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Nero

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Transnational (Digipack)
Transnational (Digipack)
Preis: EUR 15,99

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ganz überraschend kam das nicht, 24. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Transnational (Digipack) (Audio CD)
Ach, was waren das für schöne Zeiten mit Praise & Fallen und Empires. Tja, leider ist das auch alles schon wieder so lange her. Wer hier mit Naivität gesprüht gedacht hatte, uns würde genau das erwarten, der erscheint mir doch wohl etwas Weltenfremd. Schaut man sich die Diskographie nämlich mal genau an, dann wird man feststellen, dass dieses Album nur eine logische Weiterentwicklung darstellt. Überraschend kann das wohl keineswegs sein. Wann begann es? Tja, die Frage lässt sich ja überraschend einfach beantworten - mit dem ersten Album... Wenn wir mal von den richtigen Fans reden (und damit meine ich die wirklich richtigen) dann fängt es eben mal bei Album Nummer Eins an. Springt man mal zu Futureperfect und dem Nachfolger Matter And Forms, dann erkennt man die gleiche Atmosphäre (ich sage bewusst nicht den gleichen Sound) und geht man dann wiederum zu Judgement (kennen das Album alle Urteilenden?) dann erkennt man eben auch hier eine entsprechende Veränderung in der Soundkulisse. Klar ist aber, "Of Faith, Power and Glory" legt nochmal eine ganze andere Ausrichtung (deren Nachwirkungen imho bis ins jetzige Album reichen). Hier haben VNV den Lichtschalter umgelegt und eine ganz andere Schattierung dargelegt. Deutlich elektronischer und gefühlt doppelt so hell wie Judgement Day. Nicht dem ganzen Album entnehmend, sondern dem "Zwischen-den-Zeilen-lesen", was ja manche hier dem neuen Album vorwerfen.

Gehen wir wieder einen Schritt weiter - Automatic (mal die Reformation außen vor gelassen, obgleich mit starken neuen Songs vertreten). Stilistisch hat sich VNV hier klar neu erfunden und diesen Stil auch deutlich nach Transitional getragen. Gefällt? An sich auf jeden Fall, da dieses 20er/30er Jahre Design durchaus der Musik entspricht. Da kenn ich doch viel schlimmeres...Nein, da habe ich persönlich selten was besseres gesehen. Fachleute nennen so etwas wohl Stilecht... Dem kann ich persönlich nur zustimmen. Hätte man mehr drauß machen können? Vielleicht, aber immerhin ist ein gewisserer eigner Stil erkennbar (Randnotiz: Freunde von Wumpscut wird es wohl auch langsam nerven, dass mit jedem Album ein neuer Stil einhergeht...Furchtbar).
Klar, Stil und Design ist nichts wert - nice to have, aber eigentlich nur Randnotiz. Automatic war jedenfalls deutlich poppiger. Und das kann man sogar sagen ohne Rot zu werden? Pop mag den meisten hier aufstoßen, aber Pop ist nun einmal nicht so zu verachten, wie der ein oder andere es gern hätte. Hierzu ziehe ich immer den persönlichen Vergleich mit Nirvana - wenn die nicht 1990 deutlich poppiger geworden wären, wäre Nevermind gar nicht zu stande gekommen; siehe hierzu Bleach 1989; Sonic Youth, Melvins und und und). Als bedeutet Pop erst einmal nichts schlechtes (wohl aber immer schlecht bewertet). Automatic verdeutlicht jedoch, dass die "düsteren" Zeiten vorbei sind - klar, hier schwingt ein deutlich positiver Background mit. Control schlägt einem natürlich als Song 4 mal so richtig ins Gesicht gegenüber den ersten Songs. Und wahrscheinlich hat der eine oder andere gedacht, so gehts gleich weiter. Aber da holt einem Goodbye 20th Century gleich wieder runter - der Stil des Albums ist eben doch ein anderer und wenn man ehrlich ist, dann hätte Control besser zu Transnational gehört...Automatic ist kein schlechtes Album - ich mag den Sound irgendwie. Aber es ist eben deutlich poppiger. Kann man mögen, muss man aber nicht. Verständlich. Und nun schaut man sich mal Transnational an - was konstatiert man hier: Ja die guten alten Zeiten, Empire und so... Was war das schon lange her. Klar, wenn ich Darkangel höre und dann Nova, würde ich auch nicht verstehen, dass das die gleiche Band ist. Aber zu behaupten, die Entwicklung käme überraschend, ist doch fast schon absurd. Transnational ist imho gegenüber Automatic das homogenere Album - oder eben nicht. Bei Automatic gehen Nova, Photon, Radio als Ende in einem Rutsch runter.

Bei Transnational ist der Anfang saugut gelungen - Generator ebnet den Weg für Everything. Dann Primary und Retaliate, welche deutlich an vergangene Zeiten anknüpfen (für mich eher Judgement/Faith, Power and Glory Songs). Lost Horizon schneidet das Album sprichwörtlich in Scheiben. Ganz anderer Sound nach Primary und Retaliate...Ganz schwach wirken da für mich Teleconnect Pt. 1 - wobei ich das als Song 6 auch nicht ganz verkehrt finde. Aber If I Was geht mir doch zu sehr in Richtung Pop-Schlager mit Futurepopeinschlag. Für mich der schwächste Song des ganzen Albums. Ehrlicherweise wird dies kaum noch ausgebessert in der Folge - Aeroscope bietet im Vergleich zum Rest des Albums ungewohnt düstere Töne (was mich wieder ein bisschen an Momentum von Judgement erinnert...) Off Screen ist kein schlechter Song - auch sehr popig, fast schon "Schlager" im erweiterten Sinne, aber tragbarer als "If I Was". So einen Song kann man verzeihen, aber thematisch hätte es besser zur Automatic gepasst. Den Abschluss des Albums bildet Teleconnect Pt. 2 - hier hätte man gut und gerne 3 Minuten streichen können. War es vielleicht die Intension der Künstler mit diesem Song ein Outro vergleichend zu Generator zu schaffen, so hat man es wohl etwas übertrieben - einen Song den man sich in dieser Länge schenken kann.

