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Oliver Völckers (Berlin, Deutschland)
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Mikrocontroller - Der Leitfaden für Maker: Schaltungstechnik und Programmierung für Raspberry, Arduino & Co. (c't Hardware Hacks Edition)
Mikrocontroller - Der Leitfaden für Maker: Schaltungstechnik und Programmierung für Raspberry, Arduino & Co. (c't Hardware Hacks Edition)
von Klaus Dembowski
  Broschiert
Preis: EUR 29,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Super Knowhow, 23. Juni 2014
Der Autor Klaus Dembowski hat jahrelange Erfahrung nicht nur mit der Programmierung, sondern auch mit dem Einsatz von Mikrocontrollern und als Autor, das merkt man. Er hat einen guten Überblick über Architekturen von Chips und Funktechniken und kann sein Wissen auch kommunizieren.

Während die meisten Kapitel sorgfältig und kompetent geschrieben sind, sind einige Stellen schwach. Im ersten Kapitel „Grundlagen“ sind die Definitionen einiger Grundbegriffe missglückt. Die Erläuterungen von CISC vs. RISC verwirren, und die Unterscheidung zwischen Mikrocontroller und Mikroprozessor wird nicht deutlich.

Bei einem Mikrocontroller sind Speichermenge und Ausstattung festgelegt; es läuft nur ein einziges Programm, das aber frei festlegbar ist. Ein Mikroprozessor als Bestandteil eines Mikrocomputers kann mit unterschiedlichem Speicher und variabler Peripherie ausgestattet sein, die über ein Betriebssystem verwaltet werden; zahlreiche Anwendungen können parallel laufen. Ein PIC, ein TI 2530 oder ein Atmel-Arduino sind Mikrocontroller. Ein Raspberry Pi mit Linux ist dagegen ein Mikrocomputer und passt daher nicht in dieses Buch. Wegen der Nähe zur Messtechnik geht der Autor trotzdem ausführlich auf den Raspberry Pi ein, das ist zwar unnötig, aber die Leser können weiterblättern.

Ärgerlich sind einige kleinere Schreibfehler und inhaltliche Irrtümer: Anders als im Buch beschrieben kann der aktuelle Raspberry Pi durchaus über einen HDMI-DVI-Adapter an übliche DVI-Monitore angeschlossen werden. Ein Arduino Uno kann sehr wohl mit dem Strom aus einem USB-Anschluss versorgt werden. Den Arduino Tre gibt es noch gar nicht. Die Software „Code Composer Studio“ von Texas Instruments ist nicht kostenlos, es gibt nur eine sehr limitierte Sparfassung gratis.

Der Großteil des Buchs ist absolut lehrreich, die weniger interessanten Abschnitte kann man überspringen. Die Gegenüberstellung verschiedener Controller-Architekturen ist ebenso hervorragend wie der Vergleich und Erklärung verschiedener Funktechniken. Wer das Buch gelesen hat, kann Fragen wie die folgenden beantworten, die sich nicht mit einer einfachen Internet-Suche klären lassen:
- Warum können sich moderne Mikrocontroller-Architekturen wie Atmel AVR oder TI MSP430 nur schwer gegenüber alten 8051 und PIC-Prozessoren durchsetzen?
- Was ist der Unterschied zwischen der Harvard- und von-Neumann-Architektur?
- Warum ist RAM bei einem einfachen Mikrocontroller kostbar?
- Wovon hängt der Stromverbrauch eines Mikrocontroller-Systems ab?
- Was sind die Vor- und Nachteile von Bluetooth, Bluetooth LE, WiFi, Ant und Zigbee?

Im Gegensatz zum soliden, aber ziemlich trockenen Lehrbuch Mikroprozessortechnik von Klaus Wüst ist dieses Buch absolut praxisorientiert. Wer einen Überblick und Einschätzungen braucht und Ergebnisse produzieren will, ist deshalb hier richtig. Andere Bücher, auch auf englisch, sind entweder rein akademisch oder beschränken sich auf eine einzige Mikrocontroller-Architektur. Fünf Sterne sind daher angebracht.


Die Macht der Gewohnheit: Warum wir tun, was wir tun
Die Macht der Gewohnheit: Warum wir tun, was wir tun
Preis: EUR 8,49

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gewohnheiten und wie wir sie ändern können, 17. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der Autor Charles Duhigg ist Journalist bei der New York Times und fasst in diesem Buch aktuelle psychologische Erkenntnisse zusammen. Wie bei solchen amerikanischen Selbsthilfebüchern üblich, ist es spannend geschrieben und überfordert nicht intellektuell. Durch die ungewöhnliche Fragestellung gelingt es dem Autor, durchaus neue Ideen zu vermitteln, auch wenn manche Beispiele bereits von anderen Autoren bekannt sind. (Etwa die minderjährige Kundin des Supermarkts Target, bei denen der Computer von Target die Schwangerschaft früher erkannte als der Vater der Jugendlichen).

