Profil für LEXI > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von LEXI
Top-Rezensenten Rang: 1.685
Hilfreiche Bewertungen: 309

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
LEXI

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20
pixel
Tödlicher Atemzug
Tödlicher Atemzug
von Todd Johnson
  Broschiert
Preis: EUR 15,95

5.0 von 5 Sternen Ein ausgezeichneter Gerichtsthriller mit geschichtsträchtigem Hintergrund, 20. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Tödlicher Atemzug (Broschiert)
Als Kieran Mullaney, der 25jährige Angestellte einer Überwachungsfirma für nukleare Tests, seinen letzten Auftrag für Covington Nuclear ausführte, ereignete sich auf dem Gelände der Industrieruine Hanford im Nuklearsperrgebiet ein Unfall. Ein riesiger Tank explodierte und setzte eine große, grün-orange Rauchfahne frei, es fielen plötzlich Schüsse und die Lichtanlage fiel aus. Auch die Sirenen, die die Arbeiter vor einer möglichen Verstrahlung warnen sollen, setzten erst mit einiger Verspätung ein. Kieran überlebte die Folgen der Detonation zwar, setzte aber alle Hebel in Bewegung, um die Ursache dafür herauszufinden. Bereits sein eigener Vater arbeitete für Hanford, und starb einen langsamen, qualvollen Krebstod. Aus diesem Grund fürchtete der gutaussehende blonde junge Mann etwaige Spätfolgen und forderte die Preisgabe jener Substanzen, die bei diesem Unfall freigesetzt wurden. Doch je mehr er sich um Aufklärung bemühte, umso mehr Hindernisse stellten sich ihm in den Weg. Lewis Vandervork, einer der beiden Wachmänner, die damals vor Ort waren, verschwand spurlos, sein Partner Patrick „Poppy“ Martin litt nach der Explosion an hartnäckigem Husten und Kopfschmerzen. Auch seine Bemühungen, eine Verstrahlung seiner Person zu überprüfen, scheiterten. Kirean Mullaneys darauffolgender Entschluss, einen Prozess gegen die Covington Nuclear Corporation anzustrengen, machte einige Personen mächtig nervös. Als seine Anwältin kurz vor Prozessbeginn den Fall niederlegte, war rascher Handlungsbedarf angesagt. Kieran brauchte dringend einen neuen, guten Prozessanwalt. Seine Wahl fiel dabei auf Emily und Ryan Hart, eine ehemalige Studienkollegin, die seit einiger Zeit im Büro eines Pflichtverteidigers tätig war, und ihren brillanten Vater, ebenfalls Anwalt. Gemeinsam versuchten sie, neue Beweise zu sammeln und Licht in die Angelegenheit zu bringen. Ein neuer, wie aus dem Nichts aufgetauchter Experte, der sich auffallend kostengünstig für eine Expertise zur Verfügung stellte, brachte jedoch nicht nur neuen Aufschwung in den Fall, sondern erweckte in dem gewieften Anwalt Ryan Hart auch einige Zweifel. Dr. Minh Tran, der vietnamesische Wissenschaftler und einer der jüngsten Doktoranden in Physik, die je in Princeton promoviert worden waren, kam exakt zum richtigen Zeitpunkt… den Bedenken von Kierans Anwälten zufolge zu passend. Konnten sie dem Mann vertrauen? Und welche Rolle spielte der schweigsame Rancher Ted Pollock? Wie würden Poppys Arbeitskollegen Taylor Christensen und Steve Whalen aussagen, die zum Zeitpunkt des Unglücks Dienst mit Kieran hatten? Und weshalb verschwand Poppys Partner so rasch, ohne irgendjemandem einen Hinweis auf seinen Aufenthaltsort zu geben? Und wer steckt als Drahtzieher hinter all dem Ganzen bzw. welches dunkle Geheimnis soll hier um jeden Preis gehütet werden?

Todd Johnson wird dem Leser, dessen Interesse nun hoffentlich geweckt ist, all diese Fragen detailliert beantworten. Sein flüssiger Schreibstil und der hohe Spannungsfaktor, der das ganze Buch über anhält, lässt keine Sekunde Langeweile aufkommen. Dieser Thriller ist prädestiniert, innerhalb weniger Stunden regelrecht verschlungen zu werden, und zählt für mich zu einen der spannendsten Leseerlebnisse des heurigen Jahres.

Fünf Bewertungssterne für einen ausgezeichneten Gerichtsthriller mit einem geschichtsträchtigen Hintergrund – nämlich die erschreckende Geschichte des Nuklearsperrgebiets von Hanford am Ostlauf des Columbia River, im Osten des Bundesstaats Washington.


