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Das Leben ist groß: Roman
Das Leben ist groß: Roman
von Jennifer duBois
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tiefsinniges und erstaunlich reifes Erstlingswerk!, 26. März 2013
Irina ist eine amerikanische Dozentin, die nach einem Test die traurige Gewissheit bekommt, dass sie an der gleichen Krankheit erkranken wird, wie ihr Vater. Bei dieser Krankheit ist ziemlich klar abzusehen, dass die ersten Zeichen des geistiges Zerfalls in einem bestimmten Lebensalter auftreten werden. Von diesem Zeitpunkt an ist der fortschreitende Prozess in ein Leben ohne Selbstbestimmung und in Abhängig von anderen Menschen vorprogrammiert.

Irina möchte es ihrem nahen Umfeld nicht antun, ihr bei diesem Zerfall zusehen zu müssen und beschließt fortzugehen.

Ihr Vater war, zu Zeiten in denen die Krankheit bei ihm noch nicht ausgebrochen war, ein begeisterter Schachfan. So verfolgte er damals zusammen mit seiner noch kleinen Tochter Irina das Weltmeisterschaftsspiel mit dem jungen russischen Großmeister Alexander Besetow. Nach dem Tod ihres Vaters findet Irina die Abschrift eines Briefes von ihm an Besetow, in dem er den Schachweltmeister fragt, wie man eine Partie fortsetzt, wenn man doch schon absehen kann, dass man sie verlieren wird.

Eine persönliche Antwort von Besetow hat Irinas Vater nicht erhalten. Irina, die sich nun mit der gleichen aussichtslosen Lebenssituation konfrontiert sieht, beschließt ins ferne Russland zu reisen, um dort den Kontakt zu Besetow, der inzwischen ein aktiver Oppositionspolitiker ist, zu suchen.

Mit "Das Leben ist groß" ist Jennifer DuBois ein erstaunliches Erstlingswerk gelungen. Sicher keine leichte Lektüre für ein schnelles Lesevergnügen, sondern vielmehr ein tiefsinniges, geschickt konstruierte Buch. Neben der Frage, nach dem richtigen Umgang einer absehbarenund limitierten Lebenserwartung, erfährt man als Leser viel über die politischen Umstände eines vom angeblich lupenreinen Demokraten Putin beherrschten Russlands. Das Buch liefert keine Antworten auf dem Silbertablett, stattdessen ist der Leser gefordert, seine eigenen Schlüsse in Bezug auf die Kernfragen des Buches zu ziehen.

Sprachlich ist das Buch sehr ausgereift, wie es kaum von einem Debutroman zu erwarten ist. Dubois versteht es hervorragend mit einer sorgfältigen sprachlichen Komposition, Bilder, Atmosphäre und Gefühle beim Leser hervorzurufen.

Wer sich für das Russland der vergangenen 30 Jahre bis heute interessiert und zudem bereit ist, sich auf die Tiefe des Buches einzulassen, dem sei es wärmstens empfohlen.

Der Sarg: Psychothriller
Der Sarg: Psychothriller
von Arno Strobel
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Alptraum: lebendig begraben!, 12. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Der Sarg: Psychothriller (Taschenbuch)
Zum Cover:
In roten Buchstaben auf schwarzem Grund steht der Titel geschrieben. Zu sehen ist ausserdem eine junge Frau, am Boden liegenden mit ängstlich, verschlossenen Blick. Die Schrift ist leicht geprägt, was dem ganzen einen zusätzlichen hochwertigen Ausdruck verleiht.

Zum Inhalt:
Eine Frau wird tot in einem Sarg gefunden. Grundsätzlich nicht ungewöhnlich, dass ein Toter im Sarg liegt, aber in diesem Fall deutet schnell alles darauf hin, dass die Frau lebendig vergraben wurde. Kommissar Menkhoff wird mit dem Fall betraut. Er hat erst vor kurzem den Dienst von Aachen nach Köln gewechselt.
Die Tote ist die Halbschwester von Eva Rossbach, die Inhaberin eines grossen Kölner Unternehmens. Schnell wird den Ermittlern klar, dass irgendetwas in der Familie der Rossbachs und der Unternehmensleitung nicht stimmt. Eva lebt zurück gezogen in einem noblen Kölner Villenviertel, macht einen depressiven und verschlossenen Eindruck auf die Polizisten.
Zum Opfer hatte sie seit Jahren keinen Kontakt mehr. Was sie den Ermittlern verheimlicht ist die Tatsache, dass sie von grausamen Träumen geplagt wird, in denen sie ein ähnliches grausames Schicksal erleidet, wie ihre tote Halbschwester. Sie liegt in einem Sarg, ist gefesselt. Die Träume erscheinen ihr zunehmend real, zudem erhält sie beunruhigende Botschaften.

