ARRAY(0x9fbde0d8)
 
Profil für Timo Schumann > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Timo Schumann
Top-Rezensenten Rang: 1.098.364
Hilfreiche Bewertungen: 39

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Timo Schumann "Yawghmoth"
(REAL NAME)   

Anzeigen:  
Seite: 1
pixel
Molecular Cell Biology
Molecular Cell Biology
von Harvey Lodish
  Gebundene Ausgabe

13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Student der Human - und Molekularbiologie, 29. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Molecular Cell Biology (Gebundene Ausgabe)
Wie auch bei vielen anderen Büchern kommt es drauf an, wer das Buch liest. Es kommt drauf an was man studiert, wie ausgeprägt die eigenen Vorkenntnisse sind und wie man mit dem Schreibstil eines Buches zurechtkommt. Daher ist jede Rezension natürlich in gewisser Weise subjektiv.

Meine Rezension bezieht sich auf die 6. englische Auflage.

Der Lodish muss sich die Spitze der Zellbiologie- Lehrbücher mit 2 weiteren Teilen: dem etablierten großen Alberts(Molecular Biology of the Cell) und dem recht neuen (aber ebenfalls sehr guten) Pollard (Cell Biology).
Wie jedes andere Buch hat der Lodish natürlich seine Stärken und Schwächen, die ich hier aufzuzeigen versuche.

Inhalt:

Was den Lodish von anderen Werken abhebt ist die unglaubliche Detailliertheit, mit denen der Großteil der Themen behandelt wird. In der Riege der Zellbiologie - Bücher macht dem Lodish in dieser Beziehung keiner was vor.
Es werden (fast) alle relevanten Themen der Zellbiologie sorgfältig dargestellt und abgehandelt; von den absoluten genetischen und biochemischen Grundlagen über die sorgfältige Darstellung grundlegender zellulärer Prozesse und der ausführlichen Beschreibung aller Organellen und deren Funktion bis hin zur Einführung in die Neurophysiologie, Entwicklungsbiologie und Immunologie. Wer die entsprechenden Kapitel durchgelesen hat kann wirklich von sich behaupten gut informiert zu sein, besonders da der Lodish für ein Lehrbuch hochaktuell ist.
Ebenfalls hervorzuheben ist der Anspruch auf Vollständigkeit, den das Buch erhebt(in den meisten Fällen).
So werden z.B. bei der Darstellung von transzellulären Signalwegen die 8 häufigsten bzw. wichtigsten Rezeptor- Signalkaskaden beschrieben. In vielen Büchern sind an dieser Stelle nur 3 bis 4 aufgeführt. Aber das ist nur ein Beispiel von vielen.
Abgerundet wird das ganze durch ein anständiges Glossar, das die wichtigsten Begriffe enthält.
Ein großes Plus erhält der Lodish von mir für seine zahlreichen sehr gut ausgearbeiteten und dargestellten Methoden. Die Autoren präsentieren zahlreiche klassische und moderne Methoden der Zell- und Molekularbiologie sowie der Biochemie und das nicht nur verständlich sondern auch (für ein Zellbiologiebuch) noch sehr ausführlich. Davon könnten sich einige moderne Biochemie - und Zellbiologiebücher ruhig mal was abschauen. Ganz allgemein muss man hier erwähnen, dass die Autoren es schaffen dem Leser etwas biochemisches Grundverständnis näher zu bringen, denn einigen Artikeln merkt man deutlich an, das hier ein biochemisch orientierter Autor zu Werk gegangen ist. Das ist gerade im Zusammenhang mit den vorgestellten Methoden sehr wertvoll.

Inhaltlich gibt es aber auch negative Punkte:
-leider ist gerade das Kapitel über die grundlegende Genetik etwas zu kurz geraten. Hier hätte man etwas ausführlicher arbeiten dürfen.
-zudem gibt es einzelne Themen die ich (gerade im Lodish) gerne etwas ausführlicher beschrieben gesehen hätte, dazu gehören unter anderem die Apoptose, die Darstellung von Mikroorganismen und das Verwenden von viralen Vektoren

Darstellung/Stil:

Hier muss ich dem Lodish (leider) ein paar Punkte abziehen.
Der Text ist in meinen Augen nicht einfach zu lesen, und das liegt nicht an meinen Englischkenntnissen. Gerade durch die Komplexität einiger Themen und die dargebotene detaillierte Darstellung ist es recht anstrengend, einige Kapitel zu lesen. Zudem hätten ein paar mehr Subunterschriften dem Werk nicht geschadet, denn so verliert man leicht mal den Überblick.
Dazu kommen noch die fehlenden Ausformulierungen vieler Abkürzungen. Der Großteil der beschriebenen Proteine werden über ihre Abkürzungen im Text genannt. Leider wird bei vielen diese Abkürzung nicht einmal ausgeschrieben bzw. gezeigt, wo sie denn herkommt. Das wäre aber gerade bei der offensichtlichen Detailverliebtheit unbedingt notwendig, da man dem Text sonst nicht so gut folgen kann. Am Ende eines Kapitels weis man dann nur noch: " Etwas macht irgendetwas, und Irgendetwas anderes macht irgendetwas ganz anderes!" Das am Ende eines Kapitels keine Kapitel- oder Themenzusammenfassungen stehen, macht die ganze Sache noch schlimmer.
Daher würde ich den Lodish weniger als grundlegendes Lehrbuch empfehlen, sondern vielmehr als kompetentes Nachschlagewerk für Fortgeschrittene. Natürlich eignet sich der Lodish auch als Lehrbuch, nur eben eher für Leute, die es ganz genau wissen wollen und keine Probleme mit vielen ungeklärten Abkürzungen haben.

Wohingegen der Lodish ordentlich Punkten kann, sind die meist hervorragenden Abbildungen; übersichtlich, einprägsam und absolut verständlich. Nicht ohne Grund werden viele Abbildungen aus dem Lodish für Vorlesungen verwendet. Leider wird unter manchen Abbildungen auf den Hauptext verwiesen. Das ist eigentlich nicht schlimm, nur muss man bei der nicht ganz optimalen Untergliederung des Haupttextes manchmal die ganze Seite lesen um Zugang zur Bildunterschrift zu finden (auch deswegen hätten ein paar mehr Subunterschriften in Haupttext nicht geschadet).

Sehr gut gelungen sind auch die Online Inhalte, die man sich mittels Zugangscode anschauen kann: trotz ihrer Ausführlichkeit sehr prägnant. Das liegt unter anderem an dem guten Sprecher der Animationen, vor allem aber an den hervorragend präsentierten Animationen selbst. Man findet fast zu jedem Kapitel Videos und Animationen die das wichtigste zuammenfassen.
Leider fehlen mir hier Bilder zu histologischen Präparaten. Auch ein paar (elektronen-) mikroskopische Aufnahmen mit Vergrößerungseinstellung hätten nicht geschadet, aber das ist nebensächlich.

Preis/Leistung:

Hammer! Knapp 50€ für ein gebundenes (!) Buch mit diesem Informationsgehalt ist im Vergleich zur Konkurrenz wahnsinnig gut. Da kommt, mal abgesehen vom Pollard, keiner ran.

Fazit:

Alles in allem ist der Lodish ein sehr gutes Buch, das für viele wohl eher zum Nachschlagen bestimmter Themen oder Sachverhalte dient. Für Nebenfächler oder solche die sich zum ersten mal engagiert mit der Zellbiologie beschäftigen, gibt es bessere Alternativen (z.B Alberts, Karp).Wer sich aber intensiv in die Zellbiologie einlesen will, kommt wohl kaum um den Lodish rum.
Positiv hervorzuheben sind neben der Ausführlichkeit, die hervorragenden Abbildungen von höchster Qualität, die herausragende Darstellung bioanalytischer Methoden sowie das biochemische Verständnis, mit dem hier zu Werke gegangen wurde.
Negativ zu verzeichnen sind allerdings der gewöhnungsbedürftige Schreibstil, die ausbaufähige Gliederung der einzelnen Kapitel und die teilweise Vernachlässigung genetischer Grundlagen.
Wenn ich ein Buch zur Hand nehme, will ich gerne darin lesen, ohne das es mich allzusehr anstrengt. Leider ist das dem Autorenteam nicht ganz gelungen, dafür sind mir Schreibstil und Struktur des Buchs zu durchwachsen.

Tip: Wer eine kostengünstige, aber nicht ganz so tiefgreifende Alternative zum (ohnehin schon recht günstigen) Lodish sucht, der sollte sich mal den Pollard anschauen.


