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Beiträge von Delia
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Hilfreiche Bewertungen: 51

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Rezensionen verfasst von
Delia

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Seite: 1
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Promises - Nur mit dir
Promises - Nur mit dir
Preis: EUR 6,99

4.0 von 5 Sternen Gelungene Übersetzung eines sehr guten Romans für einen Nachmittag auf dem Sofa, 15. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Promises - Nur mit dir (Kindle Edition)
Polizist und Einzelgänger Matt Richards tritt seinen neuen Job in einer amerikanischen Kleinstadt an und findet mehr oder minder zufällig einen guten Freund in Ersatzteilladen-Besitzer Jared Thomas. Bald schon entwickeln sich Gefühle in Matt, die er bis dahin immer unterdrücken konnte: Er verliebt sich in Jared und kann anfangs absolut nicht damit umgehen. Die Freundschaft zerbricht, doch Matt kommt trotzdem nicht von Jared los.
Das Buch ist deshalb so empfehlenswert, weil es all die Klischees über Coming Outs und kitschige, unglaubwürdige Streitszenen weitestgehend umschifft. Die Charaktere wirken ehrlich und sympathisch und sie bleiben vor allem auch glaubwürdig, wenn die Szenen ungemütlich werden. Die Handlung ist solide aufgebaut und kann bis zum Ende überzeugen. Sicher gibt es auch ein oder zwei Klischees, wie Jareds Schwägerin, die einen Hauch von Mary Sue trägt, wie sie den Männern stets mit Rat und Tat zur Seite steht.
Alles in Allem eines der wenigen Bücher des Genres, die von Anfang bis Ende überzeugen, auch, wenn letzteres ein bisschen in den Kitsch abdriftet.


Jacob's Ladder
Jacob's Ladder
von Z. A. Maxfield
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,38

4.0 von 5 Sternen Handfeste Geschichte, authentisch, nicht überzogen und einfach gut geschrieben, 15. November 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Jacob's Ladder (Taschenbuch)
Jacob ‚Yasha‘ Livingston erwischt seinen Freund bei einer Orgie, wird von ihm verprügelt und in seinem eigenen Blut liegengelassen. Nach diesem Albtraum will er sich nur noch zu seinem älteren Bruder flüchten, doch auf dem Weg dorthin wird er mit Verdacht auf Schweinegrippe aus dem Bus geworfen und strandet in einem kleinen, kalifornischen Ort namens St. Nachos. Hier trifft er auf den sehr anziehenden, aber nicht geouteten JT, von dem er eigentlich in seinem beziehungschaotischen Zustand wirklich die Finger lassen sollte...
Maxfield lässt in diesem 3. Band der St. Nachos Reihe alte Bekannte aus den vorherigen Teilen auftauchen, was das Lesen zu einem kleinen Wiedersehen mit liebgewonnenen Charakteren macht. In allen Büchern der Reihe geht es um die Selbstfindung und die Überwindung der Vergangenheit. Jacobs Probleme werden jedoch mit subtilen, leisen Untertönen im Text vermittelt und nicht inspirationslos aufgezählt. Im Allgemeinen greift das Prinzip „show, don't tell“ im Großteil des Romans. Der Sex hält sich in Grenzen, es geht auch nicht primär um die Konflikte zwischen Jacob und dem sexuell unsicheren JT. In den Vordergrund wird stattdessen Jacobs Versuch gerückt, sich ein neues Leben aufzubauen und das alte zu vergessen. Leider wird es zum Schluss etwas klischeehaft. Die quasi göttliche Fügung mit der sich das Ganze auflöst kann jedoch wohlwollend als die "Magie von St. Nachos" gewertet werden.
Ganz zum Schluss möchte ich noch auf die wunderbare Sprache hinweisen. Maxfield hat nicht nur einen dichten Plot, sondern einen Schreibstil, der sich deutlich vom Großteil dessen abhebt, was sonst in dem Genre Standard ist.


