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Rezensionen verfasst von
Erlkoenig (Rostock)

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Die Siedler - Aufstieg eines Königreichs [Software Pyramide]
Die Siedler - Aufstieg eines Königreichs [Software Pyramide]
Wird angeboten von Mc-MEDIA-LEMGO Alle Preise inkl. 19% Mehrwertsteuer. Impressum und AGB`s unter Verkäuferinfo.
Preis: EUR 9,66

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein klassisches Drei-Sterne-Spiel, 18. November 2012
= Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen 
Losgelöst von seinem namhaften Franchise, bringt es Die Siedler - Aufstieg eines Königreichs (DS:AeK) durchaus auf drei Sterne. Schlimme Bugs sind mir in sechzehn Missionen nicht untergekommen, Abstürze ebensowenig. Und es hielt mich von Anfang bis Ende bei der Stange. Natürlich müssen das Siedler-Fans anders sehen. Sie werden die patentierten Charakteristika vermissen und ihren Aufbausimulationspionier im RTS-Einheitsbrei versinken sehen.

Mein letztes Siedler war der 1998 erschienene dritte Teil, als erstmals in der noch jungen Geschichte der Marke kleine Armeen dicker Römer unabhängig vom Einzugsgebiet ihrer Häuschen über die Karte gescheucht werden durften. Seitdem hat sich wenig bewegt - in keine Richtung. Das Siedeln ist noch etwas einfacher, der Echtzeitstrategiepart dafür gelinde schwerer geworden. So oder so, mit der Zeitlupenwirtschaftssim der Neunziger hat DS:AeK nur noch wenig gemein.

Die Story ist geradezu kindlich und knochentrochen aufbereitet. Das Feature, zwischen sechs Rittern wählen zu dürfen, die praktisch wie Helden in WarCraft III funktionieren, mehr Schaumschlägerei. Gewiss, jeder von ihnen hat besondere Fertigkeiten, die aber den Kohl selten fett machen und zumeist nur derbe Fehler im Macromanagement kaschieren. Also wählt man einfach, wen man sympathisch findet und ab geht's.

Das Gameplay teilt sich nunmehr in zwei Aufgabenbereiche: Den, eine florierende Siedlung aus dem Boden zu stampfen, die genug hermacht, um eine kleine Garnison zu unterhalten, sowie die, das Heer dann zu Felde zu führen. Dafür braucht es tatsächlich gar Micro, womit ich vor 14 Jahren ja nie und nimmer gerechnet hätte. Und doch: Stürzt sich der Ritter blind ins Getümmel, ist er ratzfatz tot. RTS-Spezis hingegen lassen sich vom Feindestrupp Nahkämpfer jagen, während die eigenen Bogenschützen ungestört draufhalten. Damit ist oft schon in der Anfangsphasen einer Missionen etwas zu reißen. In einer entscheidet das Micro gar über Sieg und Niederlage. Gemütlich vor sich hingesiedelt wird also woanders. Und überhaupt definiert sich der Schwierigkeitsgrad nur noch selten über den Aufgau der eigenen Siedlung.

Zugegeben: Fällt viel Schnee, gibt es wenig zu futtern, weil das Getreide nicht wachsen will und fischreiche Seen meterdick zugefroren sind. Und in Wüsten sind Bäume nun einmal Mangelware. Ins Schwitzen bringen diese Umstände aber niemanden. Es müssen auch keine Laufwege mehr berücksichtigt werden wie früher einmal. Da hieß es Schlachter neben Schweinebauer, sonst dauert es ewig und drei Tage, bis etwas auf dem Tisch steht. In DS:AeK wandert alles zunächst ins zentrale Lagerhaus. Das macht es viel einfacher. Zeit und Nerven, die man hier spart, fließen dann aber postwendend in die Kriegsführung. Die wiederum lässt sich oft haargenau timen.

Angriffe des Gegners erfolgen nämlich meist erst nach Äuslösen eines Triggers. Das kann die Inanspruchnahme eines zuvor noch neutralen Gebiets sein, das Betreten eines feindlichen oder das Erreichen eines Titels. Wer darum weiß, baut zunächst munter vor sich hin, gibt acht, wo er hinläuft und löst den Trigger erst aus, wenn alles steht. Mit Übereifrigen hat das Spiel trotzdem regelmäßig Gnade. Da stürmen gegnerische Soldaten die eigene Stadt und geben sich damit zufrieden, die bewaffneten Verteidiger zu töten. Und weg sind sie wieder. Praktisch, denn das heißt, lästiger Sold weniger, bis man finanziell auf sicheren Beinen steht. Schwierig wird das kleine Abenteuer also höchst selten.

Fazit: Siedler der ersten Stunde mit mehr als einer Dekade Pause wird der Schlag treffen, alle anderen finden ein mittelmäßiges Echtzeitstrategiespiel vor, dessen Wirtschaftssystem etwas komplexer ist als das Gold-und-Holz-Modell Warcrafts. Der Plot verdient das Prädikat 0-8-15 und bleibt damit Nebensache. Potentielle Interessenten sollten deshalb mit sich abmachen, ob sie damit leben können, eine kleine Armee befehligen zu müssen - mit Katapulten, Rammen, Bogenschützen und allem, was sonst noch dazugehört. Denn das verheißt manchmal Hektik.

Warhammer 40.000: Space Marine
Warhammer 40.000: Space Marine
Wird angeboten von EurPlay
Preis: EUR 4,98

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der Codex Astartes empfiehlt ..., 11. November 2012
= Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen 
... dem Mann ab Dreißig, widerborstige Augenbrauen mit dem Kettensägenschwert zu stutzen, unschöne Ohrenhärchen mit einem Flammenwerfer abzufackeln und wenigstens an einem Wochenende des Kalenderjahres in einer Terminatorenrüstung Orcs zu massakrieren. Daran halte ich mich, komme, was da wolle. Ohrenhärchen sind schließlich ein echtes Übel. Und Orcs natürlich auch. Warhammer-Spiele waren traditionell mein Zugeständnis an den Neandertaler in mir, das Überbleibsel Schlächter, den man mir in Anzug und Krawatte nicht auf den ersten Blick ansieht. Und Warhammer 40.000: Space Marine (WH:SM) macht da keine Ausnahme.

