2.0 von 5 Sternen
Fischauge zum Basteln, 7. März 2012
Erwartung: Ich mache Fisheye-Fotos normalerweise mit einer Spiegelreflexkamera, die ich oft nicht dabei habe. Mein Smartphone führe ich immer mit und möchte damit auch Fisheye-Fotos machen.
Auswahl: Da der Metallring an dem Smartphone verbleibt, darf er den Blitz nicht verdecken. Ich entschied mich für das größere Fisheye und die Ausführung mit dem größeren Magnetdurchmesser. Erschwerend ist, dass der Händler fast keine technischen Daten angibt (Abmessungen, Gewicht, Metallring-Maße).
Das Fisheye kam nach einigen Tagen. Durchmesser 42, 25,5 lang, Gewicht 50 g (ohne Kappen und Metallring). Der Metallring-Durchmesser ist innen 23 und außen 29 (31 hat das Optik-Ende).
Die Rückseite meines Smartphons (Xperia neo) ist zylindrisch gewölbt. Der Ring muss plan bleiben und wurde mit einem Lötkolben in eine als Zubehör erhältliche
Silikon-Schutzhülle gedrückt und hervorquellendes Material weggeschnitten. Es gab leider nur einen Metallring. Besser wären zwei Metallringe - den ersten zum Reinschmelzen (und entfernen), den zweiten zum Einkleben. Die Hitze hat die Klebkraft gemindert. Der Ring wurde deshalb zusätzlich mit durchsichtigem Klebeband (Loch ausschneiden) überklebt. Die magnetische Haftung ist sehr gut. Man kann das Smartphone sogar mit der Optik hochheben. Das zusätzliche Klebeband ist recht glatt und die Optik zieht sich beim Ansetzen aus der Mitte raus und muss wieder ins Zentrum geschoben werden. Während sich zwei Ringmagnete zentrieren, dezentriert sich eine Ringmagnet-Scheiben-Paarung. Der Ring hat keine Einraststelle, so dass das Fisheye jedes Mal anders sitzt. Ein gutes Augenmaß ist bei der Korrektur notwendig.
Der Blitz sitzt innerhalb des Metallrings. Bei Verwendung des Fisheyes muss der Blitz abgeschaltet werden. Ohne Fisheye kann problemlos geblitzt werden.
Das Bild erscheint in der 4:3-Einstellung rund. In der 16:9-Einstellung (immer bei Video aktiv) ist der Bildkreis an den Längsseiten angeschnitten. Die Seitendetails sind nicht so stark komprimiert, wie vermutet, aber unscharf und haben Farbränder.
Blickt man mit dem Auge durch, sieht alles unscharf aus. Erst mit einer Weitsichtigkeit über 1...1,5 Dioptrien kann man klar sehen - ich kann das nicht (aber ich kenne jemand). Das Smartphone konnte zwar scharf stellen, aber schien dabei an seiner Grenze zu sein. Eine Umtauschanfrage ergab, dass der Händler kein besseres Exemplar hatte und er bot die Rückgabe an.
Ich bestellte ein
anderes Fisheye mit weniger Verkleinerung (Vollformat) und bin damit zufrieden, zögerte aber mit der Rückgabe des ersten Fisheyes. Ich vermutete, dass die letzte Linse Millimeterbruchteile zu weit hinten sei.
Basteln Nr. 1:
Es gelang mir, den vorderen Ring per Hand abzuschrauben und die Linsen raus zu nehmen. Die mittlere Linse stand aus der Grundkörperöffnung raus und drückte die Frontlinse 0,3 mm von der Auflagefläche weg. Das hatte nicht nur Unschärfe zur Folge. Die Linsen sollen auch spannungsfrei montiert sein. Ich habe im Grundkörper die Stufen für die Mittellinse tiefer gedreht und damit mechanische Spannungen und Unschärfe beseitigt. Sogar beim Durchblick von der anderen Seite (Vergrößerung ist kritischer) war die Sicht scharf.
Die Bastelaktion Nr. 1 war zwar erfolgreich, wäre aber für ein Smartphone, dass noch scharf stellen konnte, nicht unbedingt erforderlich.
Basteln Nr. 2:
Die Frontkappe sitzt locker. Da sollte man nicht anfassen - die Optik könnte raus fallen. Als Ersatz für die Frontkappe nahm ich die Verschlusskappe eines
Weichspülers, die ohne Nachbearbeitung fest saß. Es muss nur die überstechende Innenwand des Dosiervolumens weggeschnitten werden. Allerdings ist die Kappe sehr hoch. Die Rückkappe sitzt dank des Gummirings, an dem die Transportschlaufe befestigt ist, optimal fest.
