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Rezensionen verfasst von
suse9

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Stimmen
Stimmen
von Ursula Poznanski
  Audio CD
Preis: EUR 15,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Stimme Andrea Sawatzkis ist das Sahnehäupchen auf diesem soliden Krimi, 2. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Stimmen (Audio CD)
Der 3. Fall, den wir mit Beatrice Kaspary und Florin Wenninger lösen müssen, hat es in sich. Er führt in die psychiatrische Abteilung eines Krankenhauses. Ein Arzt, bei allen beliebt, von allen geachtet, wurde ermordet. In seinem Hals steckt ein Stahlrohr. Die Todesursache sollte demnach von Anfang an klar sein. Was aber die Plastikmesser, die auf der Leiche hinterlassen wurden, bedeuten, gibt vorerst Rätsel auf. Und natürlich sollte dies nicht das einzige bleiben. Je weiter wir in den Alltag der Psychiatrie eintauchten, umso mehr Rätselhaftes geschah, verwirrte den Leser und ließ ihn lange Zeit im Dunkeln tappen. Auch wenn ich mich recht schnell auf einen Täter fixiert hatte, bekam ich ein Motiv einfach nicht zu fassen. Und wie sich das für einen richtig guten Krimi gehört, lösten sich glaubwürdige Theorien mit unmöglichen Verdächtigungen ab. Besonders interessant fand ich den Blick hinter die Kulissen einer psychiatrischen Abteilung. Ich mag die Art und Weise, wie Ursula Poznanski ihre Umwelt beobachtet und dies dann bildhaft zu Papier bringt.

Wer die ersten beiden Fälle des Ermittlerteams um Bea nicht kennt, dürfte keine Schwierigkeiten haben, in die Geschichte hineinzufinden. Wichtiges wird erklärt, dabei aber nicht übermäßig wiederholt, so dass es auch für mich, die ich „Fünf“ und „Blinde Vögel“ kenne, nicht langweilig wurde.

Nachdem ich „Blinde Vögel“ beendet hatte, haderte ich kurzzeitig mit mir, ob ich überhaupt „Stimmen“ lesen sollte, denn Beas ewiges Selbstmitleid ging mir sehr auf die Nerven. Ich bin froh, dass ich mich doch dafür entschieden habe, denn Andrea Sawatzki machte ihre Sache ausgezeichnet. Ich bin nicht der große Hörbuchfan, aber die Schauspielerin nimmt den Hörer auf eine Achterbahnfahrt mit, die es in sich hat. Sie liest den Text nicht, sie spielt ihn. Sie ist Beatrice, sie leidet, zweifelt, kämpft und liebt. Verschiedene Charaktere bringt sie glaubhaft rüber und muss nicht auf übertriebenes Geschrei oder Affekthascherei zurückgreifen. Die Stimmung des Hörbuches ist durchweg ruhig, aber keineswegs langweilig. Ein kaum merkbares Anheben oder Senken der Stimme lässt die Szene plastisch werden und ein Flüstern verursacht die Gänsehaut, die bei einem Thriller einfach nicht fehlen darf. Kurz, Andrea Sawatzki hat es geschafft, dass ich Bea jetzt mag und unbedingt wissen will, wie ihr Leben weiterhin verläuft.

„Stimmen“ ist ein solider Krimi, bei dem die Suche des Täters zwar keine großen Schwierigkeiten bereitet, der aber genug Rätsel bereithält, die dem Leser genug Möglichkeiten bieten, sich in Spekulationen zu ergehen. Andrea Sawatzki sorgt für eine stimmige Atmosphäre und ist das Sahnehäupchen, das mir besonders gefallen hat.


Brave New World
Brave New World
von Aldous Huxley
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,23

