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Rezensionen verfasst von
Erlkoenig (Rostock)

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Tom Clancy's Splinter Cell - Pandora Tomorrow
Tom Clancy's Splinter Cell - Pandora Tomorrow
Wird angeboten von Ihr-Heimkino-
Preis: EUR 19,95

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Meine Empfehlung: Spielreihenfolge beachten, 20. November 2009
= Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen 
Der Titel dieser Rezension mag merkwürdig klingen, aber es steckt viel Weisheit darin. Die Bauernregel lautet: Spiele nicht Teil drei der Splinter Cell-Reihe, bevor du Teil zwei gespielt hast! Ja, ich weiß, es reimt sich nicht, aber in diesem Fall zählt die Botschaft. Mir unterlief schlicht der Fauxpas, erst das oscarverdächtige Chaos Theory (CT) angegangen zu sein, bevor ich von Pandora Tomorrow (PT) überhaupt gehört hatte. Mächtig großer Fehler, weil in diesem Fall zwischen beiden Teilen ein Marianenengraben großer Qualitätsunterschied klafft.

Nicht unbedingt in puncto Grafik, wenngleich auch hier CT etwas chicer daherkommt. Gemeint ist vor allem das Leveldesign und das Arrangement der Haupthandlung. Fisher fehlt in seinem zweiten Abenteuer darüber hinaus noch das eine oder andere Equipment, was nicht nur bewährte Taktiken hinfällig macht, sondern auch an der Vielseitigkeit unseres Titelhelden rüttelt. Bewährt natürlich nur dann, wenn man den dritten Teil vorher ... nun, das hatten wir schon. Pandora Tomorrow ist also durchaus der Rede wert, wenn man nach Stealth-Shootern Ausschau hält. Und das nicht nur, weil es derer nicht viele nennenswerter Güte gibt. Sam ist ein Unikat unter den Protaginisten der Spielindustrie. Sein zynisch-gelangweilter Charme, der Galgenhumor im Augenblick des letzten Atemzugs - natürlich dem des Unglücklichen, der just in seinem Schwitzkasten steckt - der Sinn für Anstand und Ehre im Kampf - all dies macht ihn zu einem Auslaufmodell. Nicht nur in den Reihen der NSA, sondern in der gesamten Spiellandschaft. Einen Sympathiepunkt für den Entwurf der Hauptrolle gibt es deshalb auch in PT.

Dass die Missionen zumeist schnurgeradlinig ablaufen und sich im Vergleich zu CT nur mühsam echte Dramatik aufbauen will, hat mich die Zähne jedoch fest zusammenbeißen lassen müssen, um bis zum Ende durchzuhalten. Dabei wird das dem Spiel bestimmt nicht gerecht. Man sollte nur nicht den zweiten Schritt feiern und sich, den Blick zurück gerichtet, darüber ärgern, dass der erste nur halb so weit führte. Chaos Theory musste einfach besser werden; liegt in der Natur der Sache.

Meine Kaufempfehlung: ... geht in diesem Fall an alle, die Chaos Theory und Double Agent noch nicht gespielt haben oder aufgeregt auf- und abhüpfen, wenn sie nur an Stealth-Spiele denken. Auch Sam Fisher-Groupies müssen hier natürlich zugreifen. So oder so sollte man sich vor Augen führen, dass es hier im Vergleich zu Chaos Theory einen deutlichen Schritt zurück geht und weder das Maß an Abwechslung noch dessen Spannung erreicht wird. Allen, die das nicht schreckt, wünsche ich viel Spaß mit einem guten, aber eben nicht sehr guten Spiel aus der Splinter Cell-Reihe. Soviel falsch kann man angesichts dessen, was es inzwischen kosten soll, wohl auch nicht mehr machen.


Warcraft III: Reign of Chaos + WarCraft III Expansion Set
Warcraft III: Reign of Chaos + WarCraft III Expansion Set
Wird angeboten von online-shop
Preis: EUR 28,10

41 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mit der schönsten Singleplayer-Kampagne aller Echtzeitstrategiespiele, 18. November 2009
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Und - noch nie ein Echtzeitstrategiespiel in den Fingern gehabt und ein bisschen schüchtern ob der ersten Schritte, unsicher, ob es überhaupt Spaß macht? Im Falle WarCraft III's ist jede Sorge unbegründet. Zusammen mit dem AddOn The Frozen Throne, wie in dieser Edition dargeboten, liefert es meines Erachtens nach bis heute die schönste Singleplayerkampagne, die das RTS-Genre jemals gesehen hat. Und ich hatte sie seit WarcCraft: Orcs & Humans (1994) alle. Ganz gleich ob Command & Conquer, StarCraft + Brood War oder Schlacht um Mittelerde - nichts reicht dem scheinbar unsterblichen WarCraft III das Wasser, was die liebevolle Gestaltung der Haupthandlung und die Abwechslung anbelangt. Mit dieser Rezension möchte ich vor allem Anfänger auf den Geschmack bringen.

