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Dalek "The Abomination" Caan

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Alive: The Millenium Conce [Vinyl LP]
Alive: The Millenium Conce [Vinyl LP]
Preis: EUR 41,62

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das eigentliche Alive IV-Album, 5. Januar 2016
Rezension bezieht sich auf: Alive: The Millenium Conce [Vinyl LP] (Vinyl)
Einige Monate nach dem offiziellen Ende der "Psycho Circus"-Tour gaben Kiss Termine für eine kurze "Neujahrs"-Tour bekannt, und während des Konzertes in Vancouver sollte nicht nur das neue Jahrtausend eingeleitet werden sollte, sondern auch das vierte "Alive!"-Album aufgezeichnet werden. Zwar wurde damals bereits im Box Set die Veröffentlichung angekündigt, sogar das Artwork kursierte bereits, doch nach der Trennung von Universal und der Gründung von Kiss Records unter der Ägide von Manager Doc McGhee blieben die Aufnahmen allerdings erst einmal im Archiv und das "Kiss Symphony"-Projekt wurde stattdessen mit dem Untertitel "Alive IV" veröffentlicht. Das Millennium-Konzert hingegen wurde lediglich in stark gekürzter Version in der "Alive 1975-2000"-Box veröffentlicht.

Im Zuge der 40th Anniversary-LP-Wiederveröffentlichung gibt es nun auch endlich dieses Album nicht nur als eigenständiges Produkt, sondern auch mit allen Itunes- und BestBuy-Bonustracks - wenn freilich auch immer noch nicht komplett, "Shock Me", "Cold Gin" und die kurze Solo-Akustikversion von "Forever" bleiben weiterhin im Archiv. Als nächstes muß man schlucken, daß das Doppelalbum weder ein Gatefold noch bedruckte Innersleeves noch wenigstens ein Beiblatt zu bieten hat - ich kann mir nicht vorstellen, daß keine halbwegs coolen Fotos vom Event zur Verfügung gestanden hätten (wir reden hier schließlich von Kiss). Immerhin gibt's gefütterte Innersleeves - heute ja auch keine Selbstverständlichkeit mehr. Also, mit Fan-bedingtem Augenzudrücken schon okay, wenn auch mit Luft nach oben.

Kommen wir aber zum Musikalischen. Die Setlist ist zwar natürlich stark in den Siebzigern verwurzelt, dank einiger Songs aus der Frehley/Criss- losen Zeit und immerhin zwei Songs vom "Psycho Circus"-Album gibt es aber hier etwas mehr Abwechslung als bei anderen Reunion-Tour-Gigs, und es macht natürlich durchaus Spaß, speziell Ace auf "Heavens On Fire" oder "Lick it up" zu hören. Paul sang damals noch wie ein junger Gott, Gene vergißt keine einzige Zeile, und Ace hat offenkundig einen absoluten Sonnenscheintag erwischt, singt und spielt mit viel Spaß und fast perfekt auf den Punkt. Peter ist, nun ja, halt Peter. Aber selbst er hat sich halbwegs unter Kontrolle, richtig heftige Timingschwankungen gibt's nur auf zwei, drei Songs, und sogar die meisten Breaks werden gespielt, oft sogar dort, wo sie hingehören.

Highlights gibt's jede Menge, logisch, es gibt fast ausschließlich unsterbliche Hits - und das Fehlen von "I was made for loving you" ist meiner Meinung nach nicht unbedingt ein Minuspunkt, wenn man dafür "2000 Man" serviert bekommt. Auch für nicht Hardcore-Kiss-Fans durchs zu empfehlen, vor allem, weil es sich um die einzige offizielle Livescheibe der Reunion-Ära handelt und Sound und Performance deutlich besser sind als sämtliche Mitschnitte auf den Kissology-Sets.


Headhunter
Headhunter
Preis: EUR 5,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Krokus goes Metal, 23. Dezember 2015
Rezension bezieht sich auf: Headhunter (Audio CD)
In den Achtzigern waren Krokus für mich - und viele andere damals junge Metalfans - genauso wichtig wie Ozzy, Maiden, Dio und Priest. Auf den ersten Alben mit Marc Storace hatte die Band noch, ähnlich wie die Kollegen von Def Leppard in ihrer Frühzeit, irgendwo zwischen raubautzigem Riffrock a la AC/DC oder Slade und deutlich schnittigeren und melodischeren Anleihen bei Bands wie UFO geschwankt, dabei tolle Musik gemacht, aber irgendwo auch immer zwischen den Stühlen gesessen. Mit Priest-Produzent Tom Allom ging's dann 1983 in die USA, um mit "Headhunter" das Meisterwerk der Band einzuzimmern.