Madame Hemingway: Roman
Madame Hemingway: Roman
von Paula McLain
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen Sehr gut recherchiert, zurückhaltend und spannend erzählt, 15. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Madame Hemingway: Roman (Taschenbuch)
Tatie trifft Tatie und es war eine ausnehmend große und zerstörerische Liebe, die den Tod doch irgendwie überdauert hat.
Der Roman erzählt die Geschichte von Ernest Hemingways erster Frau, Hadley Richardson aus ihrer eigenen Sicht. Paula McLain zeichnet die frühen Schriftstellerjahre Hemingways sehr geschickt durch die Augen der Ehefrau, die Zeit ihres Ehelebens immer nur Mrs. Hemingway war. Hadley erlebt mit Ernest die Jahre in Paris, sie tanzt mit Fitzgerald, sie trinkt Tee mit Stein und boxt mit Pound. Sie bleibt im Roman trotzdem immer die Beobachterin, die Mutter nicht nur für Sohn Bumby. Für Ernest ist sie der einzig sichere Punkt in seinem jungen Leben und doch scheitert die Ehe.
Die Idee einer Biographie aus der Sicht des Ehepartners ist sicher nicht neu, doch gerade für die Lebensgeschichte Ernest Hemingways eine sehr interessante Beleuchtung des Schriftstellers. Gerade, weil Hadley immer die am wenigsten beachtete Ehefrau der vier Damen war, eignet sie sich hervorragend, um Hemingways Leben zu schildern. McLain arbeitet gekonnt mit realen Ereignissen und verwebt sie mit der Fiktion. Dabei achtet sie immer darauf, dass die Figur Hadley nie mehr weiß, als die ‚echte‘ Hadley hätte wissen können.
Ein gelungenes Werk, dass sich nicht so schnell aus der Hand legen lässt, wenn man erst einmal im Paris der 20er Jahre gefangen ist und fast den Zigarettenrauch in der Nase hat, der sich in den Cafés mit Espresso und Kuchen vermischt.


Love You So Hard (English Edition)
Love You So Hard (English Edition)
Preis: EUR 1,02

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nett aber nicht weltbewegend, 14. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der Text ist ziemlich kurz (~ 70 S.) und wenig überraschend was die Handlung angeht. Der Plot folgt dem vorgefertigten Schema: Trau dich und all deine Wünsche gehen in Erfüllung, denn du bist großartig und weißt es nur nicht. Leider kam für mich persönlich die Vorstellung des Autors von einem "Top" nicht ganz schlüssig rüber. Einerseits scheint es darum zu gehen, dass ein Top - bezeichnenderweise - immer die Oberhand hat, weiß was er will und seinen Weg unbeirrt bestreitet. Der dazugehörige "Bottom" allerdings verkörpert genau diese Merkmale und hat absolut nichts an sich, was darauf schließen ließe, dass er in irgendeiner Beziehung gern die Führung anderen überließe.
Stilistisch habe ich durchaus schon schlimmeres gelesen nur passten die expliziten Stellen nicht in den Grundfluss des Textes. Für meinen Geschmack leider gar nicht erotisch, aber das muss natürlich jeder für sich entscheiden.

Fazit: Für den Preis kann man es als Bettupferl durchaus kaufen, doch großen literarischen Ansprüchen wird der Text nicht gerecht.


Magic Mike - Die ganze Nacht.
Magic Mike - Die ganze Nacht.
DVD ~ Matthew McConaughey
Preis: EUR 4,99

