Profil für Erlkoenig > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Erlkoenig
Top-Rezensenten Rang: 2.292
Hilfreiche Bewertungen: 1676

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Erlkoenig (Rostock)

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-15
pixel
FIFA 15 [PC Origin Code]
FIFA 15 [PC Origin Code]
Preis: EUR 53,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ersteindrücke in Pro und Contra, 26. September 2014
Rezension bezieht sich auf: FIFA 15 [PC Origin Code] (Software Download)
Zu schade, zum großen EA-Bashing komme ich wohl zu spät. Als ich meinen Code um halb fünf erstand und gleich darauf via Origins einlöste, schien das Problem schon wieder vom Tisch. Mein Beileid allen Betroffenen, aber ich könnte eine Ein-Stern-Wertung nach derart problemloser Aktivierung und anschließendem Download nicht vertreten. Überdies schließt die PC-Version endlich auf, wofür ihr Applaus gebührt.

Dennoch bleibt es der Applaus all jener, die auf den billigen Plätzen wieder einmal warten mussten, weil die Entwicklerschaft felsenfest glaubte, wir säßen noch immer durch die Bank weg vor einem Kern und Windows XP. Genug des Nachtretens, denn mit FIFA 15 wächst nun Gras darüber - und zwar so grün und detailreich wie nie.

Positiv aufgefallen:

- Grafisch macht FIFA einen gewaltigen Sprung - wenigstens auf dem PC. Vergessen die blassen, blanken Plätze aus dem Vorgänger. Die Farbintensität ist bemerkenswert und der Rasen weist nach harten Zweikämpfen gar Spuren der Abnutzung auf.

- Viele animierte Kleinigkeiten lassen die Kicker in der Bewegung noch realer und geschmeidiger wirken. Die für den PC neue Ignite-Engine sorgt für chicen Fußball: Wenn der Torwart einen Volley aus nächster Nähe pariert, wenn zwei Spieler kollidieren und wenn der Einwerfende den Ball mit dem Fuß aufnimmt.

- Das Timing der Offensivspieler beim Dribbling vermittelt den Eindruck, antrittsstarke Leute würden den Verteidiger geradezu vernaschen. Da kommt freilich Stimmung auf, der Sprint wirkt dynamischer, entschlossener, simulierter. Timing meint auch das Gefühl für Abseits, das viel ausgeprägter zu sein scheint.

- Wer FIFA 14 in einer hohen Online-Liga abschloss, startet nun gleich zu Beginn in einer höheren, nicht mehr in der zehnten. Bei mir war es im Vorjahr die zweite Liga, deshalb durfte ich dieses Mal schon in der achten beginnen. Macht den Kohl nicht fett, ist aber ein nettes Zeichen der Anerkennung. Und man spart sich eine Hand voll allzu einseitiger Partien.

- UPDATE - Verifiziert nur für die englischsprachigen Kommentatoren: Es gibt brandaktuelle Sprüche zur just verstrichenen Weltmeisterschaft. Mats Hummels sei lange unbesungener Held des deutschen Nationalteams gewesen, nach der WM würde ihm nun aber die Anerkennung zuteil, die er verdient. Ähnliche Geschichten erzählen Martin Tyler und Alan Smith zu Cavani und Co.

Negativ aufgefallen:

- Was die Stürmer stärker macht, bringt die Verteidigung in die Bredouille. Meine Abwehr fühlt sich noch schwammig an, behäbig und manchmal unpräzise. Sie nimmt es mit der Manövrierfähigkeit selbst mittelprächtiger Angreifer kaum auf - trotz starker Werte bei Antritt und Geschwindigkeit (Abate, De Sciglio, Armero). Eventuell nur der erste Eindruck, womöglich bin ich aus der Übung, Ich werde ein Auge darauf haben und hier gegebenenfalls richtigstellen. UPDATE - Inzwischen ist es amtlich: Ich bin gehörig aus der Übung und muss nur nachlegen.

- Die deutschen Kommentatoren sind nach wie vor unterirdisch. Vielleicht muss langsam einmal ein neues Duo ans Mikro, weil dieses hier nach all der Schelte gar keine Gerechtigkeit mehr erfahren wird. Zur Auswahl steht außer dem deutschen nur noch der englische Kommentar. An den Italienischen gelange ich also wieder nur auf Umwegen.

Zwischenzeitliches Fazit: FIFA 14 kam nicht gut weg bei mir, mit diesem Teil aber hat es echte Verbesserung erfahren und die will ich auch honorieren. Zu den Modi Karriere und Ultimate Team sowie dem Feature, Angriff- und Verteidigungsverhalten jedes Spielers einzeln festzulegen, kann ich noch nichts sagen. Ich reiche es nach, sobald ich die Zeit gefunden habe, mich eingehend damit zu beschäftigen.


Warhammer 40k: Dawn of War II - Retribution
Warhammer 40k: Dawn of War II - Retribution
Wird angeboten von skgames
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Antrag auf Exterminatus, 24. September 2014
Wie lange hätte sich wohl die heilige Inquisition derartige Eintönigkeit gefallen lassen, ehe sie den Ordo Malleus mobilisiert und über Teil zwei des von mir so geschätzten Dawn-of-War-Franchise den Exterminatus verhängt hätte? Geduldig waren wir allemal.

