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Rezensionen verfasst von
Anonym "rakion"

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Risen - [PC]
Risen - [PC]
Wird angeboten von online-shop
Preis: EUR 9,97

23 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein ver(schlimm)bessertes Gothic II, 7. Oktober 2009
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Risen - [PC] (Computerspiel)
Da Risen schon im Vofeld als inoffizieller Gothicnachfolger gehandelt wurde und die Spielemagazine die Nähe zu Gothic betonten, war es für mich als Fan der ersten Stunde natürlich ein Muss, mir dieses Spiel so schnell wie möglich zu besorgen. Ich war gespannt, ob es Piranha Bytes gelingen würde, meinen hohen Erwartungen gerecht zu werden, die Erwartungen der Presse (PCGames, Gamestar) haben sie scheinbar erfüllt und so war ich auch zuversichtlich. Und jetzt, nachdem ich zwei Tage lang kaum etwas anderes getan habe, als Risen zu spielen und soeben den Endgegner in die Knie gezwungen habe, muss ich sagen: Es ist ein typisches Gothic, enthält vom Spielgefühl her all die Elemente, die auch die geistigen Vorgänger mitbrachten, was nicht heißen soll, dass es unbedingt positiv sein muss.

Wer Gothic gespielt hat, der weiß, dass man mit einer lebendigen, authentischen Fantasywelt belohnt wird, deren Atmosphäre sich so echt anfühlt, dass man meint, sie atmen zu können. Dank der erweiterten Grafikeffekte gibt es unglaublich schöne Sonnenaufgänge zu bewundern, stimmige Wettereffekte und Umgebungsgeräusche, etwa im Wald, bei denen man glauben könnte, man fühle sich verfolgt. Die Gespräche zwischen Mittelalter und Gossensprache haben es auch diesmal wieder in sich, es wird nach Herzenslust geflucht, gepöbelt und ein sarkastischer Kommentar nach dem anderen abgelassen, was immer wieder für Lachen und Dauergrinsen sorgt. Gerade diese Mischung aus einer bedrohlichen Welt und lustigen Sprüchen sorgte dafür, dass ich Risen sofort ins Herz geschlossen habe. Das Charaktersystem mit seinen verschiedenen Talenten motiviert einmal mehr, die Wahl zwischen den Fraktionen ebenso, und die zahlreichen Nebenquests, die im Gegensatz zu Gothic 3 wieder vielseitiger und mitunter durch kleine Geschichten verbunden sind, fesseln von Anfang an. Bei der Programmierung der Spielwelt haben die Entwickler obendrein ganze Arbeit geleistet. Die Insel in Risen ist nicht wirklich groß, aber mit ihren Bergen und Tälern, Dungeons und Höhlen wirkt sie so komplex, dass sie einen viel größeren Eindruck macht, und überall gibt es kleine Nischen und Schätze, die darauf warten, entdeckt zu werden.

Aber so, wie Risen all die Stärken der Gothicspiele mit auf den Weg bekommen hat, so hat es auch seine strittigen Seiten geerbt, wozu neben den manchmal elendig langen Laufwegen vor allem ein hoher Frustfaktor dazu zählt. Die Spielwelt in Risen ist von Anfang an frei begehbar, aber starke Gegner oder verschlossene Bereiche sorgen trotzdem dafür, dass man nicht alles auf der Insel als Anfänger erkunden kann. Das motiviert natürlich, denn es macht durchaus Freude, endlich die Keiler, Skellete oder Wölfe zu plätten, für die man vorher nicht stark genug war, um so an die begehrten Schatzkisten zu kommen. Aber es gibt auch noch den anderen, frustrierenden Aspekt, dass man schon zu Beginn mit Aufgaben konfrontiert wird, die sich nur mit einer Mischung aus Fingerspitzengefühl und Glück bewältigen lassen. Die Freude nach der bestandenen Tortur (den Arenakämpfen zum Beispiel) ist natürlich umso höher, aber man sitzt als Spieler mit einer Menge Wut im Bauch vor dem Monitor, wenn der Namenlose Held einmal mehr das Grass auf dem Boden zu schmecken bekommt. Dieses Wechselbad aus Frust und Freude bin ich als Gothicspieler ja längst gewohnt und insofern das Gesamtergebnis stimmig ist, wäre es kein Grund für eine Abwertung, aber es gibt zwei Elemente des Spiels, die doch arg negativ ins Gewicht fallen, einer davon ist überaus frustrierend, nämlich das Kampfsystem und einer ist einfach öde, nämlich die Geschichte.

Das Kampfsystem hat mich dabei am meisten geärgert. Im Grunde handelt es sich dabei um eine Vertiefung und Perfektionierung der meiner Meinung nach hinrissigen Kampfsteuerung aus Gothic 3, auch wenn es nun nicht mehr so schnell möglich ist, Gegnerhorden durch stupides Geklicke ins Jenseits zu schicken. Eigentlich ist es auch höchst gelungen, dass fast jeder Gegner eine eigene Strategie erfordert, so ist man auch dazu motivert, verschiedene Kombos und Bewegungen auszuprobieren. Reaktionsschnelligkeit und Planung führen auf diese Weise zum Erfolg, der richtige Mausklick und Tastendruck zur richtigen Zeit machen den ganzen Unterschied aus. Jedoch werden die Kämpfe vor allem gegen spätere Gegner (Echsenmenschen und Skelette) unglaublich hart und trotz guter Rüstung und Charakterwerten verkommt es manchmal zur Glückssache, ob man überlebt oder nicht. Schuld daran ist wohl, dass die Gegner-KI über ein mitunter perfektes Timing verfügt und so rasend schnell austeilt, dass man dagegen kaum anstinken kann. Ich habe das beim Spielen immer wieder als unfair empfunden, dass ich, selbst wenn ich bedacht und vorsichtig vorgehe, der Gegner, sobald ich zuschalgen will, sofort den Angriff mit einem viel schnelleren Schlag pariert und mich meiner wertvollen Lebenspunkte beraubt. Obendrein habe ich dieses nervige Geklicke, dass mir beinahe zu einer Sehnenscheidenentzündung verholfen hat, irgendwann satt gehabt und ich dachte sehnsüchtig an das alte Kampfsystem aus Gothic 2 zurück, dass mit seinem Schwerpunkt auf der Tastatur viel angenehmer war und mir auch viel flüssiger und intuitiver vorkam. Das ist natürlich Ansichtssache, es gibt bestimmt Leute, die können dieser Bedienung bedeutend mehr abgewinnen als ich es tue. Mich hat dieses Kampfsystem jedenfalls zur Weißglut getrieben angesichts der Hellseherei der Gegner-KI (höre jetzt noch meine lauten UNFAIR-Ausrufe in den Ohren klingeln).

Der zweite, nicht ganz so schlimme Punkt, den Risen einbüßt, ist seine Geschichte, die einfach nicht fesseln will. Das größte Problem, empfand ich, war die Unwichtigkeit, mit der der geschichtliche Hintergrund der Welt abgestraft wurde. Warum werden die Namen der Insel, der Hafenstadt, der Götter und der Titanen nie erwähnt. Auch gibt es keine größeren Wendungen oder sonstige Überraschungen, die einen irgendwie vom Hocker reißen. Hingegen weiß aber so manche Nebenquest zu begeistern, etwa wenn man sich mit der Tochter eines Piraten auf Schatzsuche begibt oder einen Diebstahl in der Hafenstadt oder einen Mordfall im Kloster aufklären soll. Dennoch bleibt vieles im Dunkeln und die meisten Charaktere geizen auch arg mit ihren Geschichten, vor allem der Inquisitor, der ja als eine der Hauptfiguren präsentiert wird, kommt im Spiel viel zu kurz weg. Nur allzu selten gibt es Personen im Spiel, für die man Sympathie aufbauen kann (z.B. die Schatzsucherdrillinge). Das alles führt dazu, dass ich mich nicht genauso tief in die Welt hineinversetzen konnte, wie es bei Gothic der Fall war. Obendrein halte ich auch die Kritik berechtigt, dass Risen eigentlich nur Altbekanntes aufwärmt, ohne allzu eigene Konzepte mitzubringen, die es von seinem geistigen Vorgänger unterscheidet.