11 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen So fremdgeschämt hab ich mich noch nie, 19. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Magic Mike - Die ganze Nacht. (DVD)
Wie schon einige meiner Vorrezensenten, war ich sehr gespannt auf den Film. Okay, es geht um ein paar Jungs, die sich in regelmäßigen Abständen ausziehen - also allzu viel habe ich gar nicht erwartet, aber doch wenigstens plätschernde Unterhaltung für die kommenden zwei Stunden...Fehlanzeige!
Zur Handlung muss ich nichts weiter sagen, es gab ja keine! Die Szenen wirken seltsam zusammengewürfelt, man sieht keinen wirklichen roten Faden und durch den Mangel an Informationen habe ich persönlich den dramatischen Konflikt auch nicht wirklich verstanden: Channing T. ist ein super Stripper, will Geld für seinen Möbelladen sparen und die Bank will ihm keins geben. Daher macht er zig andere Jobs, gabelt den Jungen auf, der ihm - Überraschung! - oh so ähnlich ist und zusammen geht es ab auf die Bühne und runter mit den Klamotten...und zum Schluss? Ähm ja, da bin ich mir wirklich nicht so sicher was mir das jetzt sagen sollte. Einer kriegt das Mädchen (also der hatte noch mehr, aber das war wohl bedeutungslos - man weiß es nicht, es gibt ja keine Emotionen oder Mimik an der man was deuten könnte), der andere lebt freudestrahlend und drogenverseucht sein Leben als Nackttänzer? Irgendwie so.
Ich glaube am meisten verstört haben mich die Kameraführung und die Farbfilter. Alles ist in leichten Sepiafarben angemalt und in Kombination mit der klaustrophobischen Kameraführung und der drückenden Musik, wirkte das eher wie ein Drama denn wie eine erheiternde Komödie - wobei dann aber die Konflikte viel zu klischeehaft und gar dämlich waren, um dramatisch oder melodramatisch zu wirken.
Und dann noch die "Schauspieler", was soll man da sagen? Ich kannte und mochte Joe Manganiello und Matt Bomer aus anderen Filmen/Serien, doch allerspätestens als Matt sich aus der Barbie-Hülle schälte, setzte bei mir der Fremdschämmodus ein! Dieses Gestrippe war höchstens dilletantisch, aber meistens einfach nur peinlich - weder sexy noch anregend, wenn die Typen zu "It's raining men" mit Regenschirmen auf der Bühne Drei-Schritt-Kombis hinlegen...Am schlimmsten von allen war jedoch mit Abstand Matthew Stummelarm McConaughey! Er ist zwar kein schlechter Schauspieler, aber in einem Strippclub war er ja sowas von falsch! Als er sich dann auch final tatsächlich noch auszog, war mir dann auch der letzte Rest an etwaigem Spaß an der Sache komplett vergangen!
Zum Schluss sah ich dann noch, dass Steven Soderbergh als Regisseur tätig war! Der Mann hat "Ocean's Eleven" gedreht!! Wie kann man nur?!
Also liebe Damen, wer sich den Film wegen der schönen Männer anschauen will (und nicht mal das ist ein ausreichender Grund), der sollte sein Geld lieber anlegen und sich zum Geburtstag eine Karte für die Chippendales kaufen!


Das Phantom des Alexander Wolf: Roman
Das Phantom des Alexander Wolf: Roman
von Gaito Gasdanow
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,90

10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Kein wichtiges Russisches Werk, 23. Januar 2013
In den 40ern geschrieben und 2012 ins Deutsche übersetzt. Tja, ich würde jetzt sagen so liest es sich auch, aber…andere Autoren, teilweise auch schon aus den 20ern, haben das eindeutig besser hinbekommen! Die Geschichte handelt von einem russischen Soldaten, der im russischen Bürgerkrieg einen feindlichen Russen erschossen hat und sich deswegen seit Jahren Vorwürfe macht. Mittlerweile lebt er in Paris und liest durch Zufall eine Kurzerzählung, die haargenau dieses fatale Zusammentreffen schildert, allerdings aus der Sicht des Mannes, den der Erzähler vermeintlich erschossen hatte. Der Erzähler ist sich sicher, dass der Mann damals überlebt hat und der Autor dieser Kurzgeschichte ist. Er will ihn finden…es beginnt eine abenteuerliche Suche, die durch Zufall bestimmt wird. Klingt doch eigentlich ganz spannend. Ist es leider gar nicht. Der Anfang um die Erzählung des Mordes hat mich noch gefesselt, doch sobald der Erzähler die Kurzgeschichte liest und sich auf die Suche nach dem Autor macht, wird der komplette Roman zu einer vorhersehbaren Aneinanderreihung lieblos zerplanter Szenen. Sehr früh wird klar, wie das Ganze enden wird und somit bleibt für den Leser nur ein ermüdender Marsch durch die langen Gedanken des Protagonisten. Neben der Suche nach dem vermeintlichen Toten werden auch weitere Themen angeschnitten, wie zum Beispiel die Situation der Russen im französischen Exil oder die politische Situation zur Spielzeit des Romans. Leider wird der Leser um derlei Themen einfach herumgeschifft.
In Ordnung, der Klappentext enthält schon die Aussage, dass es um den Zufall gehen wird. Doch ganz ehrlich: Nach dem russischen Bürgerkrieg gab es wahnsinnig viele Exilrussen in Paris und ganz Frankreich und der Protagonist trifft ausgerechnet auf DIE zwei Menschen, die in einem engen Verhältnis zu Alexander Wolf, dem Autor dieser Kurzgeschichte und dem vermeintlichen Opfer, stehen?
Es sei vorweggenommen, dass der Autor Alexander Wolf tatsächlich der ominöse erschossene Soldat ist und auch im Roman höchst selbst auftaucht. Er wird immer wieder als Zyniker und Menschenhasser beschrieben, der eigentlich nur auf den Tod wartet, doch kommt bei mir als Leser dieser Eindruck überhaupt nicht auf. Im Gegenteil, Wolf wirkt leb- und farblos und das liegt nicht nur an den grauen Anzügen und dem weißblonden Haar.
Gastanow mag ein wichtiger russischer Exilautor sein, doch „Das Phantom des Alexander Wolf“ ist für mich kein wichtiges russisches Werk.