Mein Fazit:
Der Sarg ist ein wirklich sehr spannendes und packendes Buch. Es spielt mit einer der Urängste des Menschen, Platzangst und die Angst lebendig begraben zu werden. Lange Zeit tappte ich mit meinen eigenen Theorien zum Mordfall im Dunkeln, erst nach und nach bekommt man ein sehr wage Vermutung davon, was dahinter stecken könnte. Aber trotzdem hat das Ganze am Ende eine höchst unerwartete Auflösung. Mit Menkhoff hat Strobel einen interessanten Ermittler erfunden, der häufig mit seiner persönlichen Situation und seinem emotional stark belastenden Job hadert. Hier gibt es wohl einen Bezug zu vorherigen Büchern von Arno Strobel, die ich allerdings noch nicht kenne. Dies war aber keineswegs hinderlich, um die Person Menkhoff und einenTeil seiner Vergangenheit zu verstehen.
Insgesamt ein spannendes und gut geschriebenes Lesevergnügen. Für Freunde packender Psychothriller à la Stephen King sicherlich genau das Richtige

Ich würde dich so gerne küssen
Ich würde dich so gerne küssen
von Patrycja Spychalski
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zurück in eine andere Zeit!, 27. März 2012
Cover:
Leider wird das Cover dem tollen Inhalt gar nicht so gerecht. Ich hätte bei diesem Cover das Buch wahrscheinlich nicht gekauft, weil ich eine seichte Frauenromance dahinter vermutet hätte.
Nach der Lektüre stell ich mir als Cover ein Foto von einer Wand mit Postern von den Rockidolen des Club 27 (all die, die mit 27 Jahren starben) vor. Davor eine Kommode mit einem Plattenspieler darauf. Das wäre mein Vorschlag für die zweite Auflage oder für die Sonderausgabe mit Soundtrack-CD. ;-)

Inhalt:
An ihrem 17. Geburtstag lernt Frieda enen gewissen Jeffer kennen. Den hat ihre flippige beste Freundin Maja mit zwei anderen Jungs angeschleppt, um mit Frieda ihren Geburtstag in einer Berliner Kneipe zu feiern.
Als sie diese Kneipe verlassen wollen, gerät die kleine Gruppe in die Krawallen zum Maifeiertag und wird auseinander gerissen. Frieda und Jeffer flüchten gemeinsam vor den Krawallen und erstaunlicherweise geht Frieda sogar auf Jeffers Vorschlag ein und begleitet ihn zu sich nach Hause. Sie verbringt die Nacht bei ihm, ohne das irgendetwas zwischen den beiden läuft. Aber von da an, verbringen die beiden immer mehr Zeit miteinander. Jeffer ist ein gutaussehener, sympathischer und besonders bei Mädchen sehr beliebter Junge. Er spielt Gitarre und irgendwie scheint es so, als dreht sich in seiner Umgebung alles und jeder nur um ihn.
Als wenige Tage später Friedas Eltern ihr eröffnen, dass sie für drei Wochen die nie gefeierten Flitterwochen nachholen wollen, freut sich Frieda über die Aussicht auf die sturmfreie Zeit zusammen mit Maja. Doch statt die Zeit tatsächlich mit Maja zu verbringen, entschließt sie sich kurzerhand zu Jeffer zu ziehen. Der lebt alleine in einer Wohnung und nimmt sie gerne bei sich auf.
Die beiden verbringen eine intensive Zeit miteinander und wandeln immer an der Grenze zwischen enger Freundschaft und Beziehung. Vor dem Schritt zu letzterem schrecken aber beide immer wieder zurück. Sie geniessen die Zeit miteinander, aber Frieda, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird, macht sich immer mehr Gedanken darüber, was das eigentlich ist zwischen ihnen beiden.

