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Dalek "The Abomination" Caan

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Coupling - Gesamtedition [6 DVDs]
Coupling - Gesamtedition [6 DVDs]
DVD ~ Jack Davenport
Preis: EUR 34,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wibbly-Wobbly....Comedy!, 23. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Coupling - Gesamtedition [6 DVDs] (DVD)
Ja, ich erinnere mich, als damals auf ProSieben im Abendprogramm back to back zwei neue Serien starteten, die mir das Vertrauen in die internationale TV-Kultur zurückbrachten: die eine war "Coupling", die andere (direkt davor) "Scrubs" - für mich nach wie vor die letzten beiden innovativen Mainstreamserien im deutschen Fernsehen... und das Ganze ist nun schon zehn Jahre her...

Zur Ausgangssituation haben ja die Vor-Rezensenten bereits einiges geschrieben. Ich muß nur kurz loswerden, daß weder der Vergleich mit "Friends" noch der mit "Sex and the City" zutrifft, wer sich unter der Prämisse mit "Coupling" beschäftigt, wird möglicherweise eine saftige Enttäuschung erleben.

Denn natürlich geht es hier um drei Männer und drei Frauen und die unvermeidliche "Pärchenbildung", die schon den Titel inspirierte (auch wenn man den auch mit, äh, "Kopulation" - allerdings auch mit "Kupplung" übersetzen kann).

Natürlich sind alle sechs Hauptdarsteller grandios - Jack Davenport kennt man aus "Fluch der Karibik", aber auch der Rest der Truppe ist vom Feinsten, wer Gina Bellman als Jane erlebt hat, wird "Leverage" in Zukunft mit anderen Augen sehen, Sarah Alexander ist so niedlich wie lustig - und Richard Coyle als Jeff ist einfach noch vor Basil Fawlty (!) und Kramer der lustigste Charakter, der je in einer Sitcom aufgetaucht ist.

Und freilich, auch der Wortwitz ist vom Feinsten (vor allem im Originalton), aber was Coupling wirklich von fast allen anderen TV-Serien absetzt, ist die für Erdenker und Schreiber Steven Moffatt typische, non-lineare Erzählweise.

Dieser bedient er sich nun schon seit den späten Achtzigern ("Press Gang"), ob in den Comedy-Serien "Joking Apart" und "Chalk", beim mittlerweile auch in Deutschland angekommenen TV-Geheimtipp "Sherlock", dem genauso genialen "Jekyll" - oder natürlich der Kultserie "Doctor Who", für die er seit 2005 schreibt und seit 2010 auch Hauptverantwortlicher ist. Dort stammt auch der mittlerweile berühmte Satz, der als Moffats "mission statement" gelten kann: "Time isn't a straight line. ... But actually from a non-linear, non-subjective viewpoint it's more like a big ball of wibbly-wobbly timey-wimey... stuff."

Übersetzt bedeutet das, daß man die Story bei Moffatt - und speziell auch bei Coupling! - selten in der richtigen Reihenfolge präsentiert bekommt. Der Humor entsteht meist dadurch, daß wie bei einem Puzzle immer mehr Teile sich zusammenfügen und deshalb die vorangegangenen (!) Aktionen (und Re-Aktionen!) der Charakter plötzlich in einem völlig anderen Licht erscheinen, was natürlich zur Folge hat, daß man die Ereignisse völlig anders sieht, als dies die Charaktere (die meist bis zum Ende im Dunkeln tappen und sich um Kopf und Kragen bringen) können.

Verwirrt? Keine Angst, liest sich kompliziert, ist es aber nicht. Trotz der für Comedy-Verhältnisse komplexen Plots und ungewohnten Strukturen kann man einfach nur zuschauen - und sich schief lachen. Denn, genau das macht Steven Moffatt zum Genie: er schafft es, das Neue, Innovative und Komplexe so darzubieten, daß es dem Zuschauer gar nicht auffällt, wie viele Elemente hier kunstvoll miteinander verzahnt wurden - und, das ist das Schönste daran: das alles macht er nur für einen Lacher!


