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zitrol

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Colin McRae Rally 3
Colin McRae Rally 3
Wird angeboten von Medien-Versand
Preis: EUR 16,26

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wüsten, Wälder, Eis und Schnee, 21. November 2006
Rezension bezieht sich auf: Colin McRae Rally 3 (Videospiel)
Und ein weiteres Mal möchte ich Euch von einem Rennspiel für die Playstation 2 erzählen, diesmal ist der dritte Teil eines echten Klassikers an der Reihe, die Rede ist von „Colin McRae Rally 3“. Wer sich von Euch in den letzten Jahren auch nur ein bisschen für Videospiele interessiert hat und etwas für Rennspiele übrig hat, dem muß einfach „Colin McRae Rally“ ein ganz fester Begriff sein, da bin ich mir ganz sicher. Und was ich von diesem dritten Teil nun halte, erfahrt Ihr jetzt gleich...

EINLEITUNG

Die Vorgänger Colin McRae und Colin McRae 2 gab es auch schon sowohl für die „alte“ Playstation“ als auch für den PC; dieser dritte Teil erschien diesmal aber nicht nur für den PC und die Playstation 2, sondern auch noch für die X-Box von Microsoft. Beschränken möchte ich mich jetzt aber ganz allein auf die Playstation 2-Version.

Inzwischen ist sogar Colin McRae Rally 4 erschienen, soweit ich weiß. Allerdings müsst Ihr hier ganz sicher noch viel zu viel bezahlen, so dass für viele von Euch Colin McRae Rally 3 immer noch interessant sein dürfte. Außerdem ist der neueste Teil einer Serie ja auch nicht immer gleich auch der beste von allen... Die Firma, welche dieses Spiel entwickelt hat, heißt Codemasters. Sie brachte, wie bei sämtlichen Vorgängern auch, Colin McRae Rally 3 als deutsche Pal-Version auf den Markt. Somit kommen auch Besitzer einer „ganz normalen“ Playstation 2, die nicht umgebaut ist, voll auf ihre Kosten.

Erschienen ist „Colin McRae Rally 3“ irgendwann Ende des Jahres 2002, gekauft habe ich es nach meinem Winterurlaub für 39€; mittlerweile bekommt Ihr es eventuell schon unter 30€. Das ist sicher nicht zu teuer, finde ich.

SPIELINHALT / SPIELABLAUF

Worum es bei Colin McRae Rally 3 geht, dürfte eigentlich jedem klar sein, nämlich um eine reinrassige Rallyesimulation. Was das ist, brauche ich wohl niemandem von Euch zu erklären und daher wende ich mich auch gleich den Spielmodi zu, welche Euch zur Verfügung stehen...

Gleich zu Beginn staunte ich nicht schlecht, ich konnte es kaum glauben, aber tatsächlich erblickt Ihr nur zwei verschiedene Spielmodi und das war es dann auch schon! Einerseits könnt Ihr Euch im Modus zahlreicher WERTUNGSPRÜFUNGEN austoben und andererseits besteht die Möglichkeit, in der MEISTERSCHAFT auf die (allerdings sehr umfangreiche! ) Jagd nach wertvollen Punkten zu gehen... Einen Trainingsmodus gibt es diesmal gar nicht! Wieso eigentlich? Hmm...

Bei den WERTUNGSPRÜFUNGEN fahrt Ihr Einzelrennen entweder auf Zeit und versucht, neue Rekorde aufzustellen oder Ihr fahrt zu zweit bei geteiltem Fernsehbildschirm oder einfach nacheinander; doch leider nicht direkt gegeneinander, sondern gegen einen „unsichtbaren“ Computergegner. Das hat mir überhaupt nicht gefallen, ich war doch leicht enttäuscht...

Die Streckenauswahl ist allerdings wesentlich interessanter, aber das hatte ich auch nicht anders erwartet, denn damit glänzten ja schon die ersten beiden Teile auf der Playstation beziehungsweise auf dem PC. Am Anfang stehen Euch nur wenige Strecken zur Verfügung, die aber durch das Spielen im Meisterschaftsmodus nach und nach freigeschaltet werden. Ähnlich ist es mit den Rennwagen, Bonus-Wagen müsst Ihr Euch durch Erfolge in der Meisterschaft erst mühsam erspielen...

Der Modus der MEISTERSCHAFT bildet natürlich das Kernstück. Und wenn ich ehrlich bin, hat mich dieser sowieso eigentlich nur interessiert, daher fand ich das Vorhandensein der nur 2 Spielmodi nicht ganz so tragisch, aber trotzdem möchte ich dies als (zumindest kleinen! ) Negativpunkt anmerken... Neu ist hier bei der Meisterschaft im Vergleich zu den Vorgängern, dass Ihr nicht frei Euren Rennwagen beziehungsweise Euren Fahrer wählen dürft. Nein, Ihr seid sozusagen „gezwungen“, mit Colin McRae und seinem Ford Focus an den Start zu gehen. Auch das hat mir nicht gefallen! Und wiederum frage ich mich, wieso diese Änderung nötig war, na ja...

Ihr könnt insgesamt an drei verschiedenen Meisterschaften teilnehmen, die auf insgesamt jeweils sechs Strecken in alles in allem acht Ländern stattfinden. Jede Rallye in einem der Länder besteht wie so üblich aus mehreren Renntagen, an denen Ihr mehrere Abschnitte möglichst schnell absolvieren müsst. Ganz am Anfang könnt Ihr Euren Rennwagen testen und Veränderungen an der Einstellung vornehmen. Abhängig ist das Ganze vom Wetter und insbesondere dem Boden, auf dem Ihr fahrt. Schließlich ist es ja ein Unterschied, ob Ihr auf Asphalt, auf Kies, Sand, Schnee oder Eis fahrt oder ob es trocken oder nass ist. Von großer Bedeutung ist daher die für Euch beste Einstellung, was den Motor und das Getriebe, die Lenkung, Bremsen, Federung und natürlich auch die Reifenwahl angeht...

Die Rallye in einem Land startet dann mit den ersten drei Streckenabschnitten, worauf eine kleine Pause folgt. In dieser Pause könnt Ihr noch einmal die Einstellungen an Eurem Rennwagen verändern und Reparaturen durchführen. Die Reparaturen kosten allerdings Zeit und oft ist es Euch nicht möglich (besonders im späteren Verlauf einer Landes-Rallye! ) alles in der Euch erlaubten Zeit zu reparieren. Daher ist ein möglichst vorsichtiges Fahren (soweit das überhaupt bei einer Rallye möglich ist! ) auch wichtig. Macht Ihr das nicht, müsst Ihr Euch darauf einstellen ohne zum Beispiel den 4. Gang oder mit einer schlechten Federung oder mit schlechtem Licht bei Nacht fahren zu müssen... Jedenfalls erfolgen daraufhin noch einmal drei Etappen, durch die Ihr Euren (oft sichtlich zerbeulten Wagen! ) quälen müsst und dann ganz zum Schluss eine abschließende Sonderprüfung. Diese ist nicht nur wichtig für die Gesamtpunktzahl am Ende der Rallye eines Landes, sondern Ihr könnt ab und zu, wenn Ihr erfolgreich seid, einen Bonus-Wagen gewinnen...

Am Ende einer Landes-Rallye landet Ihr auf einem bestimmten Platz und erhaltet für diesen entsprechende Meisterschaftspunkte. Nach mehreren Ländern (später sind es insgesamt 8 Länder), durch die Ihr dann stundenlang gerast seid, wird dann schließlich abgerechnet...

Trotz der genannten Negativpunkte hat mir das Spielprinzip von Colin McRae Rally 3 (wieder einmal! ) gefallen, denn ich wollte eine reinrassige Rallyemeisterschaft und ich habe eine solche auch bekommen. Viel geändert hat sich, was den Spielinhalt angeht, im Vergleich zu den Vorgängern allerdings nichts, und wenn doch, dann eher zum Negativen... Wieso ich mir aber auch den dritten Teil von Colin McRae Rally unbedingt kaufen musste, hatte ja ganz andere Gründe: ich hoffte auf eine noch realistischere Rallyeatmosphäre, auf eine noch bessere Grafik und, und, und...

STEUERUNG

Diese ist nun einmal generell bei Videospielen sehr wichtig und natürlich auch bei Rennspielen. Bei Colin McRae Rally 3 gibt sie sich jedenfalls keine Blöße, denn sie ist einfach und auch für Anfänger schnell zu verstehen, die Bedienung des Rennwagens geht kinderleicht von der Hand. Ihr habt jederzeit das Gefühl, dass der entsprechende Rennwagen schnell und genau auf Eure Steuersignale reagiert, Eure Fahrfehler natürlich miteingeschlossen! Lächel... Überhaupt hat mich der Realismus, was das Fahrgefühl angeht, wieder einmal sehr überzeugt. Ihr merkt sofort den Unterschied, ob Ihr Euch auf Asphalt, Schotter oder Eis befindet, ich hatte richtig das Gefühl, als könnte ich den Boden beziehungsweise die Unebenheiten auf der Strecke spüren; besonders bei den Übergängen auf einer Strecke von Schnee auf Eis oder Asphalt auf Kies oder umgekehrt glänzt Colin McRae Rally 3 in diesem Punkt sehr! Die Steuerung ist sehr gut und das Fahrgefühl kommt sehr realistisch rüber, ich bin in diesem Punkt somit sehr zufrieden...

KAMERA

Was die Kameraführung angeht, kann ich zwar auch nicht meckern, aber wenn ich ehrlich bin, benutze ich sowieso fast immer nur eine einzige Perspektive. Zur Auswahl stehen drei verschiedene Ansichten: eine direkt aus dem Cockpit Eures Wagens, eine ungefähr auf Höhe Eurer Stoßstange und eine von weiter oben, etwas schräg hinten. Ich benutze immer die letzte Perspektive, die Euch die beste Übersicht gibt. Die anderen beiden sind zwar wesentlich attraktiver, da Ihr vielmehr das Gefühl habt, dass Ihr mittendrin im Renngeschehen seid, aber auf Dauer ist das Ganze doch zu unübersichtlich und Ihr macht einige unnötige Fehler. Besonders, wenn Eurer Wagen einmal leicht ausbricht, könnt Ihr dies am Schnellsten eigentlich nur in der Perspektive von schräg oben erkennen und noch schnell vom Gas gehen und gegensteuern. Das war auch schon bei den Vorgängern so und hat sich auch hier im dritten Teil nicht geändert. Nur die wenigsten von Euch werden daher die Cockpit-Perspektive wählen, glaube ich... Insgesamt ist die Kamera schon okay, aber ich bin nicht hundertprozentig mit der Kameraführung zufrieden. Es müßte doch möglich sein, aus einer Perspektive zu fahren, die noch genügend Übersicht ermöglicht und trotzdem auch noch sehr realistisch wirkt. Hier bei Colin McRae Rally 3 leidet der Realismus bei der effektivsten Sicht zumindest ein bisschen...

