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Beiträge von Ruediger Vaas
Top-Rezensenten Rang: 1.281
Hilfreiche Bewertungen: 682
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Rezensionen verfasst von Ruediger Vaas
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4.0 von 5 Sternen
Hörenswert, 3. November 2012
Ein Klassiker in einem hörenswerten Arrangement. Gitarren eröffnen eine andere Welt. So auch hier. Die Aufnahme ist eine Bereicherung, egal ob man den Canon schon kennt oder nicht.
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5.0 von 5 Sternen
Song für die Ewigkeit, 11. Juli 2012
Die Versionen von Bob Dylan und Jimi Hendrix sind grenzenlos genial. Aber Neil Young hat den Song in diesem Konzert noch einmal auf eine neue Ebene gehoben (und in späteren Versionen sogar noch einmal verschärft). Begleiter für die Ewigkeit ... dieses kurzfristigen Erdendaseins. "There are many here among us who feel that life is but a joke."
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5.0 von 5 Sternen
Klassisch und besser, 11. Juli 2012
Klassiker des American Song Book, aber nie so kraftvoll intoniert. Der Crazy Horse Sound ist der ideale Klangteppich, und Neils Gitarrensoli haben den Song mehr bereichert, als ihm zuzutrauen war. Schon mit dem zweiten Akkord ist man gefesselt.
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5.0 von 5 Sternen
Großer Song, große Tragödie, 11. Juli 2012
Das Album schwächelt, aber dieser Song nicht. Große Story, rauh erzählt, von den Riffs vorangetrieben bis zum (bitteren) Ende. Reicht nicht an "The River" ran, spürt aber ähnlichen Linien menschlicher Tragik nach. Man höre den Song vielfach in Folge, am besten bei einer Autofahrt durch aufgewühlte Landschaft im Wolkenwirbel.
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5.0 von 5 Sternen
Rumpelrock vom Feinsten, 11. Juli 2012
Ein Klassiker, aber nie so gut zum Klingen gebracht wie von Neil Young & Crazy Horse. Und die Lyrics sind nicht die zensierten der Kinderbuchversion. Tragik und Groteske liegen hier nah beieinander. Die Einzigartikeit des Menschen? Naja.
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5.0 von 5 Sternen
kurzweilige Übersicht - leicht verständlich, sehr schön anzusehen, 19. April 2012
Marcel Robischons großformatige Darstellung über ein - und neben den Bakterien sogar das - Erfolgsmodell der Evolution ist optisch und inhaltlich eine sehens- wie lesenswerte Einführung in eine der faszinierendsten Tierklassen. Der promovierte Biologe, gibt in 19 Kapiteln auf 200 Seiten (plus rund 20 weiteren mit Register und Literaturhinweisen) einen kurzweiligen Überblick. Grandios sind auch die zahlreichen oft ganzseitigen Farbfotos. Das sehr schön gestaltete Buch überrascht mit vielen Aha-Effekten und spart nicht an Ausflügen in die Kulturgeschichte und Dichtung. Die Insekten werden nicht in trögen Aufzählungen vorgestellt, sondern in ihren ökologischen und evolutionsbiologischen Kontexten - garniert mit vielen Anekdoten aus der Forschungsgeschichte. Auch die Genetik und Biochemie kommt dabei nicht zu kurz. Beispielsweise werden die chemischen Ursachen der Farben, Düfte und Lichterzeugung skizziert, die den Insekten eine Fülle von erstaunlichen Optionen eröffnen. Zehn Trilliarden der sechsfüßigen Gliedertiere dürften schätzungsweise die rund 150 Millionen Quadratkilometer Festland, Inseln und Süßgewässer der Erde bevölkern - rund 1,5 Milliarden pro Mensch. Ihre Masse wird auf eine Milliarde Tonnen geschätzt - das entspricht dem Gewicht von 200 Millionen Elefanten. "In einer einzigen Rosskastanie können über eine Million Miniermotten leben, in einem einzigen Vogelnest Tausende von Flöhen, in einem einzigen Astloch Hunderte Käfer", schreibt Robischon. Nur in den Weltmeeren kommen Insekten praktisch nicht vor (Ausnahmen sind temporäre Gäste wie marine Wasserläufer, Strandfliegen und Seehundläuse). Die werden von der anderen großen Gruppe der Gliedertiere dominiert, den Krebstieren. Niemand weiß freilich, wie viele Insektenarten es gibt. Rund 1,2 Millionen sind katalogisiert. Allein von der größten Untergruppe, der Käfer, wurden 360.000 beschrieben, von Fliegen 120.000, von Schmetterlingen und Nachtfaltern 170.000. Jährlich werden mehrere 100 weitere Insektenarten charakterisiert. Traurig stimmt, wie viele Insekten aufgrund der menschlichen Planetenschändung zum Aussterben verurteilt sind, während andere sich geradezu globalisieren und einheimische Arten verdrängen. Andererseits sind in den letzten Jahren immer wieder Arten entdeckt worden, die zuvor für ausgestorben erklärt wurden. Die findigen Sechsbeiner sind eben zäh. Und werden uns überleben.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Orientierungsversuche in einer unübersichtlichen Welt, 8. Oktober 2011
