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Rezensionen verfasst von
Hamlet (Köln)

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Finder of Lost Loves
Finder of Lost Loves
Wird angeboten von Fulfillment Express
Preis: EUR 20,05

4.0 von 5 Sternen Sehr interessant, 18. Juni 2015
Rezension bezieht sich auf: Finder of Lost Loves (Audio CD)
DIESER ARTIKEL BEZIEHT SICH AUF DIE DELUXE- VERSION 2015!!!
Manchmal fragt man sich wirklich, was Plattenfirmen sich so denken. Einerseits Arista, die 1984 dieses Album veröffentlichten und dabei- wie sich jetzt herausstellt- einige der besten Songs einfach wegließen. Andererseits Funkytowngrooves, die dieses Album, das in Europa als "Without Your Love" erschien, jetzt vorzüglich remastered wiederveröffentlichen, obwohl es eines der erfolglosesten Dionne- Alben aus ihre Arista Zeit ist (US-Charts 1984 Pos. 108). Nun ja, das sagt ja nichts über die Qualität aus. Dionne Warwick ist stimmlich auf ihrem Höhepunkt, was man bei Songs wie "No One In The World" oder "Love Doesn't Live Here Anymore" ganz deutlich hört. Alles in allem hatte Arista damals wohl beschlossen, Dionne wieder etwas poppiger klingen zu lassen. Das hört man den eher leichteren Kompositionen wie "Without Your Love" oder "It's Love" einfach an. Warum aber, so fragt man sich, nach dem Hören der Bonustracks auf der zweiten CD, hat Clive Davis (Chef von Arista) damals zwei Songs und bestimmte Versionen anderer Songs nicht mit auf das Album genommen, die dem Ganzen dann etwas mehr Pfeffer verliehen hätten? Zum einen das stark nach Pointer Sisters- "Jump"- klingende "Dangerous": Dionne singt hier in einem für sie eher ungewöhnlichen Elektro-Funk-Groove und tut das duchaus überzeugend. Bei einer etwas intensiveren Produktion hätte dieser Song sogar die Hitsingle des Albums werden können. Auch der zweite unveröffentlichte Song, "Broken Bottles", hätte es verdient, auf das Album zu kommen. Schließlich handelt es sich um eine Bee Gees- Komposition irgendwo zwischen "Islands In The Stream" und "Heartbreaker", jenem Song, den die Brothers Gibb zwei Jahre zuvor geschrieben haben und der ein Welterfolg wurde. Diese beiden Songs sind wirklich stark und eine Bereicherung für dieses Album. Zusätzlich gibt es noch eine hinreißende, bisher unveröffentlichte Version des Bacharach- Titels "Finder Of Lost Loves", gesungen im Duett mit Luther Vandross. Hier steigern sie beide Künstler voller gegenseitigem Respekt zu Höchstleistungen und das verleiht der Ballade eine bisher nicht erahnte Tiefe. Warum diese drei Titel bzw. Versionen auf dem Origialalbum nicht verwendet wurden, kann man nur vermuten. Dionne selbst hat ja in mehreren Interviews angedeutet, dass sie mit vielen Entscheidungen von Clive Davis nicht einverstanden war. Für ihr nächstes Album "Friends" nahm sie die erste Version des Patti Labelle / Michael McDonald- Hits "On My Own auf"- Herr Davis nahm sie nicht mit auf das Album. Ihr "Dionne Warwick sings Cole Porter"- Album existiert irgendwo in den Arista- Archiven in einer schön jazzig angehauchten Version, die nichts zu tun hat mit der weichgespülten Keyboard- und Streichersülze, die auf den Wunsch von Herrn Davis veröffentlicht wurde. Einzig "Night And Day (Jazz Version)" überlebte und zeigt, was hätte werden können, wenn Clive Davis seine Finger aus dem Spiel gelassen hätte.
"Finder Of Lost Loves" ist in seiner remasterten Version ein fast zu zu glattes Popalbum, das aber von Dionnes Stimme getragen wird und einen angenehmen Hauch Achtziger-Flair und klangliche Kontinuität hat.