Basteln Nr. 3:
Der richtige Abstand von der Eintrittspupille (das durch die Kameraoptik gesehene Eintrittsloch) ist wichtig für die Bildqualität am Bildrand. Dann wird das Bild auch am Rand scharf und die Farbränder verschwinden. Beim meinem Smartphone muss es auf 7 mm Abstand (mit Testbildern ermittelt) vom Akkudeckel montiert werden. Ein entsprechend dicker Metallring am Akkudeckel würde das Reinstecken in die Smartphonetasche behindern. Die bessere Idee ist ein zusätzlicher
Ringmagnet mit 3 mm Höhe, der an der Optik haftend verbleibt. Zusammen mit der Silikonhülle komme ich auf 5 mm Abstand. Zwei zusätzliche Ringmagneten empfehlen sich, wenn der Metallring direkt auf die Smartphone-Rückseite geklebt ist. Die originale hintere Schutzkappe ist für ein oder zwei zusätzliche Magnete zu niedrig und wurde durch eine
Fußspray-Kappe ersetzt.
Das Fisheye ist besser für Kompaktkameras geeignet. Mit ihrer größeren Kameraoptik liegt deren Eintrittspupille weiter weg und das Fisheye muss nicht auf Abstand montiert werden.
Der Abbildungstyp ist erfreulicherweise nicht orthografisch, sondern equisolid-angle (flächentreu). Damit werden die Randdetails weniger komprimiert und haben beim Gerade-Rechnen eine bessere Schärfe. Mit dem Gerade-Rechnen wird aus einem Fischaugeneffekt ein Superweitwinkeleffekt. Die Vergrößerung ist etwa 0,25x und nicht wie draufsteht 0,2x.
Zum Mitnehmen kann man das Säckchen (im Januar 2012 noch im Lieferumfang) über die am Gürtel befindliche Smartphonetasche hängen. Ist nicht gerade schön, weiß aber nichts besseres. Das Säckchen rollt beim Gehen hin und her und das Band verdreht sich dabei. Zum Öffnen sollte man es abnehmen - es geht nicht so schnell. Packt man das Säckchen in eine Tasche, geht es auf.
Da die Abbildung sehr extrem ist (Zirkularfischauge, knapp 50% der Bildfläche wird genutzt), nehme ich meistens das
andere Fisheye, das auch noch in das Säckchen passt.
zweieinhalb Monate später:
Test mit Kompaktkamera Samsung ES65: Das beim Einschalten ausgefahrene Objektiv ist ein wenig wackelig, so dass die Optik mit angesetztem Fischauge runterhängt. Der Bildkreis ist etwas nach unten verschoben. Die Bildqualität ist gut; am Bildrand lässt die Schärfe minimal nach. Bei einer geringe Auflösung von 1024x768 sind keine Farbränder zu sehen. Eine hohe Auflösung wurde nicht probiert.
Basteln Nr.4:
Bei Versuchen mit einem massiven Eisenstück entstand eine sehr hohe Magnetkraft. Dabei löste sich der Magnetring aus der Optik und blieb am Eisen hängen. Den Magnetring habe ich mit Sekundenkleber wieder eingeklebt.
Obwohl beim mitgeliefertem Metallring die Magnetkraft nicht ganz so hoch ist, empfehle ich beim Entfernen der Optik diese zur Seite wegzuziehen um die Verklebung des Metallringes zum Smartphone zu schonen.
Mein Smartphone (Xperia neo) hat nur Digitalzoom, so dass im Fotomodus nicht gezoomt werden sollte. Wenn man das Format besser ausnutzen möchte, kann man das Bild beschneiden. Im Videomodus ist die Videoauflösung geringer, so dass ohne Verlust bis 2,55x gezoomt werden kann. Durch den Zoom ist die runde Bildbegrenzung nicht mehr zu sehen - man hat dann ein Vollformat-Fisheye. Und gegenüber dem
anderen Fisheye ist die Abplattung für seitliche Details geringer.
Dieses Fisheye verwende ich somit für Videos und das andere für Fotos.
2013-04-02
Beispielfotos mit diesem Fisheye-Vorsatz
* Raum in schräger Ansicht
* Raum in gerader Ansicht
habe ich dem Produkt als Kundenbilder hinzugefügt.