Unentdeckte Schönheit
Unentdeckte Schönheit
von Tamera Alexander
  Broschiert
Preis: EUR 16,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar., 19. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Unentdeckte Schönheit (Broschiert)
Belmont, das beeindruckendste, edelste Anwesen in ganz Tennessee, ist Schauplatz des neuen Romans aus der Feder der preisgekrönten Autorin historischer Romane, Tamera Alexander. Die neunundzwanzigjährige Protagonistin, Eleanor Braddock, schafft die Pflege ihres an Demenz leidenden alten Vaters nicht mehr alleine und beschließt, sie in fähige Hände zu legen. Garrison Theodore Braddocks wache Phasen, in denen der große Intellekt und das kluge Wesen des einst so angesehen Anwalts zu Vorschein kommen, werden immer kürzer, sein geistiger Verfall immer drastischer. Schweren Herzens gibt Eleanor ihren Vater in die Obhut eines fähigen Arztes in der Irrenanstalt Tennessee. Durch die Kosten, die dieser Aufenthalt bedingt, ist sie auch gezwungen, das Elternhaus zu verkaufen. Eleanor findet liebevolle Aufnahme bei ihrer Tante Adelicia Acklen Cheatham. Die zierliche, dunkelhaarige Schönheit, die durch ihren starken Charakter und ihren gesellschaftlichen Status gegen jeglichen Druck immun scheint, nimmt ihre Nichte mit offenen Armen auf und bemüht sich zu Eleanors Leidwesen auch um einen geeigneten Heiratskandidaten für sie. Eleanor hingegen ist sich ihrer unauffälligen Erscheinung und ihres eher reizlosen Äußeren durchaus bewusst. Sie hat etwaige Heiratspläne und den Wunsch nach eigenen Kindern bereits aufgegeben, strebt jedoch eine berufliche Selbstverwirklichung durch die Eröffnung eines Restaurants an. Als sie ihre Tante Adelicia in ihre Pläne einweiht, stößt sie auf Standesdünkel und strikte Ablehnung. Eleanor besitzt jedoch nicht nur einen scharfen Witz und eine sehr direkte Art, sondern auch hohe Intelligenz und einen klaren Menschenverstand. Und so führt sie in allergrößter Diskretion ihre Planung auch ohne die Zustimmung ihrer Tante weiter. Als der gutaussehende Botaniker und Architekt Markus Geoffrey sie auf ihrem ersten Besuch im Gewächshaus mit seinen faszinierend blauen Augen zu durchbohren scheint, wird hier ein Funke gezündet, der weder Eleanor, noch Markus, unbeeinflusst lässt. Aus anfänglicher beiderseitiger Neugier wird eine tiefe, auf Vertrauen und gemeinsamen Interessen basierende Freundschaft. Doch ein großes Geheimnis umgibt den dreiunddreißigjährigen Österreicher, der mit der Zeit immer unentbehrlicher für Eleanor wird. Wird ihre Freundschaft der Belastung standhalten?

Tamera Alexanders einnehmender Schreibstil entführte mich in eine längst vergangene Zeit, ins Jahr 1864, wo die damals sechsundzwanzigjährige ehrenamtliche Krankenschwester Eleanor in den Lazaretten der Konföderierten Armee ihr Bestes gab und die Verwundeten mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln pflegte, den Sterbenden Trost und Beistand bot. Sie beschreibt Eleanors familiäre Situation und lässt den Leser in die märchenhafte Welt von Belmont eintauchen, schildert das prachtvolle Anwesen in den schillernsten Farben. Die Protagonisten sowie die Nebenfiguren, derer sich die Autorin bedient, lässt diese durch ihre Schilderungen lebendig erscheinen, erzeugt dabei große Emotionen. Ganz besonders ins Herz geschlossen hatte ich den kleinen, dünnen jüdischen Jungen namens Caleb Lebenstein und dessen sympathische, ruhige Mutter Naomi, die eine nicht unbedeutende Rolle in diesem Roman spielen. Sehr interessant fand ich die Tatsache, dass der Roman nicht allein auf Fiktion beruht, sondern durchgehend auch historisch belegte Ereignisse und Personen eingeflochten werden, wie Tamera Alexander bereits in ihrem Vorwort betont. Fasziniert haben mich hierbei die kurzen Einblendungen zur Vererbungslehre von Gregor Mendel, die Hinweise auf die katastrophalen Auswirkungen der Kartoffelfäule in Irland, sowie einige Einblicke in das Leben bei Hof in Österreich.

Den Weg der sympathischen Protagonistin Eleanor eine Weile mit zu verfolgen und sie auf ihre abenteuerlichen Unternehmungen begleiten zu dürfen, hat mir das allergrößte Lesevergnügen bereitet. Ich kann dieses beinahe sechshundert Seiten starke Buch jedem ans Herz legen, der gerne historische Romane liest und einer Herz erwärmenden Liebesgeschichte dabei nicht ablehnend gegenüber steht. Tamera Alexander hat mich bereits vollends von ihren Büchern überzeugt, und ich werde zukünftig keine einzige ihrer Neuerscheinungen verpassen. Fünf Bewertungssterne und eine unbedingte Leseempfehlung für „Unentdeckte Schönheit“!


Erlebe, was du glaubst: Neue Kraft für müde Christen.
Erlebe, was du glaubst: Neue Kraft für müde Christen.
von Darren Whitehead
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen Erlebe, was du glaubst, 17. Juli 2014
Jon Tyson, derzeit Hauptpastor der Trinity Grace Church in New York, und Darren Whitehead, Pastor in der Willow Creek Community Church, lernten sich als Teenager in einer christlichen Jugendgruppe in ihrer damaligen Heimat Südaustralien kennen. Die beiden Autoren, die mittlerweile eine weit über zwanzig Jahre währende gute Freundschaft aufweisen können, berichten im vorliegenden Buch von ihren Erfahrungen, von kulturellen und geistlichen Blockaden und erzählen von der Hoffnung, „Spuren zu hinterlassen, ein Leben zu führen, das alles andere als mittelmäßig ist.“ Ihr vorrangiges Ziel war und ist es, „die westliche Kultur zu verändern und zentrale Punkte der Gesellschaft mit der Liebe Gottes in Berührung zu bringen, sodass man die Auswirkungen bis an die Enden der Erde würde wahrnehmen können.“ Und so taten sie es einfach. Sie nehmen ihre Habseligkeiten und machten sich auf den Weg in die Vereinigten Staaten von Amerika, wo sich ihr derzeitiges Wirkungsfeld als Leiter, Redner, Visionäre und Männer, die anpacken können, befindet.

