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Alwin.K "Ich habe einen ganz einfachen Geschmack: ich bin mit dem besten zufrieden!" (Sachsen)

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Revolte gegen den Großen Austausch
Revolte gegen den Großen Austausch
von Renaud Camus
  Gebundene Ausgabe

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen äußerst lesenswert, 4. Juni 2016
Zitat: „Er gilt als Vordenker des Front National in Frankreich, als Stichwortgeber und intellektuell rücksichtsloser, unabhängiger Kopf: Renaud Camus hat die Überfremdung Europas als „Großen Austausch“ bezeichnet, und dieser Begriff beginnt sich durchzusetzen!“

„Ich wurde in dem Moment zum Patrioten, als mir klar wurde, dass man mir verbieten will, einer zu sein“ Renaud Camus in „Revolte gegen den Großen Austausch“

„Wir wissen genau, dass die Masseneinwanderung Teil eines globalen Zerstörungsfeldzuges gegen alle Völker und Kulturen ist.
Wir wissen genau, dass es die eigene Dekadenz und der liberalistische Werteverfall sind, die Europa erst sturmreif für die Invasion der Fremdengemacht haben.
Wir wissen vor allem, dass der eigentliche `Feind' im eigenen Land sitzt, dass unsere Eliten, die uns fortgesetzt verraten, sowie unsere Intelligenz, die sich im Ethnomasochismus suhlt, die eigentlichen Urheber der Misere sind. (…)
Diese Clique an naiven Spinnern, eiskalten Lügnern, verblendeten Fanatikern und gleichgültigen Opportunisten macht den Großen Austausch möglich. Die einen betreiben und verwalten ihn emsig hinter den Kulissen. Die anderen arbeiten an der Bemalung dieser bunten Fassaden und zerstreuen jede einsetzende Erkenntnis des Geschehens mit der Parole vom `bedauerlichen Einzelfall', der auf keinen Fall zu Pauschalisierungen führen dürfe. Der Kampf gegen den Großen Austausch muss sich daher gegen diesen Feind richten; gegen die Austauscher. Sie müssen selbst ausgetauscht werden, bevor sie ihr Volk austauschen.“

(Martin Sellner, österreichischer Identitärer, im Nachwort zu Renaud Camus „Revolte gegen den Großen Austausch“)

Weitere sinngemäße Aussagen im Buch: „Integration oder Assimilation beruht immer auf das Vorhandensein von Mehrheiten und Minderheiten, wobei sich die Minderheiten den Mehrheiten anpassen. Es ist im Falle des heutigen Westeuropa unschwer zu erkennen, dass das Mehrheitsverhältnis der einheimischen Bevölkerung zugunsten der Invasoren zu kippen droht. Die Neuankömmlinge verspüren daher immer weniger Lust und Notwendigkeit, auf Integrationsforderungen der noch vorhandenen Mehrheit eingehen zu müssen.“ / „Integration funktioniert nur, wenn es beide Seiten wollen. Wenn auch nur eine der beiden Seiten nicht will, dann scheitert unweigerlich die Integration!“ / „Man kann einzelne Individuen integrieren, aber niemals ganze Völker“

Info' am Rande: einen guten Griff hat man mit Martin Lichtmesz getan, der auch schon die Wieder-Neu-Erscheinung von Raspails "Das Heerlager der Heiligen" übersetzt hat. Ich habe Camus' Buch gelesen wie einen guten, unterhaltsamen Roman; so ernst das Thema auch ist.

Tip: Buch kaufen und lesen, es lohnt sich.


Einordnung der Zuwanderung aus biblischer Sicht
Einordnung der Zuwanderung aus biblischer Sicht
von Jakob Tscharntke
  Taschenbuch

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen statt einer Rezension; Post an Jakob Tscharntke, 15. Mai 2016
Lieber Pfarrer Tscharntke,

vor über einem halben Jahr hielten Sie ihre Aufsehen erregende Predigtreihe vom 04. und vom 11.10.2015. Obwohl kein Christ – so doch mit einem kritischen und gesunden Menschenverstand gesegnet – habe ich mir Ihre Predigten schon mehrfach angehört. In meinem Blog, im Bekannten- und Verwandtenkreis sowie bei meinen Reden in Zwickau, Chemnitz und Plauen (Bürgerforum Zwickau, Pegida, Wir sind Deutschland) habe ich auch immer wieder aus Ihren Predigten (und mittlerweile auch aus Ihren fb-Beiträgen) zitiert, diese verlinkt und persönlich weiter empfohlen.
So gelang es mir, auch Menschen auf Sie aufmerksam zu machen, die Sie a.) nicht kannten und b.) nicht einmal Christen waren.
Für mich selbst habe ich die beiden Predigten im PDF-Format aus dem Predigtarchiv heruntergeladen und abgespeichert. Und jetzt besitzen wir auch Ihr Büchlein „Die Einordnung der Zuwanderung aus biblischer Sicht“. Und so ein Büchlein in der Hand zu halten zum Lesen ist schon etwas anderes als eine PDF-Datei.

Wie vor geraumer Zeit in einem früheren Briefwechsel zwischen Ihnen und mir bereits erwähnt, trug sich meine Frau mit dem Gedanken, nach über 53 Jahren aus der Kirche auszutreten. Was sie mittlerweile auch getan hat. Es ging dabei nicht – wie bei so vielen anderen Pseudo-Austritten der früheren Jahre – um die Kirchensteuer (deren Betrag sie fortan spendet), sondern um eine (um die!!) Glaubensfrage. Es ging um die Haltung der Kirche in der sogenannten „Flüchtlings"politik. Sie (meine Frau) ist also nicht vom Glauben abgefallen, wie man wohl als Gläubiger sagt, sondern sie hadert ganz stark und offiziell mit der Institution Kirche, die entgegen der eigenen Religion und entgegen dem Glauben der eigenen Schäfchen eine Politik mitträgt, die großen Schaden über unser Volk bringen wird und im schlimmsten Fall unser Untergang sein wird. Wie gesagt: sie hat nicht den Glauben verloren, sie ist nur aus der Kirche ausgetreten.

Dennoch hat meine Frau auch nach ihrem Kirchenaustritt noch keine richtige innere Ruhe gefunden; sie war mit sich und ihrer konsequenten Haltung (noch) nicht im Reinen. Die typischen Selbstzweifel, die einen in verschiedensten Situationen des Lebens überfallen können und den Glauben an das richtige, eigene Handeln schwer machen.
Ihr Büchlein, vor allem das erste Kapitel „Der Christ und der Fremde“ (den Teil Eins kannte bisher nur ich, sie selbst nicht), hat ihr zu innerem Frieden verholfen. Sie fühlt und weiß nun, dass Sie unter dem Aspekt der gläubigen Christin in ihren Ansichten nicht schief liegt und auch keine falschen Konsequenzen gezogen hat.
Wollen wir hoffen, dass noch viele Christen munter werden und mutig sind. Wach genug, um die Gehirnwäschen und Manipulationen durch „ihrer Kirche“ im Interesse dieser für unser Volk schändlichen Politik und sicher auch im Interesse eigener Macht-Pfründe zu hinterfragen; und Mut genug, um die richtigen Konsequenzen zu ziehen.

Wir wünschen Ihnen ein gesegnetes Pfingstfest,
Albrecht K. und Karin S.
(Chemnitz und Greiz, Pfingsten 2016)

Mehr Verweise (Links) zu Pfarrer Tscharntke in Alwins-Blog am Ende des Beitrages "Post an Pfarrer Tscharntke"


Der Selbstmord des Abendlandes: Die Islamisierung Europas
Der Selbstmord des Abendlandes: Die Islamisierung Europas
von Michael Ley
  Taschenbuch

70 von 73 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Im Abendland geht die Sonne unter…., 3. Dezember 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Vorabbemerkung: Wann immer ich den Begriff Abendland wähle, dann meine ich nicht zwangsläufig damit das christliche Abendland, auch wenn unsere Kultur traditionell und geschichtlich mit dem Christentum-Judentum verwoben ist. Ich bin Atheist und habe mit Religionen nichts am Hut. Für mich ist Abendland ein geografischer Begriff, genauso wie Morgenland. Der Begriff entstand während der Kreuzzüge als geografische Sichtweise des jeweils einen auf die Herkunft des anderen. Für die Morgenländer geht hier bei uns die Sonne unter, für uns als Europäer geht dort im Osten die Sonne auf. Das christliche Abendland wurde es meines Erachtens erst später.

Das Buch gliedert sich in die drei Teile „Über den Islam“, „Die Krise der europäischen Identität“ und „Die Zukunft Europas“. Die drei relativ langen Teile gliedern sich in je drei Kapitel mit recht kurzen Absätzen. Man kann also jederzeit Pause machen – die zum Verdauen des Gelesenen oftmals auch angebracht ist. Im Kapitel „Die Entstehung des Islam“ musste ich auch mal paar Seiten überspringen, weil es mir „zu trocken“ wurde (was man jetzt keinesfalls auf das gesamte Buch bezogen verstehen soll und sicher auch nur mein subjektives Empfinden ist!!). Aber selbst beim Weglassen einiger Seiten kommt man sofort wieder rein in den Lesefluss.

Michael Ley erläutert die Entstehungsgeschichte des Islam vor dem Hintergrund der byzantinischen, griechischen und römischen Geschichte und in der Konkurrenz zum Judentum und Christentum. Er erklärt anhand von Beispielen und geschichtlichen Fakten, warum der Islam so ist, wie er heute ist – und warum er sich bis heute nicht geändert hat. Er erklärt bekannte geschichtliche Fakten, wie die Unterwerfung Nord- und Nordost-Afrikas sowie die Ausbreitung des Islam in Richtung Pakistan und Indien. Diese Regionen haben uns das voraus, was Deutschland und Europa demnächst erwartet: eine Islamisierung. Das Osmanische Reich spielt eine Rolle und er geht auf Völkermorde ein; zum Beispiel an den Armeniern und anderen Völkern. Der Autor benennt und erklärt aber auch relativ unbekannte Sachverhalte – so zum Beispiel die Geschichte der islamischen Reiche, Emirate, Sultanate und Staaten als Sklavenhaltergesellschaften bis nahezu in die Neuzeit. Die arabischen Länder gehörten (und sind es teilweise versteckt immer noch) zu den größten Sklavenhaltern und Sklavenhändlern der Weltgeschichte – neben den USA und dem Mongolenreich. Der Bedarf an Sklaven war riesig: Dienstsklaven, Kriegssklaven, Sexsklaven und so weiter.

Der Autor bezieht sich häufig auf den Koran und erklärt oder erwähnt die verschiedenen Koranauslegungen. Auch die weltweite schleichende Islamisierung mit all den Verhaltensmaßregeln für Muslime (gerade auch als Migranten in fremden Gesellschaften) werden im Koran beschrieben, von den Muslimen beachtet – und vom Autor gut erklärt. Der Dschihad, der nicht per se mit Gewalt und Terror einhergehen muss, ist der Grundauftrag an alle Muslime: Die Errichtung eines weltweiten Kalifats. Moscheen, so der Autor, sind primär Stätten zur Predigt des Dschihad. Desweiteren erklärt Michael Ley das Verhalten der Muslime gegenüber anderen Kulturen und den Ungläubigen – und welches verbriefte Recht ihnen dazu der Koran verleiht. Er geht auf das – wie es jeder kritische Mitbürger wohl schon beobachtet hat – permanente gekränkt und beleidigt sein der Muslime ein. Diese Opferhaltung hat auch etwas mit der Unfähigkeit, den eigenen Glauben zu reformieren, zu tun. Motto: Ist der Muslim permanent und sofort beleidigt, wird ihm Aufmerksam zuteil – gerade der Westen glänzt mit einem ständigen Kniefall vor ewig gekränkten Muslimen. Das wiederum erspart es dem Moslem, sich damit zu beschäftigen, warum er ständig in fremden Kulturen „aneckt“ und dass das vielleicht mit seiner nicht reformierten (nicht reformierbaren?) Religion zusammenhängt.

