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Rezensionen verfasst von
Erlkoenig (Rostock)

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The Witcher 2: Assassins of Kings Enhanced Edition
The Witcher 2: Assassins of Kings Enhanced Edition
Wird angeboten von maximus2014
Preis: EUR 47,32

25 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Im Ansatz genial und doch nicht perfekt, 9. September 2012
Der erste Barbier war meiner. Ein wamperter Zwerg, der eigentlich in Bücher machte, aber das war mir egal. Der Animescheitel kam mir jedenfalls nicht ins Haus. Geralt, modische Gleichgültigkeit in persona, rasiert sich nicht im Intimbereich und er färbt sich das graue Haupthaar nicht burschikos lila wie ein Dragonballschlappschwanz. Wozu dann das halbherzige Zöpfchen, das ich zuletzt bei den Elementarmagierinnen in Guild Wars erblickte und schon damals für unvorteilhaft befand? Sei's drum, schließlich ließ sich der Rest ganz vorzüglich an.

Positives

Die Grafik - 1A, und für ein Rollenspiel mehr als ausreichend. Mit der Skyrims würde ich sie nicht in den Ring schicken, sonst aber muss sie keine Vergleiche fürchten. Weshalb die Autoerkennung der optimalen Einstellungen meinem sündhaft teuren High-End-Rechner nahelegte, es erst einmal auf "niedrig" zu versuchen, weiß ich nicht. Der schaukelte das Baby jedenfalls auch auf "Sehr hoch" und bei dicksten Shaderspielereien ohne Ruckler.

Die Qual der Wahl - Was stehe ich auf RPGs, die mir noch zutrauen, schwierige Entscheidungen selbst zu treffen und notfalls eine Elfenfamilie zu opfern. Nur der Rettung der Welt zuliebe, versteht sich. Der durchgestylte Haupthandlungsstrang kennt keine Gnade mit zögerlichen Gemütern; Führungspersönlichkeiten hingegen tollen in ihrem Element. Da saß ich doch ein ums andere Mal geschlagene fünf Minuten vor den Dialogoptionen und wusste nicht, was ich anklicken sollte. Dass meine Wahl das Spielgeschehen maßgeblich beeinflussen würde, pfiffen ja die Harpyien von den Dächern. Immerhin, ich hielt den Kurs und legte meinen Hexer konsequent artig aus - bis zum Schluss. Ein Blick in die Komplettlösung nach dem Durchspielen verriet mir übrigens, dass andere Entscheidungen auch gänzlich neue Folgequests nach sich gezogen hätten. Mehrmalige Durchläufe scheinen sich also geradezu aufzudrängen.

Das Fingerspitzengefühl - Im Design der Welt und der Charaktere. Ich kann Spiele, die so viel Wert auf vermeintliche Nichtigkeiten legen wie The Witcher 2, an einer Hand abzählen. Dabei wiegen gerade die tonnenschwer. Die Warschauer Jungs werden nicht müde, Details aufzutischen, die Casual Gamer de facto überfordern. Vier, fünf Könige ebensovieler Reiche, die sich im ständigen Weiteifer um die neutrale Zone zwischen ihren Ländereien befinden, plus magiebegabte Beraterinnen, deren Namen ich zwanzig Mal hören musste, ehe ich sie drauf hatte. Wohl auch, weil ich nicht umhin kam, ihnen ständig aufs üppige Decoltée zu glotzen. Das lenkt ab. Im schönen Gegensatz dazu die halbwüchsigen Ausgewachsenen, die kein Rosenblatt vor den Mund nehmen und ganz unkompliziert selbst im brenzligsten Augenblick bekunden, dass Lesbomanthie ihr Lieblingszweig der Magie ist - die muss man einfach lieben. Die zuweilen undurchsichtigen Ränkespielchen und die zahllosen Hintergrundinfos hingegen nicht. Da erwischt es Vizimir, den Apfelträger Redaniens, was die Armeen Kaedwens unter Henselt ermuntert, das vakante Ober-Aedirn im Pontartal zu stürmen. Derweil balgt sich Temeriens Foltest in einem Bürgerkrieg mit den La Valettes, die Elfenrebellen der Scoia'tael fechten für ihre Freiheit und die Zauberinnen der Loge ziehen Strippen im Verborgenen. Von den geheimnisvollen Hexern der Schlangenschule ganz zu schweigen. Und jeder paktiert mit jedem, wenn es gerade passt. Ich war ganz verrückt danach, aber das mag nicht jedem so gehen.

Das Kampfsystem - Gewusst wo, spart Energo! Heißt soviel wie: Wer sich gedankenlos ins Getümmel stürzt, endet mit einem Balissablättchen zwischen den Pobacken als Nekkerfrühstück. Was ein bisschen Vorbereitung und Taktik hingegen ausmachen, ist bemerkenswert. Mixturen werden so beispielsweise nicht mehr während des Kampfes geschluckt, sondern schon davor. Das verlangt Planung, heißt aber auch, dass man manchmal erst ins Verderben rennen muss, um dann die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Gleiches gilt für den Skillbaum. So gibt es unscheinbare Low-Level-Fertigkeiten, die Kräfteverhältnisse komplett kippen können. Dabei entscheidet der Spieler, ob er es eher mit der Magie, dem Schwertkampf oder der Alchemie hält. Dumm nur, wenn man auf die Wundertinkturen angewiesen ist und dann nach einem Dialog nicht mehr dazu kommt, noch eine einzuwerfen. Hier hakt das Balancing leider gehörig.