Wer WarCraft III bis dato nur als karrierekillendes, familienmordendes Onlinespiel kannte, verwechselt es zweifelsohne mit World of WarCraft, dem Rollenspielnachfolger des Titels, von dem ich eigentlich rede. Der jedoch lässt sich prima auch ganz allein genießen - nach dem Job und neben den Verpflichtungen Frau und Kindern gegenüber. Zudem sollte niemanden die noch immer bestehende Mitgliedschaft im erlesenen Zirkel der World Cyber Games ängstlich stimmen. Ihr müsst euch nicht online versuchen. Ich selbst schaffte es nur mit Mühe und Not ins mittlere Drittel derer, die auch via Battle.net Mord und Totschlag suchen, und habe es daher bald wieder gelassen.

Zurück in den Einzelspieler-Modus. Hier geht es wirklich peu à peu voran, was es besonders einsteigerfreundlich macht, erste Trupps zusammen- und eurem Helden zur Seite zu stellen. Alle Nase lang setzt es dann ein Rendervideo der Extraklasse. Die beinahe im Comic-Stil gehaltene Grafik WarCraft III's tut dem Ambiente und der Glaubwürdigkeit der Story keinerlei Abbruch. Jede Fraktion für sich, und es gibt derer vier an der Zahl, wirkt in sich auch dank der glänzenden Synchronsprecher überaus stimmig. Jedes Volk verlangt jedoch bestimmte Taktiken, um die jeweilige Stärke anständig auszuspielen. Die Horde unter dem Kommando der Orcs mit ihren Axtkämpfern und Wolfsreitern versteht sich so zum Beispiel vorzüglich auf den Nahkampf, während die Nachtelfen mit ihren Dryaden und Bogenschützen unübertroffen im Fernkampf sind. Die Allianz der Menschen, Hochelfen und Zwerge scheint eine echte Allroundpartei zu sein und die Untoten mit Gargoyls und Frostwyrmen im Gepäck die wahren Herren der Lüfte. Im Mittelpunkt der Geschichten der einzelnen Völker stehen dabei stets ein oder zwei Helden, um die sich die ganze Aufmerksamkeit dreht. Sie leveln wie in einem Rollenspiel über die Missionen hinaus mit und werden so immer stärker.

Das AddOn schließt nahtlos dort an, wo Reign of Chaos (Subtitel des Basisspiels) ein Ende findet - inhaltlich und qualitativ. Daher lohnt es, gleich beide Teile auf einmal zu bestellen. Irgendwelche Vorbehalte meinerseits? Ausnahmsweise nicht, und ich bin üblicherweise sehr darum bemüht, Empfehlungen sehr zielgruppenbezogen auszusprechen. Dies hier dürfte hingegen jedem Freude bereiten, der sich auch nur im Geringsten für Echtzeitstrategie interessiert. Das Spiel ist einfach sagenhaft.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 2, 2011 6:04 PM CET


Star Wars - Knights Of The Old Republic
Star Wars - Knights Of The Old Republic
Wird angeboten von software and more
Preis: EUR 25,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für Rollenspieler Pflichtlektüre, 17. November 2009
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nehmen wir einmal an, bei Star Wars: Knights of the Old Republic (KotOR) handele es sich um ein dickes Buch zu einer bestimmten Thematik, für die man sich grundsätzlich interessiert, so gehört es ganz zweifellos in den Kanon der Werke, die schlicht Pflicht sind, um den Abschluss als Rollenspieler zu schaffen. Schon klar, die Ausbildung endet erst, wenn unsere Finger zu steif sind, um die Maustasten zu drücken und kein Heiltrank im Rucksack zu finden ist, aber ihr wisst, was ich meine. Für alle, denen das zu viele Metaphern und Allegorien auf einem Haufen waren: KotOR ist ein Must Have, wie es neudeutsch heißt.

Zur Abwechslung geht es 'mal nicht mit Feuerbällen und Streithammern auf Ungeheuerjagd, sondern stattdessen mit Machtblitzen und Lichtschwertern zur Rettung oder dem Untergang des Universums. Vorhandene Liebäugeleien mit dem bekannten Star Wars-Szenario George Lucas' vorausgesetzt, findet ihr hierdrin eure Erfüllung. Es sind die intensive Art und Weise, mit der die Begleiter, die ihr nach und nach auflest, an euren Hauptcharakter gebunden werden, die liebevoll aufbereitete Geschichte, die Freiheit, selbst zu entscheiden, wohin ihr als nächstes tapst, und die Wahl zwischen Gut und Böse, die das Spiel schlussendlich alles sein lassen, was Genießer des Genres erwarten.

Nur kurz zum Inhalt, 4000 Jahre vor den Ereignissen in Episode 1: Aus den Weiten des Alls erscheint plötzlich eine gewaltige Flotte unbekannter Bauart unter dem Banner des Sith Lords Darth Malak, um Planeten der Republik in Schutt und Asche zu legen. Als die junge Jedi Bastila - aufgrund ihrer Fähigkeit der Kampfmeditation rasch zu hohen Ehren gekommen - bei einer Schlacht mit einem Sithkreuzer auf den Planeten Taris abstürzt, ist es an einem rätselhaften Soldaten der Republik, sie wieder zu finden und zu ergründen, woher die Sith plötzlich kamen.

