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Rezensionen verfasst von
Christoph Spohr

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The Haskell Road to Logic, Maths and Programming. Second edition (Texts in Computing)
The Haskell Road to Logic, Maths and Programming. Second edition (Texts in Computing)
von Kees Doets
  Taschenbuch

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ideale Kombination aus Diskreter Mathe und Haskell, 29. Juni 2010
"The Haskell Road to Logic, Math and Programming" sollte treffender
"Einführung in die diskrete Mathematik mit Haskell" heißen. Eine
Einführung in Haskell und eine Einführung in Diskrete Mathematik sind
eine ideale Kombination, weil gerade Haskell sich wegen seines sehr
mathematischen Formalismusses dazu anbietet. So können die häufig sehr
abstrakten Konzepte konkret in einer Programmiersprache ausprobiert
werden. Behandelt werden Logik, Mengen, Relationen, Funktionen,
Induktion/Rekursion, Zahlentheorie, Polynome. Einem Anfänger würde ich
das Buch nicht empfehlen, weil sowohl Diskrete Mathematik und Haskell
gewöhnungsbedürftig sein können, und damit schon einzeln schwierig
genug sind. Insbesondere Vorkenntnisse in Haskell können nicht
schaden, da das Buch hier sehr schnell voranschreitet. Funktionen
höherer Ordnung werden bspw. schon auf Seite 21 eingeführt. Wer
Vorkenntnisse mitbringt, kann sie mit diesem Buch wunderbar vertiefen.
Sehr gut gefallen haben mir die Übungsaufgaben, die genau den
richtigen Schwierigkeitsgrad haben. Kommt man mal nicht weiter, kann
man beim Autor die Musterlösungen per Mail anfordern. Darüber hinaus
sind viele der Beispielprogramme in einem sehr schönen Stil
programmiert, von dem ich mir noch ein paar Tricks abgucken konnte.

Gerade für diesen Preis eine uneingeschränkte Empfehlung!


'BRUNOX' KETTENSPRAY IX50 400 ml Dose
'BRUNOX' KETTENSPRAY IX50 400 ml Dose

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wahnsinn, 29. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: 'BRUNOX' KETTENSPRAY IX50 400 ml Dose (Misc.)
Gekauft habe ich mir nach langer Internetrecherche das Brunox IX 50, weil ich auf der Suche nach einem lang haftenden Kettenöl war. Besonders im Winter und bei starken Regenfällen mußte ich die Kette früher teils mehrmals wöchentlich ölen, weil ich wochentäglich 30 km fahre. Und wenn auf den Straßen viel Salz gestreut war, ließ die Schmierwirkung noch schneller nach. Viele Öle hatte ich ausprobiert, bis ich auf Brunox stieß. Seither habe ich keines der beschriebenen Probleme mehr. Der Schnee mag sich auf der Kette und Schaltung auftürmen, die Schmierwirkung wird davon nicht beeinträchtigt. Nachölen muß ich im Winter seitdem nur noch jeden Monat, sonst alle drei Monate. Mittlerweile schmieren wir alles im Haushalt damit. Türen, deren Angeln damit geschmiert wurden, schweben danach ins Schloß. Sagenhaft gut. Im aktuellen Test zu Schmiermitteln in der tour 12/09 hat die günstigere Variante des Kettenfetts mit 2,0 abgeschnitten.


Plastikwörter: Die Sprache einer internationalen Diktatur
Plastikwörter: Die Sprache einer internationalen Diktatur
von Uwe Pörksen
  Taschenbuch

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie Leitbegriffe das Denken verleiten, 18. Juni 2010
Pörksen widmet sich in den "Plastikwörtern" undefinierbaren, bedeutungslosen Füllwörtern als einem Phänomen der Gegenwartssprache. Er beschreibt, wie diese Wörter meist der Umgangssprache entstammen, dann von der Wissenschaftssprache entdeckt und verwendet werden. Mit der Aura besonderer Wissenschaftlichkeit versehen sickern sie dann zurück in die Umgangssprache, wo sie fortan als Wortautoritäten umherstolzieren.

Plastikwörter sind Wörter, die man nutzt, obwohl sie ohne Autoritätsverlust weggelassen werden könnten, sie sind nicht an bestimmte Kontexte gebunden und meist so allgemein, daß man sich nichts darunter vorstellen. Dennoch erfüllen sie gewisse Funktionen, die Pörksen im Buch analysiert. So konzentrieren sie das Denken in eine Richtung (fanantisch durfte unter den Nazis nur positiv konotiert verwendet werden), dienen der Abgrenzung (als der Kommunismus den "Plan" wie Planwirtschaft für sich entdeckte, war das Wort für den Westen tabu, der fortan von "Struktur" und Strukturpolitik sprach) oder verschweigen den Täter (wie z. B. die Entwicklung, heute kann sich etwas ganz ohne Täter entwickeln, früher konnte nur konkrete Personen Schriftrollen entwickeln).