SCHWIERIGKEITSGRAD

Zur Verfügung stehen Euch drei Schwierigkeitsgrade. Wichtig ist, dass Ihr auch den leichtesten Schwierigkeitsgrad nicht unterschätzt. Zwar fahren die Computergegner bei einer Meisterschaft dort nicht besonders toll, aber es liegt in erster Linie an Euch selbst, wie Ihr nämlich fahrt! Wenn Ihr meint, dass Ihr einfach einmal so „Drauflosfahren“ könnt, dann irrt Ihr Euch gewaltig! Denn hier bei Colin McRae Rally 3 handelt es sich um eine Rallye-Simulation und eben nicht um ein Arcade-Raserspiel (wie zum Beispiel Ridge Racer! ). Ihr erzielt nämlich wirklich nur dann richtig gute Zeiten, wenn Ihr genau wisst, wann Ihr vom Gas geht, bremsen müsst, um dann möglichst schnell wieder noch in der Kurve erneut Gas zu geben...

Das ist nämlich DER Hauptgrund, wieso ich Rennsimulationen lieber mag, denn dort fährt es sich eben viel realistischer und intelligentes Fahren wird viel mehr belohnt als ein „wildes Drauflosrasen“.

Seid Ihr nach und nach dann richtig gut geworden (Colin McRae-„Veteranen“ wird dies sicher deutlich leichter fallen! ), dürftet Ihr früher oder später auch ein stolzer Gewinner der Meisterschaft des zweiten Schwierigkeitsgrades sein. Doch was den dritten Schwierigkeitsgrad angeht, stehen Euch höchstwahrscheinlich viele Stunden harter Arbeit verbunden mit viel Geduld bevor! Ich habe jedenfalls bislang „nur“ die Meisterschaft im Fortgeschrittenen-Modus, also im zweiten Schwierigkeitsgrad, geschafft; wenn ich demnächst wieder einmal mehr Zeit haben sollte, probiere ich es vielleicht auch einmal auf „Schwer“. Aber auch nur „vielleicht“, lächel... Auf jeden Fall wird der unterschiedliche Schwierigkeitsgrad bei den drei Stufen doch sehr deutlich, für jeden, ob Anfänger oder Profi, ist somit etwas dabei, glaube ich. Und das ist auch sehr gut so...

GRAFIK

Natürlich ist dies auch bei Rennspielen ein sehr wichtiger Punkt, für die Meisten von Euch ja wahrscheinlich DER wichtigste Punkt überhaupt.

Ich muß hier ganz ehrlich sagen, dass ich nicht restlos überzeugt wurde, ich bin zumindest NICHT von der Grafik überwältigt!

Das soll natürlich nicht heißen, dass sie nur durchschnittlich oder sogar schlecht ist, aber als mehr als nur „gut“ kann ich sie nicht bezeichnen. Natürlich ist die Grafik deutlich besser als noch bei den beiden Vorgängern auf der „alten“ Playstation, aber das war ja auch zu erwarten gewesen. Fast „geschockt“ hat es mich nämlich, dass ab und zu tatsächlich noch fiese „Pop-Ups“ auftauchen, das heißt, das fast aus dem Nichts urplötzlich irgendwelche Texturen auftauchen, die nicht in die Landschaft passen und dann wieder so schnell wie sie gekommen sind auch wieder verschwinden. Oje!

Bei den Möglichkeiten einer Playstation 2 möchte ich das eigentlich nicht mehr akzeptieren und daher muß es aus meiner Sicht Abzüge geben. Zudem sehen die Wagen und Lichteffekte nicht so detailliert aus, wie ich sie beispielsweise schon vom (deutlich älteren! ) Gran Turismo 3 kenne.

Ansonsten ist die Grafik flüssig und auch die Landschaften sehen ganz nett aus. Ob durch die Wälder Finnlands, durch Schnee und Eis in Schweden oder staubige Rennpisten in Australien; besonders die unterschiedlichen Wettereffekte (Staub, Regen, Eis) oder auch die Schäden an Eurem zeitweise sehr verbeulten Rennauto sind da schön animiert und schaffen eine angenehme Spielatmosphäre. Doch für ein “sehr gut” reicht es eben nicht...

MUSIK / TON / SOUNDEFFEKTE

Die Begleitmusik spielt bei Colin McRae 3 eigentlich keine besondere Rolle und wäre meiner Meinung nach auch während eines Rennens eher unpassend. Schließlich müsst Ihr Euch ja auch auf die Kommentare Eures Co-Piloten konzentrieren, der Euch auf das Bevorstehende hinauf der jeweiligen Rennstrecke fast ohne Unterbrechung hinweist. Allerdings könnt Ihr auch ruhig Eure Stereo-Anlage aufdrehen, denn die Symbole weisen Euch ja ebenfalls den Weg und nach einer gewissen Zeit kennt Ihr viele Strecken ja sowieso schon fast auswendig... Mich interessieren da viel mehr die Außengeräusche, vor allem natürlich die Drehzahl Eures Motors und die Geräusche, welche durch das jeweilige Wetter und den jeweiligen Boden auf der Rennpiste verursacht werden. Schließlich machen ja auch gerade die Außengeräusche das realistische Rallyegefühl aus. Etwas besonderes „Spektakuläres“ bekommt Ihr in diesem Punkt aber wiederum auch nicht präsentiert, daher möchte ich auch hier mit „gut“ bewerten...

MEIN FAZIT

Natürlich ist Colin McRae eine gelungene Rennsimulation! Allerdings hatte ich von diesem dritten Teil der inzwischen berühmten Rallye-Serie etwas mehr erwartet. Beeindruckt hat mich wieder einmal der extrem hohe Grad an Realismus und das wirklich tolle Fahrgefühl auf der Jagd nach der Bestzeit beziehungsweise den wertvollen Meisterschaftspunkten. Die Strecken sind auch wieder einmal sehr abwechslungsreich und zumeist auch sehr schön gestaltet worden, ebenso die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen. Die drei unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade sind gut aufeinander abgestimmt und fordern sowohl Anfänger als auch Profis. Und auch die Langzeitmotivation ist hier sehr hoch, da besteht für mich überhaupt kein Zweifel... Dass es gerade einmal nur 2 Spielmodi gibt, ist sicherlich nicht ganz so toll, aber für mich zumindest war das gar nicht so schlimm. Dass aber ab und zu immer noch fiese „Pop-Ups“ in den Landschaften auftauchen, ist sehr nervig und darf eigentlich auch nicht mehr sein! Dass ich außerdem noch „gezwungen“ bin, in den Ford Focus des Colin McRae einzusteigen und gar keine andere Wahl habe, halte ich im Vergleich zu den Vorgängern ganz klar für einen Rückschritt!

Klar ist für mich, dass ich Euch Colin McRae Rally 3 wegen des tollen Fahrgefühls durch den sehr hohen Grad an Realismus empfehlen kann, unter anderem auch noch aufgrund des mittlerweile niedrigeren Preises (zumindest bei ebay! ), aber von einer Höchstwertung ist diese Rennsimulation meiner Meinung nach doch noch ziemlich weit entfernt...


Shadow Hearts
Shadow Hearts

12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen RPG in Horror-Atmosphäre, 21. November 2006
Rezension bezieht sich auf: Shadow Hearts (Videospiel)
Als ich vor wenigen Tagen ein weiteres Mal auf unsere mittlerweile doch sehr große Videospielsammlung schaute, fiel mir ein Rollenspiel auf, welches mir auch heute noch gut in Erinnerung geblieben ist. Es handelt sich um ein Spiel für Sonys Playstation 2, welches von der Spielatmosphäre doch so interessant ist, dass ich es nun doch einmal hier erwähnen und deshalb auch einen ausführlichen Bericht darüber schreiben möchte. Gleich zu Beginn kann ich Euch sagen, dass Ihr es entweder gar nicht mögen oder im Gegenteil richtig toll finden werdet, etwas dazwischen gibt es meiner Meinung nach eigentlich kaum. Wieso ich das so sehe, sage ich Euch jetzt natürlich sofort...

EINLEITUNG

Es muss so ungefähr Anfang des Jahres 2002 gewesen sein, als ich zum ersten Mal von einem Fantasy-Rollenspiel für die Playstation 2 mit dem Namen „Shadow Hearts“ hörte. Da diese dann auch noch als europäische PAL-Version und dann auch noch angeblich mit deutschen Texten erscheinen sollte, war ich aufgrund der gemachten Erfahrungen in der Vergangenheit doch sehr skeptisch, ob es sich tatsächlich um einen Rollenspiel-Hit handeln würde. Denn die schönsten Videospiele gerade im Bereich der Rollenspiele sind meistens nur als US-Version zu haben, wenn überhaupt, manchmal sogar nur in japanischer Sprache. Und diejenigen Rollenspiele, welche zumeist als deutsche PAL-Version erscheinen sind dann oft ganz stark auf Niedlichkeit getrimmt, ja eigentlich schon kindisch. Doch zum Glück wurden meine Erwartungen in dieser Hinsicht bei weitem übertroffen, dies merkte ich schon sehr schnell, kurz nachdem wir uns dieses Videospiel im Frühling 2002 gekauft hatten. Doch nun erst einmal ganz der Reihe nach...

GESCHICHTE

Wer jetzt von Euch eine Handlung erwartet, in der mutige Ritter, zauberhafte Feen und wun-derschöne Prinzessinnen eine große Rolle spielen, den muss ich leider enttäuschen. Ganz im Gegenteil, in „Shadow Hearts“ geht es um böse, finstere Mächte, um Hexen und Dämonen, es macht sich gleich vom Start weg eine Gruselatmosphäre breit, es weht ein Hauch von Horror über der Geschichte. Die Hauptfigur ist Yuri, welcher schon seit geraumer Zeit als Abenteurer durch die weiten Landschaften des asiatischen Kontinents umherreist. Er scheint auf der Seite der Guten zu stehen, denn seine Hauptaufgabe besteht darin, die bösen Mächte der Finsternis zu bekämpfen und die immer wieder aufs Neue auftauchenden Dämonen zu vernichten. Dass er kein ganz normaler Held ist, erkennt Ihr schnell daran, dass er über geheimnisvolle Kräfte verfügt. So ist er zum Beispiel in der Lage, sich in unterschiedliche Kreaturen zu verwandeln. Dies macht aus ihm im Laufe der Zeit einen richtig mächtigen Kämpfer, so dass er sich eines Tages es auch zutraut, einen bösen Zaubermeister zu bekämpfen. Diesen „ärgert“ er nämlich dadurch, dass er eine mysteriöse junge Frau, welche Alice heißt, aus den Klauen des Zauberers befreit. Der böse Magier hatte nämlich vor, mit Unterstützung von Alice die Tore zum Höllenreich zu öffnen. Und wie so oft würde dies die uneingeschränkte Herrschaft des finsteren Magiers bedeutet, so dass wieder einmal die Zukunft der gesamten Menschenrasse auf dem Spiel steht. Doch das ist noch nicht alles. Nachdem unser Held Yuri die junge Alice befreit hat, kommen sie auf ihrer Flucht einer richtigen Verschwörung auf die Spur, über die ich jetzt im Detail natürlich nichts erzählen werde. Jedenfalls bilden die beiden Figuren schon nach kurzer Zeit ein sehr gutes Team und bekämpfen in der Folgezeit zusammen zahlreiche Dämonen, welche sich ihnen in den Weg stellen. Glücklicherweise sind sie auch nicht allzu lange auf sich allein gestellt, denn schon sehr bald eilt zusätzliche Hilfe herbei, und zwar eine Sprengstoffspezialistin und ein Exorzist. Daraufhin macht sich der Heldentrupp auf eine weite Reise, die Euch quer durch die unterschiedlichsten Landschaften führt, das gruselige Rollenspiel-Abenteuer kann also beginnen...