Molecular Biology: Das Original mit Übersetzungshilfen: Understanding the Genetic Revolution (SAV Biowissenschaften)
Molecular Biology: Das Original mit Übersetzungshilfen: Understanding the Genetic Revolution (SAV Biowissenschaften)
von David P. Clark
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Danke!!, 8. Oktober 2009
Dieses Buch zu bewerten ist nicht ganz so einfach. Wie bei jedem anderen Lehrbuch stellt sich hier die Frage: "Wozu braucht man das Buch? Genügt es den Ansprüchen oder liegt es darüber oder darunter?

Das Buch ist nicht als Lehrbuch für Anfänger gedacht, sondern eher für Studenten im letzten Studienabschnitt. Dargestellt wird zo ziemlich jedes Thema, das für die Molekularbiologie relevant ist. Dabei konzentriert sich der Autor auf die genetischen Grundlagen der Molekularbiologie , physikalische oder biochemische Erläuterungen findet man nur dort, wo sie unerlässlich sind.
Der Autor gibt sich nicht mit ellenlangen Textpassagen, Referenzangaben und Philosophien ab. Im Gegenteil: Clark presst eine Unmenge von Informationen in einem inhaltlich klaren und sehr prägnanten Stil auf wenige Seiten und macht dabei exzessiven Gebrauch von großen, gut verständlichen Abbildungen. Das außergewöhnliche daran: der Text wirkt trotz riesigen Datenmengen dabei nie überfüllt sondern einfach, kurz und treffend, dabei deutlich strukturiert.
Aber das wirklich Außergewöhnliche des Clark, Molecular Biology ist, dass der Autor sozusagen alle relevanten Daten der Molekularbiologie in einem kurzen Text explikativ zusammenfasst. Dazu benutzt der Autor auch wirklich (je nach Aktualität der Auflage) vollständige Tabellen, die fast alle Issues eines Themas auflisten und beschreiben. Dadurch erhält man Informationen, die einem beim Lesen von Lehrbüchern verwährt bleiben und zudem einen lückenlosen Überblick über die Elemente des Themas.

Aber es gibt auch negative Punkte:

- Einige der Abbildungen sind recht detailarm, manchmal zu detailarm.
Das ist eigentlich recht schade, da der Text oft Elemente bechreibt, die in
den Abbildungen fehlen. Zusätzliche Details würden den leicht verständlichen
Bildern nicht schaden; im Gegenteil
- Die Struktur und Zusammensetzung der DNA hätte etwas ausführlicher dargestellt
sein können
- Es werden nicht alle gängigen PCR Methoden aufgeführt

Da es sich um eine Easy Reading Ausgabe handelt, will ich kurz auf dieses Schema eingehen. Die Übersetzung der Vokabeln bzw. Satzgefüge ist wirklich top, ein Lob an die Übersetzer; gerade die Übersetzung kontextuierter Vokabeln ist sehr treffend. Auch deren Anmerkungen zu den einzelnen Elementen bzw. die deutschen Begriffserklärungen sind echt gut gelungen. Dadurch wird gewährleistet, dass der Leser, falls er das Fachenglisch noch nicht so gut beherrscht, auch komplexeren Erklärungen des Hauptextes folgen kann. Dieses Prinzip wird durch ein wortreiches deutsches Glossar unterstützt.
Was ich allerdings nicht ganz nachvollziehen kann, ist die Auswahl der übersetzten Vokabeln/Fachwörter. Damit meine ich, dass manchmal Wörter übersetzt werden, die nicht übersetzt werden müssten (DNA gyrase ^= DNA Gyrase) und einige Wörter, die meiner Meinung nach übersetzt werden sollten, nicht übersetzt werden.
Trotzdem sind die Übersetzungen insgesamt sehr gut gelungen, die Einführung eines Neulings in das Fachenglisch sollte kein Problem darstellen.

Fazit:
Ich habe lange nach einem guten Genetik - Buch gesucht, dass mir alle Grundlagen verständlich vermittelt und dabei den nötigen Überblick verschafft ohne mich zeitlichzu überfordern. Mit dem Clark bin ich fündig geworden, denn er hat genau das geschafft und das auf wenigen Seiten, die zudem noch sehr gut zu lesen sind. Aber der Clark kann noch mehr: er beschreibt und erklärt alle aktuell relevanten molekularbiologischen Methoden und ihre Anwendungsgebiete.
Auch wenn dieses Buch von Seiten des Autors nicht an Anfänger gerichtet ist, so finde ich doch, dass sie mal einen Blick riskieren sollten, denn viel besser kann man molekulare Genetik nicht darstellen (vor allem da es sich ja um eine Easy Reading Auflage handelt, welche sich ja eigentlich eher an Jungstudenten richtet). Man sollte den Clark aber nicht als klassisches Lehrbuch sehen, sondern eher als kompakte Sammlung zum Nachschlagen.
Alles in allem kann ich das Buch jedem Molekularbiologen nur wärmstens empfehlen, besonders denjenigen, die sich nur ungern mit den üblichen Genetikbüchern rumschlagen wollen (so wie ich). Ein Genetik - Lehrbuch ersetzt der Clarke zwar nicht, dafür ist er aber eine besonders attraktive (und zudem kostengünstige) Alternative für all diejenigen, die mit Genetik nicht allzuviel anfangen können.


