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Rezensionen verfasst von
Moosgeist

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Repentless
Repentless
Preis: EUR 21,99

4.0 von 5 Sternen Unverhofft kommt oft..., 11. Oktober 2015
Rezension bezieht sich auf: Repentless (Audio CD)
Puh, was sprach denn im Vorfeld nicht alles gegen ein gutes Album der Kalifornier?! Hit-Garant Hanneman tot, Drummer Lombardo wird gefeuert und mit Araya und King somit nur noch zwei Originalmitglieder an Bord. Das alles hat zumindest bei mir dafür gesorgt, dass ich die Wartezeit auf "Repentless" so gelassen und mit so wenig Vorfreude wie bei noch keinem Slayer Release zuvor hinter mich gebracht habe. Die Tatsache, dass die wohl einzigen Thrash-Mucker des Planeten, die die übergroßen Fußstapfen der Vorgänger zumindest einigermaßen zu füllen vermögen, angeheuert wurden konnte meine Skepsis nur geringfügig schmälern.
Aber, wie es im Leben so ist kommt es oft anders als gedacht. Nach den ersten Runden im Player in ohrenbetäubender Lautstärke endlich die Gewissheit, dass Slayer hier doch ein überraschend ordentliches Brett rausgehämmert haben.
"Repentless", das auf das starke Intro "Delusions of Saviour" folgt, knattert so derbe heftig durch die Botanik, dass man fast meinen könnte es wäre wieder 1986. Volltreffer gleich zu Beginn also, der vor Allem live für Furore im Pit sorgen wird. "Take Control" wartet mit starken Breaks und Tempowechseln auf während "Vices" und "Cast the first Stone", etwas gezügelter ums Eck kommen. Das vorab veröffentlichte "When the Stillness Comes" konnte mich in seiner Youtube-Version nicht überzeugen, auf Platte gefällt mir das gemein kriechende, mit plötzlichem Speed-Ausbruch zum Ende, von Bostaph wunderbar getragene Stück aber ausgesprochen gut. Das einzige Hanneman Überbleibsel "Piano Wire" wird zwar kein neues "South of Heaven" fährt aber eine Menge fieser Riffs (Das Eingangsriff!) auf und avanciert nach mehrmaligem Hören immer mehr zu einem Albumhighlight. "Atrocity Vendor" inkl. Old-School-Riff par excelence weiß mit erbarmungslosem Thrash alles niederzureißen. Das Gleiche gilt für "You against You", bevor der Midtempo-Banger "Pride in Prejudice" das Album abschließt.
Was die Arbeit der Besatzung angeht kann ich mich nicht groß beschweren: Araya liefert eine abwechslungsreiche Performance, Bostaph ist eh einer der Besten seiner Zunft und Gary Holt steuert immerhin ein Paar nette Soli bei. Und King? Hat seine zahlreichen Kritiker Lügen gestraft. Nichtsdestotrotz habe ich das Gefühl, dass qualitativ immer noch Luft nach oben ist. Mal schauen was herauskommt, wenn man Exodus-Leader Holt im Slayer-Kontext von der Leine lässt.
Soundtechnisch gibt's im Gegensatz zum überproduzierten Vorgänger nichts zu meckern. Voluminös wuchtig und dennoch sehr natürlich wurde "Repentless" von Terry Date in Szene gesetzt. Alles in Allem ein rundes Ding das, ich wiederhole mich, unter den gegebenen Vorzeichen nicht zu erwarten war und die vier Sterne wirklich verdient.

Kurz noch ein paar Worte zur Digipack-Version mit DVD:
Das old-schoolige Artwork gefällt mir ausgesprochen gut, ebenso wie die detaillierte Gestaltung der Box, die komplett ausgeklappt ein - natürlich - umgedrehtes Kreuz ergibt. Absolut sehenswert ist auch die Live-DVD vom Wacken-Auftritt 2014. Optisch und soundmäßig sehr gut eingefangen erwartet einen ein äußerst kurzweiliges Konzert mit mörderisch guter Setlist.