Konsolenportierung papperlapapp - die Herkunft ist der Steuerung selbstverständlich anzumerken, aber kein nennenswertes Manko. Scharmützel sind derart mitreißend arrangiert (und jederzeit zu pausieren), dass niemand, der sich in Gothic oder Oblivion zurecht gefunden hat, hier über seine eigenen Füße stolpern wird. Die Suche nach der geheimnisvollen Sternenschmiede hält ganz andere Herausforderungen bereit. Jede eurer Taten bringt euch der hellen oder der dunklen Seite der Macht ein Stück näher und eure Begleiter reagieren darauf.

Mein Anraten: Hurtig, hurtig - noch ist KotOR nicht zu alt, um es ruhigen Gewissens zu spielen, ohne sich ständig über die Grafik ärgern zu müssen. In fünf Jahren sieht das vielleicht anders aus. Gab es RPGs, die mir mehr Spaß machten als KotOR? Zwei oder drei vielleicht, ja. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass dieses Spiel keine Schwächen hat, die auch nur einen halben Stern Abzug rechtfertigen würden. Wer sich also für Rollenspiele interessiert, erlebt mit KotOR nicht nur einen Meilenstein der Gattungsgeschichte, sondern auch die Mutter des sich in der Entwicklung befindenden Star Wars: The Old Republic, das früher oder später als MMO erscheint und dann das Zeug haben wird, selbst World of WarCraft das Wasser zu reichen. Wer möchte da den Prolog des Spektakels verpasst haben?


Star Wars - Knights of the Old Republic 2: The Sith Lords
Star Wars - Knights of the Old Republic 2: The Sith Lords
Wird angeboten von PEARL Versandhaus
Preis: EUR 49,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zum eigentlichen Clou des Spiels, 17. November 2009
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der dicken Türsteher-Rezensionen am Eingang dieser Produktseite angesichtig scheue ich offen gestanden Mühe und Aufwand, eine eigene dieses Kalibers anzufertigen. Stattdessen ist mir aber sehr wohl daran gelegen, all jenen, die es bisher an Star Wars: Knights of the Old Republic II (KotOR) vorbei geschafft haben, kräftig ins Gewissen zu reden. Dieses Spiel, meine Damen und Herren, nimmt mit einem bestimmten Feature eine richtungsweisende Vorreiterrolle im Genre der Rollenspiele ein. Just dieses möchte ich euch in dieser kurzen Kritik etwas näher bringen, denn schon seinetwegen lohnt der Kauf. Genug der Einleitung, auf geht's.

Für mich rangiert KotOR II trotz der merkbar geschnittenen Haupthandlung und der teils unfertigen Orte, an denen sich diese abspielt, zusammen mit Gothic 2 auf Platz 1 meiner persönlichen Hitliste. Die Ehre verdankt es dem Feature, seine Begleiter durch eigene Taten zu beeinflussen. Sie reagieren nicht nur gemäß ihrer persönlichen Gesinnung empört oder begeistert auf das, was ihr tut, sondern sie lassen sich zudem von euch beeinflussen. So entsteht ein komplexes Geflecht zwischenmenschlicher Beziehungen, die ihr ganz nach eurem Gusto steuern dürft.

Ein praktisches Beispiel: Entscheidet ihr euch bei der Wahl eures Charakters für einen männlichen Jedi, trefft ihr früher oder später auf zwei ganz entzückende, machtbegabte Damen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Ohne zuviel zu verraten: Die eine ist der dunklen Seite der Macht zunächst mehr zugetan, die andere der hellen. Selbstredend, dass Zankerei zwischen den beiden Mädels vorprogrammiert ist - vor allem, wenn ihr sie bei euren Missionen beide in der Party habt. Nun stolpert ihr alle Nase lang über Entscheidungen, die es zu treffen gilt. Wählt ihr dabei die moralisch fragwürdige Option, wird die junge Sith euch Applaus klatschen und ihr steigt in ihrer Gunst. Die Jedi hingegen wird mit Ablehnung reagieren. Handelt ihr stattdessen, wie es der Kodex des Ordens empfiehlt, bringt euch das der hellen Seite und der Jedi näher, die Sith hingegen wird sich herzlich wenig beeindruckt zeigen.

Soweit, so gut. Kompliziert wird es, wenn ihr euch in einem Streit der beiden ob eurer Entscheidung, denn dazu wird es zweifelsohne kommen, für eine der Damen entscheiden müsst. Jeder der Charaktere merkt sich jede eurer Taten und summiert diese zu einem Sympathiewert. Es kann so durchaus passieren, dass ihr euch mit einem Begleiter gänzlich entzweit und künftig auf seine volle Unterstützung verzichten müsst. Die interessanteste Herausforderung jedoch besteht darin, die Charaktere für sich zu gewinnen und wider ihrer persönlichen Sicht der Dinge vom eigenen Weg zu überzeugen. Das bedarf viel Fingerspitzengefühl.

So kann es für einen talentierten jungen Jedi möglich sein, die zunächst finster eingestellte Sith auf die helle Seite zu locken, indem er ihr in Gesprächen ins Gewissen redet, Verständnis für ihre indoktrinierte Weltanschauung zeigt und ihr beisteht, wenn es der Anstand erlaubt. Peu à peu baut sich so ein Vertrauensverhältnis auf. Am Ende lassen sich Charaktere gar ganz bekehren, Romanzen entstehen und soziale Spielereien sind möglich, wie es sie in einem Rollenspiel zuvor noch nicht gegeben hat. Mir hat es nicht nur Spaß gemacht, die stolze Schülerin eines Sith-Lords zu einer kleinen Jedi zu machen, sondern auch die stolze Echani in meinen dunklen Harem zu zwingen. Von den weiteren Teammitgliedern ganz zu schweigen ...