Fazit: Ohne große Überraschungen muss auch ich feststellen, dass Risen im Grunde eine Kopie von Gothic ist, die dank der genialen Atmosphäre und der humorvollen Dialoge sowie einiger netter Nebenquest durchaus Spass macht, auf der anderen Seite aber mit einer löchrigen und kaum vorhandenen Geschichte und mit einem zu penibel ausgearbeiten Kombokampfsystem bitter aufstößt. Als originellen Einfall zuletzt möchte ich aber nochmal die Gnome hervorheben, die zwar den Goblins nachempfunden sind, aber durch ihr putziges Auftreten als nervige kleine Plünderer, die meinen Alter Ego mit allen möglichen Krempel bewerfen, doch einen gewissen Niedligkeitsfaktor besitzen, der in herrlichem Kontrast zu der rauhen und versifften Spielwelt steht.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 8, 2009 7:24 PM MEST


Dead Space
Dead Space

1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Blutig, aber alles andere als billig!, 7. November 2008
= Spaßfaktor:1.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Dead Space (Computerspiel)
Als Fan unheimlicher PC-Horrorspiele habe ich lange auf Dead Space gewartet und hatte, da die Handlung ja fast eine Reminiszens an Carpenters "The Thing" ist, einem meiner Lieblingshorrorfilme, sehr hohe Erwartungen an das Spiel gelegt, was Atmosphäre und Schockgefühl betrifft. Ich habe ein sehr gutes Spiel erwartet und es letztendlich auch bekommen, denn Dead Space ist m.E. bei weitem besser als etwa Doom 3 oder F.E.A.R. und das beste reine Horrorgame seit Clive Barker's Undying.Die Handlung des Spiels ist eine mehr oder minder einfallsreiche Kopie bekannter Vorlagen aus dem Filmbereich (vor allem Filme wie "Aliens", "Event Horizon" und eben "Das Ding aus einer anderen Welt" werden quasi im Minutentakt zitiert). Auch der Name des Charkters, den der Spieler steuert, nämlich Isaac Clarke, klingt sehr nach einer beabsichtigten Mischung bekannter Sci-Fi-Autoren (Isaac Asimov und Arthur C. Clarke). Als Dieser ist man dann unterwegs auf dem Raumschiff USG Ishimura, um das Geheimnis zu ergründen, was mit der Besatzung passiert ist, warum groteske Monster durch die Korridore streifen und was das ganze mit dem sogenannten 'Marker' zu tun hat. Je weniger man weiß, desto besser, denn auch wenn die Handlung nicht gerade originell ist, so ist sie doch wahnsinnig spannend ins Szene gesetzt und überrascht immer wieder aufs neue mit Wendungen, dramatischen Höhepunkten und mehreren Subplots, die neben der eigentlich Story ablaufen. Dass man dabei fast immer alleine auf dem Raumschiff unterwegs ist und das meiste über Funksprüche, Videoschnipsel und Logbucheinträge erfährt, ist bei Survivalhorror Gang und Gäbe, aber die Macher von Dead Space beweisen, wie gut man diese eigentlich nüchterne Erzählweise umsetzen kann. Die Tonbänder von verängstigen Besatzungsmitgliedern, geisteskranken Wissenschaftlern und verzweifelten Offizieren sind dramaturgisch perfekt und untermalen dank sehr guter deutscher Übersetzung die Atmosphäre, welche schon unheimlich genug ist.
Und gerade die Stimmung gehört zu den großen Pluspunkten dieses Weltraumhorrors, die engen Gänge, die magere Beleuchtung, das Poltern hinter den Wänden, die mit Leichen gepflasterten Wege und eine auf Schock getrimmte Streichorchestermusik sorgen dafür, dass in den ersten Stunden der Adrenalinspiegel immer schön oben bleibt. Gelegentlich sorgen Missionen im Vakuum, wo man sich wegen Sauerstoffmangel beeilen muss, und Passagen in der Schwerelosigkeit, die etwas Orientierung erforden, für Abwechslung in der Szenerie. Allerdings sollten die Spielermägen schon stabil gebaut sein, denn ein dermaßen brutales Spiel ist echt selten, da lassen sich alle Leichen bequem in ihre Einzelteile zerlegen, Blut spritzt Literweise und bei Explosionen gibt es so richtig derbe Fleischregen. Aber zum Glück ist Dead Space nicht nur eine Schlachtorgie sondergleichen, sondern auch spannend und unheimlich, mit effektiven Schockmomenten und einer Geschichte zum Miträtseln, inwiefern das, auf was man dort mitunter antrifft nur Halluzination ist oder Wirklichkeit.
Dabei kann das Spiel auch mit einer kleinen, aber feinen Innovation punkten, ich meine damit nicht das nicht vorhandene HUD oder das Teilweise-Rollenspielsystem, mit dem man seine Waffen und Anzüge aufrüsten kann (was allerdings auch für jede Menge zusätzliche Motivation sorgt), sondern die Fähigkeit des sogenannten 'Brotkrümels', die einem per Tastendruck anzeigt, in welche Richtung man gerade zu laufen hat, sodass das ewige Verirren in verwinkelten Gängen hier ausnahmsweise mal völlig ausbleibt. Man weiß immer, was zu tun ist und wo man hin muss, ganz unkompliziert.
Aber wie das halt so ist bei solchen Spielen, verfliegt auch die grandioseste Atmosphäre, wenn man das 300. Monster in seine Einzelteile zerlegt hat und ein und derselbe Überraschungseffekt sein 25. Jubiläum im Spielverlauf feiert, sodass die düstere Stimmung nach ein paar Stunden Spielzeit verfliegt, weil man sie schon zu sehr gewohnt. Das tolle ist, dass Dead Space auch weiterhin mit einem sich immer wieder abwechselnden Spielprinzip punktet, denn um in der Story weiter zu kommen, muss Kämpfe gegen teils riesige Gegner vollführen, mit einer stationären Kanone das Schiff gegen ankommende Astroiden schützen oder man hat es mit besonders krassen Monstern zu tun, deren Gliedmaßen plötzlich wieder nachwachsen. Auch die Aufträge, wenn auch spielerisch sehr ähnlich, varieren und geben einem immer das Gefühl, gerade in einer so richtigen Notlage zu stecken, wenn etwa die Aliens beginnen, zwecks Terraforming den Sauerstoff mit einer giftigen Substanz zu ersetzen oder man unter Zeitdruck steht, für ein SOS Signal Kontakt mit einem nahegelegenen Raumschiff aufzunehmen. Und immer wieder mal für eine Überraschung gut, wenn aus einem verschleimten Korridor heraus ein fleischiges, riesgies Tentakel hervorschießt, Isaac am Bein packt, umwirft und über den Boden schleift, sodass man plötzlich panisch damit beschäftigt ist, eine empfindliche Stelle zu zielen, um sich wieder zu befreien. Das Gameplay strotzt nur so vor Vielfalt und das ist es, was über die Atmosphäre hinaus noch fesselt.