The Wild Hunt
The Wild Hunt
Preis: EUR 8,49

5.0 von 5 Sternen Meisterwerk, 30. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: The Wild Hunt (Audio CD)
Gespannt konnte man sein, auf den neuesten Watain Output, gab es doch im Vorfeld einige Aussagen der Band, dass es Änderungen bzw. neues, band-ungewöhnliches zu hören geben werde. Gleich im Voraus: Jeder der mit "Lawless Darkness" was anfangen konnte, wird auch vom neuesten Werk nicht enttäuscht sein, auch wenn diverse Songs gänzlich(!) untypisch daherkommen. Die Scheuklappen mal kurz beiseite zu legen kann zum Teil also durchaus nicht schaden…

Los geht’s mit dem sich langsam aufbauenden Intro "Nightvision", dass direkt an das Ende von "Waters of Ain" anknüpft, aber gegen Ende immer majestätischer wird. Was dann folgt, ist die pure schwarzmetallische Raserei – "De Profundis" fegt einfach alles weg, was sich in den Weg stellt. Nach dem Intro ein brutaler Schlag ins Gesicht. Irre (Thrash-)Riffs, giftigste Vocals, immer wieder durch stampfende Midtempo-Drums aufgelockert – heftiger Beginn. Die darauffolgenden Songs "Black flames March" (wieder mit stampfenden Drums) und "All that may bleed" kommen als typische Watain Kracher daher und hätten locker auf dem Vorgänger Album stehen können.
Fragte man sich bisher, wo denn nun die angekündigten "Änderungen" seien, so findet man die Antwort bei "The Child must die". Watain wagen sich heraus aus der Komfortzone und komponieren einen beinahe reinen Heavy Metal Track – im Watain Gewand versteht sich. Erik zügelt seine Stimme und die melodische Gitarrenarbeit tut ihr übriges, von der Band so nicht zu erwarten. Absoluter Anspieltipp! Als ob der Song nicht schon überraschend genug war setzen die Schweden mit "They rode on" noch einen drauf. Eine, nun ja, Ballade bei Watain? Gibt’s nicht!? Gibt’s doch! Anfangs etwas gewöhnungsbedürftig – nicht der Track an sich, sondern, dass er von Watain stammt – weiß "They rode on" nach jedem Durchlauf mehr zu gefallen, bis er irgendwann nicht mehr aus dem Kopf geht. Vorbild waren hier wohl "Fade to black" oder auch "Nothing else matters" von Metallica und auch Bathory mag man heraushören (Gitarren). Anfangs langsam mit Akustikgitarren steigert sich der Song immer weiter bis zum großen Finale. Erik singt sich komplett clean (!) die Seele aus dem Leib und macht dabei einen grandiosen Job. Wer hätte das gedacht, dass hinter dem Frontgifter ein solch talentierter Sänger steckt?! Zum Ende und gleichzeitigen Höhepunkt erhält er dabei weibliche Unterstützung. Die fantastischen Lyrics runden das Ganze endgültig ab – schaurig schön. Wer sich jetzt in Sicherheit hat wiegen lassen, wird mit dem fiesen "Sleepless Evil" sein schwarzes (sic!) Wunder erleben und von den ballernden Drums und pfeilschnellen Riffs überrannt. Der darauffolgende Titel-Track ist eine tiefe Verbeugung vor den Watain-Faves Bathory. Mit derselben Erhabenheit ausgestattet, die auch die eben genannten Bathory ausstrahlen, ist "The wild hunt" ein wahrer Epos. Erik singt dabei wieder mit seiner cleanen Stimme, was Watain auch hier abermals gut zu Gesicht steht. Wahnsinns Song! "Outlaw" beginnt ungewöhnlich mit Tribal-Drums und Voodoo-Ritualgesängen, bevor der Track in den Vollgasmodus umschaltet. Zwischendurch gibt’s auflockernde Midtempo Parts und ein feines Solo. Der Track endet nach dem Höllenritt genau wie er begonnen hat mit Tribal-Rythmen und den Gesängen. Das Instrumental "Ignem Veni Mittere" bereitet den Hörer auf das abschließende "Holocaust Dawn" vor. Hier zeigen Watain nochmal die ganze Palette ihres Könnens. Von Midtempo bis ultraschnell, von melodisch bis rabiat werden alle Facetten der Musik von Watain abgedeckt. Zur Krönung gibt’s noch einen düsteren Walzerpart (!) mit Akkordeon, der den Song endgültig zu einem Highlight werden lässt.

Fazit: Watain schaffen es ausgetretene Pfade zu verlassen, ohne dabei ihre Wurzeln zu vergessen oder an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Die Songs sind, ich denke das kann man so sagen, entweder melodischer Natur oder eben unglaublich brutal. Die neuen Einflüsse, unter anderem der Clean Gesang, stehen der Band hervorragend und wurden perfekt in den typischen Sound integriert. Für Black Metal Puristen teilweise wohl eine Enttäuschung, für alle anderen die – wie eingangs erwähnt – ,die Scheuklappen weglegen, offenbart sich mit "The wild hunt" ein wahres extremmetallisches Meisterwerk, das einen nicht mehr loslässt.


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