Negatives

Die Stabilität - Nach zwei Stunden in The Witcher 2 hüpfte ich aufgeregt auf und ab und huldigte CD Projekt. Mr. Phlegmatic was back und mit ihm seine illustre Gefolgschaft. Die Quests abwechslungsreich, die Dialoge gehaltvoll - ich wähnte mich im Rollenspielhimmel, ehe die Abstürze zum Desktop Einzug hielten. Nichts für ungut, Probleme mit der Technik klammere ich in meinen Rezensionen für gewöhnlich aus, weil ich davon ausgehe, dass sie meine und nicht Sorge der Masse sind. In diesem Fall jedoch sang Google ein anderes Lied. Dort fanden sich Leute zuhauf, die mit der Enhanced Edition von CTDs überschwemmt wurden und nichts dagegen tun konnten. Ich versuchte meinerseits einiges: Stellte die Einstellungen auf "niedrig", wie mir ja eingangs angeraten wurde, setzte den Kompatibilitätsmodus auf "Windows XP - SP 3" und führte die .Exe direkt als Admin aus. Auch die Auslagerungsdatei erhielt allen Freiraum. Umsonst. Die wahllosen Abstürze blieben, ein Muster konnte wenigstens ich nicht ausmachen. Manchmal spielte ich vier Stunden am Stück ohne Zwischenfall, manchal startete ich in einer halben drei Mal. Das drückte den Spielspaß zwischenzeitlich gewaltig. Wer hier zugreift, muss also mit Ärger rechnen, Kummer gewöhnt sein und sich davon nicht unterkriegen lassen.

Konditionsprobleme - Im dritten Akt geht dem Abenteuer die Luft aus. Fand ich höchst verwunderlich, aber er hat nicht die Hälfte des Umfangs der beiden vorangegangenen. Zudem fehlte mir das Gefühl, langsam zum Ende zu kommen. Plötzlich war es da und ich hatte noch Talentpunkte auf der hohen Kante, Mutagene nicht ausgegeben und Waffen nicht upgegradet. Das offene Ende störte mich dabei wenig, nur die fehlende Handlungsdichte. Da hatte Teil eins mehr Steherqualitäten bewiesen.

Fazit

Das Spiel, das hätte perfekt werden können, wurde es nicht. Weil der Moment der letzten Spannung fehlt sowie große Emotionen beim Showdown. Man ließ mir die Gelegenheit, das letzte Duell zu meiden, und da ich Geralt seit jeher als denkenden Helden, nicht tumpen Schlagetod verstand, ergriff ich sie. Weder Programmierung noch leise innere Stimme drängten mich, den Kampf anzunehmen, also blieb es still. Leider ließ mich diese Entscheidung auch ein bisschen unbefriedigt zurück. Insbesondere angesichts der Ungewissheit, ob und wann ein dritter Teil kommt und die packende Geschichte ihren Klimax erfährt. Meine Empfehlung: Kaufen, wer mit Abstürzen umgehen kann. Gut möglich, dass ihr davon verschont bleibt, doch was, wenn nicht? Informationsflut und Spielgeschwindigkeit bleiben wiederum Geschmackssache. Ein Action-Rollenspiel ist The Witcher 2 jedenfalls nicht.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 30, 2014 1:14 PM MEST


Logitech G330 PC-Gaming Kopfhörer schnurgebunden
Logitech G330 PC-Gaming Kopfhörer schnurgebunden

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nach einem Jahr: Für das, was es kann, zu teuer, 19. August 2012
Erstanden vor etwas mehr als einem Jahr. Ich wollte einmal mehr als fünfzehn Euro in ein neues Headset investieren in der Hoffnung, es hielte ein Weilchen länger. Nun, das wäre dem G330 von Logitech schon einmal gelungen. Allerdings hatte ich erwartet, dass es bei fast dreifachem Preis die Low-Budget-Konkurrenz (unter anderem aus eigenem Hause) in sämtlichen Disziplinen auf die Plätze verweist. Dem ist leider nicht so.

Ja, es funktioniert immer noch, wenngleich meine Skypegesprächspartner indes erste Aussetzer bemängeln. Da bahnt sich wohl ein Kabelbruch an. Und ja, die Soundwiedergabe ist merkbar besser als die seiner Vorgänger. Dafür haperts seltsamerweise an der Aufnahmequalität. Weshalb gibt ein Fünzehn-Euro-Mikro meine Stimme klarer weiter als eines für knapp vierzig? In meinem Fall wiegt das Problem etwas schwerer, weil ich online Sprachen lerne und deshalb darauf angewiesen bin, dass man mich gut versteht. Wer das Headset nur zum Skypen verwendet, muss sich darum nicht scheren.

Ein dickes Lob schließlich für die Steherqualitäten des dünnen Bügelchen, das die beiden Muscheln verbindet. Ich hätte meine Katze darauf verwettet, dass es keine zwei Wochen durchsteht, als ich es damals auspackte. Wie eine junge Birke im Wind wiegt es unter jeder Berührung, aber es bricht nicht. Auch nicht bei versehentlich rüder Handhabung. Da wissen andere Rezensenten aber offenbar andere Lieder zu singen.