Das Buch ist sehr gut, originell und wunderbar geschrieben. Leider kann der Autor keine
überzeugende Definition der Plastikwörter liefern, die sie eindeutig identifizierbar machte. Andererseits bietet das Buch eine Fülle konkreter Beispiele von Plastikwörtern.


Perfect Rigor: A Genius and the Mathematical Breakthrough of the Century
Perfect Rigor: A Genius and the Mathematical Breakthrough of the Century
von Masha Gessen
  Gebundene Ausgabe

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Viel Biographie, keine Mathe, 17. Juni 2010
Dieses Buch zu bewerten ist sehr schwierig, vor allem, da es seinem Titel nicht gerecht wird. Denn anders als der Titel nahe legt, geht es in diesem Buch nur um den Menschen Perelman, wie ihn seine Umwelt erlebt hat. Über Perelmans Seelenleben erfahren wir so wenig wie über die mathematischen Hintergründe seines Beweises.

Perelman ist russischer Mathematiker und Experte auf dem Gebiet der mathematischen Topologie. 2002 veröffentlichte er seinen Beweis der Poincaré-Vermutung, einem der großen ungelösten mathematischen Probleme. Damit löste er als erster eines der Milleniums-Probleme, auf deren Lösung das Clay-Institut einen Preis von 1 Millionen Dollar angesetzt hatte. Der breiten Öffentlichkeit wurde er v.a. als mathematisches Genie bekannt, daß als erster Mathematiker die höchste mathematische Auszeichnung, die Fields-Medaille, ablehnte. Auch hat er bis heute nicht die Millionen Dollar Preisgeld beansprucht.

Die Autorin verfolgt den Lebensweg Perelmans und zeichnet seine "Madness" (wie sie ein Kapitel nennt) nach. Die Schilderung muß etwas oberflächlich bleiben, da Perelman schon seit Jahren mit niemandem redet, auch nicht mit der Autorin. Problematisch ist, daß die Autorin gar nicht erst versucht, seinen mathematischen Beweis nachzuvollziehen. Auch die beiden Kapitel, die dem Weg zum Beweis und dem Beweis selbst gewidmet sind, sind rein biographischer Natur.

Wen also die Mathematikausbildung in Rußland und die Förderung russischer Hochbegabter und deren späterer Lebensweg in den USA interessiert, der kann mit diesem Buch nicht viel falsch machen. Wer Einsichten in Perelmans Motivation, Gedankenwelt und seinen Beweis sucht, wird hier nicht viel mehr finden als er mit Google auch entdecken könnte.


Autogene Psychotherapie. Weiterentwicklungen des Autogenen Trainings
Autogene Psychotherapie. Weiterentwicklungen des Autogenen Trainings
von Dietfried Müller-Hegemann
  Broschiert

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ausgestaltung der Oberstufe des Autogenen Trainings, 16. Juni 2010
Seit Schulz das Autogene Training entwickelte, geistert die Oberstufe als Phantom durch die Literatur zum AT. Denn Schulz hat zur Oberstufe selbst nur etwas unter 40 Seiten in seinem Standardwerk ausgeführt. Diese Lücke kann Müller-Hegemann überzeugend schließend und entwickelt im engen Anschluß an Schulz und die psychologische Forschung seiner Tage die Oberstufe des AT zu einer eigenständigen Therapieform weiter. Sein Ziel ist es, die Phantasie des Patienten als Problemlösungsinstanz zu mobilisieren. Die Phantasie soll therapeutisch gelenkt werden, um zu einem Training des Verhaltens zu gelangen (S. 254). Diese Lenkung übernimmt zunächst der Therapeut, später dann der Patient selbst in Form von Autosuggestionen.

Alles in allem die mit rund 300 Seiten ausführlichste Schilderung einer möglichen Form der Oberstufe des AT. Mit ihrer strikten wissenschaftlichen Form und auch inhaltlich kann sie ganz überzeugen.


Meistererzählungen: Mit einem Anhang: Aphorismen und Erinnerungen
Meistererzählungen: Mit einem Anhang: Aphorismen und Erinnerungen
von Marie von Ebner-Eschenbach
  Gebundene Ausgabe

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mehr kann man von einem Buch kaum erwarten, 9. Juni 2010
Vorliegendes Buch entstammt dem Manesse-Verlag und ist wie alle Bücher des Verlags von ganz hervorragender Aufmachung. Es ist fadengebunden und in froschgrünes Leinen eingeschlagen. Meine Ausgabe ist von 1953 und ohne jede Altersspuren. Der Inhalt umfaßt eine kluge Auswahl von den neun Erzählungen "Der Säger", "Unverbesserlich", "Krambambuli", "Er laßt die Hand küssen", "Die Totenwacht", "Die Freiherrn von Gemperlein", "Die Spitzin", "Die Sünderin", "Das Schädliche" als auch den Erinnerungen der Autorin an Grillparzer und ihre weisen Aphorismen.

