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Rezensionen verfasst von
Joba

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Landfill Breastmilk Beast
Landfill Breastmilk Beast
Preis: EUR 17,98

2.0 von 5 Sternen Nicht zu empfehlen, 12. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Landfill Breastmilk Beast (Audio CD)
Diese Mini-CD ist sehr schön aufgemacht, in einem schmalen Digipack. Die beiden Songs "Stomach" und "Extinction" sind herrliche Orgien der Gewalt, bedrückend, düster, massiv, so wie man Musik von Cobalt gewöhnt ist. Eine Runde Sache also, diese MCD? Nein. Hierfür gibt es zwei Gründe. Erstens ist der Song "Stomach" auch auf dem grandiosen "Gin"-Album der Band enthalten. Nennenswerte Unterschiede in den Versionen habe ich nicht gehört, möglicherweise ist die hier enthaltene Fassugn etwas roher, vielleicht sind sie aber auch identisch. Und zweitens ist der dritte ""Song"" (zwei Paar Anführungszeichen sind gerade genug)"Ritual Use of Fire", der mit dreißig Minuten Spielzeit eine wahre Düsterorgie erwarten ließ, ein Totalausfall. Es handelt sich um eine Zusammenstellung von Geräuschen, einzelnen Gitarrentönen und vor allem: absoluter Stille. Die Melange soll stimmungsvoll und düster wirken. Sie ist aber lediglich völlig überflüssig und langweilig.

Fazit: Hätte man anstelle von "Ritual Use of Fire" noch einen zweiten unveröffentlichten Track als dritten Song auf die CD gepresst, würde es sich um eine veritable Single zu "Stomach" gehandelt haben. So liegt hier ein Tonträger vor, den man nicht erwerben sollte. Die zwei Sterne gibt es, weil "Stomach" und "Extinction" einfach tolle Metal-Songs sind.


Copyright Law in a Nutshell (In a Nutshell (West Publishing))
Copyright Law in a Nutshell (In a Nutshell (West Publishing))
von Mary LaFrance
  Taschenbuch
Preis: EUR 26,62

4.0 von 5 Sternen A solid starting point, 10. November 2008
Mary LaFrance offers a solid introduction to US Copyright law. Her focus lies on the statutory law of the US Copyright act. Due to its length, this book goes deeper than the Copyright-chapter of the "Intellectual Property ... in a Nutshell" (2003) by Miller/Davis. LaFrance explains structure and range of the different rights of an author, the limitations of his rights (eg fair-use-doctirne) and mentions the relevant cases. She critizises jurisdiction where it seems necessary.

The book is well-written and easy to understand even for non-native speakers. For a German lawyer, it is odd that Ms. LaFrance does not cite treatises or essays from the law journals but only cases.


Nokia 6110 Navigator Handy schwarz
Nokia 6110 Navigator Handy schwarz

15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein praktisches Gerät, 10. Juli 2007
Das Nokia n95 mag ja viele Vorteile haben- Sein Navigationssystem gehört dem Vernehmen nach nicht dazu. Zudem ist es zumeist nur zu sehr hohen Preisen zu haben.

Hier bietet der kompaktere, aber auch etwas wenige gut ausgestattete Nokia 6110 Navigator Abhilfe. Das Gerät verfügt über ein sehr gutes Navigationssystem, dessen Antenne unverdeckbar am oberen Ende über dem Display im Schlitten sitzt, sowie über alles, was ein Smartphone können muss, bis hin zu Bluetooth 2.0, QuickOffice (ausgeliefert wird nur die View- Software) und den notwendigen PIM Features. Die Kamera ist normal für eien Handycam. Leider lässt sich das nervige Auslösergeräusch nicht deaktivieren und das Fotolicht stellt sich immer wieder selbst auf "automatisch". Ein lästiges Detail. dafür entschädigt die Kameraabdeckung, welche bei Öffnung die tastatur entsperrt und dies beim Schließen wieder rückgängig macht.