Weekend
Weekend
Preis: EUR 21,70

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Endlich!, 26. November 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Weekend (Audio CD)
Endlich knüpft Alice auf ihrem neuen Album da an, wo sie vor bald 20 Jahren mit "Exit" aufgehört hat. War das Comeback vor zwei Jahren mit "Samsara" eher durchwachsen, da viel zu ruhig und leidend unter eher schwachen Melodien, glänzt Alice auf "Weekend" mit allem, was mir diese Ausnahmekünstlerin lieb und teuer gemacht hat seit 1981. Die Songs sind bis auf eine Ausnahme alle sehr gut, wechseln zwischen Uptempo (ja, das kann Alice tatsächlich noch!) und Balladen. Hervorzuheben bei den schnelleren Stücken wären "Veleni", das schon eher in Richtung Elektropop geht, und das herrlich luftige "Un' po d'aria", wobei das letztere stark in Richtung Ohrwurm geht. Die langsamen Stücke sind ebenfalls eingängig und sparsam, aber effekt- und wirkungsvoll instrumentiert. Wer die Single "Tante belle cose" gehört hat, weiß, was ich meine. Sanfte Musik, garniert mit einer wunderschönen Trompete und einem Hauch Elektronik. Zur Stimme von Alice kann ich nur sagen: sie hat nichts von ihrer Kraft eingebüßt. Wer sich den Mittelteil von "Veleni" anhört, in dem Alice gegen Gier, Eifersucht und Raffgier wütet, wird mir zustimmen. Und bei den Balladen wie "Qualcuno pronuncio mio nome" schwingt sie sich glasklar zu stimmlichen Höhenflügen auf. Ein durchwegs gelungenes Album, das übrigens auch bei der Covergestaltung und Aufmachung punktet. Die erneute Zusammenarbeit mit Franco Battiato auf zwei Songs sogrt ebenfalls für Freude. Einen Stern Abzug gibt es allerdings wegen zweier Schwachstellen. "Christmas" ist auf Englisch gesungen und das hat bei Alice noch nie geklappt. Weder bei "Blue Melody" noch bei "The Fool On The Hill". Alice quält sich hörbar mit den Texten herum und verliert allen Charme und alle Grazie, durch die sie sich sonst bei ihren Interpretationen auszeichnet. Und was soll das akkustische Remake von "Viali di solitudine" aus dem wundervollen Album "Park Hotel"? Das weiß wohl nur die Künstlerin selbst. Aber davon abgesehen ist "Weekend" ein Album, dass dem geneigten Alice- Fan endlich einmal wieder das gibt, was er sich wünscht: interessante Songs, wunderbar interpretiert von einer großartigen Sängerin und begleitet von ausgezeichneten Musikern. Jetzt hoffe ich nur, dass dieses Album nicht (wie das Vorgängerwerk "Samsara") als Import verendet, sondern dass sich endlich mal eine deutsche Firma findet, die dieses Werk veröffentlicht und Alice vielleicht mal wieder nach Deutschland locken kann.


Red Hot Rnb
Red Hot Rnb
Wird angeboten von Fulfillment Express
Preis: EUR 19,45

5.0 von 5 Sternen Ganz groß, 14. November 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Red Hot Rnb (Audio CD)
Diese Bewertung bezieht sich auf die remasterte Ausgabe!!!