Künftig kommt wohl kein Rollenspiel mehr, das dem Helden eine Party stellt, um dieses Feature herum, will es nicht als "oberflächlich" in den Ordner der Neunziger geschoben werden. Warum, weiß jeder, der KotOR II probiert hat. Meine Empfehlung gilt demnach uneingeschränkt für alle RPG-Interessierten.


Tom Clancy's Splinter Cell: Chaos Theory
Tom Clancy's Splinter Cell: Chaos Theory
Wird angeboten von pb ReCommerce
Preis: EUR 5,40

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ausschließliche Bewertung des Coop-Modus, 16. November 2009
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Liebhaber lautloser Meuchelei, finst'rer Schatten und überlegter Taten, diese meine Rezension befasst sich ausschließlich mit dem Coop-Part von Splinter Cell: Chaos Theory. Die mageren drei Sternchen, die ich diesem zugedacht habe, können und wollen also gar nicht den Singleplayer meinen. Ich spare uns eine weitere Bewertung dessen, weil es derer schon zuhauf gibt. An dieser Stelle nur soviel dazu: Es lohnt allemal, das Spiel nur der Einzelspielerkampagne wegen zu kaufen, die auch von mir saftige fünf Sterne erhalten hätte. Doch nun zum Thema:

Chaos Theory ist ganz gewiss einer der besten Stealth-Shooter, die ich neben den Hitman-Teilen und dem dritten der Thief-Reihe je gespielt habe. Abwechslung, Spannung und eine mitreißende Haupthandlung zerrten mich rücksichtslos in ihren Bann. Das gilt so leider nicht für den Coop-Modus. Dabei sollten Heimlichtuer wahrscheinlich still und dankbar sein, dass es überhaupt ein Spiel dieses Genres gibt, in dem man gemeinsam von Schatten zu Schatten huschen kann. War ich natürlich auch ...

Nichtsdestoweniger gibt es von Nachlässigkeiten zu berichten, die den Spielspaß merkbar trüben - speziell im Vergleich zum Singleplayer. Im Grunde genommen bildet man ein Zwei-Mann-Team, das Missionsziele innerhalb der Level der Einzelspieler-Story übernimmt, diese jedoch nicht 1:1 nachspielt. Man initiiert jeden Einsatz manuell, einen atmosphärischen Zusammenhang in Form von Rendervideos etc. zwischen den einzelnen Szenarien gibt es nicht. Man muss sich das so vorstellen, als würde man eine Karte im Multiplayer-Modus eines Shooters starten und nach dem Abschluss dieser die nächste auswählen. Zudem handelt es sich bei den Aufträgen um relativ kurze Vergnügen, wenn man sich wild durch die Session ballert. Nichts für Männer mit nervösem Zeigefinger. Ein abgestimmtes, stimmungsvolles Miteinander schien mir unabdingbar, um wenigstens einen Teil des Flairs der SP-Kampagne aus dem Coop-Part herauszukitzeln. Nur selten ist man tatsächlich dazu gezwungen, gemeinsam eine Wand zu erklimmen, sich durch ein Loch herabzulassen oder zwei Gegner synchron auszuknipsen.

Dazu kommt, dass sich eine einmal begonnene Mission unterwegs nicht speichern lässt. Wer den ersten Schritt getan hat, sollte den Weg bis zum Ende gehen, wenn er nicht beim nächsten Spielabend ganz von vorne beginnen will. Gerade in kniffligeren Augenblicken gilt ein "Okay, Pause, machen wir morgen weiter!" also nicht. Ein Freund und ich saßen da eines nachts glatt bis 2 Uhr im Dunkeln, um einen Auftrag abzuschließen, dessen Aufwand wir ordentlich unterschätzt hatten. Dabei musste die arme Sau drei Stunden später schon wieder aus der Kiste.

Noch etwas zur Technik: Die Coop-Idee online sieht auch einen Voicechat via Headset vor, der eine Funkkommunikation der beiden Spezialagenten zu immitieren versucht. Die Lautstärke, mit der man dann tatsächlich spricht, wirkt sich auch auf die im Spiel auftauchenden Geräusche aus. Brüllt man also ins Mirko, könnten Gegner das hören. Wir haben es damals jedoch nicht adäquat zum Laufen gebracht und auf Teamspeak zurückgegriffen. Dabei sagte uns die Idee durchaus zu.

