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Dalek "The Abomination" Caan

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On Christmas Day [Vinyl Single]
On Christmas Day [Vinyl Single]
Wird angeboten von hotshotrecordsmailorder
Preis: EUR 12,13

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sammlerstück, 16. November 2014
Rezension bezieht sich auf: On Christmas Day [Vinyl Single] (Vinyl)
Eins vorweg, musikalisch betrachtet ist das hier natürlich ganz große Klasse: zwei zu Unrecht vergessene Magnum-Highlights aus der ersten Hälfte der Neunziger wurden hier vom aktuellen Line-Up neu eingespielt. "On Christmas Day" kommt etwas weniger heavy, dafür dynamischer und mit prägnanteren, exzellenten Chorsätzen verfeinert, und "Born To Be King" lebt in dieser Version gar erst so richtig auf, nachdem im Original Keith Olsen ja sämtliche Ecken und Kanten entfernt hatte. Respekt vor allem vor Bob Catley, der ja auf den Studioalben der letzten Jahre öfter mal etwas angestrengt klang: majestätisch krönt er die Aufnahmen mit einer absolut fantastischen Gänsehaut-Performance, die er auch vor zwanzig Jahren nicht besser hingekriegt hätte! Also, Chapeau!

Allerdings - und das ist der Punkt Abzug - zahlt man für die beiden Songs plus einen Edit von "On Christmas Day" hierzulande mindestens 12 Öhren, und dafür ist der Gegenwert einfach ein wenig mager. Bleibt zu hoffen, daß die beiden Songs irgendwann mal auf einem "normalen" Album verbraten werden, denn auch für Gelegenheitsfans wäre diese Single durchaus interessant - wenn der hohe Preis nicht wäre.

Genügend vergessene Schätzchen aus dem Backkatalog gäbe es ja definitiv noch zum Aufbereiten... vielleicht ist das hier ja auch nur der Testballon für ein "Forgotten Treasures"-Album...
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 20, 2014 2:09 PM CET


Live in 1984-Back to the Bone (Digipak)
Live in 1984-Back to the Bone (Digipak)
Preis: EUR 17,99

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nicht besser als die Bootlegs, 11. November 2014
Vielleicht habe ich hier einfach zu viel erwartet, aber auch die zweite Whitesnake-Archiv-Veröffentlichung (nach der Donington-Geschichte) hinterläßt irgendwie einen schalen Geschmack.

Ich lasse musikalische Gründe jetzt einfach mal außen vor - die Eine Gitarre-Version war sicherlich keine der definitiven Whitesnake-Versionen, aber aus "historischen" Gründen ist das natürlich für Fans schon interessant - trotz Powell und (teilweise) Lord entstand hier durch den härteren Sykes-Stil unüberhörbar bereits der Glam-Metal-Sound von 1987. Jon Lord ist, wie erwähnt, hier übrigens keineswegs durchweg zu hören, der Großteil der Aufnahmen entstand mit ex-Magnum-Keyboarder Richard Bailey - der allerdings nur am Bühnenrand stattfand und auch musikalisch fast nur zum Legen von Flächensounds verantwortlich war.

Auch qualitativ ist hier insgesamt Schmalhans Küchenmeister, der Super-Rock-Gig scheint nicht vom Master gezogen zu sein, denn selbst die von der Laserdisc gezogene semi-offizielle Fünf-Euro-DVD hat tatsächlich eine genauso gute/schlechte Bildqualität, und auch der Sound scheint mir nicht großartig anders als bei den unter Fans bereits bekannten Versionen. Gleiches gilt für die Bonus-Sektion, das scheint einer ganz alten VHS dritter Generation oder gar von YouTube gezogen...