4.0 von 5 Sternen Schöne neue Welt, die sich niemand erträumt, 5. Februar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Brave New World (Taschenbuch)
Wie schön muss eine Welt sein, in der alle Menschen glücklich sind! Niemand ist unzufrieden, mit dem, was er besitzt oder mit seiner Arbeit. Es gibt keinen Liebeskummer, keinen Neid und keinen Streit. Eigentlich ist es doch erstrebenswert, so leben zu dürfen. Aber das Szenario, das Aldous Huxley in seinem Roman „Brave New World“ zeichnet, ist weit davon entfernt. Denn die Schattenseite dieser Idealwelt ist die Aufgabe des freien Willens. Es gibt keine Gefühle und keine Leidenschaft. Bereits bei der Geburt – oder besser gesagt, bei dem, was an ihre Stelle getreten ist, denn eine richtige Geburt in diesem Sinne gibt es nicht mehr – werden die Embryonen in Kategorien eingeteilt. Entsprechend werden sie versorgt sowohl mit „Zusatzstoffen“, die sie auf ihr vorbestimmtes Leben einstellen, als auch mit Einflüsterungen, welche Dinge sie lieben und welche ablehnen werden. Allerdings unterlaufen auch dieser perfekten Welt Fehler, die dazu führen, dass sich jemand, in unserem Roman ist es Bernhard Marx, nicht linientreu verhält. Was geschieht, wenn Zweifel zur Rebellion wird und wahre Liebe auf leidenschaftslose Begierde trifft, erfährt der Leser in „Brave New World“.

Um ehrlich zu sein, fiel es mir nicht leicht, diesen Roman zu genießen und das lag nicht an der Geschichte selbst. Sie ist stimmig, interessant und spannend geschrieben. Ich konnte mich in die Charaktere und fremde Welt leicht hineindenken. Zwar machten es einige Erläuterungen zu Beginn des Buches nicht leicht, den Einstieg zu finden, aber im weiteren Verlauf fiel es nicht mehr schwer, der Handlung zu folgen.

Was mir zu schaffen machte, war die Realitätsnähe zu unserer heutigen Welt. Viele Dinge, die zu Huxleys Zeit lediglich als verschwommene Gefahr zu erahnen waren, zählen heute zur Normalität. Ein beklemmendes Gefühl verlor sich während der ganzen Lesezeit zu keinem Augenblick. Huxley weiß nichts über das Leben, das wir heute führen und doch kommt er ihm zum Teil erschreckend nahe. Ich bin nur froh, dass wir unseren freien Willen und unsere Leidenschaften nicht gänzlich verloren haben, dass soziales Miteinander auch heute noch wichtig ist. Noch. Solange wir nicht alles vergessen und verlernt haben, sollten wir unser Handeln mehr hinterfragen und auf den Prüfstand stellen. Das nehme ich aus diesem Roman mit, der aktueller ist denn je.


Etta and Otto and Russell and James
Etta and Otto and Russell and James
von Emma Hooper
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,70

5.0 von 5 Sternen Wie sieht wahre Liebe aus?, 31. Januar 2015
Etta hat noch nie das Meer gesehen und da sie eine Frau ist, die ihr Leben bisher immer selbst in die Hand genommen und gemeistert hat, beschließt sie eines Morgens loszugehen. Zwar lebt sie nicht in unmittelbarer Nähe zum Meer, genaugenommen sind es viele, fast unzählbaren Meilen. Doch nichts, schon gar nicht die Tatsache, dass sie bereits über 80 Jahre alt ist, schreckt sie ab. Den Truck, einen kurzen Brief und Ettas Rezeptsammlung ist alles, was Otto – Ettas Ehemann – am nächsten Tag vorfindet. Man könnte meinen, dass er nun in Panik verfällt oder eine große Suchaktion organisiert, ihr hinterherjagt. Doch nichts Dergleichen tut Otto, denn er kennt seine Etta und ihre Wünsche nur allzu gut. Während er sich die Rezepte, die seine Frau ihm hingelegt hat, genauer betrachtet, ist es dann auch eher Russell, sein Freund, der vor Sorge um Etta nicht in der Lage ist, ruhig zu bleiben.

Das Buch „Etta and Otto and Russell and James“ ist ein schönes Buch über Liebe, Freundschaft und das Leben schlechthin. Es liest sich gut und der Schreibstil nimmt den Leser von Anfang an mit auf die Wanderschaft. Es geht nicht nur um Ettas Abenteuer und die Begegnungen, die sie unterwegs erleben darf, sondern auch um einen Rückblick auf das Leben. Der Leser darf die Geschichten von Otto, Russell und Etta aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten und entdeckt auf jeder Seite neue, interessante Zusammenhänge. Wer gerne zwischen den Zeilen liest, über Details nachdenkt, sich von Worten verzaubern lässt, ist in dieser Geschichte gut aufgehoben. Die Autorin versteht es, mit kurzen Sätzen und teilweise extrem kurzen Kapiteln, Spannung aufzubauen, die es mir auch in Lesepausen unmöglich machten, mich vollkommen gedanklich vom Text zu lösen. Ich mag es, wenn dem Leser genug Freiraum für eigene Schlussfolgerungen gelassen wird und deshalb fühlte ich mich wohl neben Etta, probierte mit Otto die Rezepte aus und drückte Russell die Daumen.

