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Rezensionen verfasst von
Dalek "The Abomination" Caan

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7 Sinners
7 Sinners
Preis: EUR 8,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auffe Fresse, Alder!, 8. April 2015
Rezension bezieht sich auf: 7 Sinners (Audio CD)
Nach dem grundsympathischen Akustikalbum "Unarmed" ging es für Helloween also wieder zurück in Metal-Gefilde - und wie!

Andi Deris hatte ja im Vorfeld schon erklärt, In Flames zu mögen und von Disturbeds "Ten Thousand Fists" beeinflußt zu sein, und "Seven Sinners" macht in Bezug auf Heaviness keine Gefangenen. Was auf "Gambling With The Devil" begonnen hatte, wurde hier gnadenlos weitergeführt. Keine Achtziger-Nostalgie mehr, Helloween waren im Hier und Jetzt angekommen, das Line-Up seit einigen Jahren stabl und perfekt eingespielt. Der Opener "Where The Sinners Go" erinnerte tatsächlich ein wenig an Disturbed, unüberhörbar aber noch viel mehr an eine moderne, absolut frische Version des Deris-Ära-Helloween-Sound. In "Are You Metal" gibt's gar Blastbeats, "Who Is Mr. Madman" ist eine typische Gerstner-Uptempo-Hardrocknummer (und zitiert gekonnt den "Perfect Gentleman") und "Raise the Noise" ein packender Weikie-Speedie mit Ohrwurmmelodie.

Zwischen diesen Polen bewegt sich auch der Rest der Scheibe, durchweg mit derben, fetten Riffs und eingängigen Hooks gesegnet und mit einer Frische rausgeknallt, die den schlagerpowermetallenden Jungcombos zeigte, wo der Bartel den Most holt. Und Andi, der Vielgescholtene, ging den immer noch regelmäßig auftauchenden Kiske-Vergleichen clever aus dem Weg, indem er sich erstaunlich variabel, gefühlvoll und zeitweise so bissig und aggressiv wie nie zeigte und dabei die bislang überzeugendste und reifste Leistung seiner gesamten Karriere ablieferte. Dabei verliert man aber niemals die typischen Trademarks aus den Augen, jeder, der nicht in den "Keeper"-Jahren steckengeblieben ist, hört sofort, wer hier am Werk ist.

Helloween klangen ab "7 Sinners" endlich wieder vollkommen eigenständig und spielten auf Albumlänge wieder bei den ganz Großen der Metalszene mit. Und ja, mit richtigem Metal. Der auch mal Kanten hat und wehtun darf... so wie sich das gehört.


Unarmed: Best of 25th Anniversary
Unarmed: Best of 25th Anniversary
Preis: EUR 6,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht perfekt, aber sympathisch, 8. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Unarmed: Best of 25th Anniversary (Audio CD)
Der Vor-Vorgänger "Keeper... - The Legacy" hatte Helloween - kommerziell durchaus erfolgreich - bei ihren alten 80er-Fans um Nostalgiesympathien betteln sehen. So richtig wohl scheinen sie sich aber dabei auch nicht gefühlt zu haben, denn schon mit dem deutlich härteren "Gambling with the Devil" und speziell dem Jubiläumsalbum "Unarmed" wurde das Ankuscheln schon wieder zugunsten von Weiterentwicklung und Eigenständigkeit beendet.

Ein Akustikalbum hatte es werden sollen, im Endeffekt gab's dann doch ein paar E-Gitarren, aber immer noch keinen Metal. "Unarmed" richtet sich dann auch nicht an "Berufsmetaller", die Angst haben, das der Götz kommt und ihnen die Kutte entzieht, wenn sie sich Mucke ohne verzerrte Gitarren anhören oder Sechzehnjährige, die die Band mit "Keeper... - The Legacy" entdeckt haben und plötzlich Helloween-Experten waren. Nicht an Metalfans, sondern an Helloween-Fans. Und zwar die, die die Band als Gesamtes verstanden hatten, sich mit ihnen weiterentwickelt hatten und genauso offene Ohren besaßen wie die Band selbst. Zu Helloween gehörten eben schon früher Spaßnummern wie der "Surprise-Track" auf der Picture Disc der Debut-EP oder poppiges wie "Livin' Ain't No Crine", "Number One" oder "If I Could Fly".