Das Buch ist in drei Teile gegliedert:
die Gewohnheiten von Individuen
…von Organisationen
…von Gesellschaften

Dabei werden kunterbunt Beispiele aus der US-Army, der Bürgerrechtsbewegung, Starbucks und Kirchen mit der Botschaft verrührt. Die Beispiele aus dem US-amerikanischen Sport dürften für die meisten Leser in Deutschland unverständlich sein.

Die Botschaft des Autors lautet, wir könnten unsere eigenen Gewohnheiten formen. Etwa, indem wir uns eine gesündere Lebensweise antrainieren, oder eine bestimmte Reaktion bei Provokationen oder im Sport üben. Dafür gibt er genaue Anleitungen, die einen überzeugenden Eindruck machen.

Lesenswert.


Panasonic HC-V727EG-K Camcorder mit Mikrofon (7,6 cm (3 Zoll) LCD-Display MOS-Sensor, 20,4 Megapixel Foto Auflösung , Full HD, 21-fach opt. Zoom, USB 2.0) schwarz
Panasonic HC-V727EG-K Camcorder mit Mikrofon (7,6 cm (3 Zoll) LCD-Display MOS-Sensor, 20,4 Megapixel Foto Auflösung , Full HD, 21-fach opt. Zoom, USB 2.0) schwarz
Wird angeboten von die TECHNIK-PROFIS
Preis: EUR 409,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gut, aber nicht gut genug, 17. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Stärken:
+ gute Bildstabilisierung, ermöglicht ruhige Teleaufnahmen
+ stabiles und zweckmäßiges Gehäuse
+ Steckverbinder und Bedienelemente gut erreichbar
+ auch über USB-Kabel aufladbar
+ automatische Objektivabdeckung
+ Mikrofoneingang und aufsteckbarer Blitzschuh
+ Fernbedienung über WiFi mit iPhone-App funkt gut
+ tolles Zoomobjektiv
+ Kabel im Lieferumfang
+ Made in Japan, entsprechende Qualität

Schwächen:
- kein Kopfhöreranschluss (wäre wichtig zur Tonkontrolle)
- eher kurze Akkubetriebszeit von ca 1h Aufnahme
- LCD-Monitor mit eher niedriger Auflösung
- Fotofunktion nur auf Smartphone-Niveau
- Nachtmodus bringt nichts bei Dämmerung
- Weißabgleich manchmal langsam

Nachteile wie bei ähnlichen vergleichbaren Camcordern:
- Umständliche Menüstruktur
- Touchscreen reagiert jeweils nur mit kurzer Verzögerung
- Unzählige Schnickschnack-Funktionen wie Gesichtserkennung
- Autofokus kann verwirrt werden (z.B. Zaun, kleines Motiv vor fernem Hintergrund)
- Funktionen zum Nachbearbeiten, Kürzen oder Löschen vorhandener Aufnahmen sind kaum brauchbar

Der Camcorder verwendet das übliche AVCHD-Format. Er bietet neben einer Aufnahme in Maximalqualität mit 50 vollen Bildern pro Sekunde (50p) noch vier weitere Qualitäten mit 50 Halbbildern (interlaced, 50i), die kryptisch mit PH, HA, HG und HE bezeichnet werden. Wer soll sich das merken? Außerdem gibt es noch das iFrame-Format mit einem Viertel der Auflösung und halber Bildrate 960x540, 25p. Dies soll laut Handbuch für Macintosh-Computer besonders geeignet sein. Doch diese Angabe ist veraltet; seit Jahren kann die von Apple gelieferte Software iMovie auch direkt mit AVCHD umgehen. iFrame auf diesem Camcorder verschwendet Speicherplatz bei deutlich sichtbar niedrigerer Auflösung, siehe diese Übersicht:

50p: AVCHD 1920x1080, 210MB/min
50i: AVCHD 1920x1080, PH 190 MB/min, HA 133 MB/min, HG 100 MB/min, HE 44 MB/min
25p: iFrame 960x540, 210MB/min
Zum Vergleich: iPhone 5, 5c, 5s zeichnen Video auf mit 30p, 1920x1080, 100 MB/min