Dawn of War war ein Kracher von einem RTS: Pathos satt und taktisches Gemetzel, bis die Bolter glühten. Die Truppen steckten ordentlich ein, mussten aber trotzdem clever aufgestellt werden. Der Nachfolger brach jäh damit. Weniger Makromanagement, scheinbar zufallgenerierte Karten und immer gleiche Aufgaben sorgten fix für Langeweile. Das AddOn "Chaos Rising" bemühte sich noch einmal um Abwechslung, indem es dem Spieler die Entscheidung zwischen gut und böse ließ - immerhin, der Versuch war es wert. "Retribution" tritt wieder den Rückzug an:

- Keinerlei Entscheidungsgewalt mehr - die Bloodravens befinden sich wieder im ewigen Kreislauf von Rechtschaffenheit und Chaos, Korruption und Rache. Unbeirrt führt Apollo Diomedes seine Mannen durch die sechs obligatorischen Missionen, in denen freilich nicht viel Zeit bleibt, um sich mit Captain und Gefolge anzufreunden. Zweifel am Tun gibt es nicht. Was getan werden muss, wird getan - wie es der Kodex befiehlt.

- Noch immer wenig Taktisches - Meltergranaten gegen Fahrzeuge und Heilfähigkeiten auf Cooldown, das genügt, um sämtliche Aufgaben zu meistern. Umsonst die Suche nach Deckung, wie noch im Tutorial gepredigt. Rückt der Tross geschlossen vor, hält ihn praktisch nichts mehr auf. Damit bleibt Dawn of War II ein Strategiespiel für Arme.

- Masse statt Klasse - Statt sechs Minikampagnen (für jede Fraktion eine) wäre eine mit Schmackes die bessere Wahl gewesen. Vielleicht aus der Sicht des Chaos, vielleicht aus der der imperialen Armee. Dann aber bitte mit allem Drum und Dran und einem innovativen Feature. Nachdem ich kurz in zwei weitere dieser Minikampagnen hineingespielt hatte, war klar: Das hier ist Beschäftigungstherapie. Neue Skins, andere Fähigkeiten, sonst aber das gleiche öde Abgrasen der Maps und eine 0-8-15-Story.

Fazit: Im Koop-Modus womöglich noch zu ertragen, langweilte es mich als Einzelspieler schon ab dem zweiten Einsatz gewaltig. Das lag natürlich auch daran, dass ich die Vorgänger brav abgearbeitet hatte und echte Neuerungen beim besten Willen nicht entdecken konnte. Eine Kaufempfehlung bringe ich so partout nicht heraus.


XCOM: Enemy Within [PC Steam Code]
XCOM: Enemy Within [PC Steam Code]
Preis: EUR 24,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Charaktererstellungsmodul mit taktischem Tiefgang, 1. September 2014
Manchmal erwache ich nächtens und stelle pikiert fest, dass jemand in mein Kopfkissen gesabbert hat. Plausibel schien mir stets die Erklärung, von Spielen wie diesem hier geträumt zu haben. Schließlich ist es wundervoll in dem, was es sein will. Leider will es nicht mehr sein.

Untertassenalarmstufe Rot. Dem blauen Erdball droht Ungemach, als vermeintlich unbekannte Invasoren die Metropolen der Menschheit in Schutt und Asche legen. Während die Zivilbevölkerung noch an den schlechten Neuigkeiten knabbert, organisiert XCOM schon den Gegenschlag. Und bald stellt sich heraus: So unbekannt ist der Feind gar nicht.

XCOM: Enemy Within ist das AddOn zum rundenbasierten Taktik-Shooter XCOM: Enemy Unknown, den ich in einem Abwasch mit abhandele. In diesem stellen wir uns ein sechsköpfiges Team zusammen und treten einer Alien-Invasion entgegen. Gekämpft wird auf Basis von Bewegungspunkten. Jeder Soldat hat zwei davon und darf entscheiden, wofür er sie ausgibt: Laufen, Angriff, Heilen oder Deckung suchen. Zwischen den Einsätzen wird das Hauptquartier ausgebaut und geforscht, was das Zeug hält.

Der Spielspaß ergibt sich aus wirklich tiefem taktischen Tiefgang und rollenspielgleichen Individualisierungsmöglichkeiten der Squadmitglieder. Aus einem grasgrünen Rekruten, der schon nach einem Volltreffer tot sein kann - und damit für den Rest der Story raus ist -, wird gut behütet eine Ein-Mann-Armee. Ein junger Scharfschütze zum Beispiel verfehlt selbst die dicksten Brummer, im Rang eines Colonels und mit gutem Equipment hingegen nimmt er gegnerische Trupps im Alleingang auseinander. Hinzu kommen Genmanipulationen, Psi-Fähigkeiten und MEC-Transformationen, die erheblichen Einfluss auf Style und Strategie haben.

Meine Mannschaft bestand schließlich aus einem schwergepanzerten MEC, einem lebensmüden Sturm-Nahkämpfer, einem Spezi für schwere Wummen, einem wieselflinken Sani und zwei Snipern. Andere Kombinationen spielen sich spürbar anders. Um Geldgeber und Unterstützer bei Laune zu halten, muss zudem das Makromanagement stimmen. Fühlen sich Nationen des XCOM-Projekts vernachlässigt, steigen sie kurzerhand aus und am Ende des Monats fehlt dann das Bare.

Sowohl Rüstungen als auch Genmanipulationen verändern die Soldaten sichtlich. Namen lassen sich ändern, Spitznamen vergeben und Äußerlichkeiten definieren wie bei der Charaktererstellung eines RPG. So viel Vielseitigkeit hätte das Spiel auch narrativ vertragen können. Dramaturgisch aber erweist es sich gerade am Ende als mau. Der mysteriös beworbene Antagonist ist ein Ensemble von Bilderbuchaliens, die wir aus Filmen und Spielen nur allzu gut kennen. Auch der Handlungsverlauf ist vorhersagbar. Bis auf Ausnahmen ist das Leveldesign geradezu eintönig. Und es wird deutlich, dass das Spiel gar nicht mehr sein möchte als konzentrierte Taktik und Charaktererstellungsmodul.