SPIELVERLAUF

Dass Ihr mit einer ganzen Gruppe, nämlich mit Yuri, Alice, Margarete oder Zhuzhen, unterwegs seid, macht den Verlauf dieses Abenteuers natürlich erst so richtig interessant. Ihr kommt dabei an kleinen Dörfern auf dem Land, an Großstädten und natürlich auch an finsteren Orten wie Friedhöfen vorbei. Wie so oft in Rollenspielen unterhaltet Ihr Euch mit den Einwohnern, haltet Ausschau nach Schatztruhen und besucht zahlreiche Geschäfte, um Euch wichtige Gegenstände und natürlich auch Waffen und Rüstungen zu beschaffen. Das ist nichts wesentlich Neues, so etwas haben wir natürlich schon x-mal vorher gehabt.

Auch die zahlreichen Kämpfe in „Shadow Hearst“ laufen im üblichen Rahmen ab. Ihr seht die Feinde nämlich nicht schon von weitem, sondern ganz plötzlich und zufällig tauchen diese aus dem Nichts auf und die Kampfsequenz beginnt. Die Gefechte laufen dabei nicht in Echtzeit ab, sondern rundenweise, was heißt, dass einer nach dem anderen drankommt. Für den einen von Euch ist dies vielleicht zu langsam beziehungsweise inzwischen viel zu langweilig, für den anderen hingegen ist das sehr gut so, weil dann ja eben keine Hektik aufkommt und er sich seine Manöver in Ruhe überlegen kann. Dies ist also Geschmackssache, ich fand es jedenfalls so okay.

Beginnt der Kampf, wechselt die Perspektive in 3D, das hat mir gut gefallen und schafft eine gute Spielatmosphäre. Ihr seht den Helden oder den Gegnern dabei fast über die Schulter, was auch sehr angenehm ist, da die Kämpfe einen ziemlich hohen Actionanteil haben. In diesem Punkt unterscheidet sich dieses Rollenspiel nämlich von vielen anderen. Natürlich seid Ihr in erster Linie damit beschäftigt, in der üblichen Art und Weise Eure Kommandos zum Angriff, zur Verteidigung, zum Benutzen von Gegenständen oder von Zaubersprüchen zu geben. Jede Hauptfigur verfügt dabei zusätzlich über spezielle Fähigkeiten, welche Euch Magiepunkte kosten, solltet Ihr diese Spezialmanöver im Kampf zum Einsatz kommen lassen. Yuri verwandelt sich zum Beispiel in eines der zahlreichen Kreaturen, Alice macht Zaubersprüche der weißen Magie, Zhuzhen bringt seine Fähigkeiten als Exorzist zur Geltung und Margarete schmeißt als Spezialisten mit Bomben und Granaten um sich. Insoweit ist dies zwar ganz sicher nicht uninteressant, aber nichts schrecklich wahnsinnig Neues.

Neu ist aber etwas ganz Anderes, nämlich das sogenannte „Rad des Schicksals“. Egal bei welcher Aktion erscheint dieses Rad mit einem rotierenden Zeiger darauf. Auf dem Rad befinden sich mehrere Farbzonen, welche Ihr dann unbedingt zum richtigen Zeitpunkt erwischen müsst, um Euren Angriff oder Zauberspruch wirkungsvoll auslösen zu können. Eine gute Reaktion ist daher von Euch gefragt. Das hat mir sehr gut gefallen, schafft es doch schließlich eine enorme Abwechslung und zusätzlich das Gefühl, dass Ihr ganz persönlich es in der Hand habt, extrem gute Treffer zu landen. Zudem erinnerte mich dieser „Geschicklichkeitstest“ an eines meiner Lieblingsspiele für die alte Playstation, nämlich an „Legend of Dragoon“. Nun ja, auf jeden Fall solltet Ihr nicht danebenzielen, denn ansonsten trifft Eure Attacke nicht ins Ziel und Euer Gegner ist dann anschließend leider an der Reihe. Unbequemerweise steht jedem Charakter auch nur eine bestimmte Anzahl solcher Aktionen zur Verfü-gung. Sind diese verbraucht, verwandelt sich die entsprechende Figur leider in ein dann nicht mehr zu kontrollierendes Wesen, welches sowohl unsere Helden als auch die gegnerische Monster wahllos angreift. Ein spezieller Gegenstand kann dies aber zum Glück auch wieder heilen. Habt Ihr Erfolg mit dem Rad des Schicksals, landet Ihr nicht nur physische Treffer bei den feindlichen Monstern, sondern könnt öfters dadurch auch Eure eigene Lebenskraft auffrischen. Doch auch im „normalen Alltag“ spielt das Schicksalsrad eine Rolle, denn so zum Bei-spiel beim Lösen von auftauchenden Rätseln oder auch was das Aushandeln des Preises beim Einkaufen in den Läden angeht. Und sollte Ihr überhaupt kein Geschick haben, könnt Ihr einen Tätowierer aufsuchen, der Euch für Geld gerne wichtige Fähigkeiten im Umgang mit der jeweiligen Waffe einritzt. Auf diese Art könnt Ihr Eure Angriffsstärke und auch die Trefferquote steigern, das ist natürlich sehr praktisch, nicht wahr?

Besonders interessant ist außerdem noch etwas. Mit jedem vernichteten Ungeheuer steigt der Pegel eines Kristalls beziehungsweise färbt sich dieser immer dunkler. Ist er blutrot geworden, müsst Ihr schnell zu einem Speicherpunkt rennen und dann von dort aus schnell auf einen Friedhof gelangen, auf dem Ihr in weiteren Kämpfen die durch das vorherige Töten nun heraufbeschworenen Dämonenseelen bekämpfen und ganz vertreiben müsst. Somit müsst Ihr während Eurer Kämpfe fast immer auch einen Blick auf die Anzeige des Kristalls werfen.

So oder so, nachdem ich am Anfang ja etwas skeptisch war, wurde ich trotz der teilweise bescheidenen Aufmachung, dazu komme ich gleich noch, immer mehr in den Bann der Geschichte gerissen. Und dies lag natürlich auch am interessanten Spielverlauf, unter anderem eben auch durch das Rad des Schicksals. Die Charaktere sind nämlich endlich einmal nicht kindisch, ja sogar schon richtig „erwachsen“ und die Dialoge im Spiel oft richtig gut. Auch das ist bei Rollenspielen mit deutschen Texten eher selten. Die Gruselatmosphäre kommt im Spielverlauf dieser Dämonenjagd auch sehr gut rüber und ist ganz sicher nicht alltäglich. Was dem einen gefallen wird und dem anderen mal wieder überhaupt nicht, ist der lineare Spielverlauf. Zwar habt Ihr die ganze Zeit eine Weltkarte zur Verfügung, auf welcher die jeweiligen Orte sehr gut zu erkennen sind, aber das Meiste ist hier trotzdem streng vorgegeben, viel Freiraum habt Ihr beim Durchleben dieser Geschichte nicht. Dafür verlangen dann aber die meistens nicht gerade leichten Kämpfe einiges an Taktikgefühl und Geschicklichkeit von Euch.

Aus meiner Sicht ist der gesamte Spielverlauf dieses Rollenspiels sehr interessant und abwechslungsreich. Es überzeugt vor allem die spannende Atmosphäre und auch die Präsentation durch erwachsene Hauptfiguren und gute Dialoge.

GRAFIK

Würde die Grafik sich jetzt auch noch auf dem allerhöchsten Niveau befinden, dann hätten wir es ganz sicher mit einem echten TOP-Hit zu tun. Leider ist dies aber nicht so, was ich natürlich sehr schade finde. Bis auf Kleinigkeiten hätte man den Großteil dieses Abenteuers sicher auch auf der alten Playstation erleben können. Auf der Playstation 2 ist aber im Hinblick auf die Präsentation der Figuren und insbesondere der auftauchenden Monster viel mehr möglich gewesen. Die Helden sind für meinen Geschmack etwas zu grob gezeichnet worden, tolle Animationen könnt Ihr hier nicht erwarten. Und auch die Hintergründe sind bestenfalls als durchschnittlich zu bezeichnen, begeistert war ich von diesen jedenfalls nicht. Bei den vielen Dialogen wird übrigens neben dem Text der Kopf der gerade sprechenden Figur eingeblendet, was noch halbwegs ganz in Ordnung aussieht, da die Dialogbox farblich dezent im Hintergrund bleibt. Wahrscheinlich bin ich aber mittlerweile sowieso auch zu verwöhnt, doch dafür, dass dieses Rollenspiel im Jahr 2002 erschien, erwarte ich in diesem Punkt mittlerweile einfach mehr. Doch eines muss ich trotzdem sagen: so veraltet die Grafik teilweise auch aussieht, so richtig gestört hat mich das schon nach kurzer Zeit eigentlich nicht mehr! Denn dafür ist die düstere Spielatmosphäre einfach zu packend gewesen, zudem noch unterstützt durch wirklich gute Dialoge, so dass ich mich im Grunde ziemlich gut mit den Helden identifizieren konnte. Positiv ist noch zu erwähnen, dass die schwarzen PAL-Balken oben und unten am Bildschirm nicht ganz so dick sind, wie ich es teilweise von anderen Spielen, welche auf die europäische Norm umgesetzt wurden, leider gewohnt bin. Hier sind sie zum Glück doch noch angenehm schmal. Ab und zu tauchen dann noch kleinen Zwischensequenzen in englischer Sprache auf, die für ein bisschen Abwechslung sogar, die Handlung auflockern und grafisch gar nicht einmal so schlecht aussehen. Im Großen und Ganzen stellt die Grafik von „Shadow Hearts“ somit zwar eine ganz leichte Enttäuschung für mich dar, richtig schlecht ist sie allerdings auch nicht, finde ich.