Fazit: Hält länger, klingt besser, rechtfertigt den Anschaffungspreis aber nicht. Sollte sich das meine in den nächsten Wochen verabschieden - und ich rechne schwer damit - kaufe ich ein anderes. Gegebenenfalls lege ich noch einmal ein paar Euro drauf. Vielleicht stimmt dann das Preis-Leistungsverhältnis.


Dracula 2 - The Last Sanctuary
Dracula 2 - The Last Sanctuary

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Fragwürdige Fassung, 18. August 2012
Dieses kleine Adventure wie jedes andere zu rezensieren, erscheint mir hinfällig. Schließlich unterscheidet sich die hier feilgebotene Purple Hills-Ausgabe von "Dracula 2 - The Last Sanctuary" enorm vom Original. Dabei wäre ich nie und nimmer darauf gekommen, dass man ein Computerspiel nicht nur um massig Inhalt erleichtert, sondern darüber hinaus das Interface verändert und Render-Sequenzen streicht. Erst durch einen dicken Bug kurz vor dem Ende stolperte ich über den Frevel.

"The Last Sanctuary" ließ sich müde an und vermochte es bis zum Schluss nicht, mich zu fesseln. Nur allzu kitschige Geräuschkulissen, die leidenschaftslose Synchronisation und der kinderleichte Schwierigkeitsgrad scheuchten mich in knapp einer Stunde durch Teil eins. Richtig gelesen: die Purple Hills-Fassung schneidet das Spiel in drei teile, die getrennt voneinander installiert und gestartet werden wollen. Wer in der Handlung weit genug vorangeschritten ist, wird darüber informiert, dass der erste Part nun beendet sei. Danach installiert man den Nächsten und fährt fort. Wer möchte, spielt gleich den Letzten und verzichtet auf den Rest. Erinnerte mich an meine Anfänge, da ich noch Dreieinhalb-Zoll-Disketten in einen Amiga wie in einen Schredder schob, damit es weiterging.

Jedenfalls gelang es mir kurz vor Schluss erstmals nicht, eines der sonst einfachen Rätsel zu knacken, also googelte ich kurzerhand nach der Komplettlösung. Die wusste nicht nur Rat, sondern sprach darüber hinaus von kniffligen Herausforderungen, denen ich mich nie hatte stellen müssen. Ich musste keine Bücher lesen, Codes entschlüsseln und Ratten verscheuchen. Diese Aufgaben waren bereits erledigt oder lösten sich von selbst. Leider sorgte ein solches schon gelöstes Rätsel dann für den Bug, der mich kurz vor Schluss entschärfte: In einem Walkthrough-Video auf YouTube sah ich, wie es hätte laufen sollen, konnte es aber nicht reproduzieren, weil die Items nicht reagierten. Und ich sah, dass auch die Benutzeroberfläche in meinem Spiel eine andere war.

Fazit: Keine Ahnung, weshalb es von diesem Spiel unterschiedliche Versionen für den PC gibt, doch diese hier ist nicht die fünf Euro wert, die sie mich gekostet hat. Die Änderungen beschneiden Spielzeit und -spaß und verursachen Fehler, die wenigstens mich komplett ausgebremst haben. Tut euch selbst den Gefallen und lasst die Finger davon!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 5, 2013 3:52 PM CET


The Elder Scrolls IV: Oblivion - Shivering Isles Add-on (DVD-ROM)
The Elder Scrolls IV: Oblivion - Shivering Isles Add-on (DVD-ROM)
Wird angeboten von Mc-MEDIA-LEMGO Alle Preise inkl. 19% Mehrwertsteuer. Impressum und AGB`s unter Verkäuferinfo.
Preis: EUR 6,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Traumland für Antihelden, 10. April 2012
Geschmackssache. Heißt in diesem Fall, man tut gut daran, ein bisschen irre zu sein, um sich auf den Shivering Isles wie zu Hause zu fühlen. Landschaftsgestaltung - und das meint alles, von der Avatar-Flora bis zum quietschbunten Firmament - sowie Lebensart der Inselbewohner werden nicht jedermanns Sache sein. Dafür geben sich beide kontrastreich zum mitteleuropäischen Cyrodiil. Wer die grünen Wälder und Auen nach 140 Stunden Spielzeit also allmählich leid war, wird für die Abwechslung dankbar sein.

Trotzdem bleibt das moralische Dilemma, in das das Hauptquest um den Daedra-Fürsten Sheogorath alle strahlenden Helden stürzt, die bis dahin höchst anständig unterwegs waren und so konsequent gar die stimmungsvolle Nebenquestreihe der Dunklen Bruderschaft aussparten. Im Dienste des Wahngotts kommt man um die eine oder andere miese Tat nicht herum. Eine Folterung hier, ein Attentat da. Und man muss Unschuldige ausknipsen - ob man will oder nicht. Kein Umstand für meinen Dunmer-Blutsauger, aber als Kaiserlicher in güldener Rüstung wäre mir das ordentlich gegen den Strich gegangen.

