Profil für tomac > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von tomac
Top-Rezensenten Rang: 235.965
Hilfreiche Bewertungen: 45

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
tomac (Düsseldorf)

Anzeigen:  
Seite: 1
pixel
The Originals - La Traviata (Gesamtaufnahme)
The Originals - La Traviata (Gesamtaufnahme)
Preis: EUR 12,98

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ...nicht zu toppen, 2. März 2012
Einer meiner Vorrezensenten schreibt hier, dass die beste Aufnahme von Toscanini sei. Wie gut (oder auch schlecht), dass ich diese nicht kenne. Das liegt jetzt nicht daran, dass ich Toscanini nicht schätze und auch nicht daran, dass ich eventuell ein Tonqualitätsfetischist bin. Es ist einfach so, dass diese Aufnahme von Kleiber mich seit meiner Jugend begleitet hat, und für mich hier gilt, was Albion Friedlos" bei Toscanini empfindet. Die Kleiber-Aufnahme ist jedenfalls für mich nicht zu toppen. Ich habe es ehrlich versucht, aber bei jeder Arie, bei jedem Duett und bei jeder Cabaletta.... ich vergleiche immer mit Carlos Kleibers Lesart und stelle für mich fest, das geht einfach nicht besser. Man muss nur das Duett Violetta/Germont im zweiten Akt hören, das ist schon eine ganze Oper für sich und dann der hervorragende dritte Akt... gerade ab dem Auftritt Alfredos...wenn man das hört und vergleicht, ist eigentlich alles andere an Aufnahmen nur noch fade. Sicher, es gibt bessere Violettas, kerniger klingende Alfredos und wärmere Germonts. Aber selten stimmt die Hörbühne bei Aufnahmen wie hier. Die Cotrubas macht aus ihrer nicht Violettaspezifischen Stimme mit jeder hörbaren Träne, jedem Seufzer und jeden Ton ein Rollenportrait, das seinesgleichen sucht. Milnes klingt in jeder Silbe väterlich. Domingo zumindest jugendlich draufgängerisch, auch wenn die Stimme ständig forciert erscheint. Die Comprimarii haben ein gewisses Format.

Tomac

P.S. vielleicht ändere ich meine Meinung, wenn ich Toscanini gehört habe... aber das traue ich mir momentan nicht zu.


Pelléas et Mélisande, opéra de Claude Debussy (Theater an der Wien 2009) [2 DVDs]
Pelléas et Mélisande, opéra de Claude Debussy (Theater an der Wien 2009) [2 DVDs]
DVD ~ Natalie Dessay
Preis: EUR 18,48

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schön und stylisch, 28. Oktober 2011
In seinem Buch Opern auf Schallplatten" moniert Karl Löbl, der österreichische Kritiker, bei einer CD-Aufnahme dieser Oper, dass dort die Poesie fehle. Dieser Satz hat mich bei sämtlichen CDs und DVDs dieses Werkes stets begleitet und beeinflusst. So auch hier. Laurent Pellys Inszenierung besticht durch sehr genaue Personenführung und interessante Regieeinfälle (Geneviève und Melisande tragen das gleiche Kostüm, das Sterbebett steht auf dem Brunnen, wo Golaud im ersten Bild Melisande findet), musikalisch lässt Bertrand de Billy das Orchester ruhig, aber bestimmt fließen, gibt bei den dramatischen Stellen (Szene Ynold/Golaud im dritten Akt, der Eifersuchtsausbruch im vierten und dem Mord an Pelleas im fünften) dem Affen aber genug Zucker und die Sänger (besser: Schauspieler, denn diesen Titel haben sie sich hier verdient) sind sehr, sehr gut (Gerade Frau Dessay hätte ich nicht zugetraut, abseits von ihren Belcanto-Rollen, der Melisande ein solches akustisches und optisches Profil zu geben). Es kommt bei mir also keine Sekunde Langeweile auf. Bei einer Musik, die bei dem einen oder anderen Hörer schon mal ein Gähnen hervorrufen kann (ich habe häufig genug beobachtet, dass bei Aufführungen nach der Pause viele Plätze leer blieben) ist dies fast 90% der Miete.
Doch, um auf den Anfang zurückzukommen, das Quäntchen Poesie, nachzuvollziehen z.B. in Karajans Aufnahme, fehlt hier meiner Meinung. Denn, wenn auch alle Sänger gut sind, es entsteht kein richtiger Ensembleklang, ein wenig mehr "Samt in der Stimme" ist für mich gerade bei Arkel, Docteur und Geniviève wünschenswert und das Bühnenbild mit den abgestorbenen Bäumen, den riesigen Säulen, etc wirkt eher kalt gestylt, als poetisch auf die Musik abgestimmt. Aber egal, wenn eine DVD mit "Pelléas et Melisande" dann diese.

