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Rezensionen verfasst von
Alwin.K "Ich habe einen ganz einfachen Geschmack: ich bin mit dem besten zufrieden!" (Sachsen)

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12 Years a Slave
12 Years a Slave
DVD ~ Chiwetel Ejiofor
Preis: EUR 5,00

4 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ergreifend, aufrüttelnd und anklagend, 11. März 2014
Rezension bezieht sich auf: 12 Years a Slave (DVD)
Achtung: diese Rezension bezieht sich auf den Kinofilm, nicht auf die DVD als Artikel.

Als ich das letzte Mal im Kino erlebte, dass ein Publikum ergriffen und in sich gekehrt in den Polstern hocken blieb, ohne auch nur einen Mucks zu äußern den Abspann an sich vorüber ziehen ließ und der Reinigungstrupp schon in der Tür stand, war bei „Cloud Atlas“ im Jahr 2012.
Und jetzt erlebte ich selbiges bei „12 Years a Slave / 12 Jahre ein Sklave“.

Es ist schon erstaunlich, dass ein als Kino-Hit propagierter Film mit Oscar-Auszeichnung sich nach nur drei Wochen im Kinoprogramm allmählich ausdünnt und in der dritten Woche nur noch an drei Tagen in einer Nachmittagvorstellung läuft. Und selbst da war der kleine Kinosaal mit 160 Plätzen nicht mal zu einem Viertel besetzt.
Wer jetzt denkt „Aha, habe ich wohl nichts verpasst“, der irrt gewaltig. Man darf freilich keinen Blockbuster der Filmfließbandindustrie a'la Hollywood erwarten. Vielmehr läuft dieser Film unter der Rubrik „Der besondere Film“; und er ist erst recht nicht gemacht für die breite Masse.

Besonders erschreckend ist die Tatsache, dass der Film auf einer Buchvorlage basiert, der wiederum eine wahre Begebenheit in den amerikanischen Südstaaten vor nur 160 Jahren zu Grunde liegt. Die Idee, dieses Buch zu verfilmen, entstand erstmals in den 1930 Jahren. Leider wurde damals zeitgleich der Roman „Vom Winde verweht“ verfilmt. Gegen einen solchen Herz-Schmerz-Streifen konnte ein in Planung befindlicher Film über die Sklaverei in jüngster Vergangenheit in einer angeblich freien und zivilisierten Nation natürlich nicht punkten. Das Projekt wurde stillgelegt. Und das war gut so. Vielleicht mussten die Zeit und die filmischen Möglichkeiten die Idee erst reifen lassen. Was Steve McQueen (nicht zu verwechseln mit dem amerikanischen Schauspieler) daraus gemacht hat, ist ein unheimlich ergreifender Film.

Der Film liefert faszinierende Landschaftsaufnahmen, die im krassen Gegensatz zum lebend gewordenen Albtraum der Hauptperson sowie der anderen ausgepeitschten, unterdrückten und missbrauchten Sklaven stehen.
Grandiose Detailaufnahmen von den schönen Dingen des Lebens und der Natur einerseits sowie anderseits von barbarischen und grausamen Begebenheiten oder einfach auch nur des erbärmlichen Alltagslebens in den Sklavenhütten stehen sich völlig konträr gegenüber. Absolut aufrüttelnd und anklagend auch die Sklavengesänge vor ihren Unterkünften sowie auf den Feldern der Zuckerrohr- oder Baumwollfarmer – im Hintergrund untermalt von der singenden und klatschenden Peitsche der Aufseher.

Etwas aufgesetzt wirkt die Rolle des Brad Pitt im letzten Viertel des Films als Sklavenretter. Aber warum soll nicht auch ein Brad Pitt mal eine nette Nebenrolle spielen? Ich meine nur, jeder andere gute Schauspieler hätte sie auch spielen können. Dann hätte es vielleicht nicht ganz so „künstlich“ gewirkt. Dem Gesamtwerk „12 Years a Slave“ tut es aber keinen Abbruch!

Das Heraustreten aus dem bis zur letzten Sekunde stillen Kinosaal in ein unter dem Cinema-Kino befindliches zweistöckiges Einkaufcenter mit all den „Errungenschaften“ unserer modernen Überflussgesellschaft schuf dann eine völlig groteske Situation. Denn so schnell konnte ich die eben gesehenen Menschenschicksale nicht abschütteln und verdauen. Dazu brauche ich mindestens noch den heutigen Abend.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 12, 2014 11:42 AM CET


Nikon MH-24 Ladegeraet fuer EN-EL14
Nikon MH-24 Ladegeraet fuer EN-EL14
Preis: EUR 55,99

13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen gut gedacht ist noch lange nicht gut gemacht, 16. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Nikon MH-24 Ladegeraet fuer EN-EL14 (Camera)
ACHTUNG: Diese Rezension bezieht sich ausschließlich(!) auf das Ladegerät MH-24, welches der Kamera D5100/D5200 beiliegt und vielleicht auch noch mit anderen Nikon-Modellen ausgeliefert wird. Diese Rezension stellt keine Negativbewertung der entsprechenden Kameras dar!!

Was Nikon sich bei diesem Ladegerät gedacht hat, möchte ich mal wissen. Jedenfalls ist gut gedacht noch lange nicht gut gemacht. Ich sehne mich nach meinem Akkuladegerät von meiner alten D50 zurück; ganz herkömmlich mit Basis, Kabel und Stecker.