Im direkten Vergleich mit einem iPhone 5 (ohne s) hat es mich verblüfft, dass das winzige iPhone HD-Videoaufnahmen macht, die sich vom Camcorder kaum unterscheiden lassen. (Wer das nicht glaubt, schaue sich selber Beispielfilme an.) Fotos und Weißabgleich finde ich vom iPhone besser, Ton und Autofokus sind subjektiv etwa gleich; Aufnahmen bei Dämmerung erstaunlicherweise auch. Die Stabilisierung ist beim Camcorder besser und der Zoom ist natürlich dramatisch besser mit dem großen Objektiv. Aber der Vorteil des Camcorders ist längst nicht so groß wie es der Preis und die Gehäusegröße vermuten lassen könnten.

Fazit: Ein solider und hochwertiger Camcorder, aber auch nicht mehr.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 1, 2014 12:32 PM MEST


Bosch MFQ4030 Handrührer Styline / 500 Watt
Bosch MFQ4030 Handrührer Styline / 500 Watt
Preis: EUR 46,35

1.0 von 5 Sternen Nach drei Jahren kaputt, 11. Juni 2014
Das Gerät sieht gut aus, fühlt sich gut an und lief auch einwandfrei. Bis es von einem Tag auf den anderen rumpelte und dann den Geist aufgab. Reparieren durch den Service geht nicht (teurer als Neukauf), selber reparieren geht nicht, weil der Rührer extra so gebaut ist, um das zu verhindern.

Fazit: Verschleiß mit Absicht. Schade. Die in meinen Augen hochwertige Optik verschleiert in meinen Augen eine minderwertige Mechanik.

Dass so etwas bei elektrischen Zahnbürsten und Rasierern üblich ist, ist schlimm genug. Küchengeräte sind aber normalerweise Bestandteil eines Systems. Im Fall eines Defekts muss man daher entweder teuren Originalersatz kaufen oder mit einem neuen System beginnen. Was denkt sich Bosch dabei? Mich haben sie als Kunden verloren.


Knipex 12 62 180 selbsteinstellende Abisolierzange 180 mm
Knipex 12 62 180 selbsteinstellende Abisolierzange 180 mm
Preis: EUR 26,91

5.0 von 5 Sternen Tut was sie soll, 11. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dieses Werkzeug ist mechanisch besser als viele ähnlich aussehende Zangen. Das macht den Unterschied zwischen fehlerhaften Abisolierungen und einwandfreien. Empfehlenswert.


Bosch MFZ4060 Edelstahlmixfuss / passend zu Bosch Handrührern MFQ4... und Bosch Stabmixern MSM7...
Bosch MFZ4060 Edelstahlmixfuss / passend zu Bosch Handrührern MFQ4... und Bosch Stabmixern MSM7...
Preis: EUR 21,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Achtung, nicht mit 3000-Serie kompatibel, 11. Juni 2014
Ein schöner Pürierstab, funktioniert prima mit der 4000er Serie von Bosch Rührern.

Solange, bis jemand den Mixfuß versehentlich auf einen Bosch Rühret MFQ3530 steckt. Da rastet das Teil auch ein, dreht sich auch, passt aber nicht richtig, wird heiß und dann geht der Rührer kaputt. Ich finde, das ist ein Konstruktionsfehler. Da wäre zumindest ein dicker Warnhinweis angemessen. (Für einen Mixer der 3000er Serie braucht man den passenden Standfuß MFZ3500 aus Plastik)


Der Berliner Teufelsberg: Trümmer, Truppen und Touristen
Der Berliner Teufelsberg: Trümmer, Truppen und Touristen
von Klaus Behling
  Broschiert
Preis: EUR 5,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Informative Broschüre, 25. Mai 2014
Die Autoren sind für dieses Thema genau richtig: Klaus Behling ist u.a. Spezialist für Militär und Nachrichtendienste und schreibt trotz seiner Arbeit für den Axel-Springer-Verlag seriös. Andreas Jüttemann organisiert die Stadtführungen über den Teufelsberg, kennt sich also aus. Als "politischer Psychologe" kann er sich wohl in den Irrsinn des Kalten Krieges einfühlen, der in dieser Ruine zum Ausdruck kommt.

Das Büchlein füllt gerade einmal fünfzig Seiten, aber die sind für Interessierte sehr informativ: seltene Fotos und Hintergründe zur Geschichte der Aufschüttung des Trümmerberges und der Abhörstation. Im Gegensatz zur Behauptung mancher Rezensenten sind diese Informationen auch keineswegs mit einer einfachen Google-Suche zugänglich.