Kritikpunkt zwei - Informationen sind rar, Entscheidungen für die Katz. Zwei Häuser regieren die Shivering Isles: Mania und Dementia. Die Unterschiede sind marginal und Entscheidungen zu Gunsten eines der beiden ohne Konsequenz für den Ausgang der Handlung oder das Gameplay - von einem nutzlosen Zauber abgesehen. Das Gleiche gilt für die Leibgarden Sheos: die Dunklen Verführer und die Goldenen Heiligen. Auch hier wählt man wenigstens einmal, ohne dafür auf anderer Seite verspielt zu haben - trotz blutiger Rivalität. Das AddOn suggeriert RPG-Anarchie, geht bei genauerem Hinsehen allerdings schnurstracks vom Start zum Ziel. Und auch die Pointe kam mir verdächtig bekannt vor.

Fazit: Mit den Shivering Isles kommt die Abwechslung, wiewohl zu einem saftigen Preis. Gesetzmäßigkeiten gibt es nicht. Mania und Dementia versuchen krampfhaft, unvorhersehbar zu sein, eben total verrückt. Leider gehen Quests, Dungeons und Gameplay die Schlenker nicht mit. So fand ich bis zum letzten Schwerthieb keinen Zugang zu Land und Leuten. Vielleicht wollten sie aber auch einfach nicht gemocht werden ...


Assassin's Creed Brotherhood - D1 Version (uncut)
Assassin's Creed Brotherhood - D1 Version (uncut)

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von Dreien das Beste, 4. März 2012
Da unten steht er, umringt von seinen Wachen. Ich schließe die Augen und starte die Generalprobe. Für einen Sprung ist er zu weit weg, ich müsste hinunterklettern, um ihn zu erwischen. Von hier bis ans Ende des Daches, über das Seil zum nächsten und von dort die Brüstung hinab. Schön vorsichtig, die Jungs sind auf Zack. Vielleicht in den Dirnen da untertauchen, bis es nur noch ein paar Meter sind, doch dann muss das Timing stimmen. Und es müsste schnell gehen. Ein Dolch wird nicht reichen - zu stark gepanzert, der Knabe. An den beiden Brocken mit Hellebarde komme ich nur mühsam vorbei. Er würde die Gelegenheit nutzen und stiften gehen - der Turm ist nah. Mir blieben nur Sekunden. Ich muss ihn vorher anvisieren und schießen. Aus dem Pöbel heraus, im richtigen Augenblick und dann nichts wie weg. Ich öffne die Augen. Müsste funktionieren. Plötzlich pfeift jemand und drei Spiegelbilder meiner selbst stürzen sich auf den Ärmsten. Er sah sie nicht einmal kommen. Richtig, ich bin ja nicht mehr allein. Entfällt mir in einer Tour.

Wer glaubt, Verstärkung wie diese mache Ezios zweites Abenteuer zu einfach, irrt. Roms Straßen sind ein heißes Pflaster und heiß meint nicht mehr Prostitutierte als bisher, sondern mehr Geschmeiß mit Schwert und Pistole. Der gekidnappte Leo hat seine hübschen Spielzeuge nämlich auch für die Schergen der Borgias herstellen müssen und die herrschen nun in der ewigen Stadt. Für einen Auditore kein Dauerzustand, nachdem sie die Burg seines Onkelz geknackt und den kurzerhand gerichtet haben. So macht Ezio sich auf, alte Verbündete um sich zu scharen und eine Armee von Meuchelmördern ...

Assassins Creed: Brotherhood hat mich schier umgehauen und mehr als 40 Stunden geradezu begeistert. Wohl auch, weil ich mit jedem neuen Teil eigentlich einen Niveauabfall erwartet hatte. Nicht so in diesem Fall. Die Rahmenhandlung um Desmond und den Zwist zwischen Templern und Assassinen - für mich nach wie vor von besonderer Spannung - ist nicht mehr nur alleiniger Erzählstrang mit narrativem Wert. Roms Schicksal und der Fall der Borgias gibt richtig etwas her, auch weil er mit so viel Liebe zum Detail und ordentlich Abwechslung dargeboten wird. Die Eroberung der Türme der Tyrannen, das Rekrutieren junger Attentäter, die Jagd des Kults des Romulus und die romantischen Erinnerungen an Ezios Liebste machen Langeweile undenkbar. Man huscht nicht mehr nur von einem Mord zum nächsten, er wird einem inhaltlich schmackhaft gemacht und er wirkt nach. So ergibt das große Schlachtfest doch endlich einen Sinn. Für die Stimmung sorgen nicht zuletzt die zahlreichen italienischen Sätze, die so viel Humor und Charme transportieren, dass es mir bald leid um all jene tat, die der Sprache nicht mächtig sind.

Auch am Gameplay wurde gewerkelt und mit ihm an der Steuerung. Die Hinweise auf dem Bildschirm sind nun Maus und Tastatur angepasst, nicht mehr nur dem Gamepad. Zudem sah ich mich gezwungen, von beinahe jeder Waffe wenigstens einmal Gebrauch zu machen. Den Dolchen für die Bogenschützen auf den Dächern, der Armbrust für die gepanzerten Kerle und der Pistole für die Auftragsziele. Rauchbomben für die Flucht und Gift für das Attentat, im Augenblick dessen Gelingen man nicht mehr vor Ort sein möchte. Inzwischen unterscheiden sich die Missionen so sehr, dass alles irgendwann einmal nützlich scheint.

