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Rezensionen verfasst von
Pretender "Antoine" (Zermatt)

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Cilea - Adriana Lecouvreur - Gavazzeni
Cilea - Adriana Lecouvreur - Gavazzeni
Wird angeboten von musikrocker
Preis: EUR 49,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr schön, 17. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Cilea - Adriana Lecouvreur - Gavazzeni (DVD)
Die "Adriana" gehört eigentlich auf den Spielplan eines jeden großen Hauses. Anstatt den 3. Rossini oder vierten Donizetti zu inszenieren, sollte man dieses Werk neu entdecken, das alles bietet, was italienische Oper so verlockend macht: Große Gefühle, Pathos, hysterische Frauen, mitreißende Musik. Hier sind es Adriana Lecouvreur und die Gräfin Bouillon, die sich so manches musikalische Feuerwerk bieten. Im Opernalltag ist "Adriana" jedoch recht schwer zu besetzen. Wahrscheinlich scheut man sich deshalb. Mirella Freni ist eine Adriana, die durchdrungen ist von Leidenschaft für diese Rolle. Es macht Vergnügen, diese Künstlerin zu erleben, wie sie in der Rolle aufgeht, stimmtlich und auch darstellerisch. Fiorenza Cossotto, die böse Rivalin, ist natürlich stimmlich über ihrem Zenit, macht aber dennoch aus der Gräfin ein Rollenporträt, das heute so kaum jemand hinbekäme. Ihre Erfahrung eines langen Opernlebens kommt hier zusammen, natürlich auch ihre Fähigkeit zur Zuspitzung dramatischer Höhepunkte. Trotz der schnarrenden Stimme auch dies ein Genuss. Papa Gavazzeni dirigiert nach alter Tugend. Er gibt seinem Affen Zucker, zieht das Tempo da an, wo es nötig ist, schwelgt in den Zwischenspielen. Zu recht kommt aus dem Publikum der Ruf "Grazie, maestro". Dies ist ein Musterbeispiel für gutes Dirigieren, ebenfalls eine oft abhanden gekommene Meisterleistung. Unerwähnt bleiben dürfen die restlichen Sänger, auch Dvorsky als Maurizio, denn die Tenorpartie fällt hier vom Umfang gegen die zwei Damen deutlich ab. Trotzdem ist das Ensmble, auch Dvorsky, fast aller Ehren wert, sodass man sich mit dieser Aufnahme einen großen Gefallen tut. Viele werden erstmals dieser zauberhaften Oper begegnen und sich fragen, warum das Werk quasi verschwunden ist. Berlin wagt sich zurzeit an eine konzertante Aufführungsserie, in der MET gibt es die Oper 2011 inszeniert zu sehen.


Rossini, Gioacchino - Guglielmo Tell (2 DVDs)
Rossini, Gioacchino - Guglielmo Tell (2 DVDs)
DVD ~ Giorgio Zancanaro
Wird angeboten von malichl
Preis: EUR 18,87

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht Fisch, nicht Fleisch, 12. August 2010
Schön, dass es die Oper endlich auf DVD zu sehen gibt. Ich hätte sie mir allerdings in besserer Qualität gewünscht und das schließt jeden Aspekt ein. Ich weigere mich , das hier eine Inszenierung zu nennen. Das Hin- und Herschieben von Filmtableaus ist wenig aussagekräftig, die Darsteller fuchteln ansonsten wie gewohnt mit den Händen. Bildtechnisch ist diese DVD eine Frechheit. Ein unschärferes Bild habe ich bisher kaum gesehen. Der dritte Stern gilt ausschließlich meinem Dank, dass es diese DVD überhaupt gibt - musikalisch auch kein wirklicher Glücksfall.


The Closer - Die komplette vierte Staffel [4 DVDs]
The Closer - Die komplette vierte Staffel [4 DVDs]
DVD ~ Kyra Sedgwick
Wird angeboten von nesho
Preis: EUR 29,95

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schwächste Staffel, 22. Juli 2010
Für mich ist die Staffel die schwächste. Kaum eine Folge hat das Niveau der vorhergehenden aus den Staffeln 1-3. Aber zur Beruhigung aller Fans: Staffel 5 wird wieder besser!