Von mir bekommt der Roman eine absolute Leseempfehlung.


Der Schwimmer
Der Schwimmer
von Joakim Zander
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bleibt hinter meinen Erwartungen zurück, 7. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Schwimmer (Broschiert)
Beim Schwimmen baut er seine Ängste ab, kann er vergessen und abschalten, aber nicht immer. Die Vergangenheit lässt sich nicht abstreifen und so muss er sich ihr stellen. Ein Weglaufen ist auf Dauer nicht möglich, nicht für ihn, nicht für Mahmoud, den erfolgreichen Politologen und erst recht nicht für Klara, die EU-Referentin, die es in Brüssel bereits zu einem Eckzimmer mit Fenstern geschafft hat.

Joakim Zander zeigt uns in seinem ersten Roman die Welt der Politiker und Geheimdienste, wie wir sie in den Medien vergeblich suchen. Die Handlung spielt sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart und Zeitsprünge sorgen dafür, dass der Leser der Geschichte aufmerksam folgen muss. Kurze Kapitel machen das Lesen leicht und der Stil ist gut verständlich. Der Roman beginnt sehr spannend und atmosphärisch, so dass man sich auf eine kribbelnde, nervenaufreibende Lektüre freut. Leider wurde meine anfängliche Erwartung enttäuscht. „Der Schwimmer“ ist ein gutes Buch über die Intrigen, Lügen und Spielchen der Politik und Geheimdienste, das sich angenehm lesen lässt. Ich fand es aber weder sonderlich spannend, ziemlich vorhersehbar, klischeelastig und recht simpel geschrieben. Man liest es in einem Rutsch durch und schon ist es auch wieder aus dem Gedächtnis entschwunden.

Wenn man Glück hat, findet man ein Buch, dass sowohl durch Sprache als auch durch eine interessante Story zu überzeugen weiß. Wenn ein Krimi spannend und actiongeladen ist, kann man vom Anspruch auch ein wenig abrücken. Leider fand ich jedoch im vorliegenden Buch weder atemberaubende Sprache noch knisternde Spannung und schon gar nicht beides. Mir ist das zu wenig. Sicher macht sich der Roman gut in dem Einerlei-Mainstream-Regal für Thriller, aber nicht in meinem.


Hilary und der fast ganz ehrbare Club der Piraten - Der magische Schatz
Hilary und der fast ganz ehrbare Club der Piraten - Der magische Schatz
von Caroline Carlson
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

3.0 von 5 Sternen Witzig, aber nicht ohne Schwächen, 22. September 2014
Der Titel „Hilary und der fast ganz ehrbare Club der Piraten“ klingt amüsant und so liest sich auch die Geschichte.

Hilary soll in Miss Pimms Schule gutes Benehmen und Häkelkunde erlernen, um sie auf ein Leben als Dame der High Society vorzubereiten. Dumm nur, dass Hilary alles andere als eine Dame werden will. Viel lieber würde sie als Pirat über die Meere jagen, Schätze aufspüren und säbelrasselnd ungehobelte Feinde vergraulen. Dafür ist sie auch viel besser geeignet, denn immerhin kann sie schon 37 Minuten Wassertreten, und das soll ihr erst einmal jemand nachmachen. Dass Mädchen auf keinen Fall Pirat werden können – wäre ja noch schöner – ist das nächste Problem, das zwar schwerwiegend aber nicht unlösbar ist. Nicht für Hilary.