Die Radarstation auf dem Teufelsberg wurde von Amerikanern und Briten gemeinsam betrieben. Die Briten hatten hier etwas zu sagen, weil der Berg in der britischen Besatzungszone lag. Deutsche und Berliner hatten zunächst natürlich nichts mitzubestimmen. Jetzt ist die Anlage eine Ruine in Privatbesitz, mit millionenhohen Bankhypotheken drauf, aber ohne Baugenehmigung. Heute so verrückt wie früher — ursprünglich wollten Hitler und Speer dort eine "Wehrtechnische Fakultät" errichten.

Empfehlenswert.


Lob des Irrtums: Warum es ohne Fehler keinen Fortschritt gibt
Lob des Irrtums: Warum es ohne Fehler keinen Fortschritt gibt
Preis: EUR 15,99

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lehrreich und unterhaltsam, 25. Mai 2014
Der Autor Jürgen Schaefer ist GEO-Redakteur und argumentiert in diesem allgemeinständlichen Buch gegen Perfektionismus und für etwas mehr Gelassenheit. Zuerst hat mich das geärgert: Wir wollen doch alle fehlerfreie Autos, ärgern uns über unsere Irrtümer und Dummheiten und die Schlampereien von anderen. Aber so ist das Buch nicht gemeint.

Zunächst macht der Autor deutlich, dass wir mit unserer Wahrnehmung und unserem Erinnerungsvermögen zwangsläufig Fehler machen. Optische Täuschungen sind nur ein Beispiel, Zeugenaussagen vor Gericht sind ein anderes. Der Glaube an unsere eigene Unfehlbarkeit ist daher gefährlich. Auch wenn wir von einer Erinnerung fest überzeugt sind, kann es sich anders abgespielt haben. Suggestion ist möglich und das Gedächtnis ist keine Videoaufzeichnung, sondern von einer nachträglichen Interpretation abhängig. Wer sich dessen bewusst wird, ist den eigenen Überzeugungen gegenüber vielleicht etwas kritischer. Zumindest ist es eine gute Idee, einen Irrtum immer für möglich zu halten und die eigenen Vorstellungen zu überprüfen.

In den folgenden Kapiteln erklärt Schaefer, dass die Wissenschaft ebenso wie die Evolution unzählige fehlgeschlagene Versuche, Irrtümer und Sackgassen braucht, um voranzukommen. Es gibt keinen geradlinigen, fehlerfreien Weg zur Erkenntnis. Gerade wer versucht, nie zu irren, macht etwas Wesentliches falsch. Gelungen ist auch die Erklärung, wie Perfektionismus und persönliche Krisen in Zusammenhang stehen.

Auch dieses Buch ist nicht perfekt. So übersetzt der Autor Darwins „Survival of the fittest“ mit „Auslese der Stärksten“ und nicht korrekt als „Überleben der am besten Angepassten“ (S. 17). Auf Seite 107 schreibt er vom „John-Hopkins-Hospital“, tatsächlich „Johns-Hopkins“, dieser eigenartige Vorname stammt vom Familiennamen der Urgroßmutter von Mr. Hopkins. Ein Meteorit (S. 158) war für das Aussterben der Dinosaurier nicht nötig; Tierarten sterben in der Evolution dauernd aus, wenn sich die Umgebungsbedingungen wie das Klima ändern. Aber das ist vielleicht Krümelkackerei, die Botschaft des Buches ist trotzdem wichtig.

Fazit: Ein spannendes, leicht zu lesendes Buch mit vielen neuen Gedanken, das zur kritischen Reflektion anregt.


Dogfight: How Apple and Google Went to War and Started a Revolution
Dogfight: How Apple and Google Went to War and Started a Revolution
Preis: EUR 10,65

5.0 von 5 Sternen Solide, aktuelle Beschreibung der Rivalität zwischen Google und Apple, 30. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Fred Vogelstein ist ein Wired-Autor und Silicon-Valley-Insider. Er beschreibt den Hintergrund der Entwicklung der zwei erfolgreichsten und heute weitgehend dominierenden Smartphone-Betriebssystem iOS und Android von Apple bzw. Google. Dabei verzichtet er auf technische Details und legt den Schwerpunkt auf die kommerziellen und Management-Aspekte.

In einer Branche, in der viele Autoren ideologisch einseitig pro oder contra Apple oder Android berichten, ist diese sachliche und faire Berichterstattung eine wohltuende Ausnahme. Während es über Apple schon viel Literatur gibt, war über die Entstehung von Android und die Person von Andy Rubin noch nicht soviel bekannt. Jedenfalls gelingt es Fred Vogelstein, echte Neuigkeiten zu recherchieren; etwa über die enormen Schwierigkeiten sowohl von Android als auch dem iPad zu Beginn. Deren Erfolge waren keineswegs vorgezeichnet.