Stryer Biochemie
Stryer Biochemie
von Jeremy M. Berg
  Gebundene Ausgabe

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Student der Human- und Molekularbiologie, 20. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Stryer Biochemie (Gebundene Ausgabe)
Meine Rezension bezieht sich auf die 5. deutsche Auflage.

Der Stryer gilt als DAS Biochemiebuch schlechthin, und das nicht ohne Grund.
Das Buch ist wirklich gut geschrieben (auch die Übersetzung ist top), in einem einfachen aber trotzdem professionellem Stil. Die Grundlagen der Biochemie werden doch sehr gut vermittelt. Dazu tragen auch die wirklich hervorragend dargestellten Abbildungen, Reaktionsmechanismen und Proteinstrukturen bei. Sehr schön sind auch die Molekülstrukturen, gerade in den anabolen Stoffwechselwegen dargestellt; dort sind dann in unterschiedlichen Farben, die Ausgangsstoffe von Produkten, anhand ihrer funktionellen Gruppen oder sogar Atome in unterschiedlichen Farben dargestellt, damit man immer weis: "Ah, das C3 Kohlenstoffatom kommt also vom Glycin!"
Das Buch behandelt nicht nur die Proteinbiochemie, Kinetik und grundlegende Organische Chemie, sondern auch die Genetik aus der Sicht des Biochemikers, was sehr positiv anzumerken ist.

Behandelt werden eigentlich alle für Säuger relevanten Stoffwechselbiochemischen Gruppen und deren Stoffwechselwege: Kohlenhydrate, Fette und Lipide, Steroide, Nucleinsäuren und natürlich Aminosäuren bzw. Proteine.

Ich will hier nicht allzuviel schreiben, das haben andere schon zu genüge getan. Aber was ich will, ist aufzuführen, was mir persönlich gefehlt hat. Denn für ein Referenzbuch, weist der Stryer teilweise grobe Mängel auf.

- Zum einen werden einige grundlegende Begriffe gar nicht erklärt. Die "Ionenstärke" z.B. wird in den ersten 10 Kapiteln mehr als einmal erwähnt. Es wird aber weder beschrieben noch formuliert, was denn eigentlich die Ionenstärke ist. In einem Biochemie Buch, welches sich zum Standartwerk gemausert hat, dürfte das nicht sein.
- Manche Sachverhalte werden (zumindest meiner Meinung nach) nicht ganz zufriedenstellend geklärt. So wird z.B. die Herstellung des Methionins aus Homocystein erklärt, aber nirgendwo steht, wo denn das Homocystein herkommt (ein Verweis würde ja genügen).
- Gerade die letzten Kapitel des Stoffwechsels, die Synthese und der Abbau von Aminosäuren sowie Nucleotiden erscheint in meinen Augen unzusammenhängend und durcheinander. Anstatt dieses (unendlich komplexe Thema) zu stilisieren oder direkt ausführlich zu bearbeiten, werden einige Aminosäuren nur mal erwähnt und von anderen erfährt man wesentlich weniger über sie selbst, als über die Cofaktoren ihrer Syntheseenzyme. Ich kritisiere hier nicht, dass die Stoffmenge nicht angepasst wäre. Vielmehr wäre hier ein einheitlicher Stil wünschenswert, mit gleichbleibendem Tempo und Struktur, wie in allen anderen Kapiteln auch.

Über all diese Punkte kann man noch hinwegsehen, da solche kleineren Fehler in jedem Buch zu finden sind.
Was aber nicht sein darf - und daher auch einen Stern Abzug - ist die Tatsache, dass gerade das Kapitel über die modernen biochemischen Aufreinigungsmethoden und die Bioanalytik allgemein viel zu kurz und oberflächlich geraten ist. Die Methoden werden vorgestellt und das wars auch schon. Das findet man selbst in einigen Zellbiologiebüchern ausführlicher erklärt. Zudem werden einfach viel zu wenige Methoden präsentiert. Das sollte dem Standartwerk doch besser gelingen.

