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Rezensionen verfasst von
Dust_Sailor (Kassel)

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Blutklingen: Roman
Blutklingen: Roman
von Joe Abercrombie
  Broschiert
Preis: EUR 15,99

4 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein leichter Hauch von Ernüchterung, 25. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Blutklingen: Roman (Broschiert)
Zum Inhalt:
Blutklingen erzählt die Geschichte von Scheu Süd, deren Geschwister bei einem Überfall auf ihren Hof verschleppt werden. In Begleitung von Lamm, einem alten Nordmann, macht Scheu sich auf, um die Kinder zu befreien. Auf ihrer Jagd schließen sie sich einem Trek aus Glücksrittern an, die ihr Glück im Westen suchen - wo Gold in rauhen Mengen gefunden worden sein soll. Sie gelangen in das verruchte Städtchen Knick, geraten dort in das Machtgerangel zweier verfeindeter Lager, bevor sie die Spur schließlich in die Berge führt...
Wie bei Abercrombie nicht anders zu erwarten, fallen bei dem Versuch, die Kinder zu befreien wieder reichlich Späne.

Mein Eindruck:
Obwohl ich mich als ausgeprochenen Abercrombie-Fan bezeichnen würde (ich mag seinen erbarmungslosen, zynischen Stil einfach), fühlte ich mich am Ende der Geschichte ein bisschen ernüchtert. Oder sollte ich eher sagen: gesättigt?

Allzu viel neues oder überraschendes bietet "Blutklingen" m.E. nicht. Die "magischen" Momente sind sparsam dosiert, es handelt sich nach meinem Gefühl eher um eine Mixtur aus Western meets Conan. Wie üblich gibt es eine Vielzahl verkrachter Charaktere mit jede Menge Ecken und noch mehr Kanten (einige davon alte Bekannte). Die Geschichte liest sich flüssig, ohne größere Längen, besitzt keine grundlegenden Logiklöcher (an ein, zwei Stellen warf sie für mich allerdings Fragen auf) und dennoch hat sie mich nicht so mitgerissen wie z.B. die Klingentrilogie. Es mag an meiner höheren Erwartungshaltung hängen (für die der Autor nix kann) oder auch daran, dass es für mich zu viel des bereits Bekannten gewesen ist, was meine Euphorie im Nachhinein spürbar gedämpft hat.

Fazit:
Blutklingen ist mMn kein schlechtes Buch. Ich habe es in ca. zwei Wochen durchgelesen, aber das auch nur aufgrund von Zeitmangel. Wer Abercrombies Stil und/oder Geschichten mag, in denen es brachial und ruppig zugeht, dem könnte Blutklingen durchaus gefallen. Ich sehe es für mich zwischen 3 - 4 Sternen.


Die Tribute von Panem - Tödliche Spiele (Band 1)
Die Tribute von Panem - Tödliche Spiele (Band 1)
von Suzanne Collins
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mitreissend, aber..., 20. Januar 2013
Wow. Ich habe die Tribute gerade erst durch und bin immer noch hin- und hergerissen.

Anbei meine Rezension (kann einen Hauch von Spoilern beinhalten, also vorsicht):

Inhalt
In Panem (dem ehemaligen Nordamerika) regiert das dekadente Kapitol diktatorisch über 12 Distrikte. Diese wurden in der Vergangenheit bei dem Versuch einer Rebellion geschlagen. Zur Strafe (und als Demütigung und zur Unterhaltung des Volkes, das alles via Bildschirm mitverfolgen kann) werden nun Jahr für Jahr aus jedem Distrikt 2 Kinder/Jugendliche ausgelost, die in einem, eigens dafür präpariertem Gelände einen Kampf auf Leben & Tod gegeneinander ausfechten - die Hungerspiele. Die Hauptfigur Katniss meldet sich anstelle ihrer kleinen Schwester Prim, deren Los aus dem schicksalträchtigem Topf gezogen wird und sieht sich fortan dem gnadenlosen Szenario ausgesetzt.

Was mir gut gefallen hat:
Die Autorin wählt für den Roman die Ich-Form. Das ist zunächst ungewöhnlich, erweist sich aus meiner Sicht in der Folge aber als Volltreffer, da ich das Gefühl hatte, stets auf Augenhöhe mit der Heldin zu sein und somit das Leseerlebnis als noch einmal intensiver empfunden habe. Die Geschichte ist spannend. Sehr sogar. Einmal gefangen, konnte ich das Buch einfach nicht mehr aus den Händen legen und MUSSTE es bis zum Ende durchlesen.

Der Stoff ist schon heftig und die beschriebene Situation perfide. Dennoch gelingt es S.Collins bei aller Grausamkeit, die Brutalität nicht zu übertreiben und sich in blutigen Details zu verlieren. Mit etwas über 400 Seiten ist die Geschichte dicht und kompakt und beinhaltet nach meinem Geschmack keine Längen - sehr gut.