Exemplars, Imperial Fists oder Blood Ravens - der Imperator liebt seine auf Vernichtung gebürsteten Schäfchen und weit reichen ihre Namen. Doch kaum ein Orden brachte es seit der Ersten Gründung zu derartigem Ruhme wie der des Primarchen Roboute Guillaumes. Seine Ultramarines sind auch Hauptdarsteller dieser Geschichte, allen voran Squadführer Captain Titus. Augenscheinlich ein typischer Diener des Göttlichen, entdeckt er bei der Verteidigung der Schmiedewelt Graia gegen Invasionlegionen der Orcs, dass er den als unheilig verschrienen Warpenergien widerstehen kann. So versucht er gemeinsam mit seinen Brüdern den Warlord-Klasse Titanen Invictus zu erreichen. Eine gewaltige Kriegsmaschine, von Hundertschaften gesteuert. Sie scheint die letzte Hoffnung ...

Die Story lässt sich Zeit, ehe es erstmals spannend wird. Abermals überschwemmen Orcs einen Industrieplaneten der Menschheit, den imperiale Soldaten verzweifelt zu halten versuchen, da erscheinen Space Marines als Retter in letzter Sekunde. Die fürchten bekanntlich weder Tod noch Teufel und Grünhäute schon mal gar nicht. Heikel wird es warhammertypisch erst, als Chaostruppen auf den Plan treten und der Vorwurf der Ketzerei das makellose Image der unbezwingbaren Spezialeinheiten infrage stellt. Für ausgemachte Fans des Universums Usus, für alle anderen platteste Unterhaltung.

Das Gameplay ist nichts für Feinschmecker. Third Person-Shooter und Hack & Slay ergeben schlicht eine strunzdumme Mischung. Titus trägt ein kleines Waffenarsenal mit sich herum - darunter leichte Bolter, Plasmawummen und Granatwerfer - und teilt auch im Nahkampf heftig aus. Dabei wächst in ihm peu à peu die Wildheit, die einmal entfesselt Schadenswerte und Regenerationsrate nach oben schnellen lässt. Das ist es. Abwechslung gibt's nur in Form seltener Jump Pack-Passagen, bei denen Titus als Ein-Mann-Sturmtrupp durch die Lüfte fliegt und wie eine Landekapsel auf dem Boden aufschlägt. Ist er bei knapper Gesundheit, kann er Gegner mit Finishing-Moves exekutieren und dadurch wieder an Lebenssaft dazugewinnen. Ansonsten erledigt man Wellen über Wellen von Orcs. Abwechslung ist WH:SM Stärke also nicht. Wozu auch, wenn man dafür einen schweren Bolter aus der stationären Verankerung reißen darf, um damit die grünen Hälmchen am Horizont zu mähen? Die Spieldauer für einen Komplettdurchlauf ist gnädig gehalten. Acht Stunden, dann war es das auch schon wieder. Trotzdem braucht es nicht allzu viel Grips und selbst der Fight gegen den Obermotz am Ende erweist sich als kinderleichtes Quick Time Event-Geklicke.

Fazit: Online habe ich mich nicht versucht, ich bewerte nur den Singleplayer. Der wiederum ist genau das, was man von einem Warhammer-Shooter erwartet: Simpel und pathetisch. Wer nicht auf das Franchise steht, könnte sich ob der kurzen Spieldauer, der tausend Mal erzählten Story sowie des mageren Anspruchs an Kreativität und Einfallsreichtum schlecht bespaßt fühlen. Meine Empfehlung geht daher nur an Warhammer-Fans und ausgemachte Liebhaber des Genres.

Mafia II (uncut)
Mafia II (uncut)
Wird angeboten von games.empire
Preis: EUR 11,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Uninspirierend, 28. Oktober 2012
= Spaßfaktor:2.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Mafia II (uncut) (Computerspiel)
Seit knapp einer halben Stunde versuche ich, mir diese Rezension schmackhaft zu machen. Mit einem Einstieg lyrischer Vollendung vielleicht oder - besser noch - zweideutigen Anspielungen auf die zarten Nebendarstellerinnen dieser müden Geschichte. Schlüpfrige Wortspielchen tun's für gewöhnlich auch, wenn die Muse wieder Migräne vorschützt. Gleichwohl, es will mir nicht gelingen. Der Grund: Hier geht's um ein Zehn-Euro-Spiel ohne Schwierigkeitsgrad von knapp dreizehn Stunden Spielzeit. Mit der Toprezension ist praktisch alles gesagt ist und gar die Durchschnittsbewertung spiegelt die meine. Das junge Gemüse sei noch einmal auf die rote Achtzehn am linken unteren Rand der Verpackung verwiesen, weil derart verschwenderischer Umgang mit Menschenleben und Geld unbedingt reflektiert werden will, sonst aber darf jedermann bedenkenlos zugreifen. Mittelmaß hat schließlich noch niemandem geschadet.

Zu den Feinheiten: Mafia II überzeugt grafisch, ist sonst aber in jeder Hinsicht Action-Einheitsbrei. Das Gameplay heißt Faustkämpfe, Schießereien und Verfolgungsjagden. Überhaupt, mit Autofahren verbrachte ich gefühlt die Hälfte der Spielzeit. Man wählt aus einem reichen Pool an Schlitten sowie drei verschiedenen Weisen, sie zu knacken und ist danach einer ausgefeilten Straßenverkehrsordnung unterworfen. Bei Rot über die Ampel und der Beifahrer meckert, zu schnell gefahren und die Polizei winkt mit einem satten Bußgeld, aus Versehen ein Auto gerammt und schon droht die Festnahme. Wer dem Falschen hinten draufbrettert und so dumm ist, nicht sofort aufs Gas zu treten und die Kurve zu kratzen, wird aus dem eigenen Wagen gezerrt und verprügelt. Bei allem Detailfetischismus, doch derlei Tiefgang hätte ich mir an anderer Stelle gewünscht.