In ihrem Buch „Erlebe, was du glaubst“, kündigen sie neue Kraft für müde Christen an und konzentrieren sich in ihren mit vielen Bibeltexten versehenen Erfahrungsberichten auf Gerüchte über Gott. Im Speziellen geht es ihnen um die Gerüchte über ein Leben in Fülle, über einen anderen Traum, über Freigebigkeit, Liebe, Gnade, Freiheit, Hingabe, Gemeinschaft, Gerechtigkeit und Hoffnung. Was hier rasch anhand der einzelnen Kapitelbezeichnungen angeführt wird, erarbeiten die beiden Autoren behutsam anhand von Geschichten aus ihren bewegten Leben und vertiefen diese mit Beispielen aus dem Leben ihrer Gemeindemitglieder. Sie erzählen von Ereignissen aus dem Leben Jesu, ziehen Vergleiche und erläutern Bibelzitate.

Mir haben sowohl Inhalt, als auch der einnehmende Schreibstil dieses Buches sehr gut gefallen. Darren Whitehead und Jon Tyson wirken nicht belehrend. Sie führen Missstände in unserer Gesellschaft auf, prangern sie aber nicht an. Im Gegenteil. Sie weisen immer wieder darauf hin, wie Jesus mit bestimmten Situationen umgegangen ist, und wie allumfassend seine Gnade ist, die sie als eigentliches Merkmal des Christentums bezeichnen.

Anhand von Bleistiftnotizen kennzeichnete ich besonders lesenswerte Passagen, die mich beeindruckten, berührten, aufrüttelten und zum Nachdenken anregten. Die Bibelstellen, die dem Leser äußerst lebendig dargebracht werden, empfand ich als bereichernd. Ich verspürte das ein oder andere Mal den Wunsch, das Buch kurz zur Seite zu legen, um besagte Stellen nachzuschlagen.

Die zu Beginn eines jeweiligen Kapitels ausgewählten Zitate in kursiver Schrift sind sehr passend ausgewählt, während die „Anregungen zum Nachdenken“ am Ende des Buches dieses inhaltlich noch einmal kurz zusammenfassen und den Leser mit der Aufgabe konfrontieren, sich selber und sein eigenes Verhalten zu hinterfragen, vor allem „unbequeme Fragen“ zu stellen.


Das Licht im Fenster: Roman
Das Licht im Fenster: Roman
von Dorothea Morgenroth
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

5.0 von 5 Sternen Ein großartiges Buch über Liebe, Freundschaft, Hoffnung und Vergebung!, 17. Juli 2014
Der Entschluss der achtzehnjährigen Gutsherrentochter Charlotte Mechthild von Rixtorf, ihr Elternhaus an der holsteinischen Ostseeküste zu verlassen, begründet sich auf eine große Abenteuerlust, die von ihrem seefahrenden Onkel geweckt wurde. Charlotte wagt sich im August des Jahres 1853 auf eine lange Schiffsreise und segelt nach England, wo sie auf dem Landgut Lowerdale Manor in Gloucestershire eine Stelle als Gesellschafterin annimmt. In der zarten, blonden Engländerin Mallory Cranshaw, einer geduldigen und sanften Persönlichkeit, die nur wenig älter als sie selber ist und die trotz Schmerzen und körperlichen Einschränkungen eine positive Lebenseinstellung voller Stärke und Frieden ausstrahlt, findet sie nicht nur eine Aufgabe, sondern zugleich auch eine gute Freundin. Als Charlotte und der charmante Sohn des Hauses, Myles Carrington, sich ineinander verlieben, scheint das Glück perfekt. Der darauffolgende Schicksalsschlag erscheint umso tragischer, denn Charlottes Verlobter stirbt kurz vor der geplanten Hochzeit an den Folgen eines Jagdunfalls. Nicht nur die junge Braut, auch Mallory Cranshaw sowie Edmund, Myles verbitterter alter Vater, sind am Boden zerstört. Während Charlotte ihre Trauer über ihren tragischen Verlust zulässt, baut Sir Edmund C. Carrington einen Schutzwall um sich herum auf, sein ruppiger Umgangston wird von immer schlimmeren Launen und Jähzorn begleitet. Die Situation in Lowerdale Manor eskaliert, als Charlotte zufällig auf ein dunkles Geheimnis aus der Vergangenheit stößt, wo ein böser Streit die Familie auseinanderriss. Schon alleine ihrem verunglückten Bräutigam zuliebe, dem eine Versöhnung alles bedeutet hätte, entschließt die energische junge Frau sich, zu handeln. Ihre behutsamen Nachforschungen bringen jedoch Konsequenzen mit sich, mit denen Charlotte nicht gerechnet hatte. Ein turbulentes Abenteuer beginnt, als die dunkelhaarige Deutsche mit den blauen Augen es sich zur Lebensaufgabe macht, die Familie Carrington wieder zu vereinen.