Auf "Headhunter" stehen die beiden Seiten der Band nicht mehr gegenüber, sondern verschmelzen dank der viel härteren, sehr definierten, sauberen Produktion endlich zum Ganzen. Die Riffrocker wie "Eat The Rich" und das BTO-Cover "Stayed Awake All Night" klangen weniger bluesig-rotzig, die melodischen Nummern wie "Screaming in the Night" härter und fokussierter. Mit dem Double-Bass-getriebenen Titelsong, "Night Wolf", "Ready to Burn" (mit in den Credits verschwiegenen, aber unüberhörbaren Backings von Priests Rob Halford) und "Russian Winter" (dessen Refrain Helloween eins zu eins für ihren 88er Singlehit "Dr Stein" mopsten) gab's dann aber auch Neuartiges: nämlich ganz deutliche Ausflüge in den klassischen Heavy Metal, die der Band erstklassig zu Gesicht standen und auch heute noch eine Frische und Energie ausstrahlen, daß es eine wahre Freude ist.

Konsequenz dieser Hammerscheibe war natürlich, daß die Band mit der Scheibe endgültig weltweit den Durchbruch schaffte, dank Egoproblemen zerbröselte das Line-Up aber leider schon während der Tour, weshalb uns weitere Highlights von der Güte dieser Scheibe aus dem Hause Krokus nicht mehr zuteil wurden. Wer sich aber für klassischen Actziger-Metal interessiert, kommt um den Erwerb dieser Scheibe genauso wenig herum wie um "Screaming for Vengeance", "Holy Diver", "The Ultimate Sin", "Powerslave" und "Restless and Wild".


Live at the Phoenix (LTD. Deluxe Edition)
Live at the Phoenix (LTD. Deluxe Edition)
Preis: EUR 17,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Cooles Set für alle AOR-Jünger, 21. Dezember 2015
Wie, noch keine Rezi zum aktuellen Livealbum der Kanadier?

Na, sollte mich vielleicht nicht wundern, außerhalb ihrer Heimat und Japan haben Harem Scarem trotz durchweg toller Alben bislang den Durchbruch nicht geschafft, selbst bei AOR-/Hardrock-Fans sind sie im Prinzip nach wie vor ein Geheimtipp. Allerdings hat da die Band mit Sicherheit durchaus ein wenig Mitschuld, denn gerade in diesem Bereich schätzt man ja für gewöhnlich eher konservative Retro-Achtziger-Sounds, Harem Scarem haben aber deutlich mehr zu bieten. Statt mit den hierzulande erfolgreichen glatten Schweden-Sounds und Retortenprojekten liegen sie stilistisch eher im Dreieck zwischen Loverboy, Lillian Axe und Saigon Kick, und mit jeder neuen Scheibe loten sie die Möglichkeiten dieser Kombination weiter aus, mal mehr klassisch, mal mehr heavy, mal mehr Alternative - allzu konservative Hörer kann das schon überfordern.

Wie schon auf dem letzten Album dominieren auch im Liveset der Band derzeit eher die puren AOR-Klänge. Es gibt viel von den ersten beiden Scheiben (vor allem "Mood Swings") und natürlich auch von "Thirteen", dafür gar nichts von den beiden Alternative- und poplastigen "Rubber"-Scheiben, und auch die härteren bis progressiveren Sachen werden größtenteils außen vor gelassen. Durchaus schade, denn gerade diese Vielseitigkeit ist es eigentlich, was ich am meisten an der Band schätze.

Das soll nun aber nicht heißen, daß "Live at the Phoenix" nichts taugt. Ernsthaft, wie auch? Songs wie "Saviours never cry", "Hard to Love", "Slowly Slipping Away", "Distant Memory", "No Justice" gehören einfach zum Besten, was das AOR-Genre zu bieten hat, und auch vom etwas enttäuschenden "Thirteen"-Album wurden stilsicher die besten Stücke ausgewählt. Zusätzlich kommt den Songs dieser Scheibe zugute, daß die Livetakes deutlich weniger glatt und dadurch ein gutes Stück mitreißender klingen als die Studioversionen. Zur Abrundung gibt es dann noch ein paar Highlights aus den Jahren dazwischen, namentlich "Killing Me", "So Blind", "Human Nature", "Dagger" und "Voice of Reason". Der Sound ist ebenfalls erstklassig, die Performance auch - zumindest musikalisch, Harry Hess singt immer noch klasse wie anno 1991, und Pete Lesperance sorgt für Maulsperren bei den Gitarristenkollegen. Allerdings sind Harem Scarem ja berüchtigterweise optisch eine eher etwas statische Band und Harry Hess ein eher zurückhaltender Frontmann, und das ist leider auch das Manko der beiliegenden DVD. Da ich die aber eher als - qualitativ hochwertige! - Dreingabe zu einer coolen Livescheibe betrachte und für HS-Verhältnisse hier tatsächlich "der Bär steppt" (sprich: Pete hat durchweg Spaß in den Backen, und auch Frontmann und Publikum tauen irgendwann auf), will ich das nicht in meine Punktevergabe einfließen lassen.