Was lehrt uns das: Überraschend kam das nicht. Wer meinte denn bitte in Transnational das nächste "Empires" zu finden??? Mir erscheint die Entwicklung konsequent und wenig überraschend. Hätte das Album besser sein können? Auf jeden Fall. Natürlich darf man nich leugnen, dass der epische Sound fehlt. Auch muss man festhalten, dass meinen Empfinden nach die Abmischung nicht stimmt. Da werden dann gefühlt "fröhliche" und "düstere" Songs gemixt. Die Homogenität scheint mir ein Problem zu sein, seit Judgement. Hier könnte man auf eine etwas ausgeprägtere Stilrichtung achten. Aber das macht Transnational zu keinem schlechten Album. Im Gegenteil, wenn man VNV etwas vorhalten sollte, dann dass sie bei Automatic den Anfang nicht gut hinbekommen haben und dafür bei Transnational das Ende nicht. Ich kann nur hoffen, dass VNV nur nicht zu einem dieser Künstler verkümmert, den man immer wünscht, sie hätten doch lieber jedes zweite Album ausgelassen...


Bronson
Bronson
DVD ~ Tom Hardy
Preis: EUR 9,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen All you need is a name, 25. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Bronson (DVD)
Michael Peterson ist nur ein gewöhnlicher Name - ein Name unter vielen. Doch die Person zu diesen Namen ist eine ungewöhnliche. Ob nun verrückt, wahnsinnig oder letztlich doch normal sei dahingestellt, aber als Michael Peterson kommt man nicht weit. Da braucht man einen eingänglichen und bekannten Namen - ein Name der zu im passt wie das Rot zum Blut - Charles Bronson war geboren.

Doch auch schon die Jahre vor Bronson blieb dem Protagonisten nichts übrig, als das Mittel der Gewalt zum Mittel des Zwecks zu reduzieren. Schon für seinen ersten Raub bei einer Beute von 40 Pfund bekommt er 7 Jahre - eine Zahl, welche letztlich den Grundstein für diese absonderliche Geschichte und letztlich für diesen ungewöhlichen Lebenslauf legt.

Zeit seines Lebens hat Bronson im Knast verbracht, eine Spirale, welche fast nur nach unten geht und welche wohl auch einen anderen Menschen aus einem machen. Und genau diese Dualität von Bronson, das zwiespaltige Verhalten und Denken vom Protagonisten wird aufgegriffen und brilliant in Zelluloid gebrannt. Macht dies allein einen guten Film aus? Nein, dazu fehlt natürlich noch einer entsprechenden Inszenierung - und diese wird dem Inhalt sicherlich mehr als gerecht.

Ausgangspunkt der Geschichte ist nämlich nicht das Gefängnis, sondern ein Theater. Hier erzählt Bronson vor einem fiktiven Publikum seinen grandiösen Siegeszug über das System - und ehrlicherweise hätte er es auch fast geschafft (schließlich reden wir vom teuersten Gefangenen des britschen Empire) und letztlich scheitert er wohl doch wieder an sich selbst - eben ein Mann mit zwei Gesichtern.

Der filmische Trick auf diese Erzählweise zurückzugreifen mag dem ein oder anderen sauer aufstoßen oder zu Irritationen führen, aber letztlich war es genau der richtige Schritt. Wer schon immer mal wissen wollte, ob Tom Hardy bei all seinen Muskelbergen auch schauspielern kann, bekommt hier lehrbuchmäßige Auszüge seines Könnens. Ausleben kann sich Hardy vor allem an der genannten Dualität von Bronson - er schreckt nicht vor Gewalt zurück, ist geradlinig in seinem Denken und Können, scheint sich aber selbst im Weg zu stehen und erlebt manchmal auch verzweifelnde Momente. Wer Zeit seines Lebens im Gefängnis sitzt ist einfach kein Weisenknabe und das hinterlässt auch einfach tiefe seelische/pschychische Einschnitte.

Um so kontrastreicher ist dann die schauspielerische Leistung, wenn Bronson nach seiner ersten Entlassung in dem neuen Haus seiner Eltern im Gästezimmer sitzt und nach den Sachen seines alten Kinderzimmers fragt. Oder wenn er freudestrahlend durch die Gänge schleicht - ohne Angst und mit einer gewissen inneren Ausgeglichenheit. Wahrscheinlich kann Bronson nach dieser langen Haftzeit zwischen Gut und Böse nicht mehr unterscheiden. Er hat einen eigenen, fast schon makaberen Blick auf die Dinge und Hardy weiß es, diesen Fakt gut herauszuarbeiten.

Und wie steht es mit dem Vergleich zu Clockwork Orange? Sicherlich nicht so verkehrt wie man gleich zu denken vermag. Wie an anderer Stelle von einem Rezensenten erwähnt - die Kameraführung und die Schnitte sind kubrick'scher Natur. Aber auch den Refn Einschlag merkt man der Inszenierung durchaus an. Davon abgesehen ist hier der Spagat zwischen Gewalt und der natürlichen Haltung des Protagonisten ihr gegenüber einen Kontrast, den auch Clockwork Orange zu verinnerlichen versuchte. Hier meine ich, gelingt es sogar besser, was aber vielleicht auch nur der Zeit geschuldet ist. Zudem muss man anmerken, dass der genannte Spagat schwierig zu nehmen ist und nur wenige Inszenierungen diesen in gesundem Maß dem Publikum zuführen können. Doch hier ist es alle Male gelungen.

Letztlich endet der Film wie er begann - Bronson blutverschmiert in einem Käfig. Symbolisch für den Kampf seines Lebens. Ein Mann ohne Kompromisse.


DAEMON: Die Welt ist nur ein Spiel
DAEMON: Die Welt ist nur ein Spiel
von Daniel Suarez
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eins, Zwei, Drei, der Daemon kommt vorbei, 4. April 2013
Ein ganz normaler Morgen - wird sich wohl Detective Sergeant Pete Sebeck gedacht haben, als er vor einem getöteten Motoradfahrer stand. Stunden später stirbt der nächste. Eines verbindet beide - sie arbeiten für beide für Matthew Sobol, dem Erfinder der wohl größten Games seiner Zeit - "Over the Rhine" und "The Gate". Sobol selbst ist schon tot und doch kommt nun seine große Rache an die Menschheit - ein Daemon kommt über die virtuelle Welt und schlägt seine Schlachten mit ganz realen Mitteln. Dazu rekrutiert er allerei labile und schwächliche Personen oder Menschen in Not als Helfer gegen...