Das Design ist vollauf gelungen, insbesondere die schwarze version mit der Klavierlackrückseite ist attraktiv. Das sensorgesteuerte Display bietet ein sehr gutes, blickwinkelresistentes Bild. Der Prozessor ist überraschend flink. Leider ist der interne Gerätespeicher mit 40 MB etwas klein geraten. Zudem ist die beigelegte 512- MB- Micro- SD- Karte von Nokia leider mit über 300 MB Deutschlandkarte so gut wie belegt. Aber sie lässt sich problemlos auf 2 GB erweitern, ebenso wie das Kartenmaterial von der beiliegenden DVD gegen Gebühr.

Die Sprachausgabe funktioniert bestens, das Vorlesen von SMS funktioniert erstaunlich gut, ebenso die Ansage der Anrufernamen. Beides ist praktisch beim Auto fahren.

Negativ fällt die relativ geringe Akkulaufzeit auf, nach ca. drei Tagen im Standby muss das Gerät an die Box. Auch die Sprechwerte dürften nicht umwerfend sein. Die Sprachqualität ist ausreichend, etwas dumpf, dafür rauschfrei. Obwohl das Gerät relativ schwer ist, liegt es etwas unspezifisch am Ohr und rutscht leicht von diesem ab, wenn der Schlitten aufgezogen ist. Außerdem ist es gelinde gesagt schade, dass ein Gerät wie dieses keine automatische Tastatursperre für die Tasten unter dem Display bietet (zumindest habe ich diese Funktion noch nicht gefunden). Zudem wackelt die Rückabdeckung ganz leicht. Die Tastatur ist etwas zu rutschig und unakzentuiert im Druck.

Alles in allem aber ein Gerät, welches Spaß macht, ob beim Sport (mit der kostenlosen SportsTracker- Software lassen sich ua Routen und Geschwindigkeiten erfassen), beim Musik hören (einfacher, aber brauchbarer mp3- Player), beim Telefonieren und beim Surfen über UMTS.


Examens-Repetitorium Allgemeines Schuldrecht
Examens-Repetitorium Allgemeines Schuldrecht
von Jens Petersen
  Taschenbuch

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ideal zum zügigen Memorieren, 10. Juni 2007
Die Reihe "Unirep Jura" gefällt insgesamt durch sehr kompakte Darstellung examensrelevanter Inhalte. Auch das "Professorenskript" von Petersen genügt hohen Ansprüchen. Auf 214 Seiten wird das extrem wichtige allgemeine Schuldrecht in extrem konzentrierter Form dargestellt. Der Autor achtet dabei auf eine vernetzte Darstellung mit anderen Rechtsgebieten wie etwa Erbrecht, ZPO oder Sachenrecht. So werden die Verbindungen deutlich gemacht. Zwar sind die Beispielfälle nur kurz, werden aber weitgehend im Gutachtenstil gelöst. Auch wenn man anders als bei anderen Bänden der Reihe auf Schemata und Kurzskizzen verzichtet hat, ist das Werk ausreichend übersichtlich, wozu auch die grau unterlegten Beispielsfälle und die Randnummern beitragen. Angenehmerweise wurde komplett auf die leidigen, unter anderem aus den Beck'schen Kurzlehrbüchern bekannten Kleinstdruck- Passagen zwischendurch verzichtet. Eine gute Idee ist, dass Mehrpersonenkonstellationen im vierten Teil (§§ 8 ff.) in einem eigenen Abschnitt zusammengefasst sind. Außerdem fällt ein vorbildliches Lektorat fast ohne Schreibfehler auf, leider bei vielen Werken der Lehr- und Lernliteratur keine Selbstverständlichkeit. Der Fußnotenapparat ist auf das allernötigste beschränkt, um den Leser nicht abzuschrecken. Zumeist findet man bei Bedarf aber wenigstens einen Vertiefungshinweis.

Zum Inhalt: Das Buch ist für Studenten in der Examensvorbereitung gedacht. Dies merkt man ihm an. Es sind schon solide bis gute Vorkenntnisse notwendig, um der Darstellung inhaltlich folgen zu können, da Probleme nur knapp aufgerissen und dann gelöst werden. Häufig wird bei Meinungsstreitigkeiten kein Ergebnis empfohlen. Hierzu muss man sich, wohl gewollt, selbst Gedanken machen. Somit ist das Buch Anfängern keinesfalls zu empfehlen. Für die angesprochene Zielgruppe bietet es aber die sehr gute Möglichkeit, bereits erworbenes Wissen noch einmal systematisch abzuhaken und etwaige Lücken zu schließen. An jedem Problempunkt enthält der Text ein Stichwort, zu dem man sich selbst Gedanken machen kann, bevor man weiterließt, beispielsweise etwa "Beiderseitig herbeigeführte Unmöglichkeit".