Bereits im Prolog stellt Dorothea Morgenroth ihr wichtigstes Stilmittel dieses Romans vor. In kursiv gedruckter Schrift gestattet sie dem Leser durch die Tagebucheinträge der Charlotte von Rixtorf tiefe Einblicke in deren Gefühls- und Gedankenwelt. Der wunderschöne Schreibstil, der sowohl Landschaft, als auch handelnde Personen und Situationen in liebevollen Details schildert, hat mich unverzüglich für diese Autorin eingenommen, mich an manchen Passagen regelrecht verzaubert. Ihren Protagonisten und auch den Nebenfiguren dieses Romans widmete sie große Aufmerksamkeit, sie zeichnet sie niemals in Schwarz-Weiß-Tönen, sondern gestattet dem Leser auch Einblicke hinter die Fassaden. An Charlottes Seite durchlebt man das ganze Buch hindurch einerseits traurige und bedrückende Momente, andererseits aber auch Mut machende Begegnungen und bereichernde Augenblicke, in denen der unerschütterliche Glaube an Gott den Menschen Mut und Hoffnung verleiht.
Ich habe die Lektüre dieses Buches so sehr genossen, dass ich mich bereits darauf freue, weitere Romane von Dorothea Morgenroth zu lesen. Für „Das Licht am Fenster“ vergebe ich eine unbedingte Bewertung von fünf Sternen und kann es auch jenen, die den Vorgängerroman nicht gelesen haben, uneingeschränkt weiter empfehlen. Ein großartiges Buch über Liebe, Freundschaft, Hoffnung und Vergebung!


Wer braucht schon einen Mann?: Roman
Wer braucht schon einen Mann?: Roman
von Mona Hodgson
  Broschiert
Preis: EUR 12,99

5.0 von 5 Sternen Ein unterhaltsamer, wunderschöner Liebesroman, 15. Juli 2014
Ida Sinclair, die zweiundzwanzigjährige, ehrgeizige junge Frau mit dem scharfen Verstand möchte nach ihrer Ausbildung an der Handelsschule Merton in der Geschäftswelt Fuß fassen. Ihr unkonventionelles Verhalten und ihre freimütige, direkte Art stoßen nicht bei allen Menschen auf Gegenliebe. Doch Ida beschließt, ihren Weg trotz aller Hindernisse zu gehen. In Cripple Creek, wo zwei ihrer Schwestern verheiratet sind, bewirbt sie sich um eine Anstellung bei einer cleveren Geschäftsfrau namens Mollie O’Bryan. In Cripple Creek trifft sie auch auf zwei interessante Männer, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Bereits während ihrer Anreise im Zug rettet sie der smarte Rechtsanwalt Colin Wagner aus einer misslichen Situation und scheint sofort Gefallen an Ida gefunden zu haben. Kurz darauf begegnet sie dem Pastor und Wanderprediger Tucker Raines, der Cripple Creek aus familiären Gründen aufsucht. Der tiefgründige Mann berührt Idas Herz, während zugleich Colin Wagners Charme sie zu vereinnahmen scheint. Und irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem Ida sich entscheiden muss…

Die bereits der Klappentext andeutet, handelt es sich hierbei um einen historischen Liebesroman, bei dem der Glaube an Gott eine umfassende Rolle spielt. Sympathische Protagonisten agieren in einem Plot, der den interessierten Leser nach Colorado, Ende des neunzehnten Jahrhunderts, zurück versetzt. Die Gleichberechtigung der Frauen steckt in den Kinderschuhen, die Ressentiments deren Geschäftstüchtigkeit gegenüber sind ebenso groß wie die Vorurteile gegenüber den Schwarzen. Mona Hodgson versteht es, ihre Geschichte in flüssigem Schreibstil zu verfassen, zieht ihre Leser durch die liebevoll beschriebenen Charaktere dieses Buches in den Bann und lässt sie dabei mitfiebern, wer letztendlich die Hand der Protagonistin gewinnen wird.

Ich habe erst nach Beendigung dieser Lektüre erfahren, dass es sich hierbei um einen zweiten Band, einem Nachfolgebuch, handelt, was meinem Lesevergnügen jedoch keinen Abbruch tat. „Wer braucht schon einen Mann“ ist ein Garant für einen unterhaltsamen, wunderschönen Liebesroman, für den ich gerne fünf Bewertungssterne vergebe.


Unser italienisches Jahr: Eine Familie steigt aus - und findet wieder zueinander.
Unser italienisches Jahr: Eine Familie steigt aus - und findet wieder zueinander.
von Susan Pohlman
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen Lass uns auf den Regenbogen zugehen. Gott wird uns den Weg zeigen.“, 15. Juli 2014
Die Ehe von Susan und Tim Pohlman ist in einer ernsten Krise. Susan, die ihren Beruf als Lehrerin nach der Geburt ihrer beiden Kinder aufgegeben hat und sich zuhause ihrer Familie widmet, denkt bereits an Scheidung. Bei einem gemeinsamen Geschäftsausflug mit Kunden von Tim stimmt Susan dann aber einem spontanen Impuls ihres Ehemannes zu. Der viel beschäftigte Mann, der einen aufreibenden Job bei einem Radiosender hat und alles dafür tut, um seiner Familie ein sorgenfreies Leben im Wohlstand zu ermöglichen, schlägt eine Auszeit vor. Er möchte mit Susan und den beiden Kindern Matthew und Katie ein Jahr lang in Italien leben. Sowohl Tim, als auch Susan, wissen, dass sie sich beide beinahe schon verloren haben und ihre Ehe kurz vor dem Zusammenbruch steht. Und so beschließen sie, etwas Verrücktes zu tun und das Risiko einzugehen: die Familie übersiedelt für die Dauer eines Jahres nach Ligurien, um, vielleicht, wieder zueinander zu finden.