Auch für die CD wurde - der Titel verrät es immerhin - auf die bekannten Bootleg-Versionen zurückgegriffen, statt sich um die Original-Radio-Masters der Mitschnitte zu bemühen. So ist z.B. "Crying in the Rain" vom selben leiernden Tape gezogen wie die einschlägig bekannte Bootleg-Version. Das hat mit Sicherheit lizenzrechtliche, sprich: finanzielle Gründe, aber dennoch bekommt der langjährige Fan hier nix als eine Sammlung von Material, daß er in identischer oder gar besserer Qualität bereits kennt und/oder besitzt. Und warum das Rock in Rio-Konzert von 1985 nicht noch auf die DVD draufgepackt wurde, verstehe ich auch nicht ganz - die Laufzeit hätte es mit Sicherheit nicht gesprengt, und man hätte wenigstens das Gefühl der Vollständigkeit gehabt.

Schön, daß das Ganze eine offizielle VÖ bekommen hat, aber da offensichtlich keine große Arbeit in das Projekt gesteckt wurde, kommt unterm Strich ein ziemlich mangelhaftes Ergebnis dabei heraus. Damit tut Coverdale insgesamt weder sich noch seinen Fans einen großen Gefallen.


Ride Out
Ride Out
Wird angeboten von zoreno-deutschland
Preis: EUR 8,29

33 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Comeback in alter Klasse!, 17. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Ride Out (Audio CD)
Ich muss es ja zugeben, das letzte Seger-Album "Face The Promise" war für mich eine echte Enttäuschung. Zuviel Country, zuviel Balladen, nur wenige Highlights und allen voran die Tatsache, daß Seger stimmlich ganz schön abgebaut hatte und teilweise echt ziemlich angestrengt klang. Demnach sah ich dem neuen Album mit gemischten Gefühlen entgegen.

Aber, soviel vorweg, "Ride Out" kann auch mich im Gegensatz zum Vorgänger direkt überzeugen. Bob hat offenbar selbst eingesehen, daß seine Stimme sich verändert hat und trägt dem Rechnung, indem er durchweg in den tieferen Lagen bleibt und dabei so entspannt und souverän klingt wie auf der letzte Scheibe nur selten. Zwar gibt es auch auf "Ride Out" immer noch jede Menge Country-Rock zu hören, aber alles kracht ein wenig mehr, und auch die Produktion ist deutlich erdiger und rauer ausgefallen. Neben eigenen Songs hat Seger dieses Mal auch wieder eine Handvoll Covers aufgenommen, geschmackvoll ausgewählt und natürlich ohne Kompromisse zu eigen gemacht. Auch das tut dem Gesamteindruck gut, es gibt sehr viel Abwechslung, ein durchweg hohes musikalisches Niveau und keine Füllnummern.

Schon der Opener, John Hiatts "Detroit Made" könnte in dieser Version aus den Sessions zu "Stranger in Town" oder "Against The Wind" ubergeblieben sein, ein typischer später Seger-Uptempo-Kracher, und der darauffolgende rotzig-knurrige Blues "Hey Gypsy" erinnert mit fetter Hammondorgel gar an die frühen Siebziger! Danach gibt's in schönem Wechsel Mainstream-Rock-Kost wie "The Devil's Right Hand" (jawohl, der Steve Earle-Song!), lässigen Biker-Rock wie den Titelsong, Westcoast-Schnitten der "Against The Wind"-Machart wie "All Of The Roads" und "California Stars" (im Original von der Billy Bragg/Wilco-Kollaboration "Mermaid Avenue") und - neu! - eine Handvoll ungewohnt folk-orientierter Songs, mal akustisch wie Kasey Chambers' "Adam & Eve", mal richtig rockig arrangiert wie in "The Fireman's Talking".

Am besten greift man sich aber eine der Deluxe-Editionen ab (am Besten sucht man die für die Target-Märkte produzierte Ausgabe mit insgesamt fünf Extra-Songs), denn die Bonus-Tracks sind genauso stark wie da reguläre und ehrlich gesagt ziemlich kurze Album - und mit "Let The Rivers Run" ist der vermutlich stärkste Song nur als Bonus enthalten. Eine echte Gänsehautballade mit viel Atmosphäre und ein potenzielles Lieblingslied!

