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Beiträge von Enrique Ernesto
Top-Rezensenten Rang: 1.638
Hilfreiche Bewertungen: 398
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Rezensionen verfasst von Enrique Ernesto (Habana del Este)
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5.0 von 5 Sternen
Erfrischend anders und unbedingt empfehlenswert, 3. Februar 2013
Steht dieser Sammelband schon auf ihrem "Wunschzettel" von Amazon ? Lässt der relativ hohe Preis Sie aber vor einer Anschaffung zurückschrecken? Haben Sie die gängigen Grund- und Aufbauwortschätze, Grammatiken und Lehrbücher der span. Sprache schon durchgeackert und suchen jetzt nach etwas Neuem, Außergewöhnlichen und zugleich Unterhaltsamen? Dann zögern Sie nicht länger und greifen Sie entschlossen zu, "Spanisch für Besserwisser" ist genau das richtige für Sie, Sie werden den Kauf nicht bereuen. Guillermo Aparicio lebt schon seit den 70er-Jahren in Deutschland und kennt alle Eigenheiten und Tücken beider Sprachen aus seiner Lebens- und Unterrichtspraxis. Die bewusst subjektive Herangehensweise des Autors an das Thema, unterscheidet diese Bücher von allen andern mir bekannten Lehrwerken der span. Sprache und beschert manch überraschenden Einblick und verblüffendes Aha-Erlebnis. Zwischen sachlich erklärenden Textabschnitten und mit viel Sinn für Witz und Humor abgefassten, autobiografisch gefärbten Einwürfen, Abschweifungen und philosophischen Grübeleien (70% spanisch, 30% deutsch, bruchlos ineinander übergehend), denen manchmal sogar lustige Cartoons beigefügt sind, gibt es jede Menge Übungen und Übersetzungsaufgaben, die es in sich haben und selbst für Fortgeschrittene noch eine Herausforderung darstellen dürften. Gelegentlich kann man sich ein Schmunzeln nicht verkneifen, wenn Aparicio hitzig wird und mit ihm der Ex-68er durchgeht. Aber es ist genau dieser engagierte Ton, der Aparicios "Besserwisser" von anderen Lehrwerken oder den gleichnamigen Titeln dieser Reihe unterscheidet. Sein Credo ist, dass man eine Sprache lieben muss um sie zu erlernen. Man muss sie mit allen Sinnen erfahren, sie umfasst alle Lebensbereiche und Apariio nimmt uns dahin mit - seine Bücher über die span. Küche oder die Pellkartoffel sind deswegen ebenso lehrreich und lesenwert wie die vorliegenden Besserwisserbände: Lob der Pellkartoffel: Ess- und KochgeschichtenSpanisch für Besseresser 01Spanisch für Besseresser 02. (Lernmaterialien)Übrigens: der vom Verlag vorgegebene Titel "Spanisch für Besserwisser" ist eher dazu angetan Assoziationen von Pedanterie und Rechthaberei aufkommen zu lassen und wird meiner Meinung nach den Intentionen des Autors nicht ganz gerecht, der seine Texte durchwegs mit viel Selbstironie und improvisierender Lässigkeit angeht. Kurzer Überblick über den Inhalt der einzelnen Bände: I Band: Was den Deutschen am Spanischen spanisch vorkommt (215 Seiten): - Personalpronomen - Die Kunst der Redundanz - Das Wort "Bevor" und seine span. Korrelate - das Wort"Erst"und seine span. Korrelate - Präpositionen - Die Verwendung der versch. Vergangenheitsformen - Die Tücken des "als" - Die Tücken des "mientras" - Die Tücken des "cuando" - Epilog: Deutsch, mon amour! II Band: Spanische Dörfer (229 Seiten - Sich freuen - Desde cuando? - Ya no oder todavia no - vas oder te vas - Machen, lassen und machen lassen - "...y se metió a jardinero" meter oder meterse - Echar - Dar - Poner - Epilog III Band: Heimat - Sprache (240 Seiten) - neugierig sein - Ich habe das Gefühl - Este, ese, aquel, esta, esa, aquella - die innere Logik des Subjuntivo - Zukunftsmusik - Epilog IV Band: Des Esel Heimat (255 Seiten) - 238 Sprichwörte, jedes Einzelne vom Autor ausführlich besprochen und kommentiert. Mit vielen Aufgaben zum Vertiefen. V Band: Der Teufel im Detail ( 205 Seiten) - Geniale Wortwörtlichkeiten - Kleinigkeiten - Infinitivo - Präpositionen bei Infinitivo - Gerundium - Diminutivo - Aumentativo - Despectivo - VonSchlägen, Hieben oder anderen gewalttätigen Handlungen - Cojonudo - Enamoradizo VI Band Poesia eres tú - Wenn Sprache sich verdichtet(234 Seiten) - Auswahl spanischsprachiger Literatur von Francisco de Quevedo und Juan Raon Jiménez bis Pablo Neruda und García Lorca. Übersetzt und kommentiert. VII Band: ...auf Liebe eingestellt.(256 Seiten) Aparicio sinniert in Selbstgesprächen und fiktivien Dialogen über dieses unerschöpfbare Thema. - El amor - El cuerpo - El sexo - Con hijos o sin hijos? - Algo de amor en verso
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5.0 von 5 Sternen
Ein Leseabenteuer dostojewkischer Art, 22. Dezember 2012
Dieses Buch war an die 10 Jahre in meinem Bücherregal gestanden und harrte seinem staubigen Schicksal. Jetzt habe ich es mir endlich einmal vorgenommen- die Lektüre von "der Ewige Gatte" hatte mein Interesse an Dostojewski wieder erweckt - und siehe da, ich bin begeistert! Spannend, unterhaltsam, detailliert und lehrreich, was will man mehr von einer Biographie? Der Autor dieses Buches, Geir Kjetsaa (1937- 2008), war Professor für russische Literaturgeschichte in Oslo und ist auch durch wissenschaftliche Arbeiten und Biographien anderer russischer Autoren, wie Tschechow, Gorkij, Gogol und Tolstoi hervorgetreten; 1984 gelang es ihm durch eine mathematische Textanalyse des Romans "Der stille Don" die Autorschaft Michail Scholochows unzweifelhaft belegen. Wer glaubt jetzt professorales Papiergeraschel einer pedantischen Gelehrsamkeit erwarten zu müssen, der sieht sich schon nach den ersten Seiten eines Besseren belehrt: Kjetsaa versteht es den Leser in ähnlicher Weise den Bann zu schlagen, wie der Mann dem dieses Werk gilt... man glaubt sich streckenweise in einen Roman von Dostojewski versetzt und will das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Es wird klar, wie innig bei Dostojewski Leben und Werk verzahnt ist, und warum er in einem bestimmten Lebensabschnitt gerade dieses oder jenes Werk schreiben musste. Die Wichtigkeit der Jahre der sibirischen Verbannung für sein Welt- und Menschenbild wird nachvollziehbar. Man erfährt überrascht, dass Dostojewski ohne die Mitarbeit und die stenographischen Fertigkeiten seiner zweiten Frau Anna Grigorjewna niemals ein Werk dieses Umfangs hätte schaffen können. Nach der Lektüre dieser Biographie, liest man die Werke Dostojewskis mit anderen Augen. Ich freue mich jetzt schon darauf, mich danach mit Kjetsaas Buch über Tolstoi zu beschäftigen. Anmerkung: Das Buch ist in dieser Ausgabe reich bebildert und hat ein angenehm großes Schriftbild.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Achtung, kein Sagrotan med!, 3. Dezember 2012
Ich habe mir wegen des günstigen Preises dieses Spray bestellt. Leider handelt es sich dabei jedoch nicht um das hautfreundliche Sagrotan med, sondern um ein Desinfektionsmittel für Bad und Haushalt. Man kann die beiden Produkte sehr leicht verwechseln, eine klare Unterscheidung geht aus Bild und Text nicht hervor. Trotz des Fehlkaufes konnte ich es aber für Küche und WC verwenden.