Weiterhin kommen im Buch die Integration beziehungsweise die Nicht-Integration von Muslimen sowie deren nachweisbar kaum vorhandener Integrationswille zur Sprache. Michael Ley erläutert, wie und warum Parallelgesellschaften entstehen – die sich auch nicht vermeiden lassen – und warum Multikulti nicht funktioniert. Die Rolle der Religionen und der damit verbundenen Rechtsauffassungen (im öffentlichen wie im privaten Bereich!) ist dabei nicht unerheblich; vielleicht sogar die entscheidendste. Multikulti funktioniert nicht. Die USA beweisen das seit über 200 Jahren.

Ein sehr sachliches, sehr fundiertes Buch – ein wichtiges Buch zum besseren Verständnis der Geschehnisse unserer Zeit. Michael Ley bedient sich dabei auch sowohl verklärender als auch islamkritischer Schriften von Johann Gottfried Herder bis Henryk M. Broder und Necla Kelek. Das Buch wird die Entwicklung – die mit einer Zerstörung unserer Kultur und unserer Werte und am Ende vielleicht sogar mit dem Untergang unserer Nation und unseres Landes einhergeht – nicht aufhalten. Aber es erklärt sie wenigstens. Und bevor hier irgendwelche Illusionen aufkommen: Der Autor spricht von einem Zeitraum der nächsten vierzig Jahre, in dem wir unser Land nicht mehr wieder erkennen werden!

Soll man also damit, dass man den eigenen Untergang erklärt bekommt – mal sarkastisch ausgedrückt – schon zufrieden sein? Hoffnung bestände vielleicht noch, wenn sich mehr Menschen kritisch (statt mit verklärten Gedanken und glasigem Blick auf die Welt aus 1001 Nacht) mit dem Thema Islamisierung realistisch beschäftigen würden. Leider machen die Medien und die Politiker dabei die traurigste Figur. Oder wie Udo Ulfkotte sinngemäß sagt: „Ich möchte mal wissen, was unsere Regierenden ausgerechnet an den Orientalen für einen Narren gefressen haben.

Welche Rolle kommt bei derartig düsteren Zukunftsaussichten Europa selbst zu? Derzeit leider keine beziehungsweise nur die eines Statisten. Europa befindet sich in einer schweren Identitätskrise. Die Wirtschaft lahmt (auch wenn sie immer noch brummt…), der Dollar als Leitwährung ist im Sinkflug, der Euro seit Jahren in der Krise, in den südlichen EU-Ländern haben wir eine Jugendarbeitslosigkeitsquote von teilweise bis zu 50%. Die Demokratie als Staats- und Regierungsform wird von immer mehr Menschen abgelehnt, die EU wird nur als bevormundendes Regulierungsmonster wahrgenommen – im Inneren versinken die einzelnen Länder mehr oder weniger in Dekadenz, Neoliberalität, Gender-Gaga-Wahn und Regenbogenfarben, der Nachwuchs bleibt aus, die Arbeitswelt entgleist. Die Politiker streiten sich nur noch um die Farbe der Schei…e, die sie selbst fabrizieren. Um Inhalte geht es dabei schon lange nicht mehr. Die Innenpolitik schürt Unruhen, die Außenpolitik ist katastrophal. Europa steht offen wie ein Scheunentor und die EU ist nicht in der Lage und willens, die Grenzen effektiv zu sichern. In dieser Phase lädt die Bundeskanzlerin Angela Merkel nahezu im Alleingang den halben Nahen Osten und halb Nordafrika nach Deutschland ein – 80% der eingeladenen „Flüchtlinge sind Moslems. Später stehen ihr bei ihrem Amoklauf der österreichische und der französische Regierungschef bei. Europa wird geflutet. Jetzt schlägt die Stunde der RotRotGrünen Parteien und aller geisteskranken und realitätsfernen Gutmenschen! Islamkritiker werden als Nazis diffamiert. Wer nicht jedem irrsinnigen Wunsch der eingewanderten Muslime sofort hinterher hechelt, der ist ein Rassist. Wer vor dem Islam und einer schleichenden Islamisierung Europas warnt, ist im günstigsten Fall intolerant – im schlimmsten Fall ist man psychisch krank, nämlich „islamophob“.

Leider werden, wie so häufig bei dieser Art religions- und gesellschaftskritischer Werke, nur die das Buch kaufen, die sich in ihren Auffassungen und Beobachtungen bestätigt fühlen werden. Es werden gerade die nicht lesen, die es lesen müssten: Gutmenschen, islamverklärte Romantiker, jeglicher Islamkritik nicht zugängliche Mitmenschen, politisch „Korrekte“, Gleichgültige und Ignoranten. Diese Menschen im Verbund mit den Politikern und den Medien sind unser eigentlicher Untergang – weil man nicht gewillt ist, diese Entwicklung zu stoppen!
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 11, 2016 2:04 PM CET


Du bist KEIN NAZI, nur weil du zu PEGIDA gehst oder AfD waehlst
Du bist KEIN NAZI, nur weil du zu PEGIDA gehst oder AfD waehlst
von Joachim Raeder
  Taschenbuch
Preis: EUR 4,99

46 von 68 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein wichtiges Buch zur rechten Zeit, 10. November 2015
Deutschland ist auf dem Weg in ein totalitäres System. Die Demokratie äußert sich nur noch darin, dass sich selbstgefällige und profilierungssüchtige „Volksvertreter“ (die jeden Bezug zum Volk verloren haben und deren Politik an weiten Teilen der Bevölkerung vorbei geht) Phrasen, Worthülsen und Luftblasen zuschieben, um deren Form und Farbe man sich letztlich trefflich streiten (und dabei keinesfalls einigen) kann. Es geht schon lange nicht mehr Inhalte. Es geht nur noch darum, WER was sagt und WER sich WIE profilieren kann. Die Politik erreicht die Bürger nicht mehr – egal ob es dabei die Russland-Ukraine-NATO-Politik, die Griechenland-Euro-Krise oder die TTIP-Verhandlungen betrifft. Dabei sollte doch laut Grundgesetz alle Macht vom Volk ausgehen; und dazu gibt es laut Grundgesetz auch eine Meinungsfreiheit und ein Demonstrationsrecht.
Mit der Flüchtlingskrise hat sich Deutschland selbst die Krise aller Krisen geschaffen, den Punkt selbst auf das „i“ gesetzt. Diese Krise spaltet das Volk – Arbeitskollektive, Freundeskreise, die Verwandtschaft und im schlimmsten Fall die eigene Familie. Hier die Gutmenschen (nicht die guten Menschen!), die die mit 'Herz statt Hetze' für ein 'weltoffenes Deutschland' (was auch immer das ist) auf `Refugees-welcome-Partys` zu finden sind – und dort die Realisten, die keinesfalls fremdenfeindlich, aber asylkritisch sind – die, die man Rechte und Rassisten nennt oder als Nazis bezeichnet!

Das Schwingen der Nazikeule hat Methode. Wer will schon als Nazi gelten? War man nicht bis vor kurzem vielleicht noch selbst Links-, Grün- oder CDU-Wähler? Wieso ist man plötzlich Nazi? Was ist überhaupt ein Nazi? Es gibt übrigens ein Pendant zur Nazikeule – das ist der Vorwurf an Christen, nicht genügend nächstenliebend zu sein. Und welcher Christ will sich schon als kaltherzig bezeichnen lassen?

Joachim Raeder hat ein sehr wichtiges Buch geschrieben – eher eine kleine Broschüre im Taschenbuchformat, große Schrift und verständliche Formulierungen; kurz, knapp und knackig. Es enthält keine langen Pamphlets, sondern nur das, was gesagt werden muss. Joachim Raeder ist Kriminalbeamter. Ich unterstelle ihm Sachkenntnis in punkto (tatsächlicher!!) politischer Gesetzesverstöße; und ich behaupte, dass er einen realistischen Bezug zu den Menschen auf PEGIDA- oder sonstigen asylkritischen Demo's und zu AfD-Kundgebungen sowie einen Insider-Blick auf die ach so guten Gegendemonstranten hat. Joachim Raeder veröffentlicht seine Bücher übrigens in eigener Regie! Seine Anliegen müssen ihm also wichtig sein.

Was heißt es denn, rechts zu sein? Wenn es heißt, unser Heimatland zu lieben, Kultur und Traditionen bewahren zu wollen, wertekonservativ zu denken und wenn möglich zu handeln, die 1000jährige deutsche Geschichte mit all seinen Höhen und Tiefen zu achten und zu ehren sowie die Errungenschaften zu schätzen – nun, dann bin ich eben rechts. Im Übrigen DARF man rechts sein, man DARF sogar rechts-radikal sein! Und wer rechter Gesinnung ist kann trotz allem humanistisch, friedliebend, weltoffen und naturliebend denken und handeln.
Hier mal etwas Grundwissen, was eigentlich links-/rechts-radikal- und/oder extrem eigentlich wirklich ist: Egal was die öffentliche Meinung sagt, in der Justiz und bei den Sicherheitsbehörden, insbesondere beim Verfassungsschutz, werden die Begriffe radikal und extrem klar voneinander getrennt.
Extremistisch ist jemand, dessen politische Einstellung klar gegen die sogenannte freiheitlich-demokratische Grundordnung gerichtet ist. Diese hat unter anderem die Gültigkeit unveränderlicher Menschenrechte, das Demokratieprinzip mit freien und geheimen Wahlen, die Gewaltenteilung, die Freiheit politischer Betätigung (wenn sie natürlich nicht extremistisch ist) und die Unabhängigkeit der Gerichte zur Basis. Das Ziel solcher Extremisten ist die Beseitigung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Rechts- und Linksextremisten mögen sich also in ihren Inhalten oder den Zielen ihres Extremismus unterscheiden. In ihrer letztendlichen Zielrichtung, der Beseitigung des „Systems“, sind sie sich aber völlig gleich. Auch religiös-extremistische Tendenzen spielen in dieser Liga.
Radikal eingestellte Menschen, gleich ob rechts- oder ob linksradikal, werden dagegen NICHT als Feinde der freiheitlich-demokratischen Grundordnung und damit der Verfassung eingestuft. Das Bundesamt für Verfassungsschutz sagt zu dieser Unterscheidung folgendes: „Radikale politische Auffassungen haben in unserer pluralistischen Gesellschaftsordnung ihren legitimen Platz. Auch wer seine radikalen Zielvorstellungen realisieren will, muss nicht befürchten, dass er vom Verfassungsschutz beobachtet wird; jedenfalls nicht, solange er die Grundprinzipien unserer Verfassungsordnung anerkennt.“ >>>> das heißt, man darf also rechts sein (wie freilich auch links). Man darf sogar rechts-/linksradikal sein – solange man damit nicht die freiheitlich-demokratische Grundordnung gefährdet und/oder strafrechtlich relevanten (Gewalt-)Taten daraus entstehen. Es gibt ebenso radikale Vertreter der Religionen und militante oder radikale Tier- und Naturschützer.