Zur Erweiterung: Stelle ich mir das Spielerlebnis ohne die Zusatzinhalte der Erweiterung vor, will ich ihm einen Stern abziehen. Immerhin hieße das noch weniger Abwechslung. Ich empfehle deshalb, sie gleich mit zu installieren. Wohlgemerkt, sie erweitern das Basisspiel und führen es nicht fort.

Meine Empfehlung: Für Taktik-Nerds ein Muss. Die knapp 50 Stunden Spielzeit vergingen wie im Flug, zwischenzeitlich konnte ich mich nur schwer davon losreißen. Allerdings investierte ich auch kräftig in die Individualisierung meines Teams. Daran sollte man also Gefallen finden, um vom flachen Rest nicht allzu enttäuscht zu sein.


FIFA 14 [PC Origin Code]
FIFA 14 [PC Origin Code]
Preis: EUR 8,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Kurzrezension für Spätinteressierte, 16. August 2014
Rezension bezieht sich auf: FIFA 14 [PC Origin Code] (Software Download)
Gewiss, gewiss: Diese Rezension kommt zu spät. Die WM ist passé und Fifa 15 steht bereits in den Startlöchern. Für Nachzügler und jene, die stets eine Ausgabe hinterherhinken, weil's plötzlich nur noch die Hälfte kostet, hier dennoch in Stichpunkten, was mir ins Auge gestochen ist:

- neuerlicher Rückstand gegenüber den Konsolenfassungen. Da hatten PC-Spieler mit Fifa 11 nach zähen Verhandlungen und endlosem Warten den lang ersehnten Sprung gemacht und hinken nun doch wieder hinterher. Im Vergleich wirken Grafik und Animation schlicht altbacken, blass und detailarm. Das Grün geht als solches nicht mehr durch, die Plätze erinnern verdächtig an Fifa 08. Darauf würde ich heute doch keine Bergziege mehr grasen lassen.

- Stürmer-KI mit Rückschritt. Der Dreizehner rühmte sich noch, den Angreifern endlich Abseits erklärt zu haben, und Tatsache: Sie dachten gelegentlich mit. Das Feature scheint mir wieder gelöscht. In bestimmten Formationen, wie dem offensiven 4-3-3, beschleicht mich der Eindruck, drei Inzaghis aufgestellt zu haben, der ManUs ewigem Alex Ferguson zufolge ja im Abseits geboren wurde. Jedenfalls ergänzen sich ihr und mein schlechtes Timing mitnichten.

- Stillstand im Gameplay. Viel hat sich jedenfalls nicht getan. Von den überarbeiteten Schusstechniken habe ich nichts gemerkt, allein die neue Schwerpunktverteilung macht sich bemerkbar. Spieler wirken behäbiger, langsamer. Sie nehmen den Ball an und müssen sich orientieren - auch physisch. Das nimmt Tempo aus dem Spiel und macht es zugänglicher für Gelegenheitskicker. Und eben solche waren es auch, die mir bei meinem Durchmarsch in Liga 1 hauptsächlich über den Weg gelaufen sind. Überhaupt macht die Konkurrenz online eine dumpfere Figur: weniger versiert womöglich. Vielleicht war ich auch einfach zu spät dran. Offline-Zocker wird's wenig kümmern.

Mein Rat: Lasst es bleiben! Habe ich so bei einem Fifa lange nicht mehr gepoltert, dieses Mal aber ist es mir ernst. In anderthalb Monaten gibt es Fifa 15, das wieder zum ständigen Next-Gen-Pendant der Konsole aufschließen will. Wer wird sich da für 20 Euro noch über die Staubschicht auf diesem hier ärgern?


Scharlachroter Winter - Krieg der Vampire
Scharlachroter Winter - Krieg der Vampire
DVD ~ Bryan Ferriter
Preis: EUR 8,96

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Was vom Mythos übrig blieb (Filmrezension), 12. August 2014
Es begab sich vor ein paar Jahren - eine junge Mormonin pfählte gerade den Mythos Vampir, um aus den staubigen Überresten ihren glitzernden eigenen zu basteln -, dass die dunkle Kunst zum Werkzeug wurde: Plötzlich waren Blutsauger sexy, durch und durch salonfähig, überaus einträglich und damit probate Zutat eines jeden Leinwandprojektes. Was Carpenter, Craven und Coppola noch nach Ritus erzählt wissen wollten, gehörte fortan zum Grundkurs Filmschafferei. Heute sind Vampire nicht mehr zwingend Thema eines Films, sie können schnöde Deko sein. Wie in diesem hier.

Finsteres Mittelalter, irgendwo in Europa: An einem prasselnden Lagerfeuer träumt Vampirprinz Elric von Einigkeit zwischen Mensch und Monster, sehr zum Leidwesen der Familie. Der stolze Visionär bleibt stur. Unbeirrt setzt er auf die uralte Prophezeiung, die da den Falken ankündigt: den einen, der den Frieden bringt. Doch die Jahrhunderte wenden das Blatt. Tief im Schnee und Eis der Berge suchen er und die Seinen nun Zuflucht. Bis eine Gruppe Studenten dem schwindenden Wildbestand auf die Schliche kommt ...