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4.0 von 5 Sternen
Nichts für Steve Wonder, 6. Juli 2012
Da ich des Öfteren längere Zeit unterwegs bin, habe ich mir diese Tastatur zugelegt, um während meiner erzwungenen Klavierabstinenz die Finger wenigstens ein bisschen beweglich zu halten. Das Material ist solider Karton, 4 mal geklappt, schön bedruckt, mit Notennamen und die Notenhöhe im darüber abgebildeten Notensystem, sowie Benennung der versch. Oktavlagen. Doch was viel wichtiger gewesen wäre fehlt: ein Profil für die schwarzen Tasten, auch wenn es nur ein Millimeter wäre. Visuelle Reize sind für das Klavierspielen weitaus weniger bedeutsam als haptische, sonst gäbe es keine blinde Pianisten. Durch das fehlende Profil ist man jedoch gezwungen nur über das Auge zu spielen, ohne sensorische Rückmeldung der Finger, was eigentlich nur für einfachste Tonfolgen halbwegs funktioniert, akkordisches Spiel kann man getrost vergessen. Ich werde mir jetzt einfach selbst ein ertastbares Profil basteln, indem ich zugeschnittene Kartonstückchen auf die schwarzen Tasten dieser Tastatur klebe.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Friss oder stirb?, 1. Juli 2012
Mark Levines Buch verdient zuerst einmal 7 Sterne für den theoretischen Gehalt und praktischen Nutzen. Was die Erklärung von Upper-Structures, Drop-2-Technik und Blockakkorden anbelangt, wird man kaum etwas besseres finden. Allein schon seine Erläuterungen zu den Coltrane-Changes sind Gold wert. 2 Sterne Abzug jedoch gibt es wegen seiner "Holzhammerdidaktik", die, anstelle die Anforderungen schrittweise zu erhöhen, Einfaches und Schwieriges unmittelbar nebeneinander abhandelt und damit - vor allem für den im Selbststudium arbeitenden Anfänger -, ein erhebliches Frustrationspotenzial bereithält, so dass unter dem Strich wieder die erlaubte Höchstzahl von 5 Sternen herauskommt. Da soll z. B der Stridepianostil, nach kurzer Vorstellung der Grundprinzipien, mal eben mit den Akkordwechseln von "Giant Steps" eingeübt werden! Die für diesen Stil charakteristischen Sprünge der linken Hand gleich über die halsbrecherischen Coltrane-Changes ausführen zu wollen, das ist wie ein Kurs zum Erlernen von Schlittschuhfahren, der nach der ersten Stehübung sofort zum doppelten Rittberger übergeht! Wo selbst der Könner ins Schleudern kommt, bleibt dem Anfänger nichts anders übrig, als mutlos auf dem Klavierhocker zusammenzusinken und kleinlaut weiter zu blättern. Gleich zu Beginn, nachdem zuerst ganz simpel die musikalischen Intervalle aufgelistet werden und man sich schon innerlich darauf einstellt, die nun folgenden obligatorischen Seiten elementarer Musiklehre getrost zu überblättern, fällt der Holzhammer schon: sollen doch diese Intervalle anhand von Melodieausschnitten von Standards verdeutlicht werden, die mit jenen ausgefuchsten Voicings harmonisiert sind, die im weiteren Verlauf des Buches erst vermittelt werden und über deren Entzifferung und grifftechnische Schwierigkeiten das zu demonstrierende Intervall zuerst einmal völlig in Vergessenheit geraten muss, zumindest für den sich mühsam durchbeißenden Beginner ... der Könner bedankt sich für diese attraktive Appetithappen. Auch Levines Kommentare und Übungsanweisungen sind manchmal nicht unbedingt dazu angetan beim Leser Motivationsschübe auszulösen, da heißt es z.B. am Ende von Kapitel 3 (von insgesamt 23) lakonisch: Stücke zum Erarbeiten : Tune Up, Ask Me Now, Come Sunday, Four, Here's That Rainy Day, Lazybird, Little B's Poem, All The Things You Are, Satin Doll, Countdown, Darn That Dream, Cherokee, Moment's Notice, Giant Steps. Das ist ein komplettes Abendprogramm, am letzten Stück mühen sich selbst erfahrene Musiker ein Leben lang ab. Würde er den Autor auch nur halbwegs beim Wort nehmen, müsste der lernbegierige Anfänger - denn für den ist es laut Vorwort geschrieben-, jetzt das Buch für die nächsten 1-2 Jahre aus der Hand legen und sich ausschließlich dem Studium dieser Stücke widmen...manchmal kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, Levine möchte hier und da seine Leser etwas necken... Anfänger sind meiner Ansicht nach gut beraten als Vorbereitung für das Studium dieses Buches einfachere Lehrwerke anderer Autoren zu konsultieren. Z.B: Improvising Blues Piano: The basic principles of blues piano explained for the intermediate-level pianist in an easy-to-grasp fashion. Klavier. Ausgabe mit CD. (Schott Pop-Styles)Nach meiner Einschätzung sollte man schon 4-5 Jahre Klaviererfahrung und über ein solides harmonisches Basiswissen verfügen bevor man sich an das Studium dieses Kompendiums des Jazzpianos macht.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Üppiges grün, 8. Juni 2012
Die Lieferung hat zwar rund eine Woche gedauert, doch für diese hervorragende Qualität wartet man gerne etwas länger. Die 5 Pflanzenbündel sind alle gesund, üppig und kräftig grün und stecken in kleinen Töpfen ohne Erde, mit den Wurzeln in einem Ballen aus Steinwolle. Sie werden befeuchtet, aber ohne Wasser, in einer Plastikhülle verpackt und in einem Karton versandt. Es handelt sich allesamt um großblätterige Gewächse für den Hintergrund, genau so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Nachdem man die Bündel aufgedröselt hat, kann man damit ein Aquarium von ca. 150 l bequem bepflanzen, wer ein größeres hat, sollte mehr bestellen. Die Steinwolle muss vor dem Einpflanzen so weit wie möglich und so schonend wie möglich beseitigt werden (am besten mit einer Zahnbürste nachsäubern), sonst enstehen Faulgase im Bodengrund und die Wurzeln können sich nicht richtig entwickeln. Jetzt kann ich nur noch hoffen, dass sie in meinem neu eingerichteten Aquarium auch schön gedeihen.
