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Rezensionen verfasst von
K. Mauerhofer
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Der letzte Gottesbeweis
Der letzte Gottesbeweis
von Robert Spaemann
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,95

25 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen "Und es ward Gott", 24. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Der letzte Gottesbeweis (Gebundene Ausgabe)
Da das Buch von den vorigen Rezensenten schon gut beschrieben wurde, beschränke ich mich auf die Kritik am Gehalt.
Spaemanns "Gottesbeweis" ist psychologisch interessant, aber alles andere als ein Beweis für die Existenz eines ewigen Bewusstseins ("Gott"), und es kann sein, dass sein Argument ihn selber nicht völlig überzeugt (wie schon Anselm von Canterbury Gottes Existenz bewiesen haben wollte, an einigen Stellen seiner Argumentation aber Zweifel durchblicken lässt). Spaemann skizzierte es bereits in einer Fernsehdiskussion, die am 20. Januar 2004 im ORF ausgestrahlt wurde (in der Reihe "Philosophicum"): "Wir halten uns für Personen, unser Handeln für sinnvoll und Tatsachen für ewig wahr, und zwar in dem Sinne, dass sie auch nach dem Weltuntergang noch bestehen; all dies setzt einen personalen, unabhängig existierenden Urgrund der Welt voraus, der uns zu Personen macht und in dem ewige Tatsachen (oder Wahrheiten) aufgehoben sind." (Spaemann räumte immerhin ein, dass auch die Sicht des Buddhismus möglich sei, welche die Welt einschliesslich des Leidens als irreal betrachtet.) Dieses Argument ist fehlerhaft, denn der Schluss von der ewigen Wahrheit auf das ewige Bewusstsein, das diese Wahrheit weiss und damit zur Wahrheit macht, verwechselt die logische mit der ontologischen Perspektive, man könnte auch sagen: die virtuelle, bloss gedachte mit der realen, vom Gedachtwerden unabhängigen. (Oder kann nur sein, was gedacht wird? Doch dies zu behaupten wäre eine petitio principii.) Aus logischer Sicht ist gewiss immer wahr, was einmal wahr ist, sofern wir uns auf Aussagen beziehen, die das Beschriebene raumzeitlich eindeutig bestimmen. Doch die Gültigkeit der Logik setzt keinen Betrachter voraus, wie die Wahrheit eines Satzes nicht voraussetzt, dass jemand sie kennt oder gar bezeugt. Kurz: Wahrheit, in einem logischen Sinn verstanden, setzt keinen Geist voraus, zumindest keinen "real existierenden". Verstehe ich Wahrheit hingegen als das quasi verzerrungsfrei abbildende Verhältnis eines Wissenden zu einer Tatsache, zu einem Geschehen oder Zustand, dann wiederum ist es nicht selbstverständlich, ja wegen der Vergänglichkeit aller Dinge sogar höchst unwahrscheinlich, dass es ewige Wahrheiten gibt, - es sei denn, man begeht den Fehler des Zirkelschlusses und setzt den Gott voraus, den man beweisen will. Spaemanns "Beweis" scheitert also an der Vermengung zweier Wahrheitsbegriffe.
Man könnte übrigens auch folgendermassen differenzieren: Jede Wahrheit ist logisch betrachtet ewig, aber nicht jede ist ewig relevant. Gott als das schlechthin vollkommene Wesen denkt nur ewig relevante Wahrheiten. Insofern es nun aber nicht denknotwendig ist, irgendetwas für ewig relevant zu halten (man denke nur an die nicht nur christliche These, alles sei eitel!), ist auch Gott nicht denknotwendig. Man kann natürlich die Eitelkeit der Welt bedauern und etwas absolut und ewig Bedeutungsvolles aus ihr retten wollen, entlarvt den dergestalt rettenden Gott dann aber einmal mehr als frommen Wunsch.
Darum wohl bemüht Spaemanns Kommentator unter anderem den Urquell des Wünschens, die Liebe. Er windet sich um die ganze Problematik, wie sich Theologen immer winden, wenn sie etwas zugeben müssen, es aber nicht zugeben wollen. Einmal soll man Spaemanns Argument als Beweis verstehen, dann aber auch wieder nicht. Ein Beweis aber, den man nicht zwingend akzeptieren muss, ist keiner.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 29, 2011 10:43 AM CET


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