Zurück zum Thema Nazi: Ist man denn ein Nazi, weil man die völlig unkontrollierte und entgleiste Asylpolitik kritisiert? Ist man fremdenfeindlich, weil man sich in Anbetracht der Masse an Zuwanderern (ein Ende ist nicht in Sicht) Sorgen um den Erhalt unserer Kultur und unserer Werte, Sorgen um unser Land und nicht zuletzt Sorgen um die Zukunft unserer Kinder macht? Ist man denn schon volksverhetzend oder rassistisch, wenn man eindeutig im Zusammenhang mit den sogenannten Flüchtlingen stehende Missstände aufzeigt und kritisiert, anstatt hinzunehmen, dass die politisch Korrekten dies gern vertuschen und verschweigen? Sind Sie schon als Nazi bezeichnet worden? Empfinden Sie den Begriff Nazi als Schimpfwort und als Beleidigung? Darf man sich dagegen (notfalls juristisch) wehren? Haben Sie ein schlechtes Gewissen und ständig das Gefühl, sich verteidigen und/oder rechtfertigen zu müssen – und wissen letztlich aber überhaupt nicht, warum? Würden Sie gern zu einer Demo' oder Kundgebung gehen, trauen sich aber nicht, weil man Sie in die rechte Ecke stellen und als Nazi bezeichnen könnte? (Ein Phänomen, was ich übrigens in zahlreichen Gesprächen und Zuschriften vor allem in den Altbundesländern erfahren habe). Wollen die als Nazis diffamierten Bürger wirklich eine Nazidiktatur? Muss ich mich als „aber-Nazi“ (das heißt: Ich habe nichts gegen Ausländer, aber…) ständig diffamieren und stigmatisieren lassen?

Kaufen Sie das Büchlein, es kostet nicht viel. Es ist mit ein wenig Zeitaufwand unter Umständen an einem Nachmittag ausgelesen; danach fühlen Sie sich besser.

P.S.: Im Anhang findet man das PEGIDA-Positionspapier und die Leitlinien der AfD. Möge jeder kritische und klar denkende Zeitgenosse selbst sehen, ob das Zeilen sind, die man mit Nazis in Verbindung bringen muss. Nur wer gegen den Strom schwimmt, gelangt irgendwann zur Quelle.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 11, 2015 1:58 PM CET


Kein Titel verfügbar

59 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein albtraumhaftes Déjà-vu, 11. September 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
'Ein unabänderliches Schicksal erwartet Euch. Ihr könnt ihm nicht entfliehen, und niemand wird sich ihm entgegenstellen. Nicht einmal ihr selbst. Und daran zeigt sich das Ausmaß eurer Dekadenz...'
Im Zuge der 2015-er Flüchtlingswelle, die Wladimir Putin als die größte Völkerwanderung seit dem fünften Jahrhundert bezeichnete, stieß ich in einem alternativen Politmagazin auf einen Verweis zu diesem Roman.
Der vor 42 Jahre erschienene Roman 'Das Heerlager der Heiligen (Die Armada der letzten Chance)' ist heute ein real gewordener Albtraum der Neuzeit. Was sich Raspail damals dabei gedacht hat, weiß ich nicht. Aber es ist mehr eine zu Papier gebrachte Vorsehung als ein Roman. Raspail muss frühzeitig die Zeichen der kommenden Zeit erkannt haben.

Rund 40 Jahre später (und wenige Jahre vor der Flüchtlingsinvasion 2015) kommt immerhin einer der größten 'Welterklärer', Peter Scholl-Latour in seinem Buch 'Die Welt aus den Fugen', im Abspann seines Werkes zu demselben Schluss. Welche Randrolle Europa dabei spielen könnte, veranschaulicht folgende Theorie: 'Europa ist ein Kap Asiens, ein Anhängsel des riesigen asiatischen Kontinents!' Wenn dem so ist, dann stellt man sich angstvoll die Frage: 'Was erwartet uns in den nächsten Jahrhunderten?' Denn tatsächlich hat das alte Europa, zumindest das westliche, so wie wir es kennen, seinen Zenit überschritten! Der 'Weiße Mann' dominiert nicht mehr die Länder dieser Erde und das Weltgeschehen. Begünstigend für diese Entwicklung steht auch die Tatsache, daß in den Ländern des Westens kaum noch eine klare Linie in der Innen- und erst recht nicht in der Außenpolitik zu erkennen ist. Die westliche Demokratie stößt an ihre Grenzen, der Aufschwung lahmt (das Märchen vom ewigen Wachstum), der Nachwuchs bleibt aus; gleichwohl ist das nicht zu stoppende Weltbevölkerungswachstum das größte Problem der Zukunft, nur leider nicht bei uns in Westeuropa!

Wir gehen, wie in dem Buch von Jean Raspail so schreckensreich beschrieben, einem dramatischen gesellschaftlichen Umbruch entgegen. Es werden unruhige Zeiten sein, in denen nichts so bleibt, wie wir es kennen.
In Raspails Roman erkennen wir sie alle wieder: die Massenmedien mit ihrer Gehirnwäsche; die Politiker, die sich feiernd auf die Schultern klopfen bis es weh tut; die Flüchtlinge, die das Meer mit Leichen säumen und trotzdem noch zu Zehn- und Hunderttausenden die europäische Küste erreichen ' selbst der Begriff 'Gutmenschentum' taucht auf, die in dem Glauben, Gutes zu tun, gefährlich sind und großen Schaden anrichten. Alles, was wir 2015 erleben, wird 42 Jahre zuvor beschrieben: die Illusionisten, die Selbstdarsteller und die, die sich durch die Flüchtlingswelle profilieren wollen. Die, die entgegen jeder Vernunft und realistischen Einschätzung jegliche Kritik an der Asylpolitik im Angesicht der nahenden Flotte in den Wind schlagen. Sogar die Nazikeule wird herausgeholt; Motto: wer nicht denkt wie wir ist ein Rassist. Keine Idee ist zu kitschig, zu peinlich oder zu verblendet, um nicht durchgeführt zu werden. 2015 erleben wir das mit dem Vorschlag eines Pfarrers(!!), den Asylbewerbern kostenlose Besuche bei Prostituierten zu ermöglich; oder der Möglichkeit, gerade erst angekommenen und kein Wort deutsch sprechenden Asylbewerbern einen kostenlosen Besuchstag bei der Frankfurter Buchmesse(!!) zu ermöglichen. Den Vogel schoß die ZDF-Flüchtlingsgala 'Deutschland hilft!' ab! Peinlicher ging's nimmer.
Ein schon viele Jahre in Frankreich lebender Inder, der von einer Soziologin zu seinem Volk und seinem Herkunftsland interviewt wird, wird als frustriert und 'Kasten geschädigt' bezeichnet; nur weil er nicht die richtigen Antworten gab auf die Fragen, was das Zielland der Flotte erwarten könnte.
Mit bildhaften Worten und äußerst genialen Formulierungen in einem außergewöhnlichen Satzaufbau schildert der Autor die Ereignisse ' seien es die Zustände in Indien; die Ereignisse in Fernost am Ganges, wo die Armada der letzten Chance aufbricht; die Fahrt der Elenden über den weiten Ozean auf ihren rostigen Dampfern; die Ankunft der Einwanderer an der südfranzösischen Küste ' aber auch die dekadenten und infantilen Reaktionen im Westen in Erwartung der Flottille und der folgenden Invasion. Jean Raspail lässt auch die Ursachen nicht aus: zu einem Großteil sind dies nämlich hier die arme Dritte Welt und da der reiche und wirtschaftlich starke Westen ' die 'von Gott gewollte Ordnung' gerät nicht nur ins Wanken, sie fällt in sich zusammen mit Schrecken.

Dem die heutigen Ereignisse realistisch, sachlich und kritisch beobachtenden Leser erscheint die fortschreitende Handlung wie eine Offenbarung der Gegenwart ' und das in einem fiktiven Roman, der vor 42 Jahren geschrieben wurde. Das Déjà-vu ist grausam, schreckensgleich, brutal ' und dennoch so real.
Dem den heutigen Ereignissen, in einem prinzipienlosen oder verordneten Herdentrieb, ausschließlich verklärend und jubelnd gegenüberstehenden Leser werden aber hoffentlich die verkleisterten Augen und die verzuckerten Hirne geöffnet. Wenn nicht, dann haben wir es nicht anders verdient, als mit diesen Ereignissen unterzugehen.


Russland verstehen: Der Kampf um die Ukraine und die Arroganz des Westens
Russland verstehen: Der Kampf um die Ukraine und die Arroganz des Westens
von Gabriele Krone-Schmalz
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,95

13 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch nicht nur für 'Russlandversteher', 14. August 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Auf Gabriele Krone-Schmalz bin ich aufmerksam geworden, als es diesen Eklat in der Talksendung 'Menschen bei Maischberger' (Februar 2015) gab. Der Eklat ging wohlbemerkt nicht von Frau Krone-Schmalz aus; sondern von der Talkmasterin und den anderen Gästen. Man ließ sie nicht ausreden (was man sonst eigentlich nur ' und zwar in allen Talk-Shows ' mit den Vertretern der Linken macht); man nahm sie nicht ernst und ' was noch schlimmer ist ' man versah sie mit verstecktem Spott. So wie man im Westen mit Russland umgeht, so wollte man gleich ab der ersten Minute mit Frau Krone-Schmalz umgehen. Man schoss sich auf sie ein. Und so dauerte es auch nicht lange, bis sie erbost aufstand und mit dem Kommentar 'Wissen Sie was, dann machen Sie doch Ihre Sendung alleine' das Studio verlassen wollte. Weil aber eine Sendung über Russland ohne eine(n) Russlandversteher(in) schlecht machbar ist, hielt man sie zurück. Und sie blieb.

'Ich bin Russlandversteherin ' und das ist gut so', wollte sie Ihr aufklärendes und Irrtümer aus der Welt räumendes Sachbuch über Russland in Anlehnung an ein Zitat Klaus Wowereits eigentlich nennen. Denn, so sagt sie: 'Wie ist es um die politische Kultur eines Landes bestellt, in dem ein Begriff wie 'Russlandversteher' zur Stigmatisierung und Ausgrenzung taugt? Muss man nicht erst einmal etwas verstehen, bevor man es beurteilen kann?"

Das Buch 'Russland verstehen' überfordert den Leser auf 176 Seiten im Taschenbuchformat nicht. Es liest sich flüssig ab der ersten Seite; für ein Sachbuch ist es sogar beinahe spannend. Frau Krone-Schmalz räumt von der ersten Seite an mit Irrtümern, Halbwahrheiten und Lügen bezüglich Russlands auf. Anhand von politischen und geschichtlichen Fakten ' den Bogen dabei spannend von der Entstehung der Sowjetunion, über den Zweiten Weltkrieg und den Kalten Krieg bis hin zu den aktuellsten Ereignissen auf der Krim und in der Ukraine ' erklärt sie, warum dieses oder jenes in Russland eben so ist wie es ist; und nicht so wie es der überhebliche und arrogant-maßregelnde Westen gern hätte. 'Wir sind nicht das Maß der Dinge', schreibt sie. Wir sollten hier aufhören, Putin zu belehren, wie man dieses Riesenreich über 11 Zeitzonen, mit mehreren Wirtschaftsreformen und Systemumbrüchen, dennoch weitgehend friedlich von der Sowjetunion zum heutigen Russland führte. Wenn diese gewaltigen Anstrengungen überhaupt jemand nachvollziehen kann, dann die Menschen in Ostdeutschland. In Westdeutschland hat man diese Erfahrungen in der jüngeren Geschichte nie machen müssen. Und trotzdem stellt sich der Westen permanent hin und belehrt Russland, wie man dieses oder jenes machen soll.
Im Osten Deutschlands finden sich bedeutend mehr 'Russlandversteher' (das Wort benutze ich gern als Lob, als Wertschätzung und als Ausdruck für Menschen, die ein Mindestmaß an Grips und Kenntnis von Zusammenhängen haben). Dabei hätten die Menschen in Ostdeutschland viel eher einen Grund, mit Russland zu hadern. Aber sie können Russland heute und Stalinismus damals trennen. Im Westen kennt man hingegen kaum den Unterschied zwischen Sowjetunion und Russland. Für 'die im Westen' hörte Europa bis 1990 an der innerdeutschen, spätestens an der Oder-Neiße-Grenze, auf. Viel hat sich dabei bis heute nicht geändert. Geschichtskenntnisse sind bis heute mangelhaft. Dazu kommt, dass viele ältere Westdeutsche und zu DDR-Zeiten ausgereiste Ostdeutsche nach wie vor dem alten Feindbild nachhängen ' im 'bolschewistischen Untermenschen' wurde dieses Feindbild einst auf die Spitze getrieben.
Leider, und das kann ich schon als Zwischenfazit ziehen, werden dieses Buch zum Großteil selbsterklärte 'Russlandversteher' lesen und sich während der Lektüre immer wieder bestätigt fühlen. Die, die es eigentlich lesen müssten, die werden es nicht tun; und kaufen wohl gleich gar nicht. Es könnte ja sein, dass man seine Meinung überdenken oder gar ganz ändern müsste. Denn das ist anstrengend, das will man dann doch nicht.