Strauss, Richard - Salome (Gesamtaufnahme)
Strauss, Richard - Salome (Gesamtaufnahme)
DVD ~ Bryn Terfel
Wird angeboten von Edealcity
Preis: EUR 17,30

4.0 von 5 Sternen Spannend, 14. Mai 2010
Es gibt allgemein viel Gemecker über Malfitanos Salome. Sie sei nicht sinnlich, nicht erotisch genug. Wie soll eine Sängerin über eine der Salome angemessene Stimme verfügen und trotzdem das kindlich-naiv-lolitahafte Wesen besitzen, das diese Figur angeblich auszeichnet? Hier dürfen Abstriche gemacht werden. Und dann ist Malfitano plötzlich eine gute Besetzung, nicht nur optisch. Sie ist fasziniert von Jochanaan, seine Männlichkeit interessiert sie genau so wie sein Intellekt. In Herodes' Palast herrscht Verblödung, da kommt dieser Prophet gerade recht. Stimmlich ist Malfitano hier in einem Grenzbereich angekommen, da mag der eine oder andere Ton nicht so sauber sein, trotzdem kann ich nachvollziehen, was ihre Salome antreibt. Ihren Tanz finde ich spannend, ihre Tanzsprache völlig adäquat. Terfel ist ein fulminanter Jochanaan, welch eine Stimme, wie sie strömt. Ein Kraftpaket. Siljas Herodias natürlich vom Feinsten, Dohnanyis Dirigat erregt, Bondys Regie, da stimme ich zu, eher Krimi denn Dekadenz. Es gibt gute Salomes auf DVD, dies ist eine davon.


Tote lügen nicht: Roman
Tote lügen nicht: Roman
von Kathy Reichs
  Taschenbuch

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Geht so, 7. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Tote lügen nicht: Roman (Taschenbuch)
Es mag schon sein, dass Reichs weiß, wovon sie schreibt. Sie scheint es förmlich zu genießen, über Seiten hinweg und wiederholt die Widerlichkeiten des Tathergangs zu beschreiben. Atmosphärisch passt alles zusammen, man lernt Montréal zwar nicht wirklich kennen und hat nach dem Lesen des Romans auch nicht vor, die Stadt auf den Reiseplan zu setzen, aber leider verfällt auch Reichs in die üblichen Klischees von Autorinnen. Die Heldin ist natürlich ein kluges Wesen, aber in Liebesdingen irgendwie kompliziert. Natürlich ist sie fachlich immer auf der Höhe, aber die Hormone spielen ihr den einen oder anderen Streich. Dass ausgerechnet die Wissenschaftlerin Tempe plötzlich ihren Kopf zu verlieren droht und leichtsinnig wird, kann ich nicht nachvollziehen, ebenso wenig erscheinen mir die Gründe für die Bildung der "Task Force Serienmörder" nicht plausibel. Ich habe das Werk im Original gelesen, kann sein, dass die Übersetzung da einiges variiert - der trockene Humor des Originals ist nett, leider aber nicht die mir grotesk erscheinenden Verunstaltungen der Opfer. Mein Eindruck ist der, dass die Autorin versucht hat, sich durch Details jenseits der Ekelgrenze von den bis dato vorherrschenden Schreiberlingen abzusetzen. Dass das Ergebnis ein wenig blutleer erscheint - pardon the pun - mag das Ergebnis davon sein.


Berlioz, Hector - Les Troyens (2 DVDs)
Berlioz, Hector - Les Troyens (2 DVDs)
DVD ~ Jon Villars
Preis: EUR 38,99

3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Geht so, 29. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Berlioz, Hector - Les Troyens (2 DVDs) (DVD)
Üblicherweise werden die Trojaner in einer stark gekürzten Fassung aufgeführt. Schön, dass man, abgesehen von den gestrichenen Balletten hier die Gesamtfassung erleben darf. Und da gibt es auch schon das Problem. Das Werk ist mit 4 Stunden erstaunlich handlungsarm. Berlioz findet eine gemächliche, oft feierliche Grundstimmung, Szenen werden zu Tableaus, manchmal 15 Minuten lang, das wirkt allmählich ermüdend. Dazu kommt die einfallslose Regie Wernickes, der mit seinem Einheitsraum, der aussieht wie typisches Theater der 90er, nichts fürs Auge bietet. Der Riesenchor darf durch einen schmalen Spalt auf- und abtreten und verharrt meist in Posen. Solistisch ist Deborah Polaski der Dreh- und Angelpunkt, die weder hochdramatisch fesseln darf, weil Berlioz nichts adäquates komponiert hat, noch einen Seelenstriptease hinlegen muss, denn dazu ist die Musik zu wenig plakativ. Erst mit dem 3. Akt wird es plötzlich doch spannender, musikalisch vielfältiger. Polaski singt mit ihrer warmtimbrierten Stimme quasi makellos. Cambreling holt alles aus dem Orchester heraus, was an Farben in der Musik steckt, die übrigen Solisten sind Stichwortgeber. Ein seltsames Werk, das lange als unaufführbar galt, und ich verstehe nur zu gut, warum das so ist. Gekürzt hat es hingegen durchaus seine Berechtigung.