TON

Hier hatte ich auch etwas mehr erwartet. Zwar ist die Begleitmusik insgesamt etwas besser als die Grafik, doch gerade bei so einem Abenteuer mit Gruselatmosphäre und vielen Horrorelementen wäre noch viel mehr möglich gewesen. Soundeffekte, die unter die Haut gehen, fehlen eigentlich. Und Melodien, die Euch das Blut in den Adern gefrieren lässt, eigentlich auch. Die Musik passt schon zum Spielgeschehen, das will ich auch gar nicht bestreiten, doch so richtig extrem verstärken die Melodien die Spannung nicht, was ohne weiteres möglich gewesen wäre. Von einem packenden Soundtrack, der für eine knisternde Spannung sorgt, kann ich daher leider nicht sprechen. Höchstens die gute Sprachausgabe in den Zwischensequenzen, welche klar und deutlich rüberkommt, ist erwähnenswert, sonst tut sich in diesem Bereich eigentlich nichts Besonderes hervor. Was die Akustik hier angeht, kann ich zwar nicht richtig meckern, sie ist schon ganz gut gelungen, aber ein kleines bisschen bin ich aber trotzdem enttäuscht. Da habe ich bei anderen Rollenspielen in den letzten Jahren schon ganz andere Sachen erlebt und mir teilweise sogar die Soundtrack-CD gekauft, so zum Beispiel solche von Chrono Cross, Final Fantasy VIII und Legend of Dragoon. Auf so einen Gedanken braucht Ihr, was dieses Spiel hier angeht, gar nicht erst zu kommen, das lohnt sich meiner Meinung nach nicht.

STEUERUNG

Die Menüführung ist hier gelungen, das kann ich so klar und deutlich sagen. Ihr findet Euch sehr schnell zurecht und zu kompliziert wird es trotz der unterschiedlichen Charaktere sicher zu keinem Zeitpunkt. Auch die Aktionen im Kampf verlaufen problemlos und genau, ganz egal, ob es sich um eine „normale“ Attacke oder einen Zauberspruch handelt. Das gilt auch für das wichtige „Rad des Schicksals“, wobei Euch ja in diesem Punkt der Tätowierer auch noch wesentlich weiterhelfen kann. Solltet Ihr einfach keine Treffer landen oder nur sehr selten Glück mit dem Schicksalsrad haben, liegt es nur an Euch, ganz sicher nicht an einer unfai-ren Steuerung. Das Ganze wird aber auch dadurch erleichtert, dass die Kämpfe nicht in Echtzeit ablaufen und der Spielverlauf an sich zusätzlich auch noch linear ist. Daher kommt nie Hektik auf und Ihr werdet ebenfalls nicht irgendwann einmal an einen Punkt geraten, wo Ihr nicht weiterkommt. Wir haben es hier also mit einer unkomplizierten und fehlerfreien Steuerung zu tun.

FAZIT

Ich finde, dass dieses Rollenspiel ein echter Geheimtip ist. Viele von Euch kennen eventuell ja nur PS2-Rollenspiele wie Final Fantasy, Grandia oder vielleicht ja noch Summoner. „Shadow Hearts“ hat irgendwie nie eine so große Beachtung gefunden, glaube ich. Ich denke, dass dies an der etwas mäßigen Grafik gelegen hat. Die Musik ist auch nicht „überirdisch“ gut, aber zumindest noch ganz okay. Dies heißt aber noch lange nicht, dass wir es hier mit einem nur durchschnittlichen oder sogar unterdurchschnittlichen Spiel zu tun haben. Nein, auf gar keinen Fall! Ich würde vielmehr sagen, dass „Shadow Hearts“ polarisiert: entweder Ihr findet es hochinteressant oder Ihr mögt es gar nicht! Die Geschichte ist nicht uninteressant und der Spielverlauf, auch wenn er linear ist, durch die verschiedenen Hauptfiguren doch abwechslungsreich. Dass bei den Zufallskämpfen in eine 3D-Perspektive geschaltet wird und dadurch der Actionteil besonders in Szene gesetzt wird, hat mir gut gefallen. Das, was mir aber am Meisten positiv aufgefallen ist, ist die einzigartige düstere Atmosphäre, sind die erwachsenen Charaktere und die doch sehr guten Dialoge. Für Abwechslung und Spannung ist hier auf alle Fälle gesorgt, langweilig wird es eigentlich nie. Denn schließlich ist oft auch ein kluges taktisches Vorgehen und Geschicklichkeit gefragt, zu leicht ist dieses Spiel jedenfalls nicht. Und da dieses Grusel-Rollenspiel außerdem noch als PAL-Version mit relativ schmalen schwarzen Balken und auch noch mit deutschen Texten erschienen ist, sollte sich jeder Fan von Rollenspielen einen Kauf von „Shadow Hearts“ wirklich ernsthaft überlegen. So schlecht kann es übrigens auch gar nicht sein, denn es ist nämlich nicht nur ziemlich selten zu finden, sondern dann, solltet Ihr es endlich erblicken, auch noch vergleichsweise teuer.


Final Fantasy X-2
Final Fantasy X-2
Wird angeboten von skgames
Preis: EUR 14,99

16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Final-Fantasy-Experiment, 21. November 2006
Rezension bezieht sich auf: Final Fantasy X-2 (Videospiel)
Nun ist es also soweit, ich bin bei meinem vorerst letzten Bericht über ein Videospiel angekommen, welcher möglicherweise auch mein allerletzter Bericht in diesem Jahr überhaupt sein wird. Daher habe ich mir ein Videospiel ausgesucht, über welches sich aus meiner Sicht wirklich zu berichten lohnt, es handelt sich um das Spiel Final Fantasy X 2 für die Playstation 2, welches dem Genre der Rollenspiele angehört und den neuesten Teil der weltberühmten Serie darstellt, welcher in Europa bislang erschienen ist... .

VORGESCHICHTE, VERSION, PREIS

Bei kaum einem Videospiel wie diesem hier, gab es solche unterschiedlichen Kritiken. Während die meisten Videospielfans sich so wie ich sehr auf das Erscheinen dieses Rollenspiels freuten, wurden im Vorfeld der europäischen Version teilweise doch schon erstaunlich negative Kritiken getätigt, die sich auf die Monate vorher in Japan und den USA erschienen Teile bezogen. Denn es sind in diesem Teil doch einige völlig neue Elemente enthalten, auf die ich gleich natürlich eingehen werde. Gekauft haben wir uns Final Fantasy X 2 im Frühjahr 2004 und bezahlten damals exakt 49€. Am Preis dürfte sich inzwischen auch noch nicht viel geändert haben, ob sich der Kauf aus meiner Sicht denn nun auch lohnt und meine hohen Erwartungen an dieses Spiel erfüllt oder sogar übertroffen wurden, sage ich Euch jetzt...

GESCHICHTE

Gleich zu Beginn werdet Ihr merken, dass es sich hier zwar erstmals um einen Nachfolger zu einem Teil von Final Fantasy handelt, die Präsentation und Atmosphäre des Spiels dieses Mal aber völlig anders ist. Im Gegensatz zu den ansonsten oft düsteren und beklemmenden Szenarien wirkt das Spiel hier gleich vom Start weg sehr fröhlich. Ich fühlte mich jedenfalls sofort an die Musiksender VIVA und MTV erinnert, weswegen ich doch etwas beunruhigt war. Was auffällt ist, dass wir es in der Geschichte von Final Fantasy X 2 leider nur mit drei Hauptfiguren zu tun haben, was ich sehr schade finde. Außerdem sind ausschließlich nur drei junge Frauen spielbar, was die männlichen Videospieler wahrscheinlich sehr freuen wird, für mich aber nicht ganz so toll, eben einfach zu einseitig ist...

Diejenigen von Euch, die das weltberühmte Final Fantasy X gespielt haben, werden sich daran erinnern, dass die Beschwörerin Yuna von ihrer großen Liebe, nämlich dem Helden Tidus, gewaltsam getrennt wurde. Zwar war das Böse endgültig besiegt, doch ihr Tidus war verschwunden, er hatte sich sozusagen geopfert. Doch die Hoffnung auf ein Wiedersehen hat sie nicht aufgegeben und so macht sie sich in der Welt von Spira auf die Suche. Die Städte in der Welt von Spira sind absolut mit denen des Vorgängers identisch, aber nicht nur Kenner des Vorgängers werden sich superschnell zurechtfinden, denn auch ohne, dass Ihr Final Fantasy X gespielt habt, werdet Ihr Euch hier in Final Fantasy X 2 innerhalb sehr kurzer Zeit ganz sicher zurechtfinden...

Yuna hat sich jedenfalls mittlerweile zu einer Karriere als Jägerin von Sphäroiden entschlossen. In diesen Sphäroiden können Botschaften in Form kleiner Filme übermittelt werden und in genau solch einer Botschaft glaubt Yuna nämlich, Information zu ihrem geliebten Tidus erhalten zu haben. Daher macht sie jetzt überall Jagd auf diese Sphäroiden und hofft natürlich auf diese Art und Weise, Tidus wiederfinden zu können. Dabei ist sie nicht auf sich allein gestellt, denn ihr steht Rikku zur Seite, die ja auch schon eine Hauptfigur im vorigen Teil darstellte. Neu hingegen ist das dritte Mädchen, die Paine heißt. Während Rikku sehr emotional und auch frech ist, wirkt Paine hingegen sehr kühl und zurückhaltend. Sie redet zunächst nicht sehr viel, scheint aber ebenfalls Sphäroide zu jagen, um mehr über die Vergangenheit erfahren zu können. Diese drei jungen Damen nennen sich das „Möwenpack“, ein Name, der meiner Meinung nach unfreiwillig komisch ist und überhaupt nicht passt. Aber das ist ja bei deutschen Übersetzungen wirklich nichts Neues...

Bei der Jagd nach den Sphäroiden sind sie natürlich nicht die Einzigen, zahlreiche Konkurrenten haben genauso ein Auge auf die wertvollen Sphäroiden geworfen, so zum Beispiel die eiskalte Le Blanc, die ihnen sogar einen Sphäroiden klaut. Dabei handelt es sich ausgerechnet um denjenigen, in welchem Yuna glaubt, ihren Tidus erkannt zu haben. Der Grund, wieso Le Blanc den Sphäroid klaute, liegt aber ganz woanders, denn in dem enthaltenen Film ist Vegnagun zu sehen, die eine riesige Kanone darstellt, welche so zerstörerisch ist, dass sie die ganze Welt von Spira zerstören könnte. Natürlich streiten sich viele Herrscher um diese gewaltige Kanone, der fast schon übliche Machtkampf um die Weltherrschaft hat begonnen, wobei man zwischendurch wirklich nicht mehr weiß, wer eigentlich der Böse und wer der Gute ist. Besonders drei Figuren scheinen immer wieder ins Spiel zu kommen, wenn es um erbitterte Machtkämpfe geht: Zunächst einmal Nooj, welcher Führer der jungen Liga ist, dann Baralai, welcher der Anführer von Neu Yevon ist und schließlich Gippel, welcher als noch sehr junger Boss der Al Bhed in Erscheinung tritt...