Wie in der Charakterentwicklung, zum Beispiel. Die Protagonisten sind, von einer Ausnahme abgesehen, Persiflagen ihrer selbst, allem voran Antiheld Vito Scaletta. Selten ist mir eine derart aalglatte Titelfigur untergekommen, die trotz kriminellem Potential sympathisch zu wirken versucht, um nur keinen Casual Gamer zu vergraulen. Immer wieder scheint er innerlich mit sich zu ringen, um dann doch das Falsche zu tun. Vito ist der geborene Trittbrettfahrer und damit schlicht fehlbesetzt. Überdies wage ich zu bezweifeln, dass so ein Würstchen wie er als Mafioso Karriere machen könnte.

Ich bin kein Fan von Sandbox-Shootern und fürchtete schon, dies hier würde einer werden. Glücklicherweise war dem nicht so. Mafia II täuscht an und bleibt dann doch so schnurgerade, dass ich mich gar nicht versucht sah, abseits des jeweils nächsten Quests eigene Schlenker zu machen. Wozu auch? Was ich an Waffen und Munition brauchte, fand ich auf der Straße, Autos klauten sich quasi im Vorbeigehen und es mangelte selten am Gelde, das ich ohnehin nicht auszugeben wusste. Auch die Steam-Herausforderungen reizten mich nicht, also schritt ich in der Haupthandlung ruckzuck voran. Wer es mir gleichtut, erlebt ein durchgestyltes, fast filmgleiches Spiel. Bar jeder Spannung, aber doch annehmbar, weil eben ständig etwas passiert und man sich in der auf den zweiten Blick eindimensionalen Empire City nicht selbst beschäftigen muss.

Fazit: Spiele wie Mafia II bringe ich nur zuende, weil ich hoffe, dass nach zwei, drei entschlossenen Sessions alles durchgestanden ist. Dennoch weiß ich um ihren Wert für Gelegenheitsspieler, die haargenau das und nicht mehr erwarten. Da müssen vermeintliche Stealth-Missionen nicht funktionieren, wenn man sie auch laut und blutig meistern kann, und der Schlappschwanz von einem Hauptdarsteller wird zum Idol, weil er im teuren Maßanzug schnuckelig aussieht. Da gehen wir doch mit der Zeit ...

FIFA 13
FIFA 13
Preis: EUR 32,65

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Neues Spielgefühl, kleine Macken, 8. Oktober 2012
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: FIFA 13 (Computerspiel)
Es waren ein satter Außenristvolley in die Familienjuwelen und der Verdacht auf eine Bilderbuchhodentorsion, die mich im zarten Alter von 23 die Stutzen an den Nagel hängen ließen. Kreuzband, Patellasehne und Miniskus hätte ich auf dem Altar des Sports aller Sportarten jederzeit mit Freuden geopfert, aber die beiden da unten gehörten rechtmäßig meiner Freundin. Jedenfalls vergingen die Jahre und Fifa avancierte für mich zum tröstenden Kuscheltier, wenn ich den Ball so sehr vermisste, dass es mich schmerzte. An Fifa 13 kamen ein Freund und ich allein schon der Zahl wegen nicht vorbei. Immerhin ist das Müllers Nummer.

Mal ehrlich, Fifa-Spieler fiebern dem Sommertransferfenster doch ganz anders entgegen als Normalsterbliche. Da versucht sich besagter Freund doch allen Ernstes daran, des Italienischen sozusagen ohnmächtig, mit Google-Translator und Leo bewaffnet die Headlines einer Juve-Fanpage zu knacken. Kommt Napolis Cavani oder kommt er nicht, wozu Lucio, wenn er schon Barzagli hat und mopsen ihm die Drecksblues etwa Lichtensteiner? Derweil plagen mich als Milanista ganz andere Sorgen: Pfeif auf Ibra, Cassano und Thiago Silva, aber was mache ich ohne Inzaghi? Pippo, mi manchi sempre! Neue Kader, neues Spiel, meinten wir, aber es kam noch dicker. Das Spielgefühl hat sich bei beinah' gleicher Steuerung nämlich gewaltig verändert.

Das komplette Gameplay ist noch ein bisschen mehr Simulation und noch weniger Arcade geworden. Idiotensichere Spielzüge sind schwer zu finden, auch weil EAs neues Feature "First Touch" Ballan- und -mitnahme unberechenbar macht. "Not random! It's not predictable, but not random", hatte Lead-Producer David Rutter nach der Ankündigung im Frühling noch beschwichtigt. Technische Unzulänglichkeiten seien am Können des jeweiligen Ballartisten festgemacht und träfen bei Akteuren mit hohem Ballkontrolle-Wert merkbar seltener auf. Das stimmt schon. Dennoch hat man es hier wohl ein bisschen zu gut gemeint. Selbst Futsalpro Robinho passieren zuweilen peinliche Stoppfehler und immer noch guten Männern wie Montolivo regelmäßig so üble Patzer, wie ich sie im Drittligaspiel zwischen Hansa und Osnabrück am letzten Wochenende nicht zu Gesicht bekam. Dabei begrüße ich das Feature selbst. Hier sammelt EA zur Zeit nur eben Erfahrungswerte, wie im Vorgänger mit der inzwischen stark verbesserten Impact Engine.

Flogen dort die Spieler noch mitunter slapstickartig durch den Sechszehner beim Versuch, den Ball ins Aus zu dreschen, sieht das nun sehr viel besser aus. Das Gesamtbild ist ein ungleich flüssigeres, wozu viele Kleinigkeiten beitragen. Details wie der Körpereinsatz von Abwehrspielern im Zweikampf, kleine automatisierte Trickstafetten, wenn ein Spieler einen Ball just gesichert hat, oder eben das Springen über den grätschenden Verteidiger. Jeder Spielzug wirkt wie neu erfunden. Und das, obwohl man sich aufgrund technischer Unfähigkeiten gerade bei hohem Spieltempo auf die schnelleren Schüsse beschränkt. Schlenzer sind indes rar, weil selten genug Zeit für Annahme und Zielen bleibt. Überdies ist der Torwart im Einsgegeneins sehr viel stärker geworden. Angeschnittene Schüsse sind da kein Torgarant mehr.