Im Grunde hat Susan Pohlman in ihrem Klappentext ihren Lesern bereits einen großen Teil des Inhalts verraten. Für Leser, die sich eine aufregende Geschichte mit vielen Höhen und Tiefen, Abenteuern oder gar Spannungsmomenten erwarten, wird „Unser italienisches Jahr“ womöglich enttäuschend sein. Denn in diesem Buch geht es um die leisen Töne zwischen den Zeilen, um behutsames „Wieder-Zueinander-Finden“, um eine vollkommene Neuorientierung – nicht nur in geographischer Hinsicht, sondern auch die eigenen Werte betreffend. Die Familie lässt mit dem gewohnten Umfeld in Los Angeles auch einen Lebensstil zurück, der ihnen Stück für Stück die Seele geraubt hat, bei dem sie sich immer mehr fragten, welchen Wert sie selber eigentlich noch hatten. Die Veränderungen betreffen nicht nur Tim und Susan, sondern auch den elfjährigen Matt und die vierzehn Jahre alte Katie, die diesem Leben fernab des Komforts und des Luxus zunächst ablehnend gegenüber stehen. Doch obgleich das Leben in Italien einen völlig anderen Rhythmus hat und den Pohlmans die Mentalität der Bewohner Liguriens anfangs noch fremd erscheint, knüpfen sie bald zarte Bande der Freundschaft. Im Rentnerehepaar Giglio und Perangela Reduzzi finden Tim und Susan motivierte Unterstützer, die ihnen die italienische Sprache lernen. Die regelmäßigen Unterrichtseinheiten bringen eine intensive und wundervolle Freundschaft mit sich. Auch Matt, in Italien Matteo genannt, und Katie, die Katerina gerufen wird, finden rasch Anschluss. Und als das Jahr sich dem Ende zuneigt, kann sich niemand mehr vorstellen, diese lieb gewordene Umgebung bald wieder verlassen zu müssen.

Ich muss zugeben, dass dieses Buch mich überrascht und meine Erwartungen übertroffen hat. Susan Pohlman beschreibt die italienische Landschaft und das Alltagsleben der Bewohner Liguriens dermaßen detailliert und liebevoll, dass man sich von Zeit zu Zeit wünscht, für ein paar Stunden lang selber ein Teil dieser Familie zu sein und die Schauplätze des Geschehens, die herzlichen Menschen in ihrem Umfeld, selber miterleben zu dürfen. Ich habe ihre oftmals mit viel Humor geschilderten Szenen des italienischen Alltags – beispielsweise die Bürokratie der Ämter, die Unzuverlässigkeit der öffentlichen Verkehrsmittel und die Ellbogentechnik der Fahrgäste, den Schulalltag usw. – mit einem Schmunzeln im Gesicht gelesen und mich darüber amüsiert. Das Buch bietet jedoch zugleich auch die Möglichkeit, das eigene Leben bzw. den eigenen Lebensstil zu hinterfragen und fördert vielleicht auch die Bereitschaft, einmal aus den starren Bahnen des Alltags ein klein wenig auszubrechen. Besonders prägend waren zwei Passagen im Buch, in denen es heißt:“ Das Mindeste, was du in deinem Leben tun solltest, ist, herauszufinden, was ein großer Traum ist. Und das Beste, was du in deinem Leben tun kannst, ist, diesen Traum zu leben. Träume nicht aus der Ferne von etwas, sondern lebe mittendrin, unter dem gleichen Dach. Lass uns auf den Regenbogen zugehen. Gott wird uns den Weg zeigen.“


Blinde Erinnerung
Blinde Erinnerung
von Mirjam Schweizer
  Broschiert
Preis: EUR 15,95

5.0 von 5 Sternen Ich weiß, weshalb du dich nicht mehr erinnern kannst!, 14. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Blinde Erinnerung (Broschiert)
Im Prolog beschreibt Mirjam Schweizer eine Szene, die sofort unheimliche Stimmung aufkommen lässt, indem sie einer mysteriösen Person das Wort erteilt, deren Identität geheimnisumwoben ist.

Sofort danach steigt sie in ihre Geschichte ein und beginnt mit der Alltagsbeschreibung eines Pastorenhaushalts, wo Mirjam Schweizer dem Leser die extrem geforderte und mit einer belastenden Schuld beladenen Pastorenfrau Andrea sowie ihren Ehemann, den gutaussehenden, lässig-lockeren Jugendpastor Lukas, vorstellt. In vielen, oftmals auch nachdenklich stimmenden Details, erzählt sie von einem Paar, das seine Aufgaben und Pflichten sehr gut koordinieren muss, um sowohl der Rolle als Ehepaar und Elternteil, wie auch der Verpflichtungen gegenüber der Gemeinde, gerecht zu werden.