"Im Zeitalter der Globalisierung werden die Lebensbedingungen der Menschen immer komplexer und unübersichtlicher. Täglich erleben wir die labilen Gleichgewichte in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Einige fürchten den Verlust gewohnter Besitzstände und den Absturz ins Chaos. Andere sehen die Chancen kreativer Innovationen und den Aufbruch zu neuen Märkten." Diese Worte - noch vor dem Ausbruch der globalen Wirtschaftskrise geschrieben, bei der sich die hemmungslose Raffgier und das dumme Gewährenlassen in einer verheerenden Wechselwirkung selbst in noch unausgelotete Abgründe katapultierten - bringen die Komplexität der Komplexität gut zum Ausdruck, aber auch ihre Zufälligkeit. Tatsächlich ist, genau betrachtet, alles erschütternd komplex. Dennoch lassen sich Gesetze (oder Regelmäßigkeiten) abstrahieren, die die Komplexität verständlicher machen und vielleicht manchmal sogar kontrollieren helfen. Aber was ist Komplexität eigentlich? Klaus Mainzer, Professor für Philosophie und Wissenschaftstheorie an der Technischen Universität München, hat den Forschungsstand knapp und leicht verständlich zusammengefasst. Er erläutert die Zusammenhänge zwischen Komplexität, Berechenbarkeit, Wahrscheinlichkeit, Information und Dynamik und behandelt sie dann im Hinblick auf die Evolution, auf Gehirn und Geist, auf Wirtschaft, auf Gesellschaft und auf Philosophie (Wissen, Ethik). Dabei werden Synergetik, Chaostheorie, nichtlineare Systeme, fraktale Geometrie und verwandte Gebiete integriert. Zahlreiche Merksätze, Definitionen, Vertiefungen und viele hilfreiche Grafiken machen das Büchlein ebenso wie ein Glossar einerseits zu einer didaktischen Perle, zeigen aber auch andererseits in Form vieler kleiner Lesehäppchen, wie die dem Bologna-Prozess geschuldete "Verschulung" des Universitätsstudiums in die Informationsvermittlung (früher: "Lehre") eingreift. Auch das ist eine Form von Komplexitätsbewältigung oder -reduktion.
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5.0 von 5 Sternen
Die vielen Facetten von Zufall und Notwendigkeit, 8. Oktober 2011
Alles ist eine "Frucht von Zufall und Notwendigkeit", wusste schon der griechische Philosoph Demokrit. Die Notwendigkeit mag man in den deterministischen Naturgesetzen beschrieben sehen - wo aber steckt der Zufall? Zum einen in den Randbedingungen, die die Naturgesetze nicht erklären können (aber vielleicht sollten), zum anderen in den indeterminierten Vorgängen, etwa den absoluten Zufällen beim Zerfall radioaktiver Atome (wenn es solche Zufälle wirklich gibt). Und sind die fundamentalen Naturgesetze nicht letztlich auch kontingent, also zufällig? Das sind fundamentale und spannende Fragen, auf die es keine allgemein akzeptierten Antworten gibt. Dass der Zufall, Chance, aber unser Leben prägt, weiß jeder. Und das gilt, wenigstens in epistemischer Hinsicht (was man wissen und voraussagen kann), selbst in einer deterministischen Welt. Denn über den "Schmetterlingseffekt" können sich kleinste Abweichungen lawinenartig aufschaukeln, so dass ganz ähnliche Randbedingungen häufig völlig unterschiedliche Resultate bewirken. Aber wie bei den quantenphysikalischen Indeterminismen sind auch über komplexe, nichtlineare und chaotische Systeme noch wissenschaftliche Beschreibungen und sogar "Gesetze" möglich, allerdings nur statistische. Joaquim P. Marques de Sá widmet sich vielen solcher Erscheinungen auf eine Weise, wie sie selten ist: Einerseits populärwissenschaftlich, unterstützt von vielen Grafiken und sogar Cartoons, andererseits aber auch mit etwas Mathematik, weil die vieles klarer macht, aber ohne deswegen den in dieser Hinsicht wenig vorgebildeten Leser abzuhängen. Marques de Sá, Ingenieur und Professor an der Universität Porto, fächert viele Facetten des Zufalls auf: In der Wahrscheinlichkeitsrechnung und den bekannten "Anwendungsbeispielen" (Toto, Lotto, Poker, Roulette), in zahlreichen interessanten und teils wenig bekannten mathematischen Zusammenhängen, in der Quantenphysik und Chaostheorie, in der Biologie und im Alltag. Auch "paranormale" Koinzidenzen werden diskutiert, Ursache-Wirkungs-Beziehungen, die algorithmische Komplexität (die an den Grundfesten der Mathematik rüttelt). Es ist dem Springer-Verlag hoch anzurechnen, dass er dieses ursprünglich in Portugiesisch erschienene Buch einem breiteren Leserkreis zugänglich gemacht hat.