Lange Jahre war der RCA- Backkatalog von Diana Ross so gut wie verschollen und nur über teure Importe zu kriegen. das ändert sich nun dank der Firma Funkytown Grooves, die auch gleich das Remastering aller sechs Alben übernommen haben ("Why Do Fools Fall In Love", "Silk Electric", "Ross", Swept Away", "Eaten Alive" und "Red Hot Rhythm And Blues". Um es vorweg zu sagen: das Remastering ist einfach superb. Alles klingt wesentlich sauberer, tiefer und klarer- und das gilt für alle sechs Alben. Das Booklet ist jetzt nicht gerade aufwendig gestaltet, liefert aber Informationen über die Aufnahmen und Entstehungsgeschichten der Alben. Ich mochte Diana Ross immer, war aber nicht mit allen RCA-Aufnahmen glücklich. Beim Hören dieser remasterten Versionen fiel mir aber mal wieder auf, was für eine fantastische Sängerin Miss Ross ist und dass sie nie Angst hatte, mit ihrer Musik zu experimentieren. Auch die Bonustracks beinhalten alles, was sich der geneigte Fan wünscht: sämtliche Maxiversionen und Remixe der damaligen Singles plus den nur auf der "Touch By Touch"- B-Seite erhältlichen Song "Fight For It" ("Swept Away"). "Silk Electric" ist sicher das schwächste Ross-Album aus dieser Zeit, gefolgt von "Why Do Fools Fall In Love". Aber der Rest ist einfach gut, besonders "Ross", "Swept Away" und "Red Hot Rhythm And Blues", auf dem es noch den bisher unveröffentlichten Song "Sweet Soul Music" gibt, auf dem Miss Ross ihren Soul-Idolen äußerst stimmgewaltig huldigt ("....and now hear it for Aretha- you got soul..."). Alles in allem eine empfehlenswerte CD-Reihe, die man als Fan sicher nicht vermissen sollte. Es gibt viele Diamanten wieder zu entdecken.


Give My Love to London
Give My Love to London
Wird angeboten von dodax-online
Preis: EUR 12,86

9 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen No regards, 20. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Give My Love to London (Audio CD)
Und wieder ein Album von Marianne Faithfull, das in dem Missverständnis aufgenommen wurde, eine kaputte Stimme würde reichen, um den Liedern Tiefgang und Atmosphäre zu verleihen.
Was auch immer passiert ist: war die Stimme von Faithfull bis zu...naja, sagen wir mal....."Vagabond Ways" durchaus noch als interessant zu betrachten, klingt sie mittlerweile einfach nur wie eine Frau, zu der auf einer Party jeder sagen würde, wenn sie ein Geburtstagsständchen vortragen würde: "Halt den Mund". Da gibt es keine Nuancierungen mehr, das wird das "s" gezischt und gezuschelt wie bei Inge Meysel und was künstlerisch übrig bleibt, sind ein paar interessante Texte und gute Melodien. Ich fand Marianne Faithfulls Musik immer interessant, gerade weil sie eine ganz eigenständige Persönlichkeit war. Aber das Älterwerden ihre Stimmbänder, das ja jedem passiert, hat ihrer Stimme doch arg zugesetzt. Früher konnte Faithfull Gefühle ausdrücken mit dieser sicherlich nicht sehr umfangreichen Stimme, aber dazu reicht es leider nicht mehr. Eine Callas war sie nie, aber ich denke, dieses sollte definitiv eines der letzten Alben sein, die Marianne Faithfull aufnimmt. Sorry, dass mein Urteil so harsch ausfällt, aber ich habe jedes Faithfull- Album seit "Broken English" gekauft und bin daher, was den zweiten Akt ihrer Karriere angeht, durchaus vertraut. Aber diesem Album zuzuhören, ist erschreckend und nicht mehr -so wie früher- faszinerend.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 26, 2014 1:38 PM CET


Live At Wembley Arena (2 CD, Digi Book, Limited)
Live At Wembley Arena (2 CD, Digi Book, Limited)
Preis: EUR 14,99

9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mittelprächtig, 9. Oktober 2014
Als absoluter ABBA- Fan habe ich mich natürlich auch sehr auf dieses Live- Album gefreut. Das 86er "ABBA Live"- Album war ja nicht sehr gelungen, bestand es doch aus zusammen gesuchten Versatzstücken der Touren 1977 und 1979 sowie Songs aus der "Dick Cavett meets ABBA"- Show von 1981. Der Sound war -typisch Achtziger- aufgemotzt und klang viel zu bombastisch. Aber nun bekommen wir ja endlich ein komplettes ABBA- Konzert aus dem Jahr 1979. Mit mittelprächtigen Ergebnissen.