Was ich nicht so gut fand:
Es sind zwei Dinge, die meine Begeisterung im Nachhinein ein bisschen gedämpft haben: Zum einen verliert die Geschichte meiner Meinung nach das, was sie eigentlich kritisiert - nämlich das perfide System, das den Voyeurismus der Masse auf grausamste Weise bedient - zunehmend aus den Augen. Die Heldin Katniss erweist sich als Überlebenskünstlerin und schlussendlich ist ihr Denken und Handeln alleine darauf gerichtet - auch, wenn es darum geht, die Erwartungen des Publikums zu erfüllen. Das mag nüchtern betrachtet realistisch sein, hinterlässt bei mir aber einen etwas schalen Beigeschmack. Ich hätte mir an dieser Stelle etwas mehr Systemkritik gewünscht. Blitzt zu Beginn des Buches ab und an noch so etwas wie Widerspruch bei Katniss auf, nimmt sie in meinen Augen im weiteren Verlauf der Geschichte einfach nur noch hin.

Eindeutig zu kurz kommen für meinen Geschmack die mit den "Spielen" verbundenen Gewissenskonflikte - und die mit der Tötung anderer verbundenen Gewissensnöte. S.Collins windet sich um dieses schwierige Thema herum, indem sie ihren Hauptfiguren das aktive Töten größtenteils erspart, sondern dieses mehr durch die - vergleichsweise gesichtslosen - übrigen Protagonisten vornehmen lässt. Ist Katniss unmittelbar beteiligt, wird ihre Handlung als Unfall, Notwehr oder Gnadenakt verpackt (wäre ich an dieser Stelle zynischer, ich würde behaupten, S.Collins betreibt hier fast eine Strategie der Legitimierung für das Töten). Gerade die Auseinandersetzung damit hätte ich, der ich durch die Ego-Perspektive quasi in die Heldin schlüpfe, unbedingt erwartet. Das wäre schon mit wenig schriftstellerischen Kunstgriffen möglich gewesen (Alpträume, in denen ihr ihre Opfer erscheinen o.ä.) Ich hatte bei Katniss zu wenig das Gefühl, in dieser essentiellen Not zu stecken.

Fazit
In meiner anfänglichen Euphorie hätte ich den Tributen von Panem zweifellos 5 Sterne gegeben. Nach dem ersten "Sacken" und Durchschnaufen hat sich mein Eindruck nach unten revidiert. Sehr interessant fand ich die, in einigen 1 und 2-Sterne Rezensionen aufgeworfenen Kritikpunkte, die mich im Nachhinein zum Nachdenken angeregt haben. Da ich es grundsätzlich bemerkenswert finde, wenn es einem Buch gelingt, mich derart in Atem zu halten und das Für- und Wider teilweise auch Interpretationssache ist, vergebe ich 3,5 Sterne.


Die Stadt der träumenden Bücher: Ein Roman aus Zamonien
Die Stadt der träumenden Bücher: Ein Roman aus Zamonien
von Walter Moers
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ganz anders als erwartet, 11. Dezember 2012
Selten habe ich mich bei der Bewertung eines Buches so schwer getan, wie bei "Die Stadt der träumenden Bücher" von W.Moers. Lange habe ich geschwankt zwischen 3 und mehr Sternen. Am Ende habe ich mich dafür entschieden, mein subjektives Lesegefühl (basierend u.a. auf dem, was ich erwartet hätte) als Grundlage anzusetzen - auch wenn ich der Qualität des Buches womöglich nicht gerecht werde. Aber dafür gibt es ja genügend andere Rezensionen.

Meine Ausgangssituation VOR der Lektüre:
Ich habe eine ausgesprochene Vorliebe für das Genre Fantasy, umso mehr, wenn es sich dabei um Kinder-/Jugendbücher handelt. In diesem Genre möchte ich mich in faszinierende Märchenwelten entführen, durch spannende Handlung fesseln und von humorvollen Formulierungen zum Schmunzeln bringen lassen. "Die Stadt der träumenden Bücher" war eine Empfehlung eines Bekannten, der meinen Geschmack weitestgehend kennt. Von W.Moers hatte ich bis dahin nur die Comics gelesen, die nicht so ganz mein Ding waren.

Mein Eindruck WÄHREND der Lektüre:
Den Einstieg fand ich sehr gelungen. Moers bebildert sein Zarmonien sehr bildhaft. Sein Schreibstil gefiel mir auf Anhieb (was zugegeben subjektiv ist, aber für mich grundsätzlich ein entscheidendes Kriterium darstellt, mich auf ein Buch einlassen zu können). Die Geschichte wirkt durchdacht, in sich schlüssig (leider keine Selbstverständlichkeit im Genre) und ist zudem mit vielen äußerst originellen Einfällen garniert.