Fazit:
Dieses Buch hat mir wirklich sehr gut gefallen. Nicht nur, dass es darin um Musik geht und dass diese für die Personen im Buch genauso eine wichtige Rolle spielt, wie sie es für mich immer noch bis heute tut. Das Buch hat bei mir so viele Erinnerungen an Gedanken und Gefühle aus meiner Jugendzeit geweckt. Ich konnte mich sehr gut in Jeffer und Frieda hineinversetzen. Wie sie sich selber genug waren, niemanden sonst brauchten und die Zeit miteinander genossen haben, aber trotzdem Angst hatten, das alles mit einem Schritt weiter vielleicht zu entzaubern und kaputt zu machen.
Das Buch wird als Jugendbuch empfohlen, ich kann es aber uneingeschränkt auch jedem Erwachsenen empfehlen. Es versetzt einen zurück in die wohl intensivste Zeit im Leben. Zudem liest es sich wunderbar leicht ohne dabei seicht zu sein. Ich bin normalerweise kein Schnellleser, aber auch ich hab das Buch in sehr kurzer Zeit zu Ende gelesen - weil es einfach schön war!

Chucks: Roman
Chucks: Roman
von Cornelia Travnicek
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Keine leichte Kost, dafür aber nachklingend!, 19. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Chucks: Roman (Broschiert)
Das Cover:
Nicht nur der abgebildete Kult-Schuh Chucks der Marke Converse, sondern auch die sehr schöne Aufmachung haben mich schon mal sehr angesprochen. Das Buch hätte ich auch im Buchladen in die Hand genommen, weil es sich optisch positiv von den anderen Büchern absetzt.

Der Inhalt:
Das Buch von Cornelia Travnicek wird mit einem Tomte-Zitat eingeleitet, was bei mir schon mal zu einer ersten positiven Grundeinstellung zum Buch führte.
Die etwa zwanzigjährige Mae verbringt ihre Zeit als Punk auf den Straßen Wiens. Schnell wird deutlich, dass die ältere Punkerin Tamara eine wichtige Bezugsperson in ihrem Leben zu sein scheint. Obwohl Mae auch jederzeit zuhause unterkommen kann, zieht es sie nur sehr selten und für kurze Besuche wieder zurück ins Haus der Mutter. Mit geschickten Zeitsprüngen entwirft Cornelia Travnicek für den Leser nach und nach ein genaueres Bild der Protagonistin Mae. So wird von der Kindheit erzählt und der schweren Krankheit ihres jüngeren Bruders und von den auch daraus resultierenden Beziehungsproblemen ihrer Eltern. Über eine andere Zeitebene lernt der Leser Jakob kennen. Ein äußerst aufgeräumter und strukturierter Architekt, bei dem Mae lebt. Es wird schnell deutlich, dass Jakob und Mae ein sehr unterschiedliches Paar sind und Mae ihn allzu gerne aus der Reserve locken möchte. Über eine weitere Erzählebene kommt Paul ins Spiel. Ihn lernt Mae bei von Amtswegen verordneten Sozialstunden im Aids-Hilfe-Haus kennen. Paul ist selber an Aids erkrankt und weiß, dass er früher oder später an dieser Krankheit sterben wird. Er ist anders als Jakob, spontan und deutlich weniger ausrechenbar für Mae als es Jakob immer ist.
Mae selber ist keine leichte Person, wirkt oft recht negativ, was aber für den Leser, je mehr er über Maes Leben erfährt, immer nachvollziehbarer wird. Es wirkt so, als möchte Mae auf Teufel komm raus keine einfachen Wege gehen. Menschen, die ihr Gutes wollen, stößt sie umso öfter vor den Kopf. Erst mit Paul zeigt sie auch andere, weichere Seiten.

Mein Fazit:
Chucks liest sich wirklich gut und flüssig. Mit 186 Seiten ist es nicht besonders dick und damit ein recht kurz(weilig)es Leseerlebnis. iIcherlich hängt die subjektive Beurteilung des Buches sehr davon ab, ob man sich mit Mae identifizieren kann und ihr Verhalten so nachvollziehen kann. Das Spannungsfeld zwischen Eigenständigkeit und Selbstbestimmung auf der einen Seite sowie Abhängigkeiten und Fremdbestimmung auf der anderen Seite macht meiner Meinung nach einen wichtigen Teil von Maes Persönlichkeit aus.
Das Buch hat bei mir noch einige Zeit nachgewirkt und mich nachdenklich gemacht.
Die schnörkellose Sprache hat mir sehr gut gefallen.
Ich hoffe, dass ich in Zukunft noch mehr von Cornelia Travnicek lesen kann.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 20, 2013 10:10 PM MEST