Ja gegen wen eigentlich? Und warum? So richtig wird das leider nicht aufgeklärt. Es bleibt bei einer Reihe abstruser Theorien, dass sich die Welt verändern werde. Zum Ende ist der ach so böse Daemon zum Schoßhündchen mutiert - weil so böse ist er ja dann auf einmal doch nicht. Er hat mir zwar mein Leben genommen und eigentlich alles was ich liebte, aber naja es sind harte Zeiten, da darf man es insgesamt nicht immer so genau nehmen.

Klar, spannend geschrieben ist es allemal. Man ließt 200-300 Seiten und fragt sich unweigerlich: Wohin geht die Reise eigentlich? Natürlich hat man mit Freude diese Seiten ja schon fast verschlungen, aber so recht eine Vorstellung vom Ende hat man nicht. Und als es dann da ist, möchte man es als solches gar nicht wahr haben.

Was das Lesevergnügen keinesfalls trübt, sind die kleineren Ausflüge in die IT. Was mich jedoch ins Grübeln bringt, ist der Realismus des Daemon. Die beschriebenen Games spielen durchaus ihre Rolle im Buch und da ich auch Games spiele, kann ich den beschriebenen Phänomenen durchaus folgen. Wenn jedoch die Rede von Gegenspieler mit einem Ping von 100 ist und man diese doch leicht abschießen kann, da man ja soz. im Zeitvorteil ist, schüttle ich nur den Kopf. Kein Gamer der Welt zockt bei einem Ping von 100 (wohl max. 45). Nun gut, sei es drum. Aber wenn solch ein fachliches Wissen an den Tag gelegt wird, dann will ich gar nicht wissen, wie weit die anderen Termini zu bewerten sind. Gut, jetzt bin ich kleingeistig und lasse vom Thema ab.

Ein weiterer recht ungewöhnlicher schriftstellerischer Trick ist das Ablassen von dem Protagonisten als solches. Detective Sebeck und sein Kumpel Ross (der zig mal sagt, er will nicht mitmachen und sich raushalten will und dann komischerweise doch mitmacht) spielen in der ersten Hälfte des Buches eine durchaus entscheidene Rolle. Auch die Journalistin Anji Anderson bekommt reichlich Aufmerksamkeit. Dann jedoch kommen immer und immer wieder Sprünge von mehreren Monaten und schon kommen neue Protagonisten ins Spiel. Dies wirkt zumindest für mich befremdlich, hat man sich doch zu Anfang so sehr an die Charaktere gewöhnt. Vielleicht trübt auch das das Lesevergnügen ein wenig, denn hier bin ich gewissermaßen er der klassischen Sichtweise zugetan, als dieser cineatischen Inszenierung.

Die beschriebene Verhaltensweise von Ross erinnert auch immer an das "Ball zu spielen". Da ändern sich Verhaltensweisen und Fähigkeiten wie es eben erforderlich ist. Das führt zuweilen zu Abwechslung, verleiht der Story und ihren Personen jedoch leider Gottes einen unrealen Touch. So kann der FBI Agent urplötzlich Motorradfahren, der Gefängnisinsasse befreit seinen Sohn aus der Gewalt einer Bande (ja warum eigentlich?) und größtes Beispiel ist und bleibt eben Sobol bzw. der Daemon selbst. Warum tut Sobol all das? Aus Rache scheinbar nicht und nur um die Welt zu verändern um des selbst Willen erscheint mir etwas komisch. Zumal wie gesagt die Rolle des Daemon vom Antagonisten zum Gutmittel wechselt. Auf einmal ist es gar nicht so schlecht, was der Daemon tut. Da habe ich zwar Freunde verloren, aber verdammt der Kerl oder vielmehr das Ding hat einfach recht. Und schließlich gibt es ja noch die bösen Kommunisten da draußen... Zudem hat der Daemon ja quasi allerlei Gesindel angezogen - also woher die Güte auf einmal?

Vom eigentlichen Ende wollen wir erst gar nicht sprechen. Man konnte es sich natürlich schon vorher denken - alles andere wäre auch nicht logisch gewesen. Aber auch hier bleibt man als verwirrter Leser zurück, so wie insgesamt einfach zu konstatieren ist. Warum werden die entscheidenen Motive nicht aufgeklärt und was rechtfertigt eine solche Denke der Menschen? Ich kann von mir selbst behaupten, dass ich mit dem Ende überhaupt nicht zufrieden bin. Wie gesagt, es liest sich in einem Rutsch und ist spannend, aber dem Roman eine gewisse Tiefgründigkeit zu unterschreiben, ist in meinen Augen zu viel des Guten. Der Autor bedient sich zu oft den typischen Klischees und klärt entscheidene Fragen nicht oder unzureichend auf oder anders: auf eine Art und Weise, die nicht zufriedenstellen kann? Kann man einen solchen Roman empfehlen: Trotz allem ja, denn der Schund der mittlerweise die Druckpressen verlassen darf, ist wohl nur durch die Zukunft selbst zu überbieten. Somit bietet das Buch zumindest das, was andere Bücher schon gar nicht mehr leisten können: Spannung und gute Unterhaltung. Aber vielleicht hat Daniel Suarez ja auch alles nicht so gemeint - gemeinhin sowieso eine Unverschämtheit das im Gegensatz zu laufenden Bildern der Konsument nicht in der Lage ist zu bewerten, was einem geboten werden wird. Wenn Suarez eine Steilvorlage für einen Film gegeben hat (wie bspw. es Schätzing mit der Schwarm getan hat), dann würde das die Printvorlage nicht in ihrer Bewertung verändern, aber einen Zuschauer mehr hätte man auf jeden Fall gewonnen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 12, 2014 6:53 PM CET


Extraleben
Extraleben
von Constantin Gillies
  Broschiert
Preis: EUR 16,95

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Intruder Alert, 3. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Extraleben (Broschiert)
So wie der Autor bedacht den Titel seines Werkes wählte, so schreibt Constantin Gillies auch. Flüssig und ohne weitere Haken liest sich das Bucht gut von der Hand. Es ist nicht zu dick, nicht zu dünn und trotzdem irgendwie zu lang.