Das Ladegerät MH-24 besteht zunächst aus zwei Teilen: die eigentliche Lade-/Basisstation und ein Steckeradapter. Der Steckeradapter wird nach den Standards des Landes ausgewählt, in dem die Kamera bestellt wird. Zuhause braucht man nur noch die Basisstation und den Stecker zusammenstecken, fertig. Das Ladegerät (ohne Kabel) steckt man nun direkt in die Steckdose. Soweit, so gut und bis hierher überzeugend.

Wer jetzt denkt, nach vollzogenem Ladevorgang kann man das Ladegerät wieder in seine beiden Teile trennen und das Ding platzgünstig in der Fototasche mitnehmen, der irrt gewaltig!

Der Steckeradapter und die Basis rasten hör- und fühlbar ein und verbinden sich miteinander. Zu diesem Zeitpunkt ahnt man noch nicht, daß man das Teil nur unter größter Kraftanstrengung und unter Zuhilfenahme verschiedenster Werkzeuge (Rouladennadeln, Messer, 1mm-Inpusschlüssel oder ähnliches) wieder auseinander bekommt. die Gefahr, das Teil dabei kaputt zu machen, ist extrem groß. Sicher hat diese Prozedur auch Auswirkungen auf die Langlebigkeit.
Man kann natürlich auch das Ladegerät im zusammengesteckten Zustand belassen. Dann schleppt man in der Fototasche ein sperriges und somit völlig indiskutabel-platzbeanspruchendes Ladegerät mit sich herum.

Wenn es so einfach wäre, die Verrieglungshaken reinzudrücken, hätte ich hier nicht so einen Aufstand gemacht. Aber so einfach ist es eben nicht. Andere Dinge haben auch Verriegelungen, die sich trotzdem lösen lassen.
Kommentar Kommentare (10) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 22, 2015 11:13 AM CET


Der Medicus [Blu-ray]
Der Medicus [Blu-ray]
DVD ~ Olivier Martinez
Preis: EUR 9,80

13 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bildgewaltige Verfilmung eines Historienromans; mit exzellenten Schauspielern in Szene gesetzt., 27. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Medicus [Blu-ray] (Blu-ray)
Wie man die Verfilmung eines Historienromans an den Baum fahren kann, hat Sat-1 bei der „Wanderhure“ gezeigt. Wenn das Geld oder andere Zwänge die Filmdauer bestimmen und der vorliegende Romanstoff auf 1,5 Stunden zurechtgestutzt wird, kann man nicht erwarten, daß die Umsetzung des Vorhabens zufriedenstellend erfolgt. Und warum soll man nicht aus einem literarischen Epos einen Monumentalfilm machen? Das funktionierte in den 1960er und '70er Jahren, und es funktionierte in den 1990er Jahren mit Mel Gibsons „Braveheart“. Ich bin auch der Meinung, daß ein Film mit einem gewaltigen Zeitabriß zu einem monumentalen Thema auch gern 2,5 bis 3 Stunden gehen kann. UFA-Cinema als Produktionsfirma sowie ARD-Degeto und Beta-Cinema als Co-Produzenten taten gut daran, den Stoff eben nicht in 90 Minuten unterbringen zu wollen, sondern dem Film stattdessen eine komplette Stunde mehr zu gönnen. Im Gegenteil, es hätte sogar noch eine halbe Stunde mehr sein können. Immerhin umfasst die Handlung in der Buchvorlage (Noah Gorden, „Der Medicus“) mehrere Jahre, das bekommt man im Film gar nicht so richtig vermittelt. Schön ist es aber allemal zu wissen, daß man auch in Deutschland nach wie vor das Zeug zu großen Filmereignissen hat (neulich hat man erst die Sat-1 Verfilmung „In einem wilden Land“ sehr kritisiert) und man als Zuschauer nicht darauf angewiesen ist darauf zu warten, bis in der Filmfließbandindustrie Hollywoods zwischen viel Müll und Schund wieder mal ein guter Wurf dabei ist.

Ich hatte beim „Medicus“ ein gutes Bauchgefühl; und gleich am Tag eins nach Kinostart wollte ich sehen, ob der Film meinen Erwartungen gerecht wird. Meine Rezension wird sich deshalb auch auf den Inhalt des (Kino-)Films beziehen, und nicht auf die DVD/BlueRay als Artikel, die Ende Dezember 2014 in den Handel kommt.
Ein herausragender Sir Ben Kingsley als Hakim (Arzt) Ibn Sina führt die Schauspielerriege an, gefolgt vom nicht minder guten Tom Payne als angehender Medicus. Emma Rigby verkörpert die bezaubernde, aber zunächst als Ware gehandelte, unglückliche Rebecca. Sehr gut besetzt sind meines Erachtens auch die wichtigsten Nebenrollen: Stellan Skarsgård als fahrender Bader in England und Olivier Martinez als Schah von Persien in Isfahan. Die verschiedenen Charaktere der zu verkörpernden Filmfiguren wie Rob Coles Freunde an der Universität, der verräterische und islamistisch-fundamentalistische Hausmeister der Universität in Isfahan, der Imam der Moschee (ein Hetzer und Eiferer seines Glaubens) oder auch der Anführer des Seldschuken kommen ebenfalls sehr gut rüber.

