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Beiträge von Don Rumata von...
Top-Rezensenten Rang: 2.864.426
Hilfreiche Bewertungen: 677
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Rezensionen verfasst von Don Rumata von Estor
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16 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen
Kann man vergessen .., 13. Februar 2012
Wisnewski legt sich ausnahmsweise mal fest: er schreibt, Obama sei NICHT in den USA geboren, er sei deshalb NICHT rechtmäßiger Präsident. Nun wäre es ein Gebot der Fairness, dem vertrauensseligen Leser wenigstens per Fußnote mitzuteilen, dass diese sogenannte Birther-Theorie - gelinde gesagt - umstritten ist und dass sie auch in den USA nur von wenigen Radikalen vertreten wird. Aber solche Wahrhaftigkeit würde die schöne folgende Räuberpistole kaputtmachen, dass bestimmte Handlungen des Präsidenten nur als Ablenkung vom *falschen Geburtsort* Sinn ergäben. Der Leser ist gut beraten, an solchen Stellen noch einmal die globalen Koordinaten zu prüfen: wäre Obamas Geburt im Ausland tatsächlich bewiesen - warum haben sich nicht längst sämtliche Kandidaten der Republikaner darauf eingeschossen? Diese Argumentation ist kein Ausrutscher: das ganze Buch lebt davon, zweifelhafte Meldungen als Tatsachen in den Mittelpunkt zu rücken, anerkannte Tatsachen hingegen unter den Tisch fallen zu lassen und im Hintergrund stets irgendwelche gigantischen Verschwörungen am Werk zu sehen. So ist auch der irre Massenmörder mit seinen wahnwitzigen Rechtfertigungen stets eine Erfindung von Geheimdiensten o.ä.: ob Terroranschlag oder Amoklauf, stets weiß Wisnewski Genaues über die "wirklichen" Hintergründe, speziell über heimliche Helfer und Manöverspiele von Sicherheitskräften, die die jeweilige Tat vorweg nehmen. Bezeichnend ist auch hier die Detektivspiel-Logik: Kein Sozialdemokrat wurde in Utoya und Oslo verletzt, aber ein sozialdemokratischer Anwalt verteidigt den Attentäter - klares Indiz, dass die Sozis selbst die Tat eingerührt haben, findet Wisnewski. Falls er das ernst meint, soll er bitte den Mut haben und den Hinterbliebenen erläutern, wer wirklich ihre Kinder auf dem Gewissen hat. Andernfalls möge er schweigen.
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2 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen
zielsicher daneben, 22. November 2011
Heute jährt sich wieder einmal die Ermordung von John F. Kennedy. Für gewisse Fernsehsender und Blogs ein willkommener Anlass, wieder einmal die wahrste Wahrheit über den "Inside Job" zu präsentieren. Zweifellos klang in den 60er und 70er Jahren die Alleintäterthese mehr als unwahrscheinlich. Knapp 50 Jahre später ist es aber albern, wenn Leute neue "Beweise" für eine Verschwörung gefunden haben wollen: hier wurde schon längst jeder Stein umgedreht, und keine "Smoking gun" entdeckt. Was da immer wieder in Umlauf gebracht wird, sind olle Kamellen, die man - nebst Widerlegungen - schon längst im Internet finden kann. Der deutsche 9/11-Skeptiker Mathias Bröckers recycelte vor einigen Jahren ausgerechnet die älteste aller JFK-Legenden - "Die Schüsse kamen von vorn" - und brachte mich damit erstmals auf die Idee, dass es sich bei seinen Theorien zum 11.September um die gleiche Art von Räuberpistolen handeln könnte. Ein Verdacht, der sich im Folgenden bestätigte, speziell in seinen polemischen Reaktionen auf qualifizierte Kritik: Apologetik statt Argumentation, Hoaxes anstelle von Fakten und lediglich taktisches Distanzieren von umstrittenen Thesen, die dann später einfach recycelt werden. Das vorliegende Buch will eine objektive wissenschaftliche Analyse der "Wahrheitsbewegung" sein, erscheint aber eher als unkritische Schleichwerbung für die "Skeptiker" und deren Fans. Etablierte Medien wie Spiegel, Süddeutsche und Zeit werden für ihren Umgang mit den "Skeptikern" getadelt. Diese seien "dehumanisiert" und "psychatrisiert" worden, entrüstet sich der Autor. Die Leitmedien durchgehend als "Medienbordell", "Pre$$titutes" und "Massenverblödungswaffen" zu verunglimpfen,wie Bröckers und Wisnewski das tun, scheint hingegen ok zu sein - es ist dem Autor keine einzige kritische Zeile wert. Ebensowenig interessiert ihn Wisnewskis Methode, Kritiker gerichtlich zu belangen und eingeklagte Strafzahlungen als quasi richterliche Bestätigung seiner Thesen zu präsentieren. Dafür regt er sich darüber auf, dass die Humboldt-Universität den Film "Loose Change" nicht zeigen wollte. Nun ist ja hinreichend dokumentiert, dass die angeblichen "Fragen", die der Film zu stellen vorgibt, in Wirklichheit verklausulierte Unterstellungen sind und dass die scheinheilige Aufforderung, sich eine eigene Meinung zu bilden, jene, dass die drei Regisseure ihr Publikum an der Nase herumführen, von vornherein ausschließt. Der Autor sieht sich selbst nicht als Skeptiker, scheint aber heimlich ihr größter Fan zu sein.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen
Müder Abklatsch vom Original, 11. November 2011
Uma Thurmann gefällt als Hardcore-Tramperin Sissy Hankshaw, deren überlange Daumen Autos, Flugzeuge und sogar Sternschnuppen zum Stehen bringen. Das ist aber schon fast alles, was man an Positivem über den Film sagen kann. Die humorvollen philosophischen Erörterungen des Originals verkommen zu unverständlichen Randglossen. Spätestens ab der Hälfte erscheint der Film als willkürliche Aneinanderreihung von Szenen, deren Zusammenhänge für den Zuschauer kaum nachvollziehbar sind. Für eine würdige Umsetzung des Buches hätte man wahrscheinlich doppelte Spielfilmlänge gebraucht - die hat man dem Regisseur wohl nicht zugestanden. Schade.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
In Memoriam Edward Zentara (1956-2011), 30. August 2011
Rumata, der wie im Western einsam in den Sonnenuntergang reitet - das wäre der passende Schluß für diesen Film gewesen. Aber der Regisseur wollte lieber ein Happy End andeuten, in dem Kyra, die Freundin des Helden, sympathischerweise überleben darf. Dann hätte er aber konsequenterweise auch auf die brutale Enthauptungsszene verzichten sollen. Der Film kann nirgends verleugnen, dass er aus einer anderen Epoche mit anderen Sehgewohnheiten stammt. Schon beim Trailer denkt man unwillkürlich an "Die Entdeckung der Langsamkeit". Die - laut Buch - besten Nahkämpfer des Planeten,Rumata und Baron di Pampa, scheinen noch nie ein Schwert in der Hand gehabt zu haben. Wenn man alle diese Mängel akzeptiert, bleibt immer noch ein Film mit tollen Hauptdarstellern und wenigstens einzelnen Szenen, die für's Hollywood-Kino zu intelligent sind.
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20 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen
Immer noch "kein Flugzeug" ?!, 26. August 2011
Kann ein Journalist so ein Genie sein, dass er von New York bis Cape Canaveral, von Smolensk bis Utoya besser bescheid weiß, als jene Kollegen, die vor Ort recherchieren?! Wohl kaum. Und falls doch: wie hilfreich sind sind eigentlich "Recherchen", die nichts aufklären, sondern lediglich auf altkluge Stänkerei gegen die "Mainstreammedien" und deren Leser hinauslaufen? Wisnewski ist es jedenfalls nicht peinlich, noch einmal ein Buch mit Behauptungen zu füllen, deren Widerlegungen zum großen Teil schon seit Jahren bei Wikipedia zu lesen sind und das Ganze dann nicht "Thriller" sondern "Sachbuch" zu nennen. Dafür hat er die rote Karte verdient.
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40 von 127 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen
Schwierigkeiten mit der Wahrheit, 27. Juli 2011
Erst schrieb er ÜBER die Methoden und Mechanismen von Verschwörungstheorien, dann, nach dem 11. September wandte er sie lehrbuchmäßig selber an. Ein Schelm, wer Arges dabei denkt. Bröckers würde selbstverständlich NIE behaupten, WTC7 sei gesprengt worden. Fakt ist aber, dass er mit der Übernahme der "pull-it"-Legende in den deutschen Sprachraum genau diesen Stein ins Rollen gebracht hat. Und dass er im aktuellen Buch noch einmal kräftig Öl ins Feuer gießt. Eifrig recycelt er Mythen, die jeder Interessierte als längst widerlegt erkennen kann. Man könnte das für eine gute Nachricht halten - offenbar gehen den Skeptikern doch langsam die Ideen aus - aber Bröckers schafft es dank Reputation und erzählerischem Können auch Menschen außerhalb der einschlägigen Szene mit dem Zweiflervirus zu infizieren. Hätte er sich hingestellt und verkündet: "April, April- Da seht ihr, wie leicht man reinfallen kann!" - er hätte meinen vollen Respekt. Statt dessen hat er sich unter dem Vorwand der Wahrheitssuche für das Gegenteil entschieden.
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4.0 von 5 Sternen
Was tun, wenn nur noch ein Jahr bleibt?, 14. Juni 2011
Olga Larionowa hat eine wenig beachtete Gemeinsamkeit mit Alice "James Tiptree jr." Sheldon: in einer Kurzgeschichte auf den Punkt bringen, was andere Autoren in mehrbändigen Wälzern nicht abgehandelt kriegen. Diesmal geht es um die beliebte Partyfrage: Was würdest Du tun, wenn Du nur noch ein Jahr Zeit hättest? Larionowas Antwort ist so überraschend wie eindeutig.