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4.0 von 5 Sternen
Dialoge über Mensch, Gott und die Welt, 8. Oktober 2011
"Der Mensch - ein Auslaufmodell der Evolution oder das Lebewesen mit Zukunft?", fragt provokant Hans Eberhard Fischer. Der Biologe hat eine ungewöhnliche Form gewählt, fünf große Themenbereiche zu diskutieren. Er formulierte nämlich fiktive Dialoge. So erörtern Empedokles und Sokrates "Freiheit, Recht und Gerechtigkeit", Bal und Jahwe (zwei Götter müssen es da schon sein) "Kapitalismus und Sozialismus", Platon und Aristoteles "Fragen zur Erkennbarkeit der Welt" und sowohl Gautama und Zarathustra als auch Friedrich Nietzsche und Wilhelm Dilthey verschiedene Aspekte "Vom Wesen des Menschen" (etwa Verhaltenspsychologie oder Natur versus Kultur). Dahinter reflektiert freilich immer der Autor, und die im stets gleichen Tonfall gehaltenen Diskussionen sind nur teilweise kontrovers und haben meistens wenig mit den überlieferten Positionen der Namensgeber zu tun. Auch wiederholt sich viel oder kommt vom Hundertsten ins Tausendste. Die Dialogform garantiert aber eine unterhaltsame Lektüre, auch wenn die Themen oft ernst sind oder werden, denn die Zustandsbeschreibung ist realistisch und also wenig erquicklich. Ein Dialog endet sogar damit, dass die Disputanten beschließen, sich in ferner Zukunft wieder zu treffen, um zu sehen, was aus dem Menschen geworden ist und ob er überhaupt noch existiert.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Grundlegende Aufsätze zum Hirndoping und den ethischen Problemen, 8. Oktober 2011
"Enhancement" ist kein unnötiger Anglizismus, da es im Deutschen für dieses Wort keine konzise Übersetzung gibt ("Verbesserung" etwa greift zu weit und zu kurz gleichermaßen), und ein Thema, das lange mehr nach Science Fiction, denn nach harter Wissenschaft klang. Doch die Zeiten haben sich geändert, auch wenn die SF hier noch immer den Vorzug literarischer Unmittelbarkeit und kühner Auslotung hat. Aber mit den sich konkretisierenden Möglichkeiten im Alltag wird das Thema auch diesseits der Künste relevant. Begonnen hat es in den 1980er-Jahren mit den neuen Möglichkeiten und Praktiken der Humangenetik (Keimbahnmanipulation), des Leistungssports (Doping) und der Chirurgie (kosmetische Modifikationen). Inzwischen haben sich die Eingriffspotenziale in vielerlei Weise vermehrt und vertieft. Nicht nur der Körper oder Nachwuchs, sondern vor allem das Gehirn steht im Fokus. Das birgt sowohl individuelle als auch gesellschaftliche Risiken und Gefahren, eröffnet aber auch Chancen - etwa in der Therapie und der Bekämpfung von Alterungsprozessen. Enhancement ist daher ein zweischneidiges Schwert. Umso wichtiger ist eine differenzierte und detaillierte Diskussion der Chancen und Risiken, um die Entwicklung - teilweise auch durch Gesetze - möglichst positiv zu beeinflussen. Denn aufhalten lässt sie sich nicht. In die ethische Debatte zum Enhancement führt der umfangreiche Sammelband ein, den Bettina Schöne-Seifert und Davinia Talbot von der Universität Münster herausgegeben haben. Die 19 mit Ausnahme eines Artikels von Jürgen Habermas von englischsprachigen Autoren verfassten Aufsätze wurden übersetzt und teilweise gekürzt oder durch Erläuterungen ergänzt. Sie stammen überwiegend aus den letzten zehn Jahren und von zwei Dutzend Autoren, und sie gelten teilweise schon als "Klassiker" auf diesem hochbrisanten und aktuellen Gebiet. Der Sammelband bildet für den deutschsprachigen Raum eine wichtige, ja unerlässliche Grundlage und wird der Komplexität des Themas auch gerecht. Dabei geht es aber nicht nur um akademische, ethische und gesellschaftspolitische Fragen - wie wollen wir leben? -, sondern auch um ganz existenzielle. Denn wie soll man sich selbst angesichts seiner körperlichen und intellektuellen Grenzen, des unaufhaltsamen Niedergangs und schließlich Todes verhalten? Und selbst wenn sich der etwas aufhalten ließe - wäre die durch den ständigen Kampf erfolgende Verminderung von Lebensintensität, Fröhlichkeit und Unmittelbarkeit nicht ein zu hoher Preis? Der Rezensent hat das Thema "Neuroenhancement" schon früher und in einem breiteren Kontext diskutiert und ebenfalls die Ambivalenz (Vor- und Nachteile, Chancen und Risiken) ausführlich erörtert: Schöne neue Neuro-Welt: Die Zukunft des Gehirns. Eingriffe, Erklärungen und Ethik.
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