Smaragdjungfer: Ein Wilhelmshaven-Krimi
Smaragdjungfer: Ein Wilhelmshaven-Krimi
von Mara Laue
  Broschiert
Preis: EUR 12,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Wilhelmshaven-Krimi! Harte Schale mit weichem Kern (wenn auch sehr genau hingeguckt werden muss!), 6. März 2012
Das Cover:
Ein Libelle smaragdgrün gesprengelt mit Nadel fixiert auf schwarzem Hintergrund.
Ich finde das Cover recht ansprechend und hätte das Buch wohl auch im Buchladen in die Hand genommen.

Der Inhalt:
Eine Mitarbeiterin eines Hostess-Service wird in ihrer Wohnung ermordet aufgefunden. Genau an diesem Tag kehrt Kommissarin Paula Rauwolf in den Dienst zurück und bekommt die Zuständigkeit für diesen Fall zugeteilt.
Paula war längere Zeit dienstunfähig nach dem ihr Kollege Christoph im Dienst erschossen wurde. Die Kollegen ihrer Dienststelle haben ihr die Mitschuld am Tod des Kollegen gegeben und dementsprechend fällt ihr Empfang bei Dienstwiederantritt aus. Zu allen Überfluß bekommt sie am gleichen Tag einen neuen Bürokollegen namens Lukas Rambacher. Paula macht ihm den Anfang überhaupt nicht leicht. SIe ist ihm wie auch allen anderen Kollegen gegenüber extrem negativ eingestellt und lässt das auch jeden deutlich spüren.
Als sich eine erste heisse Spur im Fall um die Hostess abzeichnet, wird Paula zudem von ihrem Vorgesetzten dazu angehalten, diese heisse Spur und dem Verdächtigen nicht weiter nachzugehen. Aber sich daran zu halten, ist so gar nicht Paulas Art und so setzt sie in ihren eigenen unorthodoxen Stil die Ermittlung doch fort.
Dadurch macht sie sich allerdings nicht nur im Kommissariat sondern auch an andere Stelle nicht wirklich beliebt.

Mein Fazit:
Smaragdjunger ist ein sehr gut gemachter Krimi. Der dargestellte Fall ist sehr gut konstruiert und das Ganze gewinnt zudem durch die Tiefe der handelnden Personen, an aller erster Stelle durch Paula Rauwolf. Deren Art war für mich anfangs mehr als gewöhnungsbedürftig und ich hatte Mühe Verständnis für ihr Verhalten aufzubringen. Je weiter die Geschichte aber voranschreitet, um so mehr gewinnen Paula und ihre Vergangenheit an Tiefe. Mit diesem Wissen und ihrer Hartnäckigkeit wie sie in dem Fall ermittelt gewinnt Paula schließlich beim Leser (zumindest bei mir) an Anerkennung und Sympathie.
Die Story hält manche unerwartete Wendung für den Leser parat.
Mara Laue schafft es so, rundum spannendes und packendes Lesevergnügen zu bereiten.

Der Sandner und die Ringgeister: Kriminalroman
Der Sandner und die Ringgeister: Kriminalroman
von Roland Krause
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

4.0 von 5 Sternen Wenn der Boandlkramer seinen Job macht..., 13. Februar 2012
Das Cover:
Das Cover gefällt mir ziemlich gut. Im Buchladen hätte es mich sicher angesprochen und neugierig gemacht. Die durch Prägung hervorgehobene Hühnerkralle verleiht dem Ganzen zusätzliche Wertigkeit.

Die Story:
Der Münchener Hauptkommisar Sandner, ein leicht verschrobener und grantiger Kerl mit weichem Kern, wird gleich mit zwei Vorkommnissen konfrontiert. Einer im privaten Umfeld, genauer gesagt innerhalb seiner Hausgemeinschaft, wo dem Hausmeister Lehnharter ein geköpfter Hahn auf die Fußmatte gelegt wurde. Der andere ist beruflicher Natur und betrifft die Leiche eines jungen Schlagzeugers, die auf einem Friedhof gefunden wurde. Lange Zeit kommt der Sandner mit seinem Team bei den Ermittlungen nicht wirklich voran. Im Laufe der Ermittlungen muss er zudem einiges einstecken und den ein oder anderen körperliche Schaden hinnehmen.