Für alle, die mit Seger zwischen "Beautiful Loser" und "The Fire Inside" was anfangen können, ist "Ride Out" eine echte Pflichtscheibe, und wenn dies tatsächlich Bobs letztes Werk bleiben sollte, kann er sich immerhin gewiss sein, zum Abschied nochmal ein echtes Karrierehighlight abgeliefert zu haben. Geil, geil, geil.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 5, 2014 3:53 PM CET


R-Kive (3 CD Best of)
R-Kive (3 CD Best of)
Preis: EUR 13,13

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr gute Idee, mittelgut umgesetzt, 4. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: R-Kive (3 CD Best of) (Audio CD)
Eins vorweg: ich verstehe alle Rezensionen, die dieses Album als unnötig bezeichnen. Allerdings ist das etwas, das nun halt für alle Compilations gilt, denn es handelt sich halt grundsätzlich immer um bereits veröffentlichtes Material. So gesehen muss man Genesis immerhin zugute halten, daß R-Kive etwas Neues und Originelles versucht. Und, auch hier wie bei allen Compilations, ist Sinn der Übung ja nicht, den Fan, sondern Gelegenheitsfans oder Neueinsteiger glücklich zu machen. Die Idee, eine allumfassende Werkschau des erweiterten Genesis-Universums zu veröffentlichen, halte ich nach wie vor für sehr gelungen, und man muss sagen, dass die drei CDs tatsächlich gut und flüssig durchlaufen, die ausgewählten Songs gut zusammenpassen und wirklich einen sehr homogenen Eindruck erwecken. Das dürfte wohl auch Hauptauswahlgrund gewesen sein. Deshalb gibt es auch vier Sterne, klasse Musik, gut und sinnvoll zusammengestellt - mehr darf man von einer Compilation eigentlich nicht erwarten.

Eigentlich. Den fünften Stern gibts trotzdem aber nicht, weil das Konzept eigentlich eine interessantere Zusammenstellung erlaubt hätte. Entweder als eine gnadenlose, mitgliederübergreifende Hitsammlung (dann hätten aber mindestens "Sledgehammer" und "Another Day In Paradise" noch dazugehört), oder, was wohl die meisten erwartet hätten, eine Zusammenstellung, die die stilistische Bandbreite der Musiker zeigt. Allerdings wurden diese extremeren Sachen wie z.B. die Phil Collins-Big Band, Brand X, Peters Soundtracks oder Steves Klassik-Gitarren-Exkursionen komplett außen vor gelassen. Ich verstehe, daß dies aufgrund der Homogenität erfolgt sein muss, aber ein solches Familienalbum darf m.E. halt auch ganz entschieden abwechslungsreich klingen.

Ebenso wurde leider darauf verzichtet, Songs zu integrieren, die die auch nach der Trennung noch vorhandenen musikalischen Querverbindungen aufzeigen. Wie zum Beispiel Phil Collins' "Take Me Home" (1985) mit Harmoniegesang von Peter, Mike Rutherfords Zusammenarbeit mit Gründungsmitglied Anthony Phillips (auf Mikes "Smallcreeps Day" und den ersten AP-Alben), die Hackett/Phillips-Kollaboration auf "Out Of The Tunnels Mouth" oder auch Hacketts "Carpet Crawlers" mit Ray Wilson am Mikro... alles nicht vertreten. Anthony Phillips und Ray Wilson sind (außer auf "The Knife" und "Calling All Stations" freilich) sowieso außen vor, aber das ist man ja im Prinzip gewohnt.

Objektive vier Sterne, aber die Idee hätte ein spannenderes und mutigeres Album hervorbringen können.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 7, 2014 1:39 PM MEST


Renewal
Renewal
Preis: EUR 33,46

3.0 von 5 Sternen Verloren im Labyrinth der Frühneunziger, 12. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Renewal (Audio CD)
Schon komisch, in jeder Rezension hier steht, daß das Album als Kreators Schlechtestes gilt, dennoch sind nur Rezis von Leuten vorhanden, die das Album mögen. Da muss ich nun mal ein wenig Ambiguität reinbringen...

Ob die Scheibe wirklich die Schlechteste von Mille und Co ist, bleibt zu diskutieren, der Nachfolger "Cause for Conflict" war immerhin genauso schwach. Also, was genau gefällt mir denn hier nicht?