Der Film beginnt im mittelalterlichen England des 11. Jahrhunderts. Zu Beginn des Films erfolgt eine Einleitung, sinngemäß: „Die Erfolge der Wissenschaften und die hohen Lebenskulturen der Antike sind im mittelalterlichen Abendland in Vergessenheit geraten.“ Und genauso düster und beinahe barbarisch wird das Leben vor allem der einfachen Land- und Stadtbevölkerung dargestellt. Wo sind dieses Wissen und die hohe Kultur geblieben, mag man sich fragen? Die Kirche als Machtinstrument hat einen nicht geringen Anteil daran. In der Sterbeszene von Rob Coles Mutter wird dies deutlich, als der Pfarrer den einfachen Bader nicht an seine Mutter heranlässt – es sei denn, er will sein armseliges Leben mit einem Prozess wegen Hexerei beenden. Jede wissenschaftliche Erkenntnis, jeder Fortschritt und jede Gleichberechtigung muss fortan und über Jahrhunderte gegen die Kirche hart erkämpft werden. Anders das Erscheinungsbild des Orients für den weitgereisten und von der langen Reise schwer angeschlagenen Rob Cole, der sich mittlerweile als Jude ausgibt und sich Jesse Ben Benjamin nennt. Dem Abendland architektonisch, technisch und kulturell weit voraus erscheint Arabien. Hier fragt man sich wiederum, wo all diese hohe Kultur und der hohe Stand der Wissenschaften in unserer Zeit geblieben sind? Auch hier ist es eine Religion, die die Macht an sich gerissen hat und seitdem jeden technischen und wissenschaftlichen Fortschritt, jede kulturelle Weiterentwicklung, jegliche Gleichberechtigung und Weltoffenheit verhindert.

Im Film zieht man (bewusst?) Parallelen zwischen den Religionen, die bis in die heutige Zeit anhalten; zumal im nahen Osten, dem Schmelztiegel der drei großen Weltreligionen Islam, Judentum und Christentum. Die großen Drei, allesamt zurückzuführen auf die biblischen Urväter Adam, Noah und Abraham, sind sich ähnlicher, als sie es bis heute wahrhaben wollen. Und alle drei glänzten in ihrer Vergangenheit oder tun es bis heute mit Scheinheiligkeit, Intoleranz, Dogmatismus, Menschenverachtung und Frauenfeindlichkeit. Zumindest, wenn man die Religionen als Machtinstrument einsetzt – und das sind sie definitiv! Wie sagte einst Politkabarettist Hagen Rether: „Demut vor der Schöpfung und Nächstenliebe, darauf ließen sich alle Religionen einigen, wenn man wollte. Aber man will ja gar nicht!“ Umso mehr wird im Film deutlich, wie wichtig es ist, daß ein weltoffener und fortschrittlich denkender Herrscher den Wissenschaften in seinem Land ein Zuhause gibt; in diesem Fall der Schah, der die medizinische Universität nicht nur duldet, sondern auch fördert. Der Schah setzt auf eine klare Trennung von Staat und Kirche und verteidigt dies auch gegen eifernde Mullahs und hetzende Imame – und ist dennoch selbst ein gläubiger Moslem. Dogmatismus durch die Religionen lehnt er aber ab.
Ein ebenso fortschrittlicher Geist ist der Hakim Ibn Sina. Er ist Moslem, aber er ist auch Wissenschaftler (Arzt und Astrologe). Seine Universität steht an erster Stelle, und der religiöse Glauben seiner Studenten ist ihm zweitrangig. Unter dem Dach der Universität und mit dem Ziel, die Wissenschaften voranzutreiben, will er seine Studenten vereinen und sie zu guten und menschlich handelnden Ärzten machen. Er nimmt Muslime und Juden auf, und er verstößt auch Jesse Ben Benjamin alias Rob Cole nicht, als er erfährt, daß dieser Engländer christlichen und nicht jüdischen Glaubens ist.

Wer das Buch kennt, und das dürften die meisten sein, wird den Film mit einer gewissen Erwartungshaltung anschauen. Denn viel zu oft hört man im Nachhinein „Das Buch ist besser.“ Der Film ist sehr sehens- und empfehlenswert. Auf ein paar Abweichungen muss sich der Zuschauer aber trotzdem einstellen. Wenn man sich darauf einlässt und nicht dauernd denkt „…aber im Buch….“ wird der Film trotzdem ein Erlebnis sein. Es geht zum Beispiel leider völlig unter, wie schwer es für den recht ungebildeten Jungen aus England ist, arabisch und jiddisch zu lernen oder wie schwer es für ihn ist, jüdische Gepflogenheiten und religiöse Bräuche der Juden derart zu verinnerlichen, so daß sein Schwindel nicht entdeckt wird. Seine heimliche Selbstbeschneidung und sein fast entdeckt zu werden beim unbedachten Bekreuzigen im Sandsturm in der Wüste streifen das Thema nur leicht an. Auch die Person Rebecca im Film vermischt zwei Frauen aus dem Buch in einer Person. Denn die junge, hübsche, aber furchtbar einsame und unglückliche Kaufmannsfrau in Persien einerseits sowie die Frau, die Rob Cole in der Karawane kennenlernt und die später seine Frau wird sind im Buch zwei verschiedenen Personen. Im Buch wird der lebenslustige Freund Rob Coles, Karim, wegen Ehebruchs grausam hingerichtet. Im Film stirbt er an der Pest. Den gröbsten Schnitzer leistet man sich meines Erachtens in der Schlußszene. Im Buch kehrt Rob Cole nach vielen Jahren mit seiner aus Schottland nach Persien ausgereisten Frau zurück nach England. Weil er dort aber den alteingesessenen Ärzten, Badern und Quacksalbern und mit Sicherheit auch der Kirche mit seinem Wissen und Können ein Dorn im Auge ist, zieht er mit seiner Frau in ihre alte Heimat, um Schafe zu züchten und nebenbei als Landarzt tätig zu sein. Im Film betreibt er in der Schlußszene mit „seinen“ Juden ein Krankenhaus in London. Selbst wenn man den Begriff Krankenhaus auf das Mittelalter relativiert, es wäre damals schlicht und ergreifend nicht möglich gewesen.