Mein Fazit:
Nach einigen Seiten der Gewöhnung an den Schreibstil mit süddeutscher Einfärbung, hab ich ziemlich schnell in die Handlung hinein gefunden. Der Sandner wurde mir immer symphatischer, obwohl er wohl jedem dem er begegnet erstmal nur übellaunig erscheinen würde. Roland Krause gelingt es hervorragend seinem Protagonisten und auch auch den anderen Figuren charakterliche Tiefe zu verleihen. Mit einer ordentlichen Portion schwarzem Humor und einem gut konstruierten Kriminalfall wird das Ganze zu einer absolut runden Angelegenheit.
Mir hat die Lektüre wirklich Spaß gemacht. Sehr interessant ist auch der inzwischen auf der Blogseite von Roland Krause(...) zusammengestellte Soundtrack zum Buch. Der Sandner ist nämlich zudem ein ganz passabler Musiker!

Josefibichl: Kriminalroman (Garmisch-Krimis)
Josefibichl: Kriminalroman (Garmisch-Krimis)
von Marc Ritter
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen gut gemachter Heimatkrimi, 27. Januar 2012
Cover:
Das Cover ist hochwertig aufgemacht mit Prägedruck und lackierten Flächen. Man kann schnell erkennen, dass es sich hier um eine Story im bayerischen Raum mit blutigen Ereignissen handeln muss.

Inhalt:
Der früherer Polizeireporter Kalr-Heinz Hartinger, genannt Gonzo hat ein Problem. Mein Joggen findet er die Leiche eines Mönchs direkt bei der Gedenkstätte Josefibichl in Garmisch-Partenkirchen. Schnell begreift er, dass er als bekannter Pfaffenhasser der örtlichen Polizei nur allzu gut als Hauptverdächtiger in den Kram passt. Sein Glück ist, dass der Polizeichef, der den Hartinger noch aus der Jugendzeit kennt, ihn zunächst nochmal nach Hause schickt. Gonzo nutzt die Chance und setzt sich ab, fest entschlossen, sich durch eigene Recherche aus dem Kreis der Verdächtigen herausziehen zu können.
Kurze Zeit später schaltet sich das LKA München im Mordfall ein und es beginnt die Großfahndung nach Hartinger. Schnell wird aber klar, dass in der beschaulichen Doppelgemeinde noch einige andere Dinge faul sind und der Hartinger nicht der einzige ist, dem man den Mord an dem Mönch zutrauen kann.

Fazit:
Ich würde das Buch dem Genre Heimatkrimi zu ordnen. Marc Ritter versteht es hervorragend, die Charakteren in ihrer teils urtypischen bayerischen Art darzustellen.
Die Story ist gut durchdacht, auch wenn ich mich zwischenzeitlich fragte, wie sinnvoll und nachvollziehbar ich die Flucht des Hartinger finde. Es wird, vielleicht teilweise etwas überspitzt, aber ich fürchte, keineswegs komplett abwegig dargstellt, wie korrupt und taktisch die verschiedenen Schlüsselpersonen in der Gemeinde die Geschehnisse zu ihren Nutzen versuchen zu beeinflussen.
Besonders Bürgermeister Meier hat es mir angetan. Ihn, der mit jedem Satz versucht, unser aller wunderschönes Landl hervorzuheben und glänzen zu lassen, wäre die Paraderolle in einer Verfilmung des Buches.
Insgesamt eine gut zu lesende, wenn auch leichte Lektüre. Keine schwere Kost, aber nett, wenn es mal einfach nur Unterhaltung sein darf.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 11, 2012 11:44 AM MEST


Die Gespielin: Erotischer Roman
Die Gespielin: Erotischer Roman
von Fanny Lasalle
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen erotische Literatur und gar nicht plump!, 12. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Gespielin: Erotischer Roman (Taschenbuch)
Mit einer gehörigen Portion Neugier, aber ehrlicherweise auch mit einer gewissen Skepsis ließ ich mich auf den erotischen Roman, der zur Rokoko-Zeit Ende des 18. Jahrhunderts in Frankreich spielt, ein.