Fazit: Das Buch ersetzt weder Klausurentraining, noch (in der Regel) den "großen Fall" aus JuS, Klausurenkursbüchern oder Repetitorunterlagen, noch das Nachstöbern in den Randnummern der großen Lehrbücher. Einem Repetitorenskript wird es aufgrund seiner hohen Qualität in der Regel vorzuziehen sein. Insgesamt bietet es eine sinnvolle Ergänzung, bereits Erlerntes noch einmal durchzugehen, und das in einem vertretbaren Tempo und zu einem fairen Preis.


Auswärtsspiel
Auswärtsspiel
Preis: EUR 5,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eines der besten Hosenalben der Spätphase, 9. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Auswärtsspiel (Audio CD)
Als dieses Album 2002 erschien, waren meine Erwartungen sehr niedrig. Immerhin hatten die toten Hosen, nachdem sie 1996 mit "Opium fürs Volk" mal eben das vielleicht wichtigste und provokanteste Deutschrockalbum der Neunziger aufgenommen hatten, 1999 die eher verhaltene Scheibe "Unsterblich" nachgelegt, die an vielen Stellen uninspiriert und wie ein Abgesang klang, gleichwohl sie mit Stücken wie "Helden und Diebe", "Warum werde ich nicht satt" oder "Regen" ein paar bemerkenswerte Titel enthielt.

"Auswärtsspiel" ist, gerade retrospektiv, wieder ein Sprung fast auf altes Niveau. Zwar erreicht man die inhaltliche Vielschichtigkeit von "Opium fürs Volk" und die schmerzhafte Intensität von Titeln wie "10 Gebote", "Mensch" oder "Seelentherapie" auch auf diesem Album nicht wieder- aber musikalisch hat man seinen Horizont erweitert, wie es etwa "Nur zu Besuch" oder "Schwimmen" demonstrieren. Weiterhin mischt man bewährt angepunkte Fetzer wie das Openerdoppel "Du lebst nur einmal (vorher)/Schlampe (nachher)" mit Halbballaden wie "Was zählt" und Mitgröhlspaßsongs wie "Kein Alkohol (ist auch keine Lösung)" oder dem tollen, nostalgischen "Venceremos- wir werden siegen". Das muntere "Daydreaming" und das Cover "Cokane In My Brain" sind englischsprachige Farbtupfer, und im Gegensatz zu einer gewissen anderen unsäglichen Deutschrockband nimmt man sich selbst auch nicht so fürchterlich ernst und nimmt sich mit "Graue Panther" auf die Schippe. Wenn man eine Schwäche sucht, ist vielleicht das etwas nervige "Mädchen aus Rottweil" oder auch noch das nun leider anachronistische "Kanzler sein...“.

Ansonsten ist dieses Album das beste Postpunk- Album der Toten Hosen seit "Opium fürs Volk", besser als "Kauf mich" und besser als "Zurück zum Glück".
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 27, 2012 10:13 AM MEST


Problemski Hotel
Problemski Hotel
von Dimitri Verhulst
  Taschenbuch

20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wunderbar politisch unkorrekt., 7. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Problemski Hotel (Taschenbuch)
"Problemski Hotel" ist ein kurzes, stilistisch hervorragendes und wichtiges Buch, geht es doch ohne falsch verstandene Diskretion und "politische Korrektheit" an ein bedrückendes Thema heran: Das Elend von Flüchtlingen, auch und gerade nach ihrer Ankunft im vermeindlichen Europaradies.

Aus der Ich- Perspektive erzählt, findet es bereits den richtigen Einstieg, als der Protagonist, ein Photoreporter aus Afrika, ein sterbendes, afrikanisches Kind fotografieren will, weil er sich das Bild seines Lebens - und somit zahlreiche Dollars - erhofft.