Also: tolle Scheibe, tolle Band, tolle Songs - noch Fragen?


Evil Dead
Evil Dead
DVD

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Guter moderner Horrorstreifen - mit allem Pro und Contra (Achtung: Spoiler!), 21. Dezember 2015
Rezension bezieht sich auf: Evil Dead (Amazon Video)
TV-Serien sind ne schlimme Sache. Jetzt sitz' ich nämlich hier, und dank "Ash vs Evil Dead" habe ich wieder so richtig Lust auf die "Evil Dead"-Streifen. Aber, das hilft ja nix, die Original-Trilogie habe ich so oft gesehen, daß die nun auch nicht mehr so richtig Abhilfe schaffen kann - ich brauch' neuen Stoff! Dann kommt die Erinnerung: da war doch vor zwei Jahren das umstrittene Remake, daß ich eigentlich absichtlich umgangen hatte. Denn a. sollte man so einen Kultfilm nicht remaken (ist bestimmt ein Wort, wenn nicht, hab ich's gerade erfunden) und b. hatte ich überall gelesen, daß das Remake nochmal deutlich derber und nervenzerrender sein soll als das Original. Und da meine Nerven nicht mehr die selben sind wie vor 25 Jahren (danke dafür an meine Kids...), traute ich mich, ehrlich zugegeben, schlicht nicht an den Streifen dran... aber, nun, wat mutt, dat mutt, und wenigstens kann ich jetzt mitreden.

Auf der positiven Seite stehen viele nette Anspielungen auf die ersten beiden Teile, alleine die liebevolle Aufmachung der Hütte sorgt für Freude und Gänsehaut. Ashs Auto taucht ebenso auf wie die Standuhr, die (diesmal leider nur auf Standby stehende) nervöse Sitzbank, die Klappe im Boden ist ebenso vertreten und natürlich "das Buch". Die berüchtigte Baum-Sequenz wird auch verbraten, und kein "Evil Dead" kommt ohne einen Kampf gegen einen bösen Doppelgänger aus. Der "shaky cam" Effekt schafft alleine durch die Erinnerung ein wohliges Schaudern und auch die gute, alte Kettensäge und die bessessene Hand sind mit von der Partie. Zum Finale wird als Meta-Gag gar das kultige Filmplakat des Originals ins Naturon Demento eingebaut und gibt die Marschrichtung fürs Finale vor. Dem Fanservice wird also durchaus gehuldigt.

Allerdings, schafft es "Evil Dead" zu keiner Sekunde, die atemlose Terror-Atmosphäre des Originals zu erreichen - zugegeben, das versucht das Remake auch erst gar nicht. Die erste halbe Stunde zieht sich dabei schon ein wenig, wie das heute so üblich ist, müssen erst die Charaktere ihre persönlichen Emo-Mätzchen diskutieren, bevor die Schlachtplatte serviert wird. Dazu wird eine neue Backstory mit Hexenwerk angedeutet, und generell fühlt man sich zu Beginn eher an einen düsteren Geisterstreifen oder gar die Machart der "Twilight"-Filme erinnert - die Darstellerin der Mia hat rein äußerlich durchaus Ähnlichkeit mit Kristen Stewart, und die ganze Optik erinnert an zeitgemäßen "Emo-Horror", inklusive blasser Farben, viel Dunkelheit und allem, was 2013 (und größtenteils heute noch) "atmosphärisch-düster" schreit. Da kommt leider Gottes bei mir relativ schnell Langeweile auf, aber nach 25 Minuten wird endlich aus dem Buch gelesen, und der Spaß kann beginnen.

Da kommt dann aber bereits die zweite Enttäuschung, denn statt der klassischen Deadite-Optik gibt's hier ne optische Mischung aus Klein-Samarah (The Ring) und Klein-Regan (Der Exorzist), natürlich erstklassig gemacht, aber eben ohne den schmutzigen Ekel-Effekt der Deadites. Und, leider, ohne deren bösartig-giftig schwarzen Humor, der dem Zuschauer die ganze Zeit klarmachte, daß das Böse mit den armen Hüttenbesuchern nur spielte und sie zu keiner Sekunde als Gegner ernstnahm - was viel von der ausweglosen Terror-Stimmung des Originals ausmachte. Und da kommt nun auch das größte Manko des Filmes zum Tragen , "Evil Dead" ist durchweg leider todernst inszeniert, und nimmt sich selbst noch ernster als ein Thom Yorke-Soloalbum. Statt over-the-top-Splatter gibt's zum Großteil eher an typische "Torture Porn"-Streifen angelehnte, "realistische" Gewaltakte, verziert mit ein wenig Selbstverstümmelung und natürlich vielen Körperflüssigkeiten jeglicher Art. Der Ruf des Streifens als "schockierendster Film überhaupt" ist dabei reichlich übertrieben, als durchschnittlich abgehärteter Horrorfilmfan wird man Ähnliches schon mehrfach gesehen haben.