Punkt 1: ABBA bekommen ihre Studioraffinesse auf der Livebühne schlicht und ergreifend einfach nicht hin. Viele Stücke sind viel zu schnell gespielt und wirken dadurch gehetzt und unpräzise. Pluspunkt in diesem Zusammenhang ist allerdings, dass man teilweise den Enthusiamsus spürt, mit dem die Band hier zu Werke geht, aber: vieles klingt einfach nicht besonders gut. "Gimme! Gimme! Gimme! (A Man After Midnight)" oder "As Good As New" waren soundtechnisch in der Studioversion funky und auf den Punkt. Hier klingt es manchmal so, als würden Band und Sänger sich einen Wetbewerb liefern, wer den Song denn nun schneller bringen könnte.

Punkt 2:
Die Stimmen. Ja, hätte ich auch nie gedacht, sowas über ABBA zu schreiben. Aber wenn diese CD eines deutlich macht, dann die Tatsache, dass alles, was wir bisher von ABBA live zu hören bekamen, heftigst im Studio nachbearbeitet wurde- bis hin zu den Vocals. Man braucht bloß einmal die Version von "The Way Old Friends Do" von dem "Super Trouper"- Album mit der ungeschönten, da komplett live eingespielten Version von dieser CD zu vergleichen. Da liegen Welten zwischen. Ebenfalls wird einem klar, wie sehr auch die Live- Mitschnitte von "ABBA-The Movie" nachbearbeitet wurden. Agnetha und Frida klingen auf dieser CD hier nicht wie das Harmoniewunderwerk, als das sie immer angepriesen werden. Da ist eine mal schneller, während die andere langsamer ist und gerade Agnetha bekommt manchmal nicht mehr hin als ein dünnes Zitterstimmchen. "As Good AS New" singt sie ohne jede Nuance, "Gimme! Gimme! Gimme! (A Man After Midnight)" wird geradezu heraus gebrüllt und selbst bei ihre großen Solo- Nummer "I'm Still Alive", der eh schon kitschig klingt, hört sie Agnetha vollkommen unentspannt an. Frida klingt zwar auch nicht immer top, hat ihre Stimme aber besser unter Kontrolle. Lediglich bei den Balladen wie "I Have A Dream", "Thank You For The Music" oder "SOS" klingen ABBA wie ABBA selbst.

Punkt 3:
Irgendwie konnte sich die Band wohl nicht entscheiden, ob sie nun rockig, poppig oder sonstwas sein wollten auf der Bühne. Überlange Gitarrensoli wie bei "Does Your Mother Know" oder "Summer Night City" laufen den Studioversionen soudntechnisch einfach auch deswegen hinterher, weil es auf Platte straff produzierte Discosongs waren, auf der Live-Bühne aber zu nervigen, da überlangen Rocksongs, werden.

Alles in allem: ich finde, als historsches Dokument ist dieses Album sicherlich interessant, aber als ABBA- fan war ich doch ein bisschen erschrocken, wie dünn das alles klingt und wie sehr wir bisher von ABBA mit stark überarbeiteten Live-Versionen ein wenig in die Irre geführt wurden. Dieses Album ändert nichts an meinem Respekt vor dieser einmaligen Band, aber ich gebe Björn völlig recht, der einmal sagte, als er nach einem "ABBA Live-lbum" befragt wurde: "I hate liev albums myself. Why waste your time an listen to something that sounds much better in the studio". Eben. Ganz meine Meinung.