Als ein Kinder- bzw. Jugendbuch erscheint es mir jedoch weniger. Die Geschichte enthält viele humoristische Anspielungen auf die Literaturgeschichte / - szene (u.a. Anagramme - s. hierzu andere Rezensionen). Wer auf diesem Gebiet nicht ausgesprochen affin ist, dem bleibt der Zugang des öfteren verwehrt. Ich bezweifle, dass allzu viele jüngere Leser dem folgen können.
Für mich bedeutete dieser Umstand auch nicht immer puren Lesegenuss. Ich bin beim Lesen weder Anagrammjäger noch Literaturpapst. Meinen Lesefluss haben die ständig wiederkehrenden Aufzählungen verfremdeter Werke und Autoren eher gestört und auf eine Geduldsprobe gestellt, als dass sie meine Lust auf den Rätselreigen genährt hätten - aber das ist natürlich Geschmacksache.

Ohnehin ergeht sich Moers sehr oft in Beschreibungen - nach meinem Geschmack zu Lasten einer voranstrebenden Handlung. Es passiert etwas - dann folgen erst einmal ausufernde Beschreibungen von Kreaturen, ihrer Hintergrundgeschichte, ihrer Umgebung, usw., ehe wieder an den Handlungsstrang angeknüpft wird. Dieses Muster zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte. Mir war das an einigen Stellen schon zu detailverliebt. Gerade der Mittelteil der Geschichte vermochte mich über weite Strecken nur mäßig zu fesseln. Bisweilen hatte ich nach wenigen Seiten wieder genug - weshalb ich für das Buch insgesamt deutlich länger benötigt habe, als ich Anfangs gedacht hätte. Bei Büchern, die mich in ihren Bann ziehen ist es normalerweise so, dass ich sie ratzfatz durch habe - das war hier nicht der Fall.

Erst zum Finale hin kommt wieder mehr Zug in die Story.

Mein Fazit NACH der Lektüre:
Für Leser (wie mich), deren Augenmerk auf spannungsgeladene Abenteuerromane in fantastischem Gewand gerichtet ist, halte ich "Die Stadt der träumenden Bücher" nur für bedingt empfehlenswert. Es kann aber auch gut sein, dass dies nicht die Zielgruppe ist, die Moers mit diesem Roman ansprechen will. Leser, die sich auch auf die satirische Ebene einlassen (entsprechendes Hintergrundwissen vorausgesetzt), werden dagegen vermutlich hellauf begeistert sein.


Torchlight 2
Torchlight 2
Wird angeboten von nagiry
Preis: EUR 8,48

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein nettes Spiel zu kleinem Preis, 13. November 2012
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Torchlight 2 (Computerspiel)
Nachdem ich diverse Hack'n'Slay-Vertreter gespielt habe (Diablo1,2,3 / Sacred / Titans Quest / Dungeon Siege) und mich der letzte Titel nicht so lange bei der Stange gehalten hat, wie ursprünglich gehofft, habe ich mir kürzlich TL2 zugelegt. Ich habe bis jetzt ca. 15h gespielt. Anbei mein (erster) Eindruck:

Positiv
- flüssiges Spielen mit echtem Hack'n'Slay-Feeling - bis jetzt bugfrei.
- Musik in bester Diablo2-Tradition
- Stimmige, individualisierte Charakterentwicklung (Skilltree für aktive/passive Fertigkeiten, 5 Pts je Lvlup verteilbar auf 5 Basis-Stats)
- Nette Ideen (Mobs, die beim Kill Portale in Zwischenwelten öffnen, Begleiter, den man mit Futter in nützliche Kämpfer verwandeln kann, durch Nutzung verbesserbare Items...)
- Faire Droprate (auch Sets in kleinerem Levelbereich möglich)
- Itemization / Stats und Attribute ähnlich gehandhabt wie in D2

Weniger gefallen tut mir:
- die comichafte Grafik. Hier gefällt mir die Athmosphäre des Diablo-Universums einfach besser (ein Rezensent schrieb was von "wilden Kerlen" - das trifft es mMn ganz gut^^)
- auch der coolness-Faktor von Ausrüstung will sich bei mir nicht so recht einstellen. Ist natürlich nur subjektiv.
- ich habe noch keine Option gefunden, den Begleiter stummzuschalten. Wenn es im Dungeon ständig maunzt, finde ich das schon etwas nervig.

Erwähnenswert:
TL2 benötigt zwingend eine einmalige Online-Aktivierung (mit Seriennummer). Ab dann kann es auch rein offline gespielt werden. Patches wiederum lassen sich per Launcher herunterladen.

Fazit
Für den kleinen - fast unschlagbaren - Preis kann man bedenkenlos zugreifen.


Guild Wars 2 - [PC]
Guild Wars 2 - [PC]
Preis: EUR 39,99

8 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gefällt mir wirklich gut, 17. September 2012
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Guild Wars 2 - [PC] (Computerspiel)
Einleitung
Eine Rezension ist (fast) immer subjektiv - auch meine ist keine Ausnahme. Ich möchte versuchen darzustellen, warum mir GW2 (bis jetzt) so gut gefällt und hoffe, dass sich anhand meiner Argumente jeder ein Bild davon machen kann, ob GW2 auch für ihn ein Volltreffer sein könnte. Ich kenne GW1 nicht (daher ist dieses für meine Bewertung kein Maßstab), habe aber viele Jahre andere MMORPGs gespielt, bin also kein Neuling im Genre.