Die Abenteuer, denen sich Hilary und ihr Freund der Wasserspeier in dem ersten Band – ich vermute, dass es weitere geben wird – stellen müssen, sind lustig geschrieben, spannend und mit einem Portiönchen Lebensweisheit gespickt. Ich hatte ein paar wirklich amüsante Lesestunden. Leider kommt die Geschichte nicht ohne Klischees aus und die Sprache ist teilweise holperig und rutscht manchmal ins Dumme ab. Oft genug, wird die Phrase: „Sei nicht albern“ erwähnt, die mir die Haare zu Berge stehen ließ. So sprechen Kinder doch nicht. Und über den Ausdruck: „… ich schulde dir eine Entschuldigung…“ habe ich mich geradezu geärgert. Kleinigkeiten, ich weiß, aber auch bei einem Kinderbuch mag ich schlechte Übersetzungen oder plumpen Ausdruck nicht. Außerdem sind einige Wendungen in der Handlung, nicht nachvollziehbar oder zu konstruiert. Kämpfe oder Gefahren haben alle runde Ecken, damit sich der Leser nicht gar zu sehr daran stößt. Ein bisschen mehr Vertrauen in die Kinder hätte hier gutgetan.

Trotz dieser Kritikpunkte liest sich die Geschichte gut. Ich denke, dass man vor allem beim Vorlesen sowohl als Leser als auch als Zuhörer sehr viel Spaß haben kann, denn die Charaktere sind liebevoll gezeichnet und witzig. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob Kinder ab 10 Jahre diese Art von Humor richtig verstehen können, denn wenn ich mich auch köstlich über die eingefügten Briefe, Zeitungsausschnitte und Bekanntmachungen amüsiert habe, denke ich, dass sie erst mit einem gewissen Maß an Lebenserfahrung richtig eingeordnet werden können.

Alles in allem ein lustiges Buch für Mädchen, die auch gerne mal auf einen Baum klettern und keine Angst davor haben, dass die Rüschen an ihrem Kleid Schmutzig werden.


Winterkrieg: Roman
Winterkrieg: Roman
von Philip Teir
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schonungslos ehrlich, 22. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Winterkrieg: Roman (Gebundene Ausgabe)
Selten findet man Bücher, bei denen sowohl Cover, Titel als auch Inhalt eine Einheit bilden. Ich bin begeistert, dass dem Verlag dies bei „Winterkrieg“ gelungen ist.

Ein paar Monate nur begleiten wir die Familie um den Soziologen Max. Ein paar Monate, die gezeichnet sind durch äußere und innere Kälte, Alkohol, Begierde und Frust. Dabei begegnen wir Katriina, die stets in Bewegung ist und dabei den Blick auf das Wesentliche verloren hat. Ihre Tochter Helene scheint das Glück mit ihrem Ehemann und den 2 Kindern gefunden zu haben, während Eva noch auf der Suche danach ist. Der erfolgreiche Max buhlt als unverstandener Mann, Vater und Opa um die Gunst des Lesers, die ich ihm jedoch nicht entgegenbringen kann. Und das zieht sich auch durch das ganze Buch. Man sucht vergebens nach Sympathieträgern, findet diese gerade noch in den Kindern. Alle Charaktere haben eine Seite an sich, die ich nachvollziehen und verstehen kann, jedoch handeln sie auch so, dass die Sympathiepunkte recht schnell aufgebraucht sind. Ich treffe auf eine Familie, die viel redet aber oft das Wesentliche nicht sagt – eine richtige Familie eben.

Das Buch „Winterkrieg“ liest sich gut weg, der Schreibstil ist angenehm, wenn auch nicht außergewöhnlich. Was ist also das Besondere dieses Romans? Er ist ehrlich, schonungslos ehrlich. Wer an Sätze glaubt wie: „…und sie lebten glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende…“, ist hier falsch aufgehoben. 30 Jahre Ehe bedeuten nicht nur 30 Jahre Glück und Zufriedenheit. Eher findet man Kampf um jeden Tag, Anstrengung, Kompromisse, Verletztsein. Natürlich auch Geborgenheit, Zärtlichkeit, Verzeihen, Freude – aber eben nicht nur. Und das macht „Winterkrieg“ deutlich. Mir gefällt es, wie genau der Autor zwischenmenschliche Beziehungen beobachtet und zu Papier bringt. Oft musste ich beim Lesen auch schmunzeln, nur zu vertraut schienen einige Passagen, Charaktere zu sein. Untypisch für mich sind nun ein paar unterstrichene Sätze in meinem Exemplar zu finden, denn ich musste einfach Zustimmung signalisieren. Der Autor versteht es geschickt, Probleme anzusprechen, ohne dabei auf die Mitleidsschiene zu rutschen. Letztendlich macht er deutlich, dass jeder für sich selbst entscheiden muss, wohin er gehen will.