Thomas Hardow

P.S: ein kleiner Wermutstropfen. Die Aufführung ist wohl für die DVD -Veröffentlichung an der einen oder anderen Stelle nachgebessert worden. Zunächst fällt" der Zwischenvorhang für einen Umbau, doch zwei Sekunden später ist er aufgezogen (hier stimmt das Timing nicht). Extremer aber im vierten Akt: In der Szene Arkel/Melisande hat Frau Dessay die Arme vor der Brust verschränkt. Im Close up sind diese aber unten (im Film wäre das ein Regiefehler). Die anschließende Stelle mit dem Ausbruch Golauds ist dieser zu dunkel ausgeleuchtet, sind Melisande und Arkel im Bild, ist das Licht korrigiert. Vielleicht ist das durch verschiedene Qualitäten der Kameras entstanden. Auch wenn das nur marginal erscheint. Da hier viele Kameraschnitte eingesetzt werden,irritiert es und lenkt mich vom Geschehen ab. Etwas mehr Sorgfalt in der Redaktion hätte fünf Sterne gebracht.


Der Freischütz
Der Freischütz
DVD ~ Franz Grundheber
Wird angeboten von cook29
Preis: EUR 15,48

15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Mächtig enttäuscht vom Ergebnis, 21. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Der Freischütz (DVD)
Vorweg: Ich bin der Meinung, dass der Freischütz konventionell erzählt werden MUSS (Jäger in Lodengrün, Waldweben, weisse Rosen, die auch weisse Rosen sind etc.) mit allem Anderem kommt man dem Stück/Film eh' nicht bei.
Ich hatte mich auf den Film wahnsinnig gefreut und wurde enttäuscht...nur ein guter Regieeinfall (Agathe wird von Max im Traum erschossen - das kommt dann doch ziemlich überraschend) bei 141 Filmminuten. Ansonsten nur spannungsloses Nacherzählen der Handlung (auch bei konvetionellen Inszenierungen hat man das schon spannender erlebt) Die Dialoge sind - fast - alle hölzern gesprochen. Die Musik wird gut gesungen, aber nicht "dargestellt" (erinnert ein wenig an Rampensingerei, bei Agathes "Leise, leise.." besonders auffällig). Der Einfall, die handelnden Personen sehr, sehr nah und wahrscheinlich mit einer Handkamera auf die Leinwand zu bannen wird zu häufig benutzt (für mich persönlich schon im Terzett 1. Akt "Oh diese Sonne.." misslungen). Der Sänger des Max ist kein guter Schauspieler und neigt zu übertriebenen Mimik, was ich abstossend fand (der Gesang ist allerdings für mein Amateurohr tadellos). In der Wolfsschluchtszene peinlich schlechte Computeranimation (da hätte man garantiert bessere Techniker beauftragen können) und zwei Felsrocken, die mal eben zusammenfallen. Und - für alle Verfechter der konventionellen Inszenierungsweise - Wildsau und wildes Herr treten nicht auf. Schreiet also: "Nieder mit dem Regisseur".

Die Abmischung des Soundtracks ist teilweise ebenfalls übel: Bedingt durch Szenenwechsel (Intoduktion: "Viktoria, der Meister soll leben") - Festgemeinde in der Totalen, dann Max an einer anderen Stelle allein, dann zieht der Chor von rechts nach links über die Bühne..äh..Leinwand - ist die Musik mal laut und mal leise (filmtechnisch betrachtet zwar richtig, aber stört dann doch das Ohr, vorallem, wenn eine Choristin in Großaufnahme zu sehen ist und ihre Stimme aus dem Chor heraussticht). Positiv zu vermerken: Das Ännchen ist nicht nur optisch, wie es sein muss. Regula Mühlemann spielt hervorragend und bring eine sehr schöne Stimme mit - neben dem o.g. Regieeinfall der Glanzpunkt in 2 1/2 Stunden.


Das Spiel des Engels: Roman (Fischer Taschenbibliothek)
Das Spiel des Engels: Roman (Fischer Taschenbibliothek)
von Carlos Ruiz Zafón
  Taschenbuch

19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ein Stern für die Spannung...., 25. Juni 2011
Es ist für mich als ehemaligen Buchhändler schon immer suspekt gewesen, wenn ein Autor den Verlag wechselt. Wer war da mit wem unzufrieden - Lektor oder Autor? Nun ist es ja historisch bedingt von Suhrkamp zu Fischer nicht weit, aber trotzdem....ich habe, da ich das Erstlingswerk dieses Autors schon nicht wirklich prickelnd fand (ich hatte damals immer den Eindruck, dass ich den Stil schon irgendwoher kannte, aber besser), sehr lange gewartet, bis ich dieses Buch hier angefasst und gelesen habe. Und das auch nur, weil ich die Sonderausgaben von Fischer optisch und haptisch (Taschenbuch mit Hardcover und Lesebändchen - komliment an die Marketingabteilung) sehr ansprechend finde. Was ist allerdings nicht ansprechend finde, ist der Wirr-Warr in diesem Buch. Handlungsstränge werden angefangen, aber nicht zu Ende geführt, Personen tauchen auf, verschwinden aber sofort wieder und diese ständigen Beschreibungen der Stadt...alles hat was von den damaligen "Wie-bringe-ich-möglichst-viele-Orte-auf-hundert-Seiten-unter-Köln-Krimis" bei Emonds (und diese möchte ich hier nicht abwerten).