"Unarmed" bringt auf jeden Fall den Spaß, den die Band beim Experimentieren hatte, ganz deutlich rüber. Wo andere Bands bei Akustikalben einfach alle Rocker in Balladen umarrangieren, lassen Helloween über weite Strecken durchaus angstfrei und meist gelungen die Kreativ-Sau raus. Ob das mit Ska-Elementen versehene "Dr. Stein" oder das zur Schraddel-Lagerfeuernummer umgestrickte "Eagle Fly Free", die Arrangements sind zum Großteil sowohl originell und augenzwinkernd humorvoll (aus den Twin-Leads bei "I want out" wird z.B. ein Kinderchor) als auch zu den Songs passend, und mit dem orchestralen Medley der drei Epen "Halloween", "Keeper of the 7 Keys" und "King For A 1000 Years" wird's gar anspruchsvoll. Leider übernimmt sich bei letzterem Andi Deris einmal mehr damit, die dramatischen Pseudo-Opern-Vocals der Originale zu reproduzieren, das wirkt dann doch eher etwas schmerzhaft, genauso wie bei "A Tale...", bei dem ich spontan an JBOs "Roots Bloody Roots" denken mußte. Und auch "Forever And One" und "Where the Rain Grows" sind definitiv ein wenig zu schmalzig geraten, da hängt man dem Anspruch des Restalbums hinterher. Schade, das es hingegen die tolle Version von "Why" nur auf die Japan-Variante geschafft hat, die ist diesen drei Songs deutlich überlegen.

Als obersympathisches, lockeres und entspanntes Zeugnis dessen, was man nach 25 Jahren auch außerhalb der Genregrenzen zu leisten in der Lage war, unschlagbar. Und als gute Stunde Spaß sowieso.


Keeper of the Seven Keys-the Legacy
Keeper of the Seven Keys-the Legacy
Wird angeboten von Online-Versand-Grafenau GmbH
Preis: EUR 14,49

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Das schwächste Helloween-Album ohne Wenn und Aber, 8. April 2015
Nachdem Michael Weikath jahrelang getönt hatte, niemals mehr eine Keeper-Scheibe machen zu wollen und darauf hinwies, daß selbst die ersten beiden Keeper-Scheiben keinesfalls Konzeptalben waren, sondern schlicht ein wegen Labelintervention in zwei VÖs aufgeteiltes, geplantes Doppelalbum, kam 2005 plötzlich die Kunde, daß nun doch eine dritte Keeper-Scheibe erscheinen sollte.

Der Grund war schnell gefunden, Helloween befanden sich an einem kommerziellen Tiefpunkt, die Coverscheibe "Metal Jukebox", das experimentierfreudige "The Dark Ride" und die "Rückbesinnung" "Rabbit Don't Come Easy" hatten bei den Fans nicht viel Anklang gefunden, während sich Jungspunde wie Tobias Sammett oder Nightwish mit einem deutlich von alten Keeper-Zeiten inspirierten Bombast-Speed-Kinderlied-"Metal" die Säcke vollmachten. "Können wir auch!", beschlossen Helloween und machten sich auf, ihren Platz an der Spitze zurückzuerobern. In einer Weise hat das - wie bei dem genauso elenden "Operation:Mindcrime II" von Queensryche - auch funktioniert, alleine die Verwendung des "Keeper"-Titels beschaffte der Band soviel Presse wie seit "Master Of The Rings" nicht mehr, und die Diskussion "dürfen die das?" sorgte auch dafür, daß jeder mitbekam, daß es die Band noch gab.