Fazit: Dead Space ist ein Spiel, dass abgesehen von einigen Bedienungsungewohntheiten alles richtig macht. Auch wenn die Geschichte nicht so originell daherkommt, das Horrorfeeling im späteren Verlauf erlahmt und Gameplaytechnisch zwecks regelmäßgier Wiederholungen sich eine gewisse Monotonie aufbaut, verbindet es den Stoff dennoch zu einem packenden in sich schlüssigen Sci-Fi-Thriller, der über ein Zeitraum von 10-15 Stunden wunderbar zu fesseln vermag.


S.T.A.L.K.E.R. - Clear Sky (DVD-ROM)
S.T.A.L.K.E.R. - Clear Sky (DVD-ROM)

97 von 110 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kein Stern am "klaren Himmel", 7. September 2008
= Spaßfaktor:1.0 von 5 Sternen 
Um vor meiner Rezension kurz etwas über den Frustfaktor von "S.T.A.L.K.E.R. - Clear Sky" zu sagen: Die TAB-Taste meiner Tastatur sitzt jetzt ein wenig schief im Sockel, irgendjemand hat nach einem Wutausbruch dermaßen heftig draufgeschlagen, dass sie nun ganz verkrüppelt ist, höchstwahrscheinlich war dieser Jemand Ich, der sich mal wieder wahnsinnig darübwer aufregte, dass die Gegner mitunter durch Wände schießen und mich auf diese Weise kaltmachen, dass die Kugeln in die Wand einschlagen und die dabei ausgelösten Druckwellen mich einfach umhauen.

Willkommen bei Stalker Clear Sky, den Nachfolger eines der atmosphärischsten Shooter, die ich je gespielt habe. Grundsätzlich sollte erstmal gesagt werden, dass vieles, was für Stalker galt, auch hier wieder zutrifft:

Erneut ist das Highlight dieses Spiels die Wahnsinnig dichte Atmosphäre, die rund um das verseuchte Tschernobylgebiet einmal mehr den Spieler in eine Welt voller Gefahren hineinwirft, in dem man sich wahlweise als Schatzsucher, Söldner oder Botenjunge verdingen kann. Zwar sind Gebiete wie die Müllhalde oder das dunkle Tal jetzt in ein viel helleres Licht getaucht und wirken im Gegenzug zum Vorgänger fast fröhlich und bunt, da aber die Handlung des Spiels ein Jahr vor der Story des ersten Teils angelegt ist, wirkt es nicht unglaubwürdig und desweiteren sind die Gegenden nicht minder gefährlich, denn:
Im Gegensatz zum Vorgänger ist Clear Sky bockschwer und fordert selbst von Shooterveteranen wirklich hartes Durchhaltevermögen. War "Shadow of Chernobyl" schon nicht einfach, ist dies ein Spiel für Profis und das aus folgenden Gründen:
1. Die Lebenspunkte wurden verringert und man muss nun umso vorsichtiger sein, um die zahlreichen Gefechte zu überleben.
2. Dass es jetzt endlich eine Möglichkeit gibt, Waffen und Rüstungen zu reparieren ist zwar sehr von Vorteil, aber dafür Verschleißen die Knarren und vor allem die Anzüge viel schneller, sodass man die Dinger regelmäßig in Reperatur geben muss und dass wiederum kostet viel Geld, womit wir kommen zu Punkt...
3. Die Möglichkeiten, schnell an Geld zu kommen, haben sich erheblich verringert, im Vorgänger war es möglich herumliegende Waffen, Artefakte und Tierinnereien für viel Geld zu verscherbeln, um so schnell reich zu werden. Nun sind Waffen und Munition kaum etwas beim Händler wert, das Verkaufen von Tierteilen entfällt völlig, weil man diese bei toten Viechern nicht mehr entnehmen kann. Im Gegenzug wurde der Preis für Artefakte kräftig angeschraubt, aber diese muss man ersteinmal finden. Um nähmlich an die begehrten Wunderdinger heranzukommen, muss man sie mittels Detektor in oft Anomalie-verseuchten und stark verstrahlten Gebieten ausfindig machen und diese Gebiete sind im Spiel eher selten anzutreffen(dennoch eine der coolsten Neuerungen). Die Entwickler haben versucht, es dem Spieler bei der Aufstockung seiner Reichtümer denkbar schwer zu machen, jedoch kann man durch einen kleinen Trick trotzdem reich werden (in fast jedem Lager existiert eine Kiste mit gewaltigen Munitionsvorräten, welche man beim Händler um die Ecke für so ungefähr 10000 bis 20000 Rubel loswerden kann, das tolle ist, dass sich diese Vorratskisten regelmäßig wieder auffüllen).
4. Man darf natürlich den Realismus nicht vergessen, den das Spiel für sich beansprucht, d.h. Zielen ist eine Kunstfertigkeit, Wunden sollten immer versorgt werden, bevor man verblutet und man sollte auf keinen Fall Rambogleich auf die Gegnerhorden zu stürmen.

Das sorgt dafür, das "Clear Sky" zu keinem Zeitpunkt zu lasch ist. Jedoch sind längst nicht alle Neuerungen in diesem Spiel so wirklungsvoll, wie sie vom Entwickler gepriesen werden, als da wären:
1. Die Modifikation von Waffen und Rüstungen: Ein nettes und praktisches Gimmick, aber so simpel und mager, dass man sich eben nicht "seine Traumwaffe" selbst basteln kann, obendrein verschlingen die Optimierungen wiederum ein Heidengeld und sollten wohlüberlegt sein.
2. Die Fraktionskämpfe: Da alle Fraktionen, für die man arbeitet (Clear Sky, Einzelgänger, Wächter und Freiheit) ein eigenes abgestecktes Gebiet haben, sind Kämpfe zwischen diesen Fraktionen höchst selten, es bleiben aber häufige Auseinandersetzungen mit Söldnern und Banditen. Obendrein: Was hat man davon, wenn man sich einer Fraktion anschließen kann und wiederum andere Parteien auslöscht, wenn es spielerisch so mangelhaft integriert wird, denn es ist weder für die Geschichte großartig interessant, noch von Vorteil, sich einer Gruppe anzuschließen.
3. Die Optik: Wahrhaft prächtig präsentiert sich der Nachfolger und an dem Anblick selbst gibt es kaum etwas auszusetzen, man braucht allerdings einen Leistungsstarken Rechner und ich wundere mich, wie ich mit 2 GB Ram, einer Radeon HD 3870 und einem Dual Core Prozessor bei dynamischer Beleuchtung nicht flüssig spielen kann. Die Optimierung hat allerdings auch den Haken, dass mit fortlaufender Spielzeit permanente Nachladepausen entstehen, die mit der Zeit gehörig nerven, weil das Spiel alle paar Sekunden einfriert, um neue Gebiete zu laden, obendrein kommt es zwischendruch auch zu heftigen Rucklern.
4. Ein fehlerfreies Spiel: Ja, wer hat denn ernsthaft damit gerechnet? Jetzt will ich mich mal genüsslich über einige wirklioch Ärgernisse in diesem Spiel auslassen. Mal wieder existieren Fehler bei Aufträgen, wenn man eine Stellung halten soll, bis die Verstärkung anrückt, die Verstärkung sich aber selbst nach einer gefühlten Ewigkeit nicht blicken lässt. Ein andern Mal wiederum hängt die Haupquest an einer Aufgabenstellung fest, die man schon längst erfüllt hat, sodass das weiterspielen entweder unmöglich oder das reinste Rätselraten ist. Ein anderes Manko ist, dass die Gegner ab und zu durch Wände schießen, sodass man getroffen wird, obwohl jede Menge Beton dazwischen liebt. Zusätzlich stürzt das Spiel durch das Auslösen bestimmter Skripte ab, etwa wenn man einen Questgegenstand an sich nimmt. Und wie schon im Vorgänger gibt es auch diesmal einen Speicherbug, der wahrhaft nervt. Ich war in der Handlung sehr weit vorgeschritten und kämpfte mich durch die Stadt Limansk, speicherte regelmäßig, bis das Spiel, kurz bevor ich in den nächsten Abschnitt kam, abstürzte. Ich startete das Spiel neu, lud die Karte neu und... stürzte nach wenigen Sekunden ab (und das immer wieder)! Das heißt in der Regel, dass man es vom letzten Autosave an erneut versuchen sollte, aber als sich dieser Bug in Limansk bei mir wiederholte, habe ich bei der ganzen Unfairness letztendlich aufgegenben und es leider nicht geschafft, dass Spiel zu Ende zu spielen. Sicher werden auch Andere Leute ihre eigenen Probleme mit den Fehlern schildern und es wird wohl noch einige Patches dauern, bis alles behoben ist.