Der erwähnte Titel ist letztlich nicht nur die gut gemeinte Hommage an das Retro-Gaming, sondern eben auch die Suche nach dem Heraus aus dem Alltagsleben. Die Protagonisten Nick und Kee sind die typischen Mittdreißiger-Nerds, welche immer und immer wieder Abende verbringen, um über die guten alten Gamingzeiten zu reden und wie schlimm doch eigentlich alles geworden ist. Letztlich ist es zumindest nicht so eingetroffen, wie man sich die Zukunft immer vorgestellt hatte. Gewiss eine Erkenntnis, welche sich nicht nur auf das Gaming an sich bezieht, denn letztlich verbringen die beiden Protagonisten ihren brutal-stupiden Alltag in einer Redaktion. So kommt es ganz gelegen, dass bei einem der üblichen Zockerabende sich in einem Game wie eine Art Easteregg versteckte und man das Abenteuer gern als Ablenkung begriff. Freilich fahren Nick und Kee oft in die USA und so greift man das neue Reiseziel gern auf, aber so recht glauben mag man nicht daran. Das Easteregg liest sich nämlich wie eine gut bekannte Spionagebotschaft und das erinnert natürlich umgehend an die gute alte Zeit als schwarz noch scharz und weiß noch weiß war.

Zu Beginn merkt man an, dass beide bei dieser "Mission" nicht so 100% mit dabei sind. Das lässt sich anfangs durchaus verkraften, später allerdings hat man über weite Strecken des Romans nicht das Gefühl, dass die beiden es wirklich ernst nehmen. So kommen Sie an ihr erstes Reiseziel, aber sie waren halt schon immer Sch****** und deshalb lassen sie sich vom Absperrzaun direkt abhalten und fahren weiter in das vermeintlich zufällige Abenteuer. Später hat keiner mehr so richtige Lust und diese überträgt sich dann auch prompt auf dem Leser. Man ist es fast schon leid, dass so wenig passiert. Man mag dies gern dem Realismus zutragen, aber weder die Schriftstellerei selbst noch das Ende des Buches bestätigen diese Norm.

Retro-Gamer muss man nicht zwingend sein. Natürlich ist es sicher ein anderes Lesen, wenn man neben den Protagonisten auch selbst in Erinnerung schwelgen kann. Aber ob dies nach der zigsten Geschichte noch der Fall ist, wage ich auch als Außenstehender zu bezweifeln. Beide Protagonisten spielen sich natürlich dann gern den Ball zu, wobei dies hier nicht zwingend verkehrt ist. Jeder hat eben seine Rollen. Nick, der Geduldsfrickler kennt sich natürlich mit allerlei aus (und brachte es dann nur zum Redkationsgehilfen?) und Kee ist halt der eher bodenständige Typ mit dem Hang zum Abenteuer und so verwundert es nicht, dass er einerseits immer wieder die Spionagemission befeuert und dass die Geschichte aus seiner Sicht erzählt wird.

Das Ende selbst - ohne zu viel vorwegzunehmen - enthält keinerlei Überraschungen und ist meiner Meinung nach auch zu sehr konstruiert. Hierzu hätte man aber der gesamten Geschichte deutlich mehr Geschwindigkeit mitgeben müssen. Bei 352 Seiten ist das Ganze natürlich vom Umfang sehr ertrgälich. Doch weder passiert Spanendenes noch ist man geneigt stets aufmerksam zu folgen, wenn die xte Gaming-Story erzählt wird.

Letztlich bleibt zu konstatieren: Gut geschrieben, aber die Story an sich könnte man besser gestalten. "Ready Player One" kann ich nur empfehlen auch wenn es natürlich hier um etwas anderes geht, aber diese Geschichte ist eben nicht nur gut geschrieben, sondern auch gut erzählt.
Ich für meinen Teil werde gern auch den zweiten Teil lesen, in der Hoffnung, dass hier noch ein wenig mehr Fahrt aufkommt.


Robocalypse. Roman
Robocalypse. Roman
von Daniel H. Wilson
  Broschiert
Preis: EUR 6,46

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Das personifizierte Böse in einer Blechbüchse, 29. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Robocalypse. Roman (Broschiert)
Der Autor Daniel Wilson selbst ist Computerwissenschaftler mit Schwerpunkt Robotronik. Allerdings scheint das Studium sich wohl eher auf Grundlagen zu beziehen, denn von seinen Fähigkeiten merkt man die ganze Zeit nichts über. Weder gibt es technische Ausflüge, um die Tiefe der Geschichte zu verbessern, noch gibt es große moralisch-philospohische Auseinandersetzungen zwischen dem Wesen Mensch, der Natur und den künstlichen Intelligenzen.

Das Buch erzählt in episodischer Form die Aufbereitung der Ereignisse zwischen Archos (der bösartig-wildegewordenen künstlichen Intelligenz) und den Menschen. Ursache des Konflikts ist, dass Archos Vorgängerversionen immer wieder zügigst abgeschalten werden mussten, da immer wieder binnen wenigen Sekunden eine deutlich sichtbare Aggresivität gegenüber Menschen auftrat.

Die Geschichte selbst wird aus Sicht von Cormac geschildert, mit Hilfe eines "Informationswürfels", welcher quasi alle Ereignisse aufgezeichnet hat. Der Fund dieses Würfels ermöglicht es, die Ereignisse, welche zur Beendigung des Krieges führten, aufzuarbeiten. Schriftstellerisch ist dies schon ein gewagter Schritt, nimmt man dem Ende doch das vermeintliche Happy End schon vorweg. Dieser Trick kann eigentlich nur gelingen, wenn das Romanende hier noch Neues an die Oberfläche befördern kann. Vorweg, es gelang nicht. Das Ende liest sich noch recht spannend, bis wieder dieses anfängliche Kapitel so langsam aus dem Dunst der Erinnerung hinaufsteigt.