Fakt ist aber, daß dieser Film ein bildgewaltiges Mittelalter-Epos ist das mit krassen Gegensätzen (England-Persien, arme Leute-reicher Kaufmann-Schah) daherkommt; ein Film der mit vielen klugen oder des Nachdenkens werten Dialogen einhergeht und der viele Parallelen zu den Religionen damals bis heute bereithält. Und was muss, das muss: auch die Liebe, wenn zunächst auch eine unglückliche, kommen im Film vor. Aber die haben wir ja im Buch auch schon….

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Hakim Ibn Sina: „Der Medicus darf den Tod nicht als seinen Feind betrachten!“ Eine Aussage, mit der man vielleicht einmal viele Ärzte heutzutage konfrontieren möchte, die Alte oder unheilbar Kranke am Sterben hindern. Die Antwort auf die Frage seines Schülers Jesse Ben Benjamin „Als was soll ich ihn denn dann betrachten, etwa als meinen Freund?“ bleibt Hakim Bin Sina dennoch schuldig.


Manara Werkausgabe 11: Click - Außer Kontrolle
Manara Werkausgabe 11: Click - Außer Kontrolle
von Milo Manara
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,95

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Comic der anderen Art - ein Comic für Erwachsene, 10. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
"Erotik spielt sich zu 90% im Kopf ab", so sagt man - oder "Sex beginnt zu 90% im Kopf". Mit Phantasie ist auch der reale Sex definitiv ein besserer.
Was das mit dem rezensierten Comic zu tun hat? Es ist ein Erotik-Comic. Und wenn dieses Comic die Phantasien NICHT anregt, dann frage ich mich: was dann?
Ich gebe es zu, ich kannte Maurilio (genannt Milo) Manara nicht. Wikipedia schreibt: "Milo Manara ist ein Comiczeichner, der vor allem durch seine erotischen Comics, realistischen Zeichnungen und den markanten, präzisen Strich bekannt geworden ist."
Ich möchte mich über den 1945 in Lüsen/Südtirol/Italien geborenen Zeichner nicht weiter auslassen. Das kann jeder im Internet für sich tun. Fakt ist, daß Manara ein exzellenter Comiczeichner im Allgemeinen und begnadeter Zeichner von Frauenleibern im Besonderen ist. Geradezu wohltuend ist, daß sich die Figuren und speziell die Frauen in Manaras Comics von den glubschäugigen Comic- und Trickfilmfiguren Hollywoods und Japans abheben. Die Comics sind im Vergleich zu den ersten Ausgaben aus den 1980-er Jahren neu colouriert, was ihnen eine zeitgemäße Frische verleiht.

Um was geht es: Dr. Fez, ein ehemaliger Arzt, ist schrecklich verliebt in Claudia, die bildschöne aber spröde Gemahlin von Commendatore Aleardo Cristiani. Eine mysteriöse "Schachtel", von einem Professor Kranz erfunden, wendet das Blatt. Nachdem sie (Claudia) entführt und ihr ein steuerbarer Chip ins Gehirn implantiert wurde, lässt sich ihr Trieb und damit ihr Sexleben auf Knopfdruck bis ins exzessive steuern. Claudias öffentlich ausgelebte Gelüste schockieren die Gesellschaft - derweil sie sie wahrscheinlich für ihre ausgelebten Phantasien beneidet. Die scheinheilige und prüde Fassade bröckelt. Letztendlich geht es seit über 2000 Jahren menschlicher Gesellschaft um nur drei Dinge: Geld, Macht und Sex. Gerade die letzten beiden Aspekte sind Thema dieses Comics.
Ob man es noch als Erotik einstuft oder schon als Porno ist Geschmacksache. Erotisch gezeichnet sind die Szenen aber allemal. Ich persönlich finde die Figuren und die dargestellten Szenen ästhetisch; obwohl oder gerade weil es dennoch heftig zur Sache geht. Claudia lebt auf Knopfdruck über ihren Chip im Kopf sexuelle Obsessionen aus, die wohl in der eigenen Phantasie jeder Betrachter dieser Comics oder jeder Anwesende in Claudias Comic-Gesellschaft ebenso hat - und sich nie trauen würde, diese auszuleben. Ich mache mit dieser spekulativen Feststellung auch keinen Unterschied zwischen Mann und Frau.
Die Dialoge bleiben trotzdem immer im Rahmen des Vertetbaren. Es geht in die Richtung, was man als "Dirty Talk" bezeichnen würde. Obszönitäten und Schmuddelwörter kommen nicht vor. Dennoch bleibt es deftige Erotik hart an der Grenze zum Porno. Aber wird nicht immer wieder betont: "Erlaubt ist, was gefällt"? Zum Porno wird das Comic meines Erachtens schon deshalb nicht, weil die Figuren gezeichnet sind und keine lebenden Darsteller im Film agieren. Das Comic und der nackte, ästhetische Körper von Protagonistin Claudia in allen seinen Stellungen und Verrenkungen regt die Phantasie an. Nicht mehr, aber auch nicht weniger!