Ein Lob meinerseits dafür, dass die Macher das Bittflehen der Fangemeinde erhört haben und uns bleibende Onlineaufstellungen schenkten. Einmal eingerichtet, merkt sich Fifa 13, mit welcher Formation und welcher Starting Line-up man die Saisons im Multiplayer bestreiten möchte. Den Saisonmodus gibt nun übrigens auch für das Ultimate Team. Klassenerhalt, Aufstieg und Meisterschaft werden dabei mit Extramünzen belohnt. Man spielt also nicht mehr nur stur vor sich hin.

Echte Schelte hat dafür die Stabilität verdient. Onlineverbindungen brechen vor den Begegnungen sehr häufig ab, was, wie mir Google verriet, vornehmlich daran liegt, dass viele Spieler mit Abstürzen zu kämpfen haben. Unsereins sitzt in dem Fall in der Arena gefangen fest und darf die Anwendungen abschießen, um da wieder herauszukommen. Auch die UT-Server erleben regelmäßige Kernschmelzen.

Fazit: Technische Probleme und fehlendes Fingerspitzengefühl beim First Touch-Feature kosten Fifa 13 einen Stern. Spaß macht das Spielen dennoch, auch weil ich mich vom Gesamtpaket prächtig unterhalten fühle. Dazu trägt vor allem das so flüssige Spielgefühl bei, die nette Idee der Skill-Spiele sowie das bedingt verbesserte Ultimate Team. Liebhabern der Serie sei deshalb ausdrücklick zum Kauf geraten. Mit dem Arcade-Klassiker "Road to the World Cup" aus dem Jahr 1998 hat es allerdings nur noch die altbackenen deutschen Kommentatoren gemein. Poschi und Manni sind wirklich unterirdisch schlecht, beweisen das mieseste Timing und haben nur eine Hand voll Sprüche in petto. Die habe ich nach ein paar Partien schlicht nicht mehr ertragen. Die Suche nach anderen Language Packs gestaltet sich online zum Augenblick aber noch ziemlich umständlich. Weshalb nicht jeweils alle auf jeder DVD enthalten sind, verstehe ich nicht. Die Spielerschaft lechzt offensichtlich danach.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 10, 2012 7:52 PM MEST


The Witcher 2: Assassins of Kings Enhanced Edition
The Witcher 2: Assassins of Kings Enhanced Edition
Wird angeboten von GoForGames
Preis: EUR 34,34

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Im Ansatz genial und doch nicht perfekt, 9. September 2012
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Der erste Barbier war meiner. Ein wamperter Zwerg, der eigentlich in Bücher machte, aber das war mir egal. Der Animescheitel kam mir jedenfalls nicht ins Haus. Geralt, modische Gleichgültigkeit in persona, rasiert sich nicht im Intimbereich und er färbt sich das graue Haupthaar nicht burschikos lila wie ein Dragonballschlappschwanz. Wozu dann das halbherzige Zöpfchen, das ich zuletzt bei den Elementarmagierinnen in Guild Wars erblickte und schon damals für unvorteilhaft befand? Sei's drum, schließlich ließ sich der Rest ganz vorzüglich an.

Positives

Die Grafik - 1A, und für ein Rollenspiel mehr als ausreichend. Mit der Skyrims würde ich sie nicht in den Ring schicken, sonst aber muss sie keine Vergleiche fürchten. Weshalb die Autoerkennung der optimalen Einstellungen meinem sündhaft teuren High-End-Rechner nahelegte, es erst einmal auf "niedrig" zu versuchen, weiß ich nicht. Der schaukelte das Baby jedenfalls auch auf "Sehr hoch" und bei dicksten Shaderspielereien ohne Ruckler.

Die Qual der Wahl - Was stehe ich auf RPGs, die mir noch zutrauen, schwierige Entscheidungen selbst zu treffen und notfalls eine Elfenfamilie zu opfern. Nur der Rettung der Welt zuliebe, versteht sich. Der durchgestylte Haupthandlungsstrang kennt keine Gnade mit zögerlichen Gemütern; Führungspersönlichkeiten hingegen tollen in ihrem Element. Da saß ich doch ein ums andere Mal geschlagene fünf Minuten vor den Dialogoptionen und wusste nicht, was ich anklicken sollte. Dass meine Wahl das Spielgeschehen maßgeblich beeinflussen würde, pfiffen ja die Harpyien von den Dächern. Immerhin, ich hielt den Kurs und legte meinen Hexer konsequent artig aus - bis zum Schluss. Ein Blick in die Komplettlösung nach dem Durchspielen verriet mir übrigens, dass andere Entscheidungen auch gänzlich neue Folgequests nach sich gezogen hätten. Mehrmalige Durchläufe scheinen sich also geradezu aufzudrängen.