„Winterkrieg“ ist ein unglaublich schonungsloses, ehrliches Buch, das zum Nachdenken anregt. Nur ein kleiner Einblick in das Leben einer Familie wird uns gewährt, aber dieser lohnt sich, darüber zu diskutieren.

Mir hat der Roman sehr gut gefallen. Keine Kuschelgeschichte für Kerzenscheinabende, aber gut beobachtet und interessant zu Papier gebracht.


The Secret History
The Secret History
von Donna Tartt
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,25

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gut zu lesen, beklemmend und absolut erschreckend, 3. September 2014
Rezension bezieht sich auf: The Secret History (Taschenbuch)
Richard ist nicht glücklich zu Hause. Seine Eltern interessieren sich nicht sonderlich für ihn und als er dann auch noch Zukunftspläne schmiedet, die mit denen seines Vaters nicht übereinstimmen, entziehen sie ihm jegliche Unterstützung sowohl finanzieller als auch persönlicher Art. Er ist also völlig auf sich gestellt, als er im College seiner Wahl eintrifft. Sein Augenmerkt fällt auf einen Kurs, der sich mit griechischer Geschichte auseinandersetzt und zu dem nur einige Auserwählte, vorzugsweise gut situierte Schüler Zugang finden. Mit einer Notlüge verschafft er sich das Ticket und sieht sich plötzlich aufgenommen in den elitären Zirkel um Professor Julian Morrow. Die Gruppe lernt nicht nur gemeinsam sondern verbringt auch fast jede freie Minute zusammen, so dass Richard, isoliert vom Rest der Studentenschaft, eine Welt kennenlernt, die nicht nur für ihn neu und geheimnisvoll ist.

Auf den ersten Blick erwartet man eine Studenten-Internatsgeschichte, wie man sie schon oft gelesen oder im Kino gesehen hat. Nicht nur einmal hatte ich das Gefühl etwas Ähnliches schon vorgesetzt bekommen zu haben. Doch der Schein trügt hier gewaltig. Die Autorin erzählt in einer ruhigen entspannten Art und Weise, die gut unterhält und angenehm zu lesen ist. Allerdings baut sich die Dramatik langsam aber stetig auf, ein ungutes Gefühl schlich sich ein, und, nachdem ich bemerkte, worauf die Handlung hinauslief, war es mit dem wohligen Anfangsgefühl auch schnell vorbei. Wie es Donna Tartt anstellte, dass ich mich zeitgleich unbehaglich und in der Geschichte gut aufgehoben fühlte, ist mir ein Rätsel. Sie erzählt aus objektiver Sicht, scheinbar ohne Wertung und verzichtet mühelos auf offene Kritik. Dies alles überlässt sie dem Leser, und Haltung zu beziehen ist nicht immer einfach. Aber man muss sie einnehmen und wenn man dies tut, findet man keine Ruhe mehr.

„The Secret History“ ist kein actiongeladener Thriller, der blutrünstig auf den Leser losgeht und dennoch fällt es schwer, die Gedanken selbst in Pausen von dem Lesestoff zu lösen. Ruhig und ich möchte fast sagen in einem heiter wirkenden Tonfall wird eine beklemmende Geschichte erzählt, die noch lange nachhallt und nicht nur das Leben der Protagonisten nachhaltig verändert.


Die Vernichteten: Band 3
Die Vernichteten: Band 3
von Ursula Poznanski
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,95

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Guter 3. Teil mit ein paar Schwächen, 3. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Vernichteten: Band 3 (Gebundene Ausgabe)
„Die Vernichteten“ ist ein würdiger Abschluss der Eleria-Trilogie, allerdings weist das Buch für mich ein paar Schwächen auf.
Der Roman begann ohne große Einleitung genau dort, wo der 2. Teil endete, was mir sehr gut gefiel, denn große Wiederholungen halten nur auf und jeder hat ja den 1. und 2. Band gelesen, bevor er sich an den 3. ranwagt. Trotzdem wurde noch genug aufgefrischt, so dass Vergessengeglaubtes schnell wieder ans Tageslicht kam. Der Einstieg war also gelungen und das Lesen bereitete Spaß. Nach kurzer Zeit stellte sich auch Spannung ein und die Handlung konnte mit einigen Überraschungen punkten.