Allen voran wäre die Produktion. Über Metallicas "St Anger" wurde sich echauffiert, "Renewal" klingt aber ganz genauso garagenschrottig, inklusive dünner, aber blecherner Drums, stumpfer, minimalistischer Riffs und einem Gesang, der gelegentlich leider tonal ziemlich daneben liegt. Was sich Mille dabei gedacht hat, einen auf NYHC zu machen, weiß er wohl nur selber, irgendwie klingt das Ganze im Ende, als müsse er dringend mal wieder Ballaststoffe zu sich nehmen.

Aber, andererseits lehnt sich das ganze Album so sehr an die Trends der frühen Neunziger an, daß auch das fast schon folgerichtig scheint. Der Metaller von 1992 hörte eben nicht mehr nur Slayer und Co, sondern eben auch - die erfolgreicheren - neuen Bands aus den Alternative-/Core-/Industrial-/Grunge-Szenen. Biohazard, Body Count, Nirvana, Soundgarden, Nine Inch Nails, Ministry, Therapy?, Helmet, Prong, Die Krupps und ihre Zeitgenossen waren der heiße Scheiß, und Kreator versuchen, es möglichst allen so ein wenig Recht zu machen. An und für sich gar nicht so schlimm, wenn sich die Band nicht dabei so furchtbar verzettelt hätte. So kam ein Mischmasch verschiedener damals trendiger Stile heraus, der nach allem klang, ja, außer nach Kreator. Und - nach richtigen Songs. Hier kommt wieder der St. Anger-Vergleich zum Tragen, denn auch auf Renewal gibt es ein paar gute Ideen, die aber durch die Bank weg entweder nicht zu Ende gedacht werden oder zu lange herausgezogen werden. Lediglich der Titelsong und "Europe After The Rain" können mit einer richtigen Melodie punkten und haben sich auch bis vor einigen Jahren noch in der Setlist gehalten.

Die Kritiker, die damals alles Traditionelle im Metal eh kaputtschrieben, waren begeistert, die Fans weniger, und Kreator mussten kommerziell gesehen eine richtig dicke Schlappe hinnehmen. Fünf Jahre später schafften sie es ja dann doch noch, mit "Outcast" moderne Elemente zu integrieren und dabei erstklassiges Material zu produzieren, aber sorry, das hier ist unterm Strich nix Halbes und nix Ganzes.


North America Travelogue 2010
North America Travelogue 2010

5.0 von 5 Sternen Fantastische Werkschau, 9. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: North America Travelogue 2010 (Audio CD)
So grandios die Songs von Neil Finn immer sind: der Mann tendiert leider dazu, im Studio alles überzuproduzieren - begonnen beim CH-Debüt bis zum aktuellen Solo-Album Dizzy Heights - die meisten Finn-Songs erwachen erst live so richtig zum Leben und entfalten ihre volle Magie. Vier Stunden (!) Material von der Nordamerika-Phase der "Intriguer"-Tour? Klar, her damit!

Der Sound ist rau und unpoliert, aber sauber, direkt "on-the-fly" gemischt (die vollständigen Shows wurden noch am selben Abend als gebrannte CDs in den Hallen verkauft), und wer möchte, kann freilich eine ganze Menge kleiner Verspieler und Unsauberkeiten hören und sich darüber aufregen... aber dann hat derjenige Finn und CH nicht wirklich verstanden. Das Besondere an CH ist, daß sie eben die Songs nie zweimal genau gleich spielen, Spontanität und Lockerheit stehen im Vordergrund, und da wird beim Jammen auch mal ein etwas schräger Akkord angeschlagen, oder der Drummer verpennt mal einen - spontan neu eingeführten - Break - ... nur schade, daß die meist wirklich witzigen Ansagen und Labereien zwischen den Songs hier komplett fehlen. Aber dafür gibt's eben 49 vollständige Tracks...

Setlist-technisch ist jede Phase der Crowdies vertreten, darunter das komplette Intriguer-Album und sogar ein paar Ausflüge in den Split Enz-Backkatalog. Vermissen tut man eigentlich nur "Recurring Dream", das Hunters & Collectors-Cover "Throw Your Arms Around Me" und "Sister Madly", aber dafür gibt's jede Menge Rares wie "Tombstone", "Not The Girl You Think You Are" oder "Nails in my Feet".