Man muss übrigens auch die Zeit sehen, in der Milo Manara sein Werk verfasste. Die 1980-er Jahre begannen mit einem Paukenschlag im Sexleben. Man pflegte 20 Jahre lang nach der sexuellen Revolution die freie Liebe. Nach außen gab sich die Gesellschaft bieder und prüde, um hinter der kleinbürgerlichen und scheinheiligen Fassade das zu tun, was man öffentlich gespielt schockiert verurteilte: ein ausschweifendes Sexleben. 1981 wurde AIDS als Krankheit entdeckt. Was nun tun? Sexuelle Phantasien kann man nicht unterdrücken, diese aber auszuleben stößt an gesellschaftliche und persönliche Grenzen. Interessant ist auch Manaras Erklärung für die Idee mit dem Chip und der Fernbedienung. Anfang der 1980-er begannen sich Fernbedienungen für Fernsehgeräte und elektrisch betriebene Garagentore durchzusetzen. Manara als damals 35-jähriger erlebte den Einzug einer neuen, faszinierenden Technik mit; einer Technik, die es möglich machte, seinen Willen und seine Macht per Knopfdruck durchzusetzen. Es faszinierte ihn und so setzte er das Thema in seinem Comic um.


Komisch, kauzig und kurios
Komisch, kauzig und kurios
von Maike Hettinger
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Komisch, kauzig, kurios - so ist letztlich auch das Buch, 5. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Schade, man hätte mehr daraus machen können. Ja - geradezu MÜSSEN!

Ich bin überzeugter Deutschland-Urlauber; und somit immer auf der Suche nach Sehenswürdigkeiten und sehenswerten Geheimtips. Aus diesem Grund habe ich mir das vorliegende Buch gekauft. Aber ich bin enttäuscht.

Die Gestaltung des Buches sowie die abstrakten Illustrationen sind ungewöhnlich und gewöhnungsbedürftig. Einen Eindruck von der beschriebenen komisch-kauzig-kuriosen Sehenswürdigkeit bekommt man keinesfalls. Wenigstens EIN ausdrucksstarkes Foto zu jedem Geheimtip hätte zwingend dazu gehört. Jedenfalls wecken die Gestaltung des Buches sowie die abstrakten Illustrationen in mir nicht im geringsten eine Lust oder Neugier, in den Text hineinzulesen.
Sicher, im Einband innen ist eine Deutschlandkarte mit den Standorten der Sehenswürdigkeiten; und auch eine Illustration stellt das Objekt von Interesse mehr oder weniger gut dar. Vorstellen kann man sich davon aber nicht viel, und aussagekräftig sind sie auch nicht (die Illustrationen im Inneneinband). Ich bin echt enttäuscht.

Ich kenne zum Beispiel das auf dem Dach stehende Haus in Putbus/Rügen. Ein schönes Foto würde mich locken, in den Text hineinzulesen - Interesse wecken, bei nächster Gelegenheit bei einem Besuch auf Rügen das Verkehrtherum-Haus zu besuchen. Die Beschreibung im Buch in Verbindung mit den wirren Illustrationen wecken dieses Interesse nicht. Und so zieht sich das Wirrwar an abstruser Gestaltung durch das ganze Buch.

Ich bin enttäuscht. Fazit: Schade um das Geld. Das Ziel wurde meilenweit verfehlt


Mitteldeutschland von oben - Von Eisenach bis nach Görlitz
Mitteldeutschland von oben - Von Eisenach bis nach Görlitz
DVD ~ Various
Preis: EUR 11,85

13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mitteldeutschland von oben? Ja und Nein!, 13. Oktober 2013
Aus der Reihe "Dingsbums von oben" gibt es nun schon zahlreiches Filmmaterial. Unterm Strich sind fast alle Werke dieses Genres sehenswert, nicht ALLES ist für JEDEN von Interesse. Für mich als Sachse war "Mitteldeutschland von oben" eine gute Ergänzung zu "Sachsen aus halber Höhe".
Ich möchte nicht die vielen positiven Eindrücke beim Schauen der DVD erörtern, die DVD ist Spitze, keine Frage. Aber ich muss erstens einem Vor-Rezensenten Recht geben: ein wenig länger hätte die DVD schon gehen können.
Zweitens gibt es einen Kritikpunkt, der meines Erachtens noch schwerer wiegt und deshalb in der Amazon-Rezension "nur" vier statt der möglichen fünf Sterne einbringt. Gäbe es, wie in der Schule, eine Note Drei Plus - hier würde ich sie vergeben. Warum?
Der Titel "Mitteldeutschland von oben" ist irreführend. Das ändert auch nichts an dem Zusatz "Von Eisenach bis Görlitz". Man liest "Mitteldeutschland von oben", dann will man das auch sehen! Mitteldeutschland umfasst Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Sachsen-Anhalt wird allenfalls im Süden gestreift (Freyburg und Naumburg). Von Thüringen wird ein schmaler Korridor von West (Eisenach) nach Nord-Ost (Buttstädt)überflogen. In Sachsen reist man von Leipzig über Dresden nach Görlitz. Wunderbare Filmaufnahmen und viel Wissenswertes, keine Frage. Aber wer "Mitteldeutschland von oben" erwartet, der wird auch ein wenig enttäuscht sein.
Nichts vom Harz, kein Magdeburg, Halle, Dessau oder Wörlitz. Kein Thüringer Schiefergebirge, kein Rennsteig, kein Thüringer Vogtland. In Sachsen dasselbe: kein Vogtland, kein Erzgebirge und wiedermal und wie so oft spielt Chemnitz keine Rolle.
Warum das so ist? Weil wir an der Via Regia unterwegs sind, der Straße der Könige. Der wichtigsten Handelsverbindung im Mittelalter, von Spanien/Portugal im Westen bis Zentralasien im Osten. Die Straße der Könige unterstand im Mittelalter den Königen, so ähnlich wie eine Bundesstraße dem Bund heute.

Warum bringt man das im Titel der DVD nicht deutlich hervor? Die DVD hätte "Mitteldeutschland entlang der Via Regia von oben" heißen müssen und es gäbe weniger enttäuschte Gesichter. Denn diese hat die DVD eigentlich nicht verdient.