Leider konnte die Spannung nicht komplett den ganzen Roman überdauern. Ria – wenn auch mutig – nervte mich zunehmend mit ihren ständigen Versuchen, Gefühle, Gedanken und Manipulationen in ihrem Gesicht so darzustellen, dass Gegner und auch Freunde getäuscht werden konnten. Aber ich bin vielleicht ungerecht, was die Heldin des Buches betrifft, da sie mich von Anfang an nicht überzeugen konnte. Trotzdem gibt es genug Sympathieträger, die mich durch die Außen- und Sphärenwelt trugen. Da waren Maiossa, Sandor genauso wie Tycho und Andris.

Leider hat die Autorin in diesem Band etwas getan, was ich bei ihren Jugendbüchern bislang erfreulicherweise nicht finden konnte. Sie hat auf Missstände zwar aufmerksam gemacht, das aber leider nicht nur ein- oder zweimal sondern ständig und immer wieder. Was ist aus dem Vertrauen geworden, das die Autorin ihrer Leserschaft sonst entgegenbrachte? Mit den Finger auf ein Unrecht zu zeigen und dann dem Leser selbst die Möglichkeit zu geben, daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen, war sonst eine Stärke, die in „Die Vernichteten“ leider nur in abgeschwächter Form anzutreffen ist. Es bleibt somit zu wenig Raum für eigene Gedanken und Schlussfolgerungen, zu viel wird vorgegeben, alles ausgesprochen.

Dennoch bereitete das Lesen des letzten Teils Freude, da alle Fäden verknüpft wurden, kein Geheimnis offen blieb und die Autorin sicher dem ein oder anderen die Augen geöffnet hat. Ursula Poznanski hat eine angenehme Art zu schreiben und kann unterhalten. Für mich war das Buch mittig sehr spannend, lies aber am Ende erheblich nach. Letztendlich aber ist die Trilogie lesenswert und ich mag sie gerne empfehlen.


The Silkworm (Cormoran Strike)
The Silkworm (Cormoran Strike)
von Robert Galbraith
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,24

5.0 von 5 Sternen Noch besser als der Vorgänger, 3. September 2014
Rezension bezieht sich auf: The Silkworm (Cormoran Strike) (Taschenbuch)
Selten habe ich mich auf einen Fortsetzungsroman so gefreut wie auf „The Silkworm“ und dazu noch auf einen Krimi. Dieses Genre zählt nun wirklich nicht zu meinen liebsten. Oft wirkt die Handlung vorhersehbar und wie schon mehrmals gelesen. Nicht so bei „The Silkworm“. Die Geschichte kann man einfach nicht im Vorfeld durchschauen, auch wenn man sich noch zu sehr anstrengt. Ich habe wirklich alles gegeben, aber bis zum Schluss tappte ich völlig im Dunkeln, was dazu führte, dass mich die Auflösung des Falls, die Entdeckung der geheimen Zusammenhänge zu lauten Überraschungsrufen veranlassten.

Der Roman beginnt unspektakulär – eine Ehefrau kommt zu Cormoran, der als Detektiv tätig ist, und bittet ihn, ihren untergetauchten Mann ausfindig zu machen, da die finanzielle Lage der Familie alles andere als rosig aussieht. Bei dem Verschwundenen handelt es sich um einen exzentrischen Autor, der sich mit der bevorstehenden Veröffentlichung seines neuen Buches nicht nur einen Feind gemacht hat.

Dies ist der 2. Fall, den wir mit Cormoran Strike lösen dürfen und ich denke, es macht Sinn, den Vorgänger zu kennen. Denn immer ist bei diesen Reihen auch die Hintergrundgeschichte der Protagonisten interessant. Cormoran und seine Assistentin näher kennenzulernen und zu begleiten, macht einfach Spaß.

Aber nicht nur die Auflösung des verzwickten Falles und die privaten Probleme der Protagonisten bereiten Vergnügen sondern vor allem die Art und Weise wie dies erzählt wird. Der Schreibstil Robert Galbraith (alias J.K. Rowling) liegt mir einfach. Wieso dies so ist, kann ich nicht erklären. Nur so viel steht fest: „The Silkworm“ ist interessant und spannend geschrieben. Langeweile tritt zu keiner Zeit auf. Ich fühlte mich wunderbar unterhalten und freue mich einfach auf das nächste von Buch von Robert Galbraith.