Darüber hinaus greift der Autor zu allerlei experimentierfreudigen Instrumenten. Obwohl die Geschichte aus einer gegenwärtigen Position heraus erzählt wird, verwendet der Autor stets den Präsent. Geschuldet ist dies jedoch, dem Mittel der Episode. Hier werden in kurzen Abschnitten aus Sicht der wichtigsten Beteiligten Personen ihre Erlebnisse geschildert. Eine Episode beginnt immer mit dem Hinweis, in welcher Zeit die Geschehnisse stattfanden und Cormac schildert in einen kurzen einleitenden Absatz, mit welchen Instrumenten er diese Erlebnisse darlegt. Dass sich der Autor dabei selbst überlistet, merkt er nicht. Denn Kameraaufzeichnungen können wohl nicht beschreiben, wie sich die Person fühlt. Anfänglich versucht er den Leser deutlich darauf aufmerksam zu machen, wie Aufzeichnungen zu stande kamen. In den letzten Episoden wird dies schon gänzlich aufgeweicht - wohl auch dem geschuldet, dass sich die Geschehnisse zum Ende hin nur auf Cormac konzentrieren.

Letztlich ist die episodenhafte Darstellung unglücklich gewählt. Es ist nicht störend, allerdings merkt man dem Autor den hölzernden Umgang mit demselbigen allerdings an.

Von der Geschichte her, kann ich nur meinen einleitenden Worten Nachdruck verleihen. Die Story ist gelinde gesagt stumpf. Es werden die typischen Klischees abgearbeitet und neue Erkenntnisse für eine bessere Welt danach, haben keinen Platz mehr im Roman. Warum Roboter stets vermenschlicht werden müssen, erscheint mir auch rätselhaft. Sicherlich ist es schwierig, nicht emotionales Handeln spannend zu transportieren. Aber bei den seltenen Gelegenheiten, wo Archos und Menschen aufeinandertreffen, hätte man schon etwas riskieren können.

Letztlich bietet der Roman nichts Neues, liest sich aber angenehm gut durch. Wirkliche Spannung mag allerdings nicht aufkommen, so sehr man sich auf das ein oder andere Aufregende wünscht. Szenen, welche sich in zerstörten Städten abspielen oder in einem Auffanglager werden allzu bedachtlos beseite geschoben werden. Hier hätte man mehr Tiefe gewünscht. Auch die verschiedenen Protagonisten stoßen zu selten auf Hoffnungslosigkeit. Alle scheinen sich daran aufraffen zu können, die Roboter zu besiegen.


Starship Troopers
Starship Troopers
von Robert A Heinlein
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Troopers in der Ausbildung, 10. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Starship Troopers (Taschenbuch)
Da sich wie hinlänglich bekannt Roman und Film stark unterscheiden, möchte ich zu Beginn das Buch mal ganz grob durchgliedern. Die einzelnen Stationen sind "Preface" (Rico entscheidet sich zum Militär zu gehen), Ausbildung (was schon gut die Hälfte des Romans ausmacht), Versetzung zu den Rauhnacken/Roughnecks + anschließende Ausbildung zum Offizier und abschließendes Gefecht.

Das ganze ist eigentlich recht gut geschrieben und liest sich auch flott von der Hand. Die Übersetzung hakt manchmal - da werden Ränge mal übersetzt und mal nicht, ist aber im Großen und Ganzen okay. Sicherlich würde man heute einiges anders schreiben.

Das Grundproblem des Romans ist: es gibt viel zu erzählen, allerdings wenig Handlung dazu. Es wird viel über moralische Aspekte des Militärs dargelegt. Gerade bei der Ausbildung macht dieses sich stark bemerkbar - die Ausbildung an sich wird kaum abgehandelt, sondern es geht immer wieder um seitenweise Abhandlungen darüber, wie beispielsweise das fiktive Bürgerwahlrecht funktioniert und warum es erforderlich ist, dass nur Veteranen wählen dürfen. Oder wie bei der Offiziersausbildung beschrieben wird, wie effizient Offizierspatente vergeben werden - mit welchen schlanken Hierarchien doch die Mobile Infrantrie auskommen kann. Da diese Abhandlungen selten in Dialogform stattfinden (stellenweise tun sie das, dort spielt aber mehr oder weniger der Gesprächspartner nur den Ball zu) lesen diese sich auch gut durch, allerdings kommen einige Passagen so daher, dass man denkt ein Militärhistoriker erzählt einem ein Pläuschchen.

Die Handlung ist recht vorherrsagbar - es gibt keine großen Überraschungen. Aber auf Grund der karken Handlungsstränge verläuft die Story etwas im Sande. Es geht auch nur um den Protagonisten Juan Rico - andere Personen treten mehr oder minder nur sporadisch auf - selbst in der Ausbildung. Verliert man also das Interesse an den moralischen Aspekten, so kann man eigentlich das Buch getrost beiseite liegen.

Natürlich steht das militärische im Vordergrund. Dieses Thema verdeutlicht auch der Film sehr gut. Man muss es aber dem Film anrechnen, dass er aus so wenig Handlung, ein vernünftige Story zu stande gebracht hat. Das Buch deutet immer wieder interessante Aspekte an - der Autor vermag nur nicht darauf einzugehen, sondern lässt alles daher plätschern. Der Film macht deutlich mehr daraus und fokussiert auch nicht nur auf den Protagonisten, sondern arbeitet gut heraus - das Militär ist überall und alle machen mit. Ein Gefühl, welches sich nicht zwingend beim Roman einstellt.

Letztlich kann man das Buch lesen, muss es aber nicht. Sicher, der Roman wurde bereits 1959 geschrieben. Man kann es dem Autor anrechnen, dass er zu so einer Zeit solche Inhalte thematisiert hat. Die moralischen Aspekte wirken nur aus heutiger Sicht deutlich angestaubt und teils auch nicht nachvollziehbar. Sprich: man merkt dem Buch das Alter an. Es ist sicherlich kein zeitloser Roman wie bspw. 2001 von Arthur C. Clarke. Ich kann das Buch nicht dringend empfehlen - da sich der Umfang jedoch gut im Rahmen liegt, schadet es auch sicher nicht, wenn man Zeit und Lust hat, einen kleinen Zwischenstopp einzulegen. Mehr ist es wohl letztlich auch nicht.