Start
Mein Einstieg war holprig. Zunächst ließ sich das PW des uralten Accounts (GW1 Beta) nicht zurücksetzen, dann gab es eine riesige Patchdatei nach Installation und daraufhin EMail-Authentifizierungsprobleme. Hilfe vom Support = bis heute Fehlanzeige. Allerdings wurde/wird kräftig an der Fehlerbeseitigung gearbeitet. Ich sehe das als Startschwierigkeiten und beziehe es nicht in meine Wertung ein.

Grafik
Gefällt mir sehr gut. Die Landschaften sind hübsch desingt, die Kamerafahrten (Aussichtspunkte) laden zum Verweilen ein, lediglich die Dialogsequenzen in der persönlichen Story finde ich etwas statisch.

Spielewelt
Die Welt ist riesig. Mir macht es Spaß, alles anzuschauen - egal, ob das quest- oder storyrelevant ist. Wer sich nur daran orientiert, wird u.U. von der Weite etwas genervt sein, da es keine Mounts gibt. Nicht ersichtlich ist mir bisher, welche Gebiete sich mir nach dem Startgebiet eröffnen. Manch einem fehlt hier u.U. die führende Hand. Mich stört es nicht. Mir gefällt es, wenn meine Nekromantin mit großen Augen durch die Welt stolpert, von der sie noch so wenig gesehen hat.

Leveln
MMn entfaltet GW2 eine wirklich gelungene Vielfalt an Möglichkeiten, wie man den eigenen Char voranbringen kann.
- Entdecken: Aussichtspunkte (in Form von "wie-komme-ich-da-hin"-Hüpfrätseln), Sehenswürdigkeiten, Portale (über die man den Mangel an Mounts kompensieren kann).
- Quests: Erhält man, wenn man in eine Region vorstößt oder mittels Nachfrage bei Spähern. Als Rollenspieler gewöhnungsbedürftig ist, dass bei Erledigung automatisch die Belohnung in der Post ist. In der Praxis erspart das aber das Hin- und zurückrennen zu irgendwelchen verstreut liegenden Personen.
- Events: Geschehen alle naselang um einen herum. Meist rennen dann jede Menge Spieler dorthin und veranstalten ein Massengezerge. Das gefällt sicher nicht jedem. Mir macht es (zumindest noch) Spaß - ich finde, dass dies die Welt dynamisch und lebendig hält.
- persönliche Story: Ist eine - von den "normalen" Qs getrennte Queste, also so etwas wie eine eigene Hintergrundgeschichte.
- Berufe: Deren kann man 2 Stück wählen. Durch Herstellen und Experimentieren für neue Muster erhält man ebenfalls Erfahrung.
- Fertigkeitsübungen: Sind über die Landschaft verteilte Punkte, an denen recht unterschiedliche Herausforderungen auf den Charakter warten.
- PVP: Ist meines nicht, daher führe ich das nur der Vollständigkeit auf.
- Grinden: Funktioniert m.E. nicht. Wer es liebt, EP durch massives Mobkloppen zu sammeln, der wird an dieser Stelle enttäuscht.

Gewöhnungsbedürftig war für mich, dass ich mit meinem Charakter runtergestuft werde auf das Niveau des jeweiligen Gebietes. Also nix von wegen "Du Mob hast mich am Anfang geärgert, jetzt bin ich groß und hau dich zu Klump". Wie ich inzwischen feststellen konnte, erweist sich das aber als durchaus durchdacht. Wie oft war es in anderen MMORPGs so, dass die lieben Freunde x Level über/unter dem eigenen waren und ein Zusammenspiel keinen rechten Sinn mehr machte? Das klappt in GW2 nach meinem bisherigem Eindruck wirklich gut.

Gameplay/Kämpfe
Nach meiner bisherigen Erfahrung erfordert das Spiel mehr Bewegung und Geschick als ich es von anderen Spielen des Genres gewohnt bin. Darüber hinaus gerät man immer mal wieder in Situationen, in denen die Gegner dem eigenen Char über sind. Das finde ich okay, wobei die Respawnrate manchmal nervig hoch ist und nicht jede Situation taktisch planbar.

Für Verbesserungswürdig halte ich das Fokussieren von Gegnern (via Tab). In 90% der Fälle bekomme ich Ziele angeboten, die teilweise hinter Flüssen in der Ferne rumwatscheln, aber nicht die Feinde, die direkt vor meiner Nase im Getümmel stecken.

Und auch noch nicht ganz zufrieden bin ich mit der KI meiner Begleiter. Abgesehen davon, dass sie mit Vorliebe dümmlich in jeder Pampe rumstehen, neigen sie auch dazu, unbehelligte Mobs zu attackieren. Mag sein, dass ich bis dato die Option noch nicht gefunden habe, über die man deren Kampfverhalten steuern kann - bis jetzt scheint Voreinstellung aber "Blödsinn machen" zu sein :)

Skillen
Das Skillen ist gewöhnungsbdürftig. Es gibt eine Reihe von Skills, die als festes Set mit der getragenen Waffe verfügbar sind, zu denen dann noch 5 skillbare Fertigkeiten und ab lvl11 levelbare Eigenschaften hinzukommen. Mir persönlich reicht das an Vielfalt, zumal nach meinem jetzigen Gefühl die Waffenskills tw stark voneinander abweichen.