Unterm Strich: wenn man das Set irgendwo noch für einen vernünftigen Preis erstehen kann - kaufen!


Walk on Water
Walk on Water
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 21,99

2.0 von 5 Sternen Unwürdiger Angang einer unterbewerteten Band, 9. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Walk on Water (Audio CD)
Katrina and the Waves? Ja, genau, die mit "Walking on Sunshine". Hinter dem Megahit versteckte sich aber, wie die wenigen Eingeweihten gerne bestätigen werden, eine äußerst feine, knackige Rock'n'Roll-Band mit starkem Sixties-R'n'B- Einschlag, coolen Songs und mitreißenden Liveshows.

Davon war auf dem letzten gemeinsamen Album "Walk on Water" leider schon nix mehr zu hören. Mit dem Opener "Love shine a light" gewann man sogar den Grand Prix d'Eurovision... und leider ist dieses, schlagerhafte Liedchen Programm für den Rest der Scheibe, das ganz klar auf Nettigkeit und Hausfrauentauglichkeit gebürstet wurde. Statt knackiger Drums von Alex Cooper gibt's radiotauglich sanfte Drumloops, die Gitarren schrammeln leise im Hintergrund, Katrina Leskanich vermeidet alle Kratzbürstigkeit - und natürlich gibt's zu 60% Balladen.
Die sind fast alle genauso schlagerhaft wie die erfolgreiche Single, lediglich beim unspektakulären, aber tatsächlich an die alten Waves erinnernden R'n'B-Groover "Eejay" und den von Kimberley Rew gesungenen Stücken "The Better You Love" und "Girl With Blue Eyes" (ich weiß nicht ob Rew BAP kennt, aber das Gitarrenpart klingt schon kräftig nach "Wellenreiter") wird die glatte Oberflächlichkeit kurzzeitig ins Wanken gebracht. Speziell "The Better You Love" wirkt mit seinem sarkastischen Text, der eine Abrechnung mit Musikbusiness, Boulevard-Journalismus und generell allem künstlichen Kommerzkram fast wie ein bewußtes Augenzwinkern in Richtung der alten Fans.

Nicht verwunderich, daß danach erst mal Schluss war. Für Rockfans ist das hier jedenfalls ziemlich ungenießbar...


Live At The Rainbow (Deluxe Edition)
Live At The Rainbow (Deluxe Edition)
Preis: EUR 13,86

33 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ... and nobody played synthesizer!, 5. September 2014
Alleine dieser Zusatz im Booklet löst mit Sicherheit bei manch einem schon nostalgische Gefühle aus...

Nachdem der Name Queen in den letzten Jahren in der Öffentlichkeit quasi nur noch für die poppigere (aber qualitativ ebenso hochwertige) zweite Bandphase stand, kommen nun endlich die Fans zum Zug, deren Herz bei Erwähnung von Titeln wie "Ogre Battle" oder "Liar" hochschlägt als bei "Under Pressure" und "A Kind Of Magic". Für die, die nur die Hits kennen, wird das hier wohl ein wenig überraschend klingen. In ihrer Frühzeit waren Queen nämlich eine reinrassige Hardrockband, die in einer Linie mit Black Sabbath, Led Zeppelin und Deep Purple stand.

Die urtypische Dramatik, für die Queen wenig später bekannt wurden, ist hier in ihrer reinsten und packendsten Form zu vernehmen. Mercury brilliert nicht nur als Sänger, sondern auch am Klavier, May gibt sich so bissig und aggressiv wie nie mehr danach, und Taylor knüppelt die ganze Sache deftig nach vorne. Aber, der Held der beiden Discs ist einmal mehr Basser John Deacon. Der wird zwar gerne mal übersehen/übergangen, aber seine komplexen, melodischen und dennoch ungeheuer druckvollen Licks stehen nicht nur auf einer Stufe mit denen von Paul McCartney, John Entwistle und Chris Squire, sondern verdeutlichen auch einmal mehr, warum Queen eben nur mit diesen vier Mitgliedern funktionieren konnte und alles andere Etikettenschwindel bleiben muss.