Der Autor scheint sich gewaltig verzettelt zu haben. Am Anfang schreibt er einen Entwicklungsroman, dann geht er zur Mystik über (hat was von "Literarische Antwort auf Stephen King") und das letzte Drittel (der Showdown zieht sich ziemlich hin!) mit den detailierten Beschreibungen der Örtlichkeiten, Personen und Aktionen schreit förmlich nach "Verfilm' mich!!". Nach der Lektüre bestätigte sich also auch hier, alles schon mal irgendwo gelesen, aber auf mehrere Romane verteilt und besser.

Einen Stern bekommt das Buch dann doch...auch wenn vieles nicht(auf)geklärt wird, Spannung kann der Autor schon aufbauen(immerhin schreibt Ruiz Zafon auch mystische Jugendbücher - und das kann er), auch wenn sie im nächsten Augenblick wieder verpufft.

Thomas Hardow


Adams, John - Doctor Atomic [2 DVDs]
Adams, John - Doctor Atomic [2 DVDs]
DVD ~ Gerald Finley
Wird angeboten von Fulfillment Express
Preis: EUR 28,58

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Spannende Musik, Aufführung so lala...., 24. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Adams, John - Doctor Atomic [2 DVDs] (DVD)
Seltsam, ich gehe seit meinem neunten Lebensjahr in die Oper und dadurch, dass man vor allem beim Repertoire des 20sten Jahrhundert immmer Schüler- oder Studentenkarten erhalten hat (sehr konventionelles Publikum, dass nix damit anfangen konnte), mochte ich schon immer die Gegenwartsmusik. Für mich ist es deshalb verwunderlich, dass dies die erste Oper von John Adams ist, die ich gehört oder gesehen habe (den Rest werde ich jetzt umgehend nachholen) und bin ehrlich begeistert. Die Musik ist sehr stark - sie erinnert mich an einen meiner Lieblingskomponisten (B. Britten) - und dürfte auch den hartgesottensten Feind von "moderner Musik" in seinen Stuhl halten und nicht schon vor der Pause flüchten lassen. Und wenn er das dann auch macht, wird er durch zwei herrliche Aktschlüsse belohnt. Zuerst die hervorragende Arie des Oppenheimer (Batter my heart) und zum Ende die quälend lange Musik bis zum Abwurf der Atombombe. Diese Szenen sind dann auch die beiden Highlights der hier gezeigten Inszenierung.

Und damit sind wir beim Knackpunkt der DVD. Die Aufführung der Met. Es wirkt, als wäre sie innerhalb von einer Woche entstanden. Die Sänger stehen teilweise nett arrangiert auf der Bühne und bewegen sich, als hätten sie nie einen Regisseur zu Gesicht bekommen. Dieser scheint sich eher auf das Bühnenbild (und hier die riesige Wand mit den einzelnen Kabinen, die durch weisse Rollos verschlossen und zur Leinwand für Projektionen genutzt werden können, die Atombombe, die entweder bedrohlich dicht über den Köpfen der Personen schwebt oder wie ein faszinierender Mond weit über ihnen scheint) verlassen, denn eine ausgefeilte Personenführung entwickelt zu haben.

Allerdings, wer durch frühere DVDs oder Liveübertragungen die Serie "Met in HD" kennt, weiss auch um die Kamerapositionen bei den Mitschnitten. Vielleicht ist der Eindruck der schlechten Regie diesen geschuldet, denn die Bildregie kann das Ganze nicht wirklich einfangen (war das Brian Large?). Von der schon erwähnten Wand wird die oberste Etage nicht erfasst und die bewegliche Kamera an der Bühnenkante (sie fährt ziemlich oft von links nach rechts und nimmt alles aus der Froschperspektive auf) wird mir zu häufig eingesetzt. Parallelszenen sind für die Kameras zuweit auseinander, sodass hier der Eindruck entsteht, das Bild ist links und rechts abgeschnitten. Deshalb ziehe ich zwei Sterne ab.

Die verbleibenden drei sind dann für die Sängerriege, die hervorragend ist, für den Dirigenten, der die Aufführung sicher im Griff hat und spannend die Musik präsentiert (auch, wenn sie mal etwas durchhängt) und - natürlich - für mein momentanes Lieblingsstück "Batter my heart". Natürlich alles in guter, sehr guter Bild- und Tonqualität.

Thomas Hardow

P.S. Booklet und damit auch die Inhaltsangabe nur in Englisch. Untertitel in Deutsch verfügbar.

P.P.S. habe mittlerweile auszugsweise die DVD aus Holland gesichtet. Die Herrenriege ist fast identisch uns deshalb ist das Sängerniveau gleich. Ferner scheint es sich um eine Studioversion der Inszenierung (Peter Sellars!!) zu handeln und konnte dadurch besser durch die Kameras eingefangen werden. Wenn ich sie ganz gesehen habe, werde ich dazu was unter der entsprechenden Aufnahme schreiben


Seite: 1