Die Situation spitzt sich dann im weiteren Verlauf gerade für Yuna immer mehr zu, als deutlich wird, dass es sich bei dem Jungen, welcher Tidus zum Verwechseln ähnlich sieht, wahrscheinlich um einen anderen Helden handelt. Die sehr komplizierte Geschichte überrascht immer wieder dabei mit vielen Wendungen, Spannung ist auf jeden Fall vorhanden. Die zentralen Fragen gehen im Grunde aber dann nur darum, ob Yuna ihren Tidus wiedersehen kann und ob die Welt wieder einmal in letzter Minute vor dem Untergang gerettet werden kann, trotzdem gestaltet sich die gesamte Handlung als vielschichtig und abwechslungsreich und spornt zunächst immer wieder aufs Neue zum Weiterspielen an...

SPIELVERLAUF, SPIELDAUER

Eines noch einmal zur Klarstellung: Ihr braucht nicht unbedingt den Vorgänger zu kennen beziehungsweise ihn durchgespielt zu haben, es ist nur ein kleiner Vorteil, weil Ihr Euch eben in der Welt von Spira dann sehr gut auskennt. Wer allerdings das nötige „Kleingeld“ und ein „bisschen“ Zeit übrig hat und Final Fantasy X noch nicht kennt, sollte beide Teile hintereinander spielen, weil dann zunächst ungeklärte Dinge aus Teil X in X 2 aufgeklärt werden. Aber wie gesagt, Final Fantasy X 2 ist ansonsten ein völlig eigenständiges Spiel, Ihr könnt auch ruhig direkt mit diesem Teil anfangen...

Ganz neu ist in Final Fantasy X 2 jedenfalls, dass im ganzen Verlauf des Spiels Waffen und Rüstungen so gut wie gar keine Rolle spielen. Wichtig sind hier eigentlich „nur“ die Kleider, in welche die drei Mädchen die ganze Zeit über wechseln können. Insgesamt stehen Euch 15 verschiedene Kostüme zur Verfügung, die mit den jeweiligen Kostümsphäroiden angelegt werden können. Je nachdem welches Kostüm eines der drei Mädchen anlegt, verändert sich nicht nur ihr Äußeres, sondern sie hat dann völlig andere magische Kräfte oder Spezialfähigkeiten. Es stehen Euch dabei insgesamt 14 verschiedene Möglichkeiten der Verwandlung zur Verfügung. Ganz wie Ihr es wollt, könnt Ihr Yuna, Rikku und Paine in Schütze, Itemschütze, Zauberschütze, Weißmagier, Schwarzmagier, Dieb, Krieger, Berserker, Diva, Glücksspieler, Dompteur, Maskottchen, dunkler Ritter und Samurai verwandeln. Und außerdem könnt Ihr in bestimmten Momenten eine Spezialverwandlung durchführen, wobei es für jedes einzelne Mädchen eine Spezialform gibt, die dann natürlich besonders mächtig ist. Jede Charakterklasse verfügt natürlich über individuelle Stärken und Schwächen, wobei die Verwandlungen und Animationen teilweise atemberaubend schön aussehen...

Wie in eigentlich allen Teilen von Final Fantasy lauft Ihr natürlich nur zu Beginn „zu Fuß“ durch die Gegend, schon sehr früh reist Ihr mit einem Flugschiff von Ort zu Ort. Interessant ist dabei, dass Ihr Euch in den meisten Fällen es selber aussuchen könnt, wohin die nächste Reise denn nun gehen soll. Trotzdem ist der Spielverlauf im Grunde leider wieder einmal nur linear, das heißt, dass Ihr zwar ein bisschen „in die Breite“ spielen könnt (besonders, wenn Ihr Eure drei Charaktere stärker machen wollt), aber Ihr trotzdem früher oder später an einem ganz bestimmten Ort auftauchen müsst, damit die Geschichte weitergehen kann. Ihr könnt allerdings einzelne Nebenmissionen einfach links liegen lassen und auf das Entdecken kleiner Geheimnisse (und oft auch nützlicher Gegenstände) verzichten, wenn Ihr es „eilig“ habt. Und so kommt es dass wir es beim ersten Mal erst nach circa 60 Stunden durchgespielt hatten, beim zweiten Mal aber nur noch 20 Stunden gebraucht haben. Es liegt also meistens an Euch, ob Ihr bestimmte Orte noch einmal besuchen wollt oder nicht. Diejenigen „Kritiker“, die aber von einem „nichtlinearen Spielverlauf“ sprechen, liegen aber falsch, denn ob Ihr Nebenstränge in der Handlung verfolgt oder nicht, hat überhaupt keine Auswirkungen auf den Hauptstrang, eben den „roten Faden“ der Geschichte. Genau das hätte ich mir aber gewünscht, was ich natürlich schade finde...

Zur Auswahl stehen dabei auch zahlreiche Minispiele, an denen Ihr Euch stundenlang aufhalten könnt, wenn Ihr wollt. Habt Ihr tatsächlich Lust, an Spielen wie einem Echsenrennen, der Jagd nach Chocobos oder der Suche nach Kaktoren teilzunehmen, verbraucht Ihr allein für alle Minispiele in etwa die selbe Zeit wie ansonsten für das gesamte Spiel. Ich jedenfalls interessierte mich eigentlich nur so richtig für das Kartenspiel „Sphäro-Break“ und dem Managen des „Blitzball-Teams“, was ich jetzt allerdings nicht im Detail erläutern möchte, dies würde den Rahmen des Berichts sicher total sprengen...

Dass Ihr allerdings im Gegensatz zu anderen Final-Fantasy-Teilen nicht 20 oder 30 Stunden nur mit dem „Aufleveln“ der einzelnen Figuren verbringen müsst, liegt daran, dass ja nur die drei Mädchen zur Verfügung stehen. Da Ihr Euch nicht um andere Helden diesmal kümmern müsst und ständig nur mit den drei Heldinnen kämpft, werden diese fast schon automatisch stärker und stärker...

Das Kämpfen an sich steht natürlich neben der Geschichte eindeutig im Vordergrund, weshalb ich jetzt an dieser Stelle doch ein paar Worte darüber verlieren möchte: Wie ich am Anfang schon sagte, spielen die Kostümsphäroiden hier eine entscheidende Rolle und nicht etwa Schwerter und Rüstungen. Das Kampfsystem ist diesmal aber wieder so wie ganz früher, denn es kommt das sogenannte „Active Time Battle“-System zur Geltung. Das bedeutet nichts Anderes, als dass sich im Kampf eine Zeitleiste nach einem eingegebenen Befehl auflädt. Je nach Talent dauert dies auch einmal etwas länger, so dass in diesem Zeitraum auch die Gegner dran sein können. Auch in diesem Punkt ist vieles sicher Ge-schmackssache, der Belohnung für ein schnelles Reagieren beziehungsweise eine schnelle Befehlseingabe stehen oft hektische Momente gegenüber. Zuviel Hektik entsteht in Final Fantasy aber (bis auf die wenigen ganz schweren Kämpfe) meistens nicht, denn dafür sind die meisten Feinde einfach nicht stark genug. Doch dazu später an anderer Stelle noch mehr...

Im Mittelpunkt steht jedenfalls die Verwandlung mit den Kostümsphäroiden. Stellt Euch vor, dass jede einzelne Kostümpalette aus mehreren Feldern wie zum Beispiel Jäger, Weißmagier, Krieger und Samurai besteht. Das Mädchen, welches gerade solch eine Palette trägt, kann sich in eben diese vier Charaktere verwandeln, zum Beispiel von einer Kriegerin zu einer Schwarzmagierin, wobei sich dann augenblicklich die individuellen Merkmale (Lebenspunkte, Schlagkraft, Magie, Verteidigung gegen physische und magische Angriffe sowie Spezialattacken) entsprechend ändern. Tritt dann eines der drei Mädchen besonders oft als Samurai-Kämpferin in Erscheinung, erlernt sie nach und nach spezielle Samurai-Fähigkeiten. Dies sieht dann nicht nur optisch sehr interessant aus, sondern bringt auch viele neuen taktischen Elemente in das Spiel, Langeweile kommt auf jeden Fall so schnell nicht auf, glaube ich...

STEUERUNG, PERSPEKTIVE, SCHWIERIGKEITSGRAD

Eigentlich schon immer war die Steuerung der Heldengruppe und das Zurechtfinden in den Menüs eine große Stärke aller Final-Fantasy-Teile und da macht auch Final Fantasy X 2 zum Glück keine Ausnahme. Schon nach sehr kurzer Zeit habt Ihr das nur auf den ersten Blick kompliziert erscheinende System hinsichtlich der Kostümsphäroiden inklusive der zahlreichen Verwandlungsmöglichkeiten verinnerlicht. Im Kampf selber gibt es, obwohl Ihr durch das „ATB“-System zeitlich immer etwas unter Druck seid, sicher auch keine Probleme, auch „Final-Fantasy-Unerfahrene“ kommen da sicher schnell zurecht. Solltet Ihr trotzdem einmal größere Probleme haben, hilft Euch das umfangreiche Optionsmenü sicher weiter. Auch mit der Perspektive und den Kameraeinstellungen gibt es keinerlei Probleme. Auch dies ist fast schon typisch für Final Fantasy. Bei der Weltkarte schaut Ihr von schräg oben aus einer sogenannten „isometrischen 2D-Perspektive“ und in den Kämpfen selber wird schnell und gekonnt in 3D umgeblendet. Zu keiner Zeit stehen Euch irgendwelche Texturen im Weg, Ihr habt immer freie Sicht auf das Spielgeschehen. Rasante Kamerafahrten dürft Ihr dann zusätzlich noch bei den beeindruckend in Szene gesetzten Verwandlungen und Spezialattacken erleben, allein diese solltet Ihr Euch wirklich einmal ansehen, selbst wenn Ihr dieser Art von Videospielen ansonsten nicht so wahnsinnig viel abgewinnen könnt...