Love to Love You Donna
Love to Love You Donna
Preis: EUR 10,98

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Das Allerletzte, 6. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Love to Love You Donna (Audio CD)
Dieses Album ist eine einzige Katastrophe und eine große Frechheit obendrein. Mal abgesehen von den beiden Remixes "Love to love you, Baby" und "Love is in control (Finger on the Trigger)" ist alles so kaputt gemixt, wie man es einer Künstlerin wie Donna Summer eigentlich nicht antun dürfte. Herrgott nochmal, die Frau war Sängerin!!! Warum sind dann auf diesen bes*******en Remixen teilweise alle Vocals entfernt und alles, was übrig bleibt, sind sich endlos wiederholende Schnipsel (am allerschlimmsten in diesem Fall wohl "On the radio"). Jedes Wort, das man über diese Album verliert, ist eigentlich schon zuviel. Selbst der Preis ist eine Unverschämtheit. Für dieses Geld bekommt man schlechte Remixe, gesteckt in einen billigen Pappschuber ohne Booklet oder sonst eine Information. Doch, eine gibt es: dass der langjährige Ehemann und Witwer von Donna Summer aktiv an diesem Album mitgewirkt hat. Mir völlig unverständlich, warum er dann die Stimme dieser wundervollen Sängerin derartig kastrieren ließ und sich auf dieses Unterfangen einließ. Wo bleiben denn mal Re-Realeases von Alben wie "She Works Hard For The Money", "Donna Summer" oder "The Wanderer" mit unveröffentlichten Tracks und Bonus-Material???? Das würde ich las Fan ja noch kaufen, aber ein gut gemeinter Rat: Finger weg von dieser Schrott-CD.


A
A
Preis: EUR 5,55

26 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eher C als A, 10. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: A (Audio CD)
Sehr aktiv ist sie gewesen in den letzten Wochen, Agnetha Fältskog. Dreharbeiten in London für eine BBC-Dokumentation, Interviews en masse, Fototermine, Auftritte in englischen und schwedischen Talksshows, selbst Auftritte bei Signierstunden und Londoner Nachtclubs- man erkennt die ansonsten sehr medienscheue Schwedin kaum noch wieder.Die große Frage nun: wie ist denn das Album, für das sie sich derartig ins Zeug legt?
Die erste (deutsche) Single) "The One Who Loves You Now" fand ich persönlich eher belang- und harmlos. Das Lied plätschert nett vor sich hin, kommt dabei aber irgendwie nie auf den Punkt. "When You Really Loved Someone", die internationale Single, finde ich da schon um Einiges besser. Das Arrangement stimmt, die Melodie bleibt im Ohr hängen und die Produktion ist rundum stimmig. Ich möchte jetzt hier nicht jeden Song einzeln auflisten, erwähnt seien noch das schwungvolle Duett mit Gary Barlow "I Should have Followed You Home", meiner Meinung nach der geeignetste Kandidat für die nächste Single. Ansonsten bewegt sich bis auf "Dance Your Pain Away" alles im entspannten Midtempo- Bereich und genau hier sehe ich das Problem. Wahrscheinlich möchten mich jetzt alle Agnetha-Fans am liebsten erschlagen, aber das, was die Sängerin heute stimmlich bietet, ist nicht mehr zu vergleichen mit der Intensität führerer Aufnahmen wie "The Winner takes It All", "Wrap Your Arms Around Me" oder meinetwegen auch noch "Sometimes When I'm Dreaming" vom 2004er Album "My Colouring Book". Aus irgendeinem Grund klingt Agnetha so, als würde sie sich nicht mehr richtig trauen, intensiv zu singen, zu oft klingt ihre Stimme derartig zart und zurückhaltend, dass es mir persönlich auf zehn Songs gestreckt unangenehm auffällt. Zusätzlich sind ihre Vocals an einigen Stellen eindeutig gepitcht, d.h. künstlich nach oben geschraubt worden. Deswegen klingen ihre Vocals einfach zu glatt, zu artig, zu brav. Und man möge mich wieder erschlagen: die einzige Eigenkomposition von Agnetha auf diesem Album, "I Keep Them On The Floor Beside My Bed", ist für mich schlicht und ergreifend einer der langweiligsten Songs des ganzen Albums. Da strahlt "I Was A Flower" wesentlich mehr Dramatik aus. Ich finde es immer wieder schade, dass Agnetha auf ihren sämtlichen Solo-Alben es irgendwie nicht schafft, Songs zu wählen und zu produzieren, die ihre Persönlichkeit durchschimmern lassen. Will sagen: die Songs auf "A" hätte jede andere Sängerin genauso gut gesungen und das ist leider nicht so toll. Alles klingt gefällig, alles klingt nett, aber es gibt keine richtigen Höhepunkte. Deswegen gibt es von mir auch nur ein "C" statt eines "A". Klar freue auch mich immer über neue Töne aus dem Hause Fältskog, aber so eine richtige Gänsehaut will sich bei mir nicht einstellen. Und über noch etwas muss ich nörgeln: ich finde es zwar sehr schön, aus dem Booklet zu erfahren, dass Tochter Linda unter den Backing-Vocalisten war, dass der ehemalige ABBA-Drummer Per Lindvall mitmusiziert hat und das Lolo Murray, die während der 1979er / '80er- Tour für das Make-Up zuständig war, Agnetha immer noch schminkt, ABER: liebe Universal, wenn ihr schon so ein Prestige-Projekt wie das neue Album von Agnetha heraus bringt, dann achtet doch das nächste Mal (falls es eines gibt) ein bisschen mehr auf die Rechtschreibung. Im Booklet strunzt es nur so vor Fehlern. Agnetha bedankt sich bei den Komponisten dafür, dass sie ihre Songs "interpeten" durfte, wo es "interpRet" heißen müsste, in den Songtexten fehlen teilweise Wörter etc. Liest da eigentlich weder die Künstlerin noch die Artwork-Design-Abteilung drüber??? Nun gut, also: wie gesagt, ein typisches Agnetha Solo-Album eben, nett, gefällig- aber ich gebe ja die Hoffnung nicht auf, dass Frau Fältskog nochmal ein wirklich persönliches Album heraus bringt, dass sich nicht in Zeilen wie "Love don't let me go, love please let me know" erschöpft oder den "Trrrrrrrrrrropical summer" besingt wie 1983.
Kommentar Kommentare (10) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 17, 2013 3:52 PM MEST