Gabriele Krone-Schmalz beleuchtet die Rolle der Medien, ganz besonders der Leitmedien und der gleichgeschalteten Massenmedien. Dazu muss man auch nicht immer den Ukraine-Konflikt als Beispiel verheerender Berichterstattung heranziehen. Es reicht schon, wenn man sich die diffamierenden und diskreditierenden Berichterstattungen zu den Olympischen Spielen in Sotschi betrachtet. Und dieser rote Faden zieht sich durch die desinformierenden Berichterstattungen über Russland seit dem Ende der Sowjetunion. Dabei muss man nicht mal bewusst lügen ' auch das Weglassen von Meldungen oder Verdrehen von Tatsachen sind letztlich Falschmeldungen. Außerdem setzen die Politiker und die Medien beim Thema Russland IMMER andere Maßstäbe an, als bei anderen Ländern oder Politikern. Wenn zwei das gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe. Russland wird es dem Westen NIE Recht machen; weil es Russland a.) gar nicht WILL und b.) ganz nebenbei auch nicht KANN, weil es der Westen wohlbemerkt auch nicht WILL. Wir brauchen unser politisches, wirtschaftliches und gesellschaftliches (weil angeblich undemokratisches) Feindbild im Osten.
Die Macht der Worte, wohl verpackt in Falschmeldungen, lässt das völlig falsche Russlandbild des nur oberflächlich oder gar nicht interessierten Bürger Westeuropas leider nicht bröckeln. Mehr noch: sehr oft muss ich mich für Äußerungen unserer Politiker oder Meldungen in unseren gleichgeschalteten Medien dafür fremdschämen. Ich hoffe dann immer, dass die Russen wissen, dass nicht alle Deutschen so denken.

Gabriele Krone-Schmalz beschönigt nichts. In Russland ist nicht alles ideal, für unsere Vorstellungen nicht alles erstrebenswert und auch nicht alles Gold, was glänzt. Aber wir haben dennoch kein Recht dazu, maßregelnd, belehrend und arrogant zu sein. Wie sagte Politkabarettist Hagen Rether: 'Wir können sie uns nicht leisten, diese Überheblichkeit!' Wir haben in Westeuropa eigene Baustellen, und zwar so tiefe, dass wir ganz still sein sollten. Und was die Menschenrechte betrifft'' ich würde mich nicht so weit aus dem Fenster lehnen und behaupten, dass in Deutschland keine Menschenrechte verletzt würden.

Weil ich gerade Europa erwähne: europäische und Weltpolitik geht nicht OHNE und nicht GEGEN Russland. Europapolitik geht nur MIT Russland. Frau Krone-Schmalz legt auch nahe, die Begriffe EU und Europa strikt zu trennen. Die EU ist nicht gleich Europa. Ansonsten könnte nämlich der weniger mit Russland vertraute Mitbürger zu der Ansicht gelangen, dass Russland überhaupt nicht zu Europa gehört. Ein sehr fataler Irrtum; und die Medien und Politiker haben eine große Aktie an diesem Irrglaube. Aber offenbar ist das gewollt: in der Politik geschieht nichts aus Zufall und nichts ohne Hintergründe.

Die europäischen Länder (einerseits die slawischen Länder und anderseits die Achse Paris ' Berlin ' Moskau) sollten sich auf europäische Geschichte, auf die Geschichte der europäischen Nationalstaaten und auf frühere verlässliche Wirtschafts- und politische Bündnispartner zurück besinnen. Mit ihrer seit dem Zweiten Weltkrieg anhaltenden Wirtschafts- und Aggressionspolitik schaukelt sich unserer derzeitiger 'Großer Bruder' jenseits des Atlantik nämlich seit langem selbst ins Aus. Dennoch hören die Europäer nicht auf, sehenden Auges ins Unglück zu rennen, dem Ami in den A..sch zu kriechen und alles, was aus den USA kommt, abzunicken.
Wer weiß zum Beispiel, welche Rolle die USA bei den Umbrüchen auf dem Balkan zwischen 1990 und 1999/2000 spielten? Wer weiß zum Beispiel, welche Rolle der Westen und die USA in der Ukraine spielten und immer noch spielen? Welche Rolle spielt die von den USA dominierte NATO in Richtung Russland? Wer weiß, dass die USA an der anhaltenden Euro-Krise eine gewaltige Aktie haben? Gabriele Krone-Schmalz' Buch gibt darauf Antworten.
Es gab da mal eine Ostsee-Anrainer-Konferenz, bei der freilich auch Russland dabei war. Die USA waren ' logischerweise ' nicht eingeladen. Nicht aus Bosheit, sondern weil es eine regional Konferenz der Ostsee-Anrainer war. Die USA haben solange 'genifft' und interveniert, bis der europäische Westen die USA zu dieser Konferenz zuglassen haben. Warum? Die USA haben keinerlei Interesse an einem einigen, friedlichen sowie politisch und wirtschaftlich starken Europa. Russland aber schon. Europa ist UNSER Zuhause! Aber wie sagte Wladimir Putin (ich glaube sogar, vor dem Deutschen Bundestag): 'Wir haben es immer noch nicht gelernt, uns gegenseitig zu vertrauen!' Und der Mann spricht deutsch ' das kann man googeln; nachlesen oder bei YouTube hören. Stattdessen holen die Medien des Westens bei Bedarf Putins KGB-Vergangenheit aus dem Jackenärmel. Ein Schreckgespenst eigens für den Westbundesbürger. Solche Stimmungsmacher sind ewig gestriger als die, denen sie 'Ewiggestrigkeit' vorwerfen. Und solche Politiker und Medien brauchen die permanente Erinnerung an die DDR und die Sowjetunion mehr als jene, die sich mit dem Zusammenbruch der Länder schon längst abgefunden und arrangiert haben (weil ihnen gar nichts anderes übrig blieb).

Das Buch 'Russland verstehen' ist ein friedensstiftendes Buch. Es ist ein europäisches Buch, das Irrtümer ausräumend und völkerverbindend wirken kann. Man muss es nur wollen. Das Buch 'Russland verstehen' sollte unsere politischen Eliten wachrütteln, zumindest aber nachdenklich machen. Dazu müsste man es der 'alternativlosen Kanzlerin' und dem 'Gauckler' eigentlich um die Ohren hauen. Aber das macht man mit einem Buch nicht.


Oh Boy
Oh Boy
DVD ~ Tom Schilling
Preis: EUR 4,97

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Film ist anders; und trotzdem (oder gerade deshalb) ein Erlebnis., 24. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Oh Boy (DVD)
Man könnte ihn einen Versager nennen, den Protagonisten des Films. Der mittellose und erfolglose, alles abbrechende, in sich gekehrte und sensible Endzwanziger wird verkörpert vom Theater- und Filmschauspieler Tom Schilling; eine Rolle, die ihm wie mir scheint, auf dem Leib geschrieben wurde.
Den deutschen Film „Oh Boy“ (im TV auf ARTE gesehen) werde ich mir definitiv noch einmal anschauen. Aber das gleich vorweg: Diesen Film kann man bloß hassen oder lieben. Ich glaube es gibt nichts dazwischen. Ich liebe ihn. Der Regisseur und Drehbuchautor Jan-Ole Gerster sowie das Produktionsteam, ganz speziell die Mannschaft um Kamera (Philip Kirsamer), Schnitt (Anja Siemens) und Filmmusik (The Major Minors und Cherilyn MacNeil) haben hier etwas Außergewöhnliches geschaffen. Der Film bekam durchgehend gute Kritiken und zahlreiche Film- und andere Preise; sehr zu Recht, wie ich finde. Man muss sich aber auf den Film einlassen, sonst wird's nix.

Diese Tragikomödie ist ein Film, der so ganz anders ist; und nicht nur deshalb, weil er in schwarz/weiß gedreht wurde, sondern auch wegen der jazzigen Filmmusik, der Kameraschwenks auf so viele kleine Details und der kunstvoll in Szene gesetzten Lichtstimmungen im (sehr oft) nächtlichen Berlin im Milieu zwischen Abbruchhäusern, sanierten Altbauten, Hochhäusern und Berliner Fernsehturm, S- und U-Bahnen, Graffiti, kleinen Kneipen und einem Szene-Theater. Handwerklich ist der Film grandios gemacht. Da wäre zu allererst die etwas untypische Filmmusik zu nennen, fast durchgehend Jazzmusik. Die Handlung des Films könnte gut und gerne auch in den 1920-er/1930-er Jahren spielen. Die Musik suggeriert das jedenfalls. Dabei wirkt die Jazzmusik immer passend und nie störend, sondern gefühlvoll die Handlung oder die Kameraführung untermalend (J. S. Bach würde sagen „wohl temperiert“). Die schwarz-weiß-Verfilmung tut dabei noch ein Übriges zu glauben, der Film könnte auch vor vielen Jahrzehnten entstanden sein. Im Vergleich zu Filmen von vor 60 oder 70 Jahren ist dieses Schwarz-Weiß jedoch professionell und hochwertig gemacht. Zu keinem Zeitpunkt hastig oder deplatziert wirkende Kameraschwenks auf Details wie Gesichter und Hände, aber auch auf eine Tasse Kaffee, auf Zigarettenqualm, auf ein Licht, auf herab rinnendes Duschwasser, auf Blätter oder auf die glühenden Spiralen eines Toaster (an denen sich der nie ein eigenes Feuerzeug besitzende Hauptdarsteller die Fluppe anbrennt) zeugen von großer Detail-Liebe. Eine sehr gute zusätzliche künstliche Beleuchtung sowie eine geschickte Einbindung vorhandener Lichtquellen (wie Sonnenlicht, Straßenlaternen, Fahrzeuglichter und/oder Bar-Beleuchtungen) schaffen eine übrige Stimmung. Das Schwarz-Weiß ist auch insofern eine gute Wahl, da den Betrachter die Fülle an Einflüssen im reizüberfluteten Berlin im Farbfilm wahrscheinlich erschlagen würde. Zumindest würde es den Betrachter aber ablenken. Das Schwarz-Weiß unterdrückt jede Überfrachtung des Films an Einflüssen und kehrt diese dennoch (oder gerade deshalb) kunstvoll heraus. Toll gemacht!