Die Elbe von oben - Einzigartige Natur, glanzvolle Geschichte [2 DVD's]
Die Elbe von oben - Einzigartige Natur, glanzvolle Geschichte [2 DVD's]
DVD ~ Clemens Winterhalter
Preis: EUR 13,99

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein "Muss" für Elbe-Liebhaber, 13. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Eben im NDR gesehen und postwendend die Doppel-DVD vorbestellt (lieferbar ab Nov. 2013).
Es gibt ja in der Serie "Dingsbums von oben" nun schon allerhand dokumentarisches Filmmaterial. Nicht alles ist unbedingt empfehlenswert und nicht ALLES ist für JEDEN interessant.
Die Elbe aber ist schon im realen Dasein eine regionenübergreifende Besonderheit Mitteleuropas; und das kommt auch in der Dokumentation von sage und schreibe drei Stunden, verteilt auf zwei Teile/DVDs, zum Ausdruck.
Die DVD ist ein Muss für Flusslandschafts- und Naturliebhaber im Allgemeinen sowie für Elbe-Liebhaber im Besonderen. Neben dem Genuss von tollem Naturfilmmaterial, gepaart mit Ortsansichten der Elbeanliegerorte vom tschechischen Riesengebirge bis nach Cuxhaven an der deutschen Nordseeküste, bieten sich viele Möglichkeiten, dem Zuschauer Geschichtswissen und Wissenswertes der Neuzeit zu vermitteln.

Tip für "wahre Elbe-Liebhaber": Am besten bestellen in Verbindung mit Uwe Radas "Die Elbe - Europas Geschichte im Fluss", bei Amazon unter http://www.amazon.de/Die-Elbe-Europas-Geschichte-Fluss/dp/3886809951/ref=cm_cr_pr_product_top


Asian Erotic Collection: Im Reich der Sinne / Im Reich der Leidenschaft [2 DVDs]
Asian Erotic Collection: Im Reich der Sinne / Im Reich der Leidenschaft [2 DVDs]
DVD ~ Eiko Matsuda
Wird angeboten von media-merlin
Preis: EUR 10,79

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der Film ist krass!, 19. August 2013
Die Rezension bezieht sich auf einen der beiden Filme, auf "Im Reich der Sinne"

Erzählt wird die Geschichte eines japanischen Paares, das seine sexuellen Obsessionen auslebt und sich dabei mehr und mehr ins gesellschaftliche Abseits rangiert. Sie leben nur für ihren Sex, ihre nicht zu befriedigenden Gelüste und für Sexpraktiken, die zunehmend in den Grenzbereich abwandern. In ihrer gegenseitigen und abhängig machenden Ektase gipfelt ihr Sexleben in einem Mord aus Wollust und mit Zustimmung des Opfers.

Der Film ist eine gewöhnungsbedürftige Erotik-Tragödie, die mich sehr an "Die letzte Frau“ mit Ornella Muti und Gerard Depardieu erinnerte. Dieser Film ist ähnlich aufgebaut: sexuelle Obsessionen; das Paar ist kaum in der Lage, wirkliche Gefühle zu entwickeln – und auch "Die letzte Frau“ endet ähnlich tragisch beziehungsweise dramatisch. Beide Filme sind auch ungefähr zur selben Zeit (Mitte der 1970-er Jahre) entstanden und als Skandalfilm aufgeführt wurden. Ein wirklich ästhetischer Erotik- oder Liebesfilm im Stil von "Der Liebhaber“ mit Jane March und Tony Leung Ka-Fai ist "Im Reich der Sinne“ aber nicht. Während bei "Der Liebhaber“ wirklich die Liebe (wenn auch eine unglückliche) im Vordergrund steht, ist es bei "Im Reich der Sinne“ der pure Sex. Eines muss ich der Gerechtigkeit halber dennoch sagen: Die Körper der sich exzessiv Liebenden sind durchaus anschauenswert.

Zu der Zeit, als man in Deutschland "Soft-Sex-Schmanzetten“ a'la "Lass jucken Kumpel“, "Graf Porno bläst zum Zapfenstreich“ oder "Die Jungfrauen von Bumshausen“ drehte, fabrizierte der Regisseur Nagisa Ōshima ein Erotikdrama, in dem es selbst für heutige Verhältnisse sehr heftig zur Sache geht.

Man muss zur besseren Einschätzung des Filmes auch die Zeit und den japanischen Kulturkreis sehen. Diesen Film im Japan der 1970-er zu drehen und auch zu zeigen, kam einem Skandal gleich. Das wäre auch in Deutschland nicht anders gewesen. Als das fertige Werk bei der Berlinale 1976 in Berlin gezeigt werden sollte, kam es zum Eklat. Die Staatsanwaltschaft beschlagnahmte den Film als "harte Pornografie“. Und ich glaube, daran scheiden sich auch heute noch die Geister. Dazu kommt, daß uns die japanische Filmbegleitmusik, das Zusammenleben von Mann und Frau im damaligen Japan sowie das im Film gezeigte Wohnen in den japanischen Häusern und die traditionelle Kostümierung - und letztendlich die Zustände in dem japanischen "Etablissement“ (dem Geisha-Haus) sehr fremd sind und gewöhnungsbedürftig erscheinen.

Nachdem die offensichtlich sexsüchtig-nymphomane Abe Sada ihren Liebhaber Kichizō Ishida getötet hat, um den höchstmöglichen Lustschmerz zu erreichen, rennt sie drei Tage verwirrt mit dem abgeschnittenen Penis ihres Liebhabers in der Hand verwirrt durch Tokyo, bevor sie aufgegriffen wurde. Eigentlich hätte sie in eine Irrenanstalt gehört.