Nun zum Spielgefühl an sich. Die Story selbst, die sich um die Jagd nach Strelok befasst, ist höchst langweilig erzählt, viel zu lange Textpassagen, viel zu wenig Wendungen und ein immergleicher Spielablauf machen es nicht gerade spannend, der Handlung zu folgen, andererseits vermitteln die Entwickler einem erfolgreich das Gefühl, das man unter Zeitdruck steht. Die atmosphärisch höchst genial inszenierten Emission, die die Zone immer wieder heimsuchen, treiben den Spieler geradezu, der Geschichte hinterher zu jagen. Ebenso ist es nun spaßiger, weil man öfter im Team unterwegs ist und die Nachtphasen richtig schön dunkel und unheimlich sind. Reiseführer bringen einen gegen Bezahlung zu bestimmten Orten, sodass man sich lange Laufwege nun erparen kann.
Schade ist hingegen, dass die Anzahl der extrem gruseligen Untergrundmissionen zurückgeschraubt wurde, ebenso störend sind Passagen, in denen Hundertschaften von Gegner irgendwoher geströmt kommen und man sie allesamt abknallen muss. Auch bekommt man es viel seltener mit Blutsaugern und Snorks zu tun(von neuen Gegner habe ich bisher nichts gesehen). Zudem ist es zwar löblich und sehr hilfreich, dass es jetzt mehrere Zugangswege gibt (sodass man z.B. nicht, um nach Jantar zu kommen, über die Sumpf->Kordon->Müllhalde->Bar->Wildgebiet->Jantar-Route, sondern bequem einen Pfad durch das Agroprom-Gebiet nehmen kann), allerdings sind viele geskriptete Ereignisse an das Betreten eines Gebiets an einer bestimmten Stelle gekoppelt (z.B. Zugang zur Wächterbasis oder das Umlegen eines Schaltes im Militärlager), sodass man erst in der Handlung weiterkommt, wenn man ein bestimmtes Skript auslöst, das man zuvor übergangen hat.

Alles in allem macht S.T.A.L.K.E.R. - Clear Sky noch einen unfertigen Eindruck, vor allem wegen der Bugs und Skriptfehler, aber auch, weil sinnvolle Verbesserungen nur zur Hälfte ausgeschöpft wurden. Einmal mehr stützt sich das Spiel auf die überragende Atmosphäre und das freie umherstreifen in der Spielwelt, obwohl die spielerische Freiheit sich doch arg in Grenzen hält.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 30, 2008 12:21 PM CET


Crysis (DVD-ROM)
Crysis (DVD-ROM)
Wird angeboten von schadow-de
Preis: EUR 29,90

4.0 von 5 Sternen 4 Sterne für die spannendste Alieninvasion in einem Shooter!, 8. Juli 2008
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Crysis (DVD-ROM) (Computerspiel)
Der Hype um Crysis ist ziemlich beachtlich, bewerten führende PC-Spiele-Magazine das Spiel doch mit Höchstwertungen (Pc Games/Gamestar: 94%). Dabei ist diese Wertung ehrlich gesagt ziemlich ungerechtfertigt. Die Grafik ist zwar auf dem höchsten Stand der Technik, aber ein Spiel macht nicht deswegen Spass, weil es hübsch anzusehen ist.
Darüber hinaus bietet das Spiel nicht wirklich nennenswerte Innovationen. Der coole Nanosuit, mit dessen Hilfe der Spieler sein alter Ego modifizieren kann und der Situation im Kampf anpasst, macht taktisch sehr viel Sinn, ist aber kein wirkliches Novum, denn ähnliche Features boten schon andere Spiele (wie Deus Ex). Dennoch bietet der Kampfanzug dem Spieler Möglichkeit, den Koreanern auf vielfältige Art und Weise einzuheizen (oder eben nicht, wenn man schleicht). Die Kämpfe gegen die Nordkoreaner sind zwar fordernd und verlangen dem Spieler mehr ab als bloßes Ballern im Vorwärtsgang (also schnelle Reflexe, Deckung suchen, Angriffsseiten wechseln, Wahl der Waffen), auch das man die Waffe genauso wie den Anzug mit der Zeit frei nach Wunsch modifizieren kann, ist ein sehr cooles (wenn auch ebenfalls nicht neues) Feature.
Spielerisch sieht Crysis zunächst jedoch etwas kläglich aus, denn in der ersten Hälfte ballert man ausschließlich auf Soldaten und Panzer, alles wirkt wie ein hollywoodreif inszenierter Krieg in der Zukunft. Dabei gibt es keine sonderlich große Abwechslung und die Tatsache, dass man in jedem Level mindestens an die hundert Gegner umnietet, gab es schon in Far Cry, wo man nicht als technisch hochgerüsteter Supersoldat, sondern als normaler und anfälliger Mensch durch den Dschungel hetzte, dort wirkte der Kampf gegen die Söldner viel dramatischer, in Crysis heilen die Wunden des Spielers nach kurzer Zeit und man kann sich erneut ins Gefecht stürzen, doch herrscht nach dem Erschießen des 1000.Gegners irgendwann Langeweile und man umgeht freiwillig die Nordkoreanischen Stellungen, um weiter zu kommen. Dabei wirkt die Geschichte, zwar klischeehaft, hervorragend in Szene gesetzt, von Anfang an wird mit dem Alienmysterium und den Frostzonen im schwülen Dschungel eine enorme Spannung aufgebaut, ähnlich wie in Half Life erlebt man die ganze Handlung aus der Ich-Perspektive und die Zwischensequenzen sind, wie oben schon angedeutet, wie in einem packenden SciFi-Action-Film, höchst dramatisch und spektakulär. Da stürzt bei einem Angriff auf einen besetzten Hafen ein Jet ganz in der Nähe ab, da liefern sich testosterongestärkte Soldaten Streitgespräche oder man erforscht einen Ort, wo die Soldaten in Stücke gerissen wurden... das alles ist schaurig, spannend und treibt den Adrenalinspiegel in die Höhe.
Und in der zweiten Hälfte erweist sich Crysis als richtig genial. Wenn also erstmal die Aliens zuschlagen, da stapft man in völlig zugefrorenen Gebieten herum, erkundet das innere eines Raumschiffs in völliger Schwerelosigkeit, beschützt einen totgeglaubten Kameraden vor dem Gefriertod oder flüchtet in einem Jeepkonvoi vor einer Horde Aliens. Diese fliegenden Monster sind dabei sogar richtig fies und treiben den Puls beim spielen gnadenlos in die Höhe. Das man es diesmal auch nicht mit sabbernden Urbiestern, sondern intelligenten Technikwesen zutun bekommt, ist eine willkomene Abwechslung. Die ganze Zeit ist man auf der Flucht, weil dieser Feind absolut übermächtig erscheint. Die filmische Atmosphäre verdichtet sich immer mehr und mündet in dem gewaltigsten und spektakulärsten Showdown, den ich je in einem Shooter erlebt habe, so grenzenlos spannend habe ich noch nie einen Level gespielt.