Fazit: Kaufen - des Singleplayers wegen, wenn ihr euch für Stealth-Spiele erwärmen könnt! Nur des Coop-Modus zuliebe würde ich hingegen kein Vermögen zahlen. Für den Preis, den es inzwischen kostet, kann man jedoch bedenkenlos zugreifen und Tatsache bleibt nun einmal auch, dass Coop-Action für den PC noch immer sehr selten ist - gerade im Stealth-Genre. Auch die des Nachfolgers wurde von der Konsolenfassung nicht auf den Rechner portiert. Eigentlich schade drum, wenn man die guten Ansätze Chaos Theory's sieht ...
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 29, 2009 5:08 PM CET


Diablo II [BestSeller Series]
Diablo II [BestSeller Series]
Wird angeboten von Korte-EDV Internetmarketing & Vertrieb, Preise inkl. MwSt.
Preis: EUR 7,99

5 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Aus heutiger Sicht: Der Kultfaktor ist alles, was bleibt, 10. November 2009
= Spaßfaktor:1.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Diablo II [BestSeller Series] (Videospiel)
Wieviele Spiele mag es geben, deren Namen so ruhmreich klingen wie der Diablo II's - eine Hand voll, vielleicht ein paar mehr? Das erklärte ich auch einem Freund, mit dem ich mich online daran versuchen wollte. Man müsse es einfach ausprobiert haben, beteuerte ich, das sei ein Klassiker. Ich selbst war nie dazu gekommen, es ernsthaft anzugehen. Also gingen wir es gemeinsam an.

Ich der Paladin, er die Magierin - die Aufgaben waren verteilt, das Gemetzel konnte beginnen. Das tat es und es hörte nicht wieder auf. Im Grunde genommen war Diablo II nichts anderes als stumpfes, stures Gemetzel. Wir waren bald über die sichtlich betagte Grafik hinweg, weil wir wussten, dass wir noch kleine Rollenspieler waren, als Diablo II schon die Massen begeisterte. Nichts anderes war zu erwarten. Dass nicht viel mehr als schnelles Klicken vonnöten war, um auch Diablo selbst zu zerlegen, stimmte uns dennoch müde.

1. Rollenspiel oder Hack & Slay?

Nun, theoretisch zählt Diablo 2 in die Gattung der Actionrollenspiele. Gegner sind mehr oder weniger wahllos verteilt und werden durch wiederholtes Anklicken mit der linken Maustaste angegriffen. Hier zählt: Ein Klick, ein Schlag. Trifft man also auf einen Boss, der ordentlich einstecken kann, klickt man sich dumm und dusselig. Wer genügend Erfahrungspunkte zusammengekratzt hat - und es hagelt sie wirklich - steigt ein Level auf und darf so gewonnene Punkte alsgleich in Kampffertigkeiten investieren. Man wählt vorher einen vorgegebenen Charakter, bei dem weder Aussehen noch Geschlecht beeinflusst werden kann. Entscheidet man sich also für einen Barbar, wird das zwangsläufig ein Hüne sein. Will man stattdessen Feuerbälle werfen, geht das nur mit einem weiblichen Zauberwirker. Der wohl wichtigste Teil eines Rollenspiels, die Charaktererstellung und -entwicklung, fällt also aus.

Danach gibt es keine sozialen Talente, die es zu fördern, keine Entscheidungen, die es zu treffen gilt. Man schreitet in der Handlung voran, ohne Einfluss darauf zu haben. Wer sich nur halbwegs mit den Möglichkleiten seiner Klasse beschäftigt, läuft auch in einem Zweierteam kaum Gefahr, beim ersten Durchspielen hopps zu gehen. Geschieht es doch einmal, geht die Welt nicht unter. Man zahlt nur mit einem Teil des zur Zeit des Ablebens am Körper getragenen Goldes dafür, von dem man bald schon soviel hat, dass das keine Rolle mehr spielt. Gewöhnliche Waffen einzusammeln, ist rasch vertane Liebesmüh.

Taktik war bei uns bis zum Ende nicht oder kaum nötig, um das Klassenziel zu erreichen. Man drischt einfach wild drauf los. Mag sein, dass sich das beim zweiten oder dritten Durchlauf der Haupthandlung oder auf hohem Schwierigkeitsgrad ändert, auf gewöhnlichem Wege jedoch erübrigen sich Abstimmungen in der Party weitestgehend.

2. Besonders nervtötend ...

Ganz klar das Feature des Spiels, das es auch noch neun Jahre nach seinem Erscheinen im Juni 2000 zu einem der beliebtesten Onlinespiele macht: Die immer wieder neu generierten Landstriche, Höhlen und Dungeons, die die Langzeitmotivation sichern sollen, verhindern, dass man sich irgendwann, irgendwo zurechtfindet. Man läuft also ständig mit der transparenten "Minimap", die sich jedoch über den gesamten Bildschirm erstreckt, durch die Gegend. Die wiederum setzt der ohnehin dürftigen Grafik weiterhin zu. Zudem sieht man seinen Charakter immer schlechter. Ich konnte so weder zu den Orten noch zu meiner Hauptfigur irgendeine Beziehung aufbauen.

3. Ein Zusatzstern für Nebensächlichkeiten

Zwei Sterne hätte ich dem Spiel schlussendlich zugestanden, zwänge mich mein Gewissen nicht, der Vollständigkeit halber ein paar Dinge lobend zu erwähnen. Dazu gehört beispielsweise, dass Diablo II idiotensicher über das Battle.net läuft und immernoch gepflegt wird - von Spielern und Machern. Die Rangliste steht und es existiert eine bemerkenswert große, fortwährend aktive Fangemeinde. Vielleicht braucht es auch die, um an einem sonst so flachen Spiel Gefallen zu finden. Zu zweit war das Erlebnis jedenfalls überaus ernüchternd. Alleine hätte ich es wahrscheinlich nicht einmal durch den ersten Akt geschafft.