Fazit:
Der Stryer macht insgesamt einen sehr guten Eindruck. Ich mag das Buch sehr, es tut mir fast schon weh einen Stern abziehen zu müssen. Die einzelnen Kapitel sind (meistens) sehr gut geschrieben und schüren oftmals das Interesse des Lesers und das obwohl die einzelnen Themen meistens bis ins Detail behandelt werden. Auch die bunten und eingängigen Abbildungen tragen ihren Teil dazu bei. Diese bunte, didaktisch wertvolle Gestaltung des Buches ist es, die den Stryer von der Konkurrenz abhebt, zumindest als Lehrbuch für Studenten.
Einen fetten Minuspunkt gibt es allerdings für die unzureichende Behandlung biochemischer/-analytischer Methoden.

Alles in Allem kann ich es jedem Biologiestudenten empfehlen mit diesem Buch zu Lernen um die Grundlagen der Biochemie zu verstehen. Biochemiker werden vermutlich sowieso zusätzlich die etwas ausführlichere Konkurrenz in Augenschein nehmen. Ich denke das auch Mediziner was mit diesem Buch anfangen könnten, wennauch es für diese wohl geeignetere (d.h. weniger detaillierte, mehr auf medizinsche Fragen eingehende) Alternativen gibt.


Molecular Biology of the Cell [With Dvdrom]
Molecular Biology of the Cell [With Dvdrom]
von Bruce Alberts
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 178,70

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Student der Human-/Molekularbiologie, 3. Juli 2009
Meine Rezension bezieht sich auf den Vorgänger dieser Ausgabe!

Was ich nicht verstehen kann ist, dass man überall persönliche und subjektive Bewertungen von Lehrbüchern findet. Ein Lehrbuch zu empfehlen ist nicht ganz so einfach, schon alleine deswegen, weil ein jeder Leser andere Grundlagen mitbringt, einen gewissen Schreib- und Darstellungsstil bevorzugt und, vor allem, unterschiedliche Ansprüche stellt.

Der "große Alberts" macht seinem Namen alle Ehre, denn er bietet viel mehr als nur die Grundlagen der Zellbiologie. So ziemlich jedes Thema, was die Zellbiologie irgendwie betrifft wird grundlegend behandelt, wie z.B. Biochemie, Molekularbiologie, Entwicklungsbiologie, Zelluläre Physiologie, Immunologie, Neurologie und Histologie. Was allerdings zu wünschen übrig lässt ist die minimalistische Behandlung der Pflanzenbiologie und der Mikrobiologie (insbesondere die Darstellung von Viren hätte etwas ausführlicher sein können). Außerdem sind die molekularbiologischen und biochemischen Methoden ausbaufähig.

Obwohl der Alberts ein Mehrautorenbuch ist, so sind fast alle Kapitel, Stellen und Passagen sehr gut und verständlich beschrieben. Auch die Strukturierung und Gliederung des Buches sind sehr gut gelungen.
Zudem bietet der Alberts einen umfassenden Überblick über die behandelten Themen. Ich erkläre das hier mal z.B. anhand der Apoptose. In vielen Lehrbüchern findet man einen Weg der Apoptose beschrieben, den anderen nur angerissen; im Alberts findet man beide in der gleichen Ausführlichkeit dargestellt. Das ist nur ein Beispiel von vielen. Nicht umsonst hat der Alberts so viele Seiten. Und trotzdem bleibt der Text immer gut strukturiert und übersichtlich, der Alberts ist trotz seiner Größe und seinem Status als Lehrbuch als Nachschlagewerk zu empfehlen, der Gliederung sei dank.
Ein Nachteil dieser Vielseitigkeit, macht sich in der Detailliertheit bemerkbar. Für den einen oder anderen (Master/Diplom -) Prüfling mag der Alberts nicht ausführlich genug sein, da sollte man dann zu Alternativen, wie z.B. dem Lodish greifen.
Die Abbildungen im Alberts sind eher Geschmackssache: das Design ist recht bunt, und spricht nicht unbedingt jeden an. Zudem sind nicht alle Abbildungen wirklich gelungen, einige sind einfach zu bunt, nicht schön anzuschauen oder liegen einfach etwas neben dem didaktischen Ziel. Dafür gibt es aber viele sehr, sehr gute Abbildungen, die einem den Text viel leichter verständlich machen und sich schnell einprägen. Wer aber hauptsächlich auf gute Bilder setzt, ist wohl mit dem Lodish besser dran.