Leider, leider ist "Keeper - The Legacy" aber der definitive Tiefpunkt in der sicher wechselhaften Helloween-History. Denn leider zieht das komplette Album an einem vorbei, ohne Spuren zu hinterlassen. Die Anbiederung an Achtziger-Sounds wirken ncht nur völlig unglaubwürdig, sondern auch altbacken (etwas, das man Helloween bis dato nie hatte vorwerfen können) und übertrieben sauber und glatt. Was der Eine als "Zitat" und "Tribut an die eigene Vergangenheit" begriff, kam mir wie zynisch und mit Gewalt auf Old School gebürstet und bei sich selbst geklaut vor. Alleine der Opener "King For A 1000 Years" ist eine Ansammlung von alten Riffs und Melodien, mit viel Chorbombast auf Avantasia gefönt, aber ohne einen richtigen roten Faden zu präsentieren. Progressiv gemeint, aber im Endeffekt halt nur Stückwerk mit wenig zwingenden Einfällen - und dem Versuch, Andi Deris als Falsett-Kiske-Klon zu präsentieren. Warum der den Jungs damals nicht den Stinkefinger gezeigt hat, ist mir bis heute unbegreiflich - hat aber wohl irgendwo mit Schecks zu tun.

Eine Handvoll Songs auf Disc 2 sind dennoch ganz gelungen, der typische Deris-Popsong "Come Alive" zum Beispiel, den Markus-Speedie "My Life For One More Day" oder Weikis "Do You Know What You Are Fighting For", das an die "Chameleon"-Phase erinnert, aber wenn in achtzig Minuten Musik nur zwei, drei richtig gelungene Songs rausspringen, ist das für eine Klasseband wie Helloween einfach zu wenig. Und einen Stern Abzug gibt's für die zynische, werbeträchtige Verwendung des alten "Keeper" Markennamens und dem Versuch, auf die Nostalgiemasche ordentlich abzusahnen.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 10, 2016 3:09 PM MEST


Van Halen - Tokyo Dome In Concert
Van Halen - Tokyo Dome In Concert
Preis: EUR 10,98

10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zwiespältig..., 30. März 2015
Rezension bezieht sich auf: Van Halen - Tokyo Dome In Concert (Audio CD)
Fangen wir mit dem Positiven an: die Setlist dürfte außer beinharten Hagar-Verehrern jedem VH-Fan ein Lächeln ins Gesicht treiben. Von den Hits bis zu den Insider-Faves wird hier die komplette Roth-Ära abgehandelt, sogar das (in meinen Augen allerdings außerordentlich schwache) letzte Album ist mit drei Songs vertreten. Der Sound ist schön dreckig, rotzig und klingt erfreulich unbearbeitet - HiFi ist anders, aber mir ist das allemal lieber als das Glattgebügelte des Studiovorgängers. Und es ist unüberhörbar, daß die Van Halen-Familie Ed, Alex und Wolfie jede Menge Spaß auf der Bühne hatten, diese Spielfreude wird von "Tokyo Dome Live in Concert" auch mit einigem Gejamme perfekt transportiert. Und Eddie ist endlich wieder er selbst, vergessen sind die unfassbar miesen Ausschnitte der letzten Hagar-Tour, wo ein sturzbetrunkener EVH sein eigenes Denkmal stürzte - hier gibt er durchweg Vollgas und zeigt allen Interessierten, warum jeder Gitarrist heute noch vollkommen zu Recht in Ehrfurcht erstarrt, wenn sein Name fällt!