Zum Inhalt:
Die junge Klosterschülerin Suzanne hat längst genug von braven Leben mit den ehrwürdigen Schwestern im Kloster.
Viel mehr lockt sie das Leben jenseits der Klostermauern. Bei einer kurzen Liebelei mit einem der Küchenboten lässt sie sich bewusst erwischen, um so endlich den Verweis aus dem Kloster zu erwirken.
Viel leichter als gedacht, gelingt ihr dieses auch und schon bald wird sie von Ihrem Vormund, der ihren Aufenthalt bei den Schwestern jahrelang finanziert hat, aus dem Kloster abgeholt, um sie zu sich in die Nähe von Paris zu mitzunehmen.
Ihr Vater kam früh zu Tode, über die genauen Umstände wollte bisher allerdings nie jemand mit Suzanne sprechen. Ihr großes Ziel wird es, mehr darüber zu erfahren, warum ihr Vater starb, unter welchen Umständen und warum er enteignet wurde und sein Anwesen nieder gebrannt wurde.
Das Leben außerhalb des Klosters weiß sie schnell schon in vollen Zügen zu geniessen. Doch muss sie bald erfahren, was Ihr Vormund tatsächlich mit ihr vorhat. Mit ihrer Hilfe will er sich Zutritt zum erlesenen Kreis der Höflinge in Versailles verschaffen. Suzannes besonders ansehnliche äußere Reize sollen ihm die Türen öffnen.

Bis zu den ersten etwa 25 Seiten dachte ich noch, dass sich das erotische Element des Romans im überschaubaren Rahmen hält und der Schwerpunkt doch eher auf der Historie liegt. Da sollte ich bald schon eines besseres belehrt werden. In sehr angenehmer Weise und zu keinem Zeitpunkt plump schafft Fanny Lasalle es, äußerst reizvolle erotische Szenen in den historischen Kontext einzubetten. Tatsächlich nimmt die Erotik mit all ihren Facetten einen großen Raum ein, ohne das dabei aber die Stimmigkeit der Geschichte aus den AUgen verloren wurde.
Die Figuren sind sehr treffend dargestellt und beim Lesen meint man förmlich selber zu spüren, wie es vor Leidenschaft und sexueller Experimentierfreude nur so knisterte am Hofe von Versaille.

Bis zur letzten Seite bleibt es, nicht zuletzt auch dank des Spannungsbogens, der um die Vergangenheit von Suzannes Vater aufgebaut wird, eine interessante und lebendige Lektüre.

Ich bewerte das Buch mit vier Sternen und kann jedem, dem erotische Literatur bislang unbekannt ist, nur wärmstens empfehlen sich mit diesem Buch auf die Entdeckung dieses Genres zu machen. Man wird auf den Geschmack kommen!

Die Behandlung: Ein Jack-Caffery-Roman
Die Behandlung: Ein Jack-Caffery-Roman
von Mo Hayder
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Aufwühlende Lektüre mit Blick auf menschliche Abgründe, 22. Juli 2007
Lange hat es gedauert, aber endlich hat die Zeit mal wieder gerecht, ein Buch zu beenden. Und mit Bedacht hatte ich mich zur Lektüre von Mo Hayders Die Behandlung entschlossen und wie sich sehr bald zeigte, machte es mir das Buch wirklich leicht auch nach kurzen Leseabschnitten und diversen Leseunterbrechungen immer wieder schnell zurück ins Geschehen zu finden. Und dann spätestens im letzten Abschnitt (so ca. die letzten hundert Seiten) hat mich der Roman gar nicht mehr losgelassen. Zuletzt hat er mich doch ziemlich aufgewühlt, angesichts der Perversität des Verbrechens, das schließlich noch aufgeklärt werden kann.

Detective Jack Caffery wird zusammen mit seiner Kollegin Danny Souness mit einem Fall betraut, bei dem der Sohn einer Familie aus dem Londonder Stadtteil Brixton vermisst wird, nachdem die gesamte Familie zuvor schon von einem unbekannten Täter mehrere Tage in ihrem Haus festgehalten wurde. Caffery merkt bald, dass etwas an den Aussagen des Vaters des Jungen nicht stimmt. Immer mehr Hinweise deuten auf einen pädophilen Hintergrund des Verbrechens hin und Jack Caffery wird sehr bald mit Paralellen zu seinem eigenen persönlichen Schicksal, dem Verschwinden seines Bruders Ewan in seiner Kindheit, konfrontiert. Die Aufklärung des verbrechens, die Verarbeitung des eigenen Schicksalsschlages und dazu die Aufarbeitung der ebenfalls von einem Gewaltverbrechen belasteten Beziehung zu seiner Freundin Rebecca stellen Jack vor eine fast unlösbare emotionale Herausforderung.