Nach nicht näher ausgeführten Querelen landet er schließlich in einem belgischen Asylbewerberheim. Dort zeichnet der Autor zahlreiche bedauernswerte, aber durchweg liebenswerten Figuren aus allen Ecken der Welt, die, der Willkür der Einwanderunsbehörde ausgeliefert, ihrem Schicksal harren, welches in der Regel Ausweisung bedeutet. Der skurrile Alltag, zwischen Gewalt, Alkohol, unglaublicher Langeweile und der verzweifelten Suche nach Halt wird intensiv geschildert. Immer wenn man erwartet, nun ein wenig Wärme und "Happy End"- Stimmung entdeckt zu haben, schlägt der Autor einem mit lakonischen, wunderbar zynischen Wendungen die Tür vor der Nase zu. Derart bösartige Kommentare, wie sie der Ich- Erzähler platziert, liest man im Zusammenhang mit der sensiblen Thematik Zuwanderung nicht oft. Der Autor hält damit diesem "Westen" den Spiegel vor, der gerne Humanismus predigt, aber mit dem Argument "Zu Hause ginge es ihnen auch nicht besser" in Institutionen wie dem beschriebenen Heim oft an der Grenze der Menschenwürde im Umgang mit den Betroffenen surft.

Das kurze Buch, welches eine schriftstellerisch besonders gelungene Pointe ganz am Schluss bietet, nebst einem informativen Nachwort über seine Entstehung, sollte vor allem von jungen Menschen gelesen werden. Die Zustände, die es schildert, müssen geändert werden.


Geschichte des Rechts: Von den Frühformen bis zur Gegenwart
Geschichte des Rechts: Von den Frühformen bis zur Gegenwart
von Uwe Wesel
  Gebundene Ausgabe

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein spannendes Vergnügen!, 27. Januar 2007
"Den Leser erwartet [...] ein Lesevergnügen". Dies findet sich auf der Rückseite des geschmackvoll gestalteten Umschlags von Uwe Wesels "Geschichte des Rechts". Dabei könnte man es fast bewenden lassen.

Das Buch behandelt, nach einem einführenden Abschnitt über die Vorzeit und gesellschaftliche Grundbegriffe, die Rechtsgeschichte der Antike (Mesopotamien, Ägypten, Israel, Griechenland sowie das west- und oströmische Recht), die des Mittelalters (Germanen, Frankenreich und Deutschland) sowie danach die Rechtsgeschichte der Neuzeit mit einem deutlichen Schwerpunkt auf der deutsche Rechtsgeschichte. Auf Entwicklungen etwa in Frankreich und den USA wird hier nur an Stellen eingegangen, in denen es für die Geschehnisse im deutschen Kulturkreis nötig ist. Hervorzuheben in diesem letzten Abschnitt ist die differenzierte, leider etwas kurze Auseinandersetzung mit dem Recht der DDR sowie das Kapitel über das Dritte Reich und über das "Alte Reich".

Bei der Betrachtung dieser Einteilung fällt auf, dass der hier erhobene Vorwurf, der Titel sei falsch, nicht ganz stimmt. Das Buch befasst sich nicht ausschließlich mit der Geschichte des deutschen Rechts, aber eben auch nicht mit der "Weltgeschichte". Dies wäre bei einem Band von nur gut 600 Seiten auch kaum zu leisten.