Ressourcen
Scheinen mir ziemlich knapp zu sein. Mir ist es bislang weder gelungen, Reichtümer anzuhäufen, noch Handwerksmaterialien im Überfluss zu sammeln. Durch Zerlegen gefundener Items lässt sich halbwegs damit umgehen. Bis jetzt fühlt sich der Mangel für mein erreichtes Level aber authentisch an.

Langzeitmotivation
Für mich noch nicht absehbar. Da ich aber erst einen Bruchteil von der Welt gesehen habe, ist mir darum nicht bange. Selbst für den Fall, dass ich mit LVL80 vor einer großen Leere stehen sollte - wenn ich bis dahin weiter so viel Spaß habe, wie ich bislang gehabt habe, dann haben sich die 47€ mehr als bezahlt gemacht :)
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 18, 2012 2:18 PM MEST


Diablo III - [PC/Mac]
Diablo III - [PC/Mac]
Preis: EUR 30,08

20 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hat meine Erwartungen nicht ganz erfüllt, 4. Juni 2012
= Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Diablo III - [PC/Mac] (Computerspiel)
Trotz der vielen bereits erfolgten Rezensionen zu Diablo3 möchte ich eine weitere, nämlich meine, dazutun.

Vorweg sei gesagt: ich bin kein Hardcorezocker, sondern würde mich als ambitionierter Casual bezeichnen. Ich schicke das deswegen voraus, weil viele der Kritiken, die ich zu Diablo3 gelesen habe, in meinen Augen vor allen Dingen mit der Erwartungshaltung der Spieler (und der Art, wie sie spielen) zusammenhängt. Ich habe D3 (fast) ausschließlich als Solospieler gespielt - auch das möchte ich anführen, da meine Kritikpunkte (z.B. an der Itemization) möglicherweise dort mehr zum Tragen kommen, als im Multiplayer.

Pluspunkte:

Atmosphäre
Die düstere Inszenierung hat mich gleich von Beginn an wieder in das alte D2-Feeling zurückversetzt. Ebenso die Hintergrundmusik, die ich größtenteils als passend empfinde.
Die Grafik wirkt etwas angestaubt und nicht mehr so ganz zeitgemäß - was mich persönlich nicht gestört hat, da ich darin die Anlehnung an D2 wiedererkenne. Dass Akt 1+2 denen aus D2 ähneln ist zwar nicht sonderlich originell, hat mich jedoch nicht nachhaltig gestört. Den Beginn des 3. Akt fand ich gelungen (hat mich persönlich in die Hektik des Kampfes gezogen, ein Zeitevent wäre u.U. sogar noch authentischer gewesen), der 4. ist eher weniger opulent und kurz geraten.

Gameplay
Ich hatte große Zweifel, ob mich das Wahnsinnsgeklicke nach so vielen Jahren (und Weiterentwicklungen in diesem Sektor) noch begeistern könnte. Doch, das funktioniert tatsächlich noch immer. Zudem läuft das Spiel (ich blende hier mal Lags wg. der Onlinesituation aus) für sich gesehen wie geschnitten Brot, die Animationen finde ich ok, das Monsterschnetzeln macht Laune wie gehabt. Eine prima Idee finde ich die Truhe, auf die nun alle Chars Zugriff haben, so dass nicht passende Fundstücke ohne kompliziertes Gemule von Zweit- oder Drittcharaktern genutzt werden können.

Plus/Minus:

Skillung
"Ach nö, ich darf nicht mehr selbst Punkte verteilen, so ein Mist!", dachte ich noch in der Beta. Nach meiner Spielerfahrung bis jetzt ist das nicht so spaßhemmend, wie ich vorab befürchtet hatte - wenn man ausprobieren möchte, kann man jederzeit umspeccen. Das macht es zwar deutlich beliebiger als z.B. bei D2, allerdings fand ich die ursprüngliche Variante, bei der man beim Verskillen komplett von null anfangen musste nun auch nicht so glorreich. Wer es gerne individueller mag, wird an dieser Stelle aber eher enttäuscht werden.

Onlinepflicht
Es ist wie es ist. Wer Diablo3 kauft, sollte vorher ins Kalkül ziehen, ob ihn Onlinepflicht bei "Solotiteln" stört. Ebenso, wie man in diesem Fall halt auf die Serververfügbarkeit angewiesen ist. Die Probleme, die Blizzard hier in den ersten Wochen mit den Servern hatte schönzureden, täuscht nicht darüber hinweg, dass das Spiel oft nicht spielbar war. Für mich als Gelegenheitsspieler verschmerzbar, für Spieler, die grad zu Anfang "heiß" drauf sind ein echtes Ärgernis.