Das Fingerspitzengefühl - Im Design der Welt und der Charaktere. Ich kann Spiele, die so viel Wert auf vermeintliche Nichtigkeiten legen wie The Witcher 2, an einer Hand abzählen. Dabei wiegen gerade die tonnenschwer. Die Warschauer Jungs werden nicht müde, Details aufzutischen, die Casual Gamer de facto überfordern. Vier, fünf Könige ebensovieler Reiche, die sich im ständigen Weiteifer um die neutrale Zone zwischen ihren Ländereien befinden, plus magiebegabte Beraterinnen, deren Namen ich zwanzig Mal hören musste, ehe ich sie drauf hatte. Wohl auch, weil ich nicht umhin kam, ihnen ständig aufs üppige Decoltée zu glotzen. Das lenkt ab. Im schönen Gegensatz dazu die halbwüchsigen Ausgewachsenen, die kein Rosenblatt vor den Mund nehmen und ganz unkompliziert selbst im brenzligsten Augenblick bekunden, dass Lesbomanthie ihr Lieblingszweig der Magie ist - die muss man einfach lieben. Die zuweilen undurchsichtigen Ränkespielchen und die zahllosen Hintergrundinfos hingegen nicht. Da erwischt es Vizimir, den Apfelträger Redaniens, was die Armeen Kaedwens unter Henselt ermuntert, das vakante Ober-Aedirn im Pontartal zu stürmen. Derweil balgt sich Temeriens Foltest in einem Bürgerkrieg mit den La Valettes, die Elfenrebellen der Scoia'tael fechten für ihre Freiheit und die Zauberinnen der Loge ziehen Strippen im Verborgenen. Von den geheimnisvollen Hexern der Schlangenschule ganz zu schweigen. Und jeder paktiert mit jedem, wenn es gerade passt. Ich war ganz verrückt danach, aber das mag nicht jedem so gehen.

Das Kampfsystem - Gewusst wo, spart Energo! Heißt soviel wie: Wer sich gedankenlos ins Getümmel stürzt, endet mit einem Balissablättchen zwischen den Pobacken als Nekkerfrühstück. Was ein bisschen Vorbereitung und Taktik hingegen ausmachen, ist bemerkenswert. Mixturen werden so beispielsweise nicht mehr während des Kampfes geschluckt, sondern schon davor. Das verlangt Planung, heißt aber auch, dass man manchmal erst ins Verderben rennen muss, um dann die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Gleiches gilt für den Skillbaum. So gibt es unscheinbare Low-Level-Fertigkeiten, die Kräfteverhältnisse komplett kippen können. Dabei entscheidet der Spieler, ob er es eher mit der Magie, dem Schwertkampf oder der Alchemie hält. Dumm nur, wenn man auf die Wundertinkturen angewiesen ist und dann nach einem Dialog nicht mehr dazu kommt, noch eine einzuwerfen. Hier hakt das Balancing leider gehörig.

Negatives

Die Stabilität - Nach zwei Stunden in The Witcher 2 hüpfte ich aufgeregt auf und ab und huldigte CD Projekt. Mr. Phlegmatic was back und mit ihm seine illustre Gefolgschaft. Die Quests abwechslungsreich, die Dialoge gehaltvoll - ich wähnte mich im Rollenspielhimmel, ehe die Abstürze zum Desktop Einzug hielten. Nichts für ungut, Probleme mit der Technik klammere ich in meinen Rezensionen für gewöhnlich aus, weil ich davon ausgehe, dass sie meine und nicht Sorge der Masse sind. In diesem Fall jedoch sang Google ein anderes Lied. Dort fanden sich Leute zuhauf, die mit der Enhanced Edition von CTDs überschwemmt wurden und nichts dagegen tun konnten. Ich versuchte meinerseits einiges: Stellte die Einstellungen auf "niedrig", wie mir ja eingangs angeraten wurde, setzte den Kompatibilitätsmodus auf "Windows XP - SP 3" und führte die .Exe direkt als Admin aus. Auch die Auslagerungsdatei erhielt allen Freiraum. Umsonst. Die wahllosen Abstürze blieben, ein Muster konnte wenigstens ich nicht ausmachen. Manchmal spielte ich vier Stunden am Stück ohne Zwischenfall, manchal startete ich in einer halben drei Mal. Das drückte den Spielspaß zwischenzeitlich gewaltig. Wer hier zugreift, muss also mit Ärger rechnen, Kummer gewöhnt sein und sich davon nicht unterkriegen lassen.

Konditionsprobleme - Im dritten Akt geht dem Abenteuer die Luft aus. Fand ich höchst verwunderlich, aber er hat nicht die Hälfte des Umfangs der beiden vorangegangenen. Zudem fehlte mir das Gefühl, langsam zum Ende zu kommen. Plötzlich war es da und ich hatte noch Talentpunkte auf der hohen Kante, Mutagene nicht ausgegeben und Waffen nicht upgegradet. Das offene Ende störte mich dabei wenig, nur die fehlende Handlungsdichte. Da hatte Teil eins mehr Steherqualitäten bewiesen.

Fazit

Das Spiel, das hätte perfekt werden können, wurde es nicht. Weil der Moment der letzten Spannung fehlt sowie große Emotionen beim Showdown. Man ließ mir die Gelegenheit, das letzte Duell zu meiden, und da ich Geralt seit jeher als denkenden Helden, nicht tumpen Schlagetod verstand, ergriff ich sie. Weder Programmierung noch leise innere Stimme drängten mich, den Kampf anzunehmen, also blieb es still. Leider ließ mich diese Entscheidung auch ein bisschen unbefriedigt zurück. Insbesondere angesichts der Ungewissheit, ob und wann ein dritter Teil kommt und die packende Geschichte ihren Klimax erfährt. Meine Empfehlung: Kaufen, wer mit Abstürzen umgehen kann. Gut möglich, dass ihr davon verschont bleibt, doch was, wenn nicht? Informationsflut und Spielgeschwindigkeit bleiben wiederum Geschmackssache. Ein Action-Rollenspiel ist The Witcher 2 jedenfalls nicht.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 9, 2013 4:33 PM MEST


Logitech G330 PC-Gaming Kopfhörer schnurgebunden
Logitech G330 PC-Gaming Kopfhörer schnurgebunden
Wird angeboten von PASSA
Preis: EUR 46,25

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nach einem Jahr: Für das, was es kann, zu teuer, 19. August 2012
Erstanden vor etwas mehr als einem Jahr. Ich wollte einmal mehr als fünfzehn Euro in ein neues Headset investieren in der Hoffnung, es hielte ein Weilchen länger. Nun, das wäre dem G330 von Logitech schon einmal gelungen. Allerdings hatte ich erwartet, dass es bei fast dreifachem Preis die Low-Budget-Konkurrenz (unter anderem aus eigenem Hause) in sämtlichen Disziplinen auf die Plätze verweist. Dem ist leider nicht so.