Ten Thousand Lightyears
Ten Thousand Lightyears
Preis: EUR 8,68

3.0 von 5 Sternen Sonderbar, sonderbar, 14. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Ten Thousand Lightyears (Audio CD)
Ich finde dieses Boney M-Album ebenfalls sehr interessant, aber zum Meisterwerk fehlen dann doch einige Dinge. Erstens: nach den eher mageren Verkäufen des "Boonoonoos"-Albums wollte Farian seine Truppe wohl durch etwas "Nightflight to Venus"-Ähnliches wieder (komerziellen) auf Vordermann bringen. Warum er diese Idee dann aber schon nach drei Titeln wieder aufgibt und mit "Where Did You Go" eine Ballade einfügt, die mit Weltraum, Zukunftsangst, All, Raumschiffen und so weiter nix mehr zu tun hat, wird wohl ewig sein Geheimnis bleiben. Noch nerviger finde ich diesen Hang Farians, auf ein Album so viel drauzuknallen wie nur irgendmöglich. Das führte ja schon in der Vergangenheit zu sonderbaren Ergebnissen, beispielsweise der 1'50''er-Version von "Ribbons of Blue" die noch auf das "Oceans of Fantasy"-Album mit draufgequetscht werden musste. Hier macht er es leider wieder so. "I Feel Good, "Living LIke A Moviestar" oder "Barbarella Fortuneteller" zählen zu den stärkeren Titeln des Albums, sind aber alle ab 3 Minuten hörbar eingekürzt. Gruselig und schade. Genauso gruselig ist auch die Songauswahl. Es gibt hier tolle Produktonen und Sounds ("Future World", "10,000 Lightyears" oder eben "Living Like A Moviestar"), aber was soll denn bitte schön so ein Schrott wie "The Alibama" oder "Dizzy" auf diesem Album??? Es ist wirklich schade: da hat er eine erstklassige Produktion mit den besten deutschen Musikern und dem Londoner Symphony Orchestra und dann fällt das Ganze im Gesamteindruck komplett ab, weil wieder so eine Kinderkacke wie "The Alibama" drauf landet. Dafür gibt's dann leider nur drei Sterne. Trotzdem bleibt "10,000 Lightyears" für mich das Interessanteste Boney M.-Album, noch vor "Boonoonoonoos" (das aber berechtigterweise ebenso viele Fans hat). Vielleicht hätte man Frau Barrett auch noch mal zwei Songs geben können, aber wahrscheinlich sah es schon damals nicht so rosig aus hinter den Boney.M-Kulissen. Also: ich finde das Album gut. Wer übrigens die volle Packung möchte, der sollte sich zu diesem Album auch noch die "Rarities und Long Versions Vol.3" holen. darauf gibt es den Extended Remix von "Exodus" und "Somewhere In The World" und alternative Versionen von "Wild Planet", "Future World" und "10,000 Lightyears".