Not Going Out - Series 2 [UK Import]
Not Going Out - Series 2 [UK Import]
DVD ~ Not Going Out
Wird angeboten von comedyfactory
Preis: EUR 18,99

5.0 von 5 Sternen Neue Vermieterin, neues Glück..., 23. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Not Going Out - Series 2 [UK Import] (DVD)
Ja, eigentlich hat Grüner Baum schon fast alles gesagt...

Mal wieder darf Lee Mack böse, sarkastisch, bisweilen gar richtig zynisch und als Ausgleich richtig kindisch sein - halt so, daß man ihn einfach lieben muss! - und Tim Vine als verwöhnter Spießer mit sensibler Seele ist dafür der perfekte Sparringspartner, alleine die Dialoge zwischen den beiden sind bereits das Geld für "Not Going Out" dicke wert. Der Humor ist freilich relativ "erwachsen", allerdings bleiben alle Unanständigkeiten entweder angedeutet oder in klasse Wortspielen verklausuliert. Von dem "shock funny" der neueren Britischen Comedy (im Soge von Little Britain) ist erfreulicherweise hier gar nichts zu spüren. Ganz im Gegenteil, ähnlich wie bei Steven Moffatts Klassiker "Coupling" ist "Not Going Out" im Prinzip eine typische SitCom, die allerdings zusätzlich zur Situationskomik durch die ungewohnt cleveren Dialoge auf ein völlig anderes Niveau gehoben wird. Mack und Vine zitieren sogar gelegentlich ihre Stand-Up-Programme, aber selbst wenn man die schon kennt, tut das dem Vergnügen keinen Abbruch, wird alles sehr homogen integriert.

Wie schon erwähnt, die neue Hauptdarstellerin Sally Bretton als Lucy ist zwar sehr nett anzuschauen, wirkt im Direktvergleich mit der großartigen Megan Dodds (auch grandios in "Viva Blackpool" mit dem ebenfalls fantastischen David Morrissey) noch etwas blaß (hat sich in den späteren Staffeln, glücklicherweise gegeben), aber dafür wird mit Miranda Harts Barbara eine weitere Figur eingeführt, die (vorausgesetzt, man kann mit Harts staubtrockener Darbietung "umgehen") auch für jede Menge Lacher sorgt.

Die einzige Kritik kann an der Story um Lucy und ihren 25 Jahre älteren Freund Gay, äh, Guy geübt werden, denn selten hat man ein so wenig funkensprühendes und entsprechend wenig überzeugendes Liebespaar auf dem Fernsehschirm erlebt - da stimmte aber womöglich einfach die Chemie zwischen den Schauspielern nicht.

Ach, zum Thema Englischkenntnisse: es liegt wohl eher am hohen Tempo der oft um gleich mehrere Ecken gedachten, mit massenweise Anspielungen auf die Popkultur versehenen Wort-Gags, daß man manches Wortspiel erst beim zweiten (oder auch dritten) Anschauen begreift. Das garantiert immerhin auch bei mehrfachem Anschauen noch Neues... der Handlung und 90% der Gags kann man aber dennoch auch als Nicht-Brite problemlos und auf Anhieb folgen.


Greatest Hits
Greatest Hits
Preis: EUR 10,98

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vorsicht! Nicht kaufen! Gefährlich! Oberste Suchtgefahr!!!!, 16. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Greatest Hits (Audio CD)
Ich kann wirklich, wirklich, wirklich alle nur davor warnen, dieses Album zu kaufen.

Man weiß im Voraus ja schließlich nie, was man mit sowas auslöst. Auch ich dachte mir vor 24 Jahren, ich müßte jetzt mal rausfinden, was Alice vor "Raise your fist" und "Constrictor" so gemacht hatte - und der böse, böse Mann im Plattenladen drückte mir hinterhältig lächelnd dieses Album in die Hand. Und nun? Heute sitze ich hier und habe es immer noch nicht geschafft, mich aus dem Bann von Alice Cooper zu lösen.