Ja, es funktioniert immer noch, wenngleich meine Skypegesprächspartner indes erste Aussetzer bemängeln. Da bahnt sich wohl ein Kabelbruch an. Und ja, die Soundwiedergabe ist merkbar besser als die seiner Vorgänger. Dafür haperts seltsamerweise an der Aufnahmequalität. Weshalb gibt ein Fünzehn-Euro-Mikro meine Stimme klarer weiter als eines für knapp vierzig? In meinem Fall wiegt das Problem etwas schwerer, weil ich online Sprachen lerne und deshalb darauf angewiesen bin, dass man mich gut versteht. Wer das Headset nur zum Skypen verwendet, muss sich darum nicht scheren.

Ein dickes Lob schließlich für die Steherqualitäten des dünnen Bügelchen, das die beiden Muscheln verbindet. Ich hätte meine Katze darauf verwettet, dass es keine zwei Wochen durchsteht, als ich es damals auspackte. Wie eine junge Birke im Wind wiegt es unter jeder Berührung, aber es bricht nicht. Auch nicht bei versehentlich rüder Handhabung. Da wissen andere Rezensenten aber offenbar andere Lieder zu singen.

Fazit: Hält länger, klingt besser, rechtfertigt den Anschaffungspreis aber nicht. Sollte sich das meine in den nächsten Wochen verabschieden - und ich rechne schwer damit - kaufe ich ein anderes. Gegebenenfalls lege ich noch einmal ein paar Euro drauf. Vielleicht stimmt dann das Preis-Leistungsverhältnis.

Dracula 2 - The Last Sanctuary
Dracula 2 - The Last Sanctuary
Preis: EUR 3,80

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Fragwürdige Fassung, 18. August 2012
= Spaßfaktor:2.0 von 5 Sternen 
Dies kleine Adventure wie jedes andere zu rezensieren, erscheint mir angesichts des Umstands, dass die hier feilgebotene Purple Hills-Ausgabe von "Dracula 2 - The Last Sanctuary" sich vom Original enorm unterscheidet, hinfällig. Dabei wäre ich nimmer darauf gekommen, dass man die Neuauflage eines Computerspiels nicht nur um massig Inhalt erleichtert, sondern darüber hinaus auch das Interface minimiert und Zwischensequenzen kickt. Erst durch einen dicken Bug kurz vor dem Abspann bemerkte ich den Frevel.

"The Last Sanctuary" ließ sich müde an und vermochte es bis zum Schluss nicht, mich zu fesseln. Nur allzu kitschige Geräuschkulissen, die leidenschaftslose Synchronisation und der kinderleichte Schwierigkeitsgrad scheuchten mich in knapp einer Stunde durch Teil eins. Richtig gelesen: die Purple Hills-Fassung schneidet das Spiel in drei Parts, die getrennt voneinander installiert und gestartet werden wollen. Wer in der Handlung weit genug vorangeschritten ist, wird darüber informiert, dass der Teil jetzt beendet ist. Danach installiert man den Nächsten und fährt fort. Wer möchte, spielt gleich Teil drei auf und gibt sich nur das letzte Drittel. Wie in zarter Jugend, da ich noch Dreieinhalb-Zoll-Disketten in einen Amiga wie in einen Schredder nachschob, damit es weiterging.

Jedenfalls gelang es mir kurz vor Schluss erstmals nicht, eines der Rätsel zu knacken, also googelte ich kurzerhand nach der Komplettlösung. Die wusste nicht nur Rat, sondern sprach darüber hinaus von kniffligen Herausforderungen, die ich nie hatte meistern müssen. Ich musste keine Bücher lesen, Codes entschlüsseln und Ratten verscheuchen. Einige Aufgaben waren bereits erledigt oder lösten sich von selbst. Just so ein schon gelöstes Rätsel sorgte dann für den Bug, der mich vor dem Ende entschärfte. In einem Walkthrough-Video auf YouTube sah ich dann, wie es hätte laufen sollen, konnte es aber nicht reproduzieren, weil die Items nicht reagierten. Und ich sah, dass auch die Benutzeroberfläche einmal eine ganz andere war.

Fazit: Keine Ahnung, weshalb es von diesem Spiel unterschiedliche Versionen für den PC gibt, doch diese hier ist nicht die fünf Euro wert, die sie mich gekostet hat. Die Änderungen beschneiden Spielzeit und -spaß und verursachen Fehler, die wenigstens mich komplett ausgebremst haben. Kurzum, lasst die Finger davon!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 5, 2013 3:52 PM CET


The Elder Scrolls IV: Oblivion - Shivering Isles Add-on (DVD-ROM)
The Elder Scrolls IV: Oblivion - Shivering Isles Add-on (DVD-ROM)
Wird angeboten von marion10020
Preis: EUR 2,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Traumland für Antihelden, 10. April 2012
= Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen 
Geschmackssache. Heißt in diesem Fall, man tut gut daran, ein bisschen irre zu sein, um sich auf den Shivering Isles wie zu Hause zu fühlen. Landschaftsgestaltung - und das meint alles, von der Avatar-Flora bis zum quietschbunten Firmament - sowie Lebensart der Inselbewohner werden nicht jedermanns Sache sein. Dafür geben sich beide kontrastreich zum mitteleuropäischen Cyrodiil. Wer die grünen Wälder und Auen nach 140 Stunden Spielzeit also allmählich leid war, wird für die Abwechslung dankbar sein.

Trotzdem bleibt das moralische Dilemma, in das das Hauptquest um den Daedra-Fürsten Sheogorath alle strahlenden Helden stürzt, die bis dahin höchst anständig unterwegs waren und so konsequent gar die stimmungsvolle Nebenquestreihe der Dunklen Bruderschaft aussparten. Im Dienste des Wahngotts kommt man um die eine oder andere miese Tat nicht herum. Eine Folterung hier, ein Attentat da. Und man muss Unschuldige ausknipsen - ob man will oder nicht. Kein Umstand für meinen Dunmer-Blutsauger, aber als Kaiserlicher in güldener Rüstung wäre mir das ordentlich gegen den Strich gegangen.

