegen Thomas Kuhns für wissenschaftliche Revolutionen folgen können, hängt jedoch stark von der Vorbildung im Fach Physik ab. Von wissenschaftlich ausgebildeten Physikern können wir zwar annehmen, dass sie wissen, worum es bei den verschiedenen von Kuhn genannten Beispielen geht, in einem Studium der Physik werden jedoch nicht unbedingt vertiefte Kenntnisse der Geschichte der Physik vermittelt. Wir müssen daher annehmen, dass es nur wenige Leser gibt, die die Schlüssigkeit der Belege für wissenschaftliche Revolutionen wirklich nachvollziehen können. Es ist davon auszugehen, dass die Mehrheit der Leser die erwähnten Beispiele überschlagen oder, soweit es ihr Vorverständnis erlaubte, gläubig zur Kenntnis genommen hat. Es ist auffällig, dass auch in der wissenschaftstheoretischen und philosophischen Kritik auf die von Kuhn genannten Beispiele kaum eingegangen wird.


Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache: Einführung in die Lehre vom Denkstil und Denkkollektiv (suhrkamp taschenbuch wissenschaft)
Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache: Einführung in die Lehre vom Denkstil und Denkkollektiv (suhrkamp taschenbuch wissenschaft)
von Ludwik Fleck
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,00

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zweifache Rezeption / Ein Anliegen an den Verlag, 12. Februar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Für "Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache" (Erstausgabe 1935) kann man eine zweifache Rezeption wahrnehmen. Lange unbeachtet, erfolgte eine erste Rezeption durch die Wissenschaftstheorie, wobei die Erwähnung des Werks im Vorwort der "Struktur wissenschaftlicher Revolutionen" von Thomas S. Kuhn auch hier eine wichtige Rolle spielte. Diese erste Rezeption ist in der Einleitung (Lothar Schäfer, Thomas Schnelle) der heute noch verbreiteten Suhrkamp-Ausgabe von 1980 dargestellt.

Eine zweite Rezeption erfolgte in den letzten Jahrzehnten und vermehrt in den letzten Jahren durch eine breite Öffentlichkeit, die sich (gleich einem Bibelstudium ohne Anleitung durch die Kirche) mit diesem nun als Klassiker der Wissenschaftstheorie apostrophierten Werk im Originaltext auseinandersetzt. Das Interesse der breiten Öffentlichkeit an der Wissenschaftstheorie wurde im Sinne einer Demokratisierung der Wissenschaft durch das bereits genannte Werk von Thomas Kuhn geweckt, wobei erst das durch die "Struktur wissenschaftlicher Revolutionen" vermittelte Konzept von Paradigmenwechsel und Inkommensurabilität der Wissenschaftstheorie über den Kreis der professionellen Wissenschaftstheoretiker hinaus Attraktivität verlieh. Jahrzehnte nach der ersten Auflage des Werks von Thomas Kuhn im Jahr 1962 wird nun das von Thomas Kuhn nur beiläufig im Vorwort erwähnte Buch Ludwik Flecks als Ideengeber des Bekehrungsbuchs von Thomas Kuhn wahrgenommen.

Fleck verwendet die Begriffe Denkkollektiv und Denkstil, wobei der Denkstil die Denkzwänge des Kollektivs umschreibt. Der Begriff des Denkkollektivs ist sehr weit gefasst und keinesfalls auf die Wissenschaften beschränkt. Neben zufälligen und momentanen Denkkollektiven, die im Grenzfall aus zwei Personen bestehen können, gibt es stabile Denkgemeinden, die sich besonders um organisierte soziale Gruppen bilden. Aufnahme in ein stabiles Denkkollektiv erfolgt in einer Lehrlingszeit, während derer eine autoritäre Gedankensuggestion stattfindet.

Stabile Denkkollektive zeichnen sich häufig durch einen esoterischen inneren Zirkel (Eingeweihte, Denkführer, Experten) und exoterische Kreise (Laien) aus. "Die Beziehung der Mehrzahl der Denkkollektivteilnehmer zu den Gebilden des Denkstils beruht auf Vertrauen zu den Eingeweihten." Über die öffentliche Meinung treten die esoterischen Kreise mit den exoterischen in Verbindung (Elite und Masse). Ist die Position der Elite stark, hält sie die Menge auf Distanz, was häufig für religiöse Denkkollektive gilt. Solche Denkkollektive haben eine Tendenz zu "Konservatismus und Starrheit". Eine stärkere Position der Masse verleiht dem Denkkollektiv demokratische Züge. Die Elite schmeichelt der öffentlichen Meinung, um das Vertrauen der Masse zu bewahren, was gemäss Fleck typisch für die heutigen (1935) naturwissenschaftlichen Denkkollektive ist. Die mehr demokratische Form des Denkkollektivs führt zur Entwicklung neuer Ideen und zum Fortschritt.