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3.0 von 5 Sternen
Nur mit Mühe zu Ende gelesen, 28. Mai 2012
Ich bin ein großer Fan von Andre Gide und habe viele seiner Romane, Essays und Aufzeichnungen gelesen. Ich schätze ihn nicht nur als Erzähler und Romancier, sondern habe ihn durch die Lektüre seiner Tagebücher und Briefwechsel auch als väterlichen Vertrauten und Ratgeber, als Vorbild und Weltweisen kennengelernt . Doch mit diesem Roman tue ich mich wirklich schwer. Ich bin kein Freund verworrener Handlungsstränge und ausgreifender Abschweifungen. Was ich an Gide so schätze, ist die Unumwundenheit und Klarheit seines Stils, die apollinische Prosa und lichte Poesie seiner "Les Nourritures terrestres" haben es mir angetan. Doch Gide wollte sich sowohl menschlich als auch literarisch keineswegs festmachen lassen. Erwartungshaltungen zu erfüllen und bewährte Konzepte verkaufsfördernd zu wiederholen, waren nicht seine Sache. Und so hat er hier gewissermaßen seinen Schelmenroman geschrieben, der in Komplexität und verschlungener Erzählweise durchaus an die Romane des von ihm so verehrten Stendhal heranreicht und aus diesem Grund wohl auch von den Kritikern als eines seiner besten Werke angesehen wird. Ich kann dieses Urteil nicht teilen. Ich vermisse den frischen Wind seiner früheren Werke.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Intergalaktisches Sperrgut, 16. Mai 2012
Ich hatte mir bereits eine "Easy-Piano-Version" von "Star Wars" zugelegt, welche sich im wesentlichen nur auf die Melodiestimme beschränkte, die dann auf zwei Hände verteilt wurde. Da einige meiner Schüler großes Interesse an den Star-Wars-Titeln zeigten und sich davon unterfordert fühlten, kaufte ich nun auch diese anspruchvoller arrangierte Ausgabe. War das vorige Heft zu leicht, ist dieses nun leider zu schwer: weite Lagen, widerborstige Ostinati, polytonale Akkorde,unbequeme Sprünge, rasche Terz-, Sext- und Oktavpassagen.....alles in allem ein unnötig sperriger und bei allem Aufwand uneffektiver Klaviersatz, den man problemlos auch wesentlich einfacher, klaviertypischer hätte gestalten können, ohne der Vorlage Gewalt anzutun. Der Schwierigkeitgrad bewegt sich dabei weitgehend im Bereich eines Ragtimes von Scott Joplin oder einer Cramer-Bülow Etüde. Wer nicht wenigstens 4-5 Jahre Klaviererfahrung hat, wird sich nicht ohne Frust mit diesen Arrangements auseinandersetzen. In der Unterrichtspraxis bliebe es dabei dem Lehrer überlassen, hier und da Änderungen vorzunehmen, um bessere Spielbarkeit zu ermöglichen. Auch wenn ich das Heft nicht im Unterricht verwenden sollte, hat sich die Anschaffung für mich dennoch gelohnt: die eigenwillige und stellenweise komplexe Harmonik John Williams wird beim bloßem Hören oft gar nicht als solche wahrgenommen, erst wenn man seine Akkordbildungen schwarz aus weiß vor sich sieht, lernt man diese Musik auch von dieser Seite gebührend zu würdigen.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Hausmannskost, 13. Mai 2012
Das Heft hat meine Erwartungen leider nicht erfüllt. Die Auswahl der Stücke finde ich ziemlich hausbacken (u.a. Jingle Bells, Red River Valley, Die Affen rasen durch den Wald), Arrangements und solistische Einlagen erinnern eher an Tanzmucke und Klaus Wunderlich denn an Modern Jazz und Bebop, ich hätte mir gern eine etwas moderner angehauchte Auswahl und Bearbeitung gewünscht. Wie spiele ich am Besten einen Walking über Polychords oder in modalen Stücken wie "So What"? Oder bei schnellen Coltrane-Changes? Oder zu pentatonischen Voicings in der Art von McCoy Tyner? Diese und