Die rekrutierten Nachwuchsassassinen bringen dabei neue taktische Möglichkeiten ins Spiel. Sie schalten per Pfeilhagel entweder ganze Gegnergruppen aus oder kümmern sich um die Wachen des Auserwählten, der dann leichte Beute ist. Am Ende wiegt jedoch das Flair am schwersten, Rom nicht allein befreien zu müssen.

Fazit: Von den drei ACs, die ich bis dato spielte, ganz gewiss das stärkste. Freilich auch, weil es die Lebensgeschichte eines Antihelden fortsetzt, an den man sich schon im Vorgänger ausgiebig gewöhnen durfte. So etwas verbindet. Und dass auch Desmonds Drama seinen Klimax erfährt, macht mir das Warten auf Revelations sehr schwer. Es wird sich anstrengen müssen, hierdran anzuknüpfen.


Disciples III: Renaissance
Disciples III: Renaissance
Wird angeboten von ToBi`s Computer (DER LADEN MIT DEN FAIREN PREISEN!)
Preis: EUR 2,85

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Anspruchslos!, 5. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Disciples III: Renaissance (Computerspiel)
Scharf nachgedacht, komme ich auf zwei, Blödsinn, drei Rollenspiele, die ich in fünfzehn Jahren gelebter Leidenschaft installiert und dann nicht zu Ende gebracht habe. Drei! Disciples III: Renaissance wurde Nummer vier. Und als wäre dies nicht schon Empfehlung genug, erkläre ich euch nun, warum.

Disciples ist ein rundenbasierter Mix aus Strategie und RPG. Rundenbasiert meint, dem Spieler bleibt jeweils eine bestimmte Anzahl von Bewegungspunkten, im Rahmen derer er seine Einheiten über die Weltkarte und die Hexfelder ziehen darf. Sind diese aufgebraucht, ist es Zeit, den Zug zu beenden und die KI ans Ruder zu lassen. So weit, so gut. Das Genre ist bewährt und hat auch Reihen wie Heroes of Might and Magic über Nacht berühmt gemacht. Leider heißt "bewährt" nicht "zeitlos cool" und natürlich sollten die Basisfeatures sitzen.

Disciples III hat weder etwas Frisches in petto, noch erledigit es gewissenhaft seine Hausaufgaben. Deshalb gibt's Abzüge in der A-Note für:

Das altbackene Flair - Die Hauptdarsteller holzschnittartig, der Plot karikiert das Genre - Teil drei ist kein Klassiker, sondern schlicht überholt. An diesem Eindruck rüttelt auch die ordentliche Grafik nicht. Und schon gar nicht die vorhersagbaren Dialoge, die mir als Autor ja peinlich gewesen wären. Dennoch gehe ich jede Wette, dass dies eine Frage des Anspruchs ist, und der definiert sich bekanntlich über das, was man erlebt hat. Wer schon viele Abenteuer bestritten, erwartet irgendwann Innovationen oder wenigstens das gewisste Etwas. Jeder, der sich nur gelegenheitlich aufmacht, gibt sich vielleicht mit weniger zufrieden. Ich richte freilich nach meinem Bilde.

Das schlechte Balancing - Einmal eingefuchst, stellt der normale Schwierigkeitsgrad keinerlei Herausforderung mehr dar, weil künstliche Intelligenz im wortwörtlichen Sinn nicht zu finden ist. Jede Karte der Kampagne verlangt am Anfang ein bisschen Geduld. Sind die Einheiten erst einmal gelevelt, hält den Tross jedoch nichts mehr auf. Auch, weil Zauber und Runen zuhauf vorhanden sind und so schnell heilen und wiederbeleben, dass es keiner Taktik bedarf. Insbesondere nicht, wenn man mit dem Erzmagiertum und damit einem Spruch mehr pro Runde startet. Schon Mitte des zweiten Aktes verließ mich die Lust, jedes Scharmützel selbst auszutragen. Also bequemte ich den Schnelldurchlauf, der die immer gleichen Fights abkürzte, und kümmerte mich um das Macromanagement. Der Ausgang war ohnehin stets derselbe.

Unlogik im Rollenspiel - In einem besorgniserregenden Maße. So weicht nicht von des Hauptmanns Seite Stafford, treuer Ritter des Imperiums, der wie die namenlosen Einheiten neben ihm im Laufe einer Map mitlevelt, zu Beginn der nächsten aber wieder auf Null gesetzt wird. Weshalb, um Himmels willen? Und sowieso: Was wird aus meinen Weißen Magiern, Imperialen Assassinen und Paladinen, wenn ich im folgenden Akt doch wieder mit Zauberlehrlingen, Bogenschützen und Knappen anfange? So bleibt das Gefühl, praktisch nichts erreicht zu haben, bis auf in der Haupthandlung voranzuschreiten. Natürlich definiert sich der Schwierigkeitsgrad einzig darüber.

Und selbst das Leveln der Einheiten unternimmt scheint's willkürliche Ausbrüche. Steht ein neues Gebäude bereits, wodurch die Einheit ab einer gewissen Stufe automatisch befördert wird, sammelt sie viel schneller Erfahrungspunkte und überspringt zuweilen gar ein paar Level. Muss es noch gebaut werden, dauert es deutlich länger, ehe die nächste Stufe erreicht wird. Warum, habe ich bis zuletzt nicht herausgefunden.