Ausgangspunkt für Flecks Überlegungen ist die Entstehungsgeschichte des heutigen Syphilisbegriffs über mehrere Jahrhunderte. Seine wissenschaftshistorischen Beispiele entstammen also der Medizin. Es werden keine abrupten Umbrüche erwähnt, die den wissenschaftlichen Revolutionen Thomas Kuhns entsprechen würden. In seiner Arbeit von 1935 verzichtet Fleck darauf, seine Positionen in damals aktuelle Entwicklungen anderer wissenschaftlicher Denkrichtungen einzuordnen. Thomas Kuhn, der historische Beispiele aus der Physik zur Belegung seiner Thesen verwendet, diskutiert hingegen im Detail alle für genau diese Diskussion erforderlichen Gesichtspunkte in Wissenschaftstheorie, Philosophie und Geschichtsschreibung. Hätte Kuhn nicht 1962 seine "Struktur wissenschaftlicher Revolutionen" veröffentlicht, so ist nicht auszuschliessen, dass das Werk Ludwik Flecks nie wahrgenommen worden wäre. Hier sollte allerdings vermerkt werden, dass Flecks unglückliche Lebensumstände (zuletzt Deportation nach Auschwitz und Buchenwald) ihn daran hinderten, sich selbst um die weitere Verbreitung seiner Arbeit zu bemühen.

Die durch die verständliche Aufbereitung und die in sich abgeschlossene Darstellung bedingte Rezeption durch die breite Öffentlichkeit und die damit verbundene Demokratisierung der Wissenschaftstheorie sind herausragende Leistungen beider (Flecks und Kuhns) Werke. Diese breite Öffentlichkeit kann man - um in der Sprache Flecks zu bleiben - als exoterische Kreise genau der Auffassungen dieser beiden Werke bezeichnen. Fleck wäre vermutlich durch die breite Rezeption der wissenschaftlichen Arbeiten im Original verwundert, da er davon ausgeht, dass die Information der exoterischen Kreise durch vereinfachende populärwissenschaftliche Darstellungen erfolgt.

Das Weiterleben dieser Werke in Wissenschaftstheorie und Philosophie (und in anderen Disziplinen) findet ohne breite Anhängerschaft im Elfenbeinturm statt. Aufgrund der fehlenden eigenen Einordnung Flecks ist es insbesondere für den exoterischen Kreis seines Werkes von 1935 ohne das laienunübliche intensive Studium von Zusatztexten schwierig, die Arbeit in Strömungen jener heutigen Denkrichtungen einzugliedern, die die Deutungshoheit über Flecks Werk für sich reklamieren.

Abschliessend sollen einige Bemerkungen zur seit 1980 unveränderten Suhrkamp-Auflage von "Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache" angebracht werden. Während man den professionellen Wissenschaftstheoretikern des Leserkreises der ersten Rezeption selbstverständlich unterstellen muss, dass sie in der Lage sind, historische medizinische Texte im lateinischen Original zu lesen, so ist es für die Rezipienten der breiten Öffentlichkeit weniger peinlich zuzugeben, dass sie nicht die geringste Ahnung haben, was in den zahlreichen lateinischsprachigen Originalzitaten des Buches vermittelt wird. Aus diesem Grunde möchte ich an den Verlag appellieren, in einer späteren Ausgabe diese häufig auftauchenden lateinischen Textstellen im Hinblick auf den nun breiteren Leserkreis in einer Fussnote zu übersetzen. Sollte danach noch Geld vorhanden sein, könnte man auch in der Einleitung die wissenschaftliche Rezeption des Textes seit 1980 noch nachtragen.

Wenn ich dem Buch nur 4 Sterne verleihe, so bezieht sich der fehlende Stern nicht auf den Originaltext von Ludwik Fleck, sondern auf die nicht zeitgemässe Herausgabe des Buches durch den Verlag. Die heutige Leserschaft unterscheidet sich erheblich vom Adressatenkreis des Werkes von 1935.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 23, 2012 1:28 PM MEST


Stochastik für Einsteiger: Eine Einführung in die faszinierende Welt des Zufalls. Mit über 220 Übungsaufgaben und Lösungen
Stochastik für Einsteiger: Eine Einführung in die faszinierende Welt des Zufalls. Mit über 220 Übungsaufgaben und Lösungen
von Norbert Henze
  Taschenbuch