"Scharlachroter Winter" vorzuwerfen, er wäre ein mieser Vampirfilm, schiene mir schlecht gezielt. Ich bezweifle gar, dass es einer werden sollte. Mit den klassischen Charakteristika des Genres hält sich Produzent und Drehbuchautor Bryan Ferriter jedenfalls nicht auf: Blutdurst bleibt Nebensache, Sonnenlicht zeigt keinerlei Wirkung und auch die üblichen Vergünstigungen wurden ersatzlos gestrichen - telepatisches Talent etwa oder Flugkünste, die die Ewigkeit etwas bunter gestalten würden. Stattdessen reicht Ferriter ein Potpourri erzählerischer Motive: Darunter den auf Rache sinnenden Prinzen ganz im Stile Hamlets, den er schon am erzkatholischen Carroll College mimen durfte; die dazugehörige shakespearsche Theatralik mit ellenlangen Monologen nebst reichlich Mord und Totschlag; die sturzbetrunkene Partygesellschaft Halbwüchsiger, die Verlauf und Fügung nach und nach ausdünnen. Und nicht zu vergessen, eben jene rätselhafte Prophezeiung.

Ferriter verliert sich darin. Ungebremst von Regie oder Hauptrolle - denn auch die beiden Jobs gehen an ihn -, scheint er in die 106 Minuten zu stopfen, was ihn Zeit seines Studiums bewegte. Untote zählten wohl nicht dazu. Sie sichern ihm Aufmerksamkeit, mehr nicht. Warum sonst sollte er von dem Mythos so wenig mitnehmen? Auch stellt er keine Fragen, obwohl es zu fragen gelte. Denn wenn Vampire gerade nicht zubeißen, suchen sie Antworten.

Der überschaubare Etat von knapp 400.000 Dollar darf als Ausrede nicht reichen. Es braucht keine kostspieligen Kulissen und teuren CGI-Effekte, um die Stimmung zu treffen, wie die im letzten Jahr erschienenen Low-Cost-Produktionen Byzantium" und Only Lovers left alive" sowie die wenig ältere schwedische Buchadaption Låt den rätte komma in" belegen. Ein kleines Budget schmerzt dann, wenn man das falsche Thema wählt oder die falschen Bilder. So hätte Ferriter besser auf Schwertscharmützel verzichtet, wenn das Sparschwein nur Holzknüppel hergab und schon der Choreograf zu teuer war.

Dabei gäbe der hagere Herzensbrecher rein äußerlich durchaus einen vorschriftsmäßigen Blutsauger ab: blasse Haut, kantige, scharfe Züge, schwermütiger, sehnsuchtsvoller Blick aus aschgrau schimmernden Augen. Vielleicht kein Robert Pattinson, aber immerhin. Er hätte sich beim Schreiben des Drehbuchs nur helfen lassen sollen. Der Rest des No-Name-Casts wirkt leider gänzlich austauschbar. In der deutschen Synchronfassung übrigens wortwörtlich: Hier übernimmt ein Sprecher doch allen Ernstes zwei Rollen mit aberwitzig verstellter Stimme.

Am Ende steht da ein kleiner Film, der vorgibt, ein Herz für Vampire zu haben. Tatsächlich schert er sich wenig um sie, wie um die Kunst, von ihnen zu erzählen. Womöglich, weil er es nicht besser weiß. Macher Bryan Ferriter springt mit "Scharlachroter Winter - Krieg der Vampire" auf den Zug, der vom Boom befeuert nirgends Station macht und offenbar kein Ziel kennt. Derweil gerät der Mythos zum Verkaufsargument und zur Fahrkarte auf die Blu-ray.


Shadowrun Returns - [PC]
Shadowrun Returns - [PC]
Wird angeboten von Catvertrieb
Preis: EUR 17,93

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mageres Oldschool-Rollenspiel mit viel Potential, 11. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Shadowrun Returns - [PC] (Computerspiel)
Jo, Chummer, du hast die Wahl: Cokes und Trids in der Union oder ab in den Drek des Sprawls, ein paar verfraggte Ganger gecowboyt und den Kons in die Suppe gespuckt. Mit prallem Credstick entwischst du dem SINlosen Alltag viel leichter - BTL ist schließlich nicht billig. Wiz. Also ein paar Runner bezahlt: einen Band-Aid mit ordentlich Mojo, dazu einen Kampfdecker oder einen Rigger mit Matrixerfahrung und einen Cyberzombie fürs Grobe. Und ab die Post.

Man sieht, an Substanz mangelt es dem 25 Jahre alten Shadowrun-Universum nicht. Für den Soziolekt braucht's einen kleinen Reiseführer und die Dystopie aus Cyberpunk und Fantasy ist mal etwas ganz anderes. Auch wenn Trolle im Anzug und Orcs mit Marke ein gewöhnungsbedürftiges Bild abgeben. Der Name sagte mir bis zum Erscheinen von Shadowrun Returns im letzten Sommer trotzdem nichts. Vom Kauf sah ich damals noch ab, weil das Speichersystem mächtig Schelte einstrich.

Dies Problem ist inzwischen behoben. Speichern ist nun immer und überall möglich - auch mitten im Kampf und zwischen den Zügen. Vorher hatten Spieler moniert, im Fall eines Scheiterns Level komplett noch einmal durchlaufen zu müssen. Was nach dem Update bleibt, ist ein textlastiges Oldschool-Rollenspiel mit rundenbasierten Kämpfen. Ein Mix aus Planescape: Torment und Jagged Alliance, wenn man so möchte. Nur ohne Synchro.

Die deutsche Lokalisierung ist dafür prima gelungen, an Sprache und orthografische Variation gewöhnt man sich flott. Der Rest ist leider zu mager.