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4.0 von 5 Sternen
Zwischen Kafka und Lem, 28. April 2011
Wer Frankes Kurzgeschichten gelesen hat, wird hier viele seiner Motive wiedererkennen: seltsam ignorante Fremde, die sich nicht für die irdischen Besucher interessieren, Erinnerungen, die künstlich erzeugt zu sein scheinen, Technik, die sich selbständig weiterentwickelt und ein Einzelkämpfer, der den aussichtslosen Kampf mit der Hierarchie aufnimmt. Weit hinten im Buch wird dem Leser überraschend und beiläufig mitgeteilt, dass die "Freie Welt" nicht aus der westlichen, sondern aus der sozialistischen Gesellschaftsordnung hervorgegangen ist. Wollte der Autor nur prüfen, ob die Leser am Ende des Buches noch wach sind? Eher nicht: Aus der Perspektive der 70er Jahre macht er sich Gedanken über die mögliche Weiterentwicklung der beiden Gesellschaftsordnungen. Auch wenn die Geschichte anders verlaufen ist, bleiben seine Gedankengänge auch aus heutiger Sicht interessant und überlegenswert. Das Ende ist eher offen: eigentlich ist der Held chancenlos, aber vielleicht hat er der allmächtigen Hierarchie doch ein Schnippchen geschlagen...
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15 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen
Laßt Euch nicht verschaukeln!, 31. März 2011
Etwa auf Seite 60 berichtet der Autor über den Film "Shutter Island", der im Februar in die Kinos kam. Dessen Protagonisten wähnen sich auf der Spur einer gigantischen Verschwörung, die sich aber im Laufe der Handlung in Nichts auflöst. Wer den Autor kennt, kann sich auch dessen Schlußfolgerungen an drei Fingern abzählen: keinesfalls dient dieser Film der Unterhaltung, er wurde eigens geschaffen, um kritische Journalisten wie ihn zu diskreditieren und als Verschwörungstheoretiker hinzustellen. Damit ist auch schon fast alles über den Autor und seine Ansichten gesagt: nichts ist so wie es scheint, stets agieren irgendwelche geheimnisvollen Mächte im Hintergrund und die Kollegen von den Mainstreammedien sehen den Wald vor Bäumen nicht. Ganz bestimmt wird er uns im nächsten Jahr(buch) irgendwelche nur ihm selbst bekannten Informationen zur Fukushima-Katastrophe mitteilen, und man darf heute schon spekulieren, ob diese "Hat gar nicht stattgefunden", "War viel schlimmer als berichtet" oder "Wurde von Amis/ Russen / Atomkraftgegnern ferngezündet" lauten werden. Was hilft gegen Verschwörungstheorien?, fragt er einige Seiten später rhetorisch. "Einfach mal die Wahrheit sagen!", lautet seine Antwort in Richtung Regierungen, Medien und Geheimdienste. Zwei deutschsprachige Webseiten (bitte selbst googeln) haben sich die Mühe gemacht, zu dokumentieren , wie fahrlässig (gelinde gesagt) der Autor in seinen bisherigen Büchern mit Fakten umgegangen ist. Insofern sollte er seinen eigenen Vorschlag aufgreifen und zur Abwechslung einfach mal die Wahrheit schreiben. Es steht allerdings zu befürchten, dass er sich damit sein Geschäftsmodell kaputt machen würde.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Der traut sich was!, 11. März 2011
Bill Maher tritt Kirchenführern ohne den üblichen Respekt entgegen und konfrontiert sie mit offensichtlichen Merkwürdigkeiten und Widersprüchen ihrer Lehren. Unwillkürlich duckt man sich da und erwartet, dass sie den Frager gleich mit einem Höllenfluch belegen werden. Aber nichts dergleichen geschieht, die meisten Interviewpartner bringt er einfach nur zum Stottern. Einige werden als skrupellose Geschäftemachter geoutet, andere als verzweifelte Beschwörer wortwörtlicher Bibelauslegung ('Wenn die Schöpfungsgeschichte nicht stimmt, was ist dann mit dem Rest?'). Ausgerechnet zwei alte katholische Priester zeigen sich Bill Mahers Humorattacken gewachsen. Alle anderen machen einen eher kläglichen Eindruck. Zu den unpassenden Momenten des Films zählt, dass ausgerechnet Geert Wilders als Kronzeuge gegen den Islam aufgeboten wird. Statt den Islam auf Fundamentalismus und Gewalt zu reduzieren, wäre es wäre fair gewesen, die schwulen Moslemaktivisten besser darzustellen: die versuchen immerhin, weder ihre Herkunft noch ihre sexuelle Orientierung zu verleugnen. Aber grundsätzlich kann man sich von Maher eine Scheibe abschneiden: weniger Respekt ist oft angebracht.
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