Now - A Celebratory 50th Anniversary Album
Now - A Celebratory 50th Anniversary Album
Wird angeboten von B68 Solutions
Preis: EUR 9,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Say A Little Prayer, das gefühlte 3000. Mal, 10. Dezember 2012
Ich kann mich meinem "Vorredner" nur anschließen: als ich hörte, dass Dionne Warwick zu ihrem 50. Bühnenjubiläum noch einmal ältere Titel aufnehmen möchte, dachte auch ich nur frei nach Loriots "Pappa ante portas": "Bitte, Heinrich, alles, nur das nicht!". Die Alben "Dionne sings Dionne" und "Dionne sings Dionne 2" waren eher Mittelklasse und "My Friends and Me", auf dem Dionne ihre Bacharach / David-Erfolge mit anderen Künstlern im Duett sang, war ein Katastophe- stimmlich uninspiriert, musikalisch schwach und künstlerisch völlig belanglos. Das letzte Album von Dionne "Only Trust Your Heart" mit Jazz-Standards war da schon eine große Verbesserung, die sich jetzt Gott sei Dank mit "Now" zjm großen Teil fortsetzt. Die Songs "Love Is Still The Answer", "99 Miles", "Is There Anybody Out There", "It Was Almost Like A Song" und "Be Aware" sind endlich mal wieder echte Warwick-Klassiker, gut instrumentiert und produziert von Phil Ramone, der auch schon andere Song-Diven wie Frau Streisand unterstützte. Dennoch muss ich sagen: die gefühlte 3000. Aufnahme von Songs wie "Say A Little Prayer", "Reacht Out For Me" oder "Don't Make Me Over" finde ich vollkommen überflüssig. Erstens sind sie nicht besser als die Originale (wie auch?) und zweitens wird hier dann doch sehr deutlich, dass Dionnes Stimme mittlerweile auf der Tiefe eines Opernbasses agiert. Das meine ich gar nicht böse, Sänger werden älter und Stimmen verändern sich, aber wer nur die Orignale kennt und jetzt die Neuaufnahmen hört, wird sich schon wundern. Einzige Ausnahme in meinen Ohren: die wirklich hervorrragend gelungene Version von "Make It Easy On Yourself". Dionne at her best, eine langsame Ballade, gesungen mit (und auch das sage ich voller Respekt) Altersweisheit und einer gewissen Zerbrechlichkeit. Alles in allem also ein Album, auf dem mindestens sechs bis sieben Titel absolut hörenswert sind. Die neuen Titel passen dann auch wieder sehr gut zu Dionnes mittlerweile sehr tiefen Stimme.
Drei Sterne gibt es aber auch noch aus einem anderen Grund: in verschiendenen Interviews hat Miss Warwick behauptet, sie habe die Titel für dieses Album von Fans, Freunden, ja sogar von Leuten auf der Straße auswählen lassen, die sie selbst (also Dionne) einfach mal so nach ihren Lieblingsliedern gefragt hat. Ach! Ach? Und da hat kein einziger mal einen Titel aus den 15 Jahren genannt, die sie von 1979 bis 1993 bei Arista unter Vertrag war??? Keinem einzigen fiel ein Titel wie "I'll Never Love This Way Again" ein, niemand kannte "Heartbreaker", "Deja Vu" oder "Finders Of Lost Loves"??? Niemand erinnerte sich an "No One In The World" oder "Extravagant Gestures" (übrigens auch ein Titel von Bacharach, der meines Erachtens aufgrund seiner Thematik und Stimmung ganz hervorragend auf "NOW" gepasst hätte)????? Mmmmh, fast scheint es so, als möchte Dionne von diesen Titeln nichts mehr wissen, was aber keinen Sinn macht, wenn man 50 Jahre im Shobusiness feiert und dann ein Drittel dieser Karriere musikalische einfach streicht. Ich glaube, es gibt genug Fans, die gerade die Arista- Phase sehr schätzen und sich da vielleicht auch den einen oder anderen Song auf "NOW" gerne gesehen hätten. So bleibt diese neue CD ein sehr eingeschränkter Rückblick, der mit Sicherheit vieles vergisst und manche Perle aus Warwicks Repertoire unter den Tisch fallen lässt. Deswegen nur drei Sterne.