A Dance with Dragons: A Song of Ice and Fire: Book Five
A Dance with Dragons: A Song of Ice and Fire: Book Five
von George R.R. Martin
  Taschenbuch
Preis: EUR 5,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Jetzt könnte der Winter kommen und die Bücher mit Schnee bedecken,, 10. Juli 2014
denn der 5. Teil der Saga zieht sich dann doch so sehr, dass ich letztendlich erleichtert war, das Ende erreicht zu haben. Sicher findet man in „A Dance with Dragons“ wieder jede Menge Intrigen, Geheimnisse, Schlachtgetümmel und Komplotte, aber dabei trifft man auf so viele Charaktere mit ähnlich klingenden Namen, dass ich zeitweise Gefahr lief, den Überblick zu verlieren. Ich vertrete zwar die Ansicht, dass der Leser sich schon selbst bemühen muss, alle Personen richtig zuordnen zu können, aber hier war es schlicht gar nicht nötig, da sie sich oft in unwichtigen Nebenhandlungen verloren.

Es ist nicht so, dass mir der 5. Band gar nicht gefiel, denn schließlich habe ich ihn ja zu Ende gelesen, aber ich hatte oft den Eindruck, dass George R.R. Martin selbst die Lust an seinen Helden verloren hat und es ihm egal ist, was aus ihnen wird. Natürlich gab es auch Lichtblicke während des Lesens. Einige Kapitel waren schon spannend geschrieben. Auch hatte ich Spaß daran, meiner Fantasie freien Lauf zu lassen und zu rätseln, worauf alles hinauslaufen würde. Die Lösungen für einige Geheimnisse habe ich mir schon zusammengesponnen und würde gerne wissen, wie richtig ich damit liege. Dennoch überwiegt die Enttäuschung über das Buch, da ich mich des Eindrucks nicht erwehren konnte, dass hier Seite um Seite geschunden werden sollte. Vielleicht war es so, dass Teil 4 und 5 doch als ein Buch geplant waren, diese aber dann geteilt und mit Kapiteln aufgefüllt wurden. Anders kann ich mir das Auf und Ab an Spannung und Langeweile nicht erklären.

Das altbewährte Prinzip, einen Knaller ziemlich am Schluss des Buches zu zünden, wurde auch hier wieder eingehalten, allerdings hat mich dieser – wenn auch unvorbereitet – dann doch nicht bis ins Herz getroffen. Zwar muss wieder einer meiner Sympathieträger dran glauben, aber wer weiß, wer weiß, was da noch wieder für Zauberspuk geschehen wird, um der Handlung wieder eine überraschende Wendung zu geben, die dann für mich keine Überraschung mehr wäre. Manches wetzt sich eben ab.

Das Spiel mit den Charakteren übertreibt der Autor meiner Meinung nach in dem 5. Buch etwas. Mir gefiel es bislang eigentlich recht gut, dass oft nicht vorhersehbar war, wie sich ein Protagonist verhalten würde. Es gab kein Weiß und Schwarz sondern nur Grau. Das machte die Handelnden menschlich und sympathisch - vielleicht zu sympathisch. Ist Tyrion zu sehr von der Leserschaft geliebt worden? War das für ihn gar nicht vorgesehen oder langweilte den Autor diese Sympathiewelle, auf der Tyrion schwamm? Denn hier im 5. Band darf er sich nicht von seiner besten Seite zeigen. Er nörgelt, quengelt, verliert sich in Selbstmitleid. Wo ist der Charme geblieben, der Witz, die Gerissenheit? Schade, dass Tyrion nicht Tyrion bleiben durfte.

Als ich mit „A Dance with Dragons“ begonnen hatte, hoffte ich noch, dass George R.R. Martin sich mit dem Folgeband beeilen würde, damit die Wartezeit nicht so lang wäre. Nun, er kann sich ruhig noch ein wenig Zeit nehmen, vielleicht ein paar Kürzungen vornehmen, einige sich ständig wiederholende kursiv geschriebene Sätze streichen und mal wieder ein Buch wie "A Storm of Swords" vorlegen.


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