Zum Finale hin wird's dann aber doch noch richtig nett und splatterig, wie sich Mia ihrer eingeklemmten Hand entledigt, erinnert an die berühmte "Bleistift im Fuß"-Sequenz, und kurz darauf folgt auch der erste One-Liner und das große Kettensägen-Gemetzel. Wenn man von der - etwas unnötigen und eher vom Restblutgespritze ablenkenden - "Raining Blood"-Bombastkeule absieht, geht's da in etwa so zu, wie man sich das eigentlich die ganze Teit gewünscht hätte: atemlos-hektische Terroratmosphäre, Schreckmomente aus dem Bilderbuch und gnadenlos überzogene Metzelorgien zwischen "Wohooo!" und "uargh...". So macht dat Spaß - ist aber auch schon gleich das Filmende.

Viele Rezensenten meinen ja, man solle "Evil Dead" als eigenständigen Film betrachten und ihn nicht mit dem Original vergleichen - ich hab's, wie vielleicht bemerkt, dennoch getan, denn, offen gesagt, ohne den "Tanz der Teufel"-Bonus, den liebgewonnenen Hintergrund und die vielen Anspielungen aufs Original hätte der Streifen in meiner Wertung mit Sicherheit weniger Sternchen abgeräumt. Denn statt einem kultigen, Grenzen sprengenden und innovativen No-Budget-Streifen bekommt man einen technisch gut gemachten, aber letzten Endes relativ gesichtslosen, typischen modernen Horrorstreifen, den man zwar gut schauen kann, ihn aufgrund seiner Farblosigkeit aber auch schnell wieder vergessen haben wird.


Completely Under the Covers (4cd-Set Incl.Bonus)
Completely Under the Covers (4cd-Set Incl.Bonus)
Preis: EUR 20,99

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nostalgischer Spaß zweier Überzeugungstäter, 17. November 2015
Wer in den Mittsiebzigern geboren ist und Interesse am weiblichen Geschlecht hatte, weiß natürlich, wer Susanna Hoffs ist: weil man damals beim Pubertieren nämlich mit Sicherheit tierisch in die niedliche Gitarristin der Bangles verknallt war. Die Musik war freilich auch nicht von schlechten Eltern. Im Gegensatz zu vielen Achtziger-Pop-Acts kann man sich den entspannten, Byrds- und Beatles-lastigen Gitarrenpop der Bangles auch problemlos heute noch zu Gemüte führen, ohne sich schämen zu müssen. Wer sich mit derartiger Musik näher beschäftigt, ist bestimmt auch bereits über Matthew Sweet gestolpert, der in Alternative/Indie-Kreisen seit den frühen Neunzigern eine Hausnummer ist und mit "Sick of Me" auch einen MTV-Hit verbuchen konnte. Zusammen haben die beiden sich immer mal wieder an gemeinsamen Projekten versucht und seit 2006 in loser Reihenfolge drei Alben mit ihren Lieblingssongs der 60er, 70er und 80er unter dem "Under The Covers"-Titel veröffentlicht.

Vorliegende Box bündelt nun die besagten drei Alben mit jeder Menge Bonustracks in ein erfreulich günstiges Set. Die beiden bleiben relativ nah an den Originalen, man hat nicht das Gefühl, einem Ego-Album Marke "ich kann das alles viel besser als die Originale" zu lauschen, sondern eher einer entspannten Session zweier ausgebuffter, charismatischer Musikfreaks und - profis, die den Spaß ihres Lebens dabei haben. Die Auswahl der Songs ist außerordentlich gelungen, alles passt wunderbar zu den beiden Stimmen, und die trockene, unprätenziöse Produktion läßt alles schön warm und organisch klingen. Gecovert werden unter anderem The Beatles, Fleetwood Mac, Tom Petty, Dylan, The Beach Boys, Neil Young, Big Star, R.E.M., Carly Simon, aber auch durchaus Unerwartetes wie Yes (mit Gastauftritt von Steve Howe), Ramones, Badfinger oder XTC. Auch die Songs an sich rangieren von Klassikern wie "It's all over now, Baby Blue", "Maggie May", "Monday Monday", "Free Fallin" und "I Wanna Be Sedated" bis zu deep cuts und Insidertipps wie "The warmth of the sun" (! - Beach Boys), "Big Brown Eyes" (The dBs), "Run to me" (!!! - BeeGees) und "They don't know" von der großartigen Kirsty MacColl - bei aller Sympathie schafft es Susanna allerdings leider nicht, das berühmte "Baby!" auch nur annähernd so perfekt ins Mark treffend zu schmettern wie Kirsty. Aber das schafft vermutlich auch auf dem ganzen Planeten niemand mehr.