- Schlaffe Gesamtspielzeit von 20 Stunden - für ein Rollenspiel partout zu wenig. Auf Stippvisite in der Welt von Shadowrun lässt sich aber nun einmal kein Bezug zu Land und Leuten herstellen, und auch nicht zum eigenen Charakter. Vom Lernen der Sprache ganz zu schweigen. Was Credits wert sind und wofür ich sie bestenfalls ausgeben sollte, erschloss sich mir in der Kürze ebenfalls nicht. Also hatte ich am Ende ein chices Sümmchen übrig.

- Unausgegorenes Charaktersystem. Es fehlt trotz Freiheit in der Ausrichtung an Tiefe und Gelegenheit, sich auszuprobieren, nicht zuletzt der knappen Spielzeit wegen. Hinzu kommt, dass das Gros an Zaubern und Fähigkeiten wenigstens auf normalem Schwierigkeitsgrad nicht zum Einsatz kommt. So habe ich ein Trauma-Kit zur Wiederbelebung nie benutzen müssen.

- Gnadenlose Gradlinigkeit. Genau einmal wurde mir ein langweiliger Nebenjob angeboten, alle anderen Aufträge gehörten zur Haupthandlung. Damit verliert das kleine Abenteuer beinahe das Prädikat "RPG".

- Wenig Herausforderung. Nur vier Mal musste ich aus dem Kampf heraus neu laden, weil es meinen Protagonisten erwischte - und das bei normalem Schwierigkeitsgrad. Sonst joggte mein Vier-Mann-Team geradezu durch die nett anzusehenden Schauplätze. Ob die Herausforderung bei Release wohl darin bestanden hatte, zwischendurch nicht speichern zu können?

Summa summarum: Shadowrun Returns hat mich keinesfalls vom Hocker gehauen, aber mein Interesse geweckt. Die mit Lob überhäufte Nachfolgerkampagne Shadowrun: Dragonfall habe ich deshalb fest eingeplant. Bis dahin würde ich es jedoch nur Leseratten und Fans rundenbasierter Strategie empfehlen.


Endless Space: Emperor - Special Edition
Endless Space: Emperor - Special Edition
Wird angeboten von AVIDES
Preis: EUR 7,94

11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Viele Sterne, wenig Stimmung, 10. Juli 2014
Verlangst du von einem Strategiespiel-Entwickler, er solle elf aufregend unterschiedliche Fraktionen multiplayertauglich ausbalancieren, schmeißt er - unter üblen Tiraden auf deine arglose Mutter - höchstwahrscheinlich hin. Wer wollte es ihm verdenken? Dass die Mannen der Aplitude Studios es trotzdem durchgezogen haben, lässt vermuten, dass ihre Aufgabenstellung eine andere war.

Endless Space' Spielprinzip ist simpel: In 4X-Manier wollen Planeten kolonisiert, die Forschung vorangetrieben und Raumschlachten gefochten werden. Rundenbasiert geht's zur Sache, die unentdeckte Galaxis vor der Nase. Dabei lassen sich vorher Größe der Karte, Anzahl der Gegner sowie der Schwierigkeitsgrad bestimmen. Der Sieg winkt bei wirtschaftlicher, wissenschaftlicher oder militärischer Überlegenheit.

Wenn Amöben Schlachtkreuzer rocken und Droiden sich als Gärtner der Galaxis aufspielen, war jemand sichtlich um Abwechslung bemüht. Endless Space zieht wahrlich ein paar neue Aliens aus dem Hut. Dazu gesellt sich die Standardbesetzung um Vereintes Imperium und abtrünnige Pilger. Zur Wahl stehen gute und böse Jungs und wer in dem Pool extraterrestischer Vielfalt nicht fündig wird, darf sich kurzerhand seine eigene Truppe basteln. Klingt vielversprechend, im Äther aber verschwimmen die Charakteristika.

Plötzlich streckt das friedliebende Amöben-Kollektiv nur drei Runden nach dem Erstkontakt seine Scheinfüßchen nach meinen Systemen aus. Kurz darauf erklären mir die zur Ehre verpflichteten Sheredyn, ich sei Schlappschwanz genug und damit glücklicher Gewinner einer Kriegserklärung. Und bald ist klar: KI gesteuert verkommen die so fantasievoll angedachten Völker zu einem Zahleneinheitsbrei, der nach Belieben zuschlägt.

Spielt man sich selbst durch das bunte Angebot, fällt rasch auf, dass Unterschiede aufs Nötigste begrenzt sind. Ein Beispiel: Der Forschungs-Perk "Unendliche Supermärkte" - sein Symbol ein klappriger Einkaufswagen - gewährt den Menschen des Vereinten Imperiums einen dicken Gute-Laune-Boost - aber auch den Hissho. Einem Klingonen-Verschnitt mit Schuppen und Federn, den ich beim besten Willen keinen Einkaufswagen durch den Supermarkt schieben sehe. Wie zu erwarten, hat sich niemand die Mühe gemacht, für elf verschiedene Fraktionen elf einzigartige Gebäudetypen und Forschungsbäume zu entwerfen. Schlimmer wird's, wenn ganze Features gestrichen werden, um Unterschiede im Gameplay herauszuarbeiten. So verzichten die Golems der Harmony komplett auf Helden, die anzuheuern und zu leveln aber einen der wenigen Lichtblicke darstellt.