Noch etwas zur den Gefechtskarten: Auf diesen sind zuweilen Hexagonfelder mit Boni für bestimmte Klassen zu finden. Mehr Schaden für Magi, einen Angriffsbonus für Nahkämpfer, erhöhte Wahrscheinlichkeit eines kritischen Treffers für Bogenschützen. Leider völlig wahllos, also keineswegs so, dass es optisch Sinn macht. Das Gelände ist einfach immer eben.

Zusammengefasst: Kurz vor Ende der ersten Kampagne habe ich die Segel gestrichen, weil mir die Zeit zu schade war. Zwei Weitere hätte es noch gegeben, aber mich lockte gar nichts. Und das will 'was heißen. Disciples III ist, von Äußerlichkeiten abgesehen, sowohl im Schwierigkeitsgrad als auch in der Erzählweise anspruchslos. Um die paar Euro, die es noch kostet, wäre es wohl nicht schade, um eure Zeit hingegen sehr wohl.


Napoleon: Total War [Software Pyramide]
Napoleon: Total War [Software Pyramide]
Wird angeboten von "Händlershop von Softland 2011 (Alle Preise inkl. Mwst.) -ABGs, Garantiebedingungen & Widerrufsbelehrung finden Sie unter Verkäuferhilfe"

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen "Erbarme, die Hesse komme!", 30. Januar 2012
Zwei Sterne, dabei kümmert mich Steam herzlich wenig. Zwei erbärmliche Sterne, und ich hatte sie tatsächlich alle: Shogun, Rome, Medieval I und II. Es lag also nicht daran, dass ich mich vertan, im Spiel vergriffen hatte. Vielmehr daran, dass es den Machern trotz leidiger Beta in Empire nicht gelungen ist, einen vernünftigen Koop-Modus für den Nachfolger aufzustellen. Herrje, was hielt sie zurück? Schon in Der Schlacht um Mittelerde II war ich mit einem Freund im rundenbasierten Modus zugange gewesen und es lief. Das Balancing war ... nun, es gab kein Balancing, aber der Rest lief wie geschmiert. Das war vier Jahre vor Napoleon ...

In Runde 51 warfen wir schließlich das Handtuch und deinstallierten totternd und schimpfend alles, vor allem die Einstellungen und Speicherstände. Wir hatten es wirklich versucht. Die Firewall aufgebohrt, um überhaupt zueinander zu finden, die Seitenwand des Towers abmontiert, weil meine Grafikkarte so heiß lief, dass sie nach frischer Luft japste wie in keinem anderen Spiel, uns angewöhnt, nach jeder Runde zu speichern, um regelmäßige Abstürze weniger schmerzlich zu machen und auf die Echtzeitgefechte verzichtet. Einen entschärfte es immer. Als dann am Ende besagter Runde die hessische KI ihren Zug nicht beenden wollte, saßen wir da. "Immer noch der Hesse?" - "Jepp. Der rührt sich nicht."

Ein Bug, zweifellos. Also schossen wir die Anwendung ab und luden einen alten Speicherstand. Davon hatten wir genügend. Doch ohne Erfolg. Der Hesse kam und blieb. Damit war die Kampagne für uns vorbei, nachdem wir uns (Preußen, Österreich) nur mit Mühe und Not des schier übermächtigen Franzmannes erwehrt hatten und endlich auf die Beine gekommen waren. Napoleons Truppen machten statistisch nicht viel her, kochten wie die unsrigen augenscheinlich nur mit Wasser und waren auf offenem Feld in der Simulation trotzdem nur im Verhältnis 4:1 zu schlagen. Logisch oder nicht, wir nahmen es als Herausforderung und meisterten sie, indem wir unsere Verbände ständig beisammen hielten und Technologien sowie Geld praktisch ründlich tauschten. Allein der verdiente Lohn blieb aus.

Am Ende war es der instabile Zustand der Software, der uns in die Knie zwang. Aber schon vorher hatte sich abgezeichnet: Dieses Spiel will gar nicht Seite an Seite gespielt werden. Die Multiplayerkarten sind grundsätzlich auf ein Gegeneinander ausgelegt, nur eine der drei ist überhaupt koop-fähig. Auf den anderen beiden sind die verfügbaren Nationen von vornherein auf zwei beschränkt. Da fällt die Wahl doch leicht.

Unser Fazit: Tut euch das nicht an! Wer es auf den Singleplayer abgesehen hat, lese bitte eine andere Rezension, aber Koop-Fans sei eindringlich von Napoleon: Total War abgeraten. So, wie es daherkommt, ist es nicht einmal den Zehner für die Software Pyramide wert.


Die Kunst des Mordens - Der Marionettenspieler
Die Kunst des Mordens - Der Marionettenspieler
Wird angeboten von marion10020
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Auf ganzer Linie Mittelmaß, 29. Januar 2012
Ob die hollywoodgebügelte Haupthandlung, der Rätseleinheitsbrei für Casual Gamer oder die aalglatte Protagonistin - dies hier ist der Inbegriff eines durchschnittlichen Computerspiels. Na gut, eine Eins minus für den formvollendeten Hintern der Agentin. Den hätte der liebe Herrgott nicht besser töpfern können. Echte Genre-Liebhaber dürften das kaum versöhnen, sie werden strenger urteilen. Unser Fazit jedoch wird dasselbe sein: Wenn wir ein Adventure empfehlen, dann bestimmt nicht dieses.