Aber, und das muss leider auch gesagt werden, es gibt Einiges, was den Spaß hieran vergällen kann. Da wäre natürlich einmal ganz besonders die "Leistung" von David Lee Roth, der tatsächlich nicht einen einzigen Song vernünftig bis zum Ende durchbringt. Ein wenig tonales Danebenliegen oder ein paar verschluckte Worte aufgrund akuter Atemlosigkeit schrecken mich eigentlich noch lange nicht ab, aber was Dave hier abliefert, ist nichts mehr als peinlich und auch nicht mit "er ist halt eher Showmann" abzutun. Die Melodien der Songs sind entweder nicht mehr vorhanden - wo andere mal ein paar Worte verschlucken, geht Dave gleich den anderen Weg und läßt nur noch eine Handvoll Schlagworte im Raum stehen - oder derart schief "gesungen" daß es einfach keinen Spaß mehr macht. Wie jemand sich durch die totalversemmelten "Oh Pretty Woman", "Panama" oder "Jump" (bei dem auch noch Alex völligen Murks zusammentrommelt) durchquälen kann und danach noch fünf Sterne geben, ist mir ein Rätsel.

Aber, bei aller oben erwähnten, positiv vermerkten Spielfreude, leider erlauben sich auch die drei Van Halens eine ganze Menge spielerischer Schnitzer, gleich der Bridge-Rhythmuswechsel im Opener "Unchained" verfällt ins Chaos, das legendäre Solo von "Running With The Devil" wird eher schlampig und im falschem Timing runtergenudelt, und über die komplette Laufzeit wimmelt es von falschen Einsätzen, versemmelten Breaks, vereinfachten Bassparts und anderen Schlampigkeiten. Wie ein Bekannter meiner ersten Band anno 1988 aufgrund einer simplifizierten (und offen gestanden insgesamt ziemlich besch...eidenen) Version von "Mean Street" nahelegte: "Wenn'd Van Halen halt net g'scheit spiele kannscht, dann losses doch liewer ganz." Hart, aber durchaus berechtigt

Schade, daß sich den positiven Aspekten dieser Scheibe (Eddie, knackiger Sound, Eddie, geile Songs, Eddie, ach ja, und natürlich Eddie) so viele negative (Dave, allgemeine Untightness, Dave) anschließen, denn so kann ich leider keine Empfehlung aussprechen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 7, 2015 7:40 PM MEST


Goody 2 Shoes & The Filthy Beast
Goody 2 Shoes & The Filthy Beast
Preis: EUR 9,49

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht mies, aber wenig begeisternd, 29. März 2015
Rezension bezieht sich auf: Goody 2 Shoes & The Filthy Beast (Audio CD)
Mothers Finest haben es mit Sicherheit nicht nötig, irgendwem was zu beweisen. Als eine der ersten Bands, die Funk-Grooves und harte Rockriffs verbanden, können sie von sich behaupten, die heutige Musikszene entscheidend mitgeprägt zu haben - ohne MF kein Prince, kein Kid Rock, keine Living Colour, keine Chili Peppers, keine Korn... dieser Crossover begann im Prinzip mit (natürlich) Hendrix, Sly Stone und eben MF.

Ihr erstes Lebenszeichen nach dem ehrlich gesagt ziemlich misslungenen 2003er Album "Meta-Funk'n Physical" kann denn leider aber auch nicht vollständig überzeugen. Zwar bleibt der grausige Drumcomputer diesmal in der Kiste, aber die Produktion klingt trotzdem eher nach Heimstudio als nach Profiaufnahme.Zwar ist man damit immer noch einige Stufen über den Katastrophen der letzten Boston- und Tate/Queensryche- Alben, aber richtig Begeisterung will dennoch nicht aufkommen. Denn auch die Songs ziehen nicht unbedingt die Butter vom Brot, das hat man alles vorher schon einmal besser gehört. Im Vergleich zu den alten Alben allerdings klingt hier alles reichlich bieder und zahm, die Refrains bleiben nicht hängen, die Riffs knallen nicht richtig, und die Grooves klingen - auch soundbedingt - eher nach Dorfdisco als nach einem "Piece of the Rock". Okay, Joyce Kennedy klingt nach wie vor unfassbar gut, allerdings hört man gelegentlich, das bei Glen Murdocks Gesang und den Backings ein wenig mit Autotune nachgeholfen wurde. Das ist natürlich fraglos erlaubt, aber wenn schon, sollte man wenigstens im Mix dafür sorgen, daß das Ganze nicht so furchtbar auffällt.