Dennoch gebe ich nur 4 Sterne, denn Crysis ist zum einen recht kurz und gerade die Alieninvasion ist viel zu schnell vorbei, hingegen zieht sich der erste Abschnitt gnadenlos lange hin und besticht überwiegend durch dröge Eintönigkeit. Desweiteren gibt es kleinere Schnitzer, ich will nicht permanent Waffen aufheben, um Munition zu erhalten, die Gegnerischen Soldaten halten viel zu viel aus und die schnelle Selbstheilung macht bedachte Spieler fast unbesiegbar. Dafür entschädigen jedoch die dramatische Inszenierung der Story, die flachen, aber doch cool präsentierten Charaktere und einer der besten Schlusslevel der Spielgeschichte.


Sanjuro
Sanjuro
DVD ~ Toshirô Mifune
Wird angeboten von gubo9de
Preis: EUR 39,85

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein etwas anderer Kurosawa. Einfach herrlich!, 23. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Sanjuro (DVD)
Kurze Vorbemerkung: Ich besitze die DVD aus der Sammlerbox "Korusawas Meisterwerke" und kann daher keine Aussagen über die Qualität dieser DVD machen, mir kommt es auf den Film an.

Sanjuro ist ein Ausnahmewerk von Akira Kurosawa. Meines Erachtens nach erreicht er nicht die erzählerische Dichte von "Ran" oder den "Sieben Samurai", denn man merkt von Anfang an, es ist ein eher kleinerer Samuraifilm, der dennoch vollends überzeugt. Auffallend ist mal wieder der typische Stil Kurosawas, der aufwendige Choreografien und Bilder mit dem theaterhaft wirkenden Schauspiel der Protagonisten. Hinzu kommt eine spannende Geschichte mit vielen Wendungen, die sich nicht um eine Einleitung schert, sondern sofort startet. Es ist schon erstaunlich, wie der Regisseur es schafft, innerhalb von 2 Minuten die gesamte Rahmenhandlung auf den Punkt zu bringen. Was an "Sanjuro" anders ist gegenüber den restlichen Kurosawa-Streifen, welche meistens sehr ernst und bedrückend sind, ist der ironische und humorvolle Ton des Films. Vor allem der Titelgebende Held sorgt mit seinem für einen Samurai ungewöhnlichen Benehmen immer wieder für Schmunzler, genauso wie das flapsige und unsichere Verhalter der 9 Krieger, die er im Film anführt. Aber dennoch gibt es einen ernsten Unterton im Film, nämlich Sanjuros Bestreben, den im Film geschilderten Konflikt ohne Blutvergießen zu einem Ende zu führen, was ihm allerdings aufgrund menschlichen Übermutes (oder schlichter Dummheit?) nicht gelingt und zu großartigen Kampfszenen führt, denen man ihr alter lediglich durch den Schwarzweißkontrast ansieht.

Alles in allem ist Sanjuro doch eine nette Abwechslung zu den schweren Dramen des Meisters und gerade deshalb für Fans und Interessierte zu empfehlen.


Rain Dogs
Rain Dogs
Preis: EUR 7,99

20 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wer Tom Waits kennen lernen will, der versuche dieses Album., 21. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Rain Dogs (Audio CD)
Meine ersten Erfahrungen mit Tom Waits hatte ich mit "The Black Rider", welches mir mal ein Kumpel in die Hand gedrückt hatte. Angesichts einiger wirklich schräger Klänge und krass klingenden Texten war ich zunächst sehr erschrocken, aber dank so genialen Titeln wie "The Briar and the Rose", "The right bullets" oder "Flash pan Hunter" gehört dieses Album mit zu meinen Lieblings-CDs dieses einmaligen Künstlers. Und mit der Zeit lernt man auch die teilweise wirklich durchgeknallten, recht psychopathisch anmutenden Songs zu schätzen. Nachdem ich nun fast alle Platten von Herrn Waits gehört habe, komme ich zudem Schluss, dass "The black Rider" nicht gerade ein Einstiegsalbum für Neulinge ist. Stattdessen empfehle ich lieber "Rain Dogs".
Denn dieses Album zeigt durchaus die Vielseitigkeit dieses Künstlers (der Objektivität schadend, muss ich leider zugeben, dass ich der Musik von Tom Waits absolut verfallen bin). Es beginnt schon mit dem wunderbar verrückten "Singapore", welches schwungvoll und mitreissend ist und über einen herrlich makaberen Text verfügt. Schwungvoll und einfallsreich geht es auch weiter mit Songs wie "Rain Dogs", "Big Black Mariah" oder "Cemetery Polka". Das Waits auch in der Lage ist, mitfühlende Balladen zu schreiben, beweist er hervorragend mit "Downtown Train", "Time" oder "Anywhere I lay my head", welche wirklich ins Herz gehen.
Im Gegensatz zu späteren Platten wie "Bone Machine" oder eben "The Black Rider" geben sich die Klänge von "Rain Dogs", ähnlich wie in der Popmusik, noch recht angenehm, sie gehen gut ins Ohr und verstören nicht. Gerade deshalb ist dieses Album Einsteigern sehr zu empfehlen. Jedoch ist Tom Waits seine Handschrift nicht zu verkennen. Da wären die kahlen Hintergrundklänge in dem ebenfalls recht durchgedrehten "Clap Hands"-Song oder die exotische Ouvertüre, die den Song "Rain Dogs" einleitet. Und nicht zu vergessen sind seine hervorragenden, wenn auch oftmals schwer zu deutenden Texte über die Verlierer und Entäuschten, aber auch über Hoffende und Liebende dieser Welt, Texte voller Emotionen, welche er mit seiner angeschlagenen, aber nichts desto trotz unglaublich kraftvollen Stimme das einzigartige Flair verleiht, das eben den Künstler Tom Waits ausmacht.
Ihr merkt schon, es wird langsam etwas polemisch bei mir, aber glaubt mir, Schuld daran ist nur meine Faszination für diese Musik.

Fazit: Meines Erachtens nach ist "Rain Dogs" nicht nur eines der besten Alben, sondern auch eine perfekte Scheibe für Neulinge, die sich mal versuchen wollen in der finsteren Welt von Tom Waits. Nicht so krass wie seine späteren Werke, trägt es doch unverkennbar seine Züge.