Edit (15.06.): Nach meinen Eindrücken aus den ca. letzten 10 Tagen sind die Serverprobleme größtenteils behoben. Zwar erlebe ich teilweise noch Lags/Ruckeleien, kann aber nicht mit Sicherheit sagen, ob das alleine auf die Anbieterserver zurückzuführen ist + halten diese sich in vertretbarem Rahmen.

Minuspunkte

Itemization
Hier tun sich nach meinem Geschmack leider echte Abgründe auf: Items die droppen, sind größtenteils 5-10 Level unter dem eigenen und in den allermeisten Fällen mit Stats ausgestattet, die man getrost als groben Unfug bezeichnen kann. Selbst klassenspezifische Gegenstände wie z.B. Bögen für Dämohunter zeichnen sich zuhauf durch Kombis wie Stärke + Intelligenz aus.

Die Sammelwut aus D2, in der man von Zeit zu Zeit mit einem echten Sahnestück belohnt wurde (das man oft dann noch nicht gleich tragen konnte, sondern noch ein, zwei Level schmachtend im Inventar begutachten durfte) vergeht mir zunehmend - und damit auch die Motivation am Weiterspielen. Blizzard begründet ganz offiziell die gesenkte Droprate mit der Implementierung des Auktionshauses (dazu im nächsten Punkt mehr), heißt im Umkehrschluss aber auch, dass das mMn stimmigere Belohnungssystem aus den Vorgängern zu Gunsten des AH geopfert wurde.

Auktionshaus
Die Idee klingt grundsätzlich löblich, geht aber mMn nach hinten los. Nachdem ich mit dem selbstgesammelten Zeug ein rechtes Opfer in dem ein oder anderen Kampf abgegeben habe, habe ich (entgegen meines Ursprungsplanes) einen Blick ins AH geworfen. Für wenig Gold war das komplette Equip ausgetauscht und die Problemmobs Geschichte. Allerdings habe ich anschließend feststellen müssen, dass selbst knapp 10 Level später im Spiel keine Verbesserungen gedroppt sind. Ein echtes Manko, was den Spielspaß angeht. Wenn der beste Krempel im AH droppt, brauche ich mich eigentlich nicht mehr über die Landkarte zu quälen...

Edit (24.07.): Überschattet wird der Spieleindruck durch eine Reihe von - in meinen Augen höchst fragwürdigen - Entscheidungen seitens Blizzard. MMn schielt der Hersteller etwas arg schamlos auf die Gewinne, die er durch sein Echtgeldauktionshaus in Aussicht hat: Itemdrops sind nach wie vor unzulänglich, erhöhte Repkosten erschweren das Anhäufen von Gold, Nerfs von Stats machen getragene/gekaufte Items im Nachhinein obsolet und zwingen Spieler zu neuen Einkaufsrunden, Exploits+Cheats sind über längeren Zeitraum möglich gewesen (sind es tw. noch) und führen zu einer inflationären Preisentwicklung. Es ist wohlgemerkt nur mein subjektiver Eindruck, führt für mich jedoch auf ein Zurückstufen meiner Bewertung auf 2 Sterne.

Handwerker
Auch hier erweist sich nur der Ansatz als gut, die Umsetzung finde ich jedoch mangelhaft. Für Gold und Materialien schrotet ein Generator lieblos ähnlich bekloppte Statkombinationen zusammen, wie es bei den Drops der Fall ist & stellt das AH die wesentlich günstigere Alternative da.

Natürlich kann man argumentieren "Dann lass doch das AH weg". Kann man natürlich machen - um damit bereits im Alptraum sein Inferno zu erleben, aber kann das Sinn und Zweck derartiger Features sein?

Fazit
Ich finde Diablo3 zwar nicht so schlecht, wie es die Masse an Bewertungen erscheinen lässt. Wäre meine Erwartungshaltung aufgrund D2 nicht vergleichsweise höher angesiedelt gewesen, ich hätte mich vermutlich leichter mit diesem Produkt getan. Leider wiegen für mich die negativen Aspekte schwerer, als die positiven. daher sinds am Ende doch nur 2 geworden.

Edit (15.06.): Bewertung angehoben von 2 auf 3 Sterne. Die genannten Kritikpunkte erhalte ich aufrecht, trotzdem habe ich nunmehr ca. 80 Stunden in D3 verbracht - was weitaus mehr ist, als ich von manch einem anderen Spiel behaupten kann. Ignoriert man das AH und geht mit geringerer Erwartungshaltung in den Kampf gegen das Böse, erhält man m.E. für den Preis angemessene Unterhaltung.

Edit (24.07.): Bewertung wieder auf 2 Sterne abgestuft. Nach Deinstallation kurzzeitig doch noch einmal installiert, dann aber doch nicht mehr weitergespielt. Der schale Beigeschmack, dass das Konzept hinter D3 aber in 1. Linie darauf beruht, den Spielern auch nach Erwerb des Spiels über das Echtgeldauktionshaus Geld aus der Tasche zu ziehen, drängt sich mir mit der Zeit immer mehr auf.