Das geschah im Japan des Jahres 1936.


Die Elbe: Europas Geschichte im Fluss
Die Elbe: Europas Geschichte im Fluss
von Uwe Rada
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Muss für Liebhaber der Elbe, 24. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich bin mehr zufällig zu diesem Buch gekommen. Ich las einen Buchtip in der örtlichen Tagespresse.
Ich bin ein großer Liebhaber von Flusslandschaften; Städte an Flüssen haben immer ein besonderes Flair - und ich habe Zeit meines Lebens immer in Orten mit Flüssen gelebt. Ich besitze aus diesem Grund schon zwei Bücher zu den wichtigsten Flüssen in meinem Leben: die Zschopau in Sachsen und die Elbe. Nun sollte es also ein weiteres Buch über die Elbe sein.
Als ich es per Versandhandel erworben in den Händen hielt, meinte ich zunächst, ich hätte mich "verkauft". Eine Landschaftsbeschreibung schwebte mir vor, vielleicht auch eine Reisebeschreibung. Dazu viele Fotos. Dieses Buch war zunächst anders - und ich war leicht irritiert. Enttäuscht möchte ich nicht sagen.
Schon nach den ersten Zeilen hatte ich mich aber derart festgelesen. Was Uwe Rada hier anbietet, ist eine Fülle an Stoff und Informationen zum Thema Elbe. Das Genre des Buches lässt sich gar nicht so leicht festlegen. Aber warum alles in eine Schublade stecken? Naturführer, Reisebericht, historischer Roman, Kurzgeschichten oder Feuilletons - dieses Buch bedient alle diese Sparten und keine ausschließlich. Und genau das macht es so lesenswert. Das Buch trägt nicht umsonst den Untertitel "Europas Geschichte im Fluss". Man bekommt eine Fülle an Informationen, an Begebenheiten, an geschichtlichen Hintergründen und gesellschaftlichen Zuständen durch die Jahrhunderte - als Schüler im Geschichtsunterricht hätte man geistig schon längst abgeschaltet. Hier macht es unheimlich Spaß weiterzulesen, Episode um Episode und Kapitel um Kapitel. Man wird sich nicht alles merken, was man gelesen hat. Aber es ist interessant und unterhaltsam, darüber überhaupt gelesen zu haben.
Die Elbe, der Strom im Herzen Europas; und im Bewusstsein der Deutschen leider von der Dominanz des Vaters Rhein verdrängt.
Weit spannt Uwe Rada den Bogen der Geschichte am Lauf des Flusses: eine Flucht auf der Elbe von Tschechien nach Hamburg zu Zeiten des Kalten Krieges; Sachsens Glanz und Preußens Gloria und der Siebenjährige (preußisch-sächsische) Krieg; die Elbe unter dem Blickwinkel der verschiedensten deutschen Herrscher, angefangen bei Otto dem Großen (der die Elbe liebte) bis hin zu Konrad Adenauer (der die Elbe hasste). Die Elbe als innerdeutscher Grenzfluss nimmt ein weiteres großes Kapitel ein. Weiterhin verweist Uwe Rada auf andere, frühere Werke über die Elbe und zitiert sehr unterhaltsam aus diesen. Er beleuchtet die Elbe als Naturschutzgebiet (Bioshärenreservat) und als Unheilbringer (Hochwasser). Der Leser erfährt, warum man in Tschechien mit Ahoj grüßt und wieso die Tschechen seit fast einhundert Jahren einen eigenen Elbehafen bei Hamburg haben.
Das unterhaltsame und informative Buch ist ein Muss für Elbe-Liebhaber und solche, die gern ihr Wissen über den Fluss und seine Regionen erweitern möchten. Nicht zuletzt ist es ein Muss für den Leser mit Interesse an deutscher und europäischer Geschichte.

Daß wir schon einmal 2010 einen Zwei-Wochen-Motorradurlaub im Biosphärenreservat Mittlere Elbe zwischen Belgern, Torgau, Wittenberg, Coswig, Dessau, Aken, Calbe und Barby verbrachten und daß wir dieses Jahr einen zweiwöchigen Motorradurlaub an der Elbe in der Altmark und im Wendland im Vierländer-Eck Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Brandenburg und Schleswig-Holstein als Anschluss an den Urlaub von 2010 verbringen werden, machte das Buch für mich zusätzlich interessant.

Nachtrag September 2013: Ich habe gestern, am 09.09.2013, das Buch "Die Elbe - Europas Geschichte im Fluss" zugeklappt.
Ich habe Anfang Juli 2013 mit dem "Roman" begonnen und war zwischendurch im Biosphärenreservat Flusslandschaft Mittlere Elbe im Wendland und in der Altmark im 14-tägigen Motorradurlaub. Ich kenne die Elbe jetzt bereits von der Elbequelle bis Lauenburg!
Ich liebe Flusslandschaften und als geborenener Dresdner besonders die Elbe. Ich kenne jetzt, nach dem Wendlandurlaub, auch die ehemalige innerdeutsche Grenze an der Elbe, den Atommüll-Salzstock Gorleben, die Dömitzer Brücke, Schnackenburg sowie die Rundlingsdörfer Satemin und Schreyan.
Die Aufarbeitung der Urlaubseindrücke wird noch lange Zeit in Anspruch nehmen. Das Buch "Die Elbe" ist mir dabei in vielerlei Hinsicht Hilfe und Bereicherung gleichermaßen.
Sogar zum Kauf des Reiseberichtes "Elbefahrt durch Deutschland" (Reinhard Höhne, Erich Kilian, Sachsenverlag Dresden, 1956) hat mich "Die Elbe" inspiriert! Ich freue mich auf diese anknüpfende Lektüre jetzt schon.