Women And Satan First
Women And Satan First
Preis: EUR 4,49

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Durchschnittsware Plus von Rudi, 7. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Women And Satan First (MP3-Download)
Man kann es sich eigentlich gar nicht mehr vorstellen, welch episch ruhigen Sound Wumpscut alias Rudi R. an den Tag legte.

Mit wenigen Instrumenten und einer wohl überlegten Abmischung, entstanden so großartig, düstere Meisterwerke. Auch die Ausflüge Richtung wreath of barbs und evoke waren gelungen, obwohl diese - nicht nur von den Farben her - eine Abkehr alter musikalischer Klänge war. Zugegeben, über diese beiden Alben mag man streiten.

Doch nach Evoke kamen nur noch vereinzelt Perlen auf den Alben zum Vorschein. Siamese und Schreck&Graus - da war schon nicht mehr vieles gutes mit dabei. Es mutierte zum Durchschnitt - nicht nicht hörenswert, aber auch nicht unbedingt hörenswert. Aus dem ruhig überlegten Sound wurde in meinen Ohren immer mehr "Krach" mitgehört - die Alben waren nicht mehr homogen, verbargen kein Konzept mehr.

Dieses Album knüpft wieder ein wenig an die alten Zeiten an. Es ist auch melodischer, weil sich der vermeintliche Krach reduziert hat. Der letzte Track schließt den Kreis zu alten Erfolgen fast. Aber auch hier fehlt ein gewisses Extra - sicher hören kann man es und manch guter Sound ist mit dabei. Aber es fehlt noch das gewisse Plus, um endlich mal wieder an die alten meldodisch düsteren Werke anzuknüpfen.

Persönlich würde ich es nicht als Rückschritt empfinden. Eher als Besinnung auf alte Stärken.

PS: Einsteiger empfehle ich nicht gleich andere Bands, sondern vor allem die alten Alben ala MFAST, Embroydead usw. usf. Da kommt Hörgenuss auf


Teufel Kombo 42 Mini HiFi Anlage Stereo Schwarz
Teufel Kombo 42 Mini HiFi Anlage Stereo Schwarz

3.0 von 5 Sternen Teufel Kombo 42 vs. Denon DM-39, 5. November 2012
Nach reiflicher Überlegung habe ich mich zuerst für die Teufel Kombo 42 entschieden.

---- BOXEN ----

Die Verarbeitunsqualität der Ultima 20 Boxen bei 80 Watt ist super - hier stimmt wirklich alles. Dafür sollte man aber berücksichtigen, dass diese rund 3x größer sind als die von der o.g. Denon-Anlage. Klein und zierlich wirkt das Ganze also nicht gerade. Der Sound hingegen bietet alles was Ottonormalverbraucher verlangt. Für 200€ Gesamtpreis sicherlich ein gutes Angebot.

Vergleichend zur Denon muss man sagen - auch hier stimmt der Klang. Dafür, dass die Boxen so klein ausfallen, haben sie aber einen guten abgerundeten Sound und sind auch nicht zu leise bei 30 Watt. Ich hatte das Volume nur auf 13 von 50 und da kam ordentlich Musik heraus. Sollte man mal richtig aufdrehen, dann kann man sicher mehr als nur den 20qm Raum beschallen. Sicherlich sind in diesen Lautstärke-Regionen die Teufel-Boxen vorn. Trotz anfänglicher Skepsis bzgl. der Denon-Boxen wurde ich nicht enttäuscht und kann mich definitiv mit diesen arrangieren.

Qualitativ stehen die Teufel-Boxen vor - das merkt nicht nur an den Kabelanschlüssen, welche bei den Ultima-Boxen richtig edel daherkommen, sondern auch daran, dass die Kabel bei den Denon-Boxen selbst verdrillt werden müssen. Ein recht marginaler Aspekt, aber er zeigt eben, dass auch die Kleinigkeiten bei Teufel wohl bedacht wurden.

---- RECEIVER ----

Der IP 42 CR Receiver allerdings machte mir gleich zu Beginn Sorgen - zuerst fiel die CD-Lade negativ auf. Diese machte einen doch recht wakligen Eindruck. Ein optischer Eingang fehlt und auch der Receiver wirkt leicht überdimensioniert - hier liegt der Denon Receiver eindeutig vorn. Zudem werden Informationen über das nur einzeilige Display ausgegeben. Einer der Kaufgründe, war esdie USB-Schnittstelle primär zu benutzen. Hier musste ich aber feststellen, dass man wohl in den letzten 5 Jahren sich keine größeren Gedanken gemacht hat - leider...

Ich habe erst einmal überdimensioniert rund 1600 Titel auf einen 16 GB Stick gespielt - alles wurde problemlos erkannt, nachdem der initiale Scan nach ca. 10-15 Sekunden abgeschlossen wurde - meiner Meinung nach einen Tick zu lang. Nun die große Herausforderung der Navigation...Herausforderung ist wohl zu viel gesagt, denn die Navigation ging ganz einfach. Es gibt nur von Titel zu Titel, maximal in 10er Schritten - heißt: für Titel 311 muss man 31x "10+" drücken und die "1" hinterschieben. Navigation nach Künstler, Album usw. entfiel vollständig. Das bereitet natürlich schon bei 6 Alben Kopfzerbrechen, da nie klar ist, wo ein Album aufhört und das nächste anfängt. Ausgelesen werden im übrigen die ID3-Tags der MP3-Datei. Man kann sich dann anzeigen lassen "Interpret", "Album" und "Titel", wobei die genannten Worte immer voranstehen. Das nimmt wiederum fast den gesamten Platz des Zeilendisplays ein - nach 3 Sekunden fließt dann der Text. Für mich ebenfalls eine völlig unnötige Verschwendung. Meist wird der Nutzer wissen, welche Info ihm da angezeigt wird.
Ich musste dann erst einmal stutzen. Ich konnte eigentlich nicht glauben, dass ein 60€ Autoradio problemlos nach Interpret, Album und Titel navigieren kann, aber kein 200€ Receiver.