Hoppe: Roman
Hoppe: Roman
von Felicitas Hoppe
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Vollgestopfte Sätze zur sinnfreien Aneinanderreihung fiktionaler Ereignisse, 23. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Hoppe: Roman (Gebundene Ausgabe)
Der Klappentext klang interessant. Auf der ersten Seite hörte es dann allerdings schon auf. Da das Buch eine Pflichtlektüre war, musste ich wohl oder übel weitestgehend durchhalten. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass mir die Postmoderne mit all ihrer Experimentierfreude eher selten zusagt, doch selbst, wenn das Buch einigermaßen lesbar geschrieben worden wäre, glaube ich nicht, dass die Story mich überzeugt hätte.
Die Autorin Felicitas Hoppe schreibt eine ausartende Fiktions-Biographie über sich selbst – in der dritten Person. Klingt am Anfang wirklich aufregend und man möchte doch sehen, wie das so funktioniert. Leider wurde ich persönlich dann komplett enttäuscht. Ich mag Bücher mit kontinuierlicher Handlung, „Hoppe“ ist jedoch nur ein zusammengeschustertes Werk aus verschiedensten aneinandergereihten, leidlich chronologischen Phantasiegeschichten, die zum großen Teil nicht einmal spannend, sondern nur unverständlich und unnötig kompliziert erzählt sind. Wie in letzter Zeit öfter bei ‚jungen, hippen‘ Autoren, scheint der Fokus auf Verschachtelung und bis auf die Spitze getriebenem Wortwitz zu liegen, worunter die Story so oft leidet.
Als innovativ wurden die Paratexte zum Buch bewertet, da es fiktionale Einträge zu der im Buch charakterisierten Felicitas Hoppe zum Beispiel bei Wikipedia gibt/gab und auch Fußnoten einer gewissen renommierten Figur namens F. Hoppe in „Hoppe“ gibt. Fiktionale Figuren, die plötzlich ein Eigenleben entwickeln und auf einschlägigen Informationsseiten als real dargestellt werden? Ja, hat es alles schon gegeben. (Wer dazu was lesen will, dem sei „Juliet Naked“ ans Herz gelegt – hat auch seine Höhen und Tiefen aber wenigstens einen sympathischen fiktionalen Rock Star.)
Wem also von bis zur Schmerzgrenze ausgereizten und vollgestopften Sätzen nicht schummerig wird und wer nicht so sehr handlungsorientiert liest, dem sei „Hoppe“ empfohlen. Klar, post-postmodern scheint es zu sein, aber…es gibt auch hier eindeutig lesenswertere Bücher.