Besonders angetan haben es mir zum Abschluss von "Die Elbe" die letzten Kapitel im Epilog; fast schon ein Schlussplädoyer zum Thema "Flüsse in der Geschichte": Flüssen bilden nicht nur Grenzen. Flüsse trennen nicht. Flüsse verbinden!

Danke für dieses außergewöhnliche Buch.


Wie wollen wir sterben?: Ein ärztliches Plädoyer für eine neue Sterbekultur in Zeiten der Hochleistungsmedizin
Wie wollen wir sterben?: Ein ärztliches Plädoyer für eine neue Sterbekultur in Zeiten der Hochleistungsmedizin
von Michael de Ridder
  Gebundene Ausgabe

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pflichtlektüre für JEDEN Arzt und JEDEN Vormundschaftsrichter!, 6. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Michael de Ridder; Humanist und Arzt (Internist), Chefarzt der Rettungsstelle eines Berliner Krankenhauses und Vorsitzender einer Stiftung für Palliativmedizin, sagt: "Die Würde des Menschen, sein Recht auf Selbstbestimmung muss auch und gerade bei unheilbar kranken und alten Menschen respektiert und gewahrt bleiben. .... Alles andere ist Körperverletzung!"

Auf Michael de Ridder bin ich in einem STERN- oder SPIEGEL-Artikel im Jahr 2006 oder 2008 aufmerksam geworden. Leider stehen Menschen wie Michael de Ridder nicht unbedingt im medialen Vordergrund. Auf solche Veröffentlichungen (wie dieses Buch) stößt man aber oftmals erst, wenn Ratlosigkeit herrscht und eigentlich die Zeit drängt. Ich rate aber jedem, der in naher Zukunft einen sterbenden Angehörigen zu begleiten hat oder für die Zukunft (eventuell auch die eigene) gewappnet sein will, Interesse am Thema, Zitat "Sterbekultur in Zeiten der Höchstleistungsmedizin" zu entwickeln.
Unwissenheit bei Ärzten, Unsicherheiten bezüglichen der rechtlichen Lage und Arroganz der sogenannten Götter in Weiß in Verbindung mit den Möglichkeiten des medizinisch Machbaren (aber der nicht immer sinnvollen oder gar selbst gewollten Möglichkeiten der Hochleistungsmedizin) lassen angehörige oft hilflos zurück. Dazu kommt eine ebensolche Profilierungssucht und Eitelkeit in Verbindung mit Unwissen bei den Vormundschaftsrichtern. Der Prozentsatz der Unwissenden ist erschreckend hoch! Wenn die Angehörigen nicht sattelfest, wissend und ihrer Sache sicher sind, haben sie verloren. Und der Patient oder der zu betreuende Sterbende gleich mit! Nichts zu tun und nichts zu wissen und stattdessen nur geschehen zu lassen ist in diesen Momenten für Angehörige und Betroffene das Falscheste und Schädlichste, was ihnen passieren kann.

Der Autor gibt dem Leser einen Einblick in seinen beruflichen Werdegang, der immer wieder mit Fällen der Sterbebetreuung einhergeht. Er zeigt dabei ungewollte Fehler und bewusst sinnlose Maßnahmen durch Kollegen seines Berufsstandes anhand zahlreicher authentischer Fälle auf und erläutert dabei auch die medizinische Seite und den rechtlichen Hintergrund. Nicht zuletzt wird dem Leser bewusst gemacht, daß die Pflege schwerstkranker Patienten, alter Menschen und Sterbender ein höchst profitables Geschäft ist. Es gipfelt in der Aussage anhand eines Fallbeispiels: "...die Pflege von Wachkomapatienten - eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme?"
Jeder, der einen schwerstkranken und/oder sterbenden Patienten oder einen alten Menschen während der Pflege und im Sterben begleiten will oder seine Leiden lindern möchte, kommt an Sachbüchern wie diesem nicht vorbei. Man muss in das höchstprofitable Geschäft einer unmenschlichen Sterbebegleitung nicht einsteigen. Mit Wissen und Selbstbewusstsein kann man sich dagegen zumindest als Angehöriger wehren.

Dieses Buch sollte zur Pflichtlektüre für Ärzte, Pflegemitarbeiter und Vormundschaftsrichter werden. Aber was will man verlangen, wenn schon Notärzte mit Typ 1-Diabetikern/Insulin-Pumpenträgern überfordert sind? Und was will man schon verlangen, wenn Ärzte sich nicht einmal eingestehen, daß auch sie nicht alles wissen können und den Rat eines oder die Mit- oder Weiterbehandlung durch einen Kollegen benötigen? Das eigene Ego steht oftmals fatal im Vordergrund. Leider. Und nicht zu vergessen: Egal ob niedergelassener oder Krankenhausarzt, der Arzt ist mit allem was er tut, ein Wirtschaftsfaktor. Dazu braucht er am Leben gehaltene Sterbende und chronisch Kranke, denen man im Vorfeld entgegen jeder Logik Maßnahmen zum Vermeiden von Folgekrankheiten vorenthalten hat. Menschen die nicht sterben dürfen und chronisch Kranke, die am besten in jedem Quartal wiederkommen (müssen), sind sichere Einnahmequellen

"Die Fortschritte der Medizin sind ungeheuer; man ist sich seines Todes nicht mehr sicher" (Hermann Kesten)


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