Die mitgelieferte Antenne für das Radio kann man sich eigentlich sparen. Der generell schlechte Empfang kann durch ein handelsübliches Kabelchen sicherlich nicht abgefangen werden. Hier müsste man also ggf. nachkaufen. Denon liefert hier eine deutlich bessere Antenne ab. Zwar nur eine Kleinigkeit, aber bezeichnend für den Receiver.

Vergleichend hierzu der Denon-Receiver. Dieser machte erst einmal einen soliden Eindruck, verfügt über ein zwei-zeiliges Display und einen optischen Eingang - super um das Ganze ohne größere Umstände an den TV anzuschließen. Dann habe ich den USB angeschlossen, welcher definitiv hier schneller erkannt wurde als bei dem Teufel-Receiver. Allerdings ist auch hier nur eine Ordner-Navigation möglich (dies war mir allerdings schon vor dem Kauf bekannt). Sicherlich auch etwas ungegeignet für die o.g. Menge an Titeln und Alben, allerdings schon eine deutliche Erleichterung. Problematisch hier wiederum: es werden nicht die ID3-Tags ausgelesen, sondern der Dateiname. Dies ist in erster Linie natürlich bei Alben problematisch, da diese selten den Interpreten im Namen haben. Und da alphabetisch sortiert wird, entsteht so erstmal Chaos. Dabei werden auch etwaige Unterverzeichnisse mit ausgegeben. Hier muss ich noch etwas nachsteuern, was mich aber erst einmal nicht so groß stört. Und sicherlich werde ich auch zurückfahren müssen, was den Titelumfang betrifft. Aber das stört mich auch nicht immens.

Im Übrigen wurde auch mein Nexus problemlos erkannt.

Fazit der Receiver: Erstaunlich wie wenig sich hier getan hat. Erstaunlich eigentlich falsch - eher unglaublich. Letztlich muss man hier nur mal bei der Software nachregeln, aber warum hier ein 60€ Autoradio die Navigation besser kann, bleibt allein ein Geheimnis der Hersteller. Sicher hätte ich eine solche Navigation präferiert, aber mit dem Denon-Receiver klappts ja einigermaßen.

Fazit war: Ich habe die Anlage zurückgeschickt und mich für Denon entschieden. Wie genannt, selbst bei einigen Alben auf dem Stick steht man schon vor großen Herausforderungen. Für mich ein absolutes No-Go. Schade eigentlich. Wer jedoch darauf verzichten kann, ist sicherlich mit dieser Anlage nicht schlecht beraten. Andererseits neige ich dann doch zu der Empfehlung lieber die Ultima-Boxen zu nehmen und einen für die Bedürfnisse kompatiblen Receiver zu suchen.

Gut zu wissen ist sicherlich noch, dass auf der Teufel-Homepage teils Outlet-Angebote (schon geöffnete Anlagen für Messezwecke oder zurückgeschickte Ware, wobei Kabel fehlen könnten) oder auch regelmäßige Angebote der Neuware erfolgen - leider war die Kombo 42 schon ewig nicht mehr im Angebot für 249€.
Der Teufel-Service lässt meiner Meinung nach auch etwas zu wünschen übrig. Ich hatte bestellt, da wurde eine Lieferfrist von 7-14 Tage angepriesen. Selbst als diese dann auf einen Werktag herabgesetzt wurde, erhielt ich keine Bestätigung. Nach geschlagenen 4 Wochen bekam ich die Anlage. Das Zurückschicken war recht angenehm, da DHL die Ware von zu Hause abholte. Allerdings ging auch hier nach 10 Tagen erst die Empfangsbestätigung ein und weitere 5-7 Tage später hatte ich dann das Geld wieder zurückerhalten.


Das neue Buch Genesis
Das neue Buch Genesis
von Bernard Beckett
  Broschiert
Preis: EUR 5,95

13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der Apfel ist und schmeckt nicht, 2. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Das neue Buch Genesis (Broschiert)
Rein formal gesehen handelt es sich hier nicht um den klassischen Roman in Fließtext, sondern um ein Prüfungsgespräch zwischen Anax und den Prüfern. Dementsprechend ist der Aufbau - was jedoch bei einem Umfang von 172 Seiten mit großzügigem Satz erst einmal der Sache keinen Abbruch tut. Das Buch liest sich flott durch und der Schreibstil wirkt sicher und galant.

Einen klassischen Protagonisten hat die Geschichte eigentlich nicht - Anax und die Prüfer tragen den Kern der Geschichte vor - spielen sich auch immer den Ball zu und agieren nie gegeneinander. Kern- und Prüfungsthema ist Adam - der Held der heutigen Gesellschaft. Mit von der Partie ist Art - ein Roboter, welcher bis dato nur mit seinem Erbauer William zusammenlebte und nun durch/mit/von Adam lernen sollte bzw. es beobachtet wird, wie Art sich nun verhält.

Dies ist auch der eigentliche Kern der Geschichte - die Beziehung von Roboter und Mensch und wie schon von anderen rezitiert, wird all dies gegen Ende der letzten Seiten auf den Kopf gestellt. Dabei ergeben sich durchaus Anreize noch etwas nach dem Lesen beim Thema zu verweilen, die Geschichte nochmals durchzugehen und bestimmte Ereignisse in das neu erworbene Licht der Erkenntnis zurechtzurücken.