Während der Filmhandlung begleitet der Zuschauer Nico Fischer (Tom Schilling) in mehreren scheinbar wahllos wechselnden Episoden auf seinem Streifzug durch Berlin und auf der Suche nach dem Sinn seines Lebens – sowie bei dem verzweifelten Versuch, an eine normale Tasse Kaffee zu kommen; was ihm erst am Ende der Episoden (fast wie ein Déjà-vu des Films) gelingt.
Und so wie sein bisheriges Leben verlief, so beginnt auch der Film: Nico Fischer bricht etwas ab. In dem Fall eine offenbar gerade erst beginnende Beziehung. Einen Abschiedskaffee bei ihr schlägt er aus; und er wird im Verlauf des Films aus den verschiedensten Gründen auch nicht mehr zu einem Kaffee kommen. Die Suche nach einem Kaffee symbolisiert die ziellosen Streifzüge durch die Großstadt und seine Suche nach irgendwas, nach dem Sinn seines Daseins. Die junge Dame in dieser Szene ist seine frühere Filmpartnerin aus „Unsere Mütter, unsere Väter“, Katharina Schüttler (Greta Müller).
Im weiteren Verlauf bekommt der Betrachter die Wohnung Nico Fischers gezeigt; in der kaum etwas drin steht außer ein paar Umzugskartons, ein Tisch mit einem Toaster darauf und eine Schlafcouch. So wenig wohnlich dieses eigentlich schöne Domizil in einer großen sanierten, lichtdurchfluteten Altbauwohnung mit Balkon ist, so selten hält er sich dort auch auf. Stattdessen begleitet der Zuschauer Nico Fischer auf seinen Berlin-Streifzügen – meistens zu Fuß, in öffentlichen Verkehrsmitteln oder im Auto von Kumpel Matze (Marc Hosemann). Seinen eigenen Führerschein musste er wegen eines Alkoholdeliktes abgeben, der darauf folgende Idiotentest verlief nicht erfreulich. Fischer geriet an einen Psychologen, der ihm jedes Wort im Munde rum drehte oder auf die Goldwaage legte und seine Macht auskostet. Aber auch seine Fahrten mit dem ÖPNV verlaufen nicht immer stressfrei. Ausgerechnet, als der Ticketautomat nicht funktioniert und er ohne Fahrschein unterwegs ist, gerät er an eine Fahrscheinkontrolle – zwei junge Männer, die mit ihrem Job selbst unzufrieden und frustriert sind. Letztendlich streicht ihm sogar sein beruflich und im Golfspiel erfolgreicher Vater (Ulrich Noethen) noch die monatlichen Zuwendungen von 1000,- Euro als er erfährt, dass sein Sohn schon seit zwei Jahren nicht mehr studiert und stattdessen überhaupt nichts macht. Die verständliche Konsequenz des Vaters lautet: „Ich kann Dir jetzt nur noch helfen, indem ich Dir nicht mehr helfe!“….. und löscht das Bankkonto, das er für den Sohn führte.
In den teils komisch, teils tragischen Episoden wird Nico Fischer von Menschen begleitet (oder lernt diese kennen), die nur vordergründig gut im Leben stehen und bei denen alles klar geht. Der Spruch „Unter jedem Dach ein Ach“ bewahrheitet sich auch hier. Und so sind es alles Typen, die wie Nico Fischer mit der Gegenwart nicht klarkommen, eine unverarbeitete Vergangenheit mit sich herumschleppen oder keinen blassen Schimmer von der Zukunft haben. Sein Kumpel Matze, der Schauspieler ist, aber sich als Taxifahrer über Wasser hält. Sein einerseits erfolgreicher Vater, der aber anderseits seinen Sohn nur sehr selten zu Gesicht bekommt und von Nicos Mutter getrennt lebt. Seine ehemalige Schulkameradin Julika Hoffmann (Friederike Kempter), die als Schülerin in Nico verliebt gewesen ist, aber von ihm und seinen Freunden ob ihres massiven Übergewichtes nur gehänselt wurde. Die jetzt im Erwachsenenalter hübsche Frau ist immer noch dabei, die Mobbingerfahrungen als dickes Kind aufzuarbeiten. Dazu steht sie auf den Brettern, die die Welt bedeuten – auch wenn es nur ein kleines Szene-Theater ist. Julikas Theaterregisseur ist ebenfalls ein schräger Vogel, der in seinen eigenen Welt lebt. Nico gerät weiterhin an den bereits erwähnten MPU-Psycholgen und die dienstbeflissene Fahrscheinkontrolleure sowie an eine junge Coffé-Shop-Angestellte, an deren vielseitigem Kaffeeangebot er schier verzweifelt, weil er einfach nur einen Kaffee will (zu dem dann das Geld nicht reicht). Er gerät an drei angetrunkene Halbstarke und Möchtegern-Machos und lässt sich bei dem Versuch, Julika zu verteidigen, die Nase blutig schlagen. Sein Nachbar wiederum ist ein Typ, von dem er sich belästigt fühlt; bis er ihn auf einen Drink in seine leere Wohnung einlässt. Die Stimmung kippt alsbald ins Tragische, als das Gespräch auf die Ehe des Nachbarn kommt. Seine Frau hat Brustkrebs und bekam vor fünf Jahren beide Brüste amputiert. Seitdem gibt es kein Sexleben mehr und die Frau steht nur noch in der Küche. Auf die Frage des betroffenen Nico Fischer, ob er denn niemand zum Reden hätte, bricht der Nachbar in Tränen aus. Noch nachdenklicher macht ihn (Nico Fischer) der Besuch beim Drogen dealenden Kumpel seines Freundes Matze; Marcel. Dort lernt er die Großmutter Marcels kennen, die von all den Machenschaften ihres Enkels nichts mitbekommt und stattdessen Nico ihren schönen verstellbaren Liegesessel zeigt. In dem Sessel der Großmutter schläft er alsbald ein. Als sie dann gehen, lässt er sich sogar von der alten Frau drücken, die sich über etwas Gesellschaft sichtlich gefreut hat.

Gegen Ende des Films sitzt Nico nachdenklich in einer Bar und will von niemandem gestört werden. Es gesellt sich ein alter Mann zu ihm. Der Alte hört die Menschen reden, aber er versteht sie nicht. Es ist nicht mehr seine Welt da um ihn herum. Ungefragt erzählt er von seinen bis heute unverarbeiteten Erlebnissen als kleiner Junge auf einem viel zu großen Fahrrad und den Geschehnissen in den Pogromnächten gegen die Juden – alles geschehen vor langer Zeit, auf dieser Straße vor dieser Bar.
Als der alte Mann geht, bricht er vor der Bar auf dem Gehweg zusammen; Nico Fischer ruft den Krankenwagen und begleitet ihn auf die Intensivstation. Dort stirbt der alte Mann. Während der gesamten Zeit wartet Nico im Wartezimmer und schläft ein. Die Krankenschwester bringt ihm die Nachricht vom Tod und auch die Information, dass der alte Mann keine Angehörigen hatte. Niemanden. Betroffen fragt Nico, ob er den Namen erfahren darf, was der Krankenschwester nicht erlaubt ist. „Wenigstens den Vornamen“, will Nico wissen. „Ich darf es ja eigentlich nicht“, entgegnet die Schwester, und dann sagt sie „Friedrich“, und geht um die Ecke.

Nachdenklich geht Nico aus dem Krankenhaus.


Der Gotteswahn
Der Gotteswahn
von Richard Dawkins
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Sachbuch im Stil eines packenden Romans, 15. April 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Gotteswahn (Taschenbuch)
Richard Dawkins Sachbuch gleicht eher einem sehr guten Roman, so packend liest es sich gleich von Anfang an. Das Buch macht süchtig. Leider werden es offenbar nur die lesen, die sich eher bestätigt fühlen werden ' und nicht die, die endlich anfangen sollten, ihren klaren Menschenverstand zu gebrauchen. Das ist schade. Aber mit Argumenten kann man den 'Religioten' und Gläubigen aller Couleur eh nicht begegnen. Wie schreibt Dawkins in der Einleitung und zitiert dabei Robert M. Pirsig: 'Leidet ein Mensch an einer Wahnvorstellung, so nennt man es Geisteskrankheit. Leiden viele Menschen an einer Wahnvorstellung, so nennt man es Religion.' Dawkins wird diese Aussage aber nicht unbegründet im Raum stehen lassen. Im Laufe seines Buches wird er sie mehrfach unwiderlegbar begründen.

Im Einleitungsteil erklärt Dawkins am Beispiel prominenter, fortschrittlicher Mitmenschen und bekannter Wissenschaftler Begriffe wie Theismus und Atheismus sowie Pantheismus und Deismus. Er stellt Fragen nach einer religiösen Erziehung, und welche Rolle dabei die Eltern gegenüber ihren unmündigen und in den Fragen religiöser Erziehung schutzlos ausgelieferten Kindern spielen. Er schneidet die Themen Polytheismus und den später entstandenen Monotheismus an und verweist darauf, dass er sich fortan ausschließlich um die drei großen monotheistischen Weltreligionen (Christentum, Judentum, Islam) widmen wird. (Das Mormonentum könnte man dabei durchaus als vierte große monotheistische Religion zählen). Er greift das Thema (angeblich?) säkularisierte westliche Staatsgebilde auf und deren Verhalten gegenüber den Religionen; ebenso wie die Akzeptanz und die Wahrnehmung von Religionen in der Öffentlichkeit und das nicht hinnehmbare Kriechbuckeln von Politik und Medien vor der Religion. Ein Beispiel: bei sehr vielen bewaffneten Konflikten und ethnischen 'Säuberungen' sind die wahren Gründe religiöser Art. Auch heute noch! Dem Medienkonsumenten wird dies aber mit Rücksicht auf die Religionen vorenthalten. Ein weiteres Beispiel: 1999 befragte das Gallup-Institut US-Bürger, wen sie sich als US-Politiker oder gar Präsident vorstellen könnten. Eine Frau mit 96% Ja-Stimmen, einen Katholiken zu 94%, einen Juden zu 92%, einen Schwarzen zu 92%, einen Mormonen zu 79% und einen Homosexuellen ebenfalls zu 79%, ABER einen Atheisten nur zu 49%. Das gibt zu denken. Sollte es jedenfalls. Die Menschen eines säkularisierten Staates mit westlichen Werten der Freiheit und einer bürgerlichen Verfassung will keinen ungläubigen Politiker; und das fast im Jahr 2000! Ich fasse es nicht. Weiterhin berührt Dawkins im Einleitungsteil die Themen menschlicher Anstand, Wertevermittlung, Erziehung, Pazifismus, Nächstenliebe, Caritative und mehr ' alles Punkte, die sich die Religionsführer aller drei monotheistischen Religionen nur zu gern auf ihre Fahnen schreiben. Man spricht den Atheisten diese Dinge damit indirekt ab. Dabei ist das völliger Quatsch. Denn 'die meisten Werte des zwischenmenschlichen Zusammenlebens sind säkular', sagt Atheismusforscher Carsten Ramsel. Und ob mit oder ohne Religion wird ein guter Mensch Gutes tun und ein böser Mensch böse handeln. Im Gegenteil, ein Atheist ist vielleicht sogar ein friedfertigeres Wesen als ein Gläubiger, dessen Hirn mit Religion vergiftet ist und der, obgleich vielleicht ein guter Mensch, dazu gebracht wird im Namen seiner Religion Böses zu tun. Dazu zwei Beispiele: 1.) In meinem Blog schrieb mir ein Kommentator zu einem religionskritischen Beitrag 'Mein Gott wird Dich A******* töten!' 2.) Die Aussage, 'Der Islam ist eine friedliche und barmherzige Religion. Wer das abstreitet, muss getötet werden!'. Skurriler geht es kaum. Und das Christentum braucht sich dabei überhaupt nicht weit aus dem Fenster lehnen, die sind nicht besser! Des Weiteren beleuchtet Dawkins einleitend den Aspekt der Evolution im Gegensatz zur Schöpfungsgeschichte, die Rolle der Wissenschaften in einem harten Kampf gegen die Religionen und die Einmischung der Religionen in die Natur des Menschen (sprich: das Sexleben). Sexuelle Zwänge, sexuelle Vorschriften im Namen der Religion, Keuschheit und Reinheit vor der Ehe und/oder das Zöllibat schaffen sexuell frustrierte Menschen. Und diese sind nicht zurechnungsfähig und zu allen Schandtaten bereit. Sexuelle Enthaltsamkeit und/oder religiöse Vorschriften das Sexleben betreffend sind nicht dem Naturell des Menschen entsprechend.
Nicht zuletzt beleuchtet Dawkins, dass auch Atheisten durchaus etwas glauben oder hoffen können und dürfen. Das hat deshalb noch lange nichts mit Gottglauben oder Religion zu tun. Und auch Atheisten können nicht alles erklären. Das heißt deshalb noch lange nicht, dass spätestens das dann der Moment ist, wo auch Atheisten an übernatürliche Kräfte glauben oder an Gott. Sie können es nur zum jetzigen Zeitpunkt nicht erklären. Wenn es nach der Kirche gegangen wäre, könnten wir heute manches noch nicht erklären. Macht denn die Möglichkeit, dass man einen Regenbogen oder einen Blitz wissenschaftlich erklären kann, deshalb den Regenbogen weniger schön oder den Blitz weniger beeindruckend? Und schauen wir nicht trotzdem ehrfurchtsvoll zu Abendrot, Sternschnuppen oder Mondfinsternis, obwohl wir wissen, dass es nicht von Gott gemacht ist? Nein. Ein bizarres Beispiel des Zusammenhangs zwischen Religion und Wissenschaft ist auch folgendes: Ein gläubiger Patient liegt auf dem OP-Tisch zu einer schwierigen Operation. Gelingt die OP, dann dankt er Gott. Gelingt sie nicht, hat der Arzt Schuld. Bei aller Liebe, und bei aller Kritik an unserem profitorientiertem und unter Kostendruck stehenden Gesundheitssystem ' auf dem OP-Tisch habe ich immer noch mehr Vertrauen in die Götter in Weiß als in Gott. Und sollte ich die Operation nicht überleben, dann deshalb, weil ich zu krank oder zu stark verletzt war; und nicht, weil ich Gott nicht angerufen habe. Dann war ich halt dran, ich nenne es Schicksal.
All diese in der Einleitung angeschnittenen Themen bekommen im Buch ein eigenes Kapitel und werden ausführlich erörtert. Der interessierte Leser wird es kaum aus der Hand legen. Spannender kann man ein Sachbuch kaum verfassen. Bleibt die Hoffnung, dass sich vielleicht der eine oder andere Gläubige oder fanatische 'Religiot' dazu durchringt, das Buch in die Hand zu nehmen, seinen Verstand einzuschalten und sich im besten Fall 'bekehren lässt'.