ähnliche Fragen bleiben hier leider unbeantwortet und werden auch gar nicht erst angeschnitten. Positiv ist zu jedoch vermerken, dass der Autor versucht sich dem weiten Feld des Walking Basses so systematisch wie möglich und verständlich zu nähern. Schrittweise werden alle möglichen chrom. und diatonischen Erweiterungen eingeführt und erklärt. In Ermangelung anderer Alternativen (mir ist zumindest keine bekannt, es sei denn man nimmt Zuflucht zur einschlägigen Jazzbass-Literatur) halte ich die Anschaffung des Heftes dennoch für sinnvoll, es kann durchaus nützliche Anstöße zur Entwicklung eigener Walking-Lines geben, um damit seinen Improvisationen eine zusätzliche Farbe zu geben.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
If You Ain't Got That Swing: Schmitz wird's schon richten, 31. März 2012
Der "Jazz Parnass 2" von Manfred Schmitz ist die methodische Fortsetzung des ersten Bandes mit insgesamt "155 Etüden, Stücken und Studien zum kreativen Klavierspiel". Schmitzs' "Jazz Parnass" ist kein systematisches Lehrbuch, das versucht möglichst viele Aspekte des Jazzpiano-Spiels abzudecken (wie z.B. die Hefte von Levine Mark oder Tim Richards) Es werden hier keine Voicing-, Comping-, oder Improvisationskonzepte besprochen, keine Patterns, Skalen, oder Turnarounds vorgestellt, sondern es werden teils swingende und groovende, teils elegische und balladeske Spielstücke präsentiert, die eine Bereicherung für den klassischen Klavierunterricht darstellen sollen. Jedem Stück ist ein didaktischer (manchmal auch witziger) Kommentar des Autors vorangestellt, der die jeweiligen techn. und musik. Anforderungen noch einmal verdeutlicht (z.B Polyrhythmik, Komplementarität der Hände, Dynamikverlauf, Anschlagstechnik, Artikulation u.a). Der Autor bedient sich kompositorisch eines breiten Spektrums versch. musikalischer Formen, sowohl aus der Klassik (Invention, Präludium, Toccata, Passacaglia, Nocturne, Fantasie, Rondo), als auch aus der populären Musik (Walzer, Rock, Folksong, Blues, Bossa-Nova, Ballade) Der "Jazz Parnass" ist also weniger für den Berkley-Aspiranten gedacht (obwohl auch er diesen Stücken sicher etwas abgewinnen könnte) als für den"normale" Klavierspieler, der sich neben den herkömmlichen klassischen Unterrichtsmaterial auch einmal mit swingender Materie auseinandersetzen möchte und der vielleicht durch diese Stücke auch einen Zugang zu Jazz, Blues und improvisierter Musik findet. Mir haben besonders jene Stücke gefallen die von Dave Brubeck beeinflusst sind und in ungeraden Metren a la "Take Five" daherkommen. Schmitz versteht diese Metren durch den komplementären Einsatz beider Hände ausgezeichnet zum grooven zu bringen. Auch die Bossa-Nova-Rhythmen sind toll, doch haben sie es in sich, da ist nichts mehr mit vom Blattspielen, bis man diese vertrackten Paradiddle und Komplimantärpatterns drauf hat, fließt einiger Übungsschweiß. Der Notentext ist uppig mit Dynamik-, Phrasierungs- und Artikulationszeichen ausgestattet, meistens sind auch Fingersätze angegeben, die aber nicht immer einleuchten wollen. Es werden jedoch keine Akkordbezeichnungen angegeben, was den Spieler harmonisch zuerst einmal im Dunklen tappen lässt. Zu einem besseren Verständnis der Stücke ist die Kenntnis der Akkorde jedoch unverzichtbar, nur so kann das Material Ausgangsbasis eigener Improvisationsversuche werden. Die genaue Akkordbezifferung sollte in der nächsten Ausgabe unbedingt nachgeholt werden. Schwierigkeitgrad: mittelschwer mind. 4-5Jahre Klavierspielerfahrung erforderlich
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