Auch die inhaltliche Verpflegung bleibt Notration: Eine daumenlange Beschreibung der jeweiligen Partei und ein kurzes Intro mit immer gleicher Erzählerin muss reichen. Danach begleiten Bilder von Terranern offensichtliche Uniquests auch bei anderen Rassen. Nichts spricht dagegen, als Pilger einen Helden der Automatons einzustellen und diese gleich darauf anzugreifen. Der Söldner bleibt treu - ungeachtet seiner Herkunft. Für Rollenspieler und jene, die auch auf die Stimmung schielen, schwer zu schlucken.

Die miese deutsche Lokalisierung tut ihr Übriges. Rechtschreibfehler und Grammatikschnitzer - vermutlich der dürftigen Übersetzung losgelöster Satzbausteine geschuldet - kombiniert mit Berliner Mundart ("Die Idee ist doch dufte, oder?") ersticken auch das letzte bisschen Ambiente.

Schließlich hapert's nicht zuletzt am Taktischen. Scharmützel im All, das heißt Flotte gegen Flotte. Und zwar eine nach der anderen. Dreißig Schiffe im System zu haben, bedeutet nicht zwingend, dass man die auch geballt ins Getümmel schicken darf, wie in der ebenfalls rundenbasierten Total War-Reihe üblich. Fasst eine Flotte höchstens sechs Schiffe, dürfen nur sechs der dreißig den Angreifern entgegentreten. Der Rest hat sich anzustellen. Verdiente Feuerüberlegenheit fällt somit flach.

Den jeweils drei Phasen des Kampfgeschehens live beizuwohnen, bringt überdies kaum Vorteile. Die Schiffe warpen rein, hauen nach einem vorher festgelegten Plan raus, was sie haben, und basta. Ein Muster in Strategie und Taktik der Gegner auszumachen, ist mir in 500 gespielten Runden nicht gelungen. Anscheinend bevorzugen weder Schiffsklassen noch Fraktionen bestimmte Manöver. Also rät man mutig und hofft, nicht zufällig böse gekontert zu werden.

Fazit: Endless Space täuscht an und will es dann doch nicht mit Homeland oder Master of Orion aufnehmen. Wozu das fesche Feature, sein eigenes Raumschiff designen zu dürfen, wenn sich die Stimmung im Dunkel des Weltraums verliert? Immer noch ein System, immer noch ein Planet und von Liebe zum Detail nicht viel zu sehen. Zum Kauf sei deshalb nur denen geraten, die durch Stimmungskanonen wie Birth of the Federation noch nicht verdorben sind. Mit dem 15 Jahre alten Klassiker nimmt es Endless Space auch mit AddOn "Disharmony" nämlich nicht auf.


Dishonored: Spiel des Jahres Edition - [PC]
Dishonored: Spiel des Jahres Edition - [PC]
Wird angeboten von AS-Versand Preise inkl. MwSt.
Preis: EUR 27,03

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Bonuskampagne macht's besser, 20. Mai 2014
Da klage noch einmal jemand, die Halbgötter im Hoodie läsen unsere Wunschzettel nicht. Auf meinen beispielsweise hatte ich einen leicht zugänglichen God Mode gemalt. Immer das Tamtam mit Konsole und Befehlen, die nicht mal im Handbuch stehen. Also verwies ich darauf, artig sämtliche Thief- und Hitman-Teile gebüffelt zu haben, und sie schickten mir Dishonored. Leider haben sie es zu gut gemeint, denn plötzlich meistert die Schleichprüfung gar, wer eben noch glaubte, Garrett sei ein Stehgeiger und 47 die Kleidergröße der Liebsten.

Tatsächlich scheint das Spiel zum Bersten mit all dem vollgestopft, wonach das Volk verlangt: Dem geleimten Helden auf Rachefeldzug, dem zwielichtigen Strippenzieher im Hintergrund und semidüsteren Meuchelmördern, die schon unheimlich, aber zum Glück noch nicht gruselig sind. Und freilich einem cheatgleichen Repertoire an Waffen und Fähigkeiten. Was uns online saftige Tritte vom Punk Buster einbrächte, hat in Dunwall Methode: Unser Heros linst durch Wände, teleportiert schamlos, als gelte es, die Stiefel zu schonen, und hält notfalls die Zeit an.

Dabei täuscht das Spiel obendrein. Von der oft gelobten offenen Welt kann nämlich keine Rede sein. Der jeweils nächste Auftrag wird Protagonist Corvo aufs Auge gedrückt. Erst innerhalb der Missionen darf der entscheiden, wie er sie zuende bringt. Mit Hilfe Dritter oder allein? In einem Blutbad oder "nicht tödlich"? Auch geht es nicht zurück in zuvor besuchte Gebiete, um beispielsweise Unerledigtes nachzuholen oder Liegengelassenes aufzusammeln. Damit erlaubt die vermeintlich offene Spielwelt nicht mehr als einen Schritt zur Seite, um am Wegesrand der Haupthandlung ein Blümchen zu pflücken.

Nachdenklich stimmte mich allem voran der Schwierigkeitsgrad. So leicht hat man's in diesem Genre sonst nicht. Die Gaben des Outsiders jedoch machen uns sprichwörtlich "imba". Weshalb umständlich von einem Schatten zum nächsten huschen, wenn man teleportieren kann? Munition gibt's en masse, ebenso Mana- und Gesundheitselexiere. Wer brav alle Power-ups einsammelt, die praktisch auf der Straße liegen, läuft bald Gefahr, sich zu langweilen. Insbesondere die Fähigkeit, Wände zu durchleuchten und gleichzeitig alle nahen Gegner und Items sehen zu können, erübrigen jedes Bangen und Schnökern. Bedauerlichweise verbringt man so das Gros des Abenteuers in einem blauen Röntgenmodus, ohne etwas von der Stimmung mitzubekommen. Features, wie das, durch Schlüssellöcher zu spähen, bleiben ungenutzt. Immerhin, der Schwierigkeitsgrad lässt sich einstellen - auch über das eigene Vorgehen. Je rücksichtsloser wir sind, desto schneller ist der Spaß vorbei.