Welche der Discs man bevorzugt, ist Geschmackssache, sound- und spieltechnisch technisch sind beide brilliant, Queen hatten ihren eigenen Sound bereits vor dem ersten Album gefunden, hier gibt's also keine Anfängerfehler oder ähnliches zu hören, sondern eine perfekt eingespielte, hochprofessionelle Band, die ganz großes Kino bietet. Die November-Show hat schon die ersten Single-Hits zu bieten und ist deshalb wohl für Gelegenheitsfans interessanter, Disc 1 bringt aber mit "Great King Rat" (göttliche Version!), "The Fairy Feller's Master Stroke" und "See What A Fool I've Been" ein paar danach nur noch selten bis gar nicht mehr gespielte absolute Live-Raritäten.

Für alle Fans, und vor allem für die, die gelegentlich eine Erinnerung brauchen, wie fantastisch und der Konkurrenz überlegen die Band Queen immer war. So, genug geschwärmt - kaufen!

"Queen was, is and always will be Freddie Mercury, Brian May, John Deacon and Roger Taylor."
Brian May, 1993
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 9, 2014 1:32 PM MEST


Adrenaline Rush
Adrenaline Rush
Preis: EUR 20,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach Spass - aber richtig!, 3. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Adrenaline Rush (Audio CD)
Adrenaline Rush-Frontfrau Tave Wanning kann bereits auf 14 Jahre im Musikgeschäft zurückblicken - mit acht Jahren war sie Teil des Kiddie-Dance-Pop-Duos Peaches und hatte mit neun bereits die erste Platin-Schallplatte in der Hand. Seit sie 14 (!) ist, hat sie ihre musikalische Entwicklung selber in die Hand genommen und mit diversen Singles und Projekten zum klassischem Eighties-Hardrock gesteuert.

Nun, 2014 ist Tave definitiv kein kleines Mädchen mehr, sondern ein, ähem, sehr apartes Rock'n'Roll-Chick (eine 22jährige, blonde Schwedin in Jeans und Leder, noch Fragen?), und für das Debut ihrer Band Adrenaline Rush hat sie sich Unterstützung von Work of Art-Boss Erik Martensson geholt, so daß auch musikalisch alles im grünen Bereich ist. Man muss natürlich auf Spätachtziger-Hardrock mit poppigen Refrains stehen, ansonsten wird man bei Adrenaline Rush nicht glücklich. Wer sich aber auch heute noch an Ratts "Detonator", Lee Aarons "Some Girls Do", dem einzigen, selbstbetitelten Album von Femme Fatale oder Fionas "Squeeze"-Album erfreute, findet hier perfekten Stoff für die Ergänzung der Sammlung. Ob Uptempo-Kracher wie "Change" und "Girls Gone Wild", poppige AOR-Hymnen wie "Too Young To Die" und den Brother Firetribe-mäßigen Anspieltip "Want It All" oder Rattige (ähem) Groover wie der Opener "Black'n'Blue" (ooh yeah, baby!) und das an Skid Row erinnernde "Generation Left Behind", einen Schwachpunkt findet man hier genausowenig wie eine echte Ballade, am nächsten daran ist die Giant-mäßige AOR-Nummer "When We're Gone".

Lediglich an Taves Stimme könnten sich die Geister scheiden, die klingt nämlich im Prinzip genau wie eine Mischung aus Tone Norum und, ja, nochmal ähem, Britney Spears - eine Lee Aaron oder Ann Wilson ist sie halt definitiv nicht (waren Fiona oder Lorraine Lewis aber auch nicht). Allerdings bringt die Dame stimmlich genügend Dicke-Eier-Attitude mit, um mich zumindest darüber hinweg sehen zu lassen, und gerade dieses gelegentlich auftauchende rotzige Element verhindert, daß Adrenaline Rush in die schwedische Melodic-Einheitssuppe abrutschen.