Dabei lässt sich Der Marionettenspieler finster und mitreißend ein. Die Grafik ist gut, das musikalische Drumherum ebenso und es geht gleich zur Sache. Die Aufgaben fordern kaum und werden im Zweifelsfall durch Herumprobieren geknackt. Man gelangt ja aus einer Szene nicht, ohne zuvor alles erledigt zu haben. Geht es also einmal nicht mehr voran, werden sämtliche Inventargegenstände miteinander kombiniert und auf alles angewendet, bis man per Zufall ins Schwarze trifft. Keine Bange, allzu oft ist das nicht vonnöten. Dafür ist der Schwierigkeitsgrad zu einsteigerfreundlich.

Mein Problem: Tageslicht da, Stimmung weg. Ständig lächelt die Sonne an völlig willkürlich ausgesuchten Badeorten. Havanna, Marseille, ein kleines spanisches Dörfchen - schaurig wurde es nicht mehr. Und auch die Story schien sich nun künstlich in die Länge zu ziehen. Also zog ich das Tempo an, um es endlich hinter mich zu bringen. Hielt mich ein Rätsel wirklich einmal mehr als ein paar Minuten auf, nahm ich die Komplettlösung zu Hilfe. Ich wusste ja, dass es nur eine Frage des Durchprobierens war, und mich reizte nichts, meine Zeit damit zu verplempern.

Summa summarum: Mittelmaß - auf ganzer Linie! 0-8-15-Bösewichte, ein Herzchen von einer FBI-Agentin und die beinahe vorhersehbare Geschichte dürften nur Adventure-Junkies und Gemüter seichten Anspruchs bei Laune halten. Schwerwiegende Versäumnisse sind mir jedoch nicht untergekommen. Ich hatte allerdings auch nicht mit technischen Widrigkeiten zu kämpfen wie andere Rezensenten.


Metro 2033 (uncut)
Metro 2033 (uncut)
Wird angeboten von gamedealer online - Preise inkl. Mwst - Impressum und AGB finden Sie unter Verkäuferhilfe
Preis: EUR 7,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Stimmungsvoll, doch nicht zu Ende gedacht, 22. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Metro 2033 (uncut) (Computerspiel)
Man streichelt ein limettengrün glimmendes Kätzchen, fleddert einen tiefgefrorenen Stalker und weiß: Die Menschheit hat sich wieder einmal zum Teufel gejagt. Endzeitspiele sind eben nicht für Patentrezepte berühmt. Weshalb auch etwas neu erfinden, das - simpel wie es ist - funktioniert? Immerhin liefen dieses Mal keine Swing-Songs aus den 30ern. Metro 2033 spielt punkto Atmosphäre allererste Liga, es ist nur nicht gruselig, wie der Einstieg glauben ließ.

Moskau im Jahre 2033, es herrscht nuklearer Winter - im wahrsten Sinne des Wortes. Was an Menschen übrig ist, haust in den U-Bahn-Schächten unterhalb der Stadt in ständiger Angst vor Mutanten, werwolfartigen Kreaturen, die die kleinen Stationen zu hunderten stürmen. Als die seine droht, überrannt zu werden, macht sich der 20-jährige Artjom auf den Weg, einen Mann namens Miller zu finden. Der wisse Rat. Doch weshalb ausgerechnet Artjom? Nun, ein anderer schien diesen Drecksjob nicht übernehmen zu wollen, die Reise ist schließlich gefährlich. Aber der Junge besitzt auch eine seltene Gabe. Er sieht, was anderen verborgen bleibt, und er kann sie hören. Die mysteriösen Schwarzen ...

Ich griff zu, weil ich glaubte, mit Metro einen Horrorshooter zu kaufen. Ein Schnupperkurs auf Youtube und die rote 18 auf dem Cover hatten mich in Versuchung geführt. Tatsächlich wird es nur selten schaurig. Zu oft ist man in Begleitung anderer unterwegs und sieht sich nur allzu sterblichen Menschen gegenüber, statt dem hungrigen Viechzeug. Das Ambiente ist apokalyptisch trist gehalten, aussichtslos, finster. Stehlen sich zuweilen auch Unstimmigkeiten in die Erzählweise, Metro weiß sein Setting glaubwürdig zu verkaufen. Die Gemeinschaft der Überlebenden wirkt eingeschworen, fürsorglich und im Angesicht des beinahe sicheren Todes zynisch. Anders ließe sich die Situation vor den Toren wahrscheinlich auch nicht schlucken. Grafik und Synchronisation spielen dem gekonnt in die Hände.

Warum immer auf die harte Tour? Das Gameplay suggeriert Vielseitigkeit. Man solle sich einfach vorbeischleichen, statt alle umzulegen. Und das in den schlauchengen Leveln? Das wär's doch, aber so läuft das nicht. Metro ist kein Stealth-Spiel und folgt keinem klaren Regelwerk. Schaltet man eine Wache mit einem Wurfmesser abseits der anderen aus, heißt das nicht selbstverständlich, dass dies unbemerkt bleibt. Weit und breit niemand zu sehen, doch der Alarm schrillt los. Ich ließ es deshalb trotz langer Splinter Cell-Vorgeschichte bald bleiben und feuerte auf alles, was sich bewegte. Ohne zu wissen, was ich mir damit verbaute ...