Natürlich ist das alles nicht furchtbar schlecht, und ein gescheiter Produzent hätte mit Sicherheit ein wenig mehr rausholen können, aber so bleibt leider nur ein mittelprächtig komponiertes Album auf dem klanglichen Niveau einer durchaus talentierten Amateurband, und das ist meines Erachtens nach für eine Band wie MF zu wenig.


The Studio Albums 1993-2013 (8cd Box-Set)
The Studio Albums 1993-2013 (8cd Box-Set)
Preis: EUR 22,99

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schatzkiste!, 24. März 2015
Man ist ja gerne versucht, Ray Wilson als armes Schwein abzutun, mit dem es das Leben trotz großer Chancen nie besonders gut gemeint hat. Obwohl er eine der markantesten Stimmen des kompletten Rockzirkus sein Eigen nennt, haben sich weder das One Hit Wonder-Projekt "Stiltskin" noch die von ihm gefrontete Genesis-Besetzung trotz ursprünglicher Erfolge auf Dauer etablieren können.

Das ist aber vielleicht auch ganz gut so, denn ansonsten wären uns die hier versammelten Alben vermutlich allesamt entgangen. Von der Eigenproduktion seiner Prä-Stiltskin-Band "Guaranteed Pure", die irgendwo zwischen Bon Jovi, Country- und Folk-Rock pendelt bis zum "Chasing Rainbows"-Album, das Wilson als großartigen Songwriter mit packenden, hochpersönlichen Songs präsentiert, kann man - im Verbund mit der ersten Stiltskin und Genesis' "Calling All Stations"noch bessser - hier die Entwicklung eines Musikers nachvollziehen. Jedes Album hat seine Qualitäten, ob die jugendliche Unverdorbenheit und songschreiberische Naivität des GP-Albums, der Indie-Prog von _cuts "Millionairhead", folkiges auf Change, Neo-Grunge auf "She" und alles bunt vermischt auf "Unfulfillment" - über allem schwebt dennoch immer eine gewisse urtypische Melancholie. Wilson ist halt eher ein Musiker der sich in schwermütigen musikalischen Welten wohlfühlt, in denen auch seine eindringliche Stimme perfekt zur Geltung kommt.

Angesichts der geballten Qualität dieser Alben ist es um so verwunderlicher, daß Wilson sich in der Öffentlichkeit mehr als Genesis-Nachlassverwalter geriert, denn alleine diese Scheiben geben mehr als genug erstklassiges Material ab, das es viel mehr verdient hätte, regelmäßig auch live gehört zu werden. Betrachtet man noch den Preis dieser Box, so sollte kein Fan von handgemachter, melancholischer Singer-Songwriter-Mucke zögern, sich einen neuen Lieblingssänger ins Haus zu holen.


Toto XIV (LTD. Ecolbook Edition)
Toto XIV (LTD. Ecolbook Edition)
Preis: EUR 17,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das erste echte Toto-Album seit "The Seventh One"?, 24. März 2015
Rezension bezieht sich auf: Toto XIV (LTD. Ecolbook Edition) (Audio CD)
Meine - zugegeben auch provokativ gemeinte - Titelzeile fasst im Prinzip schon alles zusammen.

Ab "Kingdom Of Desire" waren Toto eben faktisch eine andere Band als auf den ersten sieben Scheiben. Wer auf diese, klar von Steve Lukather geführten und dominierten Jahre steht, wird mit "XIV" vermutlich nicht glücklich.Das beginnt schon mit der Wahl des neuen Drummers, statt Technikgenie Simon Phillips hier nun der entspannte Groover Keith Carlock (der auch schon bei Steely Dan aktiv war), der genauso facettenreich, aber weit subtiler trommelt - eben eher im klassischen Porcaro-Stil. Und Steve P. ist endlich auch wieder als vollwertiges Bandmitglied da und addiert wieder seine klassikbeeinflussten Breaks und smoothe, jazzige Balladen zum Sound der Band. Dazu noch eine generelle Rückbesinnung auf den alten Stil irgendwo zwischen sanftem "Yacht Rock" ("The Little Things"), knackigem AOR ("Burn", "Running Out Of Time"), Gefrickel ("Great Expectations") und radiotauglichem Pop ("Chinatown"), gemischt mit den härteren Gitarrensounds der Luke-Ära, und fertig ist das abwechslungsreichste und schlicht auch mein Lieblings-Toto-Album seit den Achtzigern.