Religionen sind von Menschen gemacht und von Menschen niedergeschrieben. Genau genommen von Männern. Die monotheistischen Religionen sind patriarchalisch und somit per se frauenfeindlich. Religionen sind dogmatisch, menschenverachtend, intolerant, fortschrittsfeindlich, scheinheilig, nach Hegemonie strebend und nicht zuletzt völlig humorlos. Religionen sind ein Machtinstrument. Dazu bedarf es eines Überbau aus Kirchen, Synagogen oder Moscheen und der (von Menschen im Sinne der Macht der Religionen) verfassten Schriften. Die organisierte Religion ist Manipulation der Massen. Und als solche bedarf sie Gegenspieler wie der Sünde und des Teufels oder das Leben im Jenseits oder in der Hölle. Religionen sind Ideologien. Wie sagte Hagen Rether: 'Glaube ist eine gute Sache, aber muss man da gleich eine Religion daraus machen?' Und weiter meint der Politkabarettist: 'Demut vor der Schöpfung und Nächstenliebe ' darauf ließen sich alle Religionen vereinen, wenn man wollte. Aber man will ja gar nicht.'

Warum, so fragt Richard Dawkins sinngemäß, sind die Gläubigen so präsent und die Atheisten nicht? Weil sich die Gläubigen seit Jahrtausenden in Glaubensgemeinschaften organisieren, die Atheisten aber nicht. Es gibt keine Glaubensgemeinschaft oder 'Religion' der Atheisten. Atheisten sind Einzelkämpfer (keine Eigenbrötler!). Atheisten haben keine Jahrtausende alte Lobby. Aber sie haben erkannt, dass es im Jahr 2000 endlich Zeit wird, den Verstand einzuschalten. Ich persönlich frage mich allerdings noch etwas anderes: Was bringt nach 2000 Jahren und mehr, nach Religionskriegen, Dschihad und religiösen Konflikten bis in die Neuzeit; nach Steinigungen, Auspeitschungen und Scharia; nach Kreuzigungen, Hexenverbrennungen und Inquisition; nach Fortschrittsfeindlichkeit und Fortschrittsverhinderung durch beinahe alle Religionsführer; nach Folter im Namen Gottes; nach der Diaspora des jüdischen Volkes, der Judenverfolgung und des Holocaust; den immerwährenden Worten von Sünde, Buße, Teufel und Hölle; nach Jahrtausende alten religiösen Ritualen bis in die Neuzeit (zum Beispiel die Geschlechtsverstümmlung, verharmlosend auch Beschneidung genannt) Menschen der Neuzeit dazu, religiösem Hokuspokus anzuhängen? Was bringt vor allem auch Frauen, die in allen drei monotheistischen Religionen nur zum Nachwuchs gebären da sind (und am besten nur Jungen!), ansonsten die Ur-Sünde darstellen und in allen drei Religionen völlig rechtlos sind oder sich ihre Rechte bis heute hart erkämpfen mussten, dazu Religionen beizutreten? Weil es die Eltern wollten? Weil sie so erzogen wurden? Dann wird es Zeit, die Augen aufzumachen und den Verstand einzuschalten!! Bei einem Erstarken der weltweiten Religionen sind die Frauen die ersten Verlierer. Der Islam macht es vor; und die katholische Kirche würde keine Minute zögern, jeden einzelnen Zentimeter verlorenen Bodens ehemaliger Macht zurückzuholen. Und letztlich stellt sich die Frage: Was bringt Eltern, und speziell Mütter, dazu, ihre völlig unmündigen, noch nicht selbst frei entscheiden könnenden und schutzlosen Kinder den Religionen auszuliefern? Warum sagen diese Eltern nicht mit dem Blick auf die letzten 2000 oder 3000 Jahre, 'Nein! Ich durchbreche diesen Kreislauf. Meinem Kind tue ich das nicht an!'
Das Buch ist schonungslos kritisch und geht mit den Religionen hart ins Gericht – vornehmlich dabei mit den drei großen monotheistischen Weltreligionen, und dabei besonders mit „unserer“ eigenen Religion: dem Christentum. Für mich sind dabei die Kapitel, in den Dawkins das Alte und das Neue Testament auseinandernimmt und in denen er die Bibel einerseits und die Quellen unserer Ethik und Moral anderseits strikt voneinander trennt von besonderem Wert. In seiner klaren Sachlichkeit und einen gesunden Menschenverstand vorausgesetzt; dennoch gewürzt mit einer Prise Sarkasmus, Spott und hin und wieder etwas englischem Humor, ist es für die Religionen niederschmetternd und vernichtend.

Nachtrag: In 35 Jahren ist fast jeder zehnte Deutsche ein Muslim. Das ist insofern interessant, da ja die die Politik keine Islamisierung des Abendlandes erkennen kann; und Pegida sind alles Spinner oder Rassisten. Der Anteil der Christen an der Weltbevölkerung wird bis 2050 in etwa konstant bei 31,4 Prozent bleiben wird. Die Studie sagt für Muslime einen Anstieg von 23,2 auf 29,7 Prozent voraus.(Quelle: Studie zur Zukunft der Weltreligionen; 2015)
Der Islam bleibt über die kommenden Jahrzehnte die am stärksten wachsende Weltreligion. Als größtes muslimisches Land wird Indonesien bis 2050 voraussichtlich von Indien abgelöst.
Die Türkei und Russland ausgenommen, besitzt Großbritannien dann die größte muslimische Gemeinschaft mit 7,76 Millionen, gefolgt von Frankreich mit 7,54 Millionen und Deutschland mit 7 Millionen. Deutschland wird drittgrößte muslimische Gemeinschaft. Nach Angaben der Statistiker werden im Jahr 2050 nur noch 74,7 Millionen Menschen in Deutschland leben ' zur Zeit sind es noch 80,7 Millionen. Der Anteil der Muslime an der gesamten Bevölkerung in Deutschland läge damit bei knapp zehn Prozent.
Zugleich nimmt die Konfessionalisierung global zu. Der große Peter Scholl-Latour nannte in seinem Buch 'Die Welt aus den Fugen' ein Erstarken der Religionen und eine Zunahme von religiös begründeten Konflikten als ein Problem der Zukunft. Er sah darin nichts Gutes, sondern ein Problem! Der Anteil der religiös Ungebundenen an der Weltbevölkerung sinkt der Studie zufolge von 16,4 Prozent auf 13,2 Prozent. Mir persönlich macht das schon Angst!! Im Sinne unserer Kinder, unserer säkularen Werte und unserer (angeblich und weitgehend) von der Kirche getrennten Bildung, Politik und Wissenschaft sowie unserer über die Jahrhunderte mühsam gegen die Kirche erkämpften freiheitlichen Kultur und Lebensweise sollten hier schnellstens Maßnahmen ergriffen werden. Alles andere ist regelrecht kriminell und ignorant. Unsere Kinder und Enkel baden es aus.