4. Fazit: Es bleibt der Kultfaktor

Mit der modernen Idee eines Rollenspiels hat Diablo II herzlich wenig zu tun. Natürlich steigert man Attribute und Kräfte, aber das nimmt nur einen Bruchteil der Gesamtspielzeit in Anspruch. In erster Linie geht es darum, auf Gegnerhorden einzuschlagen, bis die Kuppe des Zeigefingers jeden Fingerabdruck ad absurdum führt. Auch "Action-Rollenspiel" ist mir demnach zu nah am Rollenspielbegriff, so kultig der Name auch klingt. "Hack & Slay" trifft den Nagel auf den Kopf. Mehr hingegen sollte man weder verlangen, noch erwarten.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 19, 2012 8:00 PM MEST


Star Wars: Republic Commando [Software Pyramide]
Star Wars: Republic Commando [Software Pyramide]
Wird angeboten von Hauseinkauf - mit Sicherheit schneller Versand
Preis: EUR 16,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Star Wars-Flair im Kugelhagel, 10. November 2009
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
... wobei "im Kugelhagel" im Zeitalter guter Laserkanonen natürlich allenfalls als müde Allegorie durchgeht, die jedoch auf ein wichtiges Charakteristikum des Spiels aufmerksam macht: Geballte Action!

Republic Commando ist nicht, was es werden sollte. Einst als Taktikshooter angedacht, mussten Liebhaber des Genres aus allen Rohren auf anrollende Droidekas feuernd rasch erkennen, dass hier Strategie nur an zweiter Stelle steht. Es gibt freilich Situationen, in denen die schlagfertigen Mitstreiter zur Bewältigung größerer Krisen beitragen können. Dann braucht es kurzerhand einen Sprengstofffreak, einen Scharfschützen oder einen, der vor gar nichts zurückschreckt; das Gros der Arbeit erledigt man jedoch fast immer allein. Das simple Gameplay macht aus einer kleinen Spezialeinheit eine gewöhnliche Sturmtruppe - von Taktik bleibt nicht viel übrig. Und doch: Was zählt, ist das waschechte Star Wars-Ambiente der Handlung, die sich zunehmend zuspitzt und an einer Stelle ein Ende findet, an der man auch Filme nicht enden sehen möchte.

Bis dahin braucht es schlicht Reaktionsvermögen und Hartnäckigkeit - vor allem auf höherem Schwierigkeitsgrad. So viel Spaß es machen mag, an der Seite von Wookies Kampfdroidenbataillone zu zerfetzen und unter dem Kommando von Meister Yoda die Geschicke der Klonkriege zu lenken, so sehr bedarf es echten Durchhaltewillens, um die eine oder andere vielleicht frustrierende Situation schließlich zu meistern.

Meine Empfehlung: Ein Muss für alle Star Wars Begeisterten, die vor einem nackten Ego-Shooter nicht zurückschrecken. Man muss sich einfach vor Augen führen, dass die Spannung des Augenblicks und das packende Flair des Franchise' den Preis der sturen Gradlinigkeit haben. Wer sich damit arrangieren kann, braucht sich um die für Shooter schon fast typisch kurze Spieldauer nicht zu sorgen, zumal die Softwarepyramide ein ordentliches Preis-Leistungsverhältnis garantiert.


Stauffenberg
Stauffenberg
DVD ~ Sebastian Koch
Preis: EUR 11,99

10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zu oft an der Wahrheit vorbei, 25. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Stauffenberg (DVD)
"Stauffenberg" - zweifellos ein Film mit lobenswerten Ansätzen historischer Präzision, doch am Ende nicht mehr als eine vage, künstlerische Interpretation des Stoffes. Die schauspielerische Leistung Sebastian Kochs fällt dabei noch angenehm auf, selbst wenn ihn die Drehbuchvorgabe geschichtlicher Unwahrheiten, von denen es im Film einige setzt, natürlich nicht besser machen.

1. Als Einstiegsfilm ungeeignet

Beginnt man gerade, sich mit dem Thema "Operation Walküre" auseinanderzusetzen und fehlt eine solide Vorkenntnis, lässt man besser die Finger von "Stauffenberg". Dies ist kein Lehrfilm für Ahnungslose. Stattdessen hüpft er wild in Handlung und Szenerie hin und her, was es Unbewanderten schwer machen könnte, beiden zu folgen. In dem Fall würde ich gar zur Neuauflage "Operation Walküre - Das Stauffenberg Attentat" raten, die chronologisch deutlich sorgsamer vorgeht und den Werdegang des Unternehmens nachvollziehbar schildert.