Was mir dann aber leider überhaupt nicht gefiel, war der viel zu niedrige Schwierigkeitsgrad, in diesem Punkt wurde ich besonders enttäuscht. Was bringt es mir denn, alle möglichen Nebenstränge der Handlung zu verfolgen und die drei Mädchen durch viele erfolgreiche Kämpfe so stark zu machen, dass sie in mehreren Charakterklassen dann so gut sind, dass sie praktisch unschlagbar sind? Für die meisten Feinde, die sich in den Weg stellen, braucht Ihr überhaupt gar nicht erst eine weitere Verwandlung durchzuführen und schon gar nicht die jeweilige Spezialform eines der drei Mädchen anzunehmen, dafür sind die Gegner viel zu schwach. Nur in ganz wenigen Fällen lohnt sich das wirklich, in ungefähr 98% aller Fälle lassen sich die Gegner aber innerhalb von 20 bis maximal 30 Sekunden auch so erledigen. Das führt dann eben auch dazu, dass dieses Abenteuer, solltet Ihr Euch für die zahlreichen Minispiele und Nebenmissionen nicht besonders interessieren, viel zu schnell durchgespielt ist. Viel besser wäre es doch da gewesen, den Schwierigkeitsgrad so hoch zu machen, dass die durch die vielen Minispiele und Nebenaufgaben gewonnen Extragegenstände dann auch einen Sinn machen. So aber stellt Final Fantasy X 2 keine große Herausforderung dar, was ich natürlich überhaupt nicht schön finde...

GRAFIK

Jetzt hatte ich zumindest in diesem Punkt dann erwartet, dass die Grafik so toll ist, dass ich über andere Mängel wahrscheinlich noch hinwegsehen könnte. Dies ist zwar sicher der Fall, wenn ich an die tollen Kostümverwandlungen und die beeindruckende Präsentation beim Ausführen der Spezialfähigkeiten denke und auch die Animationen der drei Mädchen sind eigentlich das ganze Spiel über sehr sehenswert, doch was ist mit den Hintergründen? Da gibt es doch (für Final Fantasy eigentlich ungewohnte) Schwächen, denn zum Beispiel der Ort „Stille Ebene“, die „Donnersteppe“ oder der Berg „Gagazet“ sehen sehr langweilig aus und „Guadosalam“ sogar richtig hässlich. Zwar trösten da manche anderen Gegenden wie die Insel „Kilika“, die Stadt „Luca“ und insbesondere der glitzernde „Macalania-Wald“ etwas hinweg, doch bin ich somit, was die Grafik angeht, doch etwas hin- und hergerissen, ein „Super“ hinsichtlich des Gesamteindrucks, was ich schon öfter vorher gehört beziehungsweise gelesen habe, kann ich jedenfalls überhaupt nicht verstehen...

Schlimmer finde ich allerdings etwas ganz Anderes, nämlich die Tatsache, dass bei dieser europäischen Version immer noch dicke schwarze PAL-Balken zu „bestaunen“ sind. Zwar sind sie meinem Gefühl nach nicht mehr ganz so dick wie beim Vorgänger, aber akzeptieren kann ich das trotzdem überhaupt nicht. Und fast schon „normal“ ist es dann auch, dass wieder einmal ein Geschwindigkeitsverlust im Vergleich zur Originalversion festzustellen ist, das ist einfach ärgerlich und zeigt wieder einmal, welchen geringen Stellenwert der europäische Markt wohl immer noch hat. Außerdem sehen die Gesichter bei näherer Betrachtung, besonders Yuna, bei weitem noch nicht perfekt aus, immer noch empfand ich gerade Yunas Gesicht als zu breit und von der Mimik her fast schon leblos. Und das ist, glaube ich auf jeden Fall, nicht nur Geschmackssache...

MUSIK

In diesem Punkt gibt es wahrscheinlich sehr unterschiedliche Ansichten. Denn die Musikstücke sind völlig anders als bei den Vorgängern von Final Fantasy. Diesmal gibt es keine Melodien, die von einem Orchester stammen könnten oder sich dramatisch anhören würden, ganz im Gegenteil, alle Melodien gehören dem Bereich der Pop-Musik an gemischt mit Techno-Klängen. Natürlich ist dies Geschmackssache, mir gefiel dies aber weniger, da das meiner Meinung nach nicht besonders toll zu einem Fantasy-Rollenspiel passt. Die Begleitmelodien an sich hören sich zwar wirklich nicht schlecht an, aber die dadurch vermittelte Atmosphäre verhinderte immer wieder, dass ich so richtig in den Bann der Geschichte gezogen werden konnte. Dass der Musikstil hier sehr ungewohnt ist, soll ja erst einmal kein Nachteil sein, im Gegenteil, Kreativität ist hier sicher nicht falsch, aber dieses gewagte Experiment ging aus meiner Sicht total daneben. Im Gegensatz zu den meisten Vorgängern werde ich mir den Soundtrack zu Final Fantasy X 2 ganz sicher nicht kaufen...

MEIN FAZIT

Die Geschichte von Yuna, die glaubt, ihren geliebten Tidus in einem Video eines Sphäroiden erkennen zu können und sich daraufhin sofort auf die Suche nach ihm macht, ist eigentlich eine gute Idee. Zum allerersten Mal gibt es somit eine richtige Fortsetzung zu einem Final-Fantasy-Teil. Dass Vorkenntnisse zwar hilfreich aber nicht unbedingt nötig sind, sorgt für eine große Zielgruppe, denke ich. Dass dieses Mal allerdings nur drei Hauptfiguren zur Verfügung stehen und dann auch noch einseitig nur drei Mädchen, hat mir überhaupt nicht gefallen...

Der Spielumfang ist mir außerdem viel zu kurz geraten, zumal ich an den meisten angebotenen Minispielen gar kein Interesse hatte. Dass es zahlreiche Nebenmissionen gibt, hat mir sehr gut gefallen, doch war ich im Nachhinein dann doch enttäuscht, als ich merkte, dass diese Nebenaufgaben überhaupt keinen Einfluss auf den Spielverlauf haben und somit dann eben doch wieder nur ein linearer Spielverlauf vorzufinden ist. Darüber wollten die Entwickler von Square wohl nur hinwegtäuschen, ein kläglicher Versuch, wie ich finde. Das Kampfsystem fand ich hingegen gut, damit meine ich sowohl das „ATB“-System als auch den Verzicht auf Waffen oder Rüstungen. Dass die Auswahl der Kostüme entscheidend ist und dabei auch noch sehr viele unterschiedliche Möglichkeiten vorhanden sind, hat mir gut gefallen. Das Erlernen unzähliger Spezialfähigkeiten für die drei Heldinnen steht klar im Vordergrund und löst tatsächlich (vor allem durch die tolle Präsentation) einen Suchtfaktor aus...

Grafisch dachte ich zunächst, dass dieser Teil sogar noch ein bisschen besser aussehen würde als der sowieso schon sehr schöne zehnte Teil. Die Verwandlungen in die grundverschiedenen Charakterklassen und die Animationen der drei Mädchen sehen wirklich beeindruckend schön aus. Dass aber manche Gegenden langweilig aussehen, dies bei gut einem Drittel der Hintergrundgrafiken der Fall ist, kann ich irgendwie nicht verstehen. Von wunderschönen Landschaften mit beeindruckenden Lichteffekten bis hin zur superhässlichen Umgebung, für die sich sogar ein Videospiel für die alte Playstation schämen müsste, ist eigentlich alles dabei...

Was mich dann aber ganz besonders störte, waren die oft kindischen Dialoge, die Begleitmusik, die nicht zu einem Fantasy-Abenteuer passt und der viel zu niedrige Schwierigkeitsgrad. Dass dann der Hauptstrang der Geschichte allerhöchstens 20 Stunden beansprucht, ist dann eigentlich ja fast schon unverschämt, finde ich. Insofern kann Final Fantasy X 2 überhaupt nicht mit seinem Vorgänger und auch den Teilen für die alte Playstation mithalten, sehenswert ist es aber in großen Teilen trotzdem, so dass Fans dann eben doch wieder einmal einfach zugreifen müssen. Unentschlossenen rate ich aber unbedingt dazu, sich dieses Rollenspiel erst einmal für einen Tag auszuleihen, um sich ein genaues Bild machen zu können...


Obscure
Obscure
Wird angeboten von Medien-Versand
Preis: EUR 46,58

24 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen High-School-Horror, 21. November 2006
Rezension bezieht sich auf: Obscure (Videospiel)
Lange habe ich mit mir gerungen, über was ich nach meiner längeren Pause denn nun schreiben soll und Ihr werdet es kaum glauben, ich habe mich für ein Videospiel entschieden. Ausgesucht habe ich mir einen Titel aus unserer Playstation2-Sammlung, der Name des Videospiels lautet „Obscure“ und es gehört meiner Ansicht nach zum Genre der Actionadventure. Der Schwerpunkt liegt bei diesem Abenteuer ganz eindeutig auf einer Horror-Atmosphäre, Ihr sollt bei diesem Spiel in ein gruseliges Ambiente eintauchen, in welchem Euch mehr als nur einmal ein Schauer über den Rücken laufen soll. Ohne gleich am Anfang zuviel vorwegnehmen zu wollen, kann ich Euch versichern, dass dies tatsächlich öfters der Fall sein dürfte, mir erging es jedenfalls so, die nahe Verwandtschaft mit „Silent Hill“ ist schon nach ziemlich kurzer Zeit unübersehbar. Für mich stellt „Obscure“ ein durchaus interessantes und auf jeden Fall erwähnenswertes Videospiel dar, als einen echten Hit möchte ich es allerdings zumindest nicht ganz bezeichnen und dies aus mehreren Gründen...

VERSIONEN, PREIS

Soweit ich weiß, gab es zu diesem Videospiel keine direkten Vorgänger, mir ist zumindest in der Vergangenheit keines auf irgendeinem System in Erinnerung geblieben, insofern möchte ich schon von einer Art „Premiere“ reden. Allerdings muss ich ganz deutlich sagen, dass die Spielidee ganz sicher nicht neu ist und einige Dinge erinnern stark an Videospielhits aus der Vergangenheit, so zum Beispiel das schon erwähnte „Silent Hill“ oder auch „Resident Evil“. Wer ein großer Fan jener Spiele ist, sollte sich „Obscure“ auf jeden Fall ganz genau anschauen, ich bin mir ziemlich sicher, dass dieses Horror-Adventure für solche von großem Interesse ist. Jedenfalls ist „Obscure“ irgendwann im Sommer 2004 erschienen und zwar sowohl für die Playstation 2 als auch für Microsofts Spielkonsole, nämlich die X-Box. Gekauft habe ich dieses Spiel vor wenigen Monaten, im Spätherbst, es hat mich 25€ gekostet und mittlerweile habt Ihr bestimmt auch mit nur 20€ Glück, was ich doch ziemlich günstig finde, da „Obscure“ ja nun wirklich nicht schon ewig auf dem Markt ist. Zudem handelt es sich um eine lupenreine deutsche Pal-Version, was bedeutet, dass Ihr ohne langes Drumherum oder eventuelle Umbauten die DVD einfach in Eure Playstation 2 einlegen könnt. Die Umsetzung vom Original auf unsere europäische Norm ist überraschend gut gelungen, das ist ja auch heute immer noch keine Selbstverständlichkeit, Ihr müsst weder dicke schwarze Balken am oberen und unteren Bildschirmrand betrachten noch sind mir irgendwelche Einbußen im Hinblick auf die Spielgeschwindigkeit aufgefallen. Sehr erfreulich ist auch, dass wir es hier sowohl mit deutschen Bildschirmtexten als auch mit einer deutschen Sprachausgabe zu tun haben, somit kann ich zumindest in diesem Punkt überhaupt nichts zu meckern finden, sehr schön.