Unter den vier CDs finden sich mit "Killer Queen" (Queen) "Our lips are sealed" (The GoGos) und "I would die 4 U" (Prince) lediglich drei nicht sonderlich gelungene Stücke, der Rest rangiert von gut bis ziemlich perfekt. In die letztere Kategorie fallen z.B. Blondies "Dreamin", George Harrisons "Beware of Darkness", "And your bird can sing" (The Beatles) und das eigentlich längst totgenudelte "Cinnamon Girl" (Neil Young - nur für den Fall, daß es jemand doch noch nicht kennt). Da auch der Preis für die Box außerordentlich Sparbrötchenkäuferkompatibel ausgefallen ist, kann man eigentlich jedem Fan von Hoffs und Sweet als auch von lockerem Sixties-Pop diese uneingeschränkt ans Herz legen.


Jeff Lynne's Elo-Alone in the Universe (Deluxe Edition)
Jeff Lynne's Elo-Alone in the Universe (Deluxe Edition)
Preis: EUR 14,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kein ELO, aber trotzdem gut, 14. November 2015
Nach der großartigen Hyde-Park-DVD hatte wohl nicht nur ich Hoffnung, das angekündigte neue Lynne/ELO-Album könnte sich wieder ein wenig Richtung des berühmten ELO-Sounds bewegen. Davon muss man sich allerdings leider komplett lösen, denn "Alone in the Universe" liegt direkt in der Nachfolge von "Zoom" und "Armchair Theatre", gespickt mit ein paar Wilburys-Elementen. Oder kurz gesagt, exakt nachgebildeter Mittsechziger-Beatles-Sound, wie ihn Lynne zum Beispiel auch auf dem letzten Bryan Adams-Album angebracht hat. Orchestrale Streicher, komplexe Songaufbauten, elektronische Spielereien oder gar Episches wie auf den ersten sechs Alben sucht man hier vergeblich.

Wenn man das Ganze als Jeff Lynne-Solo-Album betrachtet, darf man sich über jede Menge auf den Punkt gebrachter, eingängiger und schön melancholischer Pop-Rock-Songs freuen, ohne Schnörkel, zeitlos und - natürlich - toll produziert und arrangiert. Klar, manches hat man vorher schon mal gehört, der Opener "When I Was A Boy" erinnert stark an Jeffs Arbeiten mit George Harrison, "Love and Rain" an Joe Cockers "Night Calls"-Album, "Dirty to the Bone" und "I'm Leaving You" an Roy Orbison und "Ain't it a Drag" an Tom Pettys "Full Moon Fever", und dank Sequencer-Einsatz und Kopfstimmen-Backings klingt dann zumindest "One Step At A Time" auch doch noch nach ELO, Discovery-Phase. Die beiden Bonustracks mit ihrem Country-Rock-Feeling erinnern dann wieder an The Big O und die Wilburys.

Für Lynne-Fans also alles in Ordnung, für mich als eher ELO- denn Lynne-Fan fehlt aber dann doch ganz definitiv das Besondere, das ELO bis inklusive (!) "Secret Mesages" für mich ausgemacht hat. Rechnet man noch die reichlich kurze Spielzeit hinzu (die Deluxe mit Bonus-Tracks läuft schlappe 37 Minuten - da muss man schon erst mal schlucken, wenn man 19€ dafür hingelegt hat), kann ich objektiv auf keinen Fall die volle Punktzahl vergeben. Vier Sterne für ein willkommenes Comeback, das nicht ganz hält, was es verspricht.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 22, 2015 8:21 PM CET


Devin Townsend Presents: Ziltoid Live at the Royal
Devin Townsend Presents: Ziltoid Live at the Royal
Preis: EUR 22,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Invasion hat begonnen, 13. November 2015
Vor 40 Jahren wurde Frank Zappa noch von der Royal Albert Hall wegen obszöner Inhalte an einer Aufführung von "200 Motels" gehindert, stattdessen machte Eric Clapton die RAH in den 80ern und 90ern zu seiner zweiten Heimat. Nun ja. In den letzten Jahren haben aber auch deutlich weniger "gesetzte" Herrschaften die altehrwürdigen Mauern mit ihrer Mucke unter Belastungstest, Porcupine Tree und Steven Wilson beispielsweise, aber auch Opeth machten auf ihrer Anniversary-Tour Halt in der RAH und gaben definitiv Un-mainstreamiges wie "Forest of October" zum Besten.