Wächter der Nacht - Nochnoi dozor (2 DVDs, Russ. Director's Cut + dt. Original-Kinofassung)
Wächter der Nacht - Nochnoi dozor (2 DVDs, Russ. Director's Cut + dt. Original-Kinofassung)
DVD ~ Konstantin Khabenskij
Wird angeboten von ida-svenson
Preis: EUR 8,37

27 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein großartiger Film als Opfer einer miesen Vermarktung, 20. September 2007
Als Wächter der Nacht ins Kino kam, wurde er für den westlichen Markt geschnitten, angeblich, um die Version dem europäischen Publikum anzupassen. 8 Minuten Handlung, dazu kommen zahlreiche Umschnitte, einige Zeitraffer und Farbfilterspielchen. Dachte man, so könnten wir Kinogänger diesen zum Teil schon verwirrenden Film besser verstehen? Oder wollte man den Fokus doch mehr auf Action und Effekte legen, wie sie im spektakulären Trailer versprochen wurden? Oder einfach abkassieren, in dem man die vollständige Version erst ein paar Jahre später präsentiert, wo die Kinoversion schon oft genug über den Ladentisch ging?
Wie auch immer, ist ja jetzt egal, denn der Directors Cut ist draußen, endlich darf man auch hier nun die Fassung bewundern, welche in Russland im Kino zu sehen war. Allerdings nur im Russischen O-Ton, Untertitel sind einstellbar. Und dies ist mein ärgster Kritikpunkt. Sicherlich stört es denjenigen nicht, welche russisch verstehen oder sich Filme immer gerne in ihrer Landessprache anschauen, aber es gibt auch jene, die wollen es lieber auf Deutsch haben, so wie ich. Nun muss ich mich aber mit deutschen Untertiteln zufriedengeben. Wenn man schon für 15€ den Directors Cut kauft, dann kann man doch bei den fehlenden Stellen wenigstens eine Vertonung ins deutsche erwarten, oder nicht? Diejenigen, die für die Vermarktung von "Wächter der Nacht" zuständig sind, ist zweifellos eine gewisse Faulheit vorzuwerfen, bei ihrem Versuch, nochmal unzählige Käufer anzulocken. Ich hoffe, dass in Zukunft diese Marktstrategien nicht noch soweit gehen, dass sie sämtliche Zuschauer vergraulen.

Zum Film: Wow, was soll ich sagen? Er gefällt mir mit jedem Mal Ansehen besser, auch wenn ich ihm beim ersten mal sehen nur schwer folgen konnte. Der Film bietet ungewöhnliche Actionszenen, die nicht viel mit Tempo oder kämpfen zu tun haben, sondern einfach nur dramatisch und spannend sind. Auch die visuellen Einfälle sind beachtenswert. Eine meiner Lieblingsszenen verfolgt eine Schraube, die sich von der Außenwand eines Flugzeuges löst, herunter fällt, durch einen Schwarm Krähen hin und her geschleudert wird, in den Lüftungsschacht eines Hochhauses dringt und schließlich in eine Kaffeetasse landet. Dazu kommt noch die Einführung einer Vielzahl von Figuren, die erst einmal vorgestellt werden und im zweiten Teil dann wohl mehr Raum zum Handeln haben. Gerade durch diese vielen Figuren wirkt "Wächter der Nächt" mehr wie ein Drama als ein Spektakel, Actionfans sollten sich lieber nach was anderem umsehen.
Nach den vielen vernichtenden Kritiken stellte ich mit Freude fest, dass der Film richtig gut ist, auch wenn die gelegentliche Hardrockmusik im Film etwas nervt, da der Soundtrackt ansonsten wirklich ins Ohr geht.
Vom Sergei Lukanienkos Buchvorlage ist zwar nicht mehr viel übrig geblieben, aber den Machern ist dafür eine eigene Geschichte gelungen, die es ebenfalls in sich hat. Und wem dieses Filmerlebnis gefällt, der darf sich beim Kauf gleich noch auf die ersten 11 Minuten von "Wächter des Tages" freuen, die auf der DVD mitenthalten sind und einen Einblick in die Fortsetzung geben.


Luzhin Defence [UK Import]
Luzhin Defence [UK Import]
DVD ~ John Turturro
Wird angeboten von dodax-online
Preis: EUR 2,63

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eigenwillige Verfilmung einer schwierigen Vorlage, 7. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Luzhin Defence [UK Import] (DVD)
Bei "Lushins Verteidigung" (dt. Titel) handelt es sich um eine sehr freie Verfilmung des gleichnahmigen Werkes von Vladimir Nabokov, dessen Buch zum Film kaum unterschiedlicher sein könnte. Die wesentlichsten Unterschiede zähle ich mal kurz in 3 Punkten auf:

1. Die Änderung der Handlung: natürlich wird die Geschichte für einen Film stets umgeschrieben, doch in diesem Fall sind die Änderungen derart gravierend, dass man das Buch stellenweise überhaupt nicht mehr erkennt. Um die Geschichte zusammen zu stauchen, konzentriert man sich voll auf die Liebesgeschichte zwischen Lushin und Natalia (welche im Buch keinen Namen hat und nur mit "Frau Lushin", "Die Frau" oder die "Die Braut" benannt wird). Weiterhin werden alle Hintergründe über die russische Revolution, sowie die meisten gesellschaftskritischen Spitzen und ein Großteil des letzten Drittels einfach außen vor gelassen, Walentinow hingegen, welcher im Buch nur eine (zwar wichtige) Randfigur ist, wird im Film zum großen Bösewicht befördert, der in der zweiten FIlmhälfte Lushin immer wieder quält. Zum Schluss sei noch das abgeänderte Ende zu erwähnen, dass der tragischen Figur des Schachgenies doch noch Anerkennung verleiht.

2. Die Figuren sind mitunter anders gezeichnet und entsprechen nicht den literarischen Vorbildern. Lushin zum Beispiel war ein beleibter Mann, regelmäßig erschöpft und nicht ganz so freundlich wie der liebenswert Zurückgebliebene Mensch mit der zärtlichen Seite, den wir hier zu sehen bekommen.

3. Der ärgste Unterschied liegt wohl am Filmstil. Marleen Gorris ist handwerklich eine fesselnde Erzählerin, doch Nabokov schildert die Handlung in seinem Buch oft in einer verzerrten Sichtweise, mit träumerischen Bildern und lenkt den Blick oft auf unbedeutende Details, welche dem Buch stellenweise einen surrealistischen Charakter geben. Wenn Lushin schleßlich seinen Nervenzusammenbruch erleidet, bekommt der Leser eine der stärksten Stellen des Buches serviert, da Nabokov in ausdruckstarken und realitätsverzerrten Bildern den Wahnsinn ganz genau schildert, wie das ganze auf die Leinwand gebracht wurde,ist katastrophal uninspiriert, als wäre der Regisseurin überhaupt nichts eingefallen bzw. verweigerte jede Form einer malerischen Bildsprache.

Ich gebe dennoch 5 Sterne. Es ist ja nicht so, dass bei einer möglichst objektiven Bewertung des Films die literarische Vorlage irgendetwas zählt. Der Film allein ist wichtig. Wer mit den Erwartungen einer werkgetreuen Verfilmung an den Film herangeht, ist selbst schuld.

Der Film selbst grenzt an technische Perfektion und bedient im Gegensatz zu Nabokovs schwer verdaulicher Vorlage das Massenpublikum. Die Dramaturgie ist flüssig und hält sich nicht unnötig an Szenen auf, es existieren keine Längen, die Musik ist wirklich gut gelungen und untermalt das Geschehen perfekt, die Drehorte sind wunderschön, die Kamera fängt das Geschehen stimmig ein und der Schnitt leistet sich nur an wenigen Stellen ein paar Fehler, dass macht Marleen Gorris zu einer sehr begabten Regisseurin.