Unter Verzicht auf Fußnoten und der Verwendung von teilweise sehr langen Randnummernabschnitten, die zur besseren Übersicht mit Randüberschriften versehen sind, bleibt das Buch trotz eines relativ kleinen Schriftbildes sehr gut lesbar. Vertiefungshinweise finden sich nicht erschöpfend, aber für den Anspruch des Buches, eine spannende Einführung zu geben, ausreichend. Für eine rechtshistorische Seminararbeit wird es auch der studentische Leser kaum nutzen wollen. Zahlreiche Auszüge aus Quellen, von den Digesten über mittelalterliche Rechtsbücher und Richtersprüche, etwa im lesenswerten Bereich über die Hexenverfolgung, bis hin zu Sprüchen des Bundesverfassungsgerichtes lockern den Stoff zusätzlich auf. Der Autor hält gelegentlich, wie er im Schlusskapitel auch durchblicken lässt, mit subjektiven Ansichten nicht hinter dem Berg, aber ohne dass sich dies negativ bemerkbar machen würde. Für den historisch interessierten Leser dürfte dieses Buch eine Fundgrube an interessanten Begebenheiten sein. Eine juristische Vorbildung ist für das Buch nicht nötig. Dass es tatsächlich, wie der Verlag anpreist, ein Jurastudent für die Vorbereitung auf das Staatsexamen liest, bezweifele ich aufgrund des dafür doch zu großen Umfangs. Aber zum Auffrischen von Wissen durch die Lektüre von einzelnen Abschnitten ist es gut geeignet, aufgrund von Zeittafeln und Übersichten an wichtigen Punkten. Ich selbst habe es als historisch interessierter Jurastudent "for fun" gelesen und war begeistert.

Wenn man etwas kritisieren möchte, wäre dies der relativ hohe Preis für ein Buch, welches in der dritten Auflage nur leicht überarbeitet erscheint. Zudem die Tatsache dass man, wenn man den Stil des Autors nicht mag, sicher weniger Vergnügen an dem Text haben wird.

Ansonsten kann eine Empfehlung für jeden ausgesprochen werden, der ein "Lesebuch" im positiven Sinne auf dem Gebiet der Rechtsgeschichte sucht, ohne mit ausschließlich wissenschaftlichen Ansprüchen an das Thema heranzugehen.


The Open Door
The Open Door
Wird angeboten von mario-mariani
Preis: EUR 22,90

21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Man bekommt was man erwartet-, 20. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: The Open Door (Audio CD)
und noch ein bisschen mehr. Evanescence hatten 2003 bekanntlich einen sensationellen Durchbruch, als sie ihr offizielles Debut "Fallen" (das früher entstandene, deutlich elektronischere und grandios basische "Origin" ist bislang leider nicht in größerem Umfang veröffentlicht worden)weltweit langfristig ganz vorne in den Charts platzierten. Zu danken war dies sicherlich in erster Linie dem Smashhit "Bring Me To Life", der auf dem Soundtrack zur missratenen Comicverfilmung "Daredevil" enthalten war. Relativ bald nach dem Erfolgseintritt stieg der Hauptsongwriter Ben Moody aus der Band aus und lies die Sängerin Amy Lee zunächst alleine zurück. Von da an durchlebte die Band in neuer Besetzung ein wildes Durcheinander, das nun jedoch überwunden scheint, da "The Open Door" endlich in den läden steht. Die erste Single, "Call Me When You're Sober" ist definitiv weit davon entfernt, ein Hit wie "Bring Me To Life" zu sein. Aber der Song offenbart eine neue Stärke der Gruppe. Wo sich "Fallen" bei aller Klasse aufgrund seiner doch etwas gleichartigen Songstrukturen etwas abnutzte, und vor allem die reinen Balladen doch etwas übertrieben kitschig waren, da wächst "The Open Door" bei jedem Hören.

Die Songs sind tendentiell etwas sperriger (Grandios: "Lose Control"), die Strukturen deutlich gotischer geworden, die Gitarren spielen abwechslungsreicher (Anfang von "Weight Of The World"), das Schlagzeug nutzt eine breitere Pallette, merkwürdige Chöre spielen mit ("Weight Of The World"). Auch Amy nutzt ein breiteres Spektrum ihrer einmalig natürlich klingenden, authentischen Stimme. Auch die Elektronik ist zurückgekehrt ("Snow White Queen", "Like You").

Auch die Aufmachung des Albums erinnert eher an traditionellen Gothic Metal und weniger an die "Nu Metal" Welle, zu der Evanescence sowieso nie so richtig gepasst haben. Und wo "Lithium" (kein Nirvanacover) noch etwas zu zerbrechlich wirkt, ist mit dem wunderbar entspannten "Good Enough" eine tatsächlich gelungene Ballade enthalten. Da weitere Titel wie das mit toller Chorlinie ausgestattete "The Only One" ebenfalls überzeugen, ist das Album trotz des Fehlens eines echten Hits ein absolut überzeugender Nachfolger für "Fallen", der in der Erstauflage im Digipack mit eingeklebtem Booklet auch geschmackvoll aufgemacht ist.