Sweet Tooth
Sweet Tooth
von Ian McEwan
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,70

12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die andere, leider weniger überzeugende, Seite des MI5, 23. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sweet Tooth (Gebundene Ausgabe)
McEwans aktueller Roman ist beim ersten Lesen leider mit Anstrengung verbunden. Auch wenn die Ich-Erzählerin Serena gerade zu Beginn durch ihre Kindheit und Jugend rast, hat man als Leser doch schon ab der Mitte dieses schleppende Gefühl in der Brust. Besonders die Szenen im MI5 dehnen sich und sind für politisch Uninteressierte zum Teil ein verwirrendes Geflecht aus Informationen über Politik und Wirtschaft der 70er Jahre in Großbritannien. Als kleinen Kunstkniff könnte man es betrachten, wenn man sich als Leser in die Ich-Perspektive Serenas hineinversetzt, die eigentlich auch keine große Ahnung von dem hat, was im Britischen Geheimdienst vor sich geht – wir als Leser erfahren also durch Serenas Augen genauso wenig und stehen ratlos vor den seitenlangen Passagen. Diese scheinen aber auch nicht wirklich mit der Handlung zu tun zu haben, jedenfalls haben sie mich persönlich nur immer wieder aus der Kontinuität der Handlung gerissen.
Die Geschichte im Ganzen wirkt schon ein wenig an den Haaren herbeigezogen: Ein unbedarftes, halbwegs begabtes Mädchen kommt zum Britischen Geheimdienst, weil mutmaßlich ihr toter Exfreund – wobei, ob er nun tot ist oder nicht, wird meines Erachtens auch nicht wirklich deutlich – zu Lebzeiten ein gutes Wort für sie eingelegt hat. Ihr Auftrag ist es nun, den jungen Schriftsteller Tom Haley zu begutachten. Wird er von ihr gut beurteilt, kann er in das Programm ‚Sweet Tooth‘ aufgenommen werden, das britische Autoren im Geheimen fördert. Sie macht jedoch den Fehler, sich auf eine Affäre mit ihm einzulassen…
Nun gut, von der Regierung unterstützte Schreiberlinge wird es gegeben haben und gibt es sicher in einigen Ländern auch heute noch, aber so ganz plausibel erschien mir McEwans Erklärung nun doch nicht: Wir wollen einen Schriftsteller, der liberal schreibt und den wir dann verdeckt mit jeder Menge Geld unterstützen können. Wenn er positive Aufmerksamkeit auf das Land legt, dann super … Wenn nicht, auch nicht schlimm. Eine eindeutige Motivation des Ganzen ist mir hier entgangen.
Die Protagonistin Serena war mir auch beim ersten Lesen wahnsinnig unsympathisch. Sie ist wunderschön und intelligent, hat tolles Haar und kann das kleine Naivchen spielen, wenn’s gewünscht wird. Ihrer Ansicht nach, liegen ihr die Männer zu Füßen, welchen Umstand sie dann auch nutzt, um selbige wie Socken zu wechseln. Leider haben sie dann aber doch alle irgendeine Macke, die die Beziehung zerbrechen lässt. Allgemein werden die Charaktere nicht sonderlich ausdifferenziert und wirken oft wie Stereotypen. Dies wird auch dadurch deutlich, dass einige Personen in Serenas Umfeld nur aufzutauchen scheinen, wenn es gerade wieder etwas für den Leser zu erklären gibt – ist die Situation vorbei, wird der Charakter wieder in die Mappe getan und wartet auf seinen nächsten Auftritt.
Wie ich zu Beginn schon sagte, scheint das Buch beim ersten Lesen nicht allzu viel herzugeben – zumindest, wenn man McEwan schon kennt und besseres gewohnt ist. Doch hat man das Ende gelesen, tritt der AHA-Effekt ein und plötzlich ergeben einige Dinge mehr Sinn oder lassen sich in einem neuen Licht sehen. McEwan spielt erneut mit der Metafiktion und der Leser weiß nicht genau, wer nun wirklich was erzählt und welche Ereignisse in der Story real oder erfunden sind.
Leider ist es schon ein Kampf, bis auf die allerletzte Seite vorzudringen, auf der der Clou dann endlich verraten wird. Obwohl ich dann zwar wusste, weshalb Serena so unsympathisch sein könnte, hat das nichts daran geändert, dass man ja trotzdem 320 Seiten mit ihr verbringen muss.
Weiterhin habe ich auch den Klappentext zu bemängeln: Es wird von einer dramatischen Liebesgeschichte berichtet und Serena selbst sagt auch im Buch, dass sie alles ruiniert habe. So überaus dramatisch war die Geschichte weder während des Lesens, noch am Schluss selbst, als der Leser endlich erfahren hatte, was geschehen war.
Fast ohne Einschränkungen gefielen mir jedoch die jeweiligen Kurzgeschichten von Tom Haley, die Serena detailliert wiedergibt (besonders zu empfehlen ist die mit der Schaufensterpuppe). Dadurch wirkte das ganze Buch jedoch irgendwie als hätte McEwan super Ideen für Kurzgeschichten gehabt, aber wusste, dass diese sich nicht verkaufen lassen – also hat er mal eben eine halbwegs absurd-stabile Handlung konstruiert, die seine Kurzgeschichten problemlos aufnehmen kann. Ich würde sagen auf beiden Seiten Potential verschenkt.
„Sweet Tooth“ ist kein schlechtes Buch und wenn man es einmal gelesen hat, begreift man beim zweiten Mal auch mehr von der Handlung und den Figuren. Wer jedoch nicht so viel Zeit darauf verwenden möchte, dem sei abgeraten.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 2, 2013 8:56 PM CET