Im Mittelpunkt stehen jedoch eindeutig die Schauspieler, die allesamt Glanzleistungen abgeben und Charaktere entstehen lassen, die wohl voneinander differenziert sind, vor allem John Turturro und Emily Watson ergänzen sich als ungewöhnliches Liebespaar perfekt und liefern viele emotionale Höhepunkte. Wohldosierter Humor und Tragik runden die Handlung ab.

Sicherlich ist "Lushins Verteidigung" nicht frei Schnitzern, da wäre der oben genannte Nervenzusammenbruch, der einfach unglaubhaft inszeniert wurde. Bei einigen Szenen bleibt das Verhältnis zwischen Zuschauer und Handlung doch arg distanziert, vor allem das tragische Ende, welches ich nicht veraten werde, lässt einen doch ziemlich kalt.

Es ist schade, dass der Film bisher in Deutschland nicht auf DVD erschienen ist, was wohl an den geringen Einspielergebnissen in England liegen mag. Daher sind für diese Import-DVD auch Englischkentnisse vorausgesetzt.

Trotz aller Kritik bin ich begeistert und habe lange nicht mehr ein Drama gehabt, dass so rund inszeniert und mitreissend war, dass ich es mir gleich 2 Mal hintereinander angesehen habe.


S.T.A.L.K.E.R. - Shadow of Chernobyl
S.T.A.L.K.E.R. - Shadow of Chernobyl
Wird angeboten von ToBi`s Computer (DER LADEN MIT DEN FAIREN PREISEN!)
Preis: EUR 4,55

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Beim ersten Mal spielen genial, beim zweiten..., 1. Mai 2007
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Bei Stalker scheiden sich ganz klar die Geister, selbst routinierte Shooterfans können sich bei der realistischen Waffensteuerung ärgern, die man aber spätestens nach ein paar Stunden im Griff hat. Weiteres Manko sind natürlich die ewig langen Latschereien von einem Punkt zum nächsten. Aber ich will nicht gleich meckern, fangen wir mit dem Guten: Die Atmosphäre ist überragend, düster, bedrückend und vollkommen glaubwürdig. Durch den Tages- und Wetterzyklus ergeben sich zufällig die atmosphärischsten Höhepunkte: Man verteidigt mit anderen Stalkern eine Grenze bei Nacht, sieht fast überhaupt keine Gegner, es sei denn, ein Blitz erleuchtet die Gegend und gibt für einen kurzen Moment eine Zielhilfe, an anderer Stelle wird man plötzlich von einem Rudel Mutanten überrascht und die Ruinen bei Regen zu durchwandern, gibt einen zusätzlichen "Schauereffekt". Die Zone ist eine der originellsten und lebendigsten Spielwelten, die es bisher gab, einerseits dank der detaillierten Levelgestaltung und der Wettereffekte, aber auch wegen dem glaubwürdigen KI-System, das mit all seinen verschiedenen Gruppierungen den Eindruck der realistischen Welt vermittelt.

Die Story: Nun ja, das Szenario ist sicher einzigartig und der Hintergrund liebevoll ausgearbeitet, dass ändert jedoch leider nicht die Tatsache, dass die Spielehandlung recht dünn ist, beinahe gar nicht vorhanden. Der Umfang ist mit 25 Stunden Spiel angemessen, aber es geht lediglich darum, einen Weg zum Atomkraftwerk frei zu machen und auf diesem Weg trifft man keine interessanten Charaktere, es gibt keine Wendungen. Der Zwist zwischen der Freiheitsfraktion und den Wächtern zum Beispiel ist nur auf einen einzigen der 11 Zonenteile beschränkt und der Spieler darf hier eine einzige Entscheidung treffen, die wirklich etwas mit Handlungsfreiheit zu tun hat. Der Konflikt entwickelt sich nicht wirklich, eine epische Geschichte rund um die Zone existiert nicht. Der Vorteil liegt allerdings darin, dass der Spieler so das Gefühl bekommt, ein völlig unwichtiger Teil der Zone zu sein, ein Mensch unter vielen, stets auf der Suche nach Geld und Artefakten. Das ist allemal eine Abwechslung zum ewigen Ich-bin-der-Messias-im-Kampf-Gut-gegen-Böse. Der Spieler glaubt, selbst seinen Weg zu bestimmen und sich hoch zu arbeiten, obwohl das meiste vordefiniert ist.

Das Spielgefühl: Wie gesagt, wirkliche Handlungsfreiheit gibt es nicht, man kann Nebenaufgaben lösen, um mehr Geld zu bekommen und von Anfang an hingehen wo man will, insofern man Überlebenskünstler ist, aber mit dem Fortschreiten der Handlung wird der Spieler vor keine nennenswerte Entscheidung gestellt. Die meiste Zeit verbringt man natürlich mit Schießereien, die aufgrund des Realismus, welcher an "Operation Flashpoint" erinnert, recht happig sind. Das Treffen sollte gelernt sein, wenn man überleben möchte. Meistens hat man es auch gleich mit einer schieren Überzahl an Gegnern zu tun, die auch recht gewieft sind. Zudem ist der Zufällige Verlauf der Kämpfe ebenso spannend, z.B. In einer Kanalisation werde ich von zwei Blutsaugern angegriffen, nachdem ich den ersten erledigt habe und den zweiten verletzt, flüchtet dieser in eine Richtung, aus der vom Lärm angelockte Soldaten kommen und als der Mutant den Trupp erblickt, stürzt er sich sofort ins Gefecht und ich habe nur gegen vier Gegner zu kämpfen anstatt gegen sechs.

Ebenso genial finde ich das Spiel mit den Farben. In der von Zombies verseuchten Stadt Jantar färbt sich die Umgebung plötzlich in helle Brauntöne und es entsteht fast der Eindruck, sich in einem Schwarzweißfilm zu befinden, durch diesen tristen Look wirkt die Umgebung noch um einiges gruseliger. Aprospros Grusel, in einigen Gegenden, vor allem in den Unterirdischen Gängen, ist der Horrorfaktor immens, ich hatte bei einem Spiel selten soviel Angst gehabt. Durch die Abwechslung, mal im Untergrund, mal im Freien, mal gegen Mutanten, Zombies oder andere Stalker, mal in Städten, Schrottplätzen oder von Strahlung und Anomalien verseuchten Gegenden zu operieren, das hält die Laune am Spiel aufrecht, genauso wie die Rollenspielmotivation nach besseren Rüstungen und Waffen, die nicht schon nach dem 2.Schuss aufs übelste verziehen. Weiterhin gibt es noch einige nette Gimmicks wie die lukrativen Arenakämpfe, das aushorchen eines besoffenen Kochs oder eben der Zwist zwischen der Wächter und Freiheitsfraktion. Clever auch, dass es 7 Enden gibt , welche je nach Vorgehensweise der Spielers schließlich eintreten.

Der Schwierigkeitsgrad: Das Spiel ist schon sehr hartnäckig und für Einsteiger wohl kaum geeignet, da die Kämpfe ungewöhnlich heftig sind. Man muss tricksen und taktieren können, um die Ballereien heil zu überstehen. Ärgerlich ist jedoch der monotone Spielverlauf gegen Ende, wo einem auf dem Weg zum Ziel schließlich übermäßig viele Horden von Gegnern vor die Flinte gesetzt werden. Zuvor empfand ich es als sehr lobend, dass allein schon der Kampf gegen einen einzigen Gegner eine Herausforderung darstellt und somit ein Kontrast bildet zu all den anderen aktuellen Shootern, in denen einem einfach riesige Horden von schnell zu tötenden Soldaten begegnen. Es kann auch schon mal frustrierend sein, auf der Strasse zufällig einem Trupp Banditen zu begegnen, wenn man gerade auf dem Weg zum nächsten Händler ist, um Munition aufzufrischen. Ebenfalls ist die Abnutzung von Gegenständen ein weiterer Punkt. Nach einiger Zeit treten bei Waffen Ladehemmungen auf und ein angeschlagener Anzug bietet nicht mehr denselben Schutz, wie ein frisch vom Händler gekaufter. Letzteres sind aber Pluspunkte, die den Realismus untermalen.