„Religion ist eine Beleidigung für die Menschenwürde. Mit ihr oder ohne sie gibt es gute Menschen, die gute Dinge tun, und es gibt böse Menschen, die böse Dinge tun. Aber damit gute Menschen böse Dinge tun, dafür braucht es die Religion!“ (der amerikanische Physik-Nobelpreisträger Steven Weinberg; zitiert von Richards Dawkins in „Der Gotteswahn“)

„Ich habe die Sühne, die zentrale Doktrin des Christentums, als bösartig, als sadomasochistisch und als abstoßend bezeichnet. Eigentlich könnten wir sie auch als total verrückt abtun, wäre sie uns nicht so vertraut, dass unsere Objektivität eingelullt wurde.“ (Richard Dawkins in „Der Gotteswahn“)

„Häufig herrscht die Ansicht, Ethik habe ihre Wurzeln in der Religion. Für mich ist bewiesen, dass unsere Moral aus anderen Quellen stammt (Anm.: und NICHT aus der Bibel), ganz gleich, ob wir religiös sind oder nicht. Und diese andere Quelle, wie sie auch aussehen mag, steht uns allen offen – ob mit Religion oder ohne sie.“ (Richard Dawkins in „Der Gotteswahn“)

„Die Bibel ist ein Regelwerk der Gruppenmoral mit Anweisung zum Völkermord, zur Versklavung anderer Gruppen und zur Weltherrschaft. Böse ist die Bibel aber nicht wegen ihrer Ziele und noch nicht einmal wegen der Verherrlichung von Mord, Grausamkeit und Vergewaltigung. So etwas findet man in vielen antiken Werken; unter anderem in der Ilias, den altisländischen Sagas, den Sagen der alten Syrer und in den alten Inschriften der Maya. Aber niemand verkauft (zum Beispiel) die Ilias als Fundament unserer Ethik. Genau hier liegt das Problem. Die Bibel wird als Leitfaden für die Lebensführung angepriesen und gekauft. Und sie ist bei Weitem der größte Weltbestseller aller Zeiten. (Richard Dawkins in „Der Gotteswahn“)

„Doch ich will fair sein, die Bibel ist in großen Teilen nicht systematisch böse, sondern einfach nur grotesk. Doch leider halten uns religiöse Eiferer genau dieses seltsame Buch als unfehlbare Quelle für Ethik und Lebensregeln unter die Nase. Doch wer seine Moral wirklich auf den Wortlaut der Bibel gründen will, hat sie entweder nicht gelesen oder nicht verstanden. Natürlich werden irritierte Theologen nun einwenden, dass wir die Bibel und vor allem das Alte Testament heute nicht mehr wörtlich nehmen. Aber genau darum geht es mir: wir suchen uns aus, welche Stückchen aus der Bibel wir wörtlich glauben und welche wir als Symbole oder Allegorien abschreiben“. (Richard Dawkins in „Der Gotteswahn“). Für dieses Herauspicken und Auswählen persönlicher Entscheidungen, diese oder jene ethische Regel zu befolgen oder nicht, diesen Textteil der Bibel wörtlich und ernst zu nehmen und den anderen nicht, dafür gibt es keine absolute Grundlage. Wenn das eine ein moralischer Blindflug ist, ist es das andere auch.
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Richard Dawkins trifft jedenfalls in diesem Buch 'Gotteswahn' sehr meinen Nerv bezüglich der Haltung zu den Religionen. Ich habe das auch in früheren Blog-Beiträgen schon zum Thema gemacht:
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 6, 2015 5:33 PM MEST


Nackt unter Wölfen
Nackt unter Wölfen
DVD ~ Florian Stetter
Preis: EUR 7,99

10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich gebe zu, dass ich skeptisch war........., 2. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Nackt unter Wölfen (DVD)
Wenn Hollywood so einen Widerspruch zwischen Blutrünstigkeit und Grausamkeit einerseits und tiefer Menschlichkeit, Zusammenhalt und Hoffnung anderseits dreht, dann ist es ein Blockbuster. Ich erinnere an die schrecklichen Abschlachtszenen in „Der Soldat James Ryan" (zum Beispiel in der Normandie) die in Wahrheit sicher noch viel schrecklicher gewesen sind. Wenn deutsche Filmemacher so etwas dreht, dann wird es zumindest teilweise von den (deutschen Medien) verrissen. Folgende Zitate aus dem Magazin Stern:

Zitat 1: „Nackt unter Wölfen" ist eine radikale und streitbare Antwort auf die Frage, wie die Gräueltaten der Nationalsozialisten heute noch erzählt werden können. Kadelbach und der Drehbuchautor Stefan Kolditz nehmen den Zuschauer in den Würgegriff: Es gibt wenige entlastende Momente in ihrem KZ-Drama, keinen Raum für Reflexion – nach einer Folterszene folgt ein Kameraschwenk in den Himmel, dann geht es weiter. Die Überforderung des Zuschauers ist das Ziel.“ Ich muss sagen, ich fühlte mich nie überfordert. Aber; es war beklemmend und erschütternd, und das darf das Thema wohl auch.

Zitat 2: „So authentisch wie möglich, hart und schonungslos, muss der Film sein. .... Der Film öffnet keine zweite Ebene; das Grauen bleibt das Grauen – ohne dass man es auch nur im Ansatz verstanden hätte." Nun, das Grauen versteht man auch nicht. Warum soll man es dann im Film verstehend gestalten? Wir sind hier nicht bei „In aller Freundschaft" oder bei „Traumschiff Blablabla" oder „Sturm der Liebe". Und ja: Das Grauen IST und BLEIBT das GRAUEN!

Zitat 3: „Neuverfilmung 'Nackt unter Wölfen' ist banaler Mist". Diese Einschätzung ist vernichtend und wird dem Film nicht gerecht. Und während dessen feiert man wirklichen Mist wie 'American Sniper' als cineastische Highlights, oder wie soll ich das jetzt verstehen? Warum wird der Fließbanddreck der Hollywood'schen Filmemacher (die in gewissen Abständen auch zugegebenermaßen zu großen Werken in der Lage sind) immer besser bewertet und dem deutschen Volk auch so verkauft, als deutsche, französische, skandinavische oder andere Produktionen?

In einer Zeit, in der die Generation unter 30 nichts mehr von Auschwitz weiß; zum 70. Jahrestag des Kriegsendes des II.WK (den unsere Kanzlerin geschickt verdrängt und verleugnet) sowie zum Jahrestag der Befreiung des KZ Buchenwald dürfte man der Verfilmung etwa mehr Respekt als 'banaler Mist' entgegenbringen. Der Film ist nicht besser und auch nicht schlechter als die Altverfilmung. Er ist moderner, er ist in Farbe und in seine Produktion sind neueste Buchenwald-Erkenntnisse eingeflossen. In der (der Fernseh-Erstaufführung) folgenden Reportage sagte man sinngemäß: „Wenn man die Befreiung des KZ und die Rolle der Amerikaner bei der Befreiung (die in der DDR völlig außen vor gelassen wurde) und die zweifelsohne heroische antifaschistische Widerstandsbewegung im Lager (welche zu DDR-Zeiten zweifelsohne instrumentalisiert und verklärt wurde) ins rechte Licht rückt und betrachtet, dann bekommt man eine gute und sachliche Sicht auf die Geschehnisse im ersten Quartal des Jahres 1945 im KZ Buchenwald.

Man muss natürlich als ehemaliger DDR-Bürger auch wenig bereit sein, sich von seiner 'Borniertheit' (oder nenne man es Voreingenommenheit) zu lösen und auch einmal eine andere Interpretation als die zu DDR-Zeiten im Sinne des Systems instrumentalisierte Buchenwald-Story zulassen..... Ein Freund kritisiert zum Beispiel mit Karten spielende Häftlinge. Ja glaubt man denn, die haben 24 Stunden im Steinbruch gearbeitet oder sind vom ersten bis zum letzten Tag ihrer Haft rund um die Uhr verprügelt worden? Die haben durchaus auch mal etwas anderes gemacht. Bruno Apitz hat beispielsweise im KZ geschnitzt. Und glaubt man denn, dass prinzipiell alle Kommunisten das Kind gern behalten wollten – nur weil es Kommunisten und die Guten waren? Das Kind war im Weg und eine große Gefahr für alle. Da muss man leider auch abwägen, wie viele Menschenleben man opfern kann, um noch mehr Menschenleben zu retten. Anderseits gab es auch unter den Häftlingen Denunziation und Verrat um des vermeintlichen eigenen Vorteils willen. Desweiteren gab es auch Lagerpersonal, das sich durchaus einen Restfunken an Menschlichkeit bewahrt hat und zu den Häftlingen eben doch ein wenig humaner war? Und während ein oder zwei Kommunisten aus der Widerstandsgruppe verständlicherweise das Kind loswerden wollten, so hat eben der Nazi, der sie mit dem Kind in der Effektenkammer erwischt hat, Stillschweigen darüber bewahrt. Dort, wo Personal und Häftlinge Dauerkontakt hatten, weil sie immer wieder zusammen arbeiten mussten, dort bildeten sich auch Zweckgemeinschaften heraus. Die eine Hand wäscht die andere..... wie überall.

Dieses neue „Machwerk" hat man in einem Monat vergessen, meint ein Freund. Wenn, dann hat man dieses neue Machwerk deshalb schon in einem Monat vergessen, weil a.) der Westen bisher ohnehin nichts von Buchenwald und dem Kind und Apitz wusste, b.) wir in der DDR der 1960-er bis 1980-er Jahre ganz anders groß geworden sind („Nackt unter Wölfen" war gern gelesene Pflichtlektüre und der Film eine logische positive Ergänzung des Gelesenen und c.) die heutige Generation mit einem Überfluss an allem lebt; nicht nur beim Discounter, sondern auch in der Unterhaltungsindustrie. Das zeigt sich doch auch, wenn wir Kinder der 1960-er bis 1980-er über gemeinsame Fernsehsendungen oder Kinofilme reden. Da können wir uns heute, 30 oder 40 Jahre später, immer noch darüber unterhalten und finden sofort einen gemeinsamen Gesprächskonsens. Man mache das mal mit der Jugend heute oder gar mit der Jugend von heute in 30 Jahren. Das funktioniert nicht mehr. „Wir wissen über immer mehr immer weniger..... bis wir über alles nichts wissen"

Der Roman ist nicht das, was Bruno Apitz im Manuskript vorgelegt hat, aber es ist ein guter Roman. Die Erstverfilmung kommt dem Roman sehr nah und ist zweifelsohne sehr gut. Die Neuverfilmung ist nicht schlechter. Man muss sich nur mal dazu durchringen, das auch anzuerkennen und sein Urteil nicht schon vorher fertig zu haben. Skeptisch war ich auch, das gebe ich zu.

Wenn es aber Zeitgenossen gibt, die ihr Wissen darüber (auch über das WARUM) erweitern wollen, hier ein paar Tips:

1.) Befehlsausführung und Pflichterfüllung gehen ihm über alles. „Unsere Ehre ist die Treue“ – dieser Treue-Eid der SS bedeutet: unbedingter Gehorsam ohne Wenn und Aber! „Alles, was ich im Lager tue, tue ich auf Befehl. Ich bin nicht dafür verantwortlich! Ich bin ein Stück des Räderwerks, nichts weiter.“ Das sagt Rudolf Lang alias Rudolf Höß im Roman „Der Tod ist mein Beruf" von Robert Merle über den Lagerleiter von Auschwitz. Und so schreibt auch Robert Merle in seinem Nachwort: „Alles, was er (R. Lang) tat, tat er als ein Mann der Pflicht. Und gerade darin war er ein Ungeheuer.“
2.) In einem Film über den Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozess („Nürnberg - im Namen der Menschlichkeit") möchte ein amerikanischer Psychologe herausfinden, was den völlig unterschiedlichen Naturen und Charakteren der Verbrecher-Elite gemeinsam ist. Und er kommt nach ausgiebigen Gesprächen mit Hermann Göhring vor dessen Selbstmord zu der Überzeugung, „Ihnen allen fehlt es an jeglichem Mitgefühl!“
3.) Fünf Tage nach der Fernseh-Erstaufführung von „Nackt unter Wölfen“ kommt (kam) der Film „Schindlers Liste" im RTL-2; leider mit Werbeunterbrechungen für Pampers, BMW, Nougat und Rotkäppchensekt. DAS finde ICH banal, kitschig und kritikwürdig. Weil der Film auch nach dem zweiten, dritten oder vierten Mal bedrückend und beklemmend ist. Denn was man oben im Zitat vom Stern kritisiert, gilt auch hier: Das Grauen bleibt das Grauen; das man nicht versteht.
4.) Ein englischer Universitätsprofessor teilt freiwillige Probanden zu einer Studie über Pflichtausführung in Gefängniswärter und Häftlinge ein. In einem eigens dafür erbauten „Knast" bekommen die einen Uniformen und Befehlsgewalt und die anderen Häftlingssachen und Zellen. Innerhalb kurzer Zeit gerät die Sache völlig außer Kontrolle und läuft dem Professor aus dem Ruder. Es gibt Schwerverletzte und Tote: in einem gespielten(!!) Knast! Man beruft sich auf Pflichterfüllung und Befehle, so wie die Nazis in Buchenwald und anderswo. Und Sadisten sind auch immer dabei. Filmtip/Buchtip: „Das Experiment".