2. Zwischen historischer Genauigkeit und nackter Phantasie

Das einzige Laster, was ich dem Streifen vorwerfen möchte, ist leider auch ein besonders schwerwiegendes. Regisseur Jo Baier bleibt zu oft ganz fern der Wahrheit. Beispiele gefällig? Claus erzählte Nina sehr wohl von dem, was er plante, anders als im Film dargestellt. Und er trug ihr auf, brav die dumme Hausfrau zu spielen, wenn es schief gehen sollte und die Gestapo an die Tür klopfen würde. Zudem war Stauffenberg kein Wagner-Liebhaber, wie gleich zu Beginn angedeutet - ganz im Gegenteil. Auch die dort dargestellte Bewunderung Hitlers hat es so weder als einzelne Tat noch als Einstellung gegeben. Allein in puncto Kriegsführung glaubte er bis zum Ende des Frankreichfeldzugs noch an die Qualitäten Hitlers. Unsinn ist wohl auch der so unheimlich verliebte Heiratsantrag in Schuljungenmanier, den er Nina im Film macht. Als er sie kennenlernte, erklärte er auf die Frage hin, weshalb gerade sie diejenige sei, welche, dass er sie für die passende Mutter seiner künftigen Kinder halte. Nina arrangierte sich daraufhin rasch mit der reservierten Art ihres Mannes. Die Ehe des Paares war laut Literatur zum Thema zwar sehr wohl vertrauensvoll, doch nie derart ausgelassen, wie hier suggeriert wird. Weiter: Generaloberst Beck erschien mit gutem Grund nicht in Uniform, sondern in Zivilkleidung in der Bendlerstraße, um Walküre als Bewegung des Volkes kenntlich zu machen. Nicht so in "Stauffenberg". Und das sind nur wenige Fehler von vielen.

Lobenswert hingegen scheinen mir viele Zitate der einstigen Verschwörer, die es tatsächlich 1:1 in den Film geschafft haben. Seien es die beinahe poetischen Ergüsse des Titelhelden, die in Trunkenheit gesprochenen Beschimpfungen Fellgiebels, die Abschiedsworte von Tresckows oder auch die klaren Worte Generalfeldmarschalls von Witzleben gen Roland Freisler im Epilog des Dramas. Schade nur, dass sie doch immer wieder in den Hintergrund treten, weil sich das belesene Publikum über das frei Erfundene ärgern muss.

3. Koch als Steckenpferd

Er mimt den Stauffenberg, er trägt den Film und das, was vom Thema übrig bleibt. Seine Darstellung des Grafen kommt der Wirklichlichkeit, sieht man von den wenigen Ausnahmen, die ihn selbst betreffen, ab, doch verdächtig nahe. Vor allem jedoch gelingt es Koch vorzüglich, Zerrissenheit zu vermitteln. Von einem zunächst empfundenen Gewissenskonflikt zwischen dem auf den Führer geleisteten Eid und dem Wehklagen seines Herzens bis hin zur festen Entschlossenheit, das Ruder herumzureißen. Und als in den letzten Stunden der Operation Walküre Verzweiflung schäumt und Hoffnung schwindet, weiß Koch davon zu erzählen. Er hadert mit seinem Schicksal als Attentäter und folgt dem Ruf doch. Er kann Dramatik erzeugen, Tragik darstellen - allein durch Mimik und Gestik. Wer ihn in "Stauffenberg" gesehen hat, wird den steifen Auftritt Cruise' in "Operation Walküre - Das ..." kaum ertragen.

4. Fazit

Kein Film für jedermann, wie ich finde, da er Anfängern nur schwer erklären kann, was damals wirklich vor sich ging. Wer sich jedoch schon schlau gemacht hat, weiß, worum es geht und worauf es zu achten gilt ... Dann wiederum stören die vielen Falschdarstellungen das Filmerlebnis doch merkbar. In Ermangelung überzeugender Alternativen würde ich ihn Interessenten nichts desto weniger ans Herz legen wollen. Einen überzeugenden Werbeslogan bringe ich jedoch nicht zustande.


Warhammer: Mark of Chaos
Warhammer: Mark of Chaos
Wird angeboten von Ihr-Heimkino-
Preis: EUR 42,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zu geradlinig inszeniert, 25. Oktober 2009
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Warhammer: Mark of Chaos (Computerspiel)
Echtzeitstrategie mit dem Präfix "Warhammer" mag all jene, die das actionsreiche Dawn of War gespielt und gut gefunden haben, ganz selbstverständlich glauben lassen, im Falle von Mark of Chaos handele es sich um ähnlichen Mord und Totschlag. Doch weit gefehlt. Hier geht alles etwas gemächlicher, düsterer und überschaubarer vonstatten.

1. Warhammer ist nicht gleich Warhammer

... womit ich Tabletop-Fans gewiss nichts Neues erzähle. Gemeint sind dieses Mal jedoch nicht die inhaltlichen Unterschiede zwischen dem Standard und 40.000, sondern zwei verschiedene Gameplay-Welten, vergleicht man Dawn of War und Mark of Chaos miteinander. Galt es in Dawn of War noch, Einheiten in Echzeit zu rekrutieren und postwendend an die Front zu schicken, erledigt man das in Mark of Chaos nun im Kampagnen-Modus vor dem Gemetzel. Ist eine Schlacht erst einmal im Gange, gibt es demnach keine Gelegenheit mehr, Truppen nach eigenem Ermessen nachzubestellen. Dafür kommandiert ihr ganze Bataillone und nicht nur ein paar Soldaten. Das Grundprinzip steht dem der Total War-Reihe sehr nahe. Geplant und ausgebildet wird rundenbasiert, am Ende einer jeden dann um den Sieg gefochten.