Eine der ungewöhnlichsten Shows, die je in der RAH stattfanden, war mit Sicherheit Devin Townsends "Ziltoid"-Show im Frühjahr. Nicht nur, weil Devin eigentlich vom - mittlerweile nicht mehr zu leugnenden - kommerziellen Status von Opeth oder Wilson noch ein gutes Stück entfernt ist, sondern weil er auch im Gegensatz zu denen eine pompös inszenierte Show quasi nur für dieses Event anlegte. Im Prinzip ist vorliegendes Konzert die logische Folge des "Retinal Circus"-Konzertes - wo damals alles noch etwas beengt und zwangsweise überladen wirkte (aber deshalb nicht weniger genial und stimmungsvoll!), ist diesmal genügend Platz für den bekannten "Deconstruction Choir", Poozers, Videoleinwände, tanzende Poozers und statt Anneke van Giersbergen diesmal Domnique Lenore Persi (Stolen Babies) als Gastsängerin. Dank der imposanten Kulisse hat man diesmal wirklich Gelegenheit, alles aufzunehmen - und sich wie Bolle zu amüsieren. Die nicht übertrieben stressige Kameraführung, die im Gegensatz zur Opeth-DVD (gleicher Regisseur!) auch viel vom Venue und der Stimmung einfängt, tut dazu ihr Übriges.

In der ersten Hälfte gibt's "Dark Matters" in voller Länge, und das muß man einfach gesehen haben. Die Einspieler von Chris Jericho sind genauso genial wie die Auftritte von Dominique als War Princess - irgendwo zwischen zuckersüß und reichlich scary, gesegnet mit einer Mörderstimme - oder die Animationen zu den abgewandelten Erzähler-Passagen. Vor allem sei dieser Mitschnitt denen ans Herz gelegt, die auf der Studioversion kritisierten, daß sich Devins Gesang zu oft hinter der Wucht der Chöre versteckt - hier steht der Leadgesang trotz Chor fast durchweg deutlich im Vordergrund. In der zweiten Hälfte dann die im Vorfeld von den Fans gewählten Lieblingsstücke - hier liegt dann das Augenmerk weniger auf der Show, sondern auf der Musik. Vor allem die epische Seite von Devins Schaffen wird hier berücksichtigt, unter anderem "Deadhead", "Earth Day" und, als Höhepunkt, die "Ocean Machine"-Abschlusstrilogie "Funeral", "Bastard" und "The Death Of Music". Das treibt dem langjährigen Townsend-Fan mit Sicherheit auch auf Konserve die eine oder andere Träne ins Auge. Dazu ein paar weitere, selten gespielte Songs wie "Heatwave" (!), "Namaste" und "Night" - so macht das Spaß! Positiv auch, daß mit dem unvermeidlichen "Kingdom" und dem Party-Stück "Lucky Animals" (muß man gesehen haben!) nur zwei Überschneidungen mit der "Retinal Circus"-Tracklist enthalten sind.

Musikalisch ist natürlich alles ziemlich nahe an der Perfektion, auch wenn Devin gerade bei den heftigeren Passagen natürlich mittlerweile nicht mehr so fies und kraftvoll klingt wie vor fünfzehn oder zwanzig Jahren, vermutlich auch ein Grund, warum er mittlerweile vom Extrem-Metal Abstand genommen hat. Bei "Kingdom" gerät er mittlerweile schon einigermaßen an die Grenze, dafür klingt er bei den gefühlvolleren Passagen von vor allem "Death of Music" so gut wie nie zuvor. Noch dazu gibt er sich einmal mehr als supersympathischer Gatgeber des Spektakels, der offensichtlich riesigen Spaß an der Sache hat und sich ehrlich freut, daß ihm solch ein Coup gelungen ist (und er mittlerweile eine Gitarre mit seinem Logo hat).

Fazit: Devin setzt mal wieder Maßstäbe - man muß seine Musi nicht mögen, aber selbst der größte Zweifler muß ihm zugestehen, daß er keine halben Sachen macht und hiermit auch Stadion-Acts, die das zehnfache Budget haben, wie fantasielose Langweiler aussehen läßt. Ich bin jedenfalls gespannt, wie Devins Entwicklung weitergehen wird und erfreue mich so lange an einer der genialsten Livescheiben aller Zeiten!


International Black Jazz Society
International Black Jazz Society
Preis: EUR 16,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Nervenzerrer sind wieder da - und diesmal geben sie sogar Pfötchen!, 11. November 2015
Rezension bezieht sich auf: International Black Jazz Society (Audio CD)
Was für die Ü50-Generation Magma sind, waren bislang für jüngere Musikfans Shining: die Band, bei der man selbst bei toleranten Freunden schnell als gestört abgetan wird. Ursprünglich aus dem Jazz kommend, haben die Norweger sich mittlerweile im experimentellen Metal breit gemacht, Mr. Bungle fallen als Bezugspunkt ein, die Improvisationsfreude der Frühsiebziger King Crimson, die in dem Genre wohl unumgänglichen Neurosis, aber auch Dillinger Escape Plan - hauptsächlich auch dank der hardcore-lastigen Vocals von Bandboss und Saxofonist Jorgen Munkeby.