Kritikpunkt zwei - Informationen sind rar, Entscheidungen für die Katz. Zwei Häuser regieren die Shivering Isles: Mania und Dementia. Die Unterschiede sind marginal und Entscheidungen zu Gunsten eines der beiden ohne Konsequenz für den Ausgang der Handlung oder das Gameplay - von einem nutzlosen Zauber abgesehen. Das Gleiche gilt für die Leibgarden Sheos: die Dunklen Verführer und die Goldenen Heiligen. Auch hier wählt man wenigstens einmal, ohne dafür auf anderer Seite verspielt zu haben - trotz blutiger Rivalität. Das AddOn suggeriert RPG-Anarchie, geht bei genauerem Hinsehen allerdings schnurstracks vom Start zum Ziel. Und auch die Pointe kam mir verdächtig bekannt vor.

Fazit: Mit den Shivering Isles kommt die Abwechslung, wiewohl zu einem saftigen Preis. Gesetzmäßigkeiten gibt es nicht. Mania und Dementia versuchen krampfhaft, unvorhersehbar zu sein, eben total verrückt. Leider gehen Quests, Dungeons und Gameplay die Schlenker nicht mit. So fand ich bis zum letzten Schwerthieb keinen Zugang zu Land und Leuten. Vielleicht wollten sie aber auch einfach nicht gemocht werden ...

Assassin's Creed Brotherhood - D1 Version (uncut)
Assassin's Creed Brotherhood - D1 Version (uncut)
Preis: EUR 19,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von Dreien das Beste, 4. März 2012
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Da unten steht er, umringt von seinen Wachen. Ich schließe die Augen und starte die Generalprobe. Für einen Sprung ist er zu weit weg, ich müsste hinunterklettern, um ihn zu erwischen. Von hier bis ans Ende des Daches, über das Seil zum nächsten und von dort die Brüstung hinab. Schön vorsichtig, die Jungs sind auf Zack. Vielleicht in den Dirnen da untertauchen, bis es nur noch ein paar Meter sind, doch dann muss das Timing stimmen. Und es müsste schnell gehen. Ein Dolch wird nicht reichen - zu stark gepanzert, der Knabe. An den beiden Brocken mit Hellebarde komme ich nur mühsam vorbei. Er würde die Gelegenheit nutzen und stiften gehen - der Turm ist nah. Mir blieben nur Sekunden. Ich muss ihn vorher anvisieren und schießen. Aus dem Pöbel heraus, im richtigen Augenblick und dann nichts wie weg. Ich öffne die Augen. Müsste funktionieren. Plötzlich pfeift jemand und drei Spiegelbilder meiner selbst stürzen sich auf den Ärmsten. Er sah sie nicht einmal kommen. Richtig, ich bin ja nicht mehr allein. Entfällt mir in einer Tour.

Wer glaubt, Verstärkung wie diese mache Ezios zweites Abenteuer zu einfach, irrt. Roms Straßen sind ein heißes Pflaster und heiß meint nicht mehr Prostitutierte als bisher, sondern mehr Geschmeiß mit Schwert und Pistole. Der gekidnappte Leo hat seine hübschen Spielzeuge nämlich auch für die Schergen der Borgias herstellen müssen und die herrschen nun in der ewigen Stadt. Für einen Auditore kein Dauerzustand, nachdem sie die Burg seines Onkelz geknackt und den kurzerhand gerichtet haben. So macht Ezio sich auf, alte Verbündete um sich zu scharen und eine Armee von Meuchelmördern ...

Assassins Creed: Brotherhood hat mich schier umgehauen und mehr als 40 Stunden geradezu begeistert. Wohl auch, weil ich mit jedem neuen Teil eigentlich einen Niveauabfall erwartet hatte. Nicht so in diesem Fall. Die Rahmenhandlung um Desmond und den Zwist zwischen Templern und Assassinen - für mich nach wie vor von besonderer Spannung - ist nicht mehr nur alleiniger Erzählstrang mit narrativem Wert. Roms Schicksal und der Fall der Borgias gibt richtig etwas her, auch weil er mit so viel Liebe zum Detail und ordentlich Abwechslung dargeboten wird. Die Eroberung der Türme der Tyrannen, das Rekrutieren junger Attentäter, die Jagd des Kults des Romulus und die romantischen Erinnerungen an Ezios Liebste machen Langeweile undenkbar. Man huscht nicht mehr nur von einem Mord zum nächsten, er wird einem inhaltlich schmackhaft gemacht und er wirkt nach. So ergibt das große Schlachtfest doch endlich einen Sinn. Für die Stimmung sorgen nicht zuletzt die zahlreichen italienischen Sätze, die so viel Humor und Charme transportieren, dass es mir bald leid um all jene tat, die der Sprache nicht mächtig sind.

Auch am Gameplay wurde gewerkelt und mit ihm an der Steuerung. Die Hinweise auf dem Bildschirm sind nun Maus und Tastatur angepasst, nicht mehr nur dem Gamepad. Zudem sah ich mich gezwungen, von beinahe jeder Waffe wenigstens einmal Gebrauch zu machen. Den Dolchen für die Bogenschützen auf den Dächern, der Armbrust für die gepanzerten Kerle und der Pistole für die Auftragsziele. Rauchbomben für die Flucht und Gift für das Attentat, im Augenblick dessen Gelingen man nicht mehr vor Ort sein möchte. Inzwischen unterscheiden sich die Missionen so sehr, dass alles irgendwann einmal nützlich scheint.

Die rekrutierten Nachwuchsassassinen bringen dabei neue taktische Möglichkeiten ins Spiel. Sie schalten per Pfeilhagel entweder ganze Gegnergruppen aus oder kümmern sich um die Wachen des Auserwählten, der dann leichte Beute ist. Am Ende wiegt jedoch das Flair am schwersten, Rom nicht allein befreien zu müssen.