GESCHICHTE

Nun komme ich aber auch endlich zur eigentlichen Handlung dieses Spiels, worum geht es also in diesem Horror-Action-Adventure? Schauplatz der Geschichte ist zunächst eine amerikanische Highschool, wobei in den letzten Jahren auf dem Schulgelände immer öfter sehr merkwürdige Dinge passieren. Im Mittelpunkt der Geschichte an der Leafmore High stehen fünf junge Helden und zwar handelt es sich hierbei um die Schüler Shannon, Ashley, Josh, Stan und Kenny. Schon seit Monaten merkten die Schüler, dass irgendetwas an ihrer Schule nicht mit rechten Dingen zugeht, doch so richtig erklären konnten sie sich das Ganze bislang nicht. Eines Tages verschwindet allerdings urplötzlich der Basketball-Jungstar Kenny, dessen Rolle wir kurz im Intro übernahmen und mit dem wir uns mit den ersten Steuerungselementen vertraut machten. Spätestens jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an welchem den mysteriösen Umständen unbedingt auf den Grund gegangen werden muss, schließlich ist Kenny der Bruder von Shannon und der Freund von Ashley. Als die kleine Schülergruppe am Tage kurz nach Schulschluss auch noch unglücklicherweise vom Hausmeister eingesperrt wird, bleibt ihr gar nichts anderes übrig, als den Geheimnissen auf die Spur zu kommen, sie machen sich unverzüglich auf eine spannende Erkundungstour durch das riesige Schulgelände. Noch mysteriöser wird das Ganze, als auf einer Wand einer Toilette etwas von außerirdischen Monstern geschrieben steht, welche allerdings mit Menschen zu kooperieren scheinen. Unsere Helden erwartet jedenfalls eine hochdramatische Nacht, das Gruselabenteuer kann nun also endgültig beginnen, wobei Vergleiche mit den bekannten Teenie-Horror-Kinofilmen wie „Scary Movie“ oder „Scream“ meiner Meinung nach durchaus angebracht sind bzw. das Szenario ganz bewusst so gewählt wurde...

Kurz noch ein paar Worte zu den einzelnen Hauptfiguren an sich: Kenny ist, wie schon erwähnt, ein Star an seiner Schule, er hat ein großes Talent, was das Basketballspielen angeht, verfügt in erster Linie über eine gesunde Physis, als Albert Einstein würde ich ihn hingegen nicht unbedingt bezeichnen. Shannon ist seine Schwester, wirkt immer supergestylt und scheint ein auffällig intelligentes Mädchen zu sein. Ashley spielt die Rolle einer attraktiven jungen Frau, die „selbstverständlich“ auch modelt und insofern „super“ zu Kenny passt, ein paar Klischees müssen eben auch sein. Dann haben wir noch den manchmal etwas nervigen Josh, der als engagierter Schulzeitungsredakteur tätig ist und chronisch neugierig ist, dafür aber auch über eine gute Spürnase verfügt. Und schließlich gibt es auch noch Stanley oder auch Stan genannt, den hätte ich fast noch vergessen. Er verfügt zweifellos über kriminelle Energie, ist Drogen nicht abgeneigt und so eine Art Spaßvogel denke ich, jedenfalls ist das Knacken von Schlössern für ihn selten ein Problem. Schon nach kurzer Zeit werden die Nerven dieser Schülergruppe aufs Äußerste strapaziert, denn es wird von nun an sehr häufig die unangenehme Bekanntschaft mit ekligen Monstern in einer typischen dunklen und dreckigen Spielatmosphäre gemacht, wobei die individuellen Fähigkeiten jeder einzelnen eben erwähnten Spielfigur durchaus Sinn machen, doch dazu erzähle ich Euch später an anderer Stelle mehr...

SPIELVERLAUF, SPIELDAUER

Zur Verfügung stehen uns nunmehr nur noch Shannon, Ashley und Josh, der erste Treffpunkt der verständlicherweise stark irritierten Schüler ist die Kantine, in welcher wir nun eingreifen und uns zunächst einmal für zwei Spielfiguren entscheiden müssen. Sehr interessant und ganz sicher auch eine Stärke dieses Spiels ist nämlich der Kooperationsmodus, was bedeutet, dass wir zu keinem Zeitpunkt mit einer Figur ganz alleine unterwegs sind, stets folgt und der zweite andere Charakter, welchen wir ja ebenfalls ausgewählt haben. Zusätzlich könnt Ihr dem zweiten Charakter bestimmte Kommandos erteilen, so zum Beispiel, dass dieser warten bzw. etwas zurückbleiben oder uns in besonders heiklen Situationen automatisch zu Hilfe eilen soll. Interessant ist dabei nicht nur, dass wir auf Wunsch beliebig oft zwischen den beiden ausgewählten Charakteren hin- und herwechseln können, sondern zudem jederzeit auch ein zweiter menschlicher Mitspieler miteinsteigen kann, um selber die Rolle der Hauptperson übernehmen zu können, dieser muss nämlich nur die Start-Taste eines zweiten Controllers drücken und schon ist er bzw. schon ist sie mit von der Partie. Das ist natürlich große Klasse, so fand ich es zumindest und ist ganz klar als Pluspunkt, was den Spielverlauf angeht, zu werten.

Das riesige Schulgelände ist ziemlich übersichtlich aufgeteilt, es gibt die Abschnitte Kantine, Krankenstation, Bibliothek, Klassenzimmer, Sporthalle, Wohnheim und Theater, ich hoffe, ich habe jetzt keine Stelle ausgelassen. Natürlich habt Ihr zu Beginn des Abenteuers zu den meisten Orten noch keinen Zugang, diese Gebiete müsst Ihr Euch erst freispielen. Dafür ist erforderlich, dass Ihr einen entsprechenden Schlüssel ausfindig macht, wobei Ihr im weiteren Verlauf des Spiels öfter einmal wieder an alte Orte zurückkehren müsst, denn manchmal habt Ihr sehr interessante neue Informationen erhalten, die das erforderlich machen und außerdem kommt dadurch nach und nach Licht ins Dunkel, was die mysteriösen Umstände bzw. zu lüftenden Geheimnisse angeht. Auf unseren Erkundungstouren treffen wir dann zwangsläufig auf viele Monster, die zumeist ein sehr zombieartiges Aussehen haben. Doch nicht nur das Eliminieren dieser Feinde spielt eine Rolle in „Obscure“ sondern insbesondere auch das Entdecken wichtiger Briefe, Tagebucheinträge oder Videobänder, die uns in der Geschichte weiter voranbringen. Des Weiteren finden wir merkwürdige Käfige und Hinweise, welche sich mit dem verschollenen Zwillingsbruder des Direktors befassen und außerdem auf sehr obskure Experimente schließen lassen, hier wird im Übrigen wohl der Grund für den Titel dieses Spiels liegen, denke ich.

Damit es auf die Dauer auch nicht allzu langweilig wird, lockern einige eingespielte Zwischensequenzen den Spielverlauf etwas auf und sorgen durch die durchaus gelungene Präsentation auch für die entsprechend gruselige Spielatmosphäre. Rätsel gibt es natürlich auch, solche gehören in einem Actionadventure ja praktisch zur Grundausstattung, doch besonders viele Kopfschmerzen werden Euch diese leider nicht bereiten. Egal ob Ihr Euch selber als Einsteiger, Fortgeschrittener oder Profi betrachtet, einen besonderen Tiefgang haben die uns gestellten Aufgaben ganz sicher nicht, zudem wiederholen sich diese „Missionen“ dann im weiteren Verlauf auch noch, was ich etwas schade fand. Zumeist handelt es sich nämlich um Aufgaben wie „findet den Schlüssel zum nächsten Gebiet“ oder „entziffert den Code für ein Schloss“ oder Ähnliches. Hier ist uns Shannon stets eine echte Hilfe, solltet Ihr wirklich einmal der Verzweiflung nahe sein und wirklich nicht mehr weiterkommen, denn dieses kluge Mädchen hat eigentlich immer gute Ideen, ziemlich schnell, ja eigentlich zu schnell, seid Ihr dann jeweils am Ziel. Zwar gibt es daher keine frustrierenden Passagen, an denen man ewig festhängt, aber so einfach sollte uns das Lösen dieser „Rätsel“ dann doch eigentlich nicht gemacht werden, das finde ich jedenfalls.

Was ich hingegen sehr angenehm fand, war das Vorhandensein der Karte, welche dafür sorgt, dass wir uns eigentlich nie verlaufen dürften und uns nicht irgendwo ewig verfransen beziehungsweise völlig orientierungslos über das Schulgelände laufen. In dieser übersichtlichen Karte wird alles Wesentliche eingezeichnet, so zum Beispiel der Standort, wo wir uns also gerade aufhalten, der Zielort und die bislang verschlossenen Türen, die mit einem „X“ gekennzeichnet sind. Etwas ungewöhnlich aber dadurch nicht unbedingt schlecht ist die Tatsache, dass Ihr Euch immer das Portrait in der entsprechenden Schülerakte anschauen müsst, um zu erfahren wie es denn genau mit dem Gesundheitszustand der jeweiligen Spielfigur aussieht. Je nachdem wie blutverschmiert die Akte aussieht lässt sich „erahnen“ wie nahe der Charakter dem Tode ist. Jede Figur verfügt außerdem über Spezialtalente, so hält uns beispielsweise Josh stets auf dem laufenden, ob in einem Raum noch etwas Wichtiges vorhanden ist, Stanley knackt „brav“ seine Schlösser und Ashley und Shannon haben oft wertvolle Tipps parat und verfügen sogar über individuelle Angriffsmanöver.

Auch die Speicherfunktion ist hier in „Obscure“ etwas ungewöhnlich, denn es gibt in dieser Hinsicht keine festen Standorte sondern Ihr könnt überall und jederzeit speichern, vorausgesetzt Ihr verfügt über einen entsprechenden Vorrat an CDs, welche Ihr fleißig auf den Erkundungen zwischendurch aufsammeln solltet. Selbstverständlich müsst Ihr Euch auch nicht mit bloßer Hand gegen die Monster zur Wehr setzen, Ihr sammelt während des Abenteuers außerdem natürlich auch zahlreiche Gegenstände, darunter natürlich auch Waffen ein. Baseballschläger oder Eisenstangen lassen sich dabei sehr gut als Schlaginstrument gebrauchen, doch auch Schusswaffen werdet Ihr in Euren Besitz nehmen. Dabei gibt es sogar die Möglichkeit, bestimmte Gegenstände miteinander zu verbinden, so zum Beispiel die Taschenlampe mit einem Klebeband an die Pistole, einen Revolver oder an eine „gute alte“ Schrotflinte zu binden, was auf jeden Fall Sinn macht, denn mehr als einen Gegenstand könnt Ihr nicht gleichzeitig bedienen. Denn leuchtet Ihr ohne Waffe im Dunkeln oder andersherum schießt Ihr ohne Licht einfach in die Dunkelheit hinein, ist das natürlich weitaus weniger effektiv. Denn nach etwas 2 Stunden Spielzeit wird es dunkel an der Leafmore High, die Nacht bricht herein...