Der musikalische Nachfolger von "IV" ist XIV" dann trotz Ankündigung auch nicht geworden, eher eine zeitgemäße Variante von "The Seventh One". Eben auch, weil Joseph Williams weit weniger blues- und soullastig klingt als Bobby Kimball. Über seine Gesangsleistung gibt's trotzdem nix zu meckern, das passt und fügt sich mit den Stimmen von Luke, Steve und David in ein wunderbares Ganzes. Auch diese Rückkehr zu den vier Leadsängern sorgt für Abwechslung, denn jeder ist natürlich auch als Songwriter tätig und bringt seine eigenen Vorlieben ein.

Eingefleischte Lukather-Fans müssen sich erst wieder umgewöhnen, denn das ist ein klares Band-Album, bei dem er nur mehr ein Viertel des Gesamten ausmacht. Wem aber die letzten Toto-Albun zuwenig von der klassischen Magie der 70er und 80er transportierten, wir sich hier sofort heimisch fühlen.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 24, 2015 5:33 PM CET


Restarter
Restarter
Preis: EUR 16,99

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Sie poppten nur einen Sommer..., 16. März 2015
Rezension bezieht sich auf: Restarter (Audio CD)
Vorab die gute Nachricht: wer die poppige, originelle und in diesem Bereich einzigartige Gute-Laune-Ausrichtung der letzten beiden Torche-Scheiben nicht so mochte, dürfte mit Restarter (deshalb ein durchaus passender Titel) wieder glücklich werden. Denn unterm Strich ist Torches Neue tatsächlich, wie angekündigt, ihr bisher härtestes Album, ein klarer Rückschritt zum ursprünglichen Sludge/Stoner-Sound der Band, heavy, düster, auf maximale Lautstärke produziert und - leider - für Normalo-Rockfans einfach auch ein klein wenig langweilig.

Zwar spendieren sie uns nach wie vor eine Handvoll kurzer Pop-Momente, z.B. "Blasted" oder das auch textlich sehr coole "Loose Men", aber zum größten Teil wird hier traditionell doomig-derb gelärmt, mit wenig Abwechslung und wenig, was im Ohr hängenbleibt. Die gnadenlos dynamikfreie, auf ein Level gebürstete Produktion (typischer Relapse-Sound eben) tut ihr übriges dazu, daß Nicht-Stoner-Experten sich ein Gähnen nicht verkneifen werden können. Denn ohne ihr Talent für die großartigen Hooklines haben Torche eben dann doch nicht viel zu bieten, was man nicht von mindestens Kyuss, Monster Magnet oder meinetwegen auch Hawkwind und Sabbath schon besser gehört hätte. Schade, denn "Meanderthal" und vor allem "Harmonicraft" waren eigenständige, Genre-übergreifende Großtaten, "Restarter" ist hingegen über weite Strecken einfach nur noch Durchschnitt, was bei einer Band, die Ohrwürmer wie "Kiss me Dudely", "Pirana" oder "Snakes are Charmed" im Katalog hat, einfach nur schade ist.

Eingefleischte, orthodoxe Stoner oder Sludge/Doomer dürfen nun fleißig "nicht hilfreich" klicken und sich noch einen Extra-Stern denken, aber für die Fans der jüngeren Vergangenheit der Band wird "Restarter" eine derbe Enttäuschung darstellen.