Es gibt wenig Greatest Hits-Zusammenstellungen, die so gnadenlos fehlerfrei sind, daß sie mit "echten" Alben zu messen sind. Ja, das hier waren seinerzeit alles Hits (auch wenn sie für dieses Album remixt wurden), aber darüber hinaus eben auch die perfekten Einstiegsdrogen in die bunte Welt des Alice C. und seiner Bandkollegen, unglaublich perfekte Hardrock-/Pop-/Glamrock-Perlen, die Euch vorbereiten auf die schrägeren und anspruchsvolleren Stücke, die Euch auf "Killer" und Co. erwarten werden. Denn, macht es Euch bitte bewußt: es wird nicht bei diesem einen Album bleiben. Ihr werdet mehr wollen - und wie einst der arme Gonzo werdet ihr Alice Eure Seele verschachern wollen.

Aber, Seele, Schmeele, wer braucht so'n Ding, wenn man auch einfach zwölf der besten Rock'n'Roll-Songs aller Zeiten genießen kann? Und das auf einer Scheibe?


Radiation
Radiation
Wird angeboten von Mo's Music & Media
Preis: EUR 9,56

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die verhassten Jahre - Teil eins..., 16. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Radiation (Audio CD)
Ich gebe zu, im Jahre 1998 hatte meine Leidenschaft für Marillion etwas gelitten. Nachdem sich bislang jedes Album von seinem Vorgänger deutlich unterschieden hatte, hatten sie sich mit "Brave", Afraid of Sunlight" und "This Strange Engine" trotz toller Songs stilistisch ein wenig festgefahren, die Unterschiede waren (im Vergleich zu den Veränderungen zwischen, sagen wir mal, "Fugazi" und "Misplaced Childhood" oder "Holidays in Eden" und "Brave") eher im Mikro-Bereich anzusiedeln - ja, hier gab's mal ein paar Akustik-Gitarren, hier ein Konzeptalbum, hier mal ein paar amerikanische Einflüsse - aber mir fehlte die stilistische Unberechenbarkeit, der stetige Wille zu Neuem.

Klar, gekauft wurde trotzdem auch "Radiation" - und, Gott, riß ich die Augen auf, als nach dem (nicht schlimmen, aber dennoch eigentlich unspektakulären) Intro das zwischen Hendrix, Prince und Sly Stone liegende Riff von "Under the Sun" losbrach! Das Wundern ging genau bis zum Refrain - ab da war alles klar, ja, natürlich, Marillion. Aber - plötzlich klang das wieder frisch und, ja, sogar regelrecht dreckig! Und der Nachfolger "The Answering Machine" - als hätten sich die Buzzcocks an "Slainthe Mhath" versucht!

Der Rest der Scheibe ist dann deutlich typischer geraten, aber dennoch bleibt überall der Geist des Sich-Neuerfindens zu spüren. "Three Minute Boy" hat mittlerweile seinen Platz unter den ganz großen Live-Hymnne der Band gefunden, "Now she'll never know" ist das zerbrechlichste Stück Musik, das die Band je aufgenommen hat (und Steve Hogarth feeling-technisch so nah an Mark Hollis wie nie zuvor) und mit "A Few Words For The Dead" gibt's zum Abschluss einen gänsehaut-treibenden Zehnminüter zwischen Ambient und Hippie-Folkpop (!).