Die DVD ist wirklich sehr gut gelungen, viele einsichtige, selbsterklärende Animationen und Videos mit hervorragenden Sprechern. Es ist nicht notwendig die entsprechenden kapitel im Buch gelesen zu haben, wünschenswert, aber nicht notwendig.
Hinzu kommen viele hervorragende rasterelektronenmikroskopische Aufnahmen und histologische Schnitte mit entsprechender Kennzeichnung, dass man auch immer genau weis, was man wo sieht. Die DVD kann man eigentlich immer im Vollbildmodus anzusehen, was nicht selbstverständlich ist!
Was ich zu bemängeln habe ist, dass man um die CD abspielen zu können (warum auch immer) Netscape und unbedingt AdobeReader 5.0 braucht. Zudem kann man sich 3D-Modelle von Proteinen nur mit Chime ansehen, welches aber selbst nicht auf der CD drauf ist.

Das Buch bietet zudem einen Index und Glossar, sehr hilfreich.

Preis/Leistung: Das Buch ist sein Geld allemal Wert, das ändert aber nichts daran, dass das Buch selbst sehr teuer ist, das Geld hat nicht jeder. Was mich persönlich besonders ärgert, ist das Taschenbuchformat. Wieso muss ich für die gebundene Ausgabe fast 40% mehr hinblättern?

Fazit: Ein sehr vielseitiges Buch, das grundlegende Prinzipien und Sachverhalte der Biologie sehr gut erklärt und dabei in den meisten Fällen genügend in die Tiefe geht. Gerade in den Kapiteln zur Genetik und Biochemie merkt man, wie gut das Buch vermittelt. Die einzelnen Kapitel und Themen sind sehr übersichtlich gestaltet und ermöglichen (dank vieler Subunterschriften und Fettdrucke) sogar zum Nachschlagen von einzelnen Begriffen.
Negativ anzumerken ist, dass einzelne wenige Themen, wie z.B. die Virologie kaum behandelt werden. Manche der Abbildungen erfüllen nicht ganz ihren Zweck, was angesichts des sonst positiven Eindrucks des Buches schade ist. Zudem ist das Buch sehr teuer, selbst als Softcover.

Ich habe sehr viele Bücher zu Hause stehen, aber ich bin selbst immer wieder überrascht, wie gut sich der Alberts lesen lässt. In kaum einem anderen Buch kann ich so gut schmökern, wie im Alberts.

Mein Tipp:
Wer mehr Tiefe zu den einzelnen Themen will (gerade im Methodeteil), greift zum Lodish. Wer weniger bezahlen will, greift zum Karp oder einfach zu der Studentenausgabe. Ansonsten kann ich nur jedem, der beabsichtigt in der Biologie sein Geld zu verdienen zu diesem Buch raten, da es eigentlich alles hat, was man sich von einem guten Lehrbuch wünscht.


Janeway's Immunobiology
Janeway's Immunobiology
von Kenneth M. Murphy
  Taschenbuch
Preis: EUR 74,72

11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Student der Molekularbiologie - Standartwerk, 3. Juni 2009
Rezension bezieht sich auf: Janeway's Immunobiology (Taschenbuch)
Wie mit vielen Lehrbüchern stellt sich die Frage: "Wozu brauche ich das Buch?" Zum einen kommt es darauf an, was man studiert und wie ausführlich das Wissen benötigt wird. Zum anderen muss man mit einem Buch zurecht kommen, also der Darstellung, dem Stil und dem Inhalt.

Dieses Buch wird nicht umsonst als "Das Standartwerk der Immunologie" gehandelt. Der Janeway ist hochaktuell und beschreibt die Grundlagen der Immunologie auf genetischer, zellulärer und physiologischer Ebene sehr detailliert. Und genau da liegt der Punkt: meiner Meinung nach ist dies ein Buch für Fortgeschrittene oder solche, die es werden wollen.
Für Leser, die sich nur oberflächlich in die Grundlagen der Immunologie einarbeiten wollen um einen Überblick über die Organisation, die Struktur, die Funktionen und die Eigenschaften des Immunsystems zu erhalten brauchen dieses Buch nicht. Für diesen Zweck, gibt es wesentlich einfacher verständliche (weil nicht so tiefgreifend) und vor allem kleinere Werke, die diesen Überblich qualitativ hochwertig vermitteln.
Das Problem mit diesem Lehrbuch ist, dass es ein sehr komplexes Thema behandelt und aufgrund dessen auch nur eingeschränkt als Nachschlagewerk oder Kurzlehrbuch zu empfehlen ist.