Fazit: Von den drei ACs, die ich bis dato spielte, ganz gewiss das stärkste. Freilich auch, weil es die Lebensgeschichte eines Antihelden fortsetzt, an den man sich schon im Vorgänger ausgiebig gewöhnen durfte. So etwas verbindet. Und dass auch Desmonds Drama seinen Klimax erfährt, macht mir das Warten auf Revelations sehr schwer. Es wird sich anstrengen müssen, hierdran anzuknüpfen.

Disciples III: Renaissance
Disciples III: Renaissance
Preis: EUR 4,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Anspruchslos!, 5. Februar 2012
= Spaßfaktor:2.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Disciples III: Renaissance (Computerspiel)
Scharf nachgedacht, komme ich auf zwei, Blödsinn, drei Rollenspiele, die ich in fünfzehn Jahren gelebter Leidenschaft installiert und dann nicht zu Ende gebracht habe. Drei! Disciples III: Renaissance wurde Nummer vier. Und als wäre dies nicht schon Empfehlung genug, erkläre ich euch nun, warum.

Disciples ist ein rundenbasierter Mix aus Strategie und RPG. Rundenbasiert meint, dem Spieler bleibt jeweils eine bestimmte Anzahl von Bewegungspunkten, im Rahmen derer er seine Einheiten über die Weltkarte und die Hexfelder ziehen darf. Sind diese aufgebraucht, ist es Zeit, den Zug zu beenden und die KI ans Ruder zu lassen. So weit, so gut. Das Genre ist bewährt und hat auch Reihen wie Heroes of Might and Magic über Nacht berühmt gemacht. Leider heißt "bewährt" nicht "zeitlos cool" und natürlich sollten die Basisfeatures sitzen.

Disciples III hat weder etwas Frisches in petto, noch erledigit es gewissenhaft seine Hausaufgaben. Deshalb gibt's Abzüge in der A-Note für:

Das altbackene Flair - Die Hauptdarsteller holzschnittartig, der Plot karikiert das Genre - Teil drei ist kein Klassiker, sondern schlicht überholt. An diesem Eindruck rüttelt auch die ordentliche Grafik nicht. Und schon gar nicht die vorhersagbaren Dialoge, die mir als Autor ja peinlich gewesen wären. Dennoch gehe ich jede Wette, dass dies eine Frage des Anspruchs ist, und der definiert sich bekanntlich über das, was man erlebt hat. Wer schon viele Abenteuer bestritten, erwartet irgendwann Innovationen oder wenigstens das gewisste Etwas. Jeder, der sich nur gelegenheitlich aufmacht, gibt sich vielleicht mit weniger zufrieden. Ich richte freilich nach meinem Bilde.

Das schlechte Balancing - Einmal eingefuchst, stellt der normale Schwierigkeitsgrad keinerlei Herausforderung mehr dar, weil künstliche Intelligenz im wortwörtlichen Sinn nicht zu finden ist. Jede Karte der Kampagne verlangt am Anfang ein bisschen Geduld. Sind die Einheiten erst einmal gelevelt, hält den Tross jedoch nichts mehr auf. Auch, weil Zauber und Runen zuhauf vorhanden sind und so schnell heilen und wiederbeleben, dass es keiner Taktik bedarf. Insbesondere nicht, wenn man mit dem Erzmagiertum und damit einem Spruch mehr pro Runde startet. Schon Mitte des zweiten Aktes verließ mich die Lust, jedes Scharmützel selbst auszutragen. Also bequemte ich den Schnelldurchlauf, der die immer gleichen Fights abkürzte, und kümmerte mich um das Macromanagement. Der Ausgang war ohnehin stets derselbe.

Unlogik im Rollenspiel - In einem besorgniserregenden Maße. So weicht nicht von des Hauptmanns Seite Stafford, treuer Ritter des Imperiums, der wie die namenlosen Einheiten neben ihm im Laufe einer Map mitlevelt, zu Beginn der nächsten aber wieder auf Null gesetzt wird. Weshalb, um Himmels willen? Und sowieso: Was wird aus meinen Weißen Magiern, Imperialen Assassinen und Paladinen, wenn ich im folgenden Akt doch wieder mit Zauberlehrlingen, Bogenschützen und Knappen anfange? So bleibt das Gefühl, praktisch nichts erreicht zu haben, bis auf in der Haupthandlung voranzuschreiten. Natürlich definiert sich der Schwierigkeitsgrad einzig darüber.

Und selbst das Leveln der Einheiten unternimmt scheint's willkürliche Ausbrüche. Steht ein neues Gebäude bereits, wodurch die Einheit ab einer gewissen Stufe automatisch befördert wird, sammelt sie viel schneller Erfahrungspunkte und überspringt zuweilen gar ein paar Level. Muss es noch gebaut werden, dauert es deutlich länger, ehe die nächste Stufe erreicht wird. Warum, habe ich bis zuletzt nicht herausgefunden.

Noch etwas zur den Gefechtskarten: Auf diesen sind zuweilen Hexagonfelder mit Boni für bestimmte Klassen zu finden. Mehr Schaden für Magi, einen Angriffsbonus für Nahkämpfer, erhöhte Wahrscheinlichkeit eines kritischen Treffers für Bogenschützen. Leider völlig wahllos, also keineswegs so, dass es optisch Sinn macht. Das Gelände ist einfach immer eben.

Zusammengefasst: Kurz vor Ende der ersten Kampagne habe ich die Segel gestrichen, weil mir die Zeit zu schade war. Zwei Weitere hätte es noch gegeben, aber mich lockte gar nichts. Und das will 'was heißen. Disciples III ist, von Äußerlichkeiten abgesehen, sowohl im Schwierigkeitsgrad als auch in der Erzählweise anspruchslos. Um die paar Euro, die es noch kostet, wäre es wohl nicht schade, um eure Zeit hingegen sehr wohl.

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