Fazit: Evanescence sind definitiv immer noch eine sehr massentaugliche Band, die im düsteren Emotionsbereich arbeitet. Aber sie tun das handwerklich hervorragend, und da die Band auch live eine wirklich gute ist, freue ich mich darauf, mehr von ihnen zu hören. Daumen hoch.


F51.4 (Jewelcase)
F51.4 (Jewelcase)
Preis: EUR 16,27

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Cogito ergo sum, 20. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: F51.4 (Jewelcase) (Audio CD)
Aggrypnie sind eine Einmannband, die vom Hauptsänger, Thorsten, der Mainzer Prog- Black- Metal- Formation Nocte Obducta, die in diesem Jahr leider ihre Trennung bekannt gab, gebildet wird. Die Texte auf dem Album stammen vom Mastermind dieser Band, da der Agrpynieprotagonist sich eher als Musiker und weniger als Texter sieht. Das Konzept stammt allerdings von ihm, was man der Ausrichtung der Lyrics deutlich anmerkt, denn im Gegensatz zu den stark romantisch geprägten Texten von Nocte herrscht hier eher eine düstere, hyperrealistische Atmosphäre vor, die einen auf ein Reise durch klinisch erleuchtete Krankenhausgänge, tote Nachbarschaften und blinde Spiegelsäle schickt. Es sei angemerkt, dass die Zeilen der Texte leider hie und da ein wenig holprig wirken, was aber beim Vortrag nicht auffällt. Musikalisch wurzeln Agrypnie zwar im Black Metal, sie haben diesen jedoch aufgebohrt. Der Sound ist betont klinisch und harsch gehalten, so dass die Rhythmusgitarren tatsächlich ein wenig nach Rammstein klingen. Dagegen laufen aber dissonant- melodische Linien, wie man sie etwa vom Nocte Obducta Track "Vorbei" kennt. Allerdings ist das Album musikalisch ansonsten doch ziemlich weit von der der ehemaligen Hauptband entfernt. Das schwelgende, verspielte Element fehlt. Die Stimmung wird dadurch noch deutlicher ins Hoffnungslose gezogen. Man könnte die Gruppe fast unter "Depressive Black Metal" einordnen, wenn der Gesang nicht herrlich brutal wäre und der Drumcomputer, dessen eintönig hämmerndes Spiel hervorragend zum Sound der Band passt, nicht gelegentlich in hämmernde Blasts verfallen würde. Durch die Tempowechsel ist die CD ausreichend abwechslungsreich, Passagen wie die Einleitun gzum zehnminütigen "Cogito Ergo Sum" lockern zusätzlich aus.

Überhaupt, der Drumcomputer. Vielfach war zu lesen, dass dieser eine Schwäche des Albums darstelle. Man kann über den Computersound in der Tat geteilter Meinung sein, aber es gibt definitiv Bands, die ohne Drumcomputer schlechter klingen würden, wie etwa Limbonic Art, Aborym (früher) oder Anaal Nathrakh. Und Agrypnie gehören auch dazu. Definitiv eine CD für die eher dunkeln Stunden, aber mit einem ganz hervorragenden Gesamteindruck. Nach dem vielversprechenden Demo aus dem Vorjahr kann ich es nicht erwarten, noch mehr von dieser konzeptionell eher unkonventionellen und musikalisch eigenständigen Band zu hören. Hier hat jemand nachgedacht, chapeau.


Now,Diabolical
Now,Diabolical
Preis: EUR 14,61

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nun, diabolisch!, 17. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Now,Diabolical (Audio CD)
„We want you dead. Your head on a plate. You wanted war. And war you will get.” Nicht gerade freundlich wird man auf dem jüngsten Output von Satyricon von der gewohnt kratzigen, gut verständlichen Stimme Satyrs begrüßt. Aber Satyricon spielen ja auch keine wirklich freundliche Musik.