Die größte Aufmerksamkeit in diesem Buch wird Carol Peterson zuteil, einer 36jährigen Sozialpädagogin des Jugendamts Zürich. Die alleinstehende, gut aussehende Frau mit den dunklen, geheimnisvollen Augen und der unbändigen Lockenmähne ist zwar sehr anspruchslos und stets für andere da, in ihrem Privatleben aber auch gerne mal für sich allein. Als sie bei einem Klassentreffen plötzlich auf eine große Lücke in ihrem Gedächtnis stößt, einen dunklen Fleck in ihrer Erinnerung, und ihr kurze Zeit darauf auch noch anonyme Nachrichten zugespielt werden, beginnt sie nach Informationen zu suchen. Sie konzentriert sich dabei im Speziellen auf ihren ehemaligen Jugendfreund Peter Müller, mit dem sie als Kind eine innige Freundschaft pflegte und der ihr so vertraut war, wie ein Bruder. Doch der gutaussehende, verschlossene Junge von damals scheint wie vom Erdboden verschluckt, nicht nur Carol, sondern auch ihre ehemaligen Klassenkameraden, haben bei ihrer Suche keinen Erfolg. Die verzweifelte Carol setzt nun all ihre Hoffnungen auf ihre frühere Schulfreundin Andrea, doch all ihre Bemühungen scheinen vergebens. Bis Carol plötzlich das Gefühl hat, verfolgt zu werden…

Obgleich dieses Buch über 450 Seiten dick ist, schien es mir unmöglich, es zur Seite zu legen. Der bereits früh in die Geschichte eingebaute Spannungsbogen wurde dermaßen hoch gehalten, dass man als Leser dazu verführt ist, die Auflösung möglichst noch am selben Tag zu erfahren, sich dermaßen in den Inhalt zu vertiefen, bis auch die letzte Seite umgeblättert ist.

Mirjam Schweizer hat die Gabe, ihre Protagonisten – wie auch sämtliche Nebenfiguren – lebendig und sehr realistisch zu beschreiben. Sämtliche Figuren wirken authentisch und laden förmlich dazu ein, sich mit ihnen zu identifizieren, oder aber zu versuchen, hinter ihre Fassade zu blicken. Auch die persönlichen Entwicklungen, die besonders die Hauptfiguren durchleben, wurden sehr ausdrucksvoll dargestellt. Die geschickt gelegten Fährten führten mich einige Male in die Irre, das große Rätsel aus Carols Vergangenheit endlich aufzulösen wurde mein erklärtes Ziel.

Fazit: Ich habe die Lektüre dieses interessanten Romans einer mir bislang unbekannten Autorin sehr genossen und bedaure lediglich, dass nach einem so langen, ausgeklügelten Spannungsaufbau die Auflösung dann doch relativ rasch abgehandelt wurde. Ich vergebe dennoch die volle Bewertungszahl von fünf Sternen für dieses Buch und kann es uneingeschränkt weiter empfehlen.


Zwei Jahre für immer: Roman
Zwei Jahre für immer: Roman
von Karen Kingsbury
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

5.0 von 5 Sternen „Ich würde alles für Sie tun, Sir. Alles, was gut und richtig ist.“, 13. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Zwei Jahre für immer: Roman (Broschiert)
„Zwei Jahre für immer…
Wie eine Buchhandlung alles veränderte“

Als ich Karen Kingsbury durch das Buch „Der Löwenzahnjunge“ kennen lernen durfte, katapultierte sie sich sofort an die Spitze meiner favorisierten Autoren. Daher stand für mich außer Frage, dass ich mir auch diese Neuerscheinung zu Gemüte führen wollte. Obgleich es sich bei „Zwei Jahre für immer“ um ein eher dünnes Buch mit geringer Seitenanzahl handelt, steht es in seiner Aussagekraft meinem ersten Buch der Autorin in keiner Weise nach. Die Herz erwärmende Geschichte einer Buchhandlung namens „Die Brücke“, das Lebenswerk des liebenswerten älteren Ehepaares Charlie und Donna Barton, bildet das Zentrum des Geschehens. „Die Brücke“ ist Dreh- und Angelpunkt von Menschen, deren Liebe den Büchern gilt, die sich bei Charlie treffen, und deren Leben von ihm berührt und zum Teil sogar verändert wurden.

Wie bereits der Klappentext erzählt, geht es hier aber auch um die bittersüße Liebesgeschichte zwischen Lisa und Ryan, zwei Studienkollegen an der Universität von Belmont, deren tiefe Freundschaft letztendlich zu einer starken Chemie zwischen den beiden und einer ebensolcher Verbindung ihrer Herzen führt. Die Zusammenfassung erzählt aber auch, dass die Familien der beiden Liebenden gegen diese Verbindung sind, und letztendlich eingegriffen wird. Ob es den jungen Menschen gelingt, zueinander zu finden, und wie das alles in Zusammenhang mit einer Buchhandlung steht, beschreibt dieses einzigartige, gefühlvolle Buch von Karen Kingsbury.