Bugs/Fehler: Kleinere Fehler in der Bedienung sind zu verschmerzen. Ärgerlich sind allerdings die Questbugs. Manchmal bekomme ich aus heiteren Himmel, ohne mit irgendeinem Autraggeber geredet zu haben, eine Quest in mein Tagebuch. Ebenfalls ärgerlich, wenn der Wegweiser bei einigen Aufträgen nicht funktioniert, sodass man immer wieder in die Karte sehen muss, um den Weg zu bestimmen. Extrem ärgerlich war jedoch eine Quest, die besagt, ich solle ein Dorf von Blutsaugern reinigen, 3 Anläufe habe ich gewagt und jedes mal habe ich zwar einige der Viecher gekillt, aber die Quest ließ sich nicht abschließen, obwohl ich jedes Haus zweimal durchsucht und zehnmal die Gegend abgegrast habe. Kaum habe ich sie abgebrochen, laufen mir beim nächsten Besuch jenes Dorfes gleich zwei der Monster fröhlich mit sabberndem Tentakelmaul entgegen. Abstürze hatte ich beim Spiel zwar auch, aber die ließen sich bereinigen, in dem ich nochmal vom letzten Autosave an angefangen habe. Weiterer Bug: Stalker schießen einfach so auf mich, ohne das ich ihnen etwas getan habe, obwohl sie zuvor sogar Freunde waren.

Fazit: Letztendlich ist Stalker ein spannender Shooter und eine Abwechslung zur Konkurrenz, weil enorm eigenständig. Gegnerarten gibt es nicht viele, diese sind dafür sehr vielseitig (obwohl Zombies, die Schießen und sogar Deckung suchen, doch etwas komisch sind). Erstklassig sind natürlich Atmosphäre und Spieltwelt sowie die hammerharten Gefechte. Rau, dreckig, brutal und sehr verstrahlt, so lässt sich der Charme beschreiben, den Stalker verbreitet. Obwohl beim ersten Mal dank immer neuer Umgebungen, Waffen und Gegnern stets fesselnd, lässt die Motivation beim zweiten Mal doch etwas nach.

Eine doch am Ende wohl berechtigte Frage ist: Für dieses Spiel mit moderatem Umfang und magerer Geschichte haben die Entwickler nun 7 Jahre gebraucht? Bei der Entwicklungslänge kann man doch ein wenig mehr erwarten.


Gothic 3 - Collector's Edition
Gothic 3 - Collector's Edition
Wird angeboten von Rare-Games
Preis: EUR 89,95

33 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ich kann es kaum glauben!!!, 2. April 2007
= Spaßfaktor:2.0 von 5 Sternen 
Gerade mal eine halbe Stunde ist's her, seit ich Gothic 3 von meiner Festplatte gebannt habe. Nach 25 Stunden völlig sinnlosem Spielens habe ich einen Schlussstrich gezogen. Auch mich haben die Bugs genervt, dass einige Aufträge nicht erfüllbar sind und einige Fortschritte im Spiel blockierten, sodass ich beispielsweise nicht ins innere einer Orkfestung kam, weil sich der entsprechende Wachman nicht mehr ansprechen ließ. Ebenso störend die Hardware Anforderungen: Ich habe mein System extra für dieses Spiel aufgerüstet, DualCore 3 Ghz, 1 GB DDR2 677 und eine Geforce 7600, dennoch ruckelte es abartig und ließ sich nur auf geringen Details ganz angenehm zocken.

Aber es ist das Spiel selbst, was ich letztendlich nicht mehr mochte. Das neue Kampfsystem artet in wilde Klickerei aus und wenn man kämpft, dann nicht gegen einzelne Gegner, nein, immer gegen eine Horde anstürmender Orks/Banditen/Monster. Es ist deutlich simpler, hat aber nicht den taktischen Anspruch der Vorgänger. Weiterhin habe ich bei Gothic 3 eine Story vermisst. Mein ganzer Spielablauf resultierte darin, dass ich von Stadt zu Stadt zog und jede einzelne als Rebell von den Orks befreite und zwischendurch die immergelichen Aufträge löste. Von einer epischen Geschichte bekam ich nur Fetzen mit, für die ersten 25 Stunden Spiel einfach viel zu wenig. Diese gnadenlose Stadt-für-Stadt-Ausräuchern-Monotonie war auch der Grund, warum ich dieses Spiel letztendlich deinstallierte, weil ich keinen Bock mehr hatte, die übrigen Städte als Ein-Mann-Armee in Rambomanier leer zu räumen (Ein weiterer nerviger Bug war, sobald in einer Siedlung die Revolution startete, die herumstehenden Sklaven und Widerstandskämpfer einfach nichts machten). Wo sind die wilden Verschwörungen und poilitischen Konflikte hin, wo man lange, über mehrere Kapitel andauernde Quests löst, immer wieder Hinweise sammelt, um letztendlich nach vielen Stunden diese Storywichtige Quest zu bewältigen? Hier bekommt man das nur am Rande mit, ja man glaubt fast, es gebe keine richtige Story. Ebenso geht die Atmosphäre flöten, weil die ganzen verschiedenen Personen allesamt seelenlos sind, da sie nur noch für die Erfüllung einer Quest notwendig sind. Ich habe so gut wie keine Person getroffen, die mal einfach eine atmosphärische Hintergrundgeschichte erzählt. Ich vermisse Einfälle wie z.B. Vatras, der am Tempel in Khorinis die religiöse Schöpfungsgeschichte des Gothicuniversums predigt, die geizigen Pächter auf Onars Hof oder geplagte NPCs, die einen als aufrichtigen Menschen glatt in Gewissenskonflikte stürzen. Die vielen Städte in Gothic 3 sind allesamt gleich aufgebaut. Ein frei zugänglicher Bereich, ein Bereich, zu dem du dir erst Zutritt verschaffen musst und ein Rebellenlager in der Nähe, aber keine dieser Dörfer/Städte kommt auch nur annähernd an Khorinis aus Gothic 2 mit seinen verschiedenen Vierteln, geheimen Plätzen und abwechslungsreichen Quests heran. Weniger Städte mit mehreren Facetten und Gegenden wäre hier wohl besser gewesen. Gothic 3 mag verbugt sein, die größten Bugs sind jedoch, wie ich finde, die vernachlässigte Geschichte und fehlende Atmosphäre.

Ich gebe dennoch 2 Sterne, erstens macht das Spiel deshalb Spass, weil die Charakterentwicklung sehr fesselnd ist und zum weiterspielen motiviert und zweitens, das ist der absolute Pluspunkt von Gothic 3, ist es den Entwicklern wie schon in den Vorgängern gelungen, eine derart lebendige Natur zu erschaffen, wie es kein anderes Spiel fertig bringt. Die Wälder, Wüsten und Berge strotzen nur so vor Lebendigkeit und Lagerfeuerromantik, dass man in diese Welt am liebsten eintauchen möchte. Doch hielt diese Fassade bei mir nicht bis zum Ende durch.


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