2. Helden als Trumpfkarte

Wie schon in Dawn of War, und da haben wir tatsächlich eine Gemeinsamkeit gefunden, hat man auch in Mark of Chaos die Möglichkeit, die Helden der jeweiligen Kampagne (eine gute, eine böse) verschiedenen Truppen zu beiderseitigem Nutzen anzugliedern. Dies und die rollenspieltechnischen Features, Ausrüstung und Bewaffnung der Rädelsführer selbst zu bestimmen, peppen das sonst so engstirnige Fortschreiten innerhalb des Plots etwas auf.

3. Peu à peu dem Ende entgegen

Der nächste Schritt scheint dabei schon im Voraus klar ersichtlich. Es gibt kaum Entscheidungsgewalt auf Seiten des Spielers, mit welcher Armee er zuerst angreift oder welches Lager des Feindes nun dem Erdboden gleich gemacht wird. Man arbeitet sich in Inhalt und Handlung peu à peu wie auf einer U-Bahnkarte voran. Ob einen Schritt zurück, nach links oder rechts, vielleicht erst einmal zu verweilen - das obliegt nicht dem Spieler. Er bleibt lediglich Exekutor, was Taktik und Strategie abseits der Scharmützel beinahe überflüssig macht.

4. Mein Tipp

Für ruhigere Kriegsherren und Total War-Fans durchaus ein Versuch wert, so sie sich für das triste Ambiente Mark of Chaos' begeistern können. Dies zieht sich nämlich durch das gesamte Spiel. Wer sich einen Eindruck davon verschaffen will, sollte auf Youtube einfach einmal nach dem eindrucksvollen Intro suchen. Just das verspricht Blut und Schmutz, was alles, was dann kommt, gewissenhaft hält. Die knapp 10 Euro ist es allemal wert. Fünfzig hingegen hätte ich seinerzeit nicht gezahlt. Echten RTS-Freaks, die stetig Remmidemmi erwarten, rate ich davon ab. Ihr werdet euch schlicht unterfordert sehen.


Call of Juarez [Software Pyramide]
Call of Juarez [Software Pyramide]

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Spannender Durchschnitt, 19. Oktober 2009
= Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen 
Rauchende Colts, Pferde mit Wadenkrämpfen und lebensmüde Rothäute so weit das Auge reicht - wer etwas für das alte "Cowboy und Indianer" übrig hat, wird mit Call of Juarez ordentlich bedient. Die Story ist spannend, abwechlsungsreich - das Spiel trotzdem nur Durchschnitt. Ruhig, die Erklärung folgt auf dem Fuße.

Grafisch gehört Call of Juarez zweifellos in die Top 3 der Wild West-Shooter, von denen es weiß Gott nicht viele gibt. Das bedeutet jedoch gleichwohl, dass es eines ordentlichen Rechners bedarf, um sie wirklich auskosten zu können. Für heutige Verhältnisse dürfte keine Herausforderung mehr sein, zur Zeit seines Erscheinens sah das noch anders aus. So oder so: Schaut nicht auf die minimalen Systemvoraussetzungen, sondern auf die empfohlenen, wenn ihr mit dem Gedanken spielt. Offline-Lags bedingt dadurch, dass euer PC auf Knien kriecht, wenn er den Spielspaß zu tragen versucht, sind wahrlich nervtötend in einem Ego-Shooter, in dem es nicht ruckeln sollte. Man schießt auch so schon oft genug daneben.

CoJ's Steckenpferdchen neben der chicen Grafik ist wohl die enorme Abwechslung, die der Verlauf des Spiels bietet. Das liegt, ohne zuviel von der ausnahmslos spannenden Handlung verraten zu wollen, vor allem daran, dass man ständig zwischen zwei verschiedenen Protagonisten wechselt, die sich in der Tat ihrer Natur gemäß ganz unterschiedlich handhaben. Während der junge Billy auf's Schleichen, den Angriff mit dem Bogen und seine Peitsche setzt, punktet der Reverend mit purer Feuerkraft. Besondere Waffen mit einmaligem Flair gibt es dabei nicht. Jede nutzt sich früher oder später ab und wird dann einfach weggeworfen. Und je nach Charakter kitzelt der Plot unterschiedliche Talente des Spielers wach. Sollte man mit dem Alten vor allem reaktionsschnell und zielgenau sein, verlangt Billy mitunter Geduld und besonderes Geschick. Am Ende lauert ein dramatisch inszeniertes, hollywoodreifes Herzschlagfinale.

Durchschnitt bleibt Call of Juarez dennoch, weil es keinen annehmbaren Multiplayer liefert. Für mich persönlich nicht weiter tragisch, objektiv betrachtet allerdings ein Versäumnis. Zudem könnte der Schwierigkeitsgrad der Nicht-Shooter-Elemente (man hangelt sich beipielsweise mit einer Peitsche wie Indy von Ast zu Ast) all jenen, die das Spiel als solchen verstehen, misslich erscheinen. Einige Stellen erwarten viel Hartnäckigkeit und Geduld.

Kaufen oder nicht kaufen? Das hängt schlicht davon ab, ob ihr euch für das Setting erwärmen könnt und vielfältige Aufgabenstellungen bewältigen wollt. Just darin liegt der Charme des Spiels, genau das macht es ein Stück weit anders. Nackte Ego-Shooter jedoch gibt es gewiss deutlich bessere.


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