Ärgerlich sind dagegen einige kleinere sachliche Fehler. So behauptet der Autor auf Seite 200, Samsung habe heute das meistverkaufte ("top-selling") Handy und Tablet. Dies stimmt nicht: Zwar verkauft Samsung viele insbesondere preisgünstige Samsung Galaxy Smartphones, aber das meistverkaufte Smartphone-Handymodell ist sowohl 2013 als auch bisher in 2014 das iPhone 5 bzw. 5s, bei den Tablets das iPad. Auch bei der Beschreibung der Probleme von Apple Maps auf S. 224 liegt der Autor falsch: Die Apple Karten sind trotz aller Kritik fest etabliert und kaum ein iPhone-Besitzer lädt sich extra die Google-Maps-App herunter. So unglücklich können die Apple-Maps-Benutzer also nicht sein.

Aber das sind Details. Insgesamt ist dies ein sorgfältig recherchiertes und spannendes Buch für jeden, der sich für High-Tech-Geschichte und das Silicon Valley interessiert.


Darm mit Charme: Alles über ein unterschätztes Organ
Darm mit Charme: Alles über ein unterschätztes Organ
von Giulia Enders
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

78 von 107 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Lehrreich und witzig, aber leider viel Quatsch dabei, 17. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Verdauung und was damit zusammenhängt, das ist normalerweise tabuisiert. Die Medizin-Doktorandin Giulia Enders hat ein locker zu lesendes Buch geschrieben, um diese Zusammenhänge zu erklären. Wer sich mit Biologie und Anatomie nicht so auskennt, kann hier viel lernen, aber Hypochonder finden auch reichlich Stoff.

Das Buch ist klar in drei Teile gegliedert: Anatomie, Nervensystem und die Darmbesiedlung mit Bakterien. Die ersten beiden Abschnitte vermitteln verblüffende Einsichten und überraschende Zusammenhänge, sind auch recht solide.

Doch schon auf Seite 112 (Wirkung von Akupunktur) und Seite 146 (Hypnose und Psychotherapie bei Reizdarm) beginnt die Autorin, fragwürdige und wissenschaftlich zweifelhafte Aussagen zu treffen. Schlimm wird es dann im dritten Teil, hier gibt es jede Menge Hokuspokus und Vermutungen.

Kostproben:
„Ein Mangel an Biotin kann neben Störungen von Haut, Haaren und Nägeln beispielsweise auch depressive Stimmung, Schläfrigkeit, Infektanfälligkeit, Nervenstörungen und erhöhte Cholesterinwerte hervorrufen“ (S. 185).
„In anderen Studien konnten mit anderen Bakterienstämmen Cholesterinwerte sogar um 11-30% gesenkt werden. Es fehlen noch Folgestudien, um die erfolgreichen Ergebnisse zu überprüfen.“ (S. 202)
„Dieser Effekt ist nicht so gut belegt wie die Wirkung von Probiotika bei Durchfall oder Immunschwäche. Für Eltern mit Kindern, die ein erhöhtes Risiko auf Allergien und Neurodermitis haben, sind Probiotika trotzdem eine gute Option. Viele Studien zeigen einen deutlichen Schutz. In einigen konnte dieser Effekt nicht nachgewiesen werden… Man muss selbst ein bisschen herumprobieren“ (S. 259)

Formulierungen wie „Einige Studien legen nahe…“ oder „konnte bei jungen Mädchen in einem Experiment…“ (S. 268/269) berichten anekdotisch von Zusammenhängen, die existieren können oder auch nicht. Es ist abenteuerlich, Empfehlungen auf Basis solcher Spekulationen zu folgen. Vielleicht sollte jemand mit Anfang Zwanzig noch kein Buch schreiben, oder wenn doch, zumindest einem kritischen Lektor zur Überprüfung geben.

Das ist schade, denn die ersten beiden Teile des Buchs sind lustig und lesenswert. Wer nicht alles glaubt, was schwarz auf weiß geschrieben steht, kann mit kritischem Abstand dem Buch durchaus etwas abgewinnen.

Über die Besiedlung des Körpers mit Mikroorganismen hat Jörg Blech ein fundierteres Buch geschrieben: Leben auf dem Menschen: Die Geschichte unserer Besiedler
Kommentar Kommentare (23) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 12, 2014 4:18 PM MEST


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