+++++++

Edit (27.08., Post-Patch 1.04): Nach einigen technischen Problemen, die ich größtenteils mit Hilfe des Forums lösen konnte, ließ sich dieser Patch dann doch auch bei mir installieren.

Was hat sich geändert? Viele Fähigkeiten der Charaktere wurden überarbeitet, einstmals schwache Fähigkeiten gebufft, an der Balance der Mobs in Inferno geschraubt, mit dem Paragonsystem ein Leveln ab 60+ eingeführt, sowie Items (insbes. Legendaries) überarbeitet. Damit hat Blizzard zweifelos auf massive Kritik seitens der Community und auf rücklaufende Spielerzahlen reagiert - was grundsätzlich schon einmal löblich ist, auch wenn das eine oder andere bei der langen Entwicklungszeit sicher von vorneherein bedacht hätte werden können.

Ist jetzt also alles gut?

Mein erster Eindruck ist jein. Zwar fällt gefühlt deutlich mehr Zeug als vorher, es bleibt aber leider völlig wahllos und aufgrund der Randomizierung zu (zumindest für mich) 100% nutzlos. M.E. will man bei Blizzard den Unterschied zwischen Itemquantität (für mich unerheblich) und Itemqualität (=Belohnsystem) nicht verstehen oder aber man hält beharrlich an dem Konzept fest, dass möglichst viele Spieler nicht um das AH herumkommen sollen.

Im Coop mit Freunden (leider nur zu viert) macht das Spiel aber durchaus Laune & kann die schwache Droprate insofern etwas ausgeglichen werden, da man untereinander Items tauschen kann. Bewertung daher auf 3 Sterne angehoben, wobei ich grundsätzlich zwischen dem reinen Spiel an sich (wofür ich 4 Sterne ansetzen würde) und der in meinen Augen immer noch etwas dummdreisten Masche, die Leute im Nachhinein zur Kasse zu beten (Moral = 1 Stern) differenzieren würde.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 17, 2012 8:01 PM MEST


Might & Magic: Heroes VI
Might & Magic: Heroes VI
Wird angeboten von bafotec
Preis: EUR 7,98

9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ersteindruck: positiv anders, 15. Oktober 2011
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Might & Magic: Heroes VI (Computerspiel)
Nach Durchsicht der Rezensionen und aufgrund der Tatsache, dass ich die Vorgänger auch allesamt gespielt habe, musste ich mir Heroes of Might & Magic 6 einfach zulegen.

Mein Eindruck bisher:
Optisch als auch vom Gameplay her unterscheidet sich das Spiel von den Vorgängern. Da wäre u.a. eine stärkere Gewichtung der Online-Anbindung (Erringen von Achievements und Freischaltung entsprechender Belohnungen), eine sehr viel inidividuellere Ausgestaltung des Helden (zum Balancing kann ich zu diesem frühen Zeitpunkt noch nichts sagen), dafür weniger Ressourcen (es gibt derer nur noch 4, was aber mMn dem Spielspaß nicht abträglich ist).
Sehr gut gefallen mir die Kämpfe und die schick animierten Kreaturen.

Weniger gelungen (andere Rezensenten haben das bereits erwähnt) ist der Stadtbildschirm. Dieser, sowie eine Reihe etwas fragwürdiger Übersetzungen ins Deutsche, machen einen leicht unfertigen Eindruck. Noch nicht gefunden habe ich einen Zoom, der mir etwas mehr Überblick erlaubt (Bei z.B. Mausrad wackelt der Screen bei mir immer auf eine Nahansicht zurück), aber vielleicht habe ich noch nicht alle Optionen ausgelotet ;)

Mein Fazit:
HOMM6 bietet eine gelungene Mischung aus Altbekanntem und Neuerungen. Es spielt sich flüssig und macht Lust auf mehr.
Da einige Rezensenten grundlegende Probleme mit der Lauffähigkeit hatten, empfiehlt sich unbedingt vorab ein Check der Systemanforderungen!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 25, 2011 8:08 PM MEST


Bevor die Flut kommt
Bevor die Flut kommt
von Susan Cooper
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen Hat mir wirklich gut gefallen, 23. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Bevor die Flut kommt (Taschenbuch)
Auf meiner beständigen Suche nach Titeln aus dem Genre Jugendfantasie bin ich, einer Empfehlung einer Bekannten folgend, auf Susan Coopers "Bevor die Flut kommt" gestoßen.

Auch wenn sich die Geschichte eher als Abenteuer-, denn als Fantasieroman entpuppte (Drei Geschwister stoßen eher durch Zufall auf eine "Schatzkarte", die ihnen den Weg zu einem Gral weist - daraus entspinnt sich dann eine Art Schnitzeljagd, an der sich als Gegenspieler auch die Vertreter der Finsternis beteiligen. Den mystischen Aufhänger bietet die Sage um Artus und Merlin), hat sie mir schlussendlich sehr gut gefallen.