Aber jedem, der sich mit der Thematik der Immunologie intensiver befassen möchte, den die grundlegenden molekularen Mechanismen interessieren kann ich dieses Buch nur wärmsten empfehlen.
Das Buch glänzt mit hervorragenden und gut verständlichen Abbildungen und die Texte sind sehr eingängig und gut verständlich. Wer kein Problem mit dem Fachenglisch hat, der sollte auch kein Problem haben die einzelnen Kapitel im Janeway zu verstehen. Es wird nahezu jedes für die Immunologie relevante Thema detailliert dargestellt.
Was zu bemängeln ist, ist die Tatsache, dass das Buch zu wenig auf die Praxis und die Laborarbeit eingeht. Natürlich werden Beispiele gebracht und medizinische Anwendungen dargestellt. Aber mir persönlich fehlt gerade die Behandlung molekularbiologischen Probleme, z.B. wieso es nicht so einfach ist, Antikörper transgen herzustellen.

Alles in allem muss ich sagen, dass mir dieses Buch sehr gut gefallen hat, auch wenn einige Abschnitte aufgrund ihrer Thematik doch recht langweilig waren. Bei mir hat das Buch genau das gemacht was es soll: tiefergehendes Fachwissen zu vermitteln ohne mich allzu stark anzustrengen oder zu langweilen. Mir ist es immer besonders wichtig, das sich gerne in ein Buch reinschaue und mich nicht Kapitel für Kapitel durchquälen muss, auch wenn einige Passagen natürlich etwas anstrengeder sind als andere, und ich muss sagen, das ist dem Janeway wirklich sehr gut gelungen.


Organische Chemie: Chemie-Basiswissen II (Springer-Lehrbuch)
Organische Chemie: Chemie-Basiswissen II (Springer-Lehrbuch)
von Hans Peter Latscha
  Gebundene Ausgabe

3.0 von 5 Sternen Student der Molekularbiologie, 3. Juni 2009
Wie auch mit vielen anderen Büchern kommt es hier darauf an, was man von dem Buch möchte, bzw. was man darin finden möchte.
Eines kann ich ganz klar sagen: meiner Meinung nach, ist der Latscha, Kazmaier, Klein als Lehrbuch ungeeignet. Die grundlegenden Mechanismen und Prinzipien werden zwar dargestellt, einem ungeübten Leser (also Anfänger) aber nicht zugänglich gemacht.
Dafür eignet sich das Buch aber umso besser als Nachschlagewerk für Fortgeschrittene, also solche, die sich mit der Materie schon auseinandergesetzt haben und die Prinzipien der organischen Chemie verinnerlicht haben. Die Autoren gehen auf die Reaktionen nahezu aller organisch - chemischer relevanten funktionellen Gruppen ein.
Ein Methodenregister fasst alle für die Industrie relevanten Synthese - Darstellungen zusammen. Hieran erkennt man wohl besonders, für welchen Leser dieses Buch geeignet ist.

Mein Fazit: Für all diejenigen, die sich in den Grundzügen der oraginschen Chemie auskennen und ein Nachschlagewerk suchen, ist dieses Buch uneingeschränkt zu empfehlen. All diejenigen die sich Wissen über die Einführung in die organische Chemie hihaus aneignen wollen, sollten dieses Buch vorher probelesen. Diejenigen, die organische Chemie verstehen wollen (weil sie nicht zu denjenigen wenigen gehören bei denen es sofort "klick" macht), sollten lieber zu einem "echten" Lehrbuch greifen.