Schade: Dishonored's Titelheld bleibt trotz fetziger Totenkopfmaske blass, nicht zuletzt weil er keinen Ton von sich gibt. Das wussten die AddOns der Spiel-des-Jahres-Editon sehr viel klüger zu lösen. In der Vanilla-Kampagne aber tritt er ohne Wort und Stimme auf, was durchaus zu verschmerzen wäre, wenn der Verlauf der Geschichte ihn nicht immer wieder zum Spielball anderer machen würde. Corvo reagiert nur und das meist zu spät. Während Garretts (Thief) Charme aus Humor und Überheblichkeit Frauenherzen schmelzen ließ und Nummer 47 (Hitman) aberwitzige Kostümideen wie Hasen aus dem Hut zog, versucht der gefallene Leibwächter, es allen recht zu machen. Dafür ist er kinderlieb. Auch cool.

Zu den Bonusinhalten: Die Spiel-des-Jahres-Edition liefert neben der Haupthandlung vier einst herunterladbare Inhalte, darunter die zweigeteilte Minikampagne um den Antagonisten Daud, den Anführer der Assassinen. Der Kauf lohnt allein dieser kurzen Dreingabe wegen. Daud pirscht und schnetzelt mit annähernd denselben Fähigkeiten wie Corvo, hat im Gegensatz zu unserem wortkargen Mauerblümchen aber eine Stimme und damit so etwas wie Charisma. Traurigerweise führen noch mächtigere Spells und Knochenartefakte den Schwierigkeitsgrad endgültig ad absurdum. Jetzt sind wir auch im Spotlight praktisch unsichtbar und können Gegenstände via Telekinese zu uns ziehen. Wer bisher trotz Teleport-Zauber zu Fuß ging, um Dinge einzusammeln, lässt das jetzt endgültig bleiben.

Meine Empfehlung: Das im Februar erschienene Thief erhielt nur mittleren Beifall, Hitman: Absolution kam nicht besser bei weg und Splinter Cell's Sam Fisher ist der Heimlichtuerei überdrüssig - wohl infolge des fortgeschrittenen Alters. Ich würde sagen, Stealth-Fans bleiben wenige Alternativen. Auch deshalb ist Dishonored einen Versuch wert. Kauft es dann aber bitte in dieser Spiel-des-Jahres-Edition. Die macht's um Längen interessanter.


Plantronics GameCom 780 Gaming Headset 7.1 Surround Sound
Plantronics GameCom 780 Gaming Headset 7.1 Surround Sound

4.0 von 5 Sternen In vierzehn Jahren das Beste, 6. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Was erahnen lässt, aus welch' tiefen Preistümpeln ich meine Headsets bisher fischte. Überraschend jedoch behauptet sich das Plantronics GameCom 780 auch im Preis-Leistungs-Vergleich. Nach einem halben Jahr in Gebrauch wage ich eine erste Bewertung.

Auffallend gut:

Satter Sound - Immerhin schlägt es das inzwischen gar teurere G330 von Logitech um Längen. Dabei dröhnt der Bass ordentlich in den Ohren, ohne es mit echten Boxen aufnehmen zu können. Den Unterschied macht schließlich die freilich nur simulierte Surround-7.1-Unterstützung, die besonders in Spielen zum Tragen kommt und auf Knopfdruck aktiviert werden kann. Ohne jedoch büßt das 780 merklich an Wettbewerbsfähigkeit ein. Per Klick lässt sich zudem zwischen "Gaming- / Film-modus" und "Musikmodus" hin- und herschalten. Keinen Schimmer, wozu das gut sein soll, denn ein Unterschied wäre mir trotz Installation des mitgelieferten Treibers nicht aufgefallen.

Glasklare Sprachweitergabe - Komplimenten meiner Skype- und TS3-Gesprächspartner ließ ich ein paar Selbsttests folgen und Tatsache: Das Mikro gibt die Stimme großartig weiter. Damit dürfte sich das Headset auch prima für Online-Sprachkurse eignen.

Gewöhnungsbedürftig:

Passqualitäten - Als ich mir das 780 erstmals auf den Kopf schnallte, schien es mich fast zu erdrücken. Auf dem Bügel ist ordentlich Zug, die Muscheln pressen sich fest an die Ohren. Wie sich herausstellte, alles Gewöhnungssache: Inzwischen spüre ich es selbst bei stundenlangem Tragen nicht mehr. Umgebungsgeräusche werden übrigens kaum abgeschirmt; ich höre auch noch den Fernseher im Nebenraum. Dafür wird es doch spürbar warm, woran ich mich gleichfalls gewöhnen musste. Zu Beginn schwitzten und juckten die Lauscher ein bisschen. Die sollten übrigens nicht zu groß sein, um vollständig umschlossen zu werden.

Noch auf dem Prüfstand:

Trügerische Verarbeitung - Das Plantronics 780 macht einen mächtigen Eindruck, ist aber nicht so solide verarbeitet, wie es den Anschein hat. Die Muscheln sind hohl, haben bei mir im Gegensatz zu denen anderer Kunden aber schon ein paar Stürze aus mittlerer Höhe überstanden. Sorgen bereiten mir nach wie vor die sogenannten Sollbruchstellen am Ende des Bügels. Am Anfang befürchtete ich gar, das alleinige Aufsetzen des Headsets brächte es eben dort zum Knacken. Allem Unken zum Trotz hält es bis heute. Auch von Kabelbrüchen blieb ich bei regelmäßigem Einsatz verschont.