Aber, was ist das denn? Das neueste Album "IBJS" läuft durch, völlig ohne nervöse Ticks auszulösen! Klar, Jazzeinflüsse und frickelige Breaks gibt's immer noch zuhauf, aber noch mehr als auf dem Vorgängeralbum "One One One" gibt es diesmal wirklich genießbare Songs, die sogar richtige Refrains und durchweg eingängige Melodien haben. Jorgen bedient sich dabei immer noch vornehmlich hardcore-lastigem Geshoute, bemüht sich aber auch überraschend oft um "richtigen" Gesang. "Last Day" klingt sogar richtig kommerziell, das dürfte den meisten (modernen) Metal-Höreren ohne Probleme reinlaufen. Richtig jazzig wird's nur bei "House of Warship", und der Noise-Faktor, der auf "Blackjazz" noch ein wichtiges Element war, ist mittlerweile komplett abgelegt. Einerseits ist es natürlich cool, daß Shining nach wie vor nicht gewillt sind, stillzustehen, andererseits klingt vieles auf "IBJS" nach relativ gewöhnlichem modernem Metal an der Schwelle zwischen Hardcore, Extrem-Prog und sogar ein paar Stoner- und Alternative-Einflüssen ("House of Control"!) - also unterm Strich leider Gottes nach Musik, die ich nicht sonderlich mag.

Allerdings sind die Songs durch die Bank weg tatsächlich handwerklich gut gelungen, und Jorge macht als richtiger Sänger auch eine echt gute Figur, so daß es mir schwer fällt, den Jungs wirklich böse zu sein - auch wenn mir der Wahnsinn und die Originalität schwer fehlen und die Scheibe mit Sicherheit kein neues Lieblingsalbum werden wird. Also: objektive fünf Punkte, subjektive drei, da sind vier dann meines Erachtens gerechtfertigt.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 26, 2015 12:46 PM CET


Doctor Who - Siebter Doktor - Volume 3 [7 DVDs]
Doctor Who - Siebter Doktor - Volume 3 [7 DVDs]
DVD ~ Sylvester McCoy
Preis: EUR 39,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Come on Ace - we got work to do!, 5. November 2015
Hier nun also die dritte Staffel mit Sylvester McCoy als Doctor. Verpackung, Design, Inhalt entsprechen qualitativ den bisherigen Pandastorm-DW-Boxen, also, kurz gesagt, alles, was auf den UK-DVDs enthalten ist plus deutscher Ton und deutsche Untertitel, schönes Boxendesign und reichlich value for money.

Ich will mich nun aber eher den hier verewigten Episoden widmen, denn, wie bekannt sein dürfte, bedeutete diese Staffel damals erst einmal das Ende von Doctor Who. Von einer der beliebtesten Serien des UK war Doctor Who für die BBC zum ungeliebten Pflichtprogramm geworden, das immer weniger Budget und Promotion zugeteilt bekam. Konträr dazu hatte Script Editor Andrew Cartmel Ideen und Konzepte in Plan, die größer und ambitionierter als je zuvor waren (eine davon war, daß der Doctor ein gottgleiches Wesen bzw dessen Wiedergeburt aus der Mythologie Gallifreys war). Das kollidierte hier oftmals sehr deutlich: das eigentlich storytechnisch sehr coole "Der Tod auf leisen Sohlen" (Survival) krankt an den schwer nach Mottenplage aussehenden Masken der katzenartigen Cheetah People und der noch zerfressener aussehenden Modell-Katze, gegen die Salem aus "Sabrina" ein echtes animatronisches Meisterwerk ist. Da die ganze Staffel den für die Serie typischen Humor im Prinzip komplett eliminiert, fallen denn auch solche Sachen - die bei DW ja schon fast Tradition haben - viel mehr als sonst als unfreiwillig komisch auf.

Die noch jungen Schreiber hatten allerdings auch so ihre Probleme: sehr amüsant, wenn im Bonusmaterial von "Das Haus der tausend Schrecken" (Ghost Light) selbst die Schreiber nicht ganz einig sind, was denn jetzt so genau die Handlung der Episode ist.

Auf der Habenseite stehen aber die bis auf eine Ausnahme sehr gelungenen, interessanten Storylines. "Die Todesbucht der Wikinger" ist trotz Kleinstbudget wirklich spannend und atmosphärisch, "Excalibur's Vermächtnis" eine coole Fantasy-Story mit UNIT-Beteiligung (letzter offizieller Auftritt von Alistair Lethbridge-Stewart in DW) und "Der Tod auf leisen Sohlen" die wahrscheinlich bis heute beste Master-Story nach "The Deadly Assassin". "Das Haus der tausend Schrecken" kann man sich aber definitiv nicht schönreden, die komplexe Story widerspricht sich im Fünf-Minuten-Takt, und kurzfristige Umschreib-Aktionen während der Dreharbeiten führten zu einem chaotischen Durcheinander, das wahrscheinlich ans Genie von Cordwainer Smith, Michael Moorcock und Philip K. Dick erinnern sollte, aber stattdessen nur ein Teller Gehacktes mit Apfelbrei wurde. Das sollte aber niemanden ernsthaft vom Kauf dieser Box abhalten - vielleicht helfen ja Drogen.