War of Kings
War of Kings
Preis: EUR 22,99

7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Typisch "neue" Europe - aber etwas "unterproduziert", 7. März 2015
Rezension bezieht sich auf: War of Kings (Audio CD)
Europe haben ja bekanntlich mit ihrer Reunion einen deutlichen Stilwechsel vollzogen, weg vom typischen, ur-skandinavischen Melodic Hardrock (den sie ja miterfunden haben!) der ersten Alben, hin zu runtergestimmten Gitarren, düsterer Atmosphäre und weniger eingängigen Songs. Das hat eine Menge alter Anhänger gekostet, und es bleibt zu bewundern, daß die Band trotzdem nie zurückgerudert hat und sich sämtlichen moderneren, poppigeren Sounds konsequent verschließt. Wer die neuen Europe nicht kennt, dem kann man den Stilmix als irgendwo zwischen den Sounds der 70er und den 90er beschreiben - also Led Zeppelin (ganz viel), ein wenig Hendrix, viel "Come taste the Band"-DP, ein Spritzer früher Lenny Kravitz gemischt mit einer softeren Version von Soundgarden oder Audioslave.

"War of Kings" führt denn auch konsequent die Linie der vier Vorgänger fort, daß heißt, wer auf Granaten wie "Scream of Anger" und "Ready or Not" oder Ohrwürmer wie "Cherokee" und "Superstitious" hofft, kann sich die Scheibe gleich komplett sparen. Auch hier wird hauptsächlich in Moll gerockt, die Produktion ist bodenständig und staubtrocken, und Joey Tempest hält sich stimmlich in mittleren, raueren Lagen. Allerdings gibt's hier zum ersten Mal seit langem auch eine Handvoll Querverweise zu den alten Europe-Sounds, der Refrain des Titelsongs beispielsweise hat durchaus die alte Hymnenhaftigkeit, ebenso wie "California 405" oder "Days Of Rock'n'Roll", die beide ein wenig an das "Prisoners in Paradise" - Album erinnern. "Rainbow Bridge" hingegen kommt mit starken psychedelischen Elementen, und "Angels with Broken Hearts", die "Quotenballade", liegt exakt zwischen Deep Purples "When a blind man cries" und "Wasted Sunsets". Songschreiberisch ist also durchaus eine Menge Abwechslung geboten, leider kann die Produktion da ncht so recht mithalten. Alles klingt ziemlich aufs gleiche Dynamikleverl gebogen, und auch die Sounds sind immer die Gleichen. Da wünscht man (oder ich zumindest) sich dann eine etwas spritzigere und mutigere Produktion, die das Ganze einfach ein wenig mehr krachen lässt und den Songs mehr Eigenheiten zugesteht. Wie auf den Live-Alben der Band deutlich nachzuhören, krachen Europe live ja deutlich rock'n'rolliger, auch härter und, nun ja, lebendiger, hier hingegen fehlt mir oftmals einfach ein wenig der Saft.

Die "70er-mäßig, trocken und rau"-Masche hat sich womöglich nach fünf Alben auch einfach ein wenig abgenutzt, so daß unterm Strich für mich ein weiteres gutes Europe-Album bleibt, das aber nicht mit meinem Post-Reunion-Favoriten "Last Look At Eden" mithalten kann. Treuen Fans kann das freilich egal sein, Neue wird man hiermit aber leider wohl auch nicht rekrutieren können.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 10, 2015 8:57 AM CET


Live at Koko (LTD. Digipak)
Live at Koko (LTD. Digipak)
Preis: EUR 17,99

23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Still going strong - mit klitzekleinen Abstrichen, 20. Februar 2015
Rezension bezieht sich auf: Live at Koko (LTD. Digipak) (Audio CD)
Vorweg, ich bin kein Heep-Fan der Ü60-Generation. Ich habe die Band 1988 als Vierzehnjähriger mit "Raging Silence" entdeckt, für mich ist Bernie Shaw also "schon immer" und definitiv "mein" Heep-Sänger. Für mich haben "Raging Silence" oder "Sea Of Light" die selbe Bedeutung wie "Demons and Wizards" für jemanden, der sich die Scheibe anno 1972 als Jugendlicher gekauft hat: Soundtracks meines Lebens und nicht daraus wegzudenken. Was ja auch durchaus für die Qualität spricht, die Heep auch heute noch abzuliefern in der Lage sind.

Bei anderen 70er-Legenden wie Yes, Deep Purple oder UFO herrscht ja ab einer gewissen Zeit ein klarer Qualitätsabfall, Alben wie "Now What" oder "Magnification" stehen halt drei, vier Stufen unterhalb Klassikern wie "Machine Head" und "Close To The Edge" - weshalb live auch nie mehr als zwei, drei Songs vom aktuellen Album gespielt werden und ansonsten alles mit Klassikern aus den "Golden Years" gefüllt wird. Uriah Heep können hingegen auch problemlos - wie hier bewiesen - die Hälfte des Sets mit Material der letzten vier, fünf Alben füllen, ohne daß das der Stimmung irgendeinen Abbruch tut. "Against all Odds", "Can't Take That Away", "One Minute" oder "I'm Ready" können problemlos neben den Denkmälern wie "Stealin'", "Lady in Black" oder "July Morning" bestehen, ohne daß man sich der Skip-Taste nähert. Schade nur, daß nicht mehr vom "Outsider"-Album zu hören ist, der Titelsong oder "The Law" hätten hier noch gut ins Konzept gepasst - aber das erschien ja erst drei Monate später.

Weshalb denn hier nur vier Sterne stehen, ist relativ schnell erklärt. Wer Heep auf der letzten Tour gesehen hat, wird zustimmen, daß die Koko-Show in vielen Belangen ein wenig schwächelt. Die ganze Band scheint sich erst etwas "warmlaufen" zu müssen, "Sunrise" und "Nail on the Head" beispielsweise werden einfach zu langsam und gebremst gespielt, das ist man knackiger gewohnt, und auch Shaw klingt bei den ersten paar Songs noch ungewohnt atemlos, als hätte er nicht seinen besten Tag erwischt, der Falsett-Gesang bei "Traveller in Time" klingt gar ziemlich wackelig, das kann er, wie live bewiesen, definitiv normalerweise besser.

Der Sound leider kann mich auch nur bedingt begeistern. Natürlich ist einerseits schön, daß alles sehr rau und naturbelassen klingt, aber im Vergleich zu anderen Heep-Livescheiben wie "Live in Armenia", "Spellbinder" oder "Future Echoes" kann "Live at Koko" halt einfach nur bedingt mithalten. Und die DVD ist auch okay, mehr nicht, lediglich Stereo-Sound, und auch die Bildregie ist eher mittelkreativ, im Prinzip vornehmlich die selben Kamerapositionen (Bühnentotale, Phil Lanzon von oben, Russell Gilbrook von rechts unten, Micks Gitarre in Großaufnahme, Dave Rimmer ist eher Randgestalt), immer wieder zufällig durchgewechselt. Da haben Marillion oder Magnum mit ähnlich niedrigem Budget spannendere und dynamischere DVDs produziert.

Das ist freilich Gemeckere auf hohem Niveau, und "Koko" macht ja durchaus auch seinen Spaß, wir reden hier ja nicht von einem Komplettausfall, und die komplette Frühsiebziger-Konkurrenz (inklusive der m.E. zu Unrecht gehypten letzten Black Sabbath-Exkursionen) blasen Heep auch schwächelnd immer noch locker von der Platte. Mit der Menge an "Official Bootlegs" und Livealben, die es von Heep gibt, muss man aber halt die Messlatte hoch ansetzen, und ich würde einem Neueinsteiger oder jemandem, der nur ein einziges Livealbum der Band will, auf jeden Fall vorher das in allen Belangen überlegene "Live in Armenia" nahelegen. Der Fan kann hingegen bedenkenlos zugreifen, aber was schreib' ich - das hat er vermutlich schon!
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 24, 2015 3:44 PM CET


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