Dies ist auch nahezu die einzige echte Konstante im Schaffen des Duos. Bot das Debüt „Dark Medieval Times“ noch folkloristischen Black Metal mit ziemlich extremem Gesang, so ging „The Shadowthrone“, in der Besetzung verstärkt um Allesspieler Samoth, stark in die Keyboardecke, das folgende „Nemesis Divina“ war ein eher episch angelegtes und vielleicht zu sauberes Werk, dass trotz der Beteiligung von Kellerblackmetalgott Nocturno Culto nach Hochglanz roch, und schließlich wurde mit „Rebell Extravaganza“, das nach eigener Einschätzung Satyrs Mayhem zu ihrem kontroversen Album „A Grand Declaration Of War“ inspiriert haben soll, endgültig die alte Fanschar vor den Kopf gestoßen. Das prügelorientierte, industrialgewürzte und eigen produzierte Scheibchen verschaffte der Band endgültig den Freiraum, zu tun, was immer sie tun wollte. Dies wurde mit „Volcano“ (auf Sony!) dann auch getan, ein Werk, welches mir nur in Auszügen bekannt ist, die mich allerdings grandios langweilten. Insofern kaufte ich mir „Now, Diabolical“ eher mit niedrigen Erwartungen und in erster Linie aufgrund des wirklich gelungenen Artworks. Und nach mittlerweile unzähligen Durchläufen kann ich nur sagen: Es hat sich gelohnt.

Die Band hat wiederum ein eher gemäßigtes Album aufgenommen, das sehr rifforientiert und repetitiv ist. Eingängige Gitarren werden in den relativ kurzen Songs häufig wiederholt, aber nicht bis zum Erbrechen á la Burzum, sondern eher auf eine rockige Art und Weise. Langeweile kann so nicht aufkommen, da die Songlängen mitspielen. Abweichend von dem zu stark auf Rock getrimmten Sound etwa auf der jüngsten Darkthrone hat man durchaus die für Black Metal typischen Noten benutzt, wenn diese auch nicht klirren, sondern eher erdig und warm wirken. Frostig ist die Musik also keinesfalls, wohl aber die Drums, denn der aktuell vielleicht beste Black Metal Drummer Frost liefert eine sehr präzise Leistung ab, insbesondere sein Becken- und Fußtrommeleinsatz begeistert. So wirkt die ganze Darbietung insgesamt sehr eingängig, die Songs sind eine Ansammlung von Ohrwürmern, was nicht schlecht sein muss. Etwas aus dem Rahmen fallen vielleicht „Delirium“ und „To The Mountains“, die etwas epischer und doomiger daher kommen.

Die Texte sind eher einfach gehalten, was durchaus angenehm ist, die Abkürzung von „K.I.N.G.“ hat sich mir immer noch nicht erschlossen, Soli gibt es nicht und das Tempo ist durchgehend gemäßigt, von kurzen Passagen in „The Rite Of Our Cross“ mal abgesehen. Hierin ist auch vielleicht die größte Schwäche des Albums zu sehen. Auf einer doch eindeutig im Black Metal verwurzelten Scheibe hätte man doch den einen oder anderen Speedakzent setzen können, der die Wirkung der langsamen Passagen noch verbessert hätte. Das der LP- Version beiliegende Stück „Storm (Of The Destroyer)“, welches knapp drei Minuten lang durchblastet, hätte auch der CD gut getan. Die Produktion der Drums hätte man etwas peitschender machen können und es gibt abgesehen von deren Spiel wenig Details zu entdecken, die sich erst mit der Zeit erschließen würden. Ansonsten gibt es wenig an der CD auszusetzen.

Fazit: Eine auf ihre ganz eigene Weise bitterböse Sommerscheibe, die einen fast zum Tanzen animiert, die gleichzeitig aber aggressiv und hintergründig fies ist. Sehr empfehlenswert, ohne jetzt dezidiert Songs hervorheben zu wollen. Drei Sterne gibt es, weil 3,5 nicht vergebbar sind und ich ein klein wenig Zweifel daran habe, dass die CD in ein, zwei Jahren noch fesselt. Aktuell bereichert sie aber immer wieder.


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