Einen ganz großen Negativpunkt muss ich nun aber leider doch erwähnen, so hochinteressant sich das Spielgeschehen auch anhören mag. Der Spielumfang ist fast schon unverschämt gering, ja im Grunde eine echte Dreistigkeit. Zumindest was den damaligen Kaufpreis von circa 60€ angeht, kann ich wirklich nur von einem extrem miserablen Preisleistungsverhältnis sprechen. Denn in weniger als zehn Stunden seid Ihr ganz sicher durch mit diesem Spiel, was eigentlich überhaupt nicht wahr sein kann, aber leider tatsächlich so der Fall ist. Da ist es meiner Meinung nach auch nur ein sehr schwacher Trost, dass Ihr nach dem erstmaligen Durchspielen Extrawaffen, Bonuskostüme für das erneute Angehen dieses Abenteuers sowie nettgemeinte Zusatzvideos zur Musik und dem Making Of dieses Videospiels bekommt, meiner Ansicht nach ist das einfach nur schwach, da kann und will ich auch überhaupt nichts beschönigen. Allein dieser Punkt wiegt derart schwer, dass eine deutliche Abwertung dieses Videospiels unbedingt erfolgen muss, leider...

SCHWIERIGKEITSGRAD, STEUERUNG, PERSPEKTIVE

Zum Schwierigkeitsgrad gibt es nicht allzu viel zu sagen, denn es stehen uns drei verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, die wie so üblich in „leicht“, „normal“ und „schwer“ unterteilt sind, für jeden von Euch ist also etwas dabei, ich jedenfalls entschied mich für „normal“ wie es wohl auch die Meisten von Euch zunächst einmal tun werden. Da die Rätsel wie schon angesprochen nicht besonders fordernd sind und sich auch die Monster nicht als superintelligent erweisen, sollten auch ruhig Anfänger den mittleren Schwierigkeitsgrad anwählen oder von mir aus auch nicht, denn angesichts der von mir eben erwähnten unverschämt kurzen Spielzeit können zumindest Fans dieses Spiels sicherlich alle drei Schwierigkeitsgrade hintereinander durchspielen, dann, aber auch nur dann stimmt es halbwegs mit der Spieldauer.

Was die Steuerung angeht, so ist diese zum Glück sehr gut gelungen, hier wurde wirklich ganze Arbeit geleistet. Mit dem linken Analogstick steuert Ihr die Spielfigur beziehungsweise lauft Ihr mit dieser durch die Gegend und mit dem rechten Stick justiert Ihr Eure Waffe oder die Taschenlampe oder am Besten beide Sachen auf einmal. Darüberhinaus lässt sich die Laufgeschwindigkeit der Figur beeinflussen, das Licht der Taschenlampe lässt sich sogar kurzzeitig verstärken und auch das Anvisieren der Monster dürfte Euch schon nach sehr kurzer Zeit in Fleisch und Blut übergegangen sein, hier sehe ich also überhaupt keine Probleme.

Die Kameraperspektive ist gerade bei solchen Spielen öfter für mich ein echtes Problem gewesen, oft verlor ich phasenweise den Überblick oder mir wurde geradezu schwindlig, doch erfreulicherweise passiert das hier bei „Obscure“ ziemlich selten. Das liegt in erster Linie daran, dass die Kamera fest an einer Person „montiert“ ist, was bedeutet, dass die Kamera praktisch immer an einer der beiden Akteure festgemacht ist. Probleme entstehen dabei eigentlich nicht, denn da ja nie ein einzelner Charakter alleine in den nächsten Raum gehen kann und somit zu zweit immer ein Zimmer nach dem anderen erforscht wird, bleibt Ihr in perspektivischer Hinsicht immer voll auf der Höhe, schließlich könnt Ihr immer zwischen den beiden Helden hin- und herschalten oder der zweite Charakter wird einfach beim Betreten des nächsten Raumes durch die erste Figur quasi „hinzugebeamt“. Das hört sich jetzt vielleicht etwas kompliziert an, ist es aber nicht. Bemerkenswert und in meinen Augen auch besonders wichtig ist das Anvisieren der Zombies mit der R1-Taste, wobei Ihr dann zusätzlich mit der Kreistaste auch noch zwischen den einzelnen Feinden hin- und herwechseln könnt. Somit entsteht nur äußerst selten ein unübersichtliches Chaos, selten bricht Hektik aus, was dem Spielverlauf natürlich gut tut...

GRAFIK

Zwar reißt mich die optische Aufmachung von „Obscure“ jetzt nicht unbedingt vom Hocker, gut ist sie aber trotzdem, Herausragendes wird uns allerdings nicht geboten, das muss ich ehrlich zugeben. Erst einmal positiv ist es, dass die Pal-Anpassung sehr gut gelungen ist, somit gibt es keine blöden schwarzen Balken am Bildschirm und auch das Spieltempo ist richtig flott, die Grafik bleibt fast immer flüssig, nur ganz selten ruckelt es einmal, dann aber doch störend, speziell wenn sich viele „Gestalten“ auf einmal auf dem Bildschirm tummeln. Das Szenario soll natürlich besonders düster und eklig wirken, dementsprechend fallen auch die Farbtöne aus, wobei die Hintergründe ruhig etwas detailreicher hätten ausfallen können, auch die Monster sehen nicht immer danach aus, als müssten sie einen Grafik-Oscar bekommen, zwar sind sie nicht extrem pixelig gezeichnet, doch mir überwiegend doch deutlich zu grob animiert. Gefallen haben mir hingegen die Animationen unserer Helden, diese sind ebenso gut gelungen wie manch wirklich gut in Szene gesetzte Spezialeffekte wie zum Beispiel teilweise die Lichtstrahlen in den Räumen oder Spiegelungen auf den Böden. Alles in allem möchte ich von einer soliden guten Grafik sprechen, aber keinesfalls mehr.

MUSIK

Die musikalische Untermalung schätze ich, was ihre Qualität angeht, ähnlich ein wie die Grafik, sie ist gut, passt eigentlich immer zur jeweiligen Spielsituation, kann mich aber nicht restlos begeistern. Natürlich dominieren hier gruselige Horror-Klänge, das war ja auch nicht anders zu erwarten gewesen, einige Begleitmelodien klingen wirklich „schön schräg“ und irgendwie auf eine unheimliche Weise verzerrt und genau das war ja auch Sinn der Sache. Kennern wird der Name „ProLogic2“ sicherlich etwas sagen, mir allerdings weniger, jedenfalls ist eine solche Unterstützung möglich, was eine noch höhere Qualität des Sounds garantieren soll. Sehr schöne Chorgesänge, die teilweise wirklich unter die Haut gehen, sind mir gut in Erinnerung geblieben, mindestens genauso gut fand ich allerdings die Soundeffekte wie zum Beispiel die Geräusche herunterfallender Kisten oder ein deutlich hörbares gequältes Stöhnen und Röcheln. Wie schon erwähnt, gibt es hier in „Obscure“ auch eine deutsche Synchronisation, tatsächlich ist die deutsche Sprachausgabe gut gelungen, die Stimmen der Synchronsprecher sind meiner Meinung nach gut gewählt und nur ganz selten wirkt die Übersetzung etwas merkwürdig.

MEIN FAZIT

Wer bis hierhin wirklich durchgehalten haben sollte, dem ist klar, dass mein Gesamtfazit nur positiv ausfallen kann, denn trotz einiger weniger Negativpunkte überwiegen die positiven Elemente ganz eindeutig. Natürlich sind einige Spielelemente von Kinofilmen und älteren Videospielen geklaut worden, aber das stört mich weniger, denn wahnsinnig neue Spielideen erwarte ich bei einem Horror-Adventure eigentlich auch gar nicht. Die Gruselatmosphäre hat auf jeden Fall ihren Reiz und die Heldengruppe wirkt im Großen und Ganzen doch sympathisch, was ja auch nicht gerade unwichtig ist. Die Optik ist gut gelungen, sie ist zwar nicht sonderlich spektakulär aber noch völlig okay, ebenso haben mir einige Hintergrundmelodien und ganz besonders vereinzelte Soundeffekte gut gefallen. Abgesehen von ein paar Momenten, in denen die Grafik etwas zu kämpfen hat und auch die Kamera nicht immer voll auf der Höhe ist, geht das Ganze doch relativ reibungslos über die Bühne. Besonders hervorzuheben ist die sehr interessante Geschichte, auch wenn diese hier in „Obscure“ sicherlich nicht völlig neu erfunden wurde, das war mir egal. Etwas negativer ist es dann schon vielmehr, dass die Handlung an sich doch sehr vorhersehbar entwickelt, große Überraschungen oder plötzliche Wendungen in der Geschichte sind absolute Mangelware. Das Schlimmste an diesem Videospiel für die Sony Playstation 2 ist aber auf jeden Fall die katastrophal kurze Spieldauer, über die auch die Bonusgegenstände am Ende des Spiels ganz sicher nicht hinwegtrösten können. Nur absolute Fans solcher Spiele werden dieses Spiel mit den dann erhaltenen neuen Kostümen und Extrawaffen noch einmal angehen, ein zweites Durchspielen kann ich Euch aber durchaus empfehlen, das war es dann aber auch, leider. Von größerer Bedeutung ist es da, dass der Preis mittlerweile doch angenehm niedrig ist, ansonsten hätte ich in meiner Gesamtbewertung wahrscheinlich noch mehr „nach unten“ gehen müssen. Weitere Pluspunkte hat dieses Videospiel aber natürlich auch noch vorzuweisen, denn „immerhin“ fand ich den Kooperationsmodus sehr interessant und die Spielatmosphäre zog mich zweifellos schon sehr schnell in ihren Bann, das will ich auch auf gar keinen Fall leugnen. Schließlich ist es dann so wie bei vielen bemerkenswerten Videospielen, ein bisschen mehr hiervon und an anderer Stelle noch ein bisschen mehr davon und es hätte sich um einen Riesen-Hit gehandelt, so aber kann ich dieses Horrorabenteuerspiel zwar ganz klar empfehlen und es eindeutig als „gut“ einschätzen, zu mehr hat es dann aber leider doch nicht gereicht.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 23, 2013 7:18 PM MEST


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