Call of Duty 4 - Modern Warfare
Call of Duty 4 - Modern Warfare
Wird angeboten von TICÁ
Preis: EUR 26,45

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kein Spiel, ein Erlebnis!!, 3. Januar 2008
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Call of Duty 4 - Modern Warfare (Videospiel)
Ich bin kein Freund von Kriegsspielen, gerade in Zeiten in denen tagtäglich nur 5000km weiter östlich wirkliche Kriege stattfinden. Zudem habe ich mich nie wirklich für Ego Shooter interessiert; wenn ich dann mal Hand ans Joypad gelegt habe, bin ich kaum mit der Steuerung zurechtgekommen. Aber ich muss gestehen, ich liebe dieses Spiel!!
Nie im Leben hätte ich gedacht, dass mich ein Spiel so einfangen könnte. Ich spiele nun seit 19 Jahren begeistert Videospiele, aber bei Call of Duty 4 bin ich zum ersten mal mittendrin statt nur dabei. Sobald ich meine Kopfhörer aufsetze und eine Mission beginne vergesse ich alles um mich herum.
Man fühlt sich mitten in den Krieg hineinversetzt; die Kameraden kommunizieren ununterbrochen miteinander und mit dem Spieler, so entsteht der Eindruck als ob man wirklich mit diesem Team zusammenarbeiten würde. Überall explodiert etwas, von der Ferne hört man Schüsse, Helikopter und angreifende Flugzeuge. Die Schlachten sehen sehr realistisch aus, aus alle Ecken und Löchern wird gefeuert, Granaten fliegen einem vor die Füße, Helikopter werden zur Verstärkung gerufen, Autos fliegen in die Luft, Teammitglieder fallen neben einem zu Boden..und..und..und.. . Dabei fällt es manchmal schwer Freund von Feind zu unterscheiden, wie in echten Szenarien eben.
Die enorm hohe künstliche Intelligenz sowohl der eigenen Truppen wie auch der Gegner führt zu massenhaft spannenden Kämpfen, die taktisch wohl durchdacht sein müssen.So sieht keine Schlacht aus wie die andere.
Die Missionen des Spiels sind sehr abwechslungreich, mal ruhige Schleich- oder Snipermissionen, Helikoptereinsätze, Rettungsmissionen bis hin zu extrem nervenaufreibenden Massenschlachten.
Was CoD4 wirklich ausmacht, ist die mehr als Kinoreife Inszenierung. Immer passiert irgendetwas, meist etwas mit dem man gar nicht rechnen würde. So stürmt man z.B. mitten in einer stürmischen Nacht ein feinliches Kriegsschiff um an gewisse Informationen zu gelangen. Plötzlich, fast schon aus dem Nichts, wird das Schiff von einer Rakete einer unbekannten Quelle getroffen und das Schiff fängt an zu sinken. Was sich hier einfach nur so herunterliest, ist im Spiel ein wirklich überaschendes und Nervenaufreibendes Ereignis welches direkt von einem 2. begleitet wird. Solche Situationen gibt es massenhaft in CoD4.

Technisch setzt das Spiel Maßstäbe. Die Grafik ist über alle Zweifel erhaben. Gerade auf einem HD Fernseher sieht die Umgebung täuschend echt aus, die Animation der Charaktere wirkt absolut lebensecht. Die Lichteffekte, ob Mündungsfeuer, Leuchtfeuer, Suchscheinwerfer oder einfach nur Tag - Nacht - Darstellungen werden physikalisch korrekt berechnet und wirken auch dementsprechend.

Das gleiche gilt für den Sound: hammerhart, glasklar, sehr realistisch.
Die musikalische Untermalung passt zu jedem Zeitpunkt, die englische Synchronisation ist sehr gut gelungen. Die Soundeffekte machen einen Großteil der Atmosphäre aus. Gerade die direktionalen Soudeffekte erwecken das Gefühl mitten im Gefecht zu stehen. Dabei ist es meiner Meinung nach wichtig, zumindest mit guten Kopfhörern zu spielen, da wie gesagt ein großer Teil der Stimmung durch die herumfligenden Kugeln, der über einem auftauchenden Helikoptern,den vielen verstreuten Explosionen sowie den Zwischenrufen der einzelnen Kriegsgefährten zustande kommt.

Was für das eigentliche Spiel gilt, gilt auch für den Online Modus. Viele Optionen, 12 riesige Areale und ein süchtig machendes Aufbausystem sorgen für extrem lange Unterhaltung mit bis zu 18 Spielern gleichzeitig. Was hier negativ auffällt, ist, dass wie schon bei vielen anderen PS - Online Spielen Probleme bei der Nutzung von Headsets auftreten können, was die Kommunikation im Team natürlich erschwert.

Fazit: Ein wirklich sehr gutes Spiel, welches auf einer HD - Glotze zusammen mit Kopfhörern (oder besser noch Surroundsound) zu einem unvergleichlichen Erlebnis wird. Erwachsene Spieler, die mit der Gewaltdarstelllung umgehen können, kommen meiner Meinung nach nicht um dieses Wunderwerk herum.


Seite: 1