Die Erzählungen haben genau die richtige Länge, um sie teils zum Einschlafen, teils zur Besinnung am Wochenende zu lesen. Manche der Erzählungen beschreiben das harte Leben der Bevölkerung in Mähren und entführen den Leser in einer Welt lange vergessener Wertvorstellungen und Lebensweisen, wieder andere werfen einen augenzwickernden Blick aufs Leben wie "Die Freiherrn von Gemperlein". Die Memoiren sind eine einfühlsame Schilderung von Grillparzer und seiner Umgebung, wie sie nur eine Dichterin über einen Dichter schreiben kann. Das Glanzstück des Buches aber sind die Aphorismen. Nur um ihretwillen schon sollte man eine Ausgabe besitzen. Selten wird man eine erhabenere und menschlichere Sicht auf das Leben in schönerer Sprache ausgedrückt finden. Ideal als Geschenk oder Reiselektüre geeignet.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 16, 2014 1:08 AM MEST


Auf leisen Sohlen ins Gehirn: Politische Sprache und ihre heimliche Macht
Auf leisen Sohlen ins Gehirn: Politische Sprache und ihre heimliche Macht
von George Lakoff
  Broschiert
Preis: EUR 17,95

23 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interview über Metaphern, US-Politik und das Gehirn, 7. Juni 2010
Das Buch ist der Interview zwischen einer deutschen Journalistin, die wohl unter Lakoff promoviert, und dem US-Kognitionswissenschaftler Lakoff. Das Interview kreist um drei Themenschwerpunkte: Metaphern, die US-Politik und Kognitionswissenschaften. Warum das diese drei Komplexe besonders eng miteinander verwoben seien sollten, wird im Buch nie überzeugend begründet. Dennoch wird auf ihrer Basis ein monokausales Erklärungsmodell der US-Politik und ihrer öffentlichen Wahrnehmung/Deutung errichtet.

Die Ausführungen zu Metaphern und ihrer großen Bedeutung im Überzeugungsprozeß sind sehr erhellend. Deshalb sollte jeder, der mit Sprache zu tun hat, das Buch gelesen haben. Warum man nun Metaphorik kognitionswissenschaftlich erklären soll und nicht weiterhin sprachwissenschaftlich/rhetorisch, wird nicht näher ausgeführt. Lakoffs persönliche Meinung zur US-Politik fand ich auch nicht sonderlich überzeugend.

Problematisch ist, daß im Buch unzählige starke Aussagen wie "80% aller Experten im US-Fernsehen stammen aus konservativen Think-tanks" vorkommen, die aber nie belegt werden. Das macht das Buch für eine wissenschaftliche Auseinandersetzung unbrauchbar.

Leider wird fast nicht thematisiert, was der Titel nahelegt: wie und warum bestimmte Vorstellungen von uns kritiklos übernommen werden. Meistens führt Lakoff aus, daß wir in der Kindheit etwas als so und so erlebt haben und sich darum ein entsprechendes Muster im Gehirn eingeprägt hat. Nur ist das keine Erklärung, sondern selbst nur eine Metaphern, und Metaphern, daß haben wir im Buch gelernt, manipulieren das Denken. Es fehlt ein Register.

Wem dieses Buch gefallen hat, dem gefällt vielleicht "Plastikwörter" von Pörksen noch besser.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 4, 2013 11:16 AM CET


Le grec ancien. Con 4 CD Audio
Le grec ancien. Con 4 CD Audio
von Guglielmi J-P
  Taschenbuch

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Altgriechisch lernen wie vor 2500 Jahren ein kleiner Grieche, 4. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Le grec ancien. Con 4 CD Audio (Taschenbuch)
Wer seinem Kind nebenher Altgriechisch beibringen will oder wer schon mit allen anderen Methoden gescheitert ist, für den könnte die Assimil-Methode sein. Assimil bedeutet, daß man wie ein Kind v.a. über das Gehör eine Sprache lernt, Grammatiktabellen und Vokabeln lernt man bestenfalls unterstützend. Nach der Assimil-Methode werden die Texte nicht nur in korrektem Deutsch angegeben, sondern auch zwischen den Zeilen immer Wort für Wort wörtlich übersetzt. Das kann sehr hilfreich sein, wenn man mit einer komplizierten grammatikalischen Konstruktion nicht weiter kommt. Der Kurs beginnt mit einfachen umgangssprachlichen Dialogen, die noch sehr langsam gesprochen sind. Dann geht er über zu vereinfachten Auszügen aus klassischen Texten, besonders Xenophon. Gegen Ende hin kommen dann auch die Dichter dran. Den krönenden Abschluß bildet der Anfang der Anfang der Odyssee im Original, zur Leier gesungen. Spätestens dann hat man verinnerlicht, welcher Genuß Altgriechisch sein kann, wenn es nur richtig gelehrt wird.