Abba (Deluxe Edition inkl. 3 Bonustracks)
Abba (Deluxe Edition inkl. 3 Bonustracks)

8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Jetzt reicht es aber wirklich!, 30. November 2012
Ich schließ mich meinem "Vorredner" NTG an. Was ABBA bzw. ihre Plattenfirma bei den sogenannten Deluxe-Editions ihrer Alben versemmeln, geht auf keine Kuh- bzw. Fanhaut mehr.
Mal ganz abgesehen davon,dass ich von einer Deluxe-Edition erwarte, dass zumindest ALLE Promo-Videos zu den Album-Singles vorhanden sind (hier fehlen sie alle!), ist auf diesem Album nichts, aber auch gar nichts, was NEU wäre. Noch ärgerlicher finde ich allerdings, dass als Bonus-Tracks mal wieder Songs genommen werden, die mit dem Original-Album fast gar nichts zu tun haben. "Crazy World" wurde zwar während der Sessions zu diesem Album aufgenommen. Das, was wir hier als Bonus-Track vorgesetzt bekommen, ist aber der Mix bzw. die bearbeitete Version aus dem Jahr 1976. Ähnliches gilt für das "Medley". Auch hier gibt es einen Original-Mix aus dem Jahr 1975, aber wieder mal wurde auf dieser "Deluxe"-Edition der Mix aus dem jahr 1978 verwendet. Ganz furchtbar finde ich es allerdings, wenn dann auch noch die spanische Version von "Mamma Mia" auftaucht, die erst 1980 aufgenommen wurde und mit dem Original-Album nicht das Geringste zu tun hat. Wieder einmal (wie bei fast allen anderen "Deluxe"-Editions von ABBA auch) muss man sich fragen: warum nicht wenigstens EIN Titel aus den Archiven ("Ricky Rock'n'Roller" zum Beispiel)? Hat man denn Nichts aus der "The Visitors"- Deluxe-Edition gelernt, die sich mit Sicherheit besser verkaufte und große Aufmerksamkeit in der Presse erregte, weil bisher unveröffentlichte Aufnahmen und Versionen von "Like An Angel Passing Through My Room" darauf waren? Diese langweiligen "Deluxe"- Editions werden mittlerweile von jedem One-Hit-Wonder besser gemacht. Und auch von den großen Gruppen wie The Beatles, Fleetwood Mac, Rolling Stones oder The Eagles. Die weigern sich nämlich nicht, auch mal etwas aus den Archiven ans Tageslicht zu fördern. So, wie Björn und Benny mit diesen "Deluxe"-Editions umgehen, wächst bei mir die Langweile mit jedem Re-release. Einfach weil man schon alles tausend Mal gehört hat und es nix Neues gibt. Welcher Fan soll denn diesen "Deluxe"-Mist noch kaufen? Als ABBA-Fan geht mir das zunehmenend auf die Nerven. Herzlichen Dank auch, aber dieses Album wird nicht gekauft. So. Sorry, aber ich finde das ist einfach Geldschneiderei.


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