Ich habe die ersten Seiten gespannt verfolgt, erfuhr Einzelheiten aus dem Leben von Ryan Kelly, dem sportlichen jungen Mann mit den durchdringenden blauen Augen, dessen großer Traum es war, Gitarre spielend mit einer Countryband durch die Welt zu ziehen. Und ich las von Lisa Allen, der blonden Schönheit aus begütertem Elternhaus, die davon träumte, in der Philharmonie zu spielen, von ihrem dominanten Vater jedoch dazu bestimmt war, in naher Zukunft seine ehrgeizigen Pläne umzusetzen und sein Firmenimperium zu leiten. Ich durfte die Sehnsüchte der beiden, aber auch die Schatten kennenlernen, die ihre junge Liebe bedrohten, ich durfte tief eintauchen in die Geschichte von Charlies Buchladen, eine Geschichte, die mir zeitweise sogar den Atem stocken ließ und mich oftmals zu Tränen rührte. Um nicht allzu viel zu verraten und potenziellen Lesern dieses wunderschöne Leseerlebnis nicht zu schmälern, möchte ich in meiner Buchbeschreibung nicht weiter ins Detail gehen, diesen Roman aber jedem empfehlen, der Büchern von Herzen zugetan ist und eine berührende Liebesgeschichte zu schätzen weiß.

Ich freue mich, auf eine weitere Kostbarkeit aus der Feder von Karen Kingsbury gestoßen zu sein und sehe weiteren Werken dieser Autorin bereits mit großer Freude entgegen. Uneingeschränkte fünf Bewertungssterne für ein zutiefst berührendes Leseerlebnis!


Tausend Geschenke: Eine Einladung, die Fülle des Lebens mit offenen Armen zu empfangen
Tausend Geschenke: Eine Einladung, die Fülle des Lebens mit offenen Armen zu empfangen
von Ann Voskamp
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 15,99

5.0 von 5 Sternen Wir können das, was vor unseren Augen ist, nicht verändern. Aber wir können es mit anderen Augen sehen, 12. Juli 2014
„Wir können das, was vor unseren Augen ist, nicht verändern. Aber wir können es mit anderen Augen sehen. Ich zähle seine tausend Geschenke, danke ihm hundert Mal am Tag. Ich genieße seine Gegenwart zwischen den Wäschebergen, in der Küche, im Krankenhaus, auf dem Friedhof, der Autobahn, den Nebenstraßen, Arbeitswegen und auf allen Umlaufbahnen der Sterne. Seine Gegenwart erfüllt mich. Das ist ein erfülltes Leben.“

Ann Voskamp, die als kleines Mädchen ihre Schwester durch einen tragischen Unfall verlor, kämpft Jahre später immer noch mit den psychischen Folgen des Todes der kleinen Aimee, der ein Loch in die Leinwand ihres Lebens gerissen hat. Die Trauer verdunkelt ihre Tage, verändert ihre Wahrnehmung. Ihr Grundvertrauen und ihr Glaube an Gott werden auf eine harte Probe gestellt, wenn sie daran denkt, „DANKE“ zu sagen – und zwar für alles, was ihr in diesem Leben widerfahren ist. Danke auch in Augenblicken der Wut und der Verzweiflung sagen zu können, bei persönlichen Katastrophen, die einem scheinbar den Boden unter den Füßen wegziehen, im Wissen um das schreckliche Leiden der Armen, der Hungernden, der Waffen des Krieges. Die Autorin schreibt von einer Dankbarkeit, die man üben muss, bis sie zur „wahren Natur des eigenen Ichs geworden ist“ und bezieht sich dabei immer und immer wieder auf das „eucharisteo“, den Grund, dem Vater zu danken.

Die sympathische Ehefrau eines Farmers und Mutter von sechs Kindern versucht jedoch unermüdlich, auch das „harte eucharisteo“ zu lernen, wie sie es nennt. Sie möchte die Gnade auch im Hässlichen sehen, das Hässliche als Gnadengabe zählen, um es mit ihrem Dank in Schönheit zu verwandeln. Sie fragt sich, was sie in diesem kurzen Leben anfangen, welchen Weg sie einschlagen soll, wie sie ein Leben in Fülle führen kann, und was wirklich wichtig ist. Als sie beginnt, jene Dinge in einem Notizbuch aufzulisten, für die sie dankbar ist, merkt sie erst, dass sie in Wahrheit nur für sehr wenige Dinge wirklich dankbar ist. Und so versucht sie, Achtsam zu sein auf die kleinen Dinge, bremst das Tempo ihres Alltags und verharrt dabei in Raum und Zeit, legt ihr ganzes Gewicht in den Augenblick. Und sie erkennt, dass Glaube kein einmaliges Erlebnis, sondern eine Sichtweise, ein Suchen nach Gott in allem, ist.

Dieses Buch bietet eine große Fülle von solchen Augenblicken, die wir wohl täglich erleben, aber wenig beachten. Sie schärft meines Erachtens den Blick für die tausend Dinge, die uns jeden Tag begegnen, für die wir unendlich dankbar sein sollten. Doch tun wir es? Wie auch Ann Voskamp hatte ich nach Beendigen dieser Lektüre das Gefühl für viel zu wenige Gaben dankbar zu sein, ja sie als Gaben nicht einmal erkannt zu haben. Durch Anns eindringliche Worte und festgehaltenen Gedanken wurde auch meine Sicht auf die Dinge in Frage gestellt, und ich bemerkte bereits während des Lesens, wie ich begann, alles in einem anderen Licht zu betrachten. Obgleich ich zunächst große Schwierigkeiten hatte, mich mit einem für mich äußerst unangenehmen Schreibstil (Kombination Präsens und Ich-Form) anzufreunden, bin ich nun unendlich dankbar, dieses Buch gelesen zu haben. Es regt zum Nachdenken an, lässt den Leser die eigene Sicht auf die Dinge hinterfragen, und bereichert durch Anns Fülle von Erfahrungen, die sie für uns festgehalten hat. Ein wunderschönes Buch, das ich jedem ans Herz legen möchte. „DANKE“ möchte auch ich für dieses Buch sagen, das mir sehr intensive Momente geschenkt hat.