Freilich, Adrenaline Rush machen Spaßmucke, die man böswillig durchaus als oberflächlich bezeichnen kann. Aber für die Intellekt-Fraktion gibt's schließlich genug anderes, und bei Adrenaline Rush wirkt erfreulicherweise nix aufgesetzt, Tave und Band klingen frisch, energiegeladen und nicht zuletzt ehrlich und aufrichtig, das postmoderne Augenzwinkern vieler anderer Möchtegern-Sleazer fehlt hier genauso wie irgendein Anbiedern an "heutigere" Musikrichtungen. Ich find's jedenfalls geil (ähem).
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 23, 2014 8:37 AM MEST


Rock Your Face Off
Rock Your Face Off
Preis: EUR 14,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schönes Comeback - vielleicht etwas zu entspannt, 13. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Rock Your Face Off (Audio CD)
Kix werden ja immer gerne in die Glam Metal-/Sleaze-Ecke gesteckt, dabei muss man nur mal eines ihrere Alben hören, um deutlich zu erfahren, daß sie dort eigentlich gar nix verloren haben - weder mit den Metal-Light-Riffs von Ratt oder den frühen Mötley Crüe noch den Aerosmith-Revisited-Sounds von Guns N'Roses oder den späteren Mötley Crüe hatten die Jungs viel zu tun.

Natürlich sind AC/DC, die Faces und auch Kiss als Bezugspunkte jederzeit rauszuhören, aber KIx hatten auch schon immer ein Fable für Power-Pop a la Cars oder Cheap Trick, der sich in ultrapoppigen Hooklines a la "Cold Blood" und "Same Jane" (die AC/DC-Jünger wie Rhino Bucket oder Johnny Crash mit der Kneifzange nicht angefasst hätten) und auch dem ein oder anderen stilfremden Experiment wie den Wave-Keyboards der ersten beiden Alben oder den ausgiebigen Samples auf "Midnite Dynamite" niederschlug.

Nun, davon ist auf "Rock Your Face Off" nicht viel zu vernehmen. Stattdessen hat man es sich einfach gemacht, diesmal gibt es ausschließlich simplen, der reinen AC/DC-Schule folgenden Riffrock, der aufgrund der reduzierten Härte allerdings soundmäßig eher an die Stones als an die Youngs angelehnt ist. Die Songs sind dabei tasächlich alle durchaus gelungen, was aufgrund der Tatsache, das Donnie Purnell, der die ersten sechs Alben quasi alleine geschrieben hatte, als einziges Mitglied der klassischen Besetzung nicht beteiligt ist. Die Hits der Scheibe wie "Wheels in Motion", "Rollin in Honey", "All The Right Things" (bei dem noch am meisten die alte Pop-Schlagseite durchkommt), "Rock'n'Roll Showdown" und "Love me with your top down" (unbezahlbarer Songtitel...) sind so klasse wie eh und je.

Allerdings schleicht sich auf die komplette Distanz dann doch etwas Gleichförmigkeit ein, da fehlen mir persönlich dann doch die speziellen Eigenheiten, die Kix für mich in den Achtzigern und frühen Neinzigern von der Konkurrenz abgesetzt haben - und man hätte auch ruhig insgesamt ein wenig mehr Gas geben können. Vieles wirkt einfach etwas arg entspannt, und selbst die Uptempo-Songs kommen ein wenig mit angezogener Handbremse daher. Ausnahmen sind der Opener "Wheels in Motion" und das krachige "Mean Miss Adventure", bei denen auch soundmäßig endlich mal ordentlich Dreck aufgewirbelt wird - da hätte ich gerne mehr davon gehabt. Das mag allerdings wieder Geschmackssache sein, man ist ja als Kix-Fan jetzt auch im Schnitt Ü40, da muss man ja eh ein wenig auf die Nackenwirbel achten...

Fazit: Ein gelungenes, gutes Comeback-Album, daß man als Kix-Fan gerne nimmt und als "normaler" Rock'n'Roller ohne Probleme und mit genug Spass in den Backen hören kann. Aber eben auch kein potenzielles Lieblingsalbum wie "Blow My Fuse" oder "Midnite Dynamite".
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 17, 2014 8:51 AM MEST


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