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aufbau des Lehrbuchs beachten!, 11. Februar 2012
Bei "Stochastik für Einsteiger" handelt es sich um ein ohne Einschränkungen ausgezeichnetes Lehrbuch, das zunächst endliche Wahrscheinlichkeitsräume (bis Kapitel 21), dann diskrete Wahrscheinlichkeitsräume (Kapitel 22-28) mit einer abzählbaren Grundmenge, abschliessend ab Kap. 29 "allgemeine Modelle" (Zufallsvorgänge mit kontinuierlichem Charakter) thematisiert. Das Buch ist an einer Hochschule vor allem als Begleitmaterial für solche Vorlesungen geeignet, die dem gleichen Aufbau folgen. Dies ist vor allem in Studiengängen der Fall, bei denen Mathematik als ein Nebenfach (Beispiel: Wahrscheinlichkeitsrechnung/Statistik für Pharmazeuten, Mediziner, Ökonomen) gelehrt wird. Im Zweifelsfall sollte man vor einem Kauf des Buches die Verträglichkeit mit dem Vorlesungsstoff klären. Die Frage, ob das Buch bereits Einsteiger überfordert, stellt sich da nicht, da der Inhalt grosser Teile des Buches in solchen Vorlesungen in einem Semester abgehandelt wird. Da muss man durch, ob man will oder nicht.


Richtig irren: Von falschen Glaubenssätzen, Denkfehlern und der kreativen Kraft unserer Fehlbarkeit -
Richtig irren: Von falschen Glaubenssätzen, Denkfehlern und der kreativen Kraft unserer Fehlbarkeit -
von Kathryn Schulz
  Gebundene Ausgabe

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Keine Botschaft, 10. Februar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe dieses Buch vor ein paar Monaten bis zum bitteren Ende gelesen, einschliesslich der Danksagung 411 Seiten. Hebe mich dabei zumindest positiv vom Umschlaggestalter der deutschen Ausgabe ab, der sich offensichtlich nicht eine einzige Zeile zu Gemüte geführt hat.

Eine Vorhaltung muss ich mir machen: ich habe mich von einigen englischsprachigen Rezensionen von BEING WRONG in die Irre leiten lassen. Ich hatte mir erhofft, hier ein Buch der Demokratisierung der Wissenschaft im besten Sinne vor mir zu haben. Dazu wäre es nötig gewesen, dass sich die Autorin zunächst aus den Forschungsergebnissen und anderen Quellen der äusserst unterschiedlichen Disziplinen (Soziologie, Psychologie, Medizin, Biologie, Neurowissenschaften, Philosophie und insbesondere auch der Literatur), in denen über den Irrtum nachgedacht wird oder wurde, eine eigene Meinung gebildet hätte, das Thema dann neu, konsistent und verständlich strukturiert und ihre verständliche eigene Meinung im Zweifel auch gegen verschiedene Auffassungen von Irrtumsautoritäten dargestellt hätte.

Tut sie aber nicht. Das Buch plätschert langatmig von einem Irrtumsaspekt zum anderen dahin, jedesmal kommt implizit eine artige Verbeugung vor einem Granden des gerade ausgebreiteten Themas hinzu.

Nach dem Lesen des Buches (erst recht ein paar Monate später) hat man fast alles wieder vergessen, was man gerade gelesen hat. Denn man hat viele aneinandergereihte Episödchen verarbeitet, aber keine Botschaft vernommen, die die Autorin zu verkünden hätte.

Das Vergessen gilt für das Werk das ganzes, die nicht aufgefundene Botschaft. Die Autorin will uns zu nichts bekehren. Wenn man sich aber gerade mal mit jemandem unterhält, mag es sein, das einem eine bestimmte Episode von BEING WRONG (den misslungenen deutschen Titel mag ich nicht zitieren) wieder in den Sinn kommt. Am interessantesten erscheinen mir im Nachklang jene Seiten, in denen erläutert wird, dass man sich auch an Ereignisse, die an geschichtsträchtigen Tagen (z.B. Angriff auf Pearl Harbor, 11. September 2001, Explosion Raumfähre Challenger) stattfanden und die man für reines Wissen hält, in Wahrheit nur unvollkommen und meistens falsch erinnert. Filme in einer Computerdatenbank kann man so oft abrufen, wie man will, es kommt immer wieder das gleiche Ergebnis zutage. Erlebnisse unseres Lebens, auch die sehr besonderer Tage, sind mit allen erlebten Bildern, Gedanken und Gefühlen an unterschiedlichen Stellen des Gehirns abgespeichert. Wenn man sich erinnert, werden die Erlebnisse aus den verschiedenen Gehirnregionen neu zusammengesetzt, man erlebt man die jeweiligen Ereignisse bei jeder Erinnerung neu, und mit der Zeit erinnert man sich an Erlebnisse, die in der zurückgerufenen Form nie stattgefunden haben.


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