Die Schießeisen wurden einfallsreich modifiziert: Man wählt aus einem bunten Arsenal an Schrotgewehren, Pfeilschleudern, Snipercolts und pneumatischen Wummen. Eine der Letzteren trug ich übrigens vom zweiten Akt bis zum Ende. Man findet sie viel zu schnell und sie ist hinsichtlich Schaden und Präzision nicht zu toppen. Während selbst eine aufgebohrte Kalaschnikow Magazine in einen Novalis ballern muss, ehe der zu Boden geht, genügt mit dem leisen Luftgewehr eine Kugel. Einziger Wermutstropfen: Es muss nicht nur nachgeladen, sondern auch per Hand aufgepumpt werden. Generell gilt es, herumzuexperimentieren. Zahlen und Fakten gibt es nicht, anhand derer man die Kanonen vergleichen könnte. Preise mögen ein Anhaltspunkt sein, jedoch nicht mehr.

Schade: Das Spiel hat ein alternatives Ende in petto, von dem ich bis zum Abspann nichts ahnte. Und dort auch nur, weil Steam mich auf den Erfolg aufmerksam machte. Alternative Lösungswege werden zeitspielens nicht als so handlungstragend feilgeboten, dass man sie zu gehen versucht. Also wählt man den Kürzesten. Zumal die Entscheidungen, an denen die Option festgemacht wird, mitunter unbedeutende Kleinigkeiten zu sein scheinen, wie das Interagieren mit herumliegenden Musikinstrumenten. Das hätte ich mir offensichtlicher gewünscht.

Kurzum: Metro 2033 ist ein stimmungsvoller First-Person-Shooter mit spannender Story und traditionell kurzer Spielzeit von knapp zehn Stunden. Hübsch anzusehen sichert es die Pflichtdisziplin des Genres. Dem Prädikat "außergewöhnlich" steht jedoch die Halbherzigkeit im Wege, mit der einige nette Ideen angegangen wurden. Ideen wie die lausig funktionierenden Stealth-Passagen und die unbewusste Einflussnahme auf den Ausgang. Und weshalb gibt's keine Synchronisation für den Protagonisten, obwohl er in den Ladebildschirmen doch als Erzähler herhält? Die Ich-unterbrech-ihn-bevor-er-was-sagen-kann-und-mache-einen-Running-Gag-daraus-Nummer war einmal vor dem Dritten Weltkrieg lustig. Meine Empfehlung daher unter Vorbehalt an all jene, die auf das Endzeitszenario stehen und sonst nichts mehr zu schießen haben.


Company of Heroes - Anthology
Company of Heroes - Anthology
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Preis: EUR 29,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Echtzeitstrategie zum Niederknien, 8. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Company of Heroes - Anthology (Computerspiel)
Obacht, geschätzte RTS-Kollegschaft, die ihr schon Mar Sara aus einem Bunker heraus verteidigt habt und deren Hand-Augen-Koordignation seitdem nicht besser geworden ist. Hier gibt es noch einmal Echtzeitstrategie für Hartgesottene, die in Erwartung des Rattataknuffs im Morgengrauen noch eine Mütze schlaf nehmen und bei nächtlichem Artilleriegewitter Eintopf kochen. Company of Heroes: Anthology heißt ein Basisspiel und zwei Stand-Alones zum Software Pyramiden-Preis. Und bestimmt 40 Stunden des Vorrückens, Nachschiebens und Standhaltens.

Tatsächlich ist Company of Heroes keine Real Time Strategy im Sinne StarCrafts. Kleine Squads mit Nehmerqualitäten verzeihen Nachlässigkeiten im Micro, wollen aber trotzdem hinter Deckungen in Sicherheit gebracht und ihren Stärken entsprechend verheizt werden. Trupps mit dicken Wummen für die Stahlfresser, Scharfschützen für die Sanis. Und wer glaubt, einem Königstiger an die Frontpanzerumg pinkeln zu können, sollte sich beeilen.

Das Spiel und sein erstes Add-On glänzen mit Abwechslung in der Aufgabenstellung, Fraktionen mit unterschiedlichen Vorzügen und dem Versuch, aus der üblichen WWII-Erzähle nach Inglourious Basterds-Manier auszubrechen. Wie hoch die Herausforderung, entscheidet ihr dabei zeitspielens selbst. Zum einen lässt sich am Regler des Schwierigkeitsgrads schrauben, zum anderen gibt es Sekundärziele und zusätzliche Medaillen für das Erledigen von speziellen Jobs. Wer in einem Level alles absahnen möchte, wird sich schon auf "normal" zuweilen umgucken. Trotzdem bleibt Zeit zum Nachdenken, zum Reagieren. Deutschland ist schon geschlagen. Der Krieg gewinnt sich von nun an gemächlich. Tales of Valor - zweite Erweiterung und ebenfalls in dieser Box enthalten - ist nicht viel mehr als ein Bonuslevel.

Fazit: Bei auch nur oberflächlicher Begeisterung für den Hintergrund sowie Zuneigung fürs Genre steht dem hier gar nichts im Wege. Interessiert ihr euch für Details, empfehle ich meine ausführlichen Rezensionen "Der Jagdpanther auf dem Königstiger" und "Nach dem, was war, zu wenig ..." zu den Add-Ons.


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