Nein, das Grauen bleibt das Grauen. Man versteht es nicht. Warum soll das dann bei „Nackt unter Wölfen" ein Kritikpunkt sein?
Im Übrigen beruhen alle vier Tips zur Vertiefung der Materie auf erschreckende Tatsachen. Das Unvorstellbare ist leider Wahrheit.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 6, 2015 5:44 PM MEST


Still Alice - Mein Leben ohne gestern
Still Alice - Mein Leben ohne gestern
DVD ~ Julianne Moore
Preis: EUR 9,99

43 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen sehr emotional und nichts beschönigend, 1. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Still Alice - Mein Leben ohne gestern (DVD)
Ich habe (hatte) einen Arbeitskollegen, der mit 50 Jahren aus dem Berufsleben ausgeschieden ist. Im Vorfeld haben wir uns schon einige Monate bis etwa zwei Jahre lustig darüber gemacht, dass „er so neben sich steht". Er hat Dinge nicht gewusst, die seit Jahren zu den Grundlagen unseres Berufes gehörten. Manchmal wusste er von heute auf morgen die einfachsten Sachen nicht (mehr). Seit etwa zwei Jahren ist er nun nicht mehr bei uns.

Er hat Alzheimer. Diagnose: früh einsetzende Alzheimer mit gerade mal 50 Jahren. Wir glaubten, dass es das nicht gibt, dass das nicht sein kann. Bis dahin hatte ich davon noch nie was gehört. Und davon handelt der Film. Vom Leben ohne Gestern, vom Leben im Vergessen.
Im Film hat die Protagonistin ebenfalls früh einsetzende Alzheimer; in diesem besonderen Fall genetisch bedingt und vererbbar. Die Chance für ihre drei Kinder, diese Gene in sich zu tragen, betragen 50:50 Prozent. Bei Vorhandensein der Gene besteht die Chance für das betreffende Kind, ebenfalls an früh einsetzender Alzheimer zu erkranken, bei 100 Prozent. Doch dazu später.

Die Familie besteht aus Alice Howland (Julianne Moore), der ältesten und verheirateten Tochter Anna Howland-Jones (Kate Bosworth) nebst ihrem Mann Charlie Howland-Jones (Shane McRae), dem mittleren Sohn Tom Howland (Hunter Parrish), der jüngsten Tochter Lydia Howland (Kristen Stewart) – und nicht zu vergessen, dem Ehemann John Howland (Alec Baldwin). Der Streifen wurde für mehrere Filmpreise nominiert und bekam etliche Auszeichnungen. Die Hauptdarstellerin bekam für das sehr bewegende, sehr nahe gehende und sehr aufwühlende Spielen ihrer Rolle den Oscar 2015 als beste Hauptdarstellerin. Sehr gut gefallen hat mir auch Alec Baldwin, der in den letzten Ehejahren (mit Kim Basinger) und seit der Scheidung im Jahr 2002 eher mit privaten Tiefs und Alkohol-Eskapaden von sich reden machte. Schön, dass er sich wieder gefangen hat und zu alter Qualität zurück gefunden hat. Sehr gut gefallen, und das ist eher noch untertrieben, hat mir auch Kristen Stewart. Der einstige Teenie-Star aus der „Twilight-Saga“ machte in der Vergangenheit mit einem Auf und Ab, sowohl im Privaten wie auch im Beruflichen, von sich reden. Die sehr einfühlsame Charakterrolle als Lydia Howland, das angebliche schwarze Schaf der Familie, sollte ihr zu einem weiteren Durchbruch als Schauspielerin verhelfen. Nach diesem Film empfiehlt sie sich dafür geradezu.

„Still Alice“ ist ein Familiendrama. Es basiert auf der gleichnamigen Romanvorlage der Schriftstellerin Lisa Genova. Der Film reiht sich ein in so wunderbare Streifen wie „Die Auslöschung“, den tragischen TV-Spielfilm (ebenfalls zum Thema Alzheimer), „Mein Vater“ oder (dem sehr philosophischen) „Das Ende ist mein Anfang“. Überhaupt nicht vergleichen lässt sich „Still Alice“ mit dem neulich ebenfalls erst gesehenen „Honig im Kopf“, der Tragikomödie von Till Schweiger zum Alzheimer-Thema. Das sind zwei völlig verschiedene Konzepte!

Die bekannte und anerkannte Linguistin, Dozentin und Buchautorin Dr. Alice Howland beginnt, Veränderungen ihrer Gedächtnisleistung festzustellen. Vorläufig spricht sie aber nicht darüber. Sie verläuft sich beim Joggen auf dem Uni-Campus und weiß nicht mehr, wo sie ist. Sie hat Wortfindungsstörungen bei Vorträgen und Vorlesungen, die sie geschickt überspielt. Sie vergisst Rezepte, die eigentlich zu ihrem Repertoire als Hausfrau gehören und weiß nicht mehr, wie Speisen (in dem Fall ein Salat) heißen, die sie selbst kurz zuvor zubereitet hat. Fast nicht mehr zu überspielen ist die Situation, als sie sich innerhalb weniger Minuten bei der neuen Freundin des Sohnes vorstellt. Ansonsten ist alles beim Alten in der Familie Howland. Man sitzt am Tisch, spricht über die Zukunft und über die Berufe. Die Familie besteht ausschließlich aus hochgebildeten Menschen, die der Schicht der Intelligenz zuzuordnen sind. Der Vater John ist Mediziner, Forscher und Dozent. Die große Tochter Anna ist Anwältin und der mittlere Sohn Tom wie der Vater in der Medizinbranche tätig. Kein Wunder, dass sich die Gespräche um Medizin, Uni und Karriere drehen. Nicht mithalten kann dabei die jüngste Tochter Lydia, die unbedingt Schauspielerin werden möchte. Von der Familie wird Lydia ob ihrer Träume kritisiert und belächelt. Man glaubt nicht an sie. Der Vater unterstützt sie aber zumindest finanziell, ohne Wissen der restlichen Familie. Umso mehr wird Lydia von der Mutter Alice bei jeder sich bietenden Gelegenheit wegen ihrer Berufsziele kritisiert. Oftmals ist die Situation kurz vorm eskalieren. Dennoch ist es gerade Lydia, die sich am Ende für die Mutter die meiste Zeit nimmt und zumindest zwischenzeitlich alles der Pflege der Mutter hinten anstellt.

Als ihr der Arzt ihres Vertrauens Alzheimer diagnostiziert bricht eine Welt zusammen. Sie weckt nachts, panisch und schweißgebadet, ihren Mann und erzählt ihm von der Diagnose. Auch die Kinder weiht sie ein. Bei einem Gen-Test der Kinder stellt man fest, dass die große Tochter (die zudem schwanger ist) die Gene ebenfalls in sich trägt, der Sohn aber nicht. Die jüngste Tochter Lydia lässt sich nicht testen, sie will es nicht wissen.
Ihr Arbeitsplatz steht auf der Kippe – und lange geht es auch nicht mehr, bis sie aufhören muss. Der erste totale seelische Zusammenbruch passiert, als sie zuhause die Toilette nicht findet, einnässt und sich vom Ehemann beim säubern und umziehen helfen lassen muss. Nach und nach beginnt sie, sich von ihrem alten Leben zu verabschieden. Und so steckt sie sich kleine Ziele: sie will die Geburt ihres Enkelkindes noch so bewusst wie möglich erleben. Und sie will zu einer Theateraufführung, bei der Tochter Lydia eine der Hauptrollen spielt. Eine sehr erkenntnisreiche Begebenheit und eine sehr rührselige Situation für die gesamte Familie.

Alice besorgt sich jede Menge sehr starker Schlaftabletten. Die will sie nehmen, wenn es gar nicht mehr geht. Dazu erstellt sie sich selbst ein Anleitungsvideo, das sie später dabei anleiten soll. Leider bedenkt sie dabei nicht, dass wenn man so weit ist, den Punkt bereits überschritten hat. Sie schafft es nicht mehr, sich „einzuschläfern“. Ein Dilemma. Noch einmal soll sie in der Öffentlichkeit auftreten: Zu einem Alzheimerkongress bittet sie ihr Arzt, einen Vortrag über die Krankheit zu halten. Mit der Perfektion der früheren Linguistin und Dozentin und zahlreichen Selbsthilfetricks sowie einem enormen nervlichen Kraftaufwand gelingt es ihr, einen wissenschaftlich fundierten Alzheimerbeitrag zu erstellen. Als sie ihn der Tochter Lydia vorliest, bekommt sie eine vernichtende Kritik, sinngemäß: „Mama, warum erzählst Du nichts aus Deinem Alltag, wie es Dir mit der Krankheit geht?“ Empört bricht sie das Gespräch mit der Tochter ab. Zum Alzheimerkongress hat sie aber auf Rat der Tochter dennoch einen neuen Beitrag mit, den sie mit hohem Kraftaufwand und sehr emotional für die Kongressteilnehmer vorträgt.

Der Film lebt von liebevollen Gesten und oftmals auch von nicht Ausgesprochenem. Er beschönigt nichts und der Zuschauer weiß, dass es nicht gut ausgehen kann. Täglich bricht ein Stück des alten Lebens von Lydia weg, mal mehr und mal weniger. Die Familie wird mit einer sich ständig verändernden (verschlechternden) Situation konfrontiert. Es sind keine Helden. Es sind Menschen, die zu diesem familiären Dilemma gekommen sind wie die Jungfrau zum Kind. Man tut was und man hilft wie man kann – mit viel Liebe und nach bestem Wissen und Gewissen. Dabei macht man auch Fehler. So will der Ehemann zum Beispiel umziehen. Er hat eine lukrative Stelle weit weg vom Heimatort angeboten bekommen, für ihn ein lange gehegter beruflicher Traum. Er meint, seine Frau weiß doch eh nix mehr, dann ist es auch egal, wo man wohnt. Er verwirft dann den Gedanken aber wieder und tritt vom Angebot zurück. Seiner Frau Alice die verbleibende Lebenszeit so harmonisch wie möglich und gewohnt wie bisher zu gestalten, erscheint ihm dann doch wichtiger. Alice erlebt auch noch die Geburt ihrer Enkel. Glückselig hält sie eines der Zwillinge unter den skeptischen Augen ihrer Familie in ihrem Arm.
Dem Zuschauer bleibt es erspart, mitzuerleben ob und wann und wie Alice stirbt. Auch der weitere Leidensweg bleibt dem Zuschauer erspart. Es weiß eh jeder, dass es nur noch schlechter wird; und nicht mehr besser.

Tochter Lydia zieht wenig später von der Westküste an die Ostküste zu ihrer Mutter, um sich um sie zu kümmern. Sie bezieht ihr altes Kinderzimmer. Und so liest sie ihr eines Tages ein Gedicht vor und fragt sie nach ihrer Meinung dazu. Die Tochter will wissen, ob sie – die völlig abwesend wirkende Mutter wisse, von welchem Thema das Gedicht handelt. Alice sieht Lydia nach einigen Momenten der geistigen Abwesenheit an und bringt mit sichtlicher Anstrengung und schwer verständlich nur ein Wort hervor: „LIEBE“ Sie hat schon alles vergessen und jetzt ist dabei, ihre Sprache zu verlieren. Aber dass man ihr in ihrer Familie immer noch mit Liebe begegnet, dass begreift sie – oder anders gesagt: sie spürt es!
Kommentar Kommentare (13) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 22, 2016 5:08 PM CET


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