Touch Me Gently
Touch Me Gently
von J. R. Loveless
  Taschenbuch
Preis: EUR 16,40

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Leider zu viel Potential verschenkt, 23. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Touch Me Gently (Taschenbuch)
"Touch me gently" ist eines der wenigen Bücher, bei denen ich zwischen Fremdschämen und Anerkennung der guten Ideen hin- und hergerissen war. Die Kurzbeschreibung über den psychisch und physisch tief verletzten Jungen klang vielversprechend, konnte im Endeffekt aber leider auch nicht überzeugen.
Die Autorin hat sehr gute Ideen und bei der einen oder anderen Szene bildete sich auch ein dicker Kloß in meinem Hals, weil ich mich wunderbar in die Figur rein lesen konnte. Jedoch scheinen die Spannungsbögen nicht durchdacht und haben nach langer Einleitungsphase eine kurze Schrecksituation, die dann in wenigen Sätzen gelöst wird. Zum Beispiel entdeckt Logans Schwester während eines Picknicks Kadens Narben und bittet ihn, doch mit den Selbstverletzungen aufzuhören, da es schlecht für ihn sei - der Junge erklärt sich bereit und damit hat sich die Sache dann erst einmal, schließlich muss das Picknick beendet werden. So sehen leider die meistens Szenerien aus und lassen mich als Leser dann immer mit diesem Gefühl "und was dann?" zurück.
Der Charakter des Kaden ist der Autorin teils gut gelungen, er ist von Selbstzweifeln geplagt und hat stets Angst, Logan zu verärgern oder zu enttäuschen ' wobei Logan sich unbewusst alle Mühe gibt, den Jungen zu verunsichert. In diesen Szenen fühlte ich mich als Leser gut aufgehoben, da so einfühlsam geschrieben wurde, dass ich passagenweise mit zusammengezogenem Magen mitfiebern konnte. Doch das Gefühl der hochgerollten Zehennägel überwog an vielen Stellen. Die Handlung wirkt leider zu oft flach und als müsste die Autorin sich durch obligatorische Leidensszenen hetzen, um dann schnell zu idyllischer Szenerie zu kommen.
Eine Sache, die mich noch sehr gestört hat, waren die unangebrachten Emotionsregungen der Figuren. Dies gilt leider auch für viele andere Gay-Romance Romane, die ich bisher gelesen habe (und es waren eine Menge Bücher). Es geht um die Liebe zwischen zwei MÄNNERN, die heulen nicht pausenlos wie Babies! In "Touch me Gently" ist es besonders Logan, der am Nervenkostüm zerrt. Er ist ein erwachsener Mann, der eine riesige Rinder-Ranch leitet, doppelt so breit wie hoch und wahnsinnig einschüchternd ' und eigentlich auch nicht bewusst schwul, bis er auf Kaden trifft. Ich kann mir nicht vorstellen, dass so ein Mann so viel weint und seufzt und Herzschmerz in seinem tiefsten Inneren lodern lässt, wie Logan Michaels. Was in diesem Roman jedoch weitaus schlimmer ist: sie singen! Ja, um wahlweise die in den wehen liegende Stute oder auch den frisch zusammengebrochenen und weinenden Geliebten zu beruhigen, wird erst mal ein Wiegenlied angestimmt, dass sowohl die werdende Mutter, als auch den zitternden Jungen zu beruhigen vermag.
Alles in allem hat das Buch durchaus Potential und sehr schöne Momente und den bitteren Weltschmerz der Figuren kann man die meiste Zeit mit vor Schamgefühl errötenden Wangen gut überlesen, da viele Leser des Genres sicher auch schlimmeres gewöhnt sind.
Außerdem ist es das erste Werk der Autorin, daher denke ich, dass kommende Bücher mit ein wenig Feinschliff und Betrachtung von außen durchaus empfehlenswerter sein werden.