Auch die Tatsache, daß zum ersten Mal in der Serie "realistische" Charaktere mit Motivationen jenseits der üblichen Schwarz/Weiß-Zeichnerei auftauchten, was durchaus bereits an die neuere Ära von DW erinnert, sollte man nicht vergessen. Allen voran die großartige Sophie Aldred, die in ihrer zweiten vollständigen Staffel Ace so lebensecht und realistisch darstellt wie das kein Companion zuvor war. Allerdings, und ich weiß, daß die Die Hard-Riege jetzt wierder drölfzigmal "Nicht hilfreich" klickt, aber es ist für mich einfach so, daß der größte Schwachpunkt dieser Staffel leider Gottes der grundsympathische und von mir eigentlich auch sehr gemochte Sylvester McCoy ist. Sylvester hat einfach (schon rein körperlich!) nicht die Präsenz, einen dunklen, mächtigen und gefährlichen Doctor überzeugend zu verkörpern. Wenn er bedrohlich seine kosmischen Drohungen und Prophezeiungen durch die Zähne flüstert, muss ich dabei immer wieder an einen aufgeregten Chihuahua denken, der einen entspannten Neufundländer anpöbelt: bitterernst gemeint, aber eben doch eher niedlich als überzeugend gefährlich. Wenn man sich jemand wie Peter Capaldi, Chris Eccleston oder auch Colin Baker in diesen Szenen vorstellt - ja, da hätte das vermutlich gewirkt. Bei Sylvester halt leider nicht - dafür überzeugt er in den ruhigeren und (diesmal seltenen) witzigen Momenten umso mehr.

Fazit: aufgrund der Überambition leider kein Höhepunkt der originalen DW-Ära, aber eine schöne Box mit drei sehr guten Serials und jeder Menge toller Bonus-Features. Sollte man auch aufgrund des sehr fairen Preises als DW-Fan in der Sammlung haben.


Black Stone Cherry - Thank You: Livin' Live (+ Audio-CD)
Black Stone Cherry - Thank You: Livin' Live (+ Audio-CD)
DVD ~ Black Stone Cherry
Preis: EUR 17,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fett!, 5. November 2015
Alter Schwede - da kommt man ja vor der Glotze ins Schwitzen!

Black Stone Cherry entwickeln sich immer mehr zu meinen Favoriten unter den "junge Menschen spielen Mucke für alte Säcke"-Bands. Warum kann auf vorliegender DVD von jedermann nachvollzogen werden. Die Band hat auf ihren bisherigen vier Alben schon jede Menge "Hits" angesammelt, die hier mit fettem, schön warm und trotzdem richtig fett heavy tönendem Sound 100 Minuten lang an den Mann respektive das Mädel gebracht werden. Vom ersten "Here comes the raaaaaain...." bis zum letzten Ton desRausschmeißers "Lonely Train" singt Chris Robertson mit vollem Dampf und jeder Menge Feeling, John Fred Young groovt und wäscht in die Felle wie der junge Dave Grohl, und auch der Rest der Jungs läßt sich nicht lumpen. Da stimmt alles: Songs, Spielfreude und Kommunikation mit dem sichtlich begeisterten Publikum. Auch Mix und Bildqualität sind absolut spot on (auf der DVD zumindest), also auch hier keine Beschwerde.

Aber, bei jeder Band sind die Songs ja das Wichtigste. Und die sind bei BSC einfach durchweg oberste Kajüte - ob Metal-kompatible Heavy-Brecher wie der erwähnte Opener "Rain Wizard" und "Holding On...", kommerzielles Material wie "Blame it on the Boom Boom" und "In My Blood" oder die obergeilen Balladen wie "Peace is Free" und "Things my Father said", hier gibt's keinen Ausfall. Dazwischen zitiert man noch Cream und Derek & The Dominos mit der Selbstverständlichkeit alter Hasen - die sie trotz relativ junger Jahre halt einfach auch sind. Die Band spielt schließlich seit ihren Schülerbandtagen (2001!) in der selben Besetzung, und das hört man einfach. Da ist alles organisch gewachsen und aus einem Guss.

Also, wer glaubt, auch nur im Entferntesten etwas mit einer soundtechnischen Mischung aus Molly Hatchet, (frühen) Nickelback, den letzten Lynyrd Skynyrd-Scheiben, Shinedown, Blackfoot und den gemäßigteren Sachen von Black Label Society anfangen zu können, sollte sich diese feine Scheibe als Einstieg ins Werk einer neuen Lieblingsband gönnen.


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