The Complete Book of Hot & Spicy Asian Cooking
The Complete Book of Hot & Spicy Asian Cooking
von Vicki Liley
  Gebundene Ausgabe

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Abwechslungsreiche Fusion-Küche, 3. Juni 2010
Viele asiatische Rezepte sind von mildem Geschmack. Wer es würziger mag, sollte sich dieses Buch mal anschauen. In allen Rezepte werden größere Mengen Chilis, Ingwer und Knoblauch verwendet, oft ergänzt um Tamarinden, Garam Masala oder Miso. Bei den Rezepten handelt es sich nicht um klassische Rezepte aus der Region, sondern größtenteils dürften sie der zeitgenössischen asiatischen Fusion-Küche entstammen, die vorbehaltlos alle Inspirationen aufnimmt und zu modernen asiatischen Gerichten kombiniert. Erfreulicherweise beschränkt sich das Buch nicht auf ein Land, sondern präsentiert Speisen von Indien bis Japan. Resultat sind ganz abwechslungsreiche Rezepte, die auch den erfahrenen Koch noch auf neue Gedanken bringen. Alle Rezepte sind bebildert. Im Anhang findet sich ein etwas zu knapp geratenes Glossar.

Die meisten Rezepte setzen etwas mehr Kochgeschick voraus, verwenden mehr und ganz unterschiedliche Gewürze und sind etwas knapper erklärt, als man das von anderen asiatischen Kochbüchern gewohnt ist. Als Einstieg in die asiatische Küche würde ich es nicht empfehlen, und eine umfangreiche Gewürzausstattung von Garam Masala, Tamarinde, Miso, Kardamom bis hin zu den unterschiedlichen Currypasten sollte man zur Hand haben.

Am besten gefallen haben mir die Suppen- und die vegetarischen Rezepte, die in diesem Buch mehr als nur eine Nebenrolle spielen -- wie es in einem asiatischen Kochbuch auch der Fall sein sollte.


Der Geldkomplex: Roman
Der Geldkomplex: Roman
von Joachim Lottmann
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Baron Münchhausen der Berliner Boheme, 2. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Geldkomplex: Roman (Taschenbuch)
In seiner Novelle "Der Geldkomplex" läßt uns Joachim Lottmann den Weg des Literaten J. Lohmann aus der Armut ins Glück mitverfolgen. Nicht ganz zufällig tragen Autor und Protagonist dieselben Initialen -- JoLo --. Und wer Lottmanns Blog kennt, der wird hier viele Charaktere wiederentdecken. Der Roman beginnt mit der langsamen Verarmung Lohmanns. Hier brilliert Lottmann und tischt dem Leser eine Lügenschichte nach der anderen auf, teils widersprecht er sich schon wenige Zeile später. So kann er sich trotzt Armut lange ein Auto leisten, weil er einen alten DDR-Wartburg fährt, der aus riesigen unteridirschen Depots aus alten DDR-Beständen an einer abgelegenen Ost-Berliner Tanke befüllt wird -- natürlich bei laufendem Motor. Die nötige Umweltplakette hat Lohmann sich selbst gemalt.
An einer anderen Stelle läßt der Erzähler den Leser wissen: "Die Geschichte ist aber zu gewöhnlich, um sie erzählen zu können." Unter diesem Motto steht das ganze Buch, und was sich uninteressant lesen könnte, wird bis ins Groteske verzerrt von der Selbstverliebtheit des Protagonisten und seiner Neigung zu Extremen.

Als der endgültige Absturz droht, flüchtet Lohmann nach Italien, bis ihn dort ein Verlagsvorschuß von 8000 Euro erreicht. Als reicher Mann kehrt Lohmann nach Berlin Mitte zurück, wo zwischenzeitlich viele seiner ehemaligen Freunde durch die Wirtschaftskrise verarmt sind oder von Armut bedroht. So erging es auch seiner Exfrau, die er schlußendlich zurückgewinnen kann.

Wären die letzten beiden Teile so abgedreht wie der Anfang, wäre das Buch einfach nur grandios. Leider endet es verglichen mit dem rasanten Anfang ein konventionell.


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