Der Fünfziger, den es mich vor Weihnachten noch gekostet hat, scheint deshalb gut angelegt. Weiß das GameCom 780 von Plantronics nun noch in puncto Lebensdauer zu überzeugen, dichte ich eine Ode darauf und nagle es nach seinem Ableben an die Wand. Ich halte euch auf dem Laufenden.


Dishonored: Die Maske des Zorns (100% Uncut) - [PC]
Dishonored: Die Maske des Zorns (100% Uncut) - [PC]
Wird angeboten von skgames
Preis: EUR 8,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Stealth-Populismus, 30. April 2014
Da klage noch einmal jemand, die Halbgötter im Hoodie läsen unsere Wunschzettel nicht. Auf meinen beispielsweise hatte ich einen leicht zugänglichen God Mode gemalt. Immer das Tamtam mit Konsole und Befehlen, die nicht mal im Handbuch stehen. Also verwies ich darauf, artig sämtliche Thief- und Hitman-Teile gebüffelt zu haben, und sie schickten mir Dishonored. Leider haben sie es zu gut gemeint, denn plötzlich meistert die Schleichprüfung gar, wer eben noch glaubte, Garrett sei ein Stehgeiger und 47 die Kleidergröße der Liebsten.

Tatsächlich scheint das Spiel bis zum Bersten mit all dem vollgestopft, wonach das Volk verlangt: Dem geleimten Helden auf Rachefeldzug, dem zwielichtigen Strippenzieher im Hintergrund und semidüsteren Meuchelmördern, die schon unheimlich, aber zum Glück noch nicht gruselig sind. Und freilich einem cheatgleichen Repertoire an Waffen und Fähigkeiten. Was uns online saftige Tritte vom Punk Buster einbrächte, hat in Dunwall Methode: Unser Heros linst durch Wände, teleportiert schamlos, als gelte es, die Stiefel zu schonen, und hält notfalls die Zeit an.

Dabei täuscht das Spiel obendrein. Von der so häufig gelobten offenen Welt kann nämlich keine Rede sein. Der jeweils nächste Auftrag wird Protagonist Corvo aufs Auge gedrückt. Erst innerhalb der Missionen entscheidet er, wie er sie zuende bringt. Mit Hilfe Dritter oder allein? In einem Blutbad oder "nicht tödlich"? Auch geht es nicht zurück in zuvor besuchte Gebiete, um Unerledigtes nachzuholen oder Liegengelassenes aufzusammeln. Damit erlaubt die vermeintliche offene Spielwelt nicht mehr als einen Schritt zur Seite, um am Wegesrand der Haupthandlung ein Blümchen zu pflücken.

Nachdenklich stimmte mich allem voran der Schwierigkeitsgrad. So leicht hat man's in diesem Genre sonst nicht. Die Gaben des Outsiders jedoch machen uns sprichwörtlich "imba". Weshalb umständlich von einem Schatten zum nächsten huschen, wenn man sich auch teleportieren kann? Munition gibt's en masse, ebenso Mana- und Gesundheitselexiere. Wer brav alle Power-ups einsammelt, die praktisch auf der Straße liegen, läuft bald Gefahr, sich zu langweilen. Insbesondere die Fähigkeit, Wände zu durchleuchten und gleichzeitig alle nahen Gegner und Items sehen zu können, erübrigen jedes Bangen und Schnökern. Bedauerlichweise verbringt man so das Gros des Abenteuers in einem blauen Röntgenmodus, ohne etwas von der Stimmung mitzubekommen. Features, wie das, durch Schlüssellöcher zu spähen, bleiben ungenutzt. Immerhin, der Schwierigkeitsgrad lässt sich einstellen - auch über das eigene Vorgehen. Je rücksichtsloser wir sind, desto schneller ist die Arbeit getan.

Schade: Dishonored's Titelheld bleibt trotz fetziger Totenkopfmaske blass, nicht zuletzt weil er keinen Ton von sich gibt. Das wussten die AddOns der Spiel-des-Jahres-Editon sehr viel klüger zu lösen. In der Vanilla-Kampagne aber tritt er ohne Wort und Stimme auf, was durchaus zu verschmerzen wäre, wenn der Verlauf der Geschichte ihn nicht immer wieder zum Spielball anderer machen würde. Unser kaiserlicher Schutzherr reagiert nur und das meist zu spät. Während Garretts (Thief) Charme aus Humor und Überheblichkeit Frauenherzen schmelzen ließ und Nummer 47 (Hitman) aberwitzige Kostümideen wie Hasen aus dem Hut zog, versucht Corvo es, allen recht zu machen. Dafür ist er kinderlieb. Auch cool.

Meine Empfehlung: Das im Februar erschienene Thief erhielt nur mittleren Beifall, Hitman: Absolution kam nicht besser davon und Splinter Cell's Sam Fisher ist der Heimlichtuerei überdrüssig - wohl infolge des fortgeschrittenen Alters. Ich würde sagen, Stealth-Fans bleiben wenige Alternativen. Auch deshalb ist Dishonored einen Versuch wert. Kauft es dann aber bitte in der besagten Spiel-des-Jahres-Edition. Die macht's um Längen interessanter. Mehr dazu an entsprechender Stelle.


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-15