Bizet: Carmen (Gesamtaufnahme) (deutsch)
Bizet: Carmen (Gesamtaufnahme) (deutsch)
Wird angeboten von darska25
Preis: EUR 35,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gewöhnungsbedürftig, aber schön, 23. April 2010
Ein dickes Plus für Horst Steins Dirigat. Es ist knallig, knackig, an den richtigen Stellen sanft und verspielt. Die gute Kapellmeistertugend, die Stein immer vertrat, kommt hier zum Tragen. Ludwig ebenso wenig eine Carmen wie es Marilyn Horne war, aber natürlich macht sie trotzdem das beste draus. Schock beweist, dass er nicht nur ein guter Operettensänger war, wie so oft ist Prey für mich ein seltsamer Kauz. Der Mann mit nur einer einzigen Stimmfarbe hat Welterfolg gefeiert, aber in einem anderen Fach. Er ist überhaupt kein feuriger Matador, sondern eher ein Spießer, der sich an Spanienbildern versucht. Das ist fast schon peinlich, wenn er mit überdeutlicher Textverständlichkeit singt, aber auch er macht eigentlich nichts falsch. Wenn man keine Carmen hat, sollte man diese nicht kaufen, aber wenn man mal ein bisschen was zum Schmunzeln und Wohlfühlen braucht, dann tut sie trotzdem gut.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 12, 2012 10:19 PM CET


Il Trittico - The Sony Opera House
Il Trittico - The Sony Opera House
Preis: EUR 18,42

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Glücksfall, 23. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Il Trittico - The Sony Opera House (Audio CD)
Referenzeinspielung? Unbedingt. Beim "Tabarro" bereits Spannung pur. Maazel nimmt das Werk teilweise sehr langsam, beim Duett Scotto/Domingo knistert es. Atemberaubend, wie hier ein künstlerisches Gesamtwerk entsteht, durch die Intelligenz von Dirigent und Sängern. Das hat man nie wieder so gehört und wird es wohl auch nicht mehr hören. Und das ist es, was einen fast schon traurig stimmen kann.


Pietro Mascagni: Cavalleria Rusticana (Gesamtaufnahme)
Pietro Mascagni: Cavalleria Rusticana (Gesamtaufnahme)
Preis: EUR 8,97

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Volltreffer, 23. April 2010
In der Tat, es gibt wohl wenige so eindeutige Glücksfälle wie diese Aufnahme. Hier stimmt wirklich alles. Das Duett zwischen Bergonzi und Cossotto ist an Dramatik und Feuer wohl nicht zu toppen. Eine Sache für die Ewigkeit. Gäbe es diesen Abend heutzutage live zu erleben, würde das Opernhaus aufgrund des tobenden Applauses wohl in sich zusammenfallen. Ich hätte hinterher jedenfalls kaputte Stimmbänder.


Francesca da Rimini - Riccardo Zandonai
Francesca da Rimini - Riccardo Zandonai
Wird angeboten von malichl
Preis: EUR 26,00

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Langweilig, 21. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Francesca da Rimini - Riccardo Zandonai (DVD)
...ist der Eindruck, den man nach diesen 135 Minuten von Zandonais Hauptwerk hat. Und was man in Macerata aus Zandonais Hauptwerk gemacht hat, ist eigentlich eine Frechheit. Das fängt bereits mit der "Inszenierung" an, die aus Herumgestehe und dem Vorführen teuer aussehender Kostüme besteht. Abgesehen von der einen oder anderen scheußlichen Perücke hat dies aber wenigstens noch ein wenig Geschmack, wenn es auch völlig uninteressant bleibt. Regie gibt es keine, entsprechend "agieren" Armiliato und Gemahlin Dessi auch. Sie kennt nur einen einzigen Gesichtsausdruck, er reißt manchmal seine Augen auf und sieht aus, als sei ihm ein Staubkorn unter die Kontaktlinsen geraten. Gesanglich ist das alles auch nicht besser. Dessi zirpelt sich im versuchten Dauerpiano durch ihre Partie, hie und da blitzt es auch ein wenig dramatischer, aber schon wieder verfällt sie in dieses unkonkrete Singen mit nicht vorhandener Tiefe. Armiliato ist mit der Partie des Paolo überfordert. Und Barbacini am Pult dirigiert wie eine Schnarchnase. Wie man das alles wirklich so spannend gestalten kann, dass man gebannt zuhört, haben del Monaco, Olivero und Rescigno bewiesen. Man muss zupacken, der Liebesschmerz muss zu spüren sein. Hier spürt man leider nix, hört ab und an das Knarren des Dirigentenpultes und direkt nach dem Schlussapplaus das sich unterhaltende Publikum, dem auch kein Enthusiasmus abzugewinnen war. Die Vergleichs-DVD mit Scotto und Domingo kommt deutlich besser weg.


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