Der Autorin gelingt es meiner Meinung nach hervorragend, den Leser mit auf die spannende Suche der Kinder zu nehmen. Sie kommt dabei ohne haarsträubende, effektheischende Stilmittel aus und schafft es dennoch, zu jeder Zeit ein angenehmes Spannungsgefühl zu vermitteln, das bis zur letzten Seite fesselt.

Die Figuren sind authentisch. Die Kinder sind gewitzt, ohne unglaubwürdige Überkräfte entwickeln zu müssen. Das Böse ist unheimlich, ohne aber dabei völlig unmenschlich zu wirken und es kommt ohne Anwendung roher Gewalt aus.

Was ich S.Cooper darüber hinaus hoch anrechne ist, dass der Roman nach meinem Geschmack einfach in sich schlüssig ist. Wie oft habe ich mir bei anderen Vertretern die Haare gerauft, wenn Autoren da auf Biegen + Brechen Dinge haben geschehen lassen, nur damit die Geschichte dort landet, wo sie sie hinhaben wollten.

Fazit:
Eine absolute Kaufempfehlung meinerseits. Ich bin schon sehr gespannt, ob der nächste Band meine - jetzt natürlich etwas höher angesiedelten Erwartungen - ebenso trefflich erfüllt.


Heldenklingen: Roman
Heldenklingen: Roman
von Joe Abercrombie
  Taschenbuch
Preis: EUR 16,00

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Abercrombie - wie man ihn kennt & liebt (oder eben auch nicht), 23. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Heldenklingen: Roman (Taschenbuch)
Da zum Inhalt der Geschichte in den anderen Rezensionen schon Bezug genommen wurde, beschränke ich meine Bewertung alleine auf meinen eigenen Eindruck zu diesem Roman.

Vorab muss ich zugeben, ein ausgesprochener Fan Abercrombies zu sein und dass ich daher dazu neige, meinen ansonsten eher kritischen Maßstab meiner subjektiven Begeisterung zu opfern...

Ich mag einfach seinen boshaften, zynischen, oft auch sehr ernüchternden Stil, die rücksichtslose bis brachiale Umgangsweise mit den eigenen Hauptprotagonisten. In dieser Hinsicht befriedigt "Heldenklingen" meine Bedürfnisse und ich bereue nicht, das Buch weit vor seinem Erscheinungstermin vorbestellt gehabt zu haben.

Langeweile kommt einfach zu keiner Zeit auf. Egal, auf welche Figur Abercrombie seinen Fokus richtet, dort bewegt sich etwas und daher sind auch diese 900+ Seiten allzu schnell Vergangenheit gewesen.

Allerdings bleibt anzumerken, dass Abercrombie m.E. wenig Experimente wagt, so dass sich Überraschungselemente stark in Grenzen halten und ich das Ende der Geschichte als relativ bald absehbar empfand. Ich sehe durchaus die Gefahr, dass sich sein blutiger Erzählstil auf die Dauer vielleicht etwas tot läuft.

Auch gebe ich den Rezensenten Recht, die die Gestaltung der Hauptcharaktere monieren. Diese fällt auch nach meinem Gefühl deutlich ab im Vergleich zu Abercrombies Klingentrilogie (und entspricht ungefähr der der Figuren aus den Racheklingen). Das mag aber u.U. auch daran hängen, dass die Trilogie eben aus 3 Bänden bestand und daher mehr Entfaltungsraum bot.

Fazit: Abercrombies Heldenklingen wird nicht jedermanns Sache sein. Wer mit ihm zuvor schon nicht warm geworden ist, dem würde ich dieses Buch nicht empfehlen. Wer dagegen vorher an den Klingenromanen Spaß gefunden hat, wird auch hier wieder bestens bedient.


Das Graveyard-Buch
Das Graveyard-Buch
von Nail Gaiman
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,95

3.0 von 5 Sternen Ein kurzweiliges Vergnügen, 23. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Das Graveyard-Buch (Gebundene Ausgabe)
Gaimans Geschichte handelt von einem Jungen, der in früher Kindheit seine Familie bei einem brutalen Anschlag durch einen angeheuerten Killer verliert, um auf dem nahegelegenen Friedhof dann unter der Fittiche von Geistern aufgezogen zu werden.

Der Roman ist in sich geschlossen und Gaiman entführt den Leser darin in eine, für ein Jugendbuch zweifellos etwas morbide Umgebung, wobei es ihm trotzdem gelingt, diese Welt munter und nicht zu düster zu beschreiben.

Da ich den Autor bis dahin nur als Comic-Zeichner kannte (und mir seine bizarre Sandman-Reihe sehr gut gefiel), hätte das Graveyard-Buch nach meinem Geschmack gerne noch etwas schräger, die Protagonisten etwas skurriler, der Verlauf der Geschichte etwas überraschender sein dürfen.

So blieb es ein kurzweiliges, angenehmes Lesevergnügen, ohne in meinen Augen herausragend zu sein. Gerne hätte ich 3,5 Sterne vergeben (3 klingen mir unverdient schlecht, an 4 knüpfe ich höhere Erwartungen) - geht aber nicht ;)


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