Die menschlichen Abgründe, die sich nach und nach offenbaren, sind wohl weniger etwas für zartbesaitete Leser. Das Jack Caffery an mancher Stelle die Beherrschung verliert und polizeiliche Grenzen in seinem Verhalten überschreitet, war für mich absolut nachvollziehbar.
Zudem schafft Mo Hayder es nur zu gut deutlich zu machen, wie oft das Schicksal durch eine andere Wendung der Dinge manche Qual viel früher hätte beenden und so manches Verbrechen eher hätte verhindert werden können.

Meiner Meinung nach ein absolut empfehlenswertes Buch für alle die bereit sind, sich auf eine aufwühlende Story einzulassen. Ich vergebe vier Sterne ****.

Dr. Sex: Roman
Dr. Sex: Roman
von T. C. Boyle
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen guter Roman, der sich nicht auf die reine Maxime "sex sells" verlässt, 20. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Dr. Sex: Roman (Taschenbuch)
T.C. Boyles Roman Dr. Sex handelt von Dr. Alfred Kinsey, einem berühmten amerikanischen Sexualforscher, der in den 40er Jahren beginnt, eine sexuelle Revolution in Amerika loszutreten. John Milk erzählt dem Leser, wie er sich zunächst nach Schliessung einer Scheinverlobung den Zutritt zu einer ersten Lesung des Entomologen über das Sexualverhalten von Frauen und Männern an der Universität Indiana verschafft. Kurze Zeit später stellt er Professor Kinsey, genannt Prok, seine eigene sexuelle Entwicklungsgeschichte für die noch am Anfang befindlichen Erhebungen zur Verfügung. Bei diesem Interview lernt er Kinsey persönlich kennen und schon nach kurzer Zeit wird John Milk selber Teil des Projekts und Kinseys erster Mitarbeiter.

Von da an entwickelt sich zwischen den beiden eine Beziehung, die stark von Kinsey dominiert wird, sich nicht nur auf das berufliche beschränkt und Milk kann sich auch nach der Heirat mit seiner Frau Iris nie mehr gänzlich dem starken Einfluss von Kinsey entziehen. Und genau hier liegt eines der wichtigen Spannungsfelder des Buches, nämlich der Zwiespalt zwischen den Errungenschaften des Projekts hinsichtlich der sexuellen Aufklärung und der Liebe zu seiner Frau. Iris will sich der immer wieder von Prok, gerade bei seinen engsten Mitarbeitern und ihren Frauen, eingeforderten sexuellen Freizügigkeit nicht hingeben und gerät somit zunehmend in Konflikte mit íhrem Mann und mit dem Mentor ihres Mannes, Professor Kinsey.

Der 539 Seiten umfassende Roman macht zum einen deutlich, welche bahnbrechenden Veränderung in der amerikanischen Gesellschaft durch Kinseys Forschungsarbeiten erreicht wurden und zum anderen, welche inneren Widersprüche dadurch zugleich bei den Menschen entstehen können. John Milk bewegt sich genau in diesem Spannungsfeld. Prok fordert von ihm neben dem vollen Einsatz für das Projekt auch das reale Umsetzen der von ihm verfechteten sexuellen triebgesteuerten Freiheit. Diese wiederum steht im deutlichen Gegensatz zu seiner Liebe zu seiner Frau und Gefühlen, wie Eifersucht, die er verspürt, als diese es ihm gleich tut und sich mit einem anderen Sexpartner als ihm vergnügt.

Dr. Sex liest sich wirklich gut und Boyle widersteht der Gefahr, dass reisserische Thema allzusehr auszureizen und schafft es so, den Leser mit einer guten Story zu fesseln statt nur nach der reinen Maxime "sex sells" zu verfahren.

Sicher leidete bei mir der Lesefluss lediglich darunter, dass mir zuletzt die Zeit für längere Lesephasen fehlte. Dem Buch möchte ich die langwierige(nicht zu verwechseln mit langweilige) Lektüre sicher nicht anlasten und bewerte es daher mit guten 4 Sternen.

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