Down Under Temptations
Down Under Temptations
von Carol Lynne
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,00

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Weder Temptation noch Konflikt in Australien, 22. Januar 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Down Under Temptations (Taschenbuch)
Auf der Suche, nach neuem Lesestoff bin ich auf "Down Under Temptations" von Carol Lynne gestoßen. Ich habe schon anderes von ihr gelesen und zwei Stories in einem Buch klang für den Preis (genespezifische Bücher sind ja in gedruckter Form meist teurer)doch ziemlich nett. Leider hat der Inhalt mich dann doch mehr enttäuscht, als ich erwartet hätte - ich bin ein Vielleser dieses Genres und dementsprechend viel Elend aber auch viel Gutes gewohnt.

Das Buch besteht, wie gesagt, aus zwei Geschichten, von denen ich nur die erste rezensieren kann, da ich bis zur zweiten nicht mehr gekommen bin. "Harvest Heat" dreht sich um den Australier Lochlan (der für deutsche Ohren ganz furchtbar mit Lochie abgekürzt wird), der auf seiner Ranch den Amerikaner James für die Erntehilfe einstellt. Okay, die Story hat nur 130 Seiten, da erwarte ich auch keine großartigen Konflikte, aber...meine Herren! Storyline brauchen wir nicht, ab S. 20 spielt sich ohnehin nur noch alles zwischen den Laken ab (wahlweise auch auf dem Feld, in der Küche oder im Zelt...) und unter Tränen gestehen sich die ausgewachsenen Mannsbilder ihre unsterbliche Liebe. Sicher sein kann man sich der eigenen Gefühle dann wiederum aber doch nicht, weil Lochlan in seiner Gegend als Hetero gilt und dieses Image erst mal aufrechterhalten will, da man ja nie wissen kann, wie lange die große Liebe zu James noch anhält. Konflikte, wenn man Eifersucht und das obligatorische "wie sag ich's meinen Eltern" als solche bezeichnen möchte, werden kurz angerissen, dann aber mit (nicht mal sehr gutem) Sex ganz schnell wieder aus der Welt geschafft - einmal auch mit paniertem Hühnchen zum "tea".
Es wird deutlich, dass das Buch für "Nicht-Australier" geschrieben wurde, denn in umständlichen und nerven-reizend überflüssigen Dialogen werden allerhand australische Begrifflichkeiten erläutert, die eigentlich überhaupt nichts aussagen und nicht einmal witzig sind. Ein 'wunderschöner' Auszug aus einem Telefonat, das James mit seinem Vater führt: "[...]I decided to take a job on a farm out here for a while. Although they call them properties here. Lochie [...] is a sunflower farmer, which they call cockies, by the way." Man beachte, dass James seinem Vater gerade beichtet, dass er noch eine Weile in Australien bleiben will und ihr Verhältnis ohnehin nicht das Beste ist - in einem solchen Dialog finde ich das verschwendete Zeilen.
Auch sonst beschlich mich beim Lesen oft das Gefühl des Fremdschämens, wenn die harten Kerle sich über ihre gegenseitigen Liebesbezeugungen die Augen aus dem Kopf heulten.
Leider gar keine schöne Gay-Romance, da gibt es weitaus bessere!


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