All dies gelingt auch und macht das Buch durchaus interessant und spannend - nur warum dann "nur" 3 Sterne? Zugegeben 3,5 Sterne wären fair. Dem Buch fehlt allerdings einiges an weiteren Ansätzen und Anreizen. Der Kern der Geschichte ist wirklich gut gelungen, auch der Schreibstil passt (wobei ich nicht verstehe, welche Fremdworte es hier dem Leser erschweren - da sollte man man Charles Stross - Accelerando lesen...). Aber es fehlt an Leben - im wahrsten Sinne des Wortes. Weder Anax und Adam noch Art können wirklich die Geschichte mit persönlichen Eindrücken versehen - aus Sicht von Anax und den Prüfern liegt dies daran, dass es eben Geschichte ist und man das Verhalten nur interpretieren kann. Dennoch bleibt die Gefühlswelt flach wie eine Scheibe. Auch die ersten 50-80 Seiten, in den Adams Leben und Anfänge bishin zu dem Treffen mit Art geschildert wird, ist nachblickend blaß und eigentlich unwichtig. So fehlt dem Ganzen doch der Pepp um den Kern der Geschichte besser herauszuarbeiten, um es einfach schlichtweg besser zu präsentieren. Es wirkt in dieser Form nicht plump - keineswegs. Nur es hätte besser sein können und mit Abstand auch sein müssen.

Zudem kann das Buch eigentlich nicht anders enden als es endet - somit bleibt es auch aus, die Geschichte und das neuerworbene Wissen nachwirkend philosophisch zu eruieren. Dies ist keineswegs ein Wiederspruch - das Ende gefällt mir so wie es ist, aber der ein oder andere könnte sich auch daran stören.

An anderer Stelle hat es ein Rezensent richtig beschrieben - eine gute Schulbuchlektüre ist es allemal und auf Grund des Umfangs kann man bedenkenlos zugreifen - auch von dem Kernpunkt der Story wird man sicher nicht enttäuscht. Mir fehlt etwas das handwerkliche Geschick und eine andere Tiefe um das Thema vollends auszuschöpfen.


Dystopia
Dystopia
von Patrick Lee
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nette Idee im mittelmäßigen Ambiente, 24. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Dystopia (Taschenbuch)
Der Klappentext hat mich schon gereizt, obwohl ich eigentlich primär Science Fiction lese, hatte ich hier mal spontan zugegriffen.

Richtige Science-Fiction ist es beileibe nicht. Es geht um Gelinde gesagt - Objekte mit unbekannter Herkunft, welche die unglaublichsten Dinge anstellen können. So eben jene Entität, welche es ermöglicht in die Zukunft zu gehen und da liegt natürlich alles in Schutt und Asche.

Die Protagonistin Paige erläutert dies dem Präsidenten, worauf hin dieser direkt in Washington die Autokolonne bei der Rückfahrt samt Paige "unauffällig" überfallen lässt. Klar ist also - die gesamte Exekutive der USA ist nicht mehr vertrauenswürdig und Paige und ihre Freunde Bethany und Travis müssen die Welt retten.

Bis auf den Zylinder, der einen Übergang in die zerstörte Zukunft ermöglicht, gibt es kaum Science-Fiction. Es handelt sich also eher um einen Thriller mit subtilen Sci-Fi Elementen. Davon unabhängig ist die Story durchaus nachvollziehbar, wenn auch nicht immer realistisch (auch was das Verhalten betrifft). Nichtsdestotrotz ein durchaus würdiges Szenario - nur man merkt dem ganzen Buch schon an, dass es hier als vornweg als Reihe konzipiert war. Sicherlich hätte man mehrere Entitäten mit einbeziehen können - auch mehr Hintergrund zum Portal usw. wären möglich gewesen - so hätte man mehr Tiefe vermitteln können. Letztlich fokussiert sich aber alles sehr stark auf die "Entität des Tages" - um es überspitzt zu formulieren. Dennoch eben solide Kost.

Was sicherlich nicht solide oder souverän wirkt, ist das Sprachliche. Einerseits klar auch den Übersetzer zurückzuführen, leistet sich dieser gleich zu Beginn des Werks den Fauxpas " Very Large Ion Collider" mit "Sehr Großer ..." zu übersetzen - was sicherlich nicht zeitgemäß ist.
Andererseits liegt es auch am Autor selbst - Sätze wie "Er fährt den Computer hoch. Während der Computer hochfährt..." wirken nicht gerade schriftstellerisch kompetent. Auch macht sich ein schwankender Schreibstil bemerkbar - manchmal wirkt es abgehakt und wie im vorherigen Beispiel gezeigt, wird oftmals ein einfacher unpassender Satzbau verwendet - gerade in Bezug auf Beschreibungen von der Umgebungen oder auf Tätigkeiten einer Person. An anderen Stellen hingegen liest es sich durchweg positiv und quasi in einem Rutsch. So möchte man fast meinen, man merke dem Autor an, wann dieser die Muse zum Schreiben hatte und wann nicht.

Somit verwundert es nicht, dass die ersten 80 Seiten sich hölzern langhinziehen. Dann wird es richtig spannend als sich Paige, Travis und Bethany das erste Mal länger in der Zukunft bewegen und man auch als Leser mit dem ersten inhaltlichen Highlight konfrontiert wird. Danach "plätschert" das Werk wieder ein wenig vor sich hin und bewegt sich im Großen und Ganzen doch recht früh dem Ende hinzu. Dieses fällt in meinen Augen nicht spektakulär aus - man verzichtet was die große "Knallerei" - was aber auch zu begrüßen ist. Die letzten 20 Seiten - quasi das Ende vom Ende - geht mir dann doch etwas plump von der Hand, was schon eine kleine Enttäuschung darstellt.

Etwaige inhaltliche Gedankenspiele oder philosophische Ansätze werden konsequent nicht verfolgt. Es befindet sich alles stets an der Oberfläche, was aber hier auch dem Umfang mit 411 Seiten (bei großzügigem Zeilenabstand) geschuldet sein mag. Vielleicht aber auch, weil es konzeptionell keine Ansatzpunkte für eine etwaige Diskussion gab.

Zusammenfassend ist es ein solides Werk - was durchaus gelesen werden kann und durchaus lesenswert ist. Hardcore Science-Fiction ist es nicht und daher auch jenen Lesern nicht zu empfehlen, da sich dann doch zu schnell Enttäuschung breit machen würde.

Sollte ich mal wieder eine Pause von meiner bevorzugten Literatur benötigen, kann ich mich sicher den anderen Werken der Reihe widmen. Solange müssen aber Paige & Co. ohne mich die Welt retten.


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