„Das habe ich für dich gemacht. Das Lächeln des Geliebten am Morgen, das Lachen der Kinder auf der Rutsche, der gelassene Blick des alten Menschen zur Abendzeit: Das habe ich alles für dich gemacht. Auch die Erde unter deinen Füßen, den Regen, der auf das zum Himmel erhobene Gesicht fällt, die Sterne, die sich rund um den Planeten drehen: Das habe ich alles für dich, für dich, für dich gemacht! Das sind meine Geschenke für dich, meine Gnade für dich!“


Wie der Duft von Wasser
Wie der Duft von Wasser
von Linda Nichols
  Broschiert
Preis: EUR 15,95

5.0 von 5 Sternen Manchmal machen wir unsere Pläne, aber Gott weiß es einfach besser, 6. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Wie der Duft von Wasser (Broschiert)
„Mein Leben ist wie eine Webarbeit von mir und meinem Gott. Die Farben bestimme nicht ich; der Weber ist er. Oft webt er Traurigkeit hinein und Not. In meinem dummen Stolz vergesse ich: Er sieht die Oberseite und ich sehe nur, was unten ist. Die dunklen Fäden sind für die geschickten Hände des Webers genauso wichtig wie die Fäden aus Gold und Silber, denn nur so wird das Bild richtig. Erst wenn der Webstuhl stillsteht und das Schiffchen sich nicht mehr rührt, zeigt Gott mir das ganze Bild und ich sehe: Er hat alles zum Guten geführt.“

Sam und Annie Truelove, zwei Menschen, die sich über alle Maßen geliebt, und doch auseinander gelebt haben. Ein Paar, das durch einen schweren Schicksalsschlag aufgegeben hat. Eine Liebe, scheinbar erloschen, ein gemeinsamer Lebensweg, der nicht weiter beschritten wird. Die schlimmen Ereignisse, die zur mittlerweile fünf Jahre währenden Trennung von Annie und Sam geführt haben, erschütterten das Ehepaar in ihren Grundfesten. Dr. Samuel Truelove, der brillante Herzchirurg der Kinderklinik in Knoxville, steht zwischen zwei verschiedenen Welten und führt ein Leben wie im Exil, liegt bereits seit fünf Jahren im Streit mit Gott. Schuld, Trauer, Schmerz, Verzweiflung und schleichende Hoffnungslosigkeit lähmen sein Innerstes und er vergräbt sich in seiner Arbeit. Annie Ruth Dalton Truelove, bis zu jenem Unglückstag vor fünf Jahren geliebte Ehefrau, beste Freundin und Seelengefährtin und Mutter seiner kleinen Tochter Margaret, lebt nun in Seattle, wo sie bei einer Zeitung als Journalistin tätig ist. Die Kommunikation zwischen dem Paar ist zum Erliegen gekommen, eine neuerliche Annäherung scheint in unerreichbare Ferne gerückt.

Linda Nichols erzählt in diesem einfühlsamen Buch die Lebens- und Leidensgeschichte von Annie und Sam. Sie berichtet von ihrem unendlichen Verlust, ihrem Scheitern, ihren Kämpfen und ihrer beider Hoffnungslosigkeit und Resignation. Sie erzählt aber auch die Geschichte ihrer großartigen Familien, die den beiden ein liebevolles Geflecht aus zwischenmenschlichen Beziehungen, vor allem aber aus aufrichtiger und bedingungsloser Liebe, geben, sie auffangen und mit ihrer Zuneigung und Warmherzigkeit zu umhüllen suchen. Die Autorin vermittelt in ihrem leisen Buch tiefe Gefühle, neben Schmerz und Verzweiflung, Bitterkeit und Trauer auch Zusammenhalt, Wärme und Liebe, die durch wundervoll gezeichnete und einprägsam ausgearbeitete Charaktere überwältigend wirken. Dabei schenkt sie nicht nur ihren Protagonisten, sondern auch den vielen Nebenfiguren große Aufmerksamkeit, ihr detaillierter, in die Tiefe gehender Schreibstil vermag es, den Leser auf einzigartige Weise zu berühren, in seinen Bann zu ziehen. Besonders beeindruckt haben mich die unaufdringlich, aber sehr häufig eingebauten Bibelzitate und die Gespräche mit Gott, die kursiv gedruckt die inneren Kämpfe und starken Emotionen der handelnden Personen dieses Buches einprägsam zum Ausdruck bringen. Die Geschichte eines Verlustes, einer Trauer, die so tief zu sein scheint, dass sie nicht mehr zu ertragen ist, hat mich tief berührt, die Art und Weise, wie Linda Nichols diese bittersüße Geschichte zu Papier bringt, kann ich nur als brillant bezeichnen. Ich darf „Wie der Duft von Wasser“ ruhigen Gewissens als eines meiner absoluten Lese-Highlights des heurigen Jahres bezeichnen, und möchte auf jeden Fall mehr von dieser wundervollen Autorin lesen. Dieses erstklassige Buch, dessen Lektüre ein wahres Erlebnis war, erhält meine uneingeschränkte Leseempfehlung und unbedingte fünf Bewertungssterne!


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20