"Radiation" wird von vielen Fans gehaßt wie die Pest (auch Gitarrist Steve Rothery läßt im Nachhinein fast kein gutes Haar mehr an der Scheibe), aber, ganz ehrlich: jeder Rock-Fan mit offenen Ohren sollte diesem verkannten Hammeralbum eine Chance geben. Wenn man es schafft, sich von der Erwartung eines "Brave"/"Misplaced Childhood"/"Marbles"- Klones zu lösen, wird man hier mit Sicherheit ein neues, heimliches Lieblingsalbum entdecken!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 12, 2012 4:16 PM MEST


Marillion.Com
Marillion.Com
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 11,89

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die verhassten Jahre - Teil zwei..., 16. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Marillion.Com (Audio CD)
Ach, es war eine fantastische Zeit, um Marillion-Fan zu sein.

Spätestens mit dem Vorgänger "Radiation" hatte die Band endgültig alle Fans, die immer noch "Kayleigh" nachtrauerten, ebenso verprellt wie die, die die Band gerne auf alle Ewigkeiten auf "Brave" festgenagelt hätten und sich eindeutig in der Jetztzeit platziert. Das war für die Band natürlich finanziell unangenehm - aber als Fan konnte man damals die Gewißheit genießen, zum kleinen Kreis der "Eingeweihten" zu gehören. Und auf Konzerten bewies die Band allabendlich, daß zwischen "Rich" und "Garden Party" doch weniger Welten lagen als die Ignoranten immer behaupteten...

Denn natürlich hatten Marillion nichts an Klasse eingebüßt. Der Durchschnittshörer war lediglich mit der Experimentierfreudigkeit der nach wie vor nach neuen Herausforderungen suchenden Band überfordert. Immerhin machte es "marillion.com" dem Hörer deutlich leichter als der Vorgänger, die Songs klangen weniger rau und Indie-lastig, stattdessen gab's clever-eingängige Popsongs zwischen Beatles und, na ja, Frühneunziger-Marillion ("Rich", "Deserve", "Tumble Down The Years", das textlich sehr böe "Built-in Bastard Padar"), atmosphärisches wie "Go!" und "Enlightened" und zur Krönung noch mit "Interior Lulu" ein schönes Epos zwischen Psychedelia, Prog (ja doch!) und Sixties-Lounge-Pop. Und, wem das nicht reichte, der konnte sich mit dem elegischen "House" gar in die Nähe von Portishead und Co. begeben - inklusive jazzigem Trompetensolo!

Das allerschönste daran: all diese (damals) neuen Elemente fügen sich prächtig in den etablierten Marillion-Sound ein und trugen ihn einfach auf die nächste Stufe. Möglicherweise wird diese Phase der Bndgeschichte irgendwann einmal wiederentdeckt und als eines der interessantesten und überraschungsreichsten Kapitel des noch lange nicht geschlossenen "Book of Marillion" betrachtet werden, so, wie es ihm zusteht!


Less Is More
Less Is More
Preis: EUR 7,97

3.0 von 5 Sternen Nichts für Einsteiger..., 16. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Less Is More (Audio CD)
Akustik-Gigs von Marillion waren bislang immer ganz besondere Happenings: ob die "Los Trios Marillos"-Gigs in verkleinerter Besetzung, volle Bandgigs ohne E-Gitarren oder auch Steve Hogarth alleine am Piano - da war immer Gänsehaut garantiert. Ganz klar, da muß ein reines Akustik-Album ja auch der Hammer werden, oder?

Nö. Eben nicht.

Statt dem Titel "Less is More" gerecht zu werden, geht man eher nach dem Motto "More is More" vor und verliert sich in übertrieben komplexer Gimmick-Instrumentierung - mit der Konsequenz, daß die Songs nicht nackter und klarer zur Geltung kommen, sondern sich in einer Flut von Dulcimers, Xylophonen, Glockenspielen, Harmonium usw. geradezu verlieren. Auch die Arrangements sind nicht unbedingt von großer Originalität: man hat es sich einfach gemacht und einfach aus allem sanfte Balladen gestrickt. Ob das atmosphärische "Go!", das epische "Out Of This World" oder auch "This Is The 21st Century" - hier klingt alles nach entsetzlich netter Fahrstuhl- oder Dinner-Mucke. Schwer ironisch, daß das Referenzalbum in Sachen "Marillion akustisch", nämlich "Unplugged at the Walls", tatsächlich als Dinneruntermalung aufgezeichnet wurde, aber deutlich mutigere, überraschendere Arrangement-Ideen und vor allem eine deutlich gefühlvollere Darbietung aufzuweisen hat.

Die drei Punkte gibt's dann doch, weil zum Beispiel die Lounge-Version von "If my heart were a ball" ziemlich gelungen ist und auch "Quartz" und "Hard As Love" (letzteres kaum wiederzuerkennen - so viel Mut zur Neuerfindung hätte man sich öfter gewünscht!) durchaus punkten können. Insgesamt aber vornehmlich glattproduzierte Langeweile, die dem Talent der Band in keinster Weise gerecht wird. Und das zuzugeben tut als Fan schon weh....


Constrictor
Constrictor
Preis: EUR 7,97

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Comeback - Alice für die Achtziger, 16. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Constrictor (Audio CD)
Nach einer kommerziellen Durststrecke und einem gesundheitlichen Zusammenbruch erfand sich Alice Cooper Mitte der Achtziger mal wieder komplett neu. Als richtungsweisend erwies sich in diesem Fall die Ehre, die seinem Frühwerk von der gerade florierenden Heavy Metal-Szene entgegengebracht wurde - also schnappte er sich mit Kane Roberts und Accept-Producer Michael Wagener zwei kompetente Hard'n'Heavy-Recken und los ging's!

Natürlich ist das aber mit der Schubladen-Einordnung bei Alice nie so einfach, man mußte schon genug Toleranz mitbringen, auch den Synthiepop von "He's Back" mögen zu können, und überhaupt: "Constrictor" ist deutlich näher an kommerziellem Mittachtziger-(Hard-)Rock, wie er auf tausenden Filmsoundtracks zu hören war als an Ozzy, Priest, Dio oder Maiden. Mit "Life and Death of the Party" ist ein wunderbar eingängiger AOR-Song zu hören, "The world needs guts" knallt denn tasächlich fast schon heavy, aber vornehmlich gibt's - zur Beruhigung! - jede Menge saftigen Rock'n'Roll mit schlicht großartigen Hooklines - und das in jedem einzelnen Song. Natürlich muß man auch auf die üblichen, rotzfrechen Lyrics nicht verzichten: neben der üblichen Cooper-Aufrufe an das Jungvolk - wie üblich vor allem gegen Uniformierung und Spießertum - gibt's diesmal einige richtig nette (wenn auch harmlose) "Sauereien", die bereits den textlichen Ansatz von "Trash" vorwegnehmen ("Trick Bag", "Thrill my Gorilla", das ultrapoppige, aber auch ultrageniale "Crawlin'"). Und das als Horror-Persiflage verstandene "Teenage Frankenstein" ist einer der witzigsten und treffendsten Songs über die Unsicherheiten und Selbstzweifel pubertierender Jungs, die es je gegeben hat. Wie immer bei Alice steckt auch hier die Message oft zwischen den Zeilen...

Aus heutiger Sicht mag die Produktion (vor allem die Synth-Drums) etwas befremdlich und angestaubt wirken, aber die Songs an sich sind schlicht und einfach ganz genauso stark wie immer. Und der "ich mag nur Killer und School's Out, alles andere war Popmist"-Fraktion sei gesagt: Alice hat schon immer eine "open mind" verlangt, und mit der muß man sich auch dem Gesamtwerk nähern - ansonsten wird man sich dem Phänomen Cooper nie nähern können!

Und in den Zeiten von Steel Panther, H.E.A.T. und dem Rock of Ages-Musical wird's echt Zeit, daß Alice mal wieder